10 Jahre Worms Verlag

April 11, 2013

10 Jahre Worms Verlag – Verlag für Regionalia, Nibelungen und Judaica

Der Worms-Verlag wurde als Projekt der Nibelungenmuseum-Betriebs GmbH (heute: Kultur- und Veranstaltungs GmbH) im Jahr 2003 gegründet. Das erste Produkt war neben den Museumskatalogen die Broschüre „Facetten eines Epos“ zu den Nibelungen und Worms. Es folgten weitere „Nibelungen“-Produkte: Programmbücher der Nibelungen-Festspiele, Tagungsdokumente der Nibelungen-Symposien und sehr bald stellte sich heraus, dass die Stadt Worms aus unterschiedlichen Anlässen zu Ausstellungen und historischen Jubiläen Publikationen erstellt, denen aber eine umfassende lokale und regionale Vertriebsmöglichkeit fehlte.

Es wurde daher ein Regionalverlags- Konzept entwickelt nachdem der Worms-Verlag Printprodukte und andere Verlagsprodukte (CD, DVD) herstellen sollte, die nicht auf dem Markt privater Anbieter, sondern nur über öffentliche Zuschüsse und im öffentlichen Interesse herstellbar sein würden. Durch die Vernetzung mit Fachverwaltungen und örtlichen Vereinen konnten für zahlreiche Produkte Zuschüsse generiert und projektnah umgesetzt werden. Satz und Druck werden jeweils an private Anbieter vergeben. Bei Ausschreibungen kommen oft lokale Anbieter aus der Kreativwirtschaft zum Zug. Das Label „Worms-Verlag“ wird gleichzeitig zum Stadtmarketing eingesetzt – alle Verlagsprodukte tragen den Stadtnamen nach außen.

2005 wurde für die Abwicklungen des Verlages der Buchhändler Berthold Röth angestellt. Erst dadurch war es möglich, den Buchhandel professionell zu bedienen, da dieser Markt besondere Fachkenntnisse in der Abwicklung verlangt. Kurz zuvor war das Buch „Siegfried – Schmied und Drachentöter“ erschienen, das zwar wie alle vorherigen Titel über eine ISBN verfügte und in großen Feuilletons wie „Spiegel“ und „Zeit“ rezensiert wurde, aber dennoch erstmal kaum Abverkauf fand. Aus verlegerischen Unkenntnissen wurden damals die Titel nicht auch ans VLB gemeldet und waren im Handel somit nicht auffindbar. Dies als Beispiel was an Wissen und Kenntnissen in einem Verlag notwendig sind und für eine Stadt als Verleger ohne professionelle Fachkräfte nicht geleistet werden kann. Durch Eintragen der Titel ins VLB verkaufte sich bis heute das Buch auch als Backlist-Titel, was auch für alle anderen Bücher gilt. Bis zum jetzigen Verlagsstand war es ein langer Weg. Barsortimente winkten damals dankend ab, denn mit städtischen Verlagen habe man keine guten Erfahrungen gemacht. Es war mühsame Kleinarbeit den Sortimentern und Zwischenhändlern deutlich zu machen, dass es sich beim Worms Verlag um einen ganz „normalen“ Verlag auch handelt, der über Verkehrsnummer verfügt, über BAG-Anschluss (Buchhändlerische Abrechnungsgesellschaft) und all das andere was in Verlagen eigentlich Alltagsgeschäft ist. Mittlerweile ist der Verlag in den Barsortimenten auch gelistet, ist einer Verlagsauslieferung angeschlossen und verfügt auch über eine Verlagsvertretung

2006 kam das erste Heimatjahrbuch der Stadt Worms heraus und wird seitdem jährlich mit vielen ehrenamtlichen Autoren und Redaktionsmitgliedern gemeinsam erstellt. Der Verlag erweiterte sich in der Folge auf lokale und regionale Produkte und Kooperationen. Seitdem sieht sich der Verlag vor allem als Regionalia-Verlag und besetzt damit als kleiner Verlag eine Nische, die ihm große Verlage von vorneherein auch gar nicht streitig machen. Diese Nische enthält natürlich großes Potential, das noch nicht komplett ausgenutzt ist, aber stetig wächst.

Am Gesamtprogramm heute ist leicht zu ersehen, dass neben den rein städtischen Publikationen immer mehr Kooperationen mit Vereinen und regionalen Netzwerkpartnern hinzukamen, aber auch Auftragsarbeiten das Programm von Jahr zu Jahr erweiterten. Strukturiert wurde das Programm dabei durch Kulturprofile (Nibelungen, Luther, Jüdisches Worms) sowie die Stadt- und Regionalgeschichte. Immer mehr Autoren fragen an, ob sie im Verlag veröffentlichen können und finanzieren teilweise dies auch selbst. Als städtische Einrichtung handelt der Verlag nicht gewinnorientiert, erhält in solchen Fällen eine Vertriebsprovision, die Verkaufserlöse gehen ansonsten direkt an die Autoren, die in Eigenverlag nicht über das gebotene Vertriebssystem verfügt hätten. Bei den eigen aufgelegten Produktionen handelt es sich um Titel, die aus städtischer Sicht notwendig sind, die aber kein wirtschaftlich orientierter Verlag ohne hohe Zuschüsse zu verlangen produzieren würde. Auch unter diesen Gesichtspunkten ist das Betreiben eines eigenen Verlages günstiger.

Als Programmbezeichnung wurde Regionalia, Nibelungen und Judaica gewählt, da auch sehr früh eine Broschüre zu „Raschi“ im Programm war. Auf Judaica zu setzen war vorausschauend, denn es kamen einige weitere jüdische Titel hinzu. Vor allem durch den Antrag der Städte Speyer, Worms und Mainz als Schum-Städte ins Weltkulturerbe der Unesco aufgenommen zu werden wird dieses Segment sich erweitern und an Bedeutung gewinnen. Neben den Sachbuchtiteln im Verlag – es gibt nur ein einziges belletristisches Mundart-Buch bisher – ist für 2014 auch ein historischer Roman zum jüdischen Worms geplant. Damit wird – inzwischen waren als viertes Standbein bereits Bücher zu Kunst hinzugekommen – auch Belletristik als fünftes Standbein ein Rolle spielen.

Der Worms Verlag pflegt inzwischen eine umfangreiche Backlist. Bis auf wenige vergriffene Titel sind alle Veröffentlichungen lieferbar gehalten und werden bei Bedarf nachgedruckt. Gerade diese umfangreiche Backlist macht das Verlagsprogramm für den Handel attraktiv und sorgt für Umsätze, denn im Gegensatz zu den Anfangsjahren des Verlages – wo Neuproduktionen sich nur bei Erscheinen gut verkauften und dann ohne weitere Nachfragen im Lager stapelten – haben in 2012 die Umsätze mit der Backlist die Einnahmen der Neuheiten sogar überschritten, was für einen Verlag sehr gesund ist. Neuheiten stellen darüber hinaus ja auch die Backlist von morgen dar. Das starke umfangreiche Backlistprogramm ist somit inzwischen das Rückgrat des Verlages. Auch in vergleichbaren Verlagen dauert es mitunter zwei bis drei Jahre bis ein Titel nach seiner Veröffentlichung seinen Weg in den Markt gefunden hat, dann aber plötzlich hohe Auflagen erreichen kann. Jeder unabhängige kleine Verlag – der nicht auf Bestseller aufgestellt ist – arbeitet ganz bewusst mit der Backlist und setzt so auf dauerhafte Qualität. In den letzten Jahren behauptete sich der Worms Verlag sehr deutlich gegen den allgemeinen rückläufigen Trend der Umsatz- und Absatzentwicklung des Buchhandels. Entgegen den Rückgängen innerhalb der Branche nehmen die Umsätze Jahr für Jahr stetig zu. Das macht deutlich, dass das Potential noch nicht ausgeschöpft ist und die Werbe- und Vertriebsmaßnahmen erfolgreich verlaufen.

Der Worms-Verlag hat sich in seinem zehnjährigen Jubiläum von einem Kleinverlag zu einem mittleren Verlag entwickelt. Der Verlag ist zu einer Institution geworden, die innerhalb der Ämter und Verwaltungen der Stadt Worms nicht mehr wegzudenken ist. Es kam zu immer mehr Kooperationen bei Titelproduktionen. Beispielsweise veröffentlicht inzwischen das Stadtarchiv viele seiner Bücher nicht mehr in Eigenproduktion, sondern nutzt den Worms-Verlag als Vertrieb, auch mit der Stadtentwicklung oder den Hafenbetrieben wurde in solcher Form kooperiert. Für die Kooperationspartner ist ein verlässlicher Vertrieb gewährleistet. Gleiches gilt für Autoren, die zwar auf eigene Kosten produzieren, aber das Vertriebssystem selber nicht bewältigen könnten.

Als Nibelungenbuch-Verlag ist der Verlag überregional inzwischen „der“ anerkannte Fachverlag. Das Logo und der Verlagsname machen dabei zudem eine nicht zu vergessende Werbung für die Stadt Worms.

Seit Herbst 2010 erscheint halbjährlich ein kleines Verlagsverzeichnis. Verlagsvorschauen wie bei anderen Verlagen können aber nicht erstellt werden. Titel im Worms Verlag erscheinen mitunter ohne eingeplant gewesen zu sein sehr kurzfristig oder verzögern sich.
Der Verlag präsentiert sich auf kleineren regionalen Buchmessen genauso wie auf der Frankfurter Buchmesse. Im Internet ist er unter http://www.worms-verlag.de vertreten sowie im Web 2.0 auf den Social Media Seiten (Facebook, Twitter und Blogg).

Lieferbar sind derzeit 82 Titel, nur einige wenige wurden nach Abverkauf bislang nicht wieder nachgedruckt.

Bücherliste Avantgarde – Underground – Trash Nr. 4

April 10, 2013

Die vorhergehenden Listen können noch allesamt im Archiv unter wormsverlag.wordpress.com abgerufen werden.

Cord Riechelmann: Krähen. Ein Portrait
155 S., Matthes & Seitz 2013 18,00 EUR
Die Familie der Krähen, wissenschaftlich Corvidae, ist eine in der Entwicklungsgeschichte der Singvögel relativ junge Familie. Sie umfasst 123 Arten, zu denen auch Elstern und Häher zählen; ihre engsten Verwandten sind die Paradiesvögel. Anders als diese kommen die meist schwarz gefärbten Krähen beinahe überall auf der Erde vor. Die Mythen, die sie von jeher begleiten, sind ebenso dunkel wie sie und handeln fast immer von Übel und Tod. Selbst die zunehmende Erforschung ihrer herausragenden Intelligenz konnte sie nicht von ihrem schlechten Ruf befreien. Im Gegenteil: Dass Krähen über ein Gedächtnisvermögen verfügen, das sogar jede menschliche Kapazität übersteigt, scheint nur ein weiterer Ausweis ihrer Unheimlichkeit zu sein. Cord Riechelmann, »der einzige wirkliche Tierjournalist, den wir haben« (Jakob Augstein), erzählt die erstaunliche Natur- und Kulturgeschichte dieser klugen Vögel und stellt zwanzig Krähenarten vor, die er selbst auf fünf Kontinenten beobachten konnte. Sein Tierportrait vermittelt nichts weniger als den unvoreingenommenen Blick auf das scheinbar Vertraute. Cord Riechelmann, geboren 1960 in Celle, studierte Biologie und Philosophie an der Freien Universität Berlin. Er war Lehrbeauftragter für das Sozialverhalten von Primaten und für die ›Geschichte biologischer Forschung‹. Außerdem arbeitete er als Kolumnist und Stadtnaturreporter für die ›Berliner Seiten‹ der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Sein Hauptinteresse gilt den Lebens bedingungen von Natur in der Kultur städtischer Lebensräume. Er lebt als Publizist und Autor in Berlin.

Simone Stölzel: Nachtmeerfahrten: Die dunkle Seite der Romantik
350 S. , geb. Die Andere Bibliothek 2013 36,00 EUR
Limitierte Ausgabe; zweifarbig gedruckt auf geglättetem, holzfreiem Designpapier; farbiges Vor- und Nachsatzpapier; gebunden in rotes Comtesse-Leinen mit einer Linienprägung; geprägtes Etikett, Fadenheftung und Lesebändchen. Eine literarische Reise durch die dunkle Seele der Romantik – Von Lüsten, Wahn und anderen Zwängen*Die Visionen der Romantik haben die europäische Kultur der vermeintlich aufgeklärten Moderne geprägt – so viel epochaler Anfang war nie. Ob in der Philosophie, der Literatur oder der Kunst, die Romantik war eine wunderbare Neuaneignung unseres Welt- und Selbstverständnisses.*Zu ihrer Konsequenz geführt aber wird die romantische Idee erst in der Schwarzen Romantik – erst diese leuchtet die Abgründe der Seele, das uns Fremde, die andere Seite der Vernunft aus und lässt die Utopie vom besseren Menschen brüchig aussehen.*Die Kulturwissenschaftlerin Simone Stölzel unternimmt essayistische »Nachtmeerfahrten«, literarisch-anthologische Erkundungen der schillernden schwarzromantischen Bilder- und Symbolsprache. *Nachtmeerfahrten beleuchtet die dunklen, die anderen Seiten berühmter Autoren – die wir neu entdecken, neu lesen lernen: Tieck, Heine oder Hoffmann und Hauff, Gautier, Byron, Shelley und Stoker, Maupassant, Stevenson, Poe und Meyrink, Huysmans oder Kubin – die Liste ist lang und Nachtmeerfahrten geleiten uns in eine Welt der Geister und Schatten, die gerahmt und illustriert wird von Werken der bildenden Kunst. Die Autorin Simone Stölzel, geboren 1965, lebt als promovierte Kulturwissenschaftlerin und Publizistin in Berlin. Sie veröffentlichte u.a. zu Valenciennes, Cioran und Maugham, aus dessen Werken sie auch übersetzt hat. Zuletzt erschien mit Thomas Stölzel W. Somerset Maugham, Leben und Werk (2010); 2012 erscheint Unendliche Weiten,Lösungsorientiert denken mit Captain Kirk, Mr. Spock und Dr. McCoy.

Das neue Gänsehaut-Lesebuch
240 S., dtv 2013 8,90 EUR
Diese schaurig-schöne Anthologie lädt ein, wieder der Grusellust zu frönen. Das neue Gänsehaut-Lesebuch versammelt die schrecklichsten Geschichten berühmter Schriftsteller aus aller Welt: Sie erzählen von geisterhaften Kindermädchen, gepfählten Schiffskapitänen und verzweifelt umherirrenden Seelen. Mitreißend und psychologisch feinsinnig geschrieben entführen ›Sleepy Hollow‹ & Co in die düsterromantische Welt des Schauers.
Mit Erzählungen von Edith Wharton, Wilhelm Hauff, Washington Irving, Nathaniel Hawthorne, Edgar Allan Poe, Iwan S. Turgenjew, Heinrich Seidel, Guy de Maupassant, H.P. Lovecraft, Mr. R. Jame und F. Scott Fitzgerald.

Evert Konrmayer: Das kulinarische Necronomicon
Die etwas andere Rezeptsammlung

590 S., Gebrüder Kornmayer 24,95 EUR
Am Anfang steht die Warnung: „Dieses Buch ist ethisch nicht korrekt“. Frittierte Hühnerköpfe, Pinguin-Jakobsmuschel-Ragout. Ein schaurig-schönes Gruselkabinett der Kochkunst, in Samt gebunden und mit alten Zeichnungen illustriert.

Georg Seeßlen: Träumen Androiden von elektronischen Orgasmen?
Sex-Fantasien in der Hightech-Welt 1

156 S., Bertz und Fischer 2011 9,90 EUR

Georg Seeßlen: Der virtuelle Garten der Lüste
Sex-Fantasien in der Hightech-Welt II

212 S., Bertz und Fischer 2011 9,90 EUR

Die nach-humane Zukunft hat schon begonnen: Menschen werden immer weiter umgebaut, verbessert, verschönert (mehr oder weniger), sie werden maschinell, pharmakologisch und chirurgisch in den Postmenschen verwandelt, sie sollen immer länger gesünder, jünger und attraktiver erscheinen, und was mit Anti-Aging-Cremes beginnt, soll mit dem perfekten Menschendouble enden. Maschinenwesen, denkende Roboter, lebende Computerprogramme, Klone, Androiden, gentechnisch veränderte, alters- und leidenslose, transhumane Lebewesen, wie immer sie auch ausschauen, eher Monster oder eher Supermensch, irgend etwas und irgend jemand kommt da in der Zukunft, was mehr als Mensch ist. Und man weiß nicht so recht, ob diese Wesen asexuell, hypersexuell oder metasexuell sein werden. Von dem Tag an, da Frankensteins Braut sich in ihren Schöpfer verliebte, entwickelte sich eine lange Reihe der grotesken, gefährlichen und hier und da poetischen Liebesgeschichten zwischen Menschen und Postmenschen, zwischen Körper und Maschine, zwischen Wirklichkeit und Simulation. Zweifellos verschwinden die sexuellen Impulse nicht, wenn der Mensch nicht mehr vom Weibe, sondern in den Labors geboren wird. Nur: Wohin damit? Das Bildnis des sexuellen Postmenschen wird aus Begehren und Angst zusammengesetzt. Langweilig ist das nicht. Die populäre Kultur hat also schon lange damit begonnen, sich Bilder zu machen vom Post-Menschen mit seinen Konflikten zwischen dem Maschinellen und dem Sexuellen. Wird sich der neue Mensch noch verlieben können? Wird es Mischehen zwischen Menschen und sexy Robots geben? Können Postmenschen, deren Gehirne durch interne Festplatten erweitert sind, sich sexuelle Identitäten programmieren lassen? Kippt die gute alte Sexualität bei der einen oder anderen „Spezies“ in bloße Fress- und Zerstörungslust? Und wie erotisch ist eigentlich dieses Menschenbasteln, von dem die Wissenschaftler in der Fiktion wie in der Wirklichkeit besessen scheinen? Sind romantische Vampire die besseren Liebhaber? Hat Lara Croft Stalker? Kann man noch Sex haben, wenn keine Kamera eingeschaltet ist? Was ist noch „echt“ an Deutschlands neuestem Supermodel. Ein Streifzug durch die populäre Mythologie, von der Science-Fiction zum Porno, vom Videogame zum Trash-Fernsehen, von der sexuellen Prothese zur Fickmaschine, von der Wissenschaft zum Märchen (und zurück).

Georg Seeßlen: Das zweite Leben des „Dritten Reichs“
(Post)nazismus und populäre Kultur. Teil 1

232 S. , Bertz und Fischer 2013 9,90 EUR
(Post)nazismus und populäre Kultur. Teil 2
180 S., Bertz und Fischer 2013 9,90 EUR
Der Nazismus ist nicht Geschichte. Seine ideologischen Elemente leben fort in alltäglichen Mythen und in der populären Kultur, und sie überstehen auf bizarre Weise die Attacken der Aufklärung. Die faschistische Bildermaschine ist nicht im Museum eingeschlossen, sie taucht in immer neuen Variationen auf, nicht nur an den rechten Rändern, sondern auch im Zentrum der Gesellschaft. Georg Seeßlen analysiert in drei Bänden die Schnittstellen von historischem Faschismus und Gegenwartskultur: den Kult um Leni Riefenstahl und die Ufa-Nostalgie, die Renaissance von Nazi-Kunst und -Kitsch, die Revision der Geschichte durch die unentwegte Produktion von Faschismus-Bildern in Film und Fernsehen, in Comics, Regenbogenpresse, Heftromanen und populärer Musik. Georg Seeßlen, geboren 1948, zählt zu den angesehensten und bekanntesten (Film-)Publizisten. Texte über Film, Kultur und Politik für „Die Zeit“, „Der Spiegel“, „taz“, „konkret“, „Jungle World“, „epd Film“ u.v.a. Zahlreiche Bücher zum Film und zur populären Kultur, u.a.: „Martin Scorsese“; „Quentin Tarantino gegen die Nazis. Alles über INGLOURIOUS BASTERDS“; „Blödmaschinen. Die Fabrikation der Stupidität“ (zusammen mit Markus Metz); „Tintin, und wie er die Welt sah. Fast alles über Tim, Struppi, Mühlenhof & den Rest des Universums“; „Sex-Fantasien in der Hightech-Welt“ (3 Bände).

Christian Y. Schmidt: Wir sind die Wahnsinnigen
Joschka Fischer und seine Frankfurter Gang

400 S., Verbrecher Verlag 2013 18,00 EUR
Er war Straßenkämpfer, Oppositionsführer, Außenminister und Vizekanzler. Er war lange Zeit der beliebteste Politiker Deutschlands. Doch der Aufstieg des Joschka Fischer hat sich anders vollzogen, als dieser es darstellt. Wie wurde der Linksradikale zum Staatsdenker und schließlich zum Unternehmer in eigener Sache? Christian Y. Schmidt zeigt, wie Fischer und seine Gang es geschafft haben, aus der Sponti-Szene heraus wichtige Posten in Frankfurt am Main und Hessen zu erobern – und wie sie dabei ihre früheren Ideen und Ideale verleugneten. Auch 15 Jahre nach ihrem ersten Erscheinen ist diese biografische Studie noch immer aktuell – und liegt endlich wieder in erweiterter Neuausgabe vor. Christian Y. Schmidt, 1956 geboren, war bis 1996 Redakteur des Satiremagazins Titanic. Seitdem arbeitet er als freier Autor und ist Senior Consultant der Zentralen Intelligenz Agentur sowie Rotationskommunist. 2008 erschien das Reisebuch »Allein unter 1,3 Milliarden«, 2009 der China-Crashkurs »Bliefe von dlüben« und 2010 die autobiografische Skizze »Zum ersten Mal tot«. 2011 erschien im Verbrecher Verlag »Im Jahr des Tigerochsen«, 2013 folgte »Im Jahr des Hasendrachen«.

Das Ende der Enthaltsamkeit
Über Bars, Cocktails, Selbstermächtigung und die Schönheit des Niedergangs

192 S., geb. , Edition Nautilus 2013 19,90 EUR
In sieben mysteriösen Zirkeln und unter prophetischer Mitgift von 21 trinkfesten Autorinnen und Autoren fächert die Cocktailbar »Golem« am Hamburger Fischmarkt die Welt der Spirituosen mit Humor, kritischer Distanz, historischem Bewusstsein und heiterm Wahnsinn auf: Roger Behrens schreibt Anmerkungen zum Alkohol (Rausch versus Genuss), Thomas Ebermann fragt sich, was Herbert Marcuse über Hedonisten dächte, gäbe es sie im Golem, Tino Hanekamp berichtet vom Saufen mit Don Quixote, Heinz Strunk stellt Trinker gegen Abstinenzler (also Gut gegen Böse), Georg Seeßlen begeistert mit dem Titel »Zwei Bier – Einakter«, Fahim Amir wagt sich in das bisher noch recht unerforschte spannungsreiche Themenfeld Tiere-Alkohol-Psychoanalyse und so manches mehr, unter anderem von Kerstin Stakemeier, Hermann L. Gremliza, Armin Chodzinski, Nis-Momme Stockmann, Dirk von Lowtzow. Neben Praktischem – wie 16 Rezepten für exquisite Cocktails, der Anleitung für die perfekte Hausbar und illustrierten Beispielen für die Eleganz der Dekadenz – geben die Herausgeber einen Einblick in die Geheimnisse der Selbstermächtigung (oder das, was sie dafür halten). Alvaro Rodrigo Piña Otey, geboren 1980 in Chile. Mit den Eltern Flucht nach Deutschland, Kindheit und Jugend in Hamburg-Wandsbek. Beginn und Abbruch diverser Ausbildungen und Studien – Tätowierer, Pyrotechniker, Wirtschaft, Geschichte & Literatur –, Arbeit als Tourmanager, Clubbetreiber und Veranstalter, heute Betreiber des Golem. Anselm Lenz, geboren 1980 in Hamburg, Dramaturg an diversen Staatstheatern und Festivals, u. a. am Schauspielhaus Hamburg, wo er die Szene- und Stadtkulturreihe »Explosion« betreute. Eigene Film-, Theater- und Textarbeiten, seit 2012 Mitgründer und Hausdichter des Golem.

Colin MacInnes: Absolute Beginners
320 S., geb., Metrolit 2013 19,99 EUR
In diesem bereits 1959 erschienen Buch wird die Urszene der britischen Jugendbewegung beschrieben: den Split in Teddy Boys und Mods. Der Erzähler, ein literarischer James Dean, rebelliert gegen alles, was ihm gegen den Strich geht. Seine Freunde sind die Transen und Dealer, sein Zuhause die verrauchten Jazz Clubs und die Straßen, auf denen es bald zu Gewaltausbrüchen kommt – den berüchtigten Notting Hill Riots. „A book of inspiration“ – Paul Weller

Alen Mescovic: Ukulele Jam
352 S., geb., Metrolit 2013 21,99 EUR
Hier setzt ein junger Bosnier seinen Erlebnissen im jugoslawischen Bruderkrieg die Unbeschwertheit und den Willen zur unversehrten Jugend entgegen: Mit viel Witz und unaufdringlicher Klugheit – und dem Sound der 90er. Alen Meškovic ist der Salinger der Vertriebenen. »Lustig wie Nick Hornby und zugleich von einer Ernsthaftigkeit, die man nicht missverstehen kann.« – Ekstra Bladet. Und das Büchermagazin endet seinen langen Beitrag zum Buch mit: „Das Flüchtlingslager, in dem sowohl Bosnier als auch Serben und Kroaten leben, ist ein verkleinertes Abbild Ex-Jugoslawiens. Der Krieg geht hier weiter, von Balkon zu Balkon. Während die Davongekommenen einander Schläge androhen, versucht Mikis Kumpel Igor, ein zwanzigjähriger Berufssoldat, in wenigen Tagen Urlaub so viel Leben abzubekommen, wie er kann. Und so oft er sich den Eintritt leisten kann, geht Miki ins Ukelele, eine Underground-Disco, in der Megadeath, Iron Maiden und Nirvana gespielt werden. Ungefähr sechzig Song- und Albumtitel werden im Buch erwähnt. Diese Soundtitel bilden den Soundtack dieser verrückten Zeit, als der Nationalismus jeden Aspekt des Lebens vergiftete. Musik wurde zum Mittel der Propaganda. Mescovic: „Für uns Jugendliche waren Heavy Metal, Punk, Grunge etc. eine Möglichkeit, uns diesem maskulinistischen, militärischen, fremdenfeindlichen Wertesystem zu entziehen. Während die Balkanländer nach dem Zerfall von Titos Jugoslawien ihre nationalen Identitäten fanden, schufen auch wir unsere Identitäten – genau wie alle anderen Teenager der Welt“.

Daniel Ryser: Slime
Deutschland muss sterben

288 S., geb., Heyne 2013 19,99 EUR
»Sich fügen heißt lügen.« Über 30 Jahre Punkrock und Revolte: Die legendäre Hamburger Band Slime erzählt ihre Geschichte, ungeschönt und aus erster Hand. Wegbegleiter und Bewunderer wie Campino, Jan Delay und Rocko Schamoni kommen mit persönlichen Anekdoten zu Wort. Ergänzt um bislang unveröffentlichtes Archivmaterial, entsteht das Porträt einer außergewöhnlichen Band und ihrer Zeit. Sie waren und sie sind Deutschlands radikalste Punkband. 1979 in Hamburg gegründet, richteten sich Slime mit Texten wie »Deutschland muss sterben« und »Wir wollen keine Bullenschweine« gegen den Staat, die Polizei, Faschismus und Kleinbürgerlichkeit und lieferten die Parolen für eine wachsende autonome Szene. Straßenschlachten mit Neonazis und Polizisten und die Beschlagnahmung des Albums Slime 1 förderten ihren Nimbus als Kämpfer gegen das System. Gleichzeitig wurde ihnen der kommerzielle Erfolg von Teilen der Punkszene zum Vorwurf gemacht. Dennoch stehen Slime bis heute sinnbildlich für den musikalischen Widerstand. Dieses Buch erzählt erstmals die ganze bewegte Geschichte der umstrittenen Band und ihres Umfelds: von Bandproben im Luftschutzbunker, von Hausbesetzungen in der Hamburger Hafenstraße, vom Aufstieg des FC St. Pauli vom Stadtteilklub zum gefeierten Kultverein, vom Ärger mit der Zensur und mit den Hells Angels. Daniel Ryser, geboren 1979, lernte das journalistische Handwerk beim St. Galler Tagblatt und arbeitete ab 2005 für fünf Jahre als Reporter für die Wochenzeitung WOZ. 2008 wurde er für ein Interview mit dem serbischen Fußballspieler Ivan Ergi? mit dem Zürcher Journalistenpreis ausgezeichnet. Im Echtzeit Verlag erschienen von ihm Feld-Wald-Wiese. Hooligans in Zürich und Yello – Dieter Meier und Boris Blank. Er lebt in Zürich und arbeitet als Reporter für Das Magazin.

Aleister Crowley: Tagebuch eines Narren
448 S., geb., Scipio 29,90 EUR
‚Jeder Mann und jede Frau sind ein Stern.‘ AC Der vorliegende Roman, geschrieben vom „wickedest man in the world“ (verderbtesten Mann der Welt), wie die britische Presse Aleister Crowley titulierte, erschien unter dem Titel „Diaries of a Drug Fiend“ erstmals 1922. Aleister Crowley verarbeitet darin mehrere Jahre seines Lebens bis hin zu den Erfahrungen in der von ihm gegründeten Abtei Thelema auf Sizilien. ‚Tu was du willst, soll sein das ganze Gesetz.‘ AC Die Neugestaltung einer Gesellschaft, die den individuellen Willen als höchste ethische Instanz ansieht, war für Crowley spätestens seit der Niederschrift des „Liber L. vel Legis“ (Das Buch des Gesetzes, ca. 1904) höchstes Lebensziel. ‚Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen.‘ AC Crowley war zunächst Mitglied des Golden Dawn, maßgeblichen Einfluß übte er später auf den O.T.O. aus. 1925 wurde er auf dem als Weida-Konferenz bekanntgewordenen Treffen europäischer Okkultisten gar als „Lehrer der Welt“ ausgerufen.
‚Es gibt kein Gesetz jenseits von: Tu was Du willst.‘ AC Bis an sein Lebensende vertrat Crowley vehement die „Thelema-Gesetze“. Edward Alexander „Aleister“ Crowley (1875-1947) war ein bekannter Bergsteiger, Okkultist, Lebemann, Drogenkonsument, Sexualmagier und Literat. Heute wird er von vielen als Ahnvater der New-Age-Bewegung angesehen, von anderen als Begründer des Satanismus diffamiert. Auszug: „Als Ehemann war es meine Pflicht, so viele Juwelen für Lou zu kaufen wie ich mir leisten konnte. Andererseits mußte man vorsichtig sein. Ich kaufte die erwähnten Stücke, bezahlte sie und widerstand der Versuchung, eine grüne Krawattennadel mit einer Perle für mich zu kaufen, obwohl ich sie gern gehabt hätte, da sie mich jedes Mal, wenn ich sie angesteckt hätte, an Lous Augen erinnert hätte. Aber sie war wirklich ziemlich teuer, und Mr. Wolfe hatte mich ernstlich davor gewarnt, mich zu verschulden. Also bezahlte ich den Rest von dem Zeug und wir verschwanden. Wir überlegten uns, zum Essen in das Bois zu fahren; im Taxi nahmen wir noch etwas Schnee, und Lou fing an zu weinen, weil ich mir nichts gekauft hatte. Also nahmen wir noch etwas mehr Schnee. Wir hatten reichlich Zeit, denn niemand ißt vor zwei Uhr. Wir kehrten zum Juwelier zurück und kauften die grüne Perle, und das erregte Lou derartig, daß das Taxi zum Flugzeug wurde…“

Tarek Ehlail: Piercing is not a crime
33 bestechende Anekdoten aus dem Leben eines Bodypiercers

288 S., Pb. , Schwarzkopf & Schwarzkopf 2013 9,95 EUR
Piercing is not a crime lautet das Motto des Piercingstudios, in dem sich Schulabbrecher Tarek seine Brötchen verdient. Schnell wird ihm klar: Kaum ein Ort eignet sich besser für ausgiebige Sozialstudien – denn hier geben sich Menschen aller Altersklassen, sozialer Schichten und Nationalitäten die Klinke in die Hand und konfrontieren den jungen Piercer mit immer neuen, teilweise zweifelhaften Ansinnen. Aber auch die diversen Außeneinsätze haben es in sich: So wird Tarek zum Beispiel auf eine Piercingparty in einen Swingerclub gerufen, unternimmt eine Nadelstichexpedition ins Getto von Kairo und verhilft einem skurrilen SM-Pärchen im örtlichen Puff durch das Stechen eines Hodenrings zu einem ganz besonderen Start in die Ehe. Angesichts nekrotischer Brustwarzen, spritzender Eiterbrünnchen und versilberter Genitalien bewegen sich die 33 Geschichten für den Leser oft am Rande der Schmerzgrenze. Doch Tarek Ehlail führt ihn mit einer gesunden Portion Sarkasmus und erfrischender Ehrlichkeit durch jede noch so heikle Situation. Denn ein Piercer verliert auch bei den abenteuerlichsten Kundenwünschen nicht die Nerven – so ist der Job. TAREK EHLAIL, 31, lebt an der A7 zwischen Hamburg und der Saarprovinz. Seine Karriere verlief ungewöhnlich: Vom Schulabbrecher wurde er zum Piercer, vom Piercer zum Filmregisseur (Chaostage; Gegengerade). Der Autodidakt und Hansdampf in allen Gassen hegt den simplen Wunsch, schon mit 35 in Rente zu gehen und dann nur noch seinen Hund Gassi zu führen. Piercing is not a crime ist sein erstes Buch.

Frank Spilker: Es interessiert mich nicht, aber das kann ich nicht beweisen
160 S., geb., Hoffmann & Campe 2013 19,99 EUR
Alles geht den Bach runter. Die Freundin ist weg, sein Graphikbüro in Hamburg pleite – Thomas Troppelmann wächst alles über den Kopf. Er setzt sich in den Zug, lässt sich durch Deutschland und durch seine Erinnerungen treiben, bis er sich in einem Kurort wiederfindet, in dem er schon als Kind nicht sein wollte … Frank Spilker, Kopf der legendären Hamburger Band „Die Sterne“, erzählt eine Geschichte vom Niedergang, und das so lässig und lakonisch, dass man seinem Helden liebend gern folgt. Beängstigende Anwandlungen plagen Thomas Troppelmann. Unvermittelt schlägt er sich durchs Walddickicht, während er eigentlich im Büro in Hamburg-St. Pauli sitzt. Seit ihn seine Freundin verlassen hat, läuft sein Leben aus dem Ruder. Die Aufträge zum Artwork von Plattencovern sind dramatisch geschwunden. Und jetzt wird er mit seinem Graphikbüro „Tropical Design“ auch noch aus den Räumen geworfen, weil er es versäumt hat, den Mietvertrag zu verlängern. Da bleibt nur eins: rein in den Zug und raus aus Hamburg. Doch je länger die Fahrt dauert, desto unübersehbarer die Anzeichen, dass etwas Gespenstisches im Gange ist, dessen Ausmaße Thomas noch nicht einmal ahnt. Frank Spilker wurde 1966 in Herford geboren und lebt heute in Hamburg. 1987 gründete er die Band »Die Sterne«, die seit Anfang der 1990er mit Liedern wie »Was hat dich bloß so ruiniert« oder »Fickt das System« zu den einflussreichsten musikalischen Formationen in Deutschland zählt. Neben den »Sternen« betrieb Spilker auch Soloprojekte wie die »Frank Spilker Gruppe« und schrieb Filmmusik.

Heinz Strunk: Junge rettet Freund aus Teich
288 S., geb., Rowohlt 2013 19,95 EUR
Der Held dieses Romans heißt Mathias Halfpape, so wie Heinz Strunk auch, bevor er sich Heinz Strunk nannte. Erzählt wird eine Kindheit und frühe Jugend in Harburg und Umgebung; es ist ein wunderbarer, von Melancholie, Schmerz und Liebe erfüllter Rückblick, ein Buch, mit dem Heinz Strunk einen neuen Ton findet und sich ganz und gar treu bleibt.

Elisabeth Rank: Bist du noch wach?
256 S., geb., Bloomsbury 2013 17,99 EUR
Mit wem soll man darüber reden, dass es niemanden mehr gibt, mit dem man über alles reden kann? Rea und Konrad sind Mitbewohner – und die allerbesten Freunde. Doch je näher Reas 30. Geburtstag rückt, desto deutlicher spürt sie ihre Unzufriedenheit: Sie hat das Gefühl, alle Clubs gesehen, alle Erfahrungen gemacht und alle wilden, schönen Sonnenuntergänge erlebt zu haben. Permanent muss sie sich hinterfragen: Kommt jetzt der nächste Schritt? Was hat ihr die Stadt noch zu bieten? Konrad scheint seinen Weg bereits geplant zu haben: ohne Rea. Und er hat plötzlich eine Freundin; die erste in all den Jahren. Rea erträgt die neuen Schritte in der Wohnung nicht, die neuen Geräusche. Also flüchtet sie in die Sorglosigkeit eines Urlaubs – nur, um dort die Verfahrenheit ihrer Lage noch deutlicher zu spüren. Freunde: sie sind die Familie, die wir uns selbst aussuchen. Ihnen vertrauen wir oft mehr an als jedem anderen. Aber wie stabil sind unsere Wahlverwandtschaften? Elisabeth Rank schreibt nicht über den großen Streit, sondern über eine langsame Entwöhnung, ein Sich-Auseinanderleben mit dem eigenen Lebensplan. Elisabeth Rank wurde 1984 in Berlin geboren. Hier hat sie auch Publizistik, Kommunikationswissenschaften und Europäische Ethnologie studiert. Seit zehn Jahren schreibt sie als freie Autorin für verschiedene Magazine und Publikationen. Tagsüber ist sie außerdem als Kreative in Sachen Digitale Markenführung beschäftigt. Ihr erster Roman „Und im Zweifel für dich selbst“ erschien 2010.

Andy Stanton: Mr. Gum und der sprechende Kirchturm
CD, Sauerländer Hörbuch 2013 12,95 EUR
Das neueste Hörbuch aus der Reihe um Mr. Gum. Zwar eigentlich für Kinder, aber gesprochen von Harry Rowohlt macht das auch Erwachsenen Spaß. Diese Reihe ist Kult! Der Geist des sagenumwobenen Mächtigen Fieslings ist nach Bad Lamonisch zurückgekehrt. Zumindest behauptet Uromimi, dass dieser ihr in einem Kirschbaum erschienen ist. Die gesamte Dorfbevölkerung folgt ihr in den Wald, um sich davon zu überzeugen. Und tatsächlich – der Kirschbaum redet. Alle sind sofort vom sprechenden Gehölz in den Bann gezogen. Nur Polly und Björn Schneyder zweifeln, denn der angebliche Fiesling klingt verdächtig nach Mr Gum …

Jeff Lindsay: Dexter
772 Minuten ungekürzte Lesung auf 1 MP3-CD, Radioropa 19,95 EUR
Ein Forensiker, der in seiner Freizeit blutige Selbstjustiz übt. Der bereits fünfte Teil der Romanreihe handelt von entführten Mädchen und Kannibalismus. Geschrieben sind diese Romane sehr schwarzhumorig und hatten auch TV-Serie großen Erfolg. Leider wurde die 5.Staffel als sie im letzten Jahr auf DVD erschien nirgendwo mehr groß beworben, was leider den Eindruck erweckte, dass das Interesse an „Dexter“ langsam sich bereits dem Ende neigt. Das ist aber schade, denn dieser Serienkiller ist uneingeschränkt zu empfehlen. Wenn man Dexter noch nicht kennt, sollte man mal zum Hörbuch greifen – aber wenn man ihn kennt ebenso.

Robert Pobi: Bloodman
5 CDs, Hörbuch Hamburg 2012 14,99 EUR
Niemand würde Jake Cole trauen. Das Leben auf der Straße hat ihn hart gemacht. Trotzdem ist er einer der besten Sonderermittler des FBI. Keiner versteht Tatorte so gut wie der Mann mit den vielen Tattoos. Doch dann tauchen die brutal zugerichteten Leichen einer jungen Frau und ihres Sohnes auf. Für Jake gibt es keinen Zweifel: Der Mörder seiner Mutter ist zurück. Die Jagd nach ihm treibt Jake an den Rand des Wahnsinns, denn der Bloodman kennt ihn gut. Besser als Jake sich selbst.

Max Landorff: Die Stunde des Reglers
CD, Argon 2012 19,95 EUR
Fass die Vergangenheit nicht an – du wirst es nicht überleben. Gabriel Tretjak hat sich in die Berge über dem Lago Maggiore zurückgezogen. Hier findet er die Ruhe, die er jetzt braucht – nachdem sein altes Leben in die Luft gesprengt worden ist. Doch dann taucht die Quantenphysikerin Sophia Welterlin auf und bittet ihn, den Regler, um Hilfe: Sie wird bedroht. Jemandem missfällt ihre Forschungsarbeit am Europäischen Kernforschungszentrum CERN. Tretjak ist bereit, in ihre Wirklichkeit einzudringen, solange ihn das von seiner eigenen ablenkt. Als er aber von den Toten erfährt, die ebenfalls Gabriel Tretjak geheißen haben, wird er tiefer in seine eigene Vergangenheit gezerrt, als ihm lieb ist.
Detlef Biestedt liest Max Landorffs Thriller »präzise scharf wie ein Fleischermesser« (Alex Dengler, denglers-buchkritik.de).

Wiebke Lorenz: Alles muss versteckt sein
9 ½ Std., MP3-Audio auf CD-ROM, Radioropa 2012 19,95 EUR
ABGRÜNDIG UND SUPERSPANNEND „Ihre Gedanken sind mörderisch, ihre eigene Angst davor unaussprechlich: Nach einem Schicksalsschlag erkrankt Marie an aggressiven Zwangsgedanken, betrachtet sich als Gefahr für sich selbst und andere. Monatelang kämpft sie gegen die grausamen Mordfantasien an, die wie Kobolde durch ihren Kopf spuken, ständig verbunden mit der Panik, sie könne diese furchtbar realen Fantasien eines Tages nicht mehr kontrollieren und in die Tat umsetzen. Und dieser Tag kommt, als Marie neben ihrem toten Freund erwacht, der mit einem Messer auf grausamste Weise niedergemetzelt wurde. Am Ende eines Gerichtsprozesses wird sie aufgrund ihrer Schuldunfähigkeit zum Maßregelvollzug in der forensischen Psychiatrie verurteilt. Dort sucht Marie verzweifelt nach Erinnerungen an die Mordnacht, denn für Marie selbst sind die Geschehnisse wie ausgelöscht. Nur ihr Arzt Jan scheint sie zu verstehen und ihr helfen zu wollen. Aber schon bald wächst in Marie der Verdacht, dass in Wahrheit vielleicht nichts so gewesen ist, wie es scheint …“ Wiebke Lorenz, geboren 1972 in Düsseldorf, hat Anglistik, Germanistik und Medienkommunikation studiert und bei verschiedenen Zeitschriften, Rundfunk- und Fernsehsendern gearbeitet. Heute arbeitet sie als freie Journalistin und Autorin in Hamburg.

Hugh Howey: Silo
544 S., geb., Piper 2013 19,99 EUR
Seit Generationen leben die Menschen unter der Erde. Was aber, wenn das Leben im Silo nicht das ist, was es zu sein scheint? Was, wenn der Blick nach draußen nicht durch eine Scheibe, sondern auf einen Bildschirm fällt? – Dann wird Neugier lebensgefährlich. Selbst für Juliette Nichols, die für die Sicherheit im Silo verantwortlich ist … Drei Jahre nach dem mysteriösen Tod seiner Frau Allison setzt Sheriff Holston seiner Aufgabe ein Ende und entschließt sich, die strengste Regel zu brechen: Er will das Silo verlassen. Doch die Erdoberfläche ist hoch toxisch, ihr Betreten bedeutet den sicheren Tod. Holston nimmt das in Kauf, um endlich mit eigenen Augen zu sehen, was sich hinter der großen Luke befindet, die sie alle gefangen hält. Seine Entdeckung ist ebenso ungeheuerlich wie die Folgen, die sein Handeln nicht zuletzt für seine Nachfolgerin Juliette hat … Hugh Howeys verstörende Zukunftsvision ist rasanter Thriller und faszinierender Gesellschaftsroman in einem. »Silo« handelt von Lüge und Manipulation, Loyalität, Menschlichkeit und der großen Tragik unhinterfragter Regeln. Hugh Howey, Jahrgang 1975, verdiente sein Geld als Skipper, Bootsbauer, Dachdecker und Buchhändler, während er nebenbei seinen ersten Roman schrieb. Mit dem von ihm im ebook selbst verlegten Thriller »Silo«, der als Erzählung gedacht war und so überwältigend viele Leser fand, dass schließlich ein ganzer Roman daraus wurde, gelang ihm der internationale Durchbruch. Hugh Howey lebt mit seiner Frau in Jupiter, Florida.

Madison Smartt Bell: Die Farbe der Nacht
240 S., geb., Liebeskind 2013 18,90 EUR
»Wie mein Herz frohlockte, als die Türme einstürzten!« Tagsüber arbeitet Mae als Croupière in einem Casino in Nevada, nachts streift sie allein durch die Wüste. Als sie im Fernsehen einen Bericht über den Anschlag auf das World Trade Center sieht, werden alte Erinnerungen wach. Die Kamera fängt das Bild einer Frau ein, die verletzt auf dem Bürgersteig kniet. Blut läuft ihr aus den Mundwinkeln, wie damals, als Mae sie das letzte Mal sah, doch nicht aus denselben Gründen. Dreißig Jahre zuvor waren Mae und Laurel Teil einer Hippie-Kommune, die grausame Morde beging. Als die Kommune von der Polizei ausgehoben wird, können Mae und Laurel als Einzige fliehen. Beide gehen mit falscher Identität in den Untergrund, ihre Wege trennen sich … bis die Schatten der Vergangenheit sie einholen. Nach dem Einsturz der Zwillingstürme packt Mae ihr Gewehr und macht sich auf den Weg nach New York. Denn niemand kann seinem Schicksal entkommen. Madison Smartt Bell wurde 1957 in Nashville, Tennessee geboren. Er studierte Literaturwissenschaften in Princeton und lebte danach als freier Autor einige Jahre in London und New York. Er lehrte Kreatives Schreiben an verschiedenen amerikanischen Universitäten, u.a. am renommierten Iowa Writers‘ Workshop und der Johns Hopkins University, zurzeit ist er Professor für Englische Literatur am Goucher College in Virginia. Seit 1983 hat Madison Smartt Bell 13 Romane veröffentlicht, bekannt wurde er mit seiner monumentalen, von der Presse gefeierten Roman-Trilogie über die Haitianische Revolution. Er lebt in Baltimore.

Daniel Woodrell: Der Tod von Sweet Mister
192 S., geb., Liebeskind 2012 16,90 EUR
Ein Sommer wie ein schleichender Übergang ins Verhängnis. Der dreizehnjährige Shug Akins wächst auf dem weiten Ozark-Plateau im Süden Missouris heran, ein Außenseiter inmitten der maroden Sehnsüchte des amerikanischen Hinterlands. Seine Mutter Glenda, eine verblühende Schönheit, hängt an der Flasche, während sein Vater Red die Familie mit unberechenbarer Gewalt tyrannisiert. Als Red beginnt, Shug zu Einbrüchen anzustiften, gerät das labile Gleichgewicht ins Schwanken. Shug lernt zu stehlen, zu lügen – und aufzubegehren. Gerade da taucht Jimmy Vin Pearce auf, mit seinem grünen Ford Thunderbird und der Verheißung auf eine andere, bessere Welt. Doch als Glenda sich mit ihm einlässt, entlädt sich ein lange unterdrücktes Gemisch aus Eifersucht und Hass, und der Traum von der Lebensflucht wird zur tödlichen Falle … Mit der Unausweichlichkeit einer antiken Tragödie beschreibt Daniel Woodrell die Eskalation menschlicher Passion in urwüchsige Gewalt. Mit jeder neuen Seite verwischt er die Grenzen zwischen Notwehr und Mord, Rache und Befreiung – und führt seine Figuren an jenen unheilvollen Scheidepunkt, an dem das letzte Opfer auf dem Weg zur Erlösung die eigene Unschuld ist. Daniel Woodrell, 1953 geboren, wächst in St. Louis und Kansas City auf. Mit siebzehn verlässt er die Highschool und meldet sich bei den Marines. Nach dem College nimmt er am renommierten Iowa Writers’ Workshop teil. Sein Romandebüt »Cajun-Blues« erscheint 1986. Für den Roman »Tomato Red« erhält er 1999 den Preis des amerikanischen P.E.N., im selben Jahr verfilmt Ang Lee seinen Roman »Wer mit dem Teufel reitet«. 2010 wird die Verfilmung von »Winters Knochen« beim Sundance Film Festival als bester Film ausgezeichnet und für vier Oscars nominiert. Daniel Woodrell lebt mit seiner Frau in Missouri.

Edward Lee: Flesh Gothic
448 S., Pb., Festa 2012 13,95 EUR
Dein eigen Fleisch sei der Tempel des Bösen … Das Luxusanwesen von Reginald Hildreth in Florida war berüchtigt. Die schlimmsten Orgien sexueller Tortur sollten darin stattfinden. Und tatsächlich: Als die Beschwörung des Dämons Belarius misslingt, bleiben von den 26 Gästen nur Fleischfetzen zurück – und der Hausherr ist spurlos verschwunden. Seine Frau kann das alles nicht glauben. Deshalb heuert sie eine Gruppe übersinnlich begabter Menschen an, die die Vorfälle untersuchen sollen. Doch das finstere Labyrinth der 66 Zimmer wird von gefährlichen Kreaturen heimgesucht. Ereignete sich doch kein »magischer Unfall«, sondern hat Hildreth erreicht, was er beabsichtigte? Wurde ein Tor zur Hölle geöffnet? Schlimmer als der Marquis de Sade. Himmel, woher hat Lee solche Ideen? Der Verlag warnt ausdrücklich: Edward Lee ist der führende Autor des Extreme Horror. Seine Werke enthalten überzogene Darstellungen von sexueller Gewalt. Wer so etwas nicht mag, sollte die Finger davon lassen. Für Fans dagegen ist Edward Lee ein literarisches Genie. Er schreibt originell, verstörend und gewagt – seine Bücher sind ein echtes, aber schmutziges Erlebnis.

Edward Lee: Der Besudler auf der Schwelle
Ein pornografischer Cthulhu-Mythos Roman

352 S., geb., Festa 39,95 EUR
Leider nicht bei uns, sondern nur beim Verlag direkt zu beziehen: http://www.festa-verlag.de
Hazel Greene ist nicht nur eine Nymphomanin, sie steht zudem auf die irrsinnigsten Fetische, die man sich nur vorstellen kann. Das verkompliziert ihr Leben schon mehr als genug. Doch als sie die attraktive (und hochschwangere) Lehrerin Sonia Heald auf einem Ausflug in die einsamen Wälder New Englands begleitet, wird sie in einen Strudel aus lüsternem Wahnsinn und sexueller Abartigkeit gerissen. Warum brachte sich der Vorbesitzer der Waldhütte um? Was hat es mit den Andeutungen über den »leuchtenden Trapezoeder« auf sich? Ist para-dimensionaler Sex möglich? Hazel hat nie an Geister und Dämonen geglaubt – und schon gar nicht, dass sie es mal mit ihnen treiben wird … Hier ist sie, die genial-perverse Fortsetzung von H. P. Lovecrafts Erzählung ›The Haunter of the Dark‹, wie sie nur der obszöne Provokateur Edward Lee schreiben konnte. Zweifellos einer der versautesten Romane aller Zeiten. Horror goes Porno.
Achtung: Dieser Privatdruck hat keine ISBN. Er gelangt also nicht in den offiziellen Buchhandel. Dieses Buch gibt es nur beim Festa Verlag.

Wayne Simmoni: Zum Sterben schön (Zombie-Roman)
280 S., Voodoo Press 2012 12,95 EUR
Ein Sonntagmorgen im Frühling: Gerade will Star ihren ersten Kunden für heute tätowieren, als die Welt urplötzlich in eine üble Schieflage gerät. Belfasts verkaterte Nachteulen fallen in einen noch tieferen Schlaf als gewöhnlich, und Sekundentode verursachen ein heilloses Verkehrschaos, Brände und Flugzeugabstürze. In den Nachwehen des Chaos begibt sich eine Gruppe Überlebender auf Sinnsuche durch die postapokalyptische Stadt. Der alternde Radiomoderator Sean Magee findet sein Heil zusammen mit Jungfrauenkiller Barry Rogan in einer Hotelbar. Die ehemalige IRA-Aktivistin Mairead Burns und Soldat Roy Beggs verbünden sich zwangsläufig, um Ordnung in eine Kommune zu bringen, während andernorts ein geheimnisvoller Prediger verstörte Überlebende aus den Schatten lockt, indem er ihnen Erlösung verspricht.

Adam Nevill: Der letzte Tag
592 S. , Heyne 2013 14,99 EUR
Kyle Freeman, ein aufstrebender junger Dokumentarfilmer, erhält das beste Angebot seines Lebens: Er soll einen Beitrag über eine mysteriöse Sekte drehen, deren Mitglieder zusammen mit ihrer Anführerin Schwester Catherine ein grausames Ende fanden. Kyle und sein Kameramann Dan gehen an die Arbeit, doch bald machen seltsame Geräusche und merkwürdige Erscheinungen die Dreharbeiten zum Horrortrip. Schwester Catherine mag zwar tot sein, das hält sie aber noch lange nicht davon ab, Dan und Kyle die Hölle auf Erden zu bereiten …

Susanne Picard: Dunkelmond
496 S., Bastei Lübbe 2013 15,00 EUR
Die Elben haben die Welt mit Krieg überzogen und die Menschheit versklavt. In dieser finsteren Zeit verdingt sich die junge Sanara als Schankmädchen in einem Wirtshaus. Niemand ahnt, welche Fähigkeiten sie verbirgt: Sanara gebietet über die Magie der Seelen und sie könnte deshalb der Schlüssel zum Frieden sein. Denn einer Legende nach, kann nur eine Seelenherrin die Völker versöhnen und die Menschen aus der Sklaverei befreien. Susanne Picard ist eine der großen neuen Fantasy- und Genreautorinnen, die es lohnt zu lesen.

Grabeskalt
Klassische Horror- und Schauergeschichten.
Friedhof der Kuscheltiere – Frankenstein – Dracula

7 CDs, Der Hörverlag 2012 19,99 EUR
Was ist besser, als Horrorgeschichten zu lesen? Horrorgeschichten zu hören! Wenn das Grauen unter die Bettdecke kriecht und in der Phantasie die Figuren ein Eigenleben bekommen, wenn die Musik eine bedrohliche Atmosphäre aufbaut und das Wolfsgeheul durchs Zimmer hallt, ist an Schlafen nicht mehr zu denken. Aber wer will schon schlafen, wenn er die Nacht stattdessen bei wohliger Gänsehaut mit dem Fürst der Vampire oder Frankensteins Monster verbringen kann?

Enthält:
Stephen King, Friedhof der Kuscheltiere
Bram Stoker, Dracula
Mary Shelley, Frankenstein

Stephen King, 1947 in Portland, Maine, geboren, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Schon als Student veröffentlichte er Kurzgeschichten, sein erster Romanerfolg, „Carrie“, erlaubte ihm, sich nur noch dem Schreiben zu widmen. Seitdem hat er weltweit 400 Millionen Bücher in mehr als 40 Sprachen verkauft. Im November 2003 erhielt er den Sonderpreis der National Book Foundation für sein Lebenswerk. Mary Wollstonecraft Shelley (1797-1851) wurde im englischen Somers Town geboren. 1814 folgte sie dem Dichter Percy Bysshe Shelley auf den Kontinent und lebte dort mit ihm zusammen. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete sie ihn 1816. Gemeinsam mit Lord Byron unternahmen beide eine Schweizreise, während der der Roman «Frankenstein» entstand. Percy Shelley starb bereits 1822; daraufhin kehrte Mary Shelley nach England zurück und widmete sich ganz der Herausgabe der Werke ihres Mannes.
Abraham Stoker, geboren 1847 in Dublin, war bis zu seinem achten Lebensjahr durch eine Krankheit ans Bett gefesselt. Nach Abschluss seines Studiums begann er zunächst eine Beamtenlaufbahn, zog aber bald nach London, wo er 27 Jahre lang als Sekretär und Manager des Shakespeare-Darstellers Henry Irving tätig war. 1912 starb Stoker arm und unbekannt in London, genau zehn Jahre bevor sein Dracula durch Murnaus Film Nosferatu zum dunkelsten Held der Weltliteratur wurde. Heute kennt man Bram Stoker fast ausschließlich als den geistigen Vater von Dracula, obwohl er auch Kurzgeschichten, Theaterkritiken, Vorträge und 16 weitere Romane verfasste. Felix von Manteuffel, geboren 1945, steht seit über 30 Jahren auf den großen Bühnen. Daneben ist er regelmäßig im Fernsehen zu sehen und spielte im Kinofilm „Requiem für eine romantische Frau“. Seine markante Charakterstimme ist aus zahlreichen Hörbüchern bekannt. Konstantin Graudus absolvierte seine Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg. Seit 1989 ist der populäre Schauspieler in vielen Filmen zu sehen, u.a. in „Curiosity and the Cat“, „Sissy“ und „C’est la vie“ unter der Regie von Daniel Cohn-Bendit. Darüber hinaus spielte er in unzähligen TV-Serien wie z.B. „City Express“, „Großstadtrevier“, „Für alle Fälle Stefanie“, „Balko“, „Doppelter Einsatz“, „Non Stop Comedy“. Von 1990 bis 1993 war er u.a. unter der Regie von Ulrich Heising, Peter Löscher und Michel Bogdanov am Deutschen Schauspielhaus Hamburg tätig. Außerdem ist er ein gefragter Synchron- und Hörbuchsprecher, seine Stimme ist u.a. in den Hörspielen „Herr Lehmann“ von Sven Regener, „Der Zauberberg“ von Thomas Mann oder „Das Glasperlenspiel“ von Hermann Hesse zu hören. Andreas Fröhlich, bekannt geworden durch seine Rolle als Bob Andrews in „Die drei ???“, ist auch als Synchronsprecher (John Cusack, Edward Norton und Gollum aus „Herr der Ringe“) sehr erfolgreich. Für Random House Audio hat er u.a. Teil 1-3 der Eragon-Saga gelesen. László Kish, geboren 1957 in Basel, ist seit über 30 Jahren auf Theaterbühnen in Deutschland und der Schweiz zu sehen. Außerdem hat er in vielen Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt. Bekannt wurde Kish durch seine Rolle als Tatort-Kommissar von Burg. Jens Wawrczeck wurde 1963 in Dänemark geboren und begann bereits mit elf Jahren eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen. Beim Norddeutschen Rundfunk in Hamburg stand er u. a. für Astrid Lindgrens Die Brüder Löwenherz vor dem Mikrofon. Seit Beginn der Serie ist er die Stimme von Peter Shaw in Die drei ???. Seine schauspielerische Ausbildung erhielt Jens Wawrczeck in Hamburg, New York und Wien. Für seine Rolle als Edgar in King Lear bekam Jens Wawrczeck 1995 den Hersfeldpreis der Kritiker sowie den Publikumspreis. Zahlreiche Auszeichnungen folgten für seine Hörspielaufnahmen. Bis heute ist Jens Wawrczeck dem Medium Hörspiel treu geblieben und findet dort immer wieder Möglichkeiten, die unterschiedlichsten Charaktere zu gestalten, wie z.B. in Erebos von Ursula Poznanski sowie in Baudolino und Der Friedhof von Prag von Umberto Eco. Unter seinem Hörbuchlabel AUDOBA veröffentlicht er eigene Produktionen und ist außerdem immer wieder auf der Bühne zu sehen. Aktuelles unter http://www.jenswawrczeck.de Christian Redl, geboren 1948 in Schleswig, gehörte – nach der Schauspielausbildung in Bochum und Engagements in Wuppertal, Bremen und Frankfurt – von 1980 bis 1993 dem Ensemble des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg an, arbeitete mit Peter Zadek und Luc Bondy zusammen. Nach seiner ersten Kino-Hauptrolle in Uwe Schraders ‚Sierra Leone‘ (1987) war Christian Redl auch verstärkt in Kino und TV zu sehen, so z. B. in ‚Bunte Hunde‘ (1995). Für seine Rollen in ‚Der Hammermörder‘ (1989) und ‚Angst‘ (1994) wurde er jeweils mit dem „Adolf-Grimme-Preis“ ausgezeichnet. Seine Stimme lieh der Schauspieler dem Hörverlag bereits für Moritz Rinkes „Die Nibelungen“ und J.R.R. Tolkiens „Der Herr der Ringe“ und Leon de Winters „Malibu“. Hansa Czypionka wurde 1958 in Sandhorst bei Aurich in Nierdersachsen geboren. Er ist ein deutscher Schauspieler, der hauptsächlich in Fernsehrollen zu sehen ist. Bekannt wurde er u. a. durch seine Rolle als Privatdetektiv in Doris Dörries Happy Birthday, Türke, für die er 1992 den Bayrischen Filmpreis bekam. Czypionka spielte in dem für einen Oscar nominierten Film Jenseits der Stille und Im Winter ein Jahr von Caroline Link mit.

Dark Mysteries: Narbenherz
CD, Winterzeit 8,99 EUR
Horrorthriller Inszenierte Lesung; ERWACHSENE – ab 16 Jahren
Nach einer Idee von Patrick Savage, ca. 56 Minuten
Eine sehr gut gemachte Horror-Reihe, die man sich mal anhören könnte. „Narbenherz“ ist die fünfte Geschichte in dieser Reihe: 13. Januar 1993: Er hat mir sein Herz geschenkt – wie schon sechs vor ihm. Jetzt brauche ich nur noch drei – dann erfüllt sich mein Schicksal.

Daniel Kulle: Ed Wood – Trash und Ironie
200 S., Bertz und Fischer 2012 19,90 EUR
Edward D. Wood jr., so lautet ein populäres Urteil, ist der schlechteste Regisseur aller Zeiten. Und dieser Titel ist nicht einmal ungerechtfertigt: Seine Filme strotzen vor handwerklichen Fehlern, Patzern und logischen Umgereimtheiten. Wackelnde Pappkulissen, nuschelnde Schauspieler oder selbstgebastelte Special Effects unterscheiden sich so gründlich von der herkömmlichen Hollywoodästhetik, dass es Spaß macht, diese Filme als Trash zu genießen. Das Buch geht am Beispiel Ed Woods der Frage nach, was eine Rezeption von schlechten Filmen als Trash bedeutet: Warum sind Filme wie GLEN OR GLENDA (1953), BRIDE OF THE MONSTER (1955) oder PLAN 9 FROM OUTER SPACE (1959) nicht nur schlecht, sondern grandios schlecht? Was heißt es, einen Film als Trash ab- und ihn im selben Zug ironisch aufzuwerten? Welche ästhetischen Merkmale sind es, die eine solche Rezeption begünstigen? Ausgehend von einer kulturellen Theorie des Mülls und einer romantischen Konzeption von Ironie entwickelt der Autor eine Theorie des Trash, die sich aus einer Ästhetik des Inkonsistenten, des Billigen und Dilettantischen ergibt. Und er klärt die Frage, wie Filme so schlecht sein können, dass sie schon wieder gut sind. Daniel Kulle war wissenschaftlicher Mitarbeiter der Film- und Medienwissenschaft in Zürich und Bonn und forschte zu Trash und Exploitation, Raumtheorie, Queer Cinema und transmedialem Erzählen. Dissertation über Ed Wood und den Trash. Derzeit bereitet er in Hamburg ein Forschungsprojekt zur Kinästhetik des Actionfilms vor.

J. W. Rinzler: Star Wars
Entstehungsgeschichte, Hinter den Kulissen, Blaupause

336 S., geb., Panini 149,00 EUR
Die Star-Wars-Saga ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Phänomen in der Geschichte des SciFi-/Fantasy-Films. Ebenso phänomenal und einzigartig sind die vielen Geschichten, die sich hinter den Kulissen abspielten und von denen jede für sich zur Genese eines beispiellosen Kults beitrug. Dieser reich bebilderte großformatige Band gewährt einen ganz besonderen Einblick in das Star-Wars-Universum. Von den Anfängen Mitte der 70er-Jahre bis zum Abschluss der neuen Trilogie bietet das Star-Wars-Buch exklusive Hintergründe mit unzähligen Fotos und Anekdoten sowie jeder Menge original Blaupausen und Bauanleitungen aus einer weit, weit entfernten Galaxie. Großformat: 31,5 x 37,5 cm, über 500 Fotos und Illustrationen, über 250 Pläne, Zeichnungen und Entwürfe der Figuren, Schiffe und Sets! 10 große Faksimiles der einfallsreichsten Erfindungen der Saga, Sammlerausgabe, nummeriert und limitiert auf 1977 Exemplare!

Henning Engelke (Hrsg.): Film als Raumkunst
Historische Perspektiven und aktuelle Methoden

368 S., Schüren 2011 38,00 EUR
Die Auseinandersetzung mit filmischer Raumkonstruktion zieht sich wie ein roter Faden durch die Theoriegeschichte des Films. Bereits 1916 entwarf Hugo Münsterberg ein Modell filmischer Darstellungsformen in räumlichen Begriffen. Von den klassischen Filmtheorien Rudolf Arnheims, Béla Balázs’, André Bazins oder Siegfried Kracauers, über die semiotisch-psychoanalytische Ideologiekritik der 1970er Jahre bis hin zu phänomenologischen Ansätzen oder Gilles Deleuzes philosophischer Kinotheorie bildete der Raum einen zentralen Aspekt filmtheoretischer Diskurse. Der Band Film als Raumkunst greift die fruchtbaren Ansätze der älteren Forschungstradition wieder auf und setzt sie zugleich kritisch in Beziehung zu den neueren Richtungen. Auf dieser Grundlage eröffnen sich neue Perspektiven für eine Auseinandersetzung mit kinematographischer Räumlichkeit auch im Rahmen einer kunsthistorischen Bildwissenschaft. Neben den historischen Erscheinungsformen und theoretischen Implikationen filmischer Raumkonstruktion thematisieren die Beiträge des Bandes methodische Voraussetzungen einer kunsthistorischen Filmanalyse in der Auseinandersetzung mit den Disziplinen Film- und Medienwissenschaft, Literaturwissenschaft, Philosophie und Musikwissenschaft. Die Fallstudien und theoretischen Untersuchungen des Bandes reichen vom frühen Film bis hin zu den Ästhetiken von Videospielen und computergenerierten Bildern; die narrativen Raumkonstruktionen des Spielfilms werden ebenso berücksichtigt wie Positionen der Filmavantgarde und Videokunst.

Gunnar Landsgesell, u.a.: Real America – Neuer Realismus im US-Kino
208 S, Schüren 2012 19,90 EUR
Als vor wenigen Jahren zum ersten Mal neue US-amerikanische Independent-Filme für internationale Aufmerksamkeit sorgten, ahnte kaum jemand, dass das zeitgenössische US-Kino zu einem künstlerischen Höhenflug ansetzen würde: Ein neues, realistisches Kino, das einen unverstellten Blick auf amerikanische Lebensverhältnisse warf, brach sich Bahn. Seither tauchen, quer über die Vereinigten Staaten verstreut, Namen und Filme auf, die sich auf eindringliche und innovative Weise dem Alltag der Menschen in ihrer Heimat stellen: Debra Granik, Kelly Reichardt, Ramin Bahrani, Courtney Hunt, Matthew Porterfield und noch einige andere werfen einen neuen Blick auf die amerikanische Wirklichkeit. Real America nähert sich diesem Kino anhand thematischer und ästhetischer Kriterien: Anhand dreier ausführlicher Essays widmet sich das Buch dem produktionstechnischen Hintergrund der Filme und ihren internationalen Erfolgen, analysiert das gesellschaftspolitische Umfeld der Erzählungen und deren bis zum italienischen Neoverismo zurückreichende, realistische Tradition, und beleuchtet nicht zuletzt die für die Filme wichtigen Schauplätze, die der klassischen amerikanischen Landschaftsdarstellung eine neue Richtung geben. Real America ist die erste in Buchform erscheinende, umfassende Untersuchung des jungen amerikanischen Independentfilms und wird durch eine ausführliche Filmografie mit Einzelanalysen der wichtigsten Filme vervollständigt. Behandelte Filme (Auswahl): First, Last and Deposit (Peter Hyoguchi, 2000) | George Washington (David Gordon Green, 2000) | Mountain State (Bill Brown, 2003) | Down to the Bone (Debra Granik, 2004) | In Between Days (So Yong Kim, 2006) | Hamilton (Matthew Porterfield, 2006) | Half Nelson (Ryan Fleck, Anna Boden, 2006) | Chop Shop (Ramin Bahrani, 2007) | Shotgun Stories (Jeff Nichols, 2007) Off the Grid: Life on the Mesa (Jeremy and Randy Stulberg, 2007) | Below Sea Level (Gianfranco Rosi, 2008)| Frownland (Ronald Bronstein, 2008) | Frozen River (Courtney Hunt, 2008) | Winter’s Bone (Debra Granik)

Thorolf Lipp: Spielarten des Dokumentarischen
Einführung in Geschichte und Theorie des Nonfiktionalen Films

144 S., Buch und DVD, Schüren 2012 19,90 EUR
Der Nonfiktionale Film fasziniert durch seine enorme Bandbreite an Subgenres. Man redet unter anderem von Dokumentarfilm, Dokumentation, Langzeitbeobachtung, ethnographischem Film, Feature, Reportage, Doku, Doku-Drama, Docutainment oder Mockumentary. Aber bezeichnen diese Begriffe wirklich alle eine eigenständige dramaturgische Form? In dieser kompakten, multimedialen Einführung in Geschichte und Theorie des Nonfiktionalen Films wird die These vertreten, dass es im Grunde nur fünf Spielarten des Dokumentarischen gibt, die durch deutlich voneinander unterscheidbare narrative Strukturen gekennzeichnet sind. In der Reihenfolge ihres historischen Auftretens sind dies:

1. Plotbasierter Dokumentarfilm (um 1920)
2. Nonverbaler oder Symphonischer Dokumentarfilm (um 1925)
3. Documentary (um 1930)
4. Direct Cinema (um 1960)
5. Cinéma Vérité (um 1960)

Diese Spielarten werden anhand von fünf frühen Filmen, die zu stilbildenden Prototypen wurden, vorgestellt und analysiert: Welche Zusammenhänge gibt es zwischen den historischen Bedingungen, den jeweils verfügbaren technischen Möglichkeiten und den daraus resultierenden narrativen Strukturen? Welche Themen lassen sich mit welchen Formen besonders gut umsetzen, welche kommunikativen Ziele besonders gut erreichen? Auf der fast dreistündigen Begleit-DVD wird die These des Buches anhand einer Fülle an klassischen und zeitgenössischen Filmausschnitten vertieft und veranschaulicht. Überdies wurde zu den fünf Prototypen je ein Beispielfilm zum gleichen Thema „Tankstelle“ produziert. Einerseits wird so die Bandbreite nonfiktionaler Filmdramaturgie schematisch deutlich. Durch die thematische Übereinstimmung wiederum, werden die Stärken und Schwächen eines jeweiligen Ansatzes gut erkennbar. Als Einstiegslektüre für Studierende an Universitäten, Fach- und Filmhochschulen konzipiert, richtet sich dieses Projekt gleichwohl auch an alle Filminteressierten, die nach einer kompakten, multimedialen Einführung in Geschichte und Theorie des nonfiktionalen Films gesucht haben

COMICS

Jose-Louis Boquet , Catel Muller :
Die Frau ist frei geboren – Olympe de Gouges

480 S., geb., Splitter 2013 36,80 EUR
Von Montauban 1748 bis zum Pariser Schafott 1793: Fünfundvierzig Jahre des außergewöhnlichen Lebens einer Frau und die Erfindung einer neuen Idee in Europa: der Kampf für die Rechte der Frauen. In einer bürgerlichen Familie in der Provinz geboren, vermutlich als uneheliches Kind eines Dramatikers, hat Marie Gouze, genannt Olympe de Gouges, die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts durchquert, wie es nur wenige Frauen taten. Als Schriftstellerin und engagierte Polemikerin grenzt sie sich durch ihren unabhängigen Geist und die mitunter radikale Originalität ihrer Standpunkte ab. Sie setzt sich für die Abschaffung der Sklaverei und insbesondere für die bürgerlichen und politischen Rechte der Frauen ein. Wegen ihrer Ablehnung von Robespierre und den Verfechtern der Revolution wird sie während der Terrorherrschaft guillotiniert. Catel und Bocquet schildern in romanhafter und doch historisch präziser Weise das Leben dieser besonderen Frau, deren Ideale ihrer Zeit voraus waren und die Kernwerte unserer heutigen Gesellschaft bilden. Ein wunderbares Frauenporträt und eine leidenschaftliche Hommage an eine der wichtigsten Figuren des Feminismus.

Jeff Lemire: The Nobody
144 S., Panini 2013 19,95 EUR
In der kleinen Stadt Large Mouth ist nie viel los – bis Griffen auftaucht, ein Fremder, der von Kopf bis Fuß in Mullbinden eingewickelt ist. Getrieben von Neugier entdeckt ein einsames junges Mädchen namens Vickie die tragische Geschichte seiner Vergangenheit und des bizarren Unfalls, der ihn grausam entstellt hat. Aber verbergen die Bandagen mehr als nur Narben? Als sich eine Reihe von Verbrechen ereignet, wendet sich das ruhige Stadtvolk gegen Griffen, jagt ihn und droht, ein schockierendes Geheimnis zu enthüllen. Eine Graphic Novel in Schweiß, Weiß und Blau. THE NOBODY greift H.G. Wells’ klassische Figur aus The Insivible Man auf und versetzt sie in eine moderne Kleinstadt, um mit ihm als Chiffre Themen wie Identität, Furcht und Paranoia auszuloten und die Art, wie sie eine kleine Gemeinschaft auf sich selbst zurückwerfen und selbst die unschuldigsten Freundschaften zerstören können. Jeff Lemire ist der Schöpfer der gefeierten, für den Eisner- und einen Harvey Award nominierten Essey-County-Trilogie und von SWEET TOOTH. Jeff Lemire, geboren 1976 am Eriesee in Kanada, ging zunächst zur Filmhochschule, doch da er ein eher stiller Mensch ist, entschied er sich schließlich für die Comics. In dieser Branche ist er einer der bemerkenswertesten Newcomer der vergangenen Jahre. Bereits für seinen Erstling Lost Dogs erhielt er den Xeric Award. In den Jahren 2008 bis 2009 folgte die Trilogie Essex County für Top Shelf, die für einen Eisner und einen Harvey Award nominiert wurde und mehrere weitere Preise und Nominierungen erhielt. Die Verfilmung des ersten Teils von Essex County ist in Vorbereitung. Bei Vertigo erscheint seit 2009 seine Scifi-Reihe Sweet Tooth, und außerdem arbeitet er intensiv am Relaunch des DC-Universums mit: Animal Man, Superagent Frankenstein und Justice League Dark zahlen zu den bei Publikum und Kritik beliebtesten Serien. Bei Top Shelf ist zuletzt seine Graphic Novel Underwater Welder erschienen. Jeff Lemire lebt in Toronto/Kanada mit Frau und Sohn.

Jean Philipps / Ed Brubaker: Fatale
Bd. 1: Den Tod im Nacken

136 S., Panini 2013 16,95 EUR
Nichts, was das preisgekrönte Team von CRIMINAL und INCOGNITO bisher produziert hat, konnte Sie auf FATALE vorbereiten. Nicolas Lash stolpert über ein Geheimnis, das ihn auf einen unvorstellbar dunklen Pfad führen wird … hin zu einer verführerischen und ewig jungen Frau, die seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts auf der Flucht ist. Und im San Francisco der 1950er Jahre begegnet der Reporter Hank Raines derselben Frau und bekommt es plötzlich mit einem korrupten Cop und einem Mann zu tun, der mehr Monster als Mensch ist. Aber wer ist Josephine und was ist ihr Geheimnis? Und wie viele Männer werden für sie sterben und töten? FATALE verschmilzt Noir- und Horrorelemente zu einer fesselnden Saga, die ihresgleichen sucht. „Es dürfte schwer sein, in der Comic-Branche aktuell ein besseres Team als Brubaker und Phillips zu finden.“ – Comic Aliance „FATALE ist unheimlich, brillant und möglicherweise das Beste, was Ed Brubaker und Sean Phillips je gemacht haben. Und das will schon etwas heißen.“ – IGN „Fatale ist nicht nur eine einzigartige Variation des Genres, sondern der Beginn von etwas völlig Neuem, das die Welt noch nicht gesehen hat.“ – Broken Frontier

Jeff Lemire: Superagent Frankenstein
Bd. 1: Die Auferstehung der Toten

224 S. , Panini 2013 19,95 EUR
Die “Superhumane & absonderliche Defensiv-Exekutive” S.H.A.D.E. schützt die Welt vor Gefahren, von denen nur wenige wissen. Außerdem ist S.H.A.D.E.s bester Agent im Kampf gegen Ungeheuer und Abartigkeiten selbst ein Monster: Frankenstein! Der untote Prinz der Vergeltung ist die Geheimwaffe im Ringen mit der Finsternis. Und oft die letzte Hoffnung der Menschheit …

Robert Kirkmann: Dieb der Diebe
Bd. 1: Ich steige aus

152 S., Panini 2013 16,95 EUR
Conrad Paulson lebt ein gefährliches Doppelleben. Denn in Wahrheit ist er der legendäre Meisterdieb Redmond. Es gibt nichts, was er nicht stehlen kann. Nichts, was er nicht haben kann. Außer das private Glück, das er hinter sich zurückließ. Welcher Coup kann Redmond retten, wenn die Kluft zwischen ihm und seiner Ex-Frau immer größer wird, sein Sohn im Gefängnis landet und das FBI den brillanten Dieb ein für alle Mal dingfest machen will? Für alle Fans von CRIMINAL und Ocean’s Eleven. Dieser Band versammelt die US-Hefte 1-7 der neuen Top-Serie von Bestseller-Autor Robert Kirkman (The Walking Dead, Invincible) und Nick Spencer (Morning Glories), mit Artwork von Noir-Spezialist Shawn Martinbrough (THE LOSERS, MARVEL NOIR: LUKE CAGE). ROBERT KIRKMAN veröffentlichte ab dem Jahr 2000 erste Comics im Eigenverlag, ehe er zum US-Verlag Image wechselte. Dort erschienen seither Titel wie Tech Jacket, Invincible, The Astounding Wolf-Man, HAUNT und natürlich der Zombie-Bestseller The Walking Dead, der zuletzt erfolgreich als TV-Serie adaptiert wurde. Für Marvel arbeitet Kirkman an CAPTAIN AMERICA, Marvel Team-Up, Destroyer, Die ultimativen X-Men und Marvel Zombies. Inzwischen ist Kirkman als erstes Nichtgründungsmitglied Geschäftspartner bei Image, wo er 2010 das von ihm betreute Imprint Skybound einführte. Außerdem ist er einer der wichtigsten Befürworter des Creater-Owned-Gedankens, der besagt, dass Künstler die rechtliche und inhaltliche Kontrolle über ihre Werke behalten. NICK SPENCER gab 2009 sein Comic-Debüt. Mit Serien wie Existence 2.0, Forgetless, Shuddertown und MORNING GLORIES macht er sich rasch einen Namen als einer der vielversprechendsten neuen Autoren des Mediums. Für DC und Marvel schrieb er THUNDER Agents, Action Comics, Iron Man 2.0, Spider-Island: Cloak & Dagger, Ultimate Comics X-Men und Secret Avengers. SHAWN MARTINBROUGH ist seit den 90ern als Zeichner und Inker aktiv. Sein Portfolio umfasst u.a. Challengers of the Unknown, Action Comics, Angeltown, Bullseye: Perfect Game, The Losers, DMZ, Batman: Detective Comics, Marvel Noir: Luke Cage und Marvel Maximum 50: Punisher. 2007 veröffentlichte der Noir-Spezialist das Zeichen-Handbuch How to Draw Noir Comics: The Art and Technique of Visual Storytelling.

Arthur de Pins: Zombillennium 02 – Humankapital
56 S., Egmond Ehapa 2013 15,00 EUR
Die Arbeitslosigkeit im Nachbardorf ist hoch – und Zombillennium als einziger Arbeitgeber weit und breit stellt nur Untote ein! Dementsprechend hoch ist die Wut der noch recht lebendigen Dorfbewohner auf den Freizeitpark der Monstrositäten. Als sich ein paar von ihnen unter das Personal mischen, bricht Chaos aus … Zombillennium ist ein herrlich schwarzhumoriger Spaß mit enormen Kultpotential. Das fand auch die Jury des internationalen Comicfestivals in Angoulême 2012 und verlieh Zombillennium den Prix Jeunesse! Arthur de Pins, geboren 1977, studierte Art Deco und Animation. Seitdem fühlt er sich in diversen künstlerischen Medien zuhause: Ob Kurzfilm (u.a. Geraldine), Graphic Novel (La Révolution des crabes), Werbung (u.a. Nutella) oder Comic (u.a. Péchés Mignons) – de Pins scheint sämtliche mediale Spielarten zu beherrschen. Die Besonderheit seines Stils liegt darin, dass er alle Zeichnungen am Computer in Vektorgrafik anlegt, ohne dass sein Artwork dadurch an Dynamik oder Eleganz verliert. Die Comicwelt wartet gespannt auf Band 3 seiner Ausnahmereihe Zombillennium!

Levin Kurio: Welten des Schreckens – Argstein, der Erlkönig
68 S., Weissblech Comic Verlag, 7,80 EUR
Insgesamt gibt es inzwischen 6 Bände von dieser interessanten Heftreihe.
WELTEN des SCHRECKENS # 5 wartet mit einer kleinen Sensation auf: Endlich gibt es wieder eine nagelneue Geschichte aus dem ARGSTEIN-Wald! Der Erlkönig greift mit seinen spillerigen Fingern nach des kleinen Knaben Seele – wird der Förster ihn aufhalten können?
Außerdem: Es geht rasant weiter mit KALA! Die Urzeitamazone hat mit ihren Gefährten die Schlucht überquert … doch sie ahnt, dass sie noch nicht in Sicherheit ist. Aliens planen eine Invasion in Die Chroniken von Sol … und dann geht es in eine groteske Schreckenswelt: Begleitet David Gnotz in einen furchtbaren Alptraum … denn er ist Gefangener des Horrorheftes!

Bestelladresse:

Alle Titel können Sie überall im Buchhandel wie auch unter folgender Adresse erwerben:

Worms Verlag
Abt. Onlineshop
Kultur- und Veranstaltungs GmbH,
Von Steuben Str.5, 67549 Worms
Berthold Röth Tel. 06241-2000-314
e-mail: berthold.roeth@kvg-worms.de

Avantgarde Underground Trash Buchneuheiten Liste 3

März 22, 2013

Die vorhergehenden Listen können noch allesamt im Archiv unter wormsverlag.wordpress.com abgerufen werden.

Uta Ranke-Heinemann: Eunuchen für das Himmelreich
Katholische Kirche und Sexualität von Jesus bis Benedikt XVI..

592 S., Wesentlich erweiterte Ausgabe , Heyne 2012 11,99 EUR
Die bekannte Theologin Uta Ranke-Heinemann setzt sich anhand umfangreichen Quellenmaterials mit der Entwicklung der Sexualmoral im Katholizismus auseinander und zeichnet ein höchst differenziertes Sittenbild der katholischen Kirche. Die erweiterte und aktualisierte Neuausgabe 2012 wurde u. a. um das Kapitel „Meine große Enttäuschung“ ergänzt.

Julian Assange: Cypher Punks
200 S., Pb., Campus 2013 16,99 EUR
Dieses Buch ist eine Kampfansage. Sie stammt von einem der Freiheitskämpfer des Internetzeitalters: Julian Assange – US-Staatsfeind Nr.1 und weltweit gesuchter Netzwerkaktivist. Das Internet ist eine riesige Spionagemaschine, sagt Assange. Alles, was wir hier übertragen, wird gespeichert und ausgewertet. Regierungen weltweit greifen nach der Netzkontrolle. Ihre Komplizen, Unternehmen wie Google, Facebook, PayPal und Co, sind längst in das Geschäft mit den Daten eingestiefen und verkaufen sie meistbietend. User aller Länder vereinigt euch und schlagt zurück fordert der Mitbegründer von WikiLeaks.

Aaron Taus / Raul Zelik (Hrsg.)
Andere mögliche Welten?
Krise, Linksregierungen, populäre Bewegungen:
Eine lateinamerikanisch-europäische Debatte

200 S., Pb. , VSA 2013 17,80 EUR
Die kapitalistische Welt befindet sich in einer Vielfachkrise. Aber obwohl auch in Europa immer mehr Menschen zweifeln, dass »freie Märkte« tatsächlich gutes Leben gewährleisten, hat die multiple Krise auf dem alten Kontinent bislang nicht zu einer politischen Krise des Kapitalismus, ja nicht einmal des Neoliberalismus geführt. Doch auch in Lateinamerika, wo der Neoliberalismus in einigen Ländern in den 2000er Jahren kollabiert ist, zeigt sich heute, wie schwer es ist, kapitalistische Entwicklungs- und Produktionsmuster praktisch in Frage zu stellen. Selbst in Venezuela und Bolivien, wo die Regierungen eine starke sozialistische Rhetorik verfolgen, sind beharrliche ökonomische Kontinuitäten zu beobachten. Vor diesem Hintergrund versammelt der Band Beiträge, die aus fünf verschiedenen lateinamerikanischen und europäischen Ländern stammen und eine Perspektive jenseits des herrschenden »There is no Alternative« eröffnen. AutorInnen und Themen:
Elmar Altvater über Kapitalakkumulation nach Fukushima, Joachim Hirsch zum Verhältnis Staat und sozialen Bewegungen, Klaus Meschkat zur Debatte über Rätedemokratie, Christian Siefkes zu Peer Production und Commonism, Aaron Tauss zu besetzten Fabriken in Argentinien, Patricia Chávez (Bolivien) über »Spannungen im Staat« aus der Perspektive der Indigenenbewegung, Andrés Antillano fragt nach der »plebejanischen Demokratie Venezuela«, Leopoldo Múnera Ruiz (Kolumbien) diskutiert anhand der Positionen von Raúl Zibechi und García Linera das Verhältnis von Staatsform vs. Gemeinschaft, Jairo Estrada Álvarez (Kolumbien) untersucht die »assistenzialistische Sozialpolitik in Lateinamerika« und Pablo Ospina Peralta die »Ansprüche und Realität der Reformpolitik in Ecuador«. Raul Zelik diskutiert unter dem Topos der »Konstellation« das Spannungsverhältnis von Staat, Linksregierung und sozialer Hegemonie: Wie funktionieren Emanzipationsprozesse? Raul Zelik, geb. in München, ist Professor für Politik an der Nationaluniversität Kolumbiens und veröffentlichte zuletzt den Essay »Nach dem Kapitalismus? Perspektiven der Emanzipation oder: Das Projekt Communismus anders denken« (Hamburg 2011).
Aaron Tauss ist Professor für Internationale Politik an der Nationaluniversität Kolumbiens.

Federico Campagna / Emanuele Campiglio (Hrsg.)
Wofür wir kämpfen – Manifest des Radikalen Kollektivs

350 S., Laika 2013 24,90 EUR
Dieser Band beantwortet die Frage, die die bürgerliche Presse vor allem Teilnehmern an aktuellen Protest- und Widerstandsaktionen stellt – ob in den amerikanischen Occupy-Camps oder der Blockupy-Bewegung in Deutschland, den jungen Militanten in Griechenland, Spanien und Italien. Das Manifest des Radikalen Kollektivs vereinigt einige der wichtigsten TheoretikerInnen und AktivistInnen der neuen Protestbewegung, die sich seit 2008 international artikuliert. David Graeber, John Holloway, Nina Power, Richard Seymour und Franco Berardi sowie zahlreiche weitere AutorInnen formulieren nicht nur die Strategien künftiger Widerstandsbewegungen, sondern analysieren auch das modische Vokabular des Neoliberalismus wie „new governance“ und „grüne Ökonomie“. Dieser Reader ist ein Handbuch für alle, die sich als Teil einer neuen radikalen Bewegung gegen die Zumutungen des gegenwärtigen Systems begreifen. Federico Campagna, geboren 1984 in Italien, ist ein anarchistischer Aktivist und Mitbegründer des Online-Journals „Through Europe“. Seit 2007 lebt er in London, wo er für die Max-Wigram-Kunstgalerie arbeitete. 2009 begann er seine Zusammenarbeit mit dem marxistischen Philosophen Franco Berardi, dessen Texte er beim italienischen Verlag „Il Saggiatore“ herausgeben wird. Seit 2011 arbeitet Campagna für den linken Verlag „Verso Books“. Emanuele Campiglio, geboren 1981 in Italien, studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität in Mailand und arbeitet für „New Economics Foundation“ zu den Themen Makroökonomie und nachhaltige Wirtschaftssysteme. Er forschte in mehreren lateinamerikanischen Ländern und promovierte zu den Themen Nachhaltigkeit und Klimawandel. Von ihm erschienen die Titel „With the world on his shoulders: Global Issues and the Limits of Growth“ (2010) und „The Good Economy“ (2012).

Srecko Horvat: Nach dem Ende der Geschichte
Vom Arabischen Frühling zur Occupy-Bewegung

275 S., Laika 2013 22,90 EUR
Selten sind Francis Fukuyama und Slavoj Zizek, Stephane Hessel und Amos Oz, Michael Hardt und Gayatri Spivak, Terry Eagleton und Zygmunt Bauman, Tariq Ali und Gianni Vattimo in einem Band versammelt. Selten hat jemand mit den führenden Intellektuellen der Gegenwart Gespräche geführt, die nicht nur bekannte Thesen offenbaren, sondern auch eine echte Auseinandersetzung anbieten. Horvats Buch thematisiert die neuesten sozialen Bewegungen und Veränderungen vom Arabischen Frühling bis hin zur Occupy-Wall-Street-Bewegung, offenbart die Schwachstellen des heutigen Systems und bietet Strategien an, es zu bekämpfen. Das Buch soll weder als Selbsthilfe für den Kapitalismus noch als wohlwollende Genossen-Kritik an der liberalen Demokratie oder als Präsentation eines „Dritten Weges“ begriffen werden. „Nach dem Ende der Geschichte“ ist vielmehr eine intellektuelle Suche nach einer wahrhaften Alternative zum liberalen Kapitalismus. Dort, wo die Linke scheitert, werden die Tore für die faschistische Variante des Kapitalismus weit geöffnet. Dennoch: es herrscht zwar ein großes Chaos unter dem Himmel, aber die Bedingungen, ihm entgegenzuwirken, sind exzellent. Srecko Horvat ist einer der führenden Philosophen und Intellektuellen der jüngeren Generation in Kroatien. Er wurde 1983 in Osijek geboren, lebte die ersten sieben Jahre seines Lebens im Exil in Deutschland und kehrte 1990 nach Kroatien zurück. Sein Wohnsitz ist in Zagreb, aber die meiste Zeit reist er und publiziert Reiseberichte über Mali, den Senegal, Ägypten, Israel, Libanon, China usw. Bisher hat er acht Bücher publiziert.

Anja Röhl: Die Frau meines Vaters. Erinnerungen an Ulrike
160 S., geb., Edition Nautilus 2013 (erscheint 27.Februar) 18,00 EUR
In ihren Kindheits- und Jugenderinnerungen zeichnet Anja Röhl (Tochter aus erster Ehe von Klaus Rainer Röhl), ein Portrait der autoritären und lebensfeindlichen Gesellschaft der 1950er und 60er Jahre in Deutschland. Als Kind geschiedener Eltern ist sie einsam und unsicher. Erst die moderne, antiautoritäre zweite Frau ihres Vaters, zu dem sie an den „Papi-Tagen“ geht, bringt ihr Verständnis, Zuwendung und Vertrauen entgegen: Es ist Ulrike Meinhof. Die Dankbarkeit für diese Erfahrung prägt auch die Beziehung zu Ulrike nach deren Trennung von Mann und Kindern. Anja Röhl bleibt ihr verbunden, besucht sie im Gefängnis, schreibt ihr Briefe, allen Anfeindungen zum Trotz und obwohl sie Ulrikes politische Position nicht teilt. Ein Dokument der Zeit- und Mentalitätsgeschichte der frühen Bundesrepublik, aus der Perspektive eines Mädchens erzählt.

Victor Grossman: Rebel Girls
34 amerikanische Frauen im Portrait

251 S., Pb., Papyrossa 2012 15,90 EUR
Victor Grossman stellt in lebendigen Portraits 34 amerikanische Frauen vor, die in den großen Kämpfen um Selbstbestimmung und Menschenrechte, Gleichberechtigung und Frieden von der Kolonialzeit bis in unsere Tage eine prominente Rolle gespielt haben. Neben berühmten wie Jane Fonda, Angela Davis oder Billie Holliday finden sich andere, die weniger bekannt, aber nicht weniger faszinierend sind.

Josephine von Perfall (Hg.)
Kippenberger & Friends
Gespräche über Martin Kippenberger

222 S., Distanz Verlag Berlin 2013 39,80 EUR
1997 starb der deutsche Künstler Martin Kippenberger. Er wurde 1953 in Dortmund geboren und wäre am 25. Februar 2013 60 Jahre alt geworden. Mittlerweile wird sein Werk international gefeiert und bildet einen festen Bestandteil in den wichtigsten Sammlungen und Museen der Welt. Heute wie damals fordert die Frage nach seinem Stellenwert zu lebhaften Diskussionen heraus: Gepriesen als Beuys der 80er Jahre, deutscher Warhol oder Picabias Erbe, ist er gleichermaßen bekannt als Dilettant und Genie, Enfant terrible und Provokateur, Netzwerker und Visionär. Jahrzehntelang vom Kunstbetrieb fast völlig ignoriert, strebte er stets nach Anerkennung, die ihm nur von einem kleinen Kreis entgegengebracht wurde. Gnadenlos in seiner Kritik, war ihm kein Witz zu schade und keine Provokation zu verletzend, um seine Grenzen und die seines Gegenübers auszuloten. Der professionelle Selbstdarsteller verstand wie kein anderer, seine Kunst und sein Leben in Szene zu setzen und dabei stets neue Ansprüche an die zeitgenössische Kunst zu stellen. Das Rad durfte nicht aufhören, sich zu drehen. Kippenberger schonte weder sich noch andere. Sein intensives Leben wie auch sein extrem vielschichtiges Œuvre geben Zeugnis davon. Als Interview- und Fotobuch nähert sich „Kippenberger & Friends“ dem Mythos Kippenberger in 25 Gesprächen mit Künstlern, Kuratoren, Galeristen und Freunden. Er enthält ca. 80 dokumentarische Fotografien aus den persönlichen Beständen der Freunde, die erstmals veröffentlicht werden. Nachdenklich, humorvoll, kritisch und auch selbstironisch öffnet sich so der Blick auf einen, der keinen gleichgültig gelassen hat. In den sehr persönlichen Erinnerungen wird nicht nur Kippenberger lebendig. Es entsteht ein dichtes Bild der kulturellen Situation in einem Deutschland, das zwischen Springer-Presse und Studentenrevolte, hedonistischer Konsumkultur und provozierender Rebellion hin- und hergerissen wurde.Josephine von Perfall promoviert seit 2010 an der kunsthistorischen Fakultät der University of Cambridge über Martin Kippenberger. Die Rolle, die er als Künstler und insbesondere als „Netzwerker” für die Entwicklung der deutschen Nachkriegskunst gespielt hat, ist – so ihre These – nicht zu überschätzen und der Schlüssel zum Verständnis eines wichtigen Kapitels deutscher Nachkriegskunst.Interviews mit:Roland Augustine, Galerist, New York; Lukas Baumewerd, Architekt; Klaus vom Bruch, Künstler; Werner Büttner, Künstler; Gisela Capitain, Galeristin, Köln/Berlin; Zdenek Felix, Kurator; Max Hetzler, Galerist, Berlin; Carmen Knoebel/Brigitta Rohrbach, ehemalige Wirtinnen des Ratinger Hof, Düsseldorf; Kasper König, ehemaliger Museumsdirektor Museum Ludwig, Köln; Jutta Koether, Künstlerin; Christian Ludwig Attersee, Künstler; Helmut Middendorf, Künstler; Albert Oehlen, Künstler; Peter Pakesch, Museumsdirektor Joanneum und Kunsthaus, Graz; Friedrich Petzel, Galerist, New York/Berlin; Martin Prinzhorn, Sprachwissenschaftler; Achim Schächtele, ehemaliger Mitinhaber des S.O.36, Berlin; Stephan Schmidt-Wulffen, Rektor der New Design University, St. Pölten; Elfie Semotan, Fotografin und Ehefrau; Claudia Skoda, Modedesignerin; Helene Winer, Galeristin, New York; Johannes Wohnseifer, Künstler; Michel Würthle, Besitzer der Paris Bar, Berlin; Bernd Zimmer, Künstler; Heimo Zobernig, Künstler

Jose Warmund-Cordelier
Mode zwischen Funktion und Luxus

152 S., geb., Verlag Johannes Petri 2013 (erscheint März) 40,50 EUR
Eine reich bebilderte Reise durch die Welt der Mode. In seinem neuen Buch gibt Mode-Experte Josè Warmund-Corderlier einen beeindruckend weiten Überblick über die Modewelt, von der Haute Couture bis zur Konfektion, vom stilbildenden Kleidungsstück bis zum stilechten Accesoire. Der Autor zeigt historische Hintergründe auf und informiert kenntnisreich und unterhaltsam über epochale Entwicklungen wie etwa die Anfänge und Hervorbringungen der weltberühmten italienischen Designerfamilien. Er gibt einen Einblick in die Entstehungsgeschichte des Mannequins, der Schönheitspflege, der Handtasche oder auch der Brille. Seine anschaulichen Ausführungen und die reiche Bebilderung, für die er auf sein umfangreiches Privatarchiv zurückgreifen kann, ergeben ein buntes und facettenreiches Buch für Fashion-Interessierte. Warmund-Cordelier ist in Zürich und Mailand aufgewachsen. Nach der Ausbildung zum Damenschneider und dem Besuch der Kunstgewerbeschule Zürich legte er an der Schweizerischen Bekleidungsfachschule die Eidgenössische Meisterprüfung zum Schnittmuster-Zeichner ab. Zahlreiche Auslandsaufenthalte als Modellentwerfer führten ihn unter anderem nach Schweden, Portugal, Frankreich und die Niederlande. Danach folgten die Eröffnung einer eigenen Modeagentur und die Gestaltung von Damenkollektionen für internationale Unternehmen. Gegenwärtig führt er ein Pressebüro und ist als Korrespondent für diverse schweizerische und deutsche Fachzeitschriften tätig.

Atto Melani: Die Geheimnisse der Konklaven und die Laster der Kardinäle
96 S., Pb., Klett-Cotta 9,95 EUR
„Rom darf man niemals unterschätzen, muss ihm aber immer schmeicheln.“ Hinter den Kulissen einer Papstwahl. Keiner kannte die Umstände einer Papstwahl besser als er, der Meisterintrigant vor und hinter den Kulissen: Atto Melanie (1626 – 1714), kastrierter Sänger und Spion des Sonnenkönigs bei den Papstwahlen, war eine der schillerndsten Figuren des Absolutismus. In diesem Buch erklärt er, wie man sich einen Papst wählt. „Melani beschreibt anschaulich die Perfidie, die es braucht, einen gewünschten Kandidaten durchzusetzen“ (Johann Schloemann, Süddeutsche Zeitung).

Carlo Ginzburg: Faden und Fährten – wahr falsch fikiv
160 S., geb., Wagenbach 2013 22,90 EUR
Kaum ein Historiker hat sich mit so vielen Personen beschäftigt wie Carlo Ginzburg: Aristoteles, Dante, Machiavelli, Diderot, Hegel, Flaubert, Tolstoi, Warburg, Proust, Picasso und viele andere. Vor allem aber ist Ginzburg berühmt für seinen speziellen Blick und seine Forschungsmethode, gehörte er doch zu den ersten Historikern, die sich mit der Kultur der sogenannten einfachen Leute befasste (siehe seine Bücher „Hexensabbat“ und „Der Käse und die Würmer“). Und mittels der von ihm begründeten Mikrohistorie sucht er große geschichtliche Zusammenhänge aus der Betrachtung kleiner Details zu verstehen. In den Texten dieses Bandes lässt Ginzburg sein Forscherleben Revue passieren – er erklärt, wie er zu seinen Themen und seiner Betrachtungsweise kam und diese zum Teil über Jahrzehnte weiterentwickelte. Seine Rückschau wird zu einer persönlichen Selbstbefragung: Am Beispiel des „Hexensabbat“ erzählt Ginzburg von den Märchenbüchern seiner Kindheit und von seiner Mutter Natalia. Und er fragt sich, ob es nicht auch seine eigene jüdische Familie und das Schicksal seines Vaters waren, die ihn immer wieder die Opfer von Verfolgung zum Gegenstand seiner Arbeit wählen ließen. Dieses Buch kann als die Summe der Werke Carlo Ginzburgs gelesen werden und lädt zugleich dazu ein, einen der interessantesten Gelehrten unserer Zeit neu zu entdecken.

Luchino Visconti Edition
Arthaus 2013 sieben DVDs, 931 Min. 39,99 EUR
Sechs Meisterwerke des großen italienischen Regisseurs Luchino Visconti in einer Edition! Enthalten sind die Klassiker, die belegen warum Visconti auch heute noch als einer der wichtigsten Filmemacher anzusehen ist: „Sehnsucht“ (erstmals in restaurierter Fassung), „Rocco und seine Brüder“ und „Ludwig II. auf zwei DVDs“ sowie gleich drei DVD-Premieren: „Ossessione – Von Liebe besessen“, „Die Erde bebt“ und „Bellissima“. Musterbeispiele des italienischen Realismus, die die ungeschminkte Nachkriegszeit abbilden, faszinierende Zeitdokumente, aber auch Zeugnisse des einflussreichen Filmstils Viscontis. Aber auch im Spätwerk „Ludwig II“ beeindruckt die Bildsprache des Meisters.

Michael Strauven: Jedermanns Lieblingsschurke
Gerd Fröbe – Eine Biografie

256 S., geb., Rotbuch Verlag 2012 19,95 EUR
Vom »Otto Normalverbraucher« zum 007-Bösewicht Auric Goldfinger, vom Kindermörder Schrott in Es geschah am hellichten Tag zum Räuber Hotzenplotz: Gert Fröbe war einer der wenigen internationalen Stars aus Deutschland. Er, der ein Leben lang darunter litt, vor allem Bösewichte spielen zu müssen, war Publikumsliebling, ein Kerl mit weichem Herzen in rauer Schale. Bis heute ist die Sympathie für ihn ungebrochen. Autor Michael Strauven porträtiert den Mann aus Sachsen auf seinem Weg zum Weltstar. Begnadeter Geiger, talentierter Maler, Artist, Clown, legendärer Morgenstern-Rezitator, Frauenschwarm und ein Vollblutschauspieler mit der Lust, aufs Ganze zu gehen – Fröbe war (und ist) unwiderstehlich. Kurzweilig und anschaulich zeigt die Biographie zum 100.Geburtstag Bekanntes und Unbekanntes aus Fröbes Leben, schildert Höhen und Tiefen seiner fulminanten Karriere, stellt den Privatmann wie den Charakterdarsteller auf Weltniveau vor und lässt so eine (gesamt-)deutsche Legende lebendig werden.

Michael Petzel
Karl May – Der Schatz im Silbersee. Filmbildbuch

200 S., geb., 164 farb. Abb., Karl May Verlag 2012 24,90 EUR
50jähriges Jubiläum des ersten Filmes zur erfolgreichsten deutschen Film-Reihe (Karl May). Das Filmbuch orientiert sich liebevoll in seiner Gestaltung an die legendären Filmbändchen der 60er Jahre.

Michael Petzel
50 Jahre Winnetou-Film

200 S., geb., 154 farb. Abb., Karl May Verlag 2012 24,90 EUR
Ein Fest für Fans von Pierre Brice.

Reinhard Weber / Solveig Wrage
Der Schatz im Silbersee – Eine Erfolgsgeschichte des deutschen Films

100 S., geb., Reinhard Weber Verlag 2012 21,00 EUR
Ausführlich wird hier die Entstehung des Klassikers aufgeschlüsselt, enthalten sogar ein Testfoto von Christopher Lee als Winnetou.

Ulf Lüdecke:
Terence Hill – Die exclusive Biografie

240 S., geb., Riva Verlag 2012 19,99 EUR
Seine Kindheit verbrachte er mit italienischem Vater, deutscher Mutter sowie Brüdern und Großeltern in der Nähe von Dresden. Alles zu seinen Filmen bis zu den weniger bekannten Erfolgen im italienischen Fernsehen der letzten Jahre.

Rolling Stones
Confessin` the Blues
Das Gesamtwerk 1963 – 2013

416 S., Bossworth Music 2013, aktualisert und erweitert 24,95 EUR
Mehr als 350 Songs haben die Rolling Stones bislang offiziell veröffentlicht, darunter einige der schönsten und wichtigsten der Popgeschichte. Ihre Hits wie „Satisfaction“ oder „Jumpin`Jack Flash“ gehören zu den Highlights einer weltweit beliebten Musik, deren Fundament in den Tiefen von Blues, Soul und Country ruht. „Confessin`the Blues“ erzählt die Geschichte der Stones anhand ihrer Musik – von den Anfängen in den stickigen Clubs des Londoner Westends über die „klassische“ Phase in den 60er und 70er Jahren, über ihre Welttourneen, mit denen die Elder Statements des Rock noch immer Maßstäbe setzen, bis hin zu ihrem aktuellen 50jährigen Bühnenjubiläum und der anstehenden Tournee 2013! Ernst Hofacker spürt die Entstehungsgeschichte jedes einzelnen Songs nach, analysiert das Werk der Band und stellt es in seine musikalischen, historischen und biografischen Zusammenhänge. Dabei zeigt er, wie Jagger, Richards, Watts & Co. Abseits aller Skandale, Schlagzeilen und Moden ihrem ganz eigenen Kompass gefolgt sind, auch wenn ihnen der Mythos der ewigen Geschichte dabei gelegentlich wie ein Klotz am Bein zu hängen schien. „Confessin`the Blues“ ist die packende Biografie der Greatest Rock `n“ Roll Band On Earth, mit faszinierenden Innenansichten und gelegentlich überraschenden Erkenntnissen. Eine Pflichtlektüre nicht nur für Stones-Fans.

Erlend Erichsen: Nationalsatanist
170 S., geb., Edition Phantasia 2012 18,00 EUR
Ljåvold ist ein begeisterter Fan des Black Metal. Bei Konzertbesuchen findet er Kontakte zu der Szene und gerät immer tiefer hinein in einen tödlichen Sumpf aus Hass, Gewalt und selbstzerstörerischem Verhalten, bis zu einem Punkt, an dem es vielleicht nicht mehr möglich ist, auszusteigen? Die Norwegische Black Metal-Szene wurde weit über die Landesgrenzen hinaus berühmt-berüchtigt durch Gewalttaten und Ausschreitungen, zu denen es in ihrem Umfeld immer wieder kam. Autor Erlend Erichsen hat alles am eigenen Leib erlebt und schreibt authentisch und hautnah darüber – ein faszinierender Einblick in eine Welt mit eigenen Gesetzen und Regeln jenseits anerkannter Werte. Erlend Erichsen, 1975 in Bergen geboren, gründete 1991 nach dem Militärdienst zusammen mit Øystein G. Brun, Kenneth Lian und Trond Turnes die Death-Metal-Band Molested, die 1997 wieder aufgelöst wurde. 1999 war Erichsen unter dem Künstlernamen »Sjt. Erichsen« Schlagzeuger der Black-Metal-Band Gorgoroth, auf deren Album Incipit Satan er zu hören ist. Nationalsatanist ist sein erster Roman, der aufgrund seiner Thematik in Norwegen viel Aufsehen erregte.

Wolfgang Müller: Subkultur Westberlin 1979 –1989. Freizeit
600 S., Fundus 203, philo fine arts 2012 24,00 EUR
Angeschoben von den Impulsen des Punk entwickelt sich in Westberlin Ende der Siebziger eine vielfältige Subkultur. Super-8-Kinos, Bands und Minilabels werden gegründet, Fanzines kopiert, illegale Bars und Punkclubs wie das Risiko werden zu Treffpunkten der »Antiberliner«: Punks, Alternative, Industrial- und Elektronikfans, Polit-Anarchos, Lesben, Schwule, Queers und Künstler mit oder ohne Werk. In diesem Umfeld erscheint im Merve Verlag 1982 das Manifest des subkulturellen Westberlin: »Geniale Dilletanten« –benannt nach der »Großen Untergangsshow« im Tempodrom. Herausgeber des Bändchens ist Wolfgang Müller, Mitbegründer der Gruppe Die Tödliche Doris. Die Band spielt sowohl in besetzten Häusern als auch in Kunstkontexten. In seiner nun vorliegenden, furios erzählten Geschichte der Westberliner Subkultur der Jahre 1979 bis 1989 setzt Müller Die Tödliche Doris in den Fokus damaliger Entwicklungen und Verhältnisse. Selbst Protagonist jener Geschehnisse, die erbeschreibt, liefert er ein Stück Zeitgeschichte aus Insider-Perspektive: kenntnisreich, witzig, respektlos. So treten neben vielen anderen auf: Gudrun Gut, Die Einstürzenden Neubauten und Iggy Pop in einer Telefonzelle, Christiane F., der spätere Loveparade-Gründer Dr. Motte und Ratten-Jenny, die 1978 Martin Kippenberger attackierte. Aber auch Orte werden aufgerufen – die Flohmärkte oder illegale Kulturstätten wie der Kuckuck. Subjektiv, geistreich und aus dem Vollen schöpfend schließt Wolfgang Müller eine Lücke im Verständnis dieser Zeit. Wolfgang Müller, 1957 geboren, lebt als Künstler, Musiker und Autor in Berlin.

Teju Cole: Open City
333 S., geb., Suhrkamp 2013 22,95 EUR
Julius, ein junger Psychiater, durchstreift die Straßen Manhattans, allein und ohne Ziel, stundenlang. Die Bewegung ist ein Ausgleich zur Arbeit, sie strukturiert seine Abende, seine Gedanken. Er lässt sich treiben, und während seine Schritte ihn tragen, denkt er an seine kürzlich zerbrochene Liebesbeziehung, seine Kindheit, seine Isolation in dieser Metropole voller Menschen. Fast unmerklich verzaubert sein Blick die Umgebung, die Stadt blättert sich vor ihm auf, offenbart die Spuren der Menschen, die früher hier lebten. Mit jeder Begegnung, jeder neuen Entdeckung gerät Julius tiefer hinein in die verborgene Gegenwart New Yorks – und schließlich in seine eigene, ihm fremd gewordene Vergangenheit. Für seinen faszinierenden Roman über einen Flaneur des 21. Jahrhunderts ist Teju Cole mit Autoren wie Sebald, Camus oder Naipaul verglichen worden. Getragen vom Fluss seiner bewegenden, klaren Sprache, erzählt »Open City« eine Geschichte von Erinnerung, Entwurzelung und der erlösenden Kraft der Kunst.

Tom Wolfe: Back to Blood
Blessing 2013 (erscheint am 21.Januar) 24,99 EUR
Der neue Bestseller des preisgekrönten Kultautors. Clash of Cultures unter karibischer Sonne: eine brillante und lustige Satire auf den menschlichen Umgang mit gesellschaftlicher Realität.

David Lodge: Ein ganzer Mann
650 S., Haffmans & Tolkemitt 2012 26,00 EUR
Ein Roman über H. G. Wells. Während Hitler England angreift erinnert sich der sterbenskranke Wells über sein ereignisreiches Leben als Salonsozialist, Weltverbesserer, Weiberheld, Bestsellerautor und Prophet. H. G. Wells ist heute als Vorreiter des Steampunk-Genres mit seinen Titeln „Die Zeitmaschine“, „Der Krieg der Welten“, „Die Insel des Dr. Moreau“ und „Die ersten Menschen auf dem Mond“ wieder hochangesehen. David Lodge behandelt in seinem Roman aber auch die Versuche in „freier Liebe“ in Wells Leben.

Ezra Pound: Die Cantos
1500 S., geb. in Schuber, zweisprachig, Arche Verlag 2012 98,00 EUR
Das Jahrhundertwerk erstmals vollständig auf Deutsch: Von der einzigartigen Pound-Spezialistin Eva Hesse übertragen und von den Literaturwissenschaftlern Heinz Ickstadt und Manfred Pfister sorgfältig ediert und kommentiert, ist diese zweisprachige Ausgabe eine publizistische Sensation.
»Ich halte die Cantos für komisch, aufregend, aufreizend, zart bis an die Grenze des Erträglichen, dogmatisch über alle Maßen, herausgeschrieen, gemurmelt, geflüstert, gesungen, wahr, falsch und querköpfig, schön, hässlich, handgefertigt, zuversichtlich, widersprüchlich, am Rande des Zusammenbruchs – kurz, für ganz und gar menschlich, lebendig und relevant.«, schreibt die englische Autorin und Kritikerin Christine Brooke-Rose. »In meinem Urteil ist Ezra Pound einer der größten Dichter, die je gelebt haben.« (Ernest Hemingway). Ezra Pound, geb. 1885 in Hailey (Idaho). Studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und Romanistik. Studienaufenthalt in Spanien. Von 1909–20 in London, begründete zusammen mit H.D. u.a. den Imagismus. 1920–24 in Paris. 1924–45 in Rapallo. Hielt im Zweiten Weltkrieg über Radio Rom anti–amerikanische Propagandareden. Wurde 1945 von den Amerikanern inhaftiert. Entstehung der „Pisaner Cantos“. Erhielt vom Preisgericht der American Library of Congress (Mitglieder unter anderem Eliot, Auden, K. A. Porter) den Bollingen-Preis, die höchste amerikanische literarische Auszeichnung. Entging dadurch einem Hochverratsprozeß. 1946 Einweisung in das St. Elizabeths Hospital für kriminelle Wahnsinnige in Washington. 1958 Entlassung. Lebte anschließend in Meran und Venedig, wo er am 1. November 1972 starb.

Michail Bulgakow: Meister und Margarita
608 S., geb., Kiepenheuer & Witsch 2012 29,99 EUR
Kongenial neu übersetzt: Meister und Margarita Bulgakows Meisterwerk und das Lieblingsbuch ganzer Generationen – so frech, klug, aberwitzig und frisch wie nie zuvor. Ohne Frage: Michail Bulgakows Meister und Margarita ist Kult! Schon als der Roman – 26 Jahre nach dem Tod des Autors – stark zensiert erstmals in den 60er Jahren erschien, lernten viele seiner Landsleute ihn auswendig; heimlich angefertigte Kopien der herausgestrichenen Stellen kursierten und die verhexte Wohnung Nr. 50 in der Sadowaja – der zentrale Handlungsort des Romans, von dem aus der Teufel namens Woland, der Riesenkater Behemoth und viele andere die Stadt Moskau auf den Kopf stellen – wurde zur Pilgerstätte. Und bis heute ist die Zahl der Verehrer für den inzwischen in den Kanon der Weltliteratur als Geniestreich und Meisterwerk der russischen Moderne aufgenommenen Roman unendlich groß: Ob Mick Jagger, Anna Netrebko, Wladimir Kaminer, Maximilian Brückner, Alina Bronsky, Gabriel García Márquez – sie alle haben Meister und Margarita verschlungen. Kaum ein anderes Buch hat ganze Generationen so geprägt, viele der Fans sagen: bis heute. Radikal modern übersetzt Alexander Nitzberg diese aberwitzige Satire auf ein erstarrtes System und übertriebenen Atheismus. Ein Großstadtroman, magisch, verrückt und gegenwärtig. Und in eine Sprache übertragen, die vor allem eins ist: frisch und zupackend. Michail Bulgakow (1891-1940) wurde erst lange nach seinem Tod berühmt. Seine wichtigsten Werke durften zu Lebzeiten nicht erscheinen. Der Weltklassiker Meister und Margarita, an dem er die letzten zwölf Jahre vor seinem Tod geschrieben hatte, erschien, zudem in zensierter Fassung, in der UDSSR erst 1968. Das hündische Herz hatte Bulgakow schon deutlich früher fertiggestellt, nämlich 1925. Das Urteil des einflussreichen Parteimitglieds Lew Kamenew dazu: »Es handelt sich um eine ätzende Attacke auf unsere gegenwärtigen Verhältnisse und kommt auf keinen Fall für eine Veröffentlichung in Betracht.« In der Sowjetunion erschien der Text erstmalig im Jahr 1987 (!).

Edward Lee
Creekers

336 S., Pb., Festa 2012 13,95 EUR
Überlege Dir gut, ob Du die Tür zu Edward Lees Welt wirklich öffnen willst. – –
Phil Straker hat das Städtchen Crick City einst verlassen, um Karriere als Polizist zu machen. Nun kehrt er zurück – gebrandmarkt als Mörder eines Kindes, das er im Dienst unabsichtlich erschoss. Phil bemerkt schon bald, dass in der Stadt, die er doch zu kennen glaubte, etwas Grauenvolles vorgeht. Auf der Suche nach einem vermissten Mädchen führen ihn die Ermittlungen zu den Creekers – einem abscheulicher Clan, der unter primitivsten Bedingungen in den Wäldern lebt und sich seit Jahrhunderten durch Inzucht vermehrt. Über die Creekers gab es immer mysteriöse Gerüchte, Phil kennt sie nur zu gut: Dämonische Rituale, sexuelle Exzesse, Mord und Kannibalismus. Aber das waren nur harmlose Fantasien … Horror Reader: „Ein perverses Genie.“ Der Verlag warnt ausdrücklich: Edward Lee ist der führende Autor des Extreme Horror. Seine Werke enthalten überzogene Darstellungen von sexueller Gewalt. Wer so etwas nicht mag, sollte die Finger davon lassen.
Für Fans dagegen ist Edward Lee ein literarisches Genie. Er schreibt originell, verstörend und gewagt – seine Bücher sind ein echtes, aber schmutziges Erlebnis. Deutsche Erstausgabe. Broschur 19 x 12 cm, Umschlag in Lederoptik. Erschein im amerikanischen Original bereits 1994 und ist besser als seine späteren auf deutsch vorliegenden Bücher.

James Malcolm Rymer
Sweeney Todd – Der dämonische Barbier der Fleet Street

424 S., geb. Edition Phantasia 2012 75,00 EUR
JAMES MALCOLM RYMER (1814 – 1884) gehört zu den fleißigsten Verfassern von Unterhaltungsliteratur des neunzehnten Jahrhunderts. Für den Verleger Edward Lloyd hat er über 100 Romane aller Genres geschrieben, darunter unsterbliche Werke wie Sweeney Todd, die bis heute das Publikum faszinieren. Der beliebteste skurrile Klassiker der britischen Literaturgeschichte erstmals in deutscher Übersetzung. Qualitativ selbstverständlich viel besser als der Film mit Johnny Depp. Ausdrucksstark illustriert.

Ronald Malfi: Die Treppe im See
280 S., Voodoo Press 2012 12,95 EUR
Spannender Mystery-Thriller im Stile von Stephen King, nominiert für den Bram Stoker Award 2011. Düster und beklemmend.

Jens Schumacher: Frozen – Tod im Eis
368 S., Loewe 2012 7,95 EUR
Während einer Forschungsexpedition in die Antarktis verschwindet Henrys Vater, der international anerkannte Anthropologe Donald Wilkins, auf mysteriöse Weise. Kurzentschlossen macht sich Henry gemeinsam mit dem Rettungsteam auf die Suche nach ihm. Schon bald stoßen sie auf Hinweise, die vermuten lassen, dass Dr. Wilkins im ewigen Eis eine phänomenale Entdeckung gemacht hat: Inmitten eines bisher völlig unbekannten Gebirgsmassivs liegt eine gigantische Ruinenstadt, die Millionen Jahre alt sein muss, älter als die Menschheit. Auch der Großindustrielle Wayne Spyker ist dem Geheimnis auf der Spur. Doch keiner der Beteiligten ahnt, dass tief unter dem Eis etwas schläft. Etwas Uraltes, Böses. Und nun ist es erwacht … Eigentlich ein Jugendbuch, das aber auch jedem erwachsenen Horrorliebhaber gefallen dürfte. Praktisch ein Remake von Lovecrafts Welten, das mit viel eigenen Ideen, spannenden Story-Twists und gut recherchierten Faktenaufgepeppt ist.

Jeff Strand: Benjamins Parasit
180 S., Pb., Voodoo Press 2012 12,95 EUR
Zu jedem Zeitpunkt beherbergt der menschliche Körper Millionen von Parasiten. Dies ist die Geschichte von nur einem von ihnen. Einem wirklich, wirklich widerlichen. Benjamin Wilson hatte einen lausigen Monat, und das sogar noch vor seinen Magenschmerzen. Er wurde bald 40. Einer seiner Schüler war erschossen worden, während er mit einem Fleischerbeil Amok lief. Und kurz nach dessen Beerdigung fühlte sich Benjamin nicht so wohl … Es verändert sich jetzt alles. Sein Körper wird auf eine sehr unangenehme Weise beeinträchtigt. Sein Charakter entwickelt ein paar »Marotten«. Aber die größte Veränderung besteht darin, dass ein Haufen böser und/oder psychisch gestörter Leute versucht ihn umzubringen, um an den Parasiten zu gelangen. Seine einzige Hoffnung ist Julie, eine hinreißende Kopfgeldjägerin, die das Beste für ihn will – oder vielleicht auch nicht. Und die fähig genug ist, ihm irgendwie zu helfen – oder vielleicht auch nicht. Jeff Strand, Autor von The Sinister Mr. Corpse, Gleefully Macabre Tales und Pressure, liefert sein bislang abscheulichstes Abenteuer ab – einen völlig durchgeknallten Mix aus grauenvollem Body Horror und einer verrückten Road Trip-Komödie. Benjamins Parasit. Dir werden sich vor Lachen die Eingeweide umdrehen.

Michael Slade: Der Kopfjäger
544 S., Festa 2012 13,95 EUR
In Vancouver werden mehrere Frauen brutal ermordet. Die Opfer waren offenbar sehr schön, aber ganz sicher ist das nicht – ihnen fehlen nämlich die Köpfe. Superintendent Robert DeClercq und seine Kollegen kommen mit ihren Ermittlungen nicht weit. Verfolgt der Mörder einen Plan? Oder treibt ihn unkontrollierte sexuelle Perversion an? Spielt Kannibalismus eine Rolle? Erst als DeClercq auf einen alten Fluch der kanadischen Indianer stößt und herausfindet, dass Verbindungen zum Voodoo-Kult in New Orleans bestehen, offenbart sich eine entsetzliche und irre Erklärung … Diana Gabaldon: »Die Romane von Michael Slade lassen einem das Blut in den Adern gefrieren … Sie sind wirklich spannend und führen den Leser tiefer in die Geisteswelt der Psychopathen als es ihnen lieb sein wird.« Michael Slade schreibt brutale, durchdachte Thriller. Er lässt den Leser bis zur letzten Seite fiebern, wer die grausamen Taten wirklich begangen hat … Die Ermittler arbeiten in der Special-External-Abteilung bei der Royal Canadian Mounted Police (RCMP), den Mounties mit ihren traditionellen roten Uniformen. Unter dem Pseudonym Michael Slade arbeiten mehrere Autoren unter der Leitung von Jay Clarke. Clarke wurde 1947 in Alberta, Kanada geboren und ist Fachanwalt für geistesgestörte Kriminelle. Er hat schon über 100 solcher Fälle betreut. In der Reihe SPECIAL X erschienen bisher 17 Bände. Fans von Michael Slade werden »Sladisten« genannt (nach Sadist).Robert McCammon: »Slade weiß, wie man eine Geschichte überzeugend erzählt. Eine Warnung: Seine Romane sind nichts für Zartbesaitete …« Anne Perry: »Slade führt den harten Thriller in eisige neue Bereiche.«

Mathew Stokoe: High Life
448 S., geb., Arche 2012 19,95 EUR
Auf der Suche nach Geld, Sex und Macht zieht es Jack nach Los Angeles. Doch der Traum von Ruhm und Reichtum bleibt unerfüllt. Stattdessen fristet Jack ein elendes Dasein und schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch. In der Hoffnung auf ein kleines, bescheidenes familiäres Glück nimmt er schließlich die Prostituierte Karen bei sich auf. Doch Karen verlässt ihn. Wenige Tage später wird ihre Leiche in einem Abwasserkanal gefunden, entstellt und ausgeweidet. Jacks Leben gerät vollends aus den Fugen. Bis er beschließt, sich dem Grauen, das über ihn hereingebrochen ist, zu stellen. Er erfüllt sich seinen Traum von einem Leben im Scheinwerferlicht – und begibt sich auf eine Reise in die Finsternis.
High Life ist ein erschütterndes Buch über das Böse – das unvorstellbar Böse unter der gleißenden Sonne Kaliforniens. »Ich habe so etwas noch nie gelesen. Und ich glaube nicht, dass es so etwas jemals wieder geben wird.« (Ken Bruen) Matthew Stokoe, 1959 in England geboren, verbrachte sein bisheriges Leben zwischen England, den USA, Neuseeland und Australien. Er spielte als Gitarrist in verschiedenen Bands, studierte angewandte Volkswirtschaft und unterstützte die englische Staatsanwaltschaft durch seine Mitarbeit beim Crown Prosecution Service. Matthew Stokoe ist der Autor von drei Romanen und dem Drehbuch zu einem Kurzfilm. Stokoe lebt heute in einem Vorort von Sydney.

Meister der Angst – Jack the Ripper
Hörbuch CD, Random House 2012 9,99 EUR
Hörspiel nach Motiven der „königlichen Verschwörung” aus Alan Moore`s Graphic Novel „From Hell“.. Neubearbeitung, die den Ripper-Fall akribisch aufarbeitet und mit einem spannenden Verschwörungsplot versieht. Klasse Atmosphäre, brilliante Soundeffekte und Musik. Den Sprechern macht es hörbar Spass. Laut Kritiken in der oberen Reihe der heutigen Hörspielunterhaltung. Inszeniert von Frank Glaubrecht, Helmut Krauss, Gordon Piedesack, Katja Brügger, Kerstin Draeger, Annelie Krügel u.a. (1 CD, Laufzeit: 1h 19)

Comics

Robert Crumb
Nausea

112 S., geb., Reprodukt 2012 29,00 EUR
Mit Robert Crumb begrüßen wir bei Reprodukt nicht nur einen der größten Autoren, die der Comic je hervorgebracht hat, sondern darüber hinaus einen der bedeutendsten Illustratoren des 20. und 21. Jahrhunderts. Mit seinen Geschichten, oftmals schonungslos persönlich und autobiografisch, hat Robert Crumb im Alleingang die Grenzen dessen erweitert, was im Comic erzählbar ist, und insbesondere in den USA ganze Generationen von Comiczeichnern geprägt. Robert Crumbs Arbeiten wurden im deutschsprachigen Raum Jahrzehnte lang exklusiv bei Zweitausendeins verlegt und sind trotz hoher Auflagen im regulären Buchhandel von jeher kaum präsent gewesen. Das Gros seiner Bücher ist seit Längerem vergriffen, abgesehen von seiner 2009 bei Carlsen erschienenen Adaption der Genesis (die mittlerweile in der Graphic-Novel-Edition der „Süddeutschen Zeitung“ zweitveröffentlicht wurde). Mit „Nausea“ startet Reprodukt eine Neuausgabe des Crumb’schen Oeuvres in bibliophiler Aufmachung und in der Übersetzung von Harry Rowohlt. In umfangreichen, thematisch gegliederten Bänden werden Robert Crumbs Comics dem deutschen Publikum so wieder bzw. erstmals zugänglich gemacht. Den Auftakt macht eine Sammlung von Geschichten aus den frühen 1980er-Jahren, in denen sich Robert Crumb auf ganz unterschiedliche Weise mit Literatur auseinandersetzt. Ob er nun kunstvoll und eigenwillig „Der Ekel“ von Sartre illustriert, Philip K. Dick ins Bild setzt oder Richard von Krafft-Ebings „Psychopathia sexualis“ – stets ist der persönliche Bezug spürbar, die Relevanz für Robert Crumbs eigenes Leben, die es verbietet, hier von schieren Illustrationen oder Adaptionen zu sprechen.Weitere Bände werden im halbjährlichen Rhythmus erscheinen. Robert Crumb wurde 1943 im amerikanischen Philadelphia geboren. 1967 zog es ihn ins Herz der Flower-Power-Bewegung nach San Francisco. Hier entwickelte er sich zum Enfant terrible des zeitgenössischen Comics und hob seine stilprägende Anthologie „Zap Comics“ aus der Taufe. Zu Robert Crumbs bekanntesten Schöpfungen gehören Fritz the Cat und Mr. Natural. Über die Jahrzehnte arbeitete er für etliche Magazine, darunter Art Spiegelmans „Raw“ oder „Weirdo“, das er selbst als Herausgeber verantwortete. Seine Arbeiten wurden weltweit ausgestellt, u.a. im New Yorker Museum of Modern Art oder im Kölner Museum Ludwig. Er lebt heute mit seiner Frau, der Zeichnerin Aline Kominsky-Crumb, zurückgezogen in Südfrankreich.

John Layman
Chew 5 – Bulle mit Biss: Erste Liga

128 S., Cross Cult 2012 16,80 EUR
Tony Chu – der cibopathische Bundesagent, der von allem, was seinen Gaumen kitzelt, übernatürliche Eindrücke erhält und damit bereits so manch heiklen Fall gelöst hat – ist entführt worden. Er wurde in einen Hinterhalt gelockt, K. O. geschlagen, an einen abgelegenen Ort verschleppt und ohne die geringste Chance auf Flucht festgesetzt. Um von seinen Fähigkeiten zu profitieren, plant Tonys Entführer, ihn mit einem Menü seiner Wahl zu füttern, um herauszufinden, was Tony „sehen“ kann. Tonys Tochter Olive wurde aus dem gleichen Grund entführt. Zwei Kidnapper, zwei Entführte und zwei sehr unterschiedliche Ergebnisse …Der fünfte Band der mit dem Harvey-Award und mehreren Eisner-Awards ausgezeichneten Serie über Bullen und Buletten, Köche und Kannibalen, Erleuchtete und Entführer!

Olivier Peru / Martinero
Nosferatu 2: Para Bellum

56 S., Splitter 2012 13,80 EUR
Niemand kennt sein Alter oder das Ausmaß seiner Macht… Er war bei der Kreuzigung Christi zugegen, hat mehreren römischen Kaisern gedient und unzählige Menschen getötet. Er ist der allererste Vampir: Nosferatu. Heute, nachdem er ein halbes Jahrhundert lang verschwunden war, erwacht er aus einem traumlosen Schlaf in Indien und findet heraus, dass gegen ihn eine Verschwörung im Gange ist. Seine Feinde wie auch seine Artgenossen wollen nur eines: ihn töten. Als seine Erinnerung langsam zurückkehrt, begreift er, dass sein Schicksal eng mit der Liebe zu einer Frau verknüpft ist. Er ist Nosferatu, das Ungeheuer, das als Mensch leben wollte… Mit Nosferatu legt Olivier Peru seinen nächsten Horrorknaller vor, der die Fans sicherlich ähnlich begeistert wie sein Hit »Zombies«, der die Fans zu wahren Jubelstürmen hingerissen hat.

Garth Ennis:
The Boys – Bd.11: Butcher – Von Menschen und Monstern

148 S., Panini 2012 16,95 EUR
Außerhalb der Reihe wird in diesem Band ausschließlich auf die Geschichte von „Butcher“, dem Team-Chef der „Boys“, eingegangen. Er ist auch der interessanteste Charakter, der Superhelden abgrundtief hasst. Quasi die Vorgeschichte bis er zu den Boys fand.

Arthur de Pins
Zombillennium 1: Gretchen

48 S., geb., Ehapa 2012 15,00 EUR
Nach seinem Autounfall kann sich Aurélien noch nicht so ganz mit dem Gedanken anfreunden, künftig als Untoter Zuckerwatte in „Zombillenium“, dem Freizeitpark der Untoten, zu verkaufen. Zumal er noch nicht einmal genau weiß, welche neuen Kräfte er durch sein Ableben gewonnen hat! Aurélien wurde nach dem Unfall nämlich nicht nur von Parkdirektor Von Bloodt (Vampir), sondern auch vom Chef der Personalabteilung Blaise (Werwolf) gebissen … Zombillenium ist ein herrlich schwarzhumoriger Spaß mit enormen Kultpotential. Das fand auch die Jury des internationalen Comicfestivals in Angoulême 2012 und verlieh Zombillenium den Prix Jeunesse! Arthur de Pins, geboren 1977, studierte Art Deco und Animation. Seitdem fühlt er sich in diversen künstlerischen Medien zuhause: Ob Kurzfilm (u.a. Geraldine), Graphic Novel (La Révolution des crabes), Werbung (u.a. Nutella) oder Comic (u.a. Péchés Mignons) – de Pins scheint sämtliche mediale Spielarten zu beherrschen. Die Besonderheit seines Stils liegt darin, dass er alle Zeichnungen am Computer in Vektorgrafik anlegt, ohne dass sein Artwork dadurch an Dynamik oder Eleganz verliert. Die Comicwelt wartet gespannt auf Band 3 seiner Ausnahmereihe Zombillenium!

Arthur de Pins
Zombillennium 2: Humankapital

56 S., geb., Ehapa 2013 15,00 EUR
Die Arbeitslosigkeit im Nachbardorf ist hoch – und Zombillennium als einziger Arbeitgeber weit und breit stellt nur Untote ein! Dementsprechend hoch ist die Wut der noch recht lebendigen Dorfbewohner auf den Freizeitpark der Monstrositäten. Als sich ein paar von ihnen unter das Personal mischen, bricht Chaos aus … Zombillennium ist ein herrlich schwarzhumoriger Spaß mit enormen Kultpotential. Das fand auch die Jury des internationalen Comicfestivals in Angoulême 2012 und verlieh Zombillennium den Prix Jeunesse!

Roman Dirge
Lenore 2: Hirnrisse

128 S., Panini 2012 16,95 EUR
Das süße kleine tote Mädchen setzt ihre verrückten Abenteuer auch in diesem Band fort – sie trifft die „Fahnzee“, veranstaltet eine ganz besondere Tee-Party und schlüpft sogar in ein Hasenkostüm! Und natürlich bleibt es für alle Wesen in ihrer Umgebung weiterhin schwierig,
am Leben zu bleiben. Tote, oh so viele Tote!

Mark Millar / John Romita jr.
Kick-Ass 2 Bd.1 und Kiss-Ass 2 Bd.2

100 S. und 96 S., Panini 2012 je 12,95 EUR
Dave Lizewski wollte immer ein Superheld sein. Jetzt ist er einer. Und das Schönste: Er ist nicht allein! Denn mittlerweile treiben sich viele seltsam kostümierte Gestalten mit knalligen Namen auf den Straßen der Stadt herum, um “das Böse” zu bekämpfen. In Ermangelung von Superschurken helfen sie auch schon mal in der Suppenküche aus und planen insgeheim die Gründung eines Superteams. Doch die Ruhe hat bald ein Ende, denn Red Mist bereitet seine Rückkehr vor. Der Sohn von Mafia-Boss Genovese, den Dave (alias Kick-Ass) und Mindy (alias Hit-Girl) zu Hackfleisch verarbeitet haben, sinnt auf Rache. Und auch er ist keineswegs mehr allein… Mark Millars brillanter Comic lieferte die Vorlage zum Überraschungs-Kinoerfolg des Jahres 2010. Und die Story um den Normalo-Helden Kick-Ass und seinen neu geschaffenen Feind Red Mist, sowie die unglaubliche Hit-Girl geht weiter: Mit Hilfe von Hit-Girl schafft Dave es tatsächlich, zu einem halbwegs respektablen Kämpfer für Gerechtigkeit zu werden. Für bizarres Gekloppe ist also gesorgt – und die Fortsetzung des Kinofilms steht für 2012 auch schon in den Startlöchern.

Scott Snyder / Yanick Paquette
Swamp Thing – Die Auferstehung der Toten

172 S., Panini 2012 16,95 EUR
Der geniale Botaniker Alec Holland will sein bisheriges Leben hinter sich lassen. Doch die Erinnerungen an seine alte Existenz als Swamp Thing lassen sich nicht verbergen. Erst recht nicht, als seltsame Ereignisse auf der ganzen Welt das Nahen einer neuen, grausigen Gefahr ankündigen! Ein früher DC-Comic-Hit, der tatsächlich in neuem Gewand spannend daherkommt. Ein mitreißendes Monsterepos

Joe Hill / Gabriel Rodriquez
Locke & Key 5: Uhrwerke

152 S., Panini 2012 16,95 EUR
Tyler und Kinsey Locke ahnen nicht, dass der inzwischen getötete Lucas “Dodge” Caravaggio den Körper ihres jüngeren Bruders Bode übernommen hat. Da er nun unbeschränkten Zugang zum Keyhouse hat, ist Dodge seinem Ziel, den Omega-Schlüssel zu finden und damit die Schwarze Tür zu öffnen, näher denn je. Doch Tyler und Kinsey besitzen einen anderen gefährlichen Schlüssel. Dieser öffnet ein Tor zur Vergangenheit – und damit zu den Geheimnissen des Keyhouse. Die Lockes müssen sich ihrem unheilvollen Erbe und der Finsternis hinter der Schwarzen Tür stellen. Denn lernen sie nichts aus der Geschichte ihrer Familie, sind sie dazu verurteilt, diese zu wiederholen. Doch ihnen bleibt nicht viel Zeit… Joe Hill ist der Sohn von Stephen King und dieser macht einen der besten, anspruchsvollsten und ungewöhnlichsten Comic der letzten Jahre. Der fünfte Band hält locker das Niveau der vier vorhergegangenen.

Alle Titel können Sie überall im Buchhandel wie auch unter folgender Adresse erwerben:

Worms Verlag
Abt. Onlineshop
Kultur- und Veranstaltungs GmbH,
Von Steuben Str.5, 67549 Worms
Berthold Röth Tel. 06241-2000-314
e-mail: berthold.roeth@kvg-worms.de

Interkulturelle Buchneuheiten Liste 31

März 20, 2013

Die vorhergehenden Listen können noch allesamt im Archiv unter wormsverlag.wordpress.com abgerufen werden.

Bertelsmann Stiftung (Hrsg.)
Deutschland, öffne dich!
Willkommenskultur und Vielfalt in der Mitte der Gesellschaft verankern

320 S., Pb., Verlag Bertelsmann Stiftung 2012 35,00 EUR

Hidir Karedmir / Monika Carbe
Im Zauberland Almanya – Wie Integration gelingen kann

142 S., geb., Größenwahn Verlag 2013 16,90 EUR
Wie sieht erfolgreiche Integration aus?
Diese Frage beschäftigt Politik und Gesellschaft. Hidir Karademir liefert mit seiner Autobiographie eine Antwort, die aus dem wirklichen Leben und eigener Erfahrung schöpft, und wirbt damit für eine aktive Integrationspolitik, die Deutsche und Migranten einander näherbringen soll. Kindheit und Schulzeit verbringt Hidir Karademir in seiner ersten Heimat, einem alevitischen Bergdorf in der Türkei. Durch den spontanen Entschluss, nach Deutschland zu gehen, erfährt sein Leben eine gewaltige Veränderung. Das Deutschland der 1970er Jahre bedeutet zunächst eine fremde Welt und Kultur, aber einmal im »Zauberland Almanya« angekommen, ist er entschlossen, alle Chancen, die ihm dieses Land bietet, zu nutzen. Der Schlüssel dazu ist Bildung. So schafft er es in seiner zweiten Heimat Deutschland nicht nur, eine erstaunliche berufliche Karriere hinzulegen, sondern auch eine politische Karriere zu starten, die ihn schließlich bis zu einer Kandidatur für das Europaparlament führt. Hidir Karademir ist 1954 im Bergdorf Ugurlu, Zentralanatolien/Türkei geboren und aufgewachsen. 1969 kam er als Gastarbeiter nach Walsum/Nordrhein-Westfalen, wo er eine Lehre als Bergmann absolvierte. 1972 folgte sein Umzug in die hessische Rödermark. Dort arbeitete er als Lagerarbeiter in Urberach und nebenbei erwarb er den deutschen Realschulabschluss. Bei der Kreisvolkshochschule Dieburg unterrichtete er ›Deutsch für Ausländer‹ und organisierte Näh- und Zuschneide-, Koch-, Folklore- und Satzkurse. 1980 nahm er eine Sozialberaterstelle beim Internationalen Bund für Sozialarbeit an, es folgte die Weiterbildung zum ›Staatlich anerkannten Sozialberater für ausländische Arbeitnehmer und ihre Familienangehörige‹ und 1984 wechselte er zur Arbeiterwohlfahrt. Nach dem 1992 abgeschlossenen Studium als Dipl. Sozialarbeiter bei der Fachhochschule Frankfurt arbeitet er heute noch bei der Arbeiterwohlfahrt als Migrationserstberater in Dietzenbach. Der Autor entschied sehr früh, in Deutschland zu bleiben, und wurde sozial und politisch aktiv. Seit 1972 ist er SPD Mitglied und seit 1996 Mitglied im Vorstand SPD Unterbezirk / Offenbach-Land. Er ist Mitglied im Europaausschuss im Bezirk Hessen-Süd und seit 1997 Mitglied sowohl des Stadtparlaments Rödermark als auch des Kreistags Offenbach. Er war Gründungsmitglied und Vorsitzender mehrerer Vereine und Organisationen, unter anderen, des Deutsch-Türkischen Freundschaftsvereins Rödermark e.V., des Ausländerbeirats der Stadt Rödermark und des Deutsch-Türkischen Forums Stadt und Kreis Offenbach e.V. Hidir Karademir ist seit 1977 verheiratet, hat zwei erwachsene Töchter und wohnt in Rödermark/Ober-Roden. Monika Carbe ist 1945 in der Theaterstadt Meiningen in Thüringen geboren, wuchs ab 1952 in Herford in Westfalen und Umgebung, zeitweise auch in Kopenhagen auf. Sie studierte Germanistik, Indologie und Philosophie in Marburg an der Lahn und schloss ihr Studium 1971 mit einer Promotion über Thomas Mann ab. Nach zwei Jahrzehnten hauptberuflicher pädagogischer Tätigkeit in der Erwachsenbildung entschloss sie sich ab den 1990er Jahren, freiberuflich als Autorin und literarische Übersetzerin zu arbeiten. Sie schreibt Lyrik, Prosa und Essays, Rezensionen und Kunstkritiken für Zeitungen und Zeitschriften und hat viele Werke aus dem Türkischen und Englischen übersetzt. Monika Carbe lebt heute in Frankfurt am Main. Eine Auswahl ihrer Veröffentlichungen: ›Eastwyn‹ Lyrisches Epos, William Barrie Fraser-Print, Frankfurt am Main/1981; ›Die Daten schreiben die Zeit in den Schornstein‹ Erzählun-gen, Neuer Rheinischer Vlg. Frankfurt am Main/1982; ›Das Testament des Staatsanwalts‹ Roman, Dipa Vlg. Frankfurt am Main/1999; ›Was war los in Frankfurt 1950 – 2000‹ Chronik, Sutton Vlg. Erfurt/2000; ›Schiller. Vom Wandel eines Dichterbildes‹ Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt/2005. Eine Auswahl ihrer Übersetzungen: Sait Faik ›Ein Lastkahn namens Leben‹ Roman, aus dem Türkischen, Monika Carbe / Enis Gülegen, Dipa Vlg. Frankfurt am Main/ 1991,Taschenbuchausgabe: Unions Vlg. Zürich/1996; Nedim Gürsel ›Turbane in Venedig‹ Roman aus dem Türkischen, Ammann Vlg. Zürich/2002.

Klaus J. Bade: Kritik und Gewalt
Sarrazin-Debatte, „Islamkritik“ und Terror in der Einwanderungsgesellschaft

400 S., Wochenschau Verlag 2013 26,80 EUR
Die „Integrationsdebatte“ nach Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ offenbarte ein Paradox – eine wachsende Akzeptanz des kulturellen Pluralismus, besonders unter jüngeren Menschen, und zugleich massive kulturelle Ressentiments in der Einwanderungsgesellschaft. Der renommierte Migrationsforscher und Politikberater Klaus J. Bade beleuchtet Ursachen, Hintergründe und die bedrohlichen Folgen dieser paradoxen Spannung. Ihr Ergebnis ist eine gefährliche Ersatzdebatte anstelle der verdrängten Diskussion um die neue Identität in der Einwanderungsgesellschaft. Vor dem Hintergrund auch der Terrorerfahrungen beschreibt das Buch die Ersatzdebatte als „negative Integration“: die Selbstvergewisserung der Mehrheit durch die Ausgrenzung einer großen – muslimischen – Minderheit. Politik verkennt die Brisanz dieser negativen Integration, solange sie „Integrationspolitik“ nicht als Gesellschaftspolitik für alle versteht. Prof. Dr. Klaus J. Bade lehrte bis 2007 Neueste Geschichte an der Universität in Osnabrück. Von Ende 2008 bis Mitte 2012 war er Gründungsvorsitzender des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) in Berlin.

Rachid Benzine: Islam und Moderne
273 S., Verlag der Weltreligionen 2012 24,95 EUR
Intellektualität und Frömmigkeit zu vereinbaren, das ist das Ziel einer ganzen Generation muslimischer Denker. Unabdingbare Voraussetzung dafür ist die Entwicklung einer neuen Hermeneutik der Koraninterpretation, zu der muslimische Gelehrte aus zahlreichen Ländern ihren Beitrag leisten und dafür mitunter Kopf und Kragen riskieren. Ihre Namen sind hierzulande noch kaum bekannt, da die wenigsten ihrer Schriften ins Deutsche übersetzt worden sind. Dennoch findet ihr Beitrag zur Versöhnung des Islams mit der Moderne auch in Deutschland hohe Anerkennung: So war zum Beispiel der 2010 verstorbene gebürtige Algerier Mohammed Arkoun, Professor an der Sorbonne in Paris, Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin, desgleichen der ebenfalls 2010 verstorbene Ägypter Nasr Hamid Abu Said. Andere Vertreter, die Benzine in seinem Buch darstellt, sind Fazlur Rahman, Farid Esack (Südafrika), Abdul Karim Sorush (Iran) und Abdelmajid Charfi (Tunesien). Neben dem leidenschaftlichen Engagement für die Sache, der sich diese neuen Denker verschrieben haben und so zu Hoffnungsträgern für viele Muslime geworden sind, beeindruckt die persönliche Opferbereitschaft, die manchem von ihnen abverlangt wurde. Abu Saids Ehe etwa wurde zwangsgeschieden, er erhielt Morddrohungen und mußte ins niederländische Exil flüchten.

Uta Ranke-Heinemann: Eunuchen für das Himmelreich
Katholische Kirche und Sexualität von Jesus bis Benedikt XVI..

592 S., Wesentlich erweiterte Ausgabe , Heyne 2012 11,99 EUR
Die bekannte Theologin Uta Ranke-Heinemann setzt sich anhand umfangreichen Quellenmaterials mit der Entwicklung der Sexualmoral im Katholizismus auseinander und zeichnet ein höchst differenziertes Sittenbild der katholischen Kirche. Die erweiterte und aktualisierte Neuausgabe 2012 wurde u. a. um das Kapitel „Meine große Enttäuschung“ ergänzt.

Emmy Abrahamson
Widerspruch zwecklos oder wie man eine polnische Mutter überlebt

220 S., TB, dtv 2013 12,95 EUR
Roman für Jugendliche ab 14 Jahren. Bei allem mischt sich die polnische Mutter in das Leben der 15jährigen Tochter ein. Das fängt beim Essen an und hört bei der Wahl der Freunde auf. So gut es die Mutter auch meint, sie bringt ihre Tochter Alicja schier um den Verstand. Der Roman spielt in Schweden und erzählt aber nicht nur eine turbulente Mutter-Tochter-Geschichte, sondern mit viel Elan auch von kulturellen Zusammenstößen.

Rena Dumont: Paradiessucher
303 S., Hanser 14,90 EUR
Roman für Jugendliche ab 14 Jahren. Lenka, siebzehn Jahre alt, lebt in einer kleinen tschechischen Stadt und hat einen großen Traum: Schauspielerin will sie werden, frei sein, kaufen, was sie will, sagen, was sie denkt, reisen, wohin sie will. Nach langer Wartezeit, endlich die Ausreisegenehmigung für Deutschland. Doch sich hierzulande durchzusetzen ist kein Märchen. Das Warten und Zweifeln geht weiter, bis sie ihre Chance erhält. – Die Geschichte einer schwierigen Aussiedlung in den achtziger Jahren.

Christian Schünemann, Jelena Volic: Kornblumenblau
Ein Fall für Milena Lukin

368 S., Diogenes 2013 19,90 EUR
Der erste Fall für Milena Lukin zu den Folgen der damaligen Betroffenen des Jugoslawienkrieges. Eine Militärgericht legt den Tod zweier Gardisten der serbischen Eliteeinheit als Selbstmordtat zu den Akten. Aber es steckt etwas ganz anderes dahinter. Der Krimi macht Lust auf Belgrad und sich noch einmal mit dem Krieg zu beschäftigen.

Su Turhan: Kommissar Pascha
352 S., knaur 2013 8,99 EUR
Der in Istanbul geborene Regisseur und Autor lebt in München und weiß wie es sich anfühlt, in zwei Kulturen aufzuwachsen. In seinem ersten Krimi führt die Titelfigur, Chef des Sonderdezernates Migra, ein Leben zwischen Schweinebraten und Döner, zwischen katholischer Kirche und Moschee. Er trinkt Cay, spielt Tavla – aber hat ein schlechtes Gewissen wegen seiner Leidenschaft für Schweinebraten, da diese gegen seinen muslimischen Glauben verstößt. Tatsächlich gibt es vor allem unter den Künstlern, Schriftstellern, Fotografen, Malern und Architekten viele Menschen wie den Kommissar Pascha. Menschen, die auf solche Weise zwei Kulturen in sich vereinen. Su Turhan kam als zweijähriger nach Deutschland, studierte in München und kam 2010 mit seinem Film „Ayla“ ins Kino. Weitere Kriminalromane, in die Migranten verwickelt sind, sind in Planung.

Alper Canigüz: Secret Agency
215 S., binooki 2013 15,90 EUR
Die Büroräume sind auf lebensfeindliche Temperaturen herabgekühlt, der Chef ist eine Katze, der einzige Kunde eine esoterische Lebensberatung und die Kollegin am Schreibtisch gegenüber die große Liebe. Musas neuer Job als Werbetexter in der Secret Agency ist so bizarr wie die Ereignisse, die auf den Tod des Geschäftsführers folgen und ihn in ein Abenteuer stürzen, das die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit so sehr verwischen lässt, dass kein Glas Raki mehr Abhilfe schaffen kann. Auch im Bewerbungsgespräch war nie die Rede davon, dass Musa sich mit Problemen auseinandersetzen müsste, die sich nicht durch einige Flaschen Bier in der Bar lösen lassen, sondern ihn auf eine Reise durch Istanbul, Paläste und übers Meer schicken Alper Canigüz erzählt eine rasante Geschichte, in der sich die Kreativwirtschaft in eine Mördergrube verwandelt und tödlicher Ernst sich mit absurdem Humor abwechseln.

Abbas Khider: Brief in die Auberginenrepublik
160 S., geb., Edition Nautilus 2013 18,00 EUR
Oktober 1999 – im Irak herrscht Saddam Hussein, in Libyen Gaddafi, in Ägypten Mubarak, in Syrien Hafiz al-Assad und in Jordanien König Abdullah II bin Hussein. Die arabische Facebook und Twitter-Revolution gegen die Despoten ist noch fernste Zukunft. Einen Brief an der Zensur vorbeizuschicken, ist ein langwieriges und gefährliches Abenteuer. Das nach dem Golfkrieg verhängte Handelsembargo treibt die irakische Bevölkerung ins Elend – einzig Auberginen gibt es im Überfluss, sodass die Iraker ihrem Land den Beinamen »Auberginenrepublik « verpasst haben. Salim, ein ehemaliger Student, schlägt sich im libyschen Exil als Bauarbeiter durch. Er war wegen des Besitzes verbotener Bücher verhaftet worden. Über seinen Onkel ist ihm die Flucht aus dem Irak gelungen, doch er hat nie wieder von seiner Familie, seinen Freunden und vor allem von seiner Geliebten Samia gehört, deren Namen er auch unter Folter nicht preisgegeben hatte. Nun erfährt er in Bengasi von einem die ganze arabische Welt überspannenden Netzwerk von illegalen Briefboten und wagt es, Samia einen Brief mit einem Lebenszeichen zu senden… Abbas Khider wurde 1973 in Bagdad geboren. 1996 floh er nach einer Verurteilung aufgrund »politischer Gründe« und nach einer zweijährigen Gefängnisstrafe aus dem Irak. Von 1996 bis 1999 hielt er sich als illegaler Flüchtling verschiedenen Ländern auf, seit 2000 lebt er in Deutschland. Studium der Philosophie und Literaturwissenschaft in München und Potsdam. Lyrik in verschiedenen Publikationen. Zurzeit lebt Abbas Khider in Berlin. Mit seinem vielbeachteten Debütroman Der falsche Inder (Herbst 2008), den er in deutscher Sprache verfasste, war er auf vielen Literaturveranstaltungen zu Gast, so auf dem Erlanger Poetenfestival 2008, der LitCologne 2009, den 6. Coburger Literaturtagen 2009, dem Internationales Literaturfestival Berlin 2009. Von der Heinrich-Böll-Stiftung erhielt er eine Einladung zu einem Festival in Beirut (April 2009), vom Goethe-Institut zu Lesungen in Jordanien und Syrien (Mai 2009).
2009 erhielt er das Alfred-Döblin-Stipendium der Akademie der Künste Berlin, vom Deutschen Literaturfonds bekam er außerdem ein Arbeitsstipendium der Autorenförderung (2009-2010). Seit 2010 ist Abbas Khider Mitglied des PEN. Im März 2010 wurde Abbas Khider mit dem Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis geehrt. Die Laudatio (© Robert-Bosch-Stiftung) bei der Preisverleihung hielt Hubert Spiegel. »Abbas Khiders tragikomischer, oft sogar burlesker Roman ist ein wirklichkeitsnahes, modernes Flüchtlingsmärchen über ein ernstes und bewegendes, seit Jahren aktuelles politisches Thema«, so die Jury über ihre Wahl. Mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ehrt die Robert-Bosch-Stiftung seit 1985 herausragende literarische Leistungen in deutscher Sprache, verfasst von Autorinnen und Autoren, deren Muttersprache oder kulturelle Herkunft nicht die deutsche ist. Die irakische Gesellschaft für Kulturförderung (I.C.S.A.), die 2005 von einigen irakischen Künstlern und Politikern gegründet worden ist und mit dem irakischen Kultusministerium kooperiert, verlieh ihm 2010 die Ehrenurkunde für Literatur

Wolfgang Gehrcke / Christiane Reymann (Hg.)
Syrien – Wie man einen säkularen Staat zerstört
und eine Gesellschaft islamisiert

187 S., Papyrossa 2013 9,90 EUR
Der Krieg in Syrien ist täglich in den Nachrichten, verlässliche Informationen sind dennoch Mangelware. Längst ist der anfangs friedliche Protest in einen von außen geschürten und finanzierten bewaffneten Aufstand übergegangen, der einem demokratischen Wandel die Luft abwürgt. In diesem Konflikt mischen mittlerweile so viele unterschiedliche Akteure mit, dass das Geflecht widerstreitender Interessen nur schwer zu durchschauen ist. Medial und politisch werden im Westen nur jene Kräfte wahrgenommen, die den gewaltsamen Sturz von Staatschef Baschar al-Assad betreiben. Andere Stimmen finden kein Gehör. Ebenso wenig wird die Frage erörtert, wie und unter welchen Bedingungen festgestellt werden kann, was eine Mehrheit der Syrer will. Diese Lücken schließt das vorliegende Buch. Es skizziert Wege zu Verhandlungslösungen, zu einer Übergangsregierung und zu freien Wahlen. Und es entflechtet die politischen und sozialen Kräfte und Konstellationen, die in dieser Auseinandersetzung eine Rolle spielen. Namhafte syrische Regierungskritiker beleuchten aus eigener Erfahrung Aufgaben und Chancen gewaltfreier Opposition. Autorinnen und Autoren aus Ägypten, Libanon und Deutschland ordnen den Syrien-Konflikt in die Geschichte des Nahen und Mittleren Ostens ein und untersuchen seinen Stellenwert in der Politik der USA, der Nato, Israels und der aufstrebenden Regionalmacht Türkei. Sie zeichnen die Haltung der Bundesregierung nach und fassen die Debatte in Deutschland und Europa zusammen. Ergänzt werden die Beiträge durch Schlüsseldokumente und ein Who is Who der syrischen Opposition. Wolfgang Gehrcke, MdB DIE LINKE, Mitglied im Vorstand seiner Partei und ihr Obmann im Auswärtigen Ausschuss des Bundestags. Christiane Reymann, Journalistin und Autorin, Politologin und Soziologin.

Amy Waldman: Der amerikanische Architekt
512 S., Schöffling Verlag 2013 24,95 EUR
Entsetzt stellt eine Jury fest, dass es sich bei dem Gestalter ihres Denkmals für die Opfer der Terroranschläge von 2001 vom Namen her um einen Muslim handeln muss. Dieser ist zwar Amerikaner und auch gar nicht religiös. Die Entrüstung bricht von zwei Seiten los: die einen sehen die Nominierung als Verhöhnung der Opfer, die anderen sehen sich aufgrund der Debatte diskriminiert.

Srecko Horvat: Nach dem Ende der Geschichte
Vom Arabischen Frühling zur Occupy-Bewegung

275 S., Laika 2013 22,90 EUR
Selten sind Francis Fukuyama und Slavoj Zizek, Stephane Hessel und Amos Oz, Michael Hardt und Gayatri Spivak, Terry Eagleton und Zygmunt Bauman, Tariq Ali und Gianni Vattimo in einem Band versammelt. Selten hat jemand mit den führenden Intellektuellen der Gegenwart Gespräche geführt, die nicht nur bekannte Thesen offenbaren, sondern auch eine echte Auseinandersetzung anbieten. Horvats Buch thematisiert die neuesten sozialen Bewegungen und Veränderungen vom Arabischen Frühling bis hin zur Occupy-Wall-Street-Bewegung, offenbart die Schwachstellen des heutigen Systems und bietet Strategien an, es zu bekämpfen. Das Buch soll weder als Selbsthilfe für den Kapitalismus noch als wohlwollende Genossen-Kritik an der liberalen Demokratie oder als Präsentation eines „Dritten Weges“ begriffen werden. „Nach dem Ende der Geschichte“ ist vielmehr eine intellektuelle Suche nach einer wahrhaften Alternative zum liberalen Kapitalismus. Dort, wo die Linke scheitert, werden die Tore für die faschistische Variante des Kapitalismus weit geöffnet. Dennoch: es herrscht zwar ein großes Chaos unter dem Himmel, aber die Bedingungen, ihm entgegenzuwirken, sind exzellent. Srecko Horvat ist einer der führenden Philosophen und Intellektuellen der jüngeren Generation in Kroatien. Er wurde 1983 in Osijek geboren, lebte die ersten sieben Jahre seines Lebens im Exil in Deutschland und kehrte 1990 nach Kroatien zurück. Sein Wohnsitz ist in Zagreb, aber die meiste Zeit reist er und publiziert Reiseberichte über Mali, den Senegal, Ägypten, Israel, Libanon, China usw. Bisher hat er acht Bücher publiziert.

Blätter für deutsche und internationale Politik 3` 13
130 S., Blätter Verlag 2013 9,50 EUR
enthält u.a. : Iran Konflikt – Das Jahr der Entscheidung, Pakistan im Umbruch, Die Rückkehr der Geopolitik – Eine Ideologie und ihre fatalen Folgen (am Beispiel Mali)

Materialdienst
Zeitschrift für Religions- und Weltanschauungsfragen 3/13

Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen 2013 3,00 EUR
u.a.: „Die islamische Zeitehe“ Religiös legitimierte Prostitution, Erniedrigung der Frau – oder zeitgemäße Wahrung der Unabhängigkeit?, Neuer Campus für Ahmadiyya-Theologen, Hindu-Tempel in Bielefeld eingeweiht sowie eine aktuelle Darstellung über das Alevitentum.

101 Nacht
Aus dem Arabischen erstmals ins Deutsche übertragen von Claudia Ott nach der Handschrift des Aga Khan Museums
336 S., geb., mit Faksimiles des Originals, Manesse 2012 49,95 EUR Übersetzt von Ott, Claudia
Ein Juwel der arabischen Literatur! Ein literarischer Sensationsfund: Die Arabistin Claudia Ott hat eine 800 Jahre alte Handschrift entdeckt – und damit ein gutes Dutzend funkelnagelneuer, bislang gänzlich unbekannter Schahrasad-Geschichten! Die betörende kleine Schwester von »1001 Nacht« feiert nun zweieinhalb Jahre nach dem Fund Weltpremiere. Eines der imposantesten Klassikerereignisse der letzten Jahrzehnte!
Edle Ritter und listige Bösewichte, Beduinen und Großwesire, Lindwürmer und Jungfrauen – die Figuren von »101 Nacht« haben eine dichterische Unmittelbarkeit und Frische, die auf Anhieb bezaubert. 2010 von Claudia Ott aus den Beständen des Aga Kahn Museums geborgen, wird die andalusische Handschrift von 1234 nun erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht – sachkundig übersetzt, sorgfältig ediert und bibliophil veredelt: mit handschmeichlerischem Samtüberzug, Goldfolienprägung und Schmuckfarbdruck.
Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2013 in der Kategorie Übersetzung!

Saphia Azzeddine: Zorngebete
128 S., geb., Wagenbach 2013 16,90 EUR
Eine Kindheit im Ziegenlederzelt, umgeben von Bergen und Wüste. Schafe als Gefährten. Nicht hinterfragte Gesetze als Norm. Jbara lebt mit ihren Eltern und Geschwistern in einem winzigen, ärmlichen Dorf und rechtet mit Allah, ihrem zugleich einzigen Vertrauten. Die Freiheit fährt zweimal pro Woche im Bus vorbei, doch eines Tages fällt – Allah sei Dank – ein rosa Koffer mit Rollen vom Gepäckdach herunter. Jbaras Aussteuer für ein neues Leben, das sie sich unter vielen Opfern und mit Einsatz ihres Körpers erkämpfen wird. Aus Jbara wird Scherezade, aus Scherezade schließlich Khadija. Sie verliert ihre Unschuld, ihre Heimat und zwei Zähne, doch nie ihren derben Humor und den Glauben an Gott. Azeddines Debüt ist ein tabuloser Monolog, das zornig-zärtliche Gebet einer jungen Frau im Maghreb, ein außergewöhnlicher Bildungsroman. Saphia Azzedine, 1979 in Agadir, Marokko geboren, kam mit neun Jahren nach Frankreich. Sie studierte Soziologie, verbrachte ein Jahr in Houston, arbeitete als Diamantenschleiferin in Genf und etablierte sich dann als Drehbuchautorin und Schriftstellerin. Ihr erster Roman „Zorngebete“ wurde bereits als Theaterstück inszeniert und ins Spanische, Italienische und Schwedische übersetzt. Die Verfilmung ihres zweiten Romans „Mein Vater ist Putzfrau“ war auch in den deutschen Kinos zu sehen.

Elias Khoury: Als schliefe sie
338 S., geb., Suhrkamp 2012 24,95 EUR
Elias Khoury ist einer der tonangebenden Schriftsteller und Intellektuellen der arabischen Welt. Welche Geschichten, fragen seine Bücher, sind ans Licht zu holen, wenn es um die Entstehung des palästinensisch-israelischen Konflikts geht? Mit welchem Gebirge aus Leid, Schmerz und Gewalt muß es eine „Friedensordnung“ für den Nahen Osten aufnehmen?
Khourys neuer Roman führt zurück in die 1940er Jahre, die Zeit vor der palästinensischen Niederlage und der Gründung des Staates Israel. Er erzählt von der Liebe zwischen dem Palästinenser Mansur und der „traumbegabten“ Libanesin Milia. Nach der Heirat ziehen die beiden nach Nazareth. Als Mansurs Bruder Amin, der gegen die jüdische Einwanderung gekämpft hat, getötet wird, muß Mansur seine Rolle übernehmen. Milia hat Angst, Angst um ihn, Angst um ihr Kind. Sie ist schwanger. Bei der Geburt am 24. Dezember 1947 stirbt sie, indem sie aus ihrem letzten Traum nicht mehr erwacht – ein Traum, der sie noch sehen läßt, wie Mansur mit dem Säugling aus dem brennenden Jaffa auf ein griechisches Schiff flieht.

Ayman Sikseck: Reise nach Jerusalem
160 S., geb., Arche 2012 18,00 EUR
»Wir neigen dazu, aggressiv und aufgeregt über den israelisch-arabischen Konflikt zu diskutieren. Ayman Sikseck gewährt uns ganz unaufgeregt tiefe Einblicke in die Komplexität der Situation.« (Yudit Shahar, Haaretz). Aus dem Leben eines Palästinensers in Israel: Ayman Sikseck erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der als Palästinenser in Jaffa geboren wurde und nach Jerusalem geht, um dort an der Universität Literatur zu studieren. Als ein Fremder in Jerusalem, verläuft er sich auch in Jaffa zwischen den zahlreichen Neubauten für betuchte Juden, die dort wie Pilze aus dem Boden schießen. Und selbst mit der Liebe fühlt er sich wie in einem Labyrinth: Seine arabische Freundin darf er nur heimlich treffen, solange er nicht bei ihrem Vater um ihre Hand anhält – während seine jüdische Freundin, eine Soldatin, ihn erst abfüllen muss, um ihn anschließend abzuschleppen. Ayman Sikseck, 1984 in Jaffa geboren, ist Palästinenser mit israelischer Staatsbürgerschaft. Er hat an der Jerusalemer Hebräischen Universität Vergleichende Literaturwissenschaft studiert und Aufsätze und Essays veröffentlicht. Zudem verfasste Sikseck über mehrere Jahre hinweg die Kolumne „Jaffa – Tel Aviv“, die im Feuilleton der renommierten Tageszeitung Haaretz erschien. „Reise nach Jerusalem“ ist sein erster Roman.

Moshe Machover: Israelis und Palästinenser – Konflikt und Lösung
400 S., Laika 2013 (erscheint im Frühjahr) 29,00 EUR
Die Essays entstanden zwischen 1966 und 2011 und reflektieren vor allem den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern vor dem Hintergrund der regionalpolitischen Situation sowie die Bedeutung der palästinensischen Kämpfe für eine gesellschaftliche Veränderung in der gesamten Region. Daneben analysiert Machover auch die Entwicklung der israelischen Linken und zeigt den Klassencharakter der gegenwärtigen israelischen Gesellschaft auf. Von den Mythen der ursprünglichen Kibbuz-Bewegung ist wenig bis nichts übriggeblieben, heute bestimmt die radikale Siedler-Bewegung wesentlich die Diskussion und der Neoliberalismus die Ökonomie. Moshe Machover, 1936 in Tel Aviv geboren, Mathematiker, Philosoph und politischer Aktivist, verließ Israel 1968, nachdem die Mitglieder der linken Matzpen, zu deren Gründern er gehörte, zunehmend politischer Verfolgung ausgesetzt waren. Machover ging nach Großbritannien und lehrte bis zu seiner Emeritierung am Londoner King`s College Mathematik und Philosophie. Seine bekanntesten Bücher, neben den wissenschaftlichen Fachveröffentlichungen zur Mathematik, sind „The Other Israel“ und „Israels and Palestinians“.

Teju Cole: Open City
333 S., geb., Suhrkamp 2013 22,95 EUR
Julius, ein junger Psychiater, durchstreift die Straßen Manhattans, allein und ohne Ziel, stundenlang. Die Bewegung ist ein Ausgleich zur Arbeit, sie strukturiert seine Abende, seine Gedanken. Er lässt sich treiben, und während seine Schritte ihn tragen, denkt er an seine kürzlich zerbrochene Liebesbeziehung, seine Kindheit, seine Isolation in dieser Metropole voller Menschen. Fast unmerklich verzaubert sein Blick die Umgebung, die Stadt blättert sich vor ihm auf, offenbart die Spuren der Menschen, die früher hier lebten. Mit jeder Begegnung, jeder neuen Entdeckung gerät Julius tiefer hinein in die verborgene Gegenwart New Yorks – und schließlich in seine eigene, ihm fremd gewordene Vergangenheit. Für seinen faszinierenden Roman über einen Flaneur des 21. Jahrhunderts ist Teju Cole mit Autoren wie Sebald, Camus oder Naipaul verglichen worden. Getragen vom Fluss seiner bewegenden, klaren Sprache, erzählt »Open City« eine Geschichte von Erinnerung, Entwurzelung und der erlösenden Kraft der Kunst.

Tom Wolfe: Back to Blood
768 S., geb., Blessing 2013 24,99 EUR
Der neue Bestseller des preisgekrönten Kultautors. Clash of Cultures unter karibischer Sonne: eine brillante und lustige Satire auf den menschlichen Umgang mit gesellschaftlicher Realität. Ein junger Polizist, Sohn kubanischer Einwanderer, erlebt eine wahre Achterbahnfahrt. Er rettet zwar einen kubanischen Bootsflüchtling bei dessen Festnahme vor dem Sturz aus einem Mast und einen weißen Kollegen vor der Mordattacke eines schwarzen Gangsters, doch damit bringt er sowohl die kubanische wie auch die schwarze Gemeinde in Aufruhr. Was dann außerdem geschieht ist eine atemberaubende Geschichte voller schwarzen Humors.

Carmen Lobato: Im Land der gefiederten Schlange
768 S., Knaur TB, 2012 9,99 EUR

Carmen Lobato: Im Tal der träumenden Götter
592 S., Knaur TB 2013 9,99 EUR
Eine Liebe die nicht sein darf in einem Mexico, das die Rassen nicht trennt. Eine große Familiensaga über die Auswanderung einer deutschen Familie nach Mexico des 19.Jahrhunderts.

Luiz Ruffato: Es waren viele Pferde
160 S., geb., Assoziation A 2012 18,00 EUR
In 69 Szenen entwirft der erste Roman des brasilianischen Ausnahmeautors Luiz Ruffato ein kaleidoskopisches Abbild der Megacity São Paulo mit ihrem Glamour, ihrem Elend, ihrer Verlogenheit und ihrem Schmerz. Die verschiedenen Schlaglichter fügen sich zur Geschichte eines Landes, das von Gewalt und Entwurzelung gezeichnet ist. Jede der Szenen hat eine eigene Stimme, einen eigenen Ton, eine eigene soziale Färbung. Mit fast paranoider Präzision gelingt es Luiz Ruffato, den Klang, die Gerüche, die Farben, die Angst einer 22-Millionen-Stadt poetisch exakt zu erfassen und zu dem verstörenden Porträt einer zerrissenen Gesellschaft zusammenzusetzen. Luiz Ruffato wurde 1961 in Cataguases im brasilianischen Bundesstaat Minais Gerais geboren. Im Jahr 1998 veröffentlichte er einen ersten Band mit Kurzgeschichten. Drei Jahre später folgte der Roman »Es waren viele Pferde«, der von der Kritik enthusiastisch aufgenommen und u.a. mit dem Prêmio Machado de Assis der brasilianischen Nationalbibliothek ausgezeichnet wurde. Eine Jury von Literaturkritikern der Zeitung »Globo« zeichnete das in mehrere Sprachen übersetzte Buch als einen der zehn besten brasilianischen Romane der letzten Dekade aus. Zwischen 2005 und 2011 schrieb Luiz Ruffato den fünfbändigen Romanzyklus »Inferno próvisorio« (Provisorische Hölle; auf dt. ab 2013 bei Assoziation A). Luiz Ruffato lebt in São Paulo.

Sergio Raimondi: Für ein kommentiertes Wörterbuch
96 S., Berenberg Verlag 2012 19,00 EUR
Es ist der Hafen der argentinischen Stadt Bahia Blanca, der in den Gedichten von Sergio Raimondi einer groß angelegten lyrischen Erkundung der Welt den Rahmen und die Motive leiht. In diesen Versen, einem mit den Mitteln des Dichters kommentierten und angereicherten Wörterbuch beseelter Technik und bedrohter Natur, werden Kräne, Lastwagen, Ratten, Meerestiere, das Ödland am Rande der Hafenbecken, Containerschiffe und der Pegelstand zum Ausgangspunkt einer weit fliegenden, in der literarischen Form streng gehandhabten Betrachtung. Zoologie, Zollkontrolle, Freihafen, Seehecht, Südatlantik, Tiefkühlware – all dies mündet in lyrisch gefasste Gedanken, wie und warum der Mensch in diesen Zeiten lebt oder leben könnte. Sergio Raimondi, geboren 1968 in Bahia Blanca, ist Schriftsteller und Professor für Zeitgenössische Literatur an der Universidad del Sur von Bahia Blanca, wo er seit 2011 auch Kulturdezernent ist.

Aaron Taus / Raul Zelik (Hrsg.)
Andere mögliche Welten?
Krise, Linksregierungen, populäre Bewegungen:
Eine lateinamerikanisch-europäische Debatte

200 S., Pb. , VSA 2013 17,80 EUR
Die kapitalistische Welt befindet sich in einer Vielfachkrise. Aber obwohl auch in Europa immer mehr Menschen zweifeln, dass »freie Märkte« tatsächlich gutes Leben gewährleisten, hat die multiple Krise auf dem alten Kontinent bislang nicht zu einer politischen Krise des Kapitalismus, ja nicht einmal des Neoliberalismus geführt. Doch auch in Lateinamerika, wo der Neoliberalismus in einigen Ländern in den 2000er Jahren kollabiert ist, zeigt sich heute, wie schwer es ist, kapitalistische Entwicklungs- und Produktionsmuster praktisch in Frage zu stellen. Selbst in Venezuela und Bolivien, wo die Regierungen eine starke sozialistische Rhetorik verfolgen, sind beharrliche ökonomische Kontinuitäten zu beobachten. Vor diesem Hintergrund versammelt der Band Beiträge, die aus fünf verschiedenen lateinamerikanischen und europäischen Ländern stammen und eine Perspektive jenseits des herrschenden »There is no Alternative« eröffnen. AutorInnen und Themen:
Elmar Altvater über Kapitalakkumulation nach Fukushima, Joachim Hirsch zum Verhältnis Staat und sozialen Bewegungen, Klaus Meschkat zur Debatte über Rätedemokratie, Christian Siefkes zu Peer Production und Commonism, Aaron Tauss zu besetzten Fabriken in Argentinien, Patricia Chávez (Bolivien) über »Spannungen im Staat« aus der Perspektive der Indigenenbewegung, Andrés Antillano fragt nach der »plebejanischen Demokratie Venezuela«, Leopoldo Múnera Ruiz (Kolumbien) diskutiert anhand der Positionen von Raúl Zibechi und García Linera das Verhältnis von Staatsform vs. Gemeinschaft, Jairo Estrada Álvarez (Kolumbien) untersucht die »assistenzialistische Sozialpolitik in Lateinamerika« und Pablo Ospina Peralta die »Ansprüche und Realität der Reformpolitik in Ecuador«. Raul Zelik diskutiert unter dem Topos der »Konstellation« das Spannungsverhältnis von Staat, Linksregierung und sozialer Hegemonie: Wie funktionieren Emanzipationsprozesse? Raul Zelik, geb. in München, ist Professor für Politik an der Nationaluniversität Kolumbiens und veröffentlichte zuletzt den Essay »Nach dem Kapitalismus? Perspektiven der Emanzipation oder: Das Projekt Communismus anders denken« (Hamburg 2011). Aaron Tauss ist Professor für Internationale Politik an der Nationaluniversität Kolumbiens.

Mo Yan: Frösche
512 S., Pb., Hanser 2012 24,90 EUR
Literaturnobelpreisträger Mo Yan zeigt sich mit seinem neuen großen Roman auf der Höhe seiner Kunst: Gugu ist die begabteste Hebamme in Gaomi. Seit Jahrzehnten bringt sie dort alle Kinder zur Welt. Mit Beginn der Geburtenkontrolle verantwortet die parteitreue Gugu auch Abtreibungen und Zwangssterilisierungen. Für ihre Karriere macht sie sich zum willigen Werkzeug der Partei. Erst im Alter bereut sie ihre Taten, die viele Menschen das Leben kosteten. In farbenprächtigen, autobiografisch grundierten und oft auch komischen Szenen erzählt Mo Yan von den Schicksalen der Frauen und Kinder in seiner ländlichen Heimat und von den dramatischen Folgen der Ein-Kind-Politik für die Menschen in China. Mo Yan wurde 1956 in Gaomi, Provinz Shandong, geboren. In Deutschland wurde er 1993 mit dem Roman Das rote Kornfeld bekannt. Mo Yans Werke wurden weltweit übersetzt und mit vielen Literaturpreisen ausgezeichnet. Für seinen Roman Frösche (Hanser 2013) erhielt er 2011 den Mao-Dun-Literaturpreis. Mo Yan ist Träger des Literaturnobelpreises 2012.

Hiromi Kawakami: Bis nächstes Jahr im Frühling
224 S., Pb., Hanser 2013 19,90 EUR
Noyuri und Takuya sind seit sieben Jahren verheiratet, als Noyuri erfährt, dass ihr Mann ein Verhältnis hat. Bisher war sie von ihrer Ehe wenig begeistert. Doch jetzt, als Takuya ihr die Trennung vorschlägt, erkennt sie, wie sehr sie an ihm hängt. Auf einer gemeinsamen Reise wird sich entscheiden, ob sie es wagt, auf eigenen Beinen zu stehen. Kawakami, die Meisterin atmosphärischer Liebesgeschichten, erzählt, wie eine Ehe und Liebe zerbricht. Auf lakonische Weise erzeugt sie eine große psychologische Spannung und zeigt, dass sich selbst hinter den alltäglichen Ereignissen ein menschliches Drama verbergen kann. Ein poetischer Roman aus Japan über die großen menschlichen Fragen und die Tragik falscher Entscheidungen. iromi Kawakami, 1958 in Tokio geboren, studierte Naturwissenschaften und unterrichtete Biologie, ehe 1994 ihr erster Roman erschien. Ihre Bücher wurden mit zahlreichen japanischen Literaturpreisen ausgezeichnet, und sie zählt zu den populärsten Schriftstellern Japans.

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Worms Verlag
Abt. Onlineshop
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Von Steuben Str.5, 67549 Worms
Berthold Röth Tel. 06241-2000-314
e-mail: berthold.roeth@kvg-worms.de

Interkulturelle Buchneuheiten Liste 30

März 4, 2013

Die vorhergehenden Listen können noch allesamt im Archiv unter wormsverlag.wordpress.com abgerufen werden.

Martin Buber-Werkausgabe
Bd. 2.2: Ekstatische Konfessionen

416 S., geb., mit CD-ROM, Gütersloher Verlagshaus 2012 148,00 EUR
Mystische Zeugnisse aus unterschiedlichen Kulturen. Die „Ekstatischen Konfessionen“ versammeln von Martin Buber ausgewählte und übersetzte mystische Zeugnisse sehr unterschiedlicher Kulturen, Religionen und Zeiten – von Asien über den Orient bis hin zu europäischen Mystikern. Sie illustrieren eindrücklich Bubers frühe intensive Beschäftigung mit der Mystik. Der vorliegende Band bietet erstmals eine kritische Edition dieses seit seiner Erstveröffentlichung 1909 vielfach wieder aufgelegten Werkes mit einer ausführlichen Einleitung, Varianten und einem Kommentar, der u.a. detaillierte Quellenangaben zu allen Zeugnissen enthält. Darüberhinaus werden im Anhang unveröffentlichte Archivmaterialien publiziert, die weitere mystischen Zeugnisse bieten und den Auswahlprozess Bubers auf dem Weg zur Erstellung des Buches dokumentieren. Die beiliegende CD-ROM ermöglicht die eigenständige Beschäftigung mit den Originaltexten und den direkten Vergleich mit Bubers Übersetzung.

Helwig Schmidt-Glintzer (Hg.)
Weist der Fundamentalismus die Wissenschaft in die Schranken?
Bibel, Koran und Veda als letzter Maßstab der Erkenntnis

Zukunftsfragen der Gesellschaft. Vorträge des Symposiums vom 24.2.2012
93 S., Akademie Mainz, Abh. D. Geistes- und sozialwiss. Klasse 2012, Pb.
Franz Steiner Verlag 2013 16,00 EUR

Atto Melani: Die Geheimnisse der Konklaven und die Laster der Kardinäle
96 S., Pb., Klett-Cotta 9,95 EUR
„Rom darf man niemals unterschätzen, muss ihm aber immer schmeicheln.“ Hinter den Kulissen einer Papstwahl. Keiner kannte die Umstände einer Papstwahl besser als er, der Meisterintrigant vor und hinter den Kulissen: Atto Melanie (1626 – 1714), kastrierter Sänger und Spion des Sonnenkönigs bei den Papstwahlen, war eine der schillerndsten Figuren des Absolutismus. In diesem Buch erklärt er, wie man sich einen Papst wählt. „Melani beschreibt anschaulich die Perfidie, die es braucht, einen gewünschten Kandidaten durchzusetzen“ (Johann Schloemann, Süddeutsche Zeitung).

Henning Wrogemann:
Das schöne Evangelium inmitten der Kulturen und Religionen

264 S., Erlanger Verlag 25,00 EUR
Henning Wrogemann, Professor an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal, ist einer, der so schreiben kann, dass man kein theologisches Fachwörterbuch bereithalten muss, um zu begreifen, was er den Lesern mitteilen will. Zwischen den Buchdeckeln dieses Bandes sind dreizehn Vorträge und Zeitschriftenbeiträge versammelt, die der Inhaber des Lehrstuhl für Missions- und Religionswissenschaft in den letzten Jahren verfasst hat. Die „Streifzüge“, wie er sie nennt, greifen Themen auf, die auch im Schwerpunkt dieses Heftes angesprochen wurden – das Buch bietet also eine gute Vertiefung für alle, die mehr über kontextuelle Theologie erfahren wollen.

Vera Zingsem: Und sie erschuf die Welt
Wie Schöpfungsmythen unser Denken prägen

320 S., Irdana Verlag 2012 23,90 EUR
„Schöpfungsmythen sind vor allem wunderschöne Geschichten: voller Fantasie, Magie, Kraft und Poesie“. Nirgendwo sonst geht es so bunt und turbulent zu wie in Schöpfungsgeschichten. Ihr Reichtum spiegelt die ganze Vielfalt des Lebens auf unserem Planeten wider. Manche umfassen nur wenige Zeilen, wie die Schöpfungserzählungen der Bibel, andere sind so umfangreich wie ein ganzes Buch. Häufig dienen die Mythen auch als Grundlage für bedeutsam gewordene Rituale in einer Kultur, sie geben moralische Verhaltensmuster vor und prägen bis heute gesellschaftliches Denken. Vera Zingsem hat Schöpfungsmythen aus aller Welt zusammengetragen, darunter viele aus matrilinearen Kulturen, die uns wertvolle Impulse geben. Hier wird Schöpfung als Gemeinschaftswerk verstanden, beschrieben wird eine Welt voller Wärme, Verbundenheit und Akzeptanz, in der das Füreinander-Einstehen von weiblichen und männlichen Kräften zur Harmonie führt.

Martin R. von Ostheim: Selbsterlösung durch Erkenntnis
Die Gnosis im 2.Jahrhundert n. Chr.

108 S., Pb. , Schwabe Verlag (Reflexe) 2013 16,50 EUR
Woher wir kommen, wohin wir gehen… Wer möchte nicht nach Erkenntnis streben? Gnostikerinnen und Gnostiker finden sie in ihrer Religion. Die Gnosis eröffnet ihnen eine neue, geistige Welt. Sie können die Welt des Materiellen verlassen und sich selbst in die Welt der Äonen erlösen. Die Gnosis ist eine Religion unbekannten Ursprungs, die sich im zweiten Jahrhundert n. Chr. im gesamten Mittelmeerraum verbreitet hat. Das griechische Wort gnosis bedeutet Erkenntnis – und das ist auch das Ziel der Gnosis und ihrer Vertreter. Gnostikerinnen und Gnostiker versuchen, durch Studium der gnostischen Schriften und gnostischen Kult, in Form einer persönlichen Erkenntnis Antworten auf die großen Fragen der Menschheit zu erlangen. Die Erkenntnis, woher wir kommen und wohin wir gehen, was der Urgrund unseres Seins ist, ist für Gnostiker eine Befreiung aus der diesseiteigen, materiellen Welt und führt zur Selbsterlösung in eine neue, geistige Welt. Doch Gnostikerinnen und Gnostiker können am Pleroma, der Welt der Äonen, bereits hier vorweg Anteil nehmen. Ein Erlöser wird nicht benötigt. Christliche Kirchenväter haben gnostische Schulen vehement bekämpft. Diese waren eine Bedrohung für das junge Christentum. Gnostiker haben ihre Lehren aus dem Christentum und verschiedenen philosophischen Strömungen zusammengetragen. Den meisten gemeinsam ist die Annahme eines höchsten, vollkommenen Gottes und eines unvollkommenen Schöpfergottes, Demiurg genannt, der die materielle Welt und die Menschen erschaffen hat. Manchmal wird der Demiurg mit dem Gott des Alten Testamentes identifiziert. Alle Menschen tragen in sich einen göttlichen Funken des höchsten Gottes. Es gilt, diesen zu entdecken und sich aus dem negativ gedeuteten Materiellen in die geistige Welt zu retten – in den Texten wird dies oft bildhaft mit Licht und Dunkelheit oder Nebel und klarer Sicht umschrieben. Martin R. von Ostheim stellt in diesem Buch die Gnosis Valentinus und seines Schülers Ptolemaios vor.

Martin Guggisberg (Hrsg.)
Grenzen in Ritual und Kult der Antike

208 S., geb., Schwabe 2013 (erscheint im Mai) 57,00 EUR
In der von den Kultur- und Sozialwissenschaften geprägten Debatte um die Bedeutung von Grenzen hat die Antike bislang nur geringe Beachtung gefunden. Der vorliegende Band vereint die Ergebnisse einer interdisziplinären Tagung, die vom Departement Altertumswissenschaften der Universität Basel gemeinsam mit der Fondation pour le Lexicon Iconographicum Mythologiae Classicae in Basel durchgeführt wurde. Ihr Ziel war es, am Beispiel des zentralen Erfahrungsbereichs von Ritual und Kult die Tragweite der Fragestellung der Grenze für die Altertumswissenschaften auszuloten. Bewusst wurde dabei ein breiter Zugang gewählt, welcher der Frage nach dem Stellenwert religiöser Grenzen in Ägypten und dem Vorderen Orient ebenso Rechnung trägt wie in Griechenland, Etrurien und Rom bzw. den nordwestlichen Provinzen des römischen Reiches. Ein zentraler wissenschaftlicher Erkenntnisgewinn besteht in der Feststellung der großen Dynamik, Durchlässigkeit und Dehnbarkeit des antiken Grenzkonzeptes, das sich nicht zuletzt dadurch von der Grenzwahrnehmung der Moderne absetzt. Gleichzeitig bildet die Fähigkeit zur Grenzziehung eine konstituierende Voraussetzung der kulturellen Ordnung und damit der Ausbildung der antiken Hochkultur an sich.

Wolfgang Bauer, Clemens Zerling: Das ganz andere im Stein
Wenn Steine, Felsen und Berge ihr vollständiges Sein offenbaren

292 S., geb., Synergia 2012 24,90 EUR
Alle Kulturen der Welt verehren besonders markante Steine, Berge und Felsformationen. An Steinen opferten die Menschen, hielten Zwiesprache mit den Ahnen, suchten Weissagung, Schutz und Trost und Gebetserhörung, hielten Gericht, vollzogen Hochzeiten und vertrauten dort ihre Verstorbenen wieder der Erdmutter an. Warum aber stieg an sakralen Steinen die Gewissheit für eine Erneuerung des Lebens? Auf welchem Vorstellungshintergrund fußt der frühe indoarische Glaube, man habe neben dem Wasser und Licht des Lebens auch die sieben Urtöne dem Stein entlockt? Was ist dieses „ganz andere im Stein“? Wolfgang Bauer und Clemens Zerling gehen den ältesten Spuren von Steinverehrung nach und suchen nach verloren gegangenen oder wiedergefundenen Zugängen. Sie beschreiben im Volksglauben verankerte Heilrituale oder –bräuche und zeigen Gründe dafür auf, dass neue Kulte entstehen. Die Autoren liefern dabei einen Einblick in die erstaunliche Vielfalt der Beziehungen zwischen Stein und Mensch. So wendet sich dieses Buch nicht nur an die Erlebniswanderer und Liebhaber von geheimnisvollen kultischen Plätzen in der Natur. Es wendet sich an alle, die das Erschauern vor dem „Wunder Natur“ noch nicht verlernt haben; die sich auf der Suche nach ihrem Selbst befinden, auf der Suche nach dem „Eckstein“, dem Grundstein oder dem „Stein der Weisen“.

Anselm Grün / Shih Chao-hwei: Was glaubst du?
144 S., Vier Türme Verlag 16,90 EUR
Zwei scheinbar gegensätzliche Religionen – Christentum und Zen-Buddhismus – im Zwiegespräch.

Frido Mann: Das Versagen der Religion
176 S., Kösel Verlag 16,99 EUR
Der Enkel von Thomas Mann trat als promovierter Theologe 2009 aus der Kirche aus, weil er sich über die Versöhnung des Papstes mit der Pius-Bruderschaft empörte. In seinem Buch sucht er nach der Grundlage, die alle monotheistischen Glaubenslehren teilen, und findet sie im respektvollen und friedlichen Zusammenleben der Menschen.

Mark Lilla: Der totgeglaubte Gott
Politik im Machtfeld der Religionen

304 S., Kösel Verlag 21,99 EUR
Provokanter Aufruf zur Verbannung des Religiösen aus der Politik.

Francis X. Clooney: Komparative Theologie
Eingehendes Lernen über religiöse Grenzen hinweg

200 S., Ferdinand Schöningh 26,90 EUR
Eine wissenschaftliche Einführung in die globalen Zusammenhänge der Religiösität. Eugen Egner, 1951 im Baden-Württembergischen Ingelfingen geboren, lebt seit 1955 in Wuppertal. Er hat sich als Zeichner u. a. für das Satiremagazin Titanic und die Frankfurter Allgemeine Zeitung einen Namen gemacht. Neben Bild- und Cartoonbänden umfasst sein Œuvre auch Romane und Storysammlungen. Seine Hörspiele wurden erfolgreich vom WDR und anderen Rundfunksendern ausgestrahlt. In jüngster Zeit betätigt er sich in Bands wie Armutszeugnis und dem Improvisationstrio Gorilla Moon auch als Gitarrist und tritt mit seiner »Sparoper« Olga La Fong öffentlich auf. In der Edition Phantasia ist erschienen: Schmutz (2008), Die Traumdüse (2009).

Dieter Eich: Der geplünderte Planet
Wie die Rohstoffmärkte funktionieren und wer davon profitiert

220 S., Pb., Ch. Links Verlag 2013 (erscheint März) 16,90 EUR
Ein Blick hinter die Kulissen des globalen Rohstoffpokers. Einzige populäre Übersichtsdarstellung zum Thema wie Weltmächte und Schwellenländer knapp werdende Ressourcen für sich sichern – und Europa abhängen. Spannende Reportage, die sich phasenweise wie ein Wirtschaftskrimi liest. Bei anhaltendem Rohstoffverbrauch benötigen wir in 25 Jahren drei (3!) Erden, um den Bedarf zu decken. In einigen Industriezweigen gibt es bereits jetzt einen deutlichen Mangel an „seltenen Erden“, denn Förderländer wie China und Brasilien begrenzen ihre Exporte und orientieren sich verstärkt an Eigeninteressen. Für die bei Rohstoffen extrem importabhängige deutsche Industrie sind schwerwiegende Auswirkungen absehbar, wenn keine Alternativen erschlossen werden. Doch die Politik hat eine gezielte ressourcenschonende Wirtschaftsstrategie verschlafen und setzt weiterhin nur auf höheres Wachstum. An den Märkten hat eine Schlacht begonnen. Dieter Eich stellt die drei großen Akteure und die Mechanismen des Handels auf den Rohstoffmärkten vor, analysiert die Rolle der Händler, Spekulanten und Hedgers und erklärt, wird dort mit welchen Mitteln das große Geld verdient. Abschließend stellt er alternative Nachhaltigkeitsmodelle vor und fordert politische Regelungen.

Burkhard Müller: Verschollene Länder
Eine Weltgeschichte in Briefmarken

18o S., geb., zuKlampen 2013 (erscheint Mai) 24,00 EUR
Dieses Buch erzählt in kleinen Geschichten große Geschichte. Länder, die einst stolz Kunde von ihrer Existenz mittels Briefmarken um den Erdball schickten, sind heute von der Weltkarte verschwunden. Burkhard Müller hat sie in Sammleralben wiedergefunden und verschafft seinen Lesern Zugang zu Zwergen- und Riesenreichen, die nicht mehr bereist werden können. Kaum werden neue Länder geboren, da senden sie auch schon auf Briefmarken gedruckt ihre Hoheitszeichen in alle Himmelsrichtungen hinaus. Ob Sowjetbayern oder Lundy, Heligoland oder das Königsreich Hawaii, Tanna-Tuva oder das Deutsche Reich: Auf ihren Marken verkündigen sie den Anspruch auf staatliche Souveränität. Burkhard Müller lässt nun seiner 1998 begonnen ersten Reise in die Welt dieser gezackten Kleinkunstwerke eine zweite folgen und entdeckt seinen Lesern winzige, große, absurde, aber auch bedrohliche Reiche, die alle das gleiche Schicksal teilen: Sie sind im Ozean der Zeit ebenso wieder untergegangen, wie sie einst aus ihm aufgetaucht waren. Er versteht es, aus ihren Briefmarken eine verborgene Geschichte herauszulesen, denn sie haben, wenn man sie genau genug ansieht, ein Gesicht; es verrät oft mehr und anderes, als die Herausgeber im Sinn hatten.

Dagmar Yu-Dembski: Chinaprinzen
Meine deutsch-chinesische Familie

160 S., geb., Edition Ebersbach 2013 (erscheint Februar) 18,00 EUR
Eine Frau auf der Suche nach Identität erzählt die Geschichte ihrer deutsch-chinesischen Familie, die weder Sprache noch Heimat gemeinsam hat und dennoch im geteilten Berlin miteinander verbunden bleibt. „1976 war ein Drachenjahr. Es war das Jahr, in dem mein Vater starb. Von seinem Wunsch, im Alter in die Heimat zurückzukehren und einst in der Heimaterde begraben zu werden, wusste ich nichts. Wir lebten in der gleichen Stadt, aber wir lebten in verschiedenen Welten“. Als Tochter eines Chinesen und einer Deutschen im Nachkriegs-Berlin aufgewachsen, pendelt die Autorin als Schulkind zwischen dem Osten der Stadt, wo Mutter und Bruder leben, und dem westlichen Teil Berlins, wo sie auf dem samtbezogenen Diwan der russischen Großmutter nächtigt, während der Vater als „Chinakönig“ Berliner Stadtgeschichte zu schreiben beginnt. In den Wirtschaftswunderjahren eröffnet er am Kurfürstendamm die mondäne Hongkong-Bar, in der Berlins High Society verkehrt. Dass es in ihrer Familie anders zugeht als in den Familien ihrer deutschen Freundinnen, wird Dagmar Dass es in ihrer Familie anders zugeht als in den Familien ihrer deutschen Freundinnen, wird Dagmar Yu früh bewusst. „Wir haben nie richtig dazugehört“. Sie ist 13 Jahre alt, als der Vater wegen der Geliebten aus seiner Heimat die Mutter verlässt, die fortan alles ablehnt, was sie an China erinnert – selbst die eigene Tochter. Das Leben der Mutter gerät aus den Fugen, die Tochter des Chinakönigs muss einen eigenen Weg finden… Mit dem Tod des Vaters, der einen Wendepunkt in ihrem Leben bedeutet, beginnen Dagmar Yu-Dembskis Erinnerungen an ihre multi-kulturelle Familie. Bisweilen anrührend und schmerzlich, bleiben ihre Schilderungen doch wunderbar leicht.

Emmy Abrahamson
Widerspruch zwecklos oder wie man eine polnische Mutter überlebt

220 S., TB, dtv 2013 12,95 EUR
Roman

Norbert Mappes-Niediek: Arme Roma, böse Zigeuner
Was an den Vorurteilen über die Zuwanderung stimmt

208 S., Pb., Ch. Links Verlag 16,90 EUR
Dieses Buch erschien im letzten Jahr genau im richtigen Moment, als der verstärkte Zuzug von Roma aus Serbien und Montenegro nach Deutschland – speziell ins Ruhrgebiet – einsetzte, und kurz vor der Eröffnung des Berliner Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas und wurde somit ein Erfolgstitel des Links-Verlages, der gleich in die 2.Auflage gehen konnte. Warum kommen die Roma in Osteuropa aus ihrem Elend nicht heraus? Sind sie arm, weil sie diskriminiert werden, oder werden sie diskriminiert, weil sie arm sind? Sind sie arbeitsscheu, kriminell und womöglich dümmer als andere? So wird oft gefragt, wenn auch meistens hinter vorgehaltener Hand. Und die Antwort kennt man natürlich: „Typisch Roma.“ Der langjährige Balkan-Korrespondent Mappes-Niedieck unternimmt einen Faktencheck und kommt zu überraschenden Befunden. Zugleich kritisiert er die europäische Roma-Politik und die von ihr beförderte „Gypsy industry“ fundamental und zeigt alternative Wege auf.

Emmanuel Kileo: Grüß Gott aus Afrika!
Deutsche Mentalität aus Sicht eines tansanischen Missionars

190 S., mit Farbfotos, Erlanger Verlag für Mission und Ökumene 15,00 EUR
Von „polepole“ zu „zackzack“.. Deutsche sind zuverlässig, pünktlich und vernarrt in die Bürokratie – so weit das Klischee. Doch wie ticken wir Deutschen wirklich? Emmanuel Kileo, ein tansanischer Pfarrer, kommt als Missionar nach Deutschland und versucht die deutsche Mentalität zu ergründen. Dabei lässt er uns alltägliche Szenen aus ungewohnter Perspektive nacherleben und hält in seiner autobiografischen Erzählung unserem kirchlichen und gesellschaftlichen Leben den Spiegel vor.

Dominique Manotti: Hartes Pflaster
312 S., Assoziation A, Neuauflage 2012 14,00 EUR
Paris im Frühjahr 1980. Tausende von türkischen Einwanderern kämpfen für ihre Legalisierung. Als Sans-Papiers arbeiten sie in zahlreichen Schneiderwerkstätten unter erbärmlichen Bedingungen für den Glanz der Modebranche. In einem Atelier wird die Leiche einer jungen thailändischen Prostituierten entdeckt. Kommissar Daquin nimmt die Ermittlungen auf. Die Spur führt ins Milieu der türkischen Drogenmafia – und ins Herz der Pariser High Society.

Heinz Buschkowsky: Neukölln ist überall
geb., Ullstein 2012 19,99 EUR
Buschkowsky klagt über die Defizite im Berliner Problembezirk Neukölln. Er ist dort Bürgermeister, kommt selbst aus einfachen Verhältnissen – und weiß deshalb: Armut muss kein Schicksal sein. Sein Buch „Neukölln ist überall“ hat die Integrationsdebatte 2012 neu befeuert und erlebte über Wochen und Monate eine enorme Nachfrage.

Blätter für deutsche und internationale Politik 1/13
130 S., Blätter Verlag 2013 9,50 EUR
u.a.: „Billige Kleidung – und ihr Preis“ über die katastrophalen Bedingungen, unter denen in Indien, China oder Bangladesch Kleidung für die Industrieländer hergestellt wird, „Von Kairo bis Jerusalem: Nahöstliche Eskalationen“, „Kongo: die ferngesteuerte Rebellion?“, „Mali: Das Kartenhaus der Demokratie“, „Der Hunger aus dem Tank“ über die dramatischen Preissteigerungen auf dem globalen Lebensmittelmarkt, „Was wäre eine gute Religion?“ über pluralistisches Glaubensverständnis und säkularen Staat, „Diese dreckige, kleine Sekte“ über den syrischen Bürgerkrieg und den Hass auf die Alawiten,

Hermann Häring: Versuchung Fundamentalismus
Glaube und Vernunft in einer säkularen Gesellschaft

160 S., geb., Gütersloher Verlagshaus 2013 (erscheint April) 16,99 EUR
Wie institutionalisierter Glaube die christliche Botschaft beschädigt. Nachdenken über das Verhältnis von Glaube und Vernunft – für einen menschenfreundlichen, freien und gegenwartsbezogenen Glauben. Ein streitbares Buch über Fehlformen der Frömmigkeit und die daraus resultierenden Konsequenzen. Die römisch-katholische Kirche ist in hohem Maße von Fehlformen der Frömmigkeit infiziert: der Nostalgie, des Satzpostivismus, des tabuisierten Heiligen und eines unfreien Glaubensgehorsams. All diese Haltungen schränken den vernünftigen Umgang mit Sinnfragen ein und provozieren die Frage: Wie in Gottes Namen können wir zu einer Vernunft finden, die sich dem Glauben öffnet und dennoch menschenfreundlich, frei und gegenwartsbezogen reagiert? Hermann Häring arbeitet den Fundamentalismus als Versuchung und Problem vieler Religionen heraus – gerade in seinen verheerenden Formen. Genau darüber muss man heute auch in unseren Kirchen sprechen. Daraus zieht er Konsequenzen für die Ökumenefähigkeit der Kirchen wie zur Friedensfähigkeit von Religionen in einem säkularen Rahmen.

Wolfgang Wippermann: Fundamentalismus
176 S., Herder 16,99 EUR
„Der Historiker und Faschismusexperte Wolfgang Wippermann untersucht in `Fundamentalismus`die radikalen Ausprägungen in allen Weltreligionen, beschreibt ihre Entstehung und die Folgen. Er führt vor Augen wie gefährlich diese geistige Haltung sein kann, wenn sie mit der Menschenwürde und demokratischen Prinzipien kollidiert. Obgleich gerade mal 100 Jahre alt, gilt der Fundamentalismus heute als die weltweit am schnellsten wachsende Glaubensströmung.“ (Daniel Grinsted im Börsenblatt)

Henning Wrogemann:
Lehrbuch Interkulturelle Theologie/Missionswissenschaft
Bd. 2: Missionstheologien der Gegenwart
Globale Entwicklungen, kontextuelle Profile und ökonomische Herausforderungen

432 S., Pb., Gütersloher Verlagshaus 2013 (erscheint März) 29,99 EUR
Seit seinen Anfängen ist das Christentum eine missionarische Religion. Doch wie ist die christliche Sendung zu verstehen? Welche Begründungsmuster und Zielvorstellungen sind leitend? In diesem Lehrbuch werden globale missionstheologische Diskurse der letzten einhundert Jahre nachgezeichnet und unterschiedliche christliche Profile (Pfingsbewegung, Orthodoxe Kirchen, Römisch-katholische Kirche, protestantische Akteure u.a.) in ihren kontextuellen Varianten (etwa in Afrika oder Asien) vor Augen geführt. Aktuelle ökumenische Herausforderungen werden unter Einbeziehung von Beispielen behandelt, wie etwa: Mission und Interreligiöser Dialog, Befreiung, diakonisches Handeln, Versöhnung, Partnerschaft, Konversion, Heilung, Exorzismen, Prosperity Gospel oder Genderfragen. Den Abschluss bildet der Versuch, für den deutschen Bereich Hinweise zu einer kontextuellen wie interkulturell anschlussfähigen Missionstheologie zu geben.

Tilman Jens: Der Sündenfall des Rechtsstaats
Der neue Religionskrieg um Beschneidung, Karikaturen und Kopftücher

192 S., geb., Gütersloher Verlagshaus 2013 (erscheint Februar) 16,99 EUR
Geht der säkulare Rechtsstaat vor Religion und Kirche in die Knie? Wie eine Koalition von Klerikern die Republik zu verändern versucht. Die erregte Debatte um die Vorhaut, in ihrem gesellschaftlichen Kontext betrachtet. Eine couragierte Streitschrift aus aktuellem Anlass. Die kleine Manneshaut erregt, ja entzweit die Republik: Haben die Kölner Richter, die im religiösen Ritus der Beschneidung den Strafbestand der Körperverletzung erfüllt sahen, das Grundrecht auf Glaubensfreiheit verletzt? Oder ist es eher ein mutiger Sieg des Rechtsstaats, der über das Kindeswohl, über das Recht auf körperliche Unversehrtheit zu wachen hat? Die Debatte ist symptomatisch. Die Schlachten um Religionsfreiheit und religiöse Gefühle werden härter. Rabbiner, Imame und Kardinäle kämpfen Seit an Seit – und finden reichlich Gehör. Da wird mit einstweiliger Verfügung schon mal ein Titelbild der „Titanic“ konfisziert, ein Mohammed-Film beschäftigt Staatsschutz und Minister. Tilman Jens zeichnet die Stationen bedenklicher Entwicklung.

Katajun Amirpur: Den Islam neu denken
Der Dschihad für Demokratie, Freiheit und Frauenrechte

256 S., C. H. Beck 14,95 EUR
Eindrucksvolle Vorstellung der einflussreichsten Erneuerer des Islams. Auch für Nicht-Muslime eine anregende Lektüre.

Wolfgang Benz: Ansturm auf das Abendland?
Zur Wahrnehmung des Islam in der westlichen Gesellschaft

56 S., Picus Verlag 8,90 EUR
Eine Streitschrift gegen den antiislamischen Rassismus und ein Plädoyer für mehr Toleranz.

Ahmad A. Reidegeld: Handbuch Islam
Die Glaubens- und Rechtslehre der Muslime

832 S., geb., Spohr Verlag 28,00 EUR
Das in seiner vierten Auflage schon zum Klassiker gewordene gut ausgestattete, 832 Seiten starke „Handbuch Islam“ hat sich als unentbehrliches Nachschlagewerk zu den vielfältigen Fragen der Glaubenslehre und des islamischen Rechts in Würdigung der Besonderheit der vier Rechtsschulen und als Ratgeber bewährt und erfreut sich bei Muslimen und Fachleuten großer Beliebtheit.

Shereen El Feki: Sex und die Zitadelle
Liebesleben in der sich wandelnden arabischen Welt

416 S., Hanser Verlag 24,90 EUR
Fünf Jahre lang hat die Autorin Menschen in arabischen Ländern befragt, welche Rolle Sex in ihrem Leben spielt.

Iranian Voices – Republik der Verrückten
CD, 55 Min., BuchFunk 2013 (erscheint März) 14,90 EUR
Republik der Verrückten ist ein Hörspiel von Oliver Kontny mit Musik von Marc Sinan aus der internationalen Reihe „Iranian Voices“. Es verbindet groteske Augenzeugenberichte und distanzierte Reflexion in der Suche nach einer möglichen Haltung. Mit den Stimmen von Jasmin Tabatabai, Maryam Zaree, Bijan Zamani und anderen Künstlern entsteht ein fein gezeichnetes Bild vom groben Alltag unter dem islamischen Regime, vor einem zerklüfteten Hintergrund von Soundscapes iranischer und Berliner Musiker.

Karam Khella: Syrien – von der Wiege der Menschheit bis zur Krise
mit einem Abriss der Langzeitgeschichte

tup Verlag 9,00 EUR

Karam Khella: Ägypten und Revolution
tup Verlag 8,00 EUR

Karam Khella: Die libysche Krise
tup Verlag 3,00 EUR

Gershom Gorenberg: Israel schafft sich ab
316 S., geb., Campus Verlag 2012 19,99 EUR
Gespalten zwischen seinen demokratischen Idealen und religiösem Fanatismus, der Illusion eines freien Staates und der Realität einer repräsentativen Besatzungsmacht – der renommierte Historiker Gershom Gorenberg zeigt, vor welchen Herausforderungen Israel heute steht. Die drängende Frage lautet: Wie kann Israel verhindern, dass es sich selbst zerstört?

Mark A. Gabriel. Israel in Gefahr
Der nächste Schachzug des Islam gegen die Juden

240 S., TB, Resch Verlag 2013 (erscheint im März) 15,90 EUR
Der aus Ägypten stammende Autor und ehemalige Dozent an der Al-Azhar-Universität in Kairo beschreibt die Wurzeln des Judenhasses durch die Lehre des Islam. Hier greift er einerseits auf historische Quellen seit Mohammed und auf seine eigenen Erfahrungen als Jugendlicher zurück, andererseits auf aktuelle Stellungnahmen von islamischer Seite. Er zeigt aber auch die Ambivalenz des Koran auf, der im Grunde Lösungsmöglichkeiten zur Bewältigung des Konflikts bietet.

Alfred Bodenheimer: Haut ab! Die Juden in der Beschneidungsdebatte
64 S., Wallstein 12,90 EUR
„Die rituelle Entfernung der Vorhaut als Zeichen des Bundes zwischen Gott und Abraham ist nach wie vor erlaubt – solange dies nach den Regeln ärztlicher Kunst geschieht. Der Basler Religionswissenschaftler stellt angesichts der Auseinandersetzung fest, dass das Judentum noch nicht in Deutschland angekommen sei. Und er behandelt drängende Fragen: Was genau bedeutet Religionsfreiheit? Wer entscheidet, ob Eltern ihre Kinder vernünftig erziehen? Ein Buch, das um Verständnis wirbt.“ (Daniel Grinsted im Börsenblatt)

Eli Lasch: Wie können wir Gott in unserer Zeit verstehen?
Der Bibeltext der Tora aus mystischer und kabbalistischer Sicht. Bd.1

128 S., Pb., Verlag Roman Kovar 16,90 EUR
Der Autor lädt uns ein, mit ihm auf eine Entdeckungsreise zu gehen, damit wir herausfinden, wie wir Gott in unserer Zeit, im 21.Jahrhundert, verstehen können. Die Tora zeigt den wahren Weg in die Freiheit, in die Energie, durch die die Welt erschaffen wurde, in die Liebe und das Licht der Erkenntnis. Das Buch ist ein Vermächtnis an Juden, Christen und Muslime – an alle, die an den Einen, Einzigen, Allgegenwärtigen, Allmächtigen, liebenden Gott glauben, wie auch an die Menschen, die Gottes Existenz infrage stellen.

Mark Betterson: Kreiszieher
Kühn beten – und Wunder erleben

272 S., Pb., SCM R. Brockhaus 16,95 EUR
Während einer Dürreperiode in Israel zog Honi, der Weise, einen Kreis in den Sand und gelobte, nicht eher aus ihm herauszukommen, bis Gott sein Gebet um Regen erhört hatte. Inspiriert von dieser jüdischen Legende zeigt Mark Betterson anhand von biblischen Geschichten und eigenen Erlebnissen, wie wir Wunder erleben können, wenn wir Gebetskreise um unsere Träume, unsere Familien oder unsere Probleme ziehen. Ein packendes Buch zum Thema Gebet, das neuen Glauben weckt und zum Beten ermutigt.

Boualem Sansal: Rue Darwin
320 S., Merlin Verlag 24,90 EUR
Der bislang autobiografischste Roman von Sansal: die erstaunliche Geschichte einer Algerierin, die in jungen Jahren Klanführerin und als Puffmutter unermesslich reich und mächtig wird. Wie immer geschrieben mit viel Verve und Wut.

Saphia Azzeddine: Zorngebete
128 S., geb., Wagenbach 2013 (erscheint im März) 16,90 EUR
Der Alltag ist schmutzig und elend, das Glück schmeckt nach Granatapfeljoghurt, und Jbara spricht mit Allah: Wütend und demütig, poetisch und vulgär – für den Fall, dass er doch nicht alles sieht und nicht versteht, warum sie soweit gehen konnte…

Tom Wolfe: Back to Blood
Blessing 2013 24,99 EUR
Der neue Bestseller des preisgekrönten Kultautors. Clash of Cultures unter karibischer Sonne: eine brillante und lustige Satire auf den menschlichen Umgang mit gesellschaftlicher Realität.

Dany Laferriere: Das Rätsel der Rückkehr
300 S., geb., Verlag Das Wunderhorn 2013 (erscheint März) 24,80 EUR
Wie schon sein Vater in den 1960er Jahren, entschließt sich der 23jährige Journalist Dany Lafferiere 1976 ins Exil zu gehen, nachdem ein Freund und Kollege von Paramilitärs im Dienst des Diktators Francois Duvalier ermordet wurde. Er geht nach Kanada, lebt in der Metropole Montreal, wo ihn dreiunddreißig Jahre später eines Nachts am Telefon die Nachricht erreicht, dass sein Vater in New York soeben gestorben ist. Die ihn unvorbereitet treffende Nachricht lässt ihn erstmals an eine Rückkehr in die Heimat denken, über sein Leben im Exil seit seiner Ankunft in Montreal reflektieren. Erinnerungen aus den Tiefen der Kindheit und Landschaften kommen in ihm hoch, als „langsame Vorbereitungen zur Abreise“, wie er es selbst bezeichnet. Gemeinsam mit seinem Neffen, seinem jüngeren Alter Ego, bereist er Haiti, wo die Bevölkerung hungert und unter der politischen Verfolgung und Korruption leidet. Er trifft auf ein schwer geprüftes Land, das aber auch in die lebendige Kunstszene und die Jugend große Hoffnungen setzt. Inspiriert von Aime Cesaires „Cahier d`un retour au pays natal“ ist der Roman in Versform geschrieben, die ohne Reime und fixes metrum auskommt. Die Rhythmen und Klangwiederholungen ergeben einen sehr musikalischen Erzählstil, der eher einem Popsong als einem Langgedicht ähnelt, was den großen Erfolg des Buches in der französischen Sprache erklärt.

Binyavanga Wainaina:
Eines Tages werde ich über diesen Ort schreiben – Erinnerungen

320 S., geb., Verlag Das Wunderhorn 2013 (erscheint April) 24,80 EUR
Mit der Kurzgeschichte „Discovery Home“ hat er die literarische Bühne betreten, danach die wichtigste Zeitschrift für neue afrikanische Literatur „Kwani?“ gegründet. Der nachhaltige Erfolg seiner Satire „How to write about Africa“ hat ihn zur Stimme des modernen Afrika gemacht. In einem Interview sagt Binyavanga Wainaina, dass er schon immer ein großes Buch über das postkoloniale Afrika schreiben wollte, es aber 7 Jahre brauchte, bis er die richtige Form und Sprache gefunden hat, um ausdrücken zu können, was Afrika für ihn selbst bedeutet und wie er Afrika gesehen haben will. Seine autobiografische Reise führt nach Kenia, dem Land, in dem er aufgewachsen ist, das ihn geprägt hat und von dem er aus in die Welt gegangen ist. Sie führt auch nach Uganda, dem Land, in dem seine Mutter geboren wurde und nach Südafrika, wo er studierte und sein Coming Out als Schriftsteller hatte. Er schreibt über sein Heranwachsen in der urbanen Mittelklasse Kenias, in einer kulturellen, ethnischen und lingualen Vielfalt, die ihn als Kind verwirrt und zugleich fasziniert. Er beschreibt den Prozess des Erwachsenwerdens, wie ihn als junger Mann die südafrikanische Post-Apartheit-Gesellschaft verunsichert, der einzige Ausweg für ihn die Flucht in die Literatur und die Rückkehr zu seiner Familie nach Kenia ist. Am Ende des Buches begegnet uns der erwachsene Autor, der zu seiner Sprache und Identität gefunden hat, mit kritischen, aber brilliant geschriebenen Reiseberichten aus dem heutigen Afrika.

Indra Wussow (Hg.): Ankunft eines weiteren Tages
Zeitgenössische Lyrik aus Südafrika

200 S., zweisprach englisch-deutsch, Verlag Das Wunderhorn 2013
(erscheint im März) 19,80 EUR
Eine südafrikanische Dichtergeneration zwischen Aufbruch und Ernüchterung, zwischen Gewinnen und Verlusten. Seismographen eines gesellschaftlichen Umbruchs, der Identitäten und Prägungen auf den Kopf stellt. Die Suche nach eigener Identität, das Gefühl von Isolation und Fremdheit, die Intimität des Privaten als Rückzug vor dem Ungefähren eines nur rudimentär ausgehandelten Gesamten, verbinden sich hier mit den großen politischen und gesellschaftlichen Themen und beleuchten so wichtige Themen wie Besitz und Verlust, Freiheit und Ohnmacht, Gewalt und Glück. Acht unterschiedliche Stimmen bilden ein eindrucksvolles Klanggewebe und zeugen von der Stärke südafrikanischer Lyrik und ihrem rebellischen Geist in schwierigen Zeiten. Mit Gedichten von Gabeba Baderoon, Vonani Bila, Rustum Kozain, Kgafela oa Magogodi, Mbali Kgosidinsi, Charl Pierre Naude, Karin Schimke und Phillippa Yaa de Villiers.

Maaza Mengiste: Unter den Augen des Löwen
240 S., Verlag das Wunderhorn 24,80 EUR
Äthiopien, 1974: Die Monarchie wird gestürzt, ein kommunistisches Regime übernimmt die Macht. Familien zerbrechen an den ideologischen Gräben: Der Sohn des berühmten Arztes Hailu schließt sich den Kommunisten an; Hailu selbst gilt plötzlich als Staatsfeind, wird im Gefängnis gefoltert. Ein kunstvoller, da einfühlsamer und differenzierter Blick auf die äthiopische Geschichte.

Anna Kuschnarowa: Kinshasa Dreams
382 S., Beltz & Gelberg 12,95 EUR
Jugendbuch ab 14 Jahren. Der sechzehnjährige Jengo aus dem Kongo hat einen großen Traum. Er will Boxer werden. Deshalb treibt es ihn über Ägypten und Libyen nach Frankreich. Doch statt in sportlich freundschaftliche Kreise zu gelangen, kämpft er täglich ums Überleben. Als illegal Eingewanderter muss er ständig aufpassen, nicht entdeckt und abgeschoben zu werden. Eine dramatische Geschichte von Liebe, Freundschaft und Flucht, die einen in Atem hält bis zum Schluss.

Christoph Meckel: Dunkler Weltteil
Erinnerung an afrikanische Zeit

112 S., Libelle Verlag 16,90 EUR
„Afrikanische Zeit der Sechzigerjahre. Ich war in Nigeria und im Senegal unterwegs, als ein nachkoloniales Leben und Lebensgefühl sich zu entfalten begann. Es war eine Zeit des Atemholens, die neuen Staaten waren wenige Jahre alt, von Korruption, Rassenhass und Verelendung vieler Art noch nicht entstellt.“ Über Afrika hat Christoph Meckel wenig geschrieben. Fast ein halbes Jahrhundert nach seinen Reisen per Anhalter und als Straßenläufer gibt er seinen Erinnerungen Raum. Es sind Bilder einer eigenen Härte und Heiterkeit, Blitzlilchter, nachgetragene Dankbarkeit, Erkundigungen an den Rändern von Furchtbarem, von Beeindruckung und Gelächter. Er erzählt von seinen Begegnungen mit Bildhauern und Dichtern wie Christopher Okogbo und Amos Tutuola in Ibadan, auch mit Aime Cesaire und Leon Damas beim „Festival des Arts Negres“, jenem einzigartigen Fest, zu dem der Staatsmann und Dichter Leopold Senghor 1966 nach Dakar lud. Von besonderem Gewicht bleibt seine Freundschaft mit dem „Forschenden, Erkennenden, Bewegenden und Richtungsweisenden“ Ulli Beier, die Oshogbo begann. Dort förderte der einst aus Deutschland vertriebene Beier zusammen mit Susanne Wenger die Entwicklung von nigerianischer Kunst, bevor er als Gründer des Iwalewa-Hauses von Bayreuth aus zum Vermittler außereuropäischer Kultur wurde.

Martin Frank: Industrie und Sozialarbeit in Ghana
421 S., Pb., Erlanger Verlag 2012 30,00 EUR
Zunehmende Industrialisierung und Städtebildung waren eine große Herausforderung für die jungen Kirchen im Prozess der Dekolonialisierung der sog. Dritten Welt. Die Kirchenbünde in Genf und Nairobi koordinierten die weltweite ökumenischen Aktivitäten in den neu entstandenen Industriegebieten Afrikas. Das englische Exportprodukt der Industrial Mission traf dabei in vielen Ländern Afrikas und Asiens auf ein fremdes Umfeld. Der Autor, der fünf Jahre im ökumenischen Team der Team Industrial Mission in Ghana mitgewirkt hat, untersucht Ursprung und Entwicklung dieser einzigartigen Missionstätigkeit und stellt sie in den Kontext der ökumenischen Diskussion.

Heinrich Balz: Morgenhügel und Luther im Kongo
Briefe aus Kimbeimbe

252 S., Pb., Erlanger Verlag 2012 19,90 EUR
Termitenhügel bestimmen die Savannenlandschaft im südlichen Kongo. Im theologischen Seminar lernen kongolesische Studenten und Pfarrer mit Luther fragen, was das Evangelium ist. Kann Luther bei ihnen ankommen? Soll er es? Und was bringt die koreanische christliche Mission in den Kongo? Heinrich Balz hat zehn Jahre in Kamerun und fünf Jahre in Tansania an kirchlichen Hochschulen unterrichtet.

Luiz Ruffato: Mama, es geht mir gut
160 S., geb., Assoziation A 2013 (erscheint im Mai) 18,00 EUR
Ein brutaler Familienpatriarch, der mit Axthieben und Brandrodung das Land urbar macht, seine junge Frau „an die Nabelschnur endloser Schwangerschaft“ fesselt, die Jungtiere mehr liebt als seine Kinder, gar die eigene Tochter erschießt. Schonungslos beschreibt Luiz Ruffato die Härte, die Entbehrungen und die Grausamkeiten des Landlebens, das die Welt italienischer Einwandererfamilien im Hinterland der Berge von Minas Gerais in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts prägt. Es ist diese Enge und Bedrängtheit des Lebens, der die heranwachsenden Jugendlichen zu entfliehen versuchen. Sie machen sich auf in ein vermeintlich besseres Leben, in die nächste Kleinstadt, dann nach Rio oder Sao Paulo. Den erdverbundenen Werten der Alten, die in einem Tal hinter der Staubstraße eine Heimat gefunden haben, steht die Faszination der Jungen für die Lichter des Fortschritts gegenüber. Die Träume sind bescheiden, Worte werden nur wenige gewechselt, die weite Welt reicht zunächst nicht viel weiter als bis zur nächstgrößeren Ansiedlung und deren Busbahnhof. Das Buch bildet den Auftakt des Romanzyklus „Provisorische Hölle“, mit dem Ruffato den Armen, den einfachen Leuten, den Migranten eine Stimme verleiht. Er hebt sie aus ihrer literarischen Vergessenheit und lässt so die Geschichte des brasilianischen Proletariats wiederauferstehen. Innere Monologe alternieren mit poetischen Passagen, mit Szenen dramatischer Intensität. Unprätentiös, frei von Sozialromantik und auf höchstem literarischen Niveau. Ruffatos Saga des proletarischen Brasilien ist nüchtern, schmerzhaft und kompromisslos. Ruffato wurde 1961 in Cataguases im brasilianischen Bundesstaat Minais Gerais geboren. Im Jahr 1998 veröffentlichte er einen ersten Band mit Kurzgeschichten. Drei Jahre später folgte der Roman „Es waren viele Pferde“, der von der Kritik enthusiastisch aufgenommen und u.a. mit dem Preis „Machado de Assis“ der brasilianischen Nationalbibliothek ausgezeichnet wurde. Eine Jury von Literaturkritikern der Zeitung „Globo“ zeichnete das in mehrere Sprachen übersetzte Buch als einen der besten zehn Romane der letzten Dekade aus. Zwischen 2005 und 2011 schrieb Luiz Ruffato den fünfbändigen Romanzyklus „Provisorische Hölle“. Luiz Ruffato lebt in Sao Paulo.

Aurelie Maurin / Thomas Wohlfahrt (Hg.)
VERSschmuggel / Contrabando de Versos
Brasilianisch- und deutschsprachige Gedichte mit CD

Verlag Das Wunderhorn 2013 (erscheint im April) 26,80 EUR
In kaum einem anderen Land der Welt prallen so viele poetische Vorstellungen aufeinander wie in Brasilien. Ihre Kraft schöpft die brasilianische Poesie aus unterschiedlichen Quellen, von der Konkreten Poesie der Avantgarden über die afro-brasilianischen Erzähltraditionen und Songwriting bis zur Visuellen Poesie. Der in Berlin lebende brasilianische Dichter Ricardo Domeneck hat einige der spannendsten Autoren Brasiliens unterschiedlicher poetischer Richtungen für den VERSschmuggel ausgewählt. Die Literaturwerkstatt Berlin hat sie zum poesiefestival berlin 2012 eingeladen. Mit dabei sind Ricardo Aleixo, Dirceau Villa, Jussara Salazar, Horacio Costa, Marcos Siscar und Erica Zingano. Gemeinsam mit ihren deutschsprachigen Dichterkollegen Ann Cotton, Gerhard Falkner, Barbara Köhler, Christian Lehnert, Ulf Stohlterfoht und Jan Wagner arbeiteten sie an der Übersetzung ihrer Werke in die andere Sprache – ein Verfahren, das ideal für Übersetzung ist, da der Dichter direkt in den sprachlichen Transfers mit einbezogen ist. In Koproduktion mit „7Letras“ (Rio de Janeiro)

Nahuel Lopez: Das Paradies ist die Hölle
Meine Reise zu den letzten Mapuche-Indianern

224 S., geb., Gütersloher Verlagshaus 2013 (erscheint Mai) 19,99 EUR
Der Kampf eines indigenen Volkes gegen seine Vernichtung. Ein ergreifendes Buch mit einer humanitären Botschaft. Nahuel Lopez, der seine Wurzeln in Chile hat, dem Land der Mapuche-Indianer, erzählt Geschichten von Menschen, denen er begegnet ist, bei denen er gewohnt, mit denen er Freundschaft geschlossen hat. Menschen vom Stamm der Mapuche, einem südamerikanischen, vom Aussterben bedrohten Indianer-Volk. Sie kämpfen einen aussichtslosen Kampf gegen eine gnadenlose Gesellschaft, in der für sie kein Platz mehr zu sein scheint. Die Mapuche gehören zu den Ärmsten der Armen, sie haben keine Lobby, keine Waffen, keine Rechte – sie haben nur sich selbst und ihren Willen zu überleben. Diesen Menschen will Nahuel Lopez mit diesem Buch eine Stimme geben, den Skandal der Menschenrechtsverletzung publik machen und so einen Funken Hoffnung säen.

Alejandro Zambra: Die Erfindung der Kindheit
167 S., Suhrkamp Verlag 18,95 EUR
Wie erzählt man von den Zeiten des Terrors und der Verfolgung, wenn man in einer Familie aufgewachsen ist, die sich stets aus allem herausgehalten hat? Ein junger chilenischer Schriftsteller taucht hinab in die finsteren Jahre Pinochets und erkennt, dass er sich seine eigene Kindheit erfinden muss, um zur Wahrheit der Epoche vorzustoßen. Ein kunstvoll grüblerischer Roman, der seine eigene Verfertigung miterzählt.

Tomas Gonzales: Das spröde Licht
176 S., Fischer Verlag 17,99 EUR
Ein fast erblindeter Mann erinnert sich an das frühe Glück mit seiner Frau und an das Unglück seines ältesten, nach einem Unfall gelähmten, Sohnes. Wie kann man das Leiden ertragen und im Lächeln überwinden? – Kann man im Exil überwintern? Diese Fragen umkreist der kolumbianische Autor Gonzales behutsam, eindringlich, spannend. Präzise und schön und klar.

Elina Fleig & Madhuresh Kumar & Jürgen C. Weber (Hrsg.)
Speak Up ! Sozialer Aufbruch und Widerstand in Indien

300 S., Pb., Assoziation A 2013 (erscheint März) 18,00 EUR
„India Shining“ (Leuchtendes Indien), so heißt der offizielle Slogan, der den Aufstieg des 1,2 Milliarden Einwohner(innen) zählenden Subkontinents zur bald drittstärksten Volkswirtschaft der Welt beschreiben soll. Es ist ein gigantisches Modernisierungsprojekt, das die Lebensgrundlagen von Millionen von Menschen zu zerstören droht – versinnbildlicht in den Tausenden von Selbstmorden verzweifelten Bäuerinnen und Bauern. Doch dagegen regt sich massiver Protest und Widerstand – organisiert in neuen sozialen Netzwerken und Initiativen lokal, landesweit und international agierender Akteure. So ist ein kaleidoskopisches Spektrum unterschiedlichster Bewegungen entstanden, die dieses Buch vorstellt und zu Wort kommen lässt. Es sind die indischen Aktivist(innen) selbst, die in SPEAK UP! von ihren Kämpfen berichten und ihre Erfahrungen diskutieren. Die Beiträge dokumentieren Aspekte des Protests und der Veränderung. Kämpfe von Arbeiter(innen) in neuen Formen gewerkschaftlicher Orientierung; von Bäuer(innen) für Land und Ernährungssouveränität, gegen die Zerstörung ihrer Dörfer und Vertreibung aus ihren angestammten Gebieten; Kämpfe gegen Großprojekte wie Staudämme, Atomkraftwerke und Sonderwirtschaftszonen; Kämpfe der Slumbewohnerinnen für Wohnraum, Bildung und sauberes Wasser – um nur einige zu nennen. Die Berichte reflektieren zugleich die verschiedenen Lebensrealitäten. Sie führen in wegen ihres Rohstoffreichtums für die globalen Märkte zur Plünderung freigegebenen Waldregionen, in städtische Ballungsgebiete von Neu-Delhi bis Mumbai, an die Küsten Tamil Nadus bis in abgelegene Gebiete des Bundesstaates Karnataka. Alle Autor(innen) des Bandes, darunter die Trägerin des alternativen Friedensnobelpreises Medha Patkar, sind selbst an den sozialen Kämpfen und Auseinandersetzungen in Indien beteiligt und auch in internationalen Zusammenhängen aktiv. Ihre Beiträge belegen, dass der Mythos vom „leuchtenden Indien“ einer kritischen Hinterfragung nicht standhält. Das umfassendste Werk zu sozialen Widerstandsbewegungen in Indien in deutscher Sprache.

Zhao Jie: Kleiner Phönix – Eine Kindheit unter Mao
500 S., geb., Blessing 2013 (erscheint März) 22,99 EUR
Bewegende Erinnerungen gewähren einmalige Einblicke in chinesisches Denken und chinesische Kultur. Ihre Eltern waren Schauspieler im Dienste der Armee und nie zu Hause. So wuchs die kleine Zhao Jie, genannt Cui, in den frühen 60er-Jahren mit ihrer Großmutter und den Nachbarn in einem engen Hof in unmittelbarer Nachbarschaft zum Platz des Himmlischen Friedens auf. Das Zentrum des Riesenreiches ist ihr Spielplatz, hier lernt sie Fahrrad fahren und schwenkt Papierblumen für die Revolution. Mao wird für das Mädchen zur unerreichbaren Vaterfigur, der sie wie Millionen andere Kinder ihrer Generation gläubig folgt. Ihre Großmutter schenkt ihr die Liebe, Mao ein Lebensideal. Mit neun Jahren trägt sie die ordensgeschmückte Uniform der Rotgardisten. Mit dreizehn marschiert sie bis zum Zusammenbruch. Erst als sie fern von daheim als Erntehelferin in einem armen Bauerndorf lebt, wird ihr klar, dass sie ihre Kindheit einer Lüge geopfert hat. Zhao Jies erstaunliche Erinnerungen eröffnen einen großartigen und nie gesehenen persönlichen Blick in ein bis heute rätselhaftes Land. Zhao Jies Lebensgeschichte ist ein Dokument des Optimismus und Lebensmutes. Sie erzählt von der Befreiung aus der Unmündigkeit und von kindlicher Liebe, Freundschaft und Kraft, die kein Staat brechen kann. Zhao Jie wurde 1958 in Peking geboren, als 9jährige erlebte sie den Beginn der von Mao Tse-tung ausgerufenen Kulturrevolution, wurde Rotgardistin und glühende Revolutionärin. Mit 18 meldete sie sich freiwillig für den Arbeitseinsatz in einem zentralchinesischen Bergdorf. Seit 1984 lebt sie in Berlin, wo sie als Übersetzerin und Dolmetscherin arbeitet. Sie steht für Autorenveranstaltungen zur Verfügung.

Rosmarie Gläsle: Wegerfahrungen am Bambusvorhang
186 S., Erlanger Verlag 15,00 EUR
Ein „Leben im Wechselspiel der Kulturen“: Rosmarie Gläsle (1937) beschreibt ihre Kindheit unter Basler Missionaren in China. Dort gehört die Kultur und Lebensweise der Hakka-Chinesen zu ihrem Alltag.

Keri Hulme: Steinfisch
272 S., Taschenbuch, Fischer Verlag 14,00 EUR
Eine Arbeiterin in der Fischfabrik, Gemeinderäte, Geister, Elfen und mythische Wesen bevölkern Keri Hulmes wunderbar melancholische, heitere und sonderbaren Geschichten und Gedichte aus Neuseeland. Sie verzaubern und zeigen, es gibt eine Wirklichkeit jenseits unserer Alltagswahrnehmung.

Carl Nixon: Rocking Horse Road
240 S., Weidle Verlag 19,90 EUR
Neuseeland in den frühen 1980er Jahren, anscheinend im Windschatten der Weltgeschichte, aber Gewalt bricht ein. Ins Leben einer Gruppe von Jugendlichen, die die Aufklärung des Mordes an einem Mädchen zu einem gescheiterten Lebensprojekt machen. Umbruchzeiten, meisterlich literarisch inszeniert – ein kollektives Ich erzählt in vielen nuancierten Perspektiven von Verlust und Desillusionierung.

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Alle Titel können Sie überall im Buchhandel wie auch unter folgender Adresse erwerben:

Worms Verlag
Abt. Onlineshop
Kultur- und Veranstaltungs GmbH,
Von Steuben Str.5, 67549 Worms
Berthold Röth Tel. 06241-2000-314
e-mail: berthold.roeth@kvg-worms.de

Avantgarde Underground Trash Buchneuheiten Liste 2

Februar 22, 2013

Die vorhergehenden Listen können noch allesamt im Archiv unter wormsverlag.wordpress.com abgerufen werden.

Barbara Sichtermann: Ein freies Frauenzimmer
Caroline Schlegel-Schelling

144 S., geb., Edition Ebersbach 2013 (erscheint März) 15,80 EUR
Zum 250. Geburtstag am 2.9.1763 von Dorothea Caroline Albertine, geborene Michaeli, verwitwete Böhmer, geschiedene Schlegel, wieder verheiratet Schelling, wirft Barbara Sichtermann einen neuen Blick auf die Intellektuelle, die Verfolgte, die Gastgeberin, die Liebhaberin und verfolgt ihre Lebensstationen in Göttingen, Gotha, Clausthal, Marburg, Mainz, Königstein, Jena, Würzburg und München. Verehrt, verrufen, geliebt, gemieden, unverstanden, unvergessen. Man hat schon manches von ihr gehört: von Caroline Schlegel-Schelling (1763 – 1809), der großen Dame der Frühromantik, Anregerin und Mitarbeiterin der Brüder August Wilhelm und Friedrich Schlegel, „Chorführerin“ der interessantesten Stimmen im Jena des ausgehenden 18.Jahrhunderts, Ehefrau und Debattenpartnerin Friedrich Schellings. In ihren Briefen hat sich Caroline ausführlich der Selbstreflexion und Selbstvergewisserung gewidmet; sie hat sich bemüht, als Frau so zu leben, wie ihre Zeit es von den Frauen erwartete, und doch zugleich als Mensch mit Geist und Eigenwillen einen Weg zu gehen, auf dem sie immer wieder intellektuell gefordert wurde. Heitere Gelassenheit machte sie für sich zu einer Art Losung ihrer Lebensphilosophie. Das Schicksal erschwerte es ihr außerordentlich, dieser Devise treu zu bleiben. Aber sie schaffte es doch – weil sie ihre innere Freiheit, getreu ihrer „Ahnung von Ungebundenheit“, durch alle Wechselfälle des Lebens zu bewahren verstand. Wie das so geht mit großen Geistern, jede Epoche interpretiert sie anders. Und jetzt, im 21.Jahrhundert, 250 Jahre nach der Geburt der Caroline Michaelis in Göttingen, wirft Barbara Sichtermann wieder einen neuen, durchaus faszinierenden Blick auf das freie Frauenzimmer.

Birgit Haustedt: Die wilden Jahre in Berlin
Eine Klatsch- und Kulturgeschichte der Frauen

144 S., geb., Edition Ebersbach 2013 (erscheint März) 15,80 EUR
Ein Rückblick auf Berlins turbulente 20/30er Jahre, in denen Männer über die Moderne geschrieben und Frauen sie gelebt haben. „Die wilden Jahre in Berlin“, erstmals 1999 erschienen, werden nun als 50.Jubiläumsband der Reihe blue notes wieder aufgelegt.
Berlin ist arm, aber sexy. Das war schon in den Zwanziger Jahren so. Grund genug, sich an die turbulente Zeit zu erinnern, in denen Berlins vitale Energie auf allen Gebieten der Kunst und Kultur erstrahlte. Auch Frauen profitieren davon, und zwar vor und auf der Bühne Berlin. Mit Bubikopf und Zigarette stürzen sie sich – emanzipiert, unabhängig, frech und lebenslustig – in das aufregende Leben der Metropole. Das neue Lebens- und Körpergefühl drückt sich auch im Tanz aus. Wenn Anita Berber nackt und Valeska Gert in weitabstehenden Pluderhosen, das Gesicht grell geschminkt wie ein Clown, die Bühne betreten, gerät das Publikum außer Rand und Band. Berlins weibliche Topographie – das sind außerdem die Salons und Cafes, hier vor allem das Romanische Cafe ehemals gegenüber der Gedächtniskirche, in dem die Berliner Boheme und natürlich Else Lasker-Schüler verkehrt; das sind auch die Lesbenclubs, in denen die Kabarettistin Claire Waldoff im sog. „Etonboy-Anzug“ auftritt. Frauen erobern die letzten Männerdomänen: sie fahren Auto, boxen, schreiben, malen und filmen. Diese jungen Wilden stammen aus den besten Familien: Erika Mann, Ruth Landshoff-York, Pamela Wedekind, Vicki Baum, Helen Hessel, Renee Sintenis; schließlich die beiden berühmtesten Berlinerinnen: Marlene Dietrich und Leni Riefenstahl. Die Leserinnen und Leser erwartet eine rasante Bilanz weiblicher Kunst und Kultur.

Ruth Landshoff-Yorck im Aviva-Verlag

Die Vielen und die Einen 190 S., geb. 16,50 EUR
Eine junge Reporterin in New York und in den europäischen Metropolen

Roman einer Tänzerin 160 S., geb. 16,50 EUR
Eine skandalträchtige Tänzerin im Paris der 1920er Jahre. Erstausgabe aus dem Nachlass

In den Tiefen der Hölle 270 S., geb. 19,50 EUR
Frauenmorde an den Ufern der Seine. Erstausgabe aus dem Nachlass

Die Schatzsucher von Venedig 168 S., Pb., (erscheint März 2013) 13,90 EUR
Erstausgabe aus dem Nachlass. Wilde Jagd in der Lagunenstadt. Auf einer Abendgesellschaft in einem venezianischen Palazzo verquicken sich die Schicksale des amerikanischen Geschwisterpaares Madelin und Jack mit denen einer illustren Partygesellschaft. Ob ein gefeierter Theaterregisseur, extravagante Witwen oder verarmte italienische Aristokraten – alle sind auf der Suche nach ihrem persönlichen Schatz. Der Verlust einer kostbaren Brosche, die in einer hitzigen Verfolgungsjagd gesucht wird, führt Madeline durch die nächtlichen Gassen der Lagunenstadt. Die deutsch-jüdische Schriftstellerin Ruth Landshoff-Yorck lässt in ironisch frechem Ton durch den unvoreingenommenen Blick der jungen Madelin eine lebendige und gegenwärtige Stadt entdecken, die sie selbst sehr gut kannte. Ruth Landshoff-Yorck hielt sich häufig in Venedig auf, wo ihr Liebhaber Karl Vollmoeller den Palazzo Vendramin, Richard Wagners Sterbehaus am Canal Grande, dauerhaft gemietet hatte. Auch ihre Freundin Annemarie Schwarzenbach besuchte sie dort bei einem ihrer Venedigaufenthalte.

Ruth Landshoff-Yorck, 1904 in Berlin geboren, entstammte dem jüdischen Bürgertum und war die Nichte des Verlegers Samuel Fischer. Sie zählte zur Berliner Bohme und war befreundet mit Klaus und Erika Mann und Annemarie Schwarzenbach. Sie schrieb Reise-Feuilletons und andere Artikel über Autos, Mode und die moderne Frau für Zeitschriften wie „Tempo“ oder „Die Dame“. 1930 erschien ihr erster Roman „Die Vielen und der Eine“. Gerade als Landshoff-Yorck in der literarischen Szene Fuß fasste, wurde ihre Karriere abrupt beendet. Hitlers Machtergreifung verhinderte das Erscheinen ihrer zu Beginn der 1930er Jahre verfassten Bücher „Roman einer Tänzerin“ und „Die Schatzsucher von Venedig“. 1937 emigrierte die Autorin in die USA und lebte bis zu ihrem Tod 1966 als Theaterautorin, Publizistin und Übersetzerin in New York.

Erich Mühsam: Tagebücher Bd. 4: 1915
320 S., geb. Verbrecher Verlag erscheint Mai 2013 28,00 EUR
DAS KRIEGSJAHR 1915: Mühsams Hoffnungen auf ein schnelles Ende des Ge metzels zerschlagen sich, der Friede rückt in immer weitere Ferne. Er braucht das Tagebuch jetzt, um die Wahrheit aus den verlogenen Presse -meldungen herauszufiltern. Wer hat diesen Krieg angezettelt? Wer kann ihn beenden? Wo kann er sich und seine Überzeugungen geltend machen? In der kaisertreuen SPD bahnen sich Umbrüche an – der linke Flügel ver weigert neue Kriegskredite, die Spaltung der Partei bahnt sich an. Gespannt verfolgt Mühsam die Entwicklung und sucht nach Verbündeten für eine Antikriegsbewegung unter anarchistischen Vorzeichen: bei Pazifisten, linken Sozialdemokraten, Anarchisten. Auch in der Münchener Boheme geht der Tod um. Die Reihen lichten sich, die Stammtischkrieger werden immer nervöser. Mühsam muss befürchten, an die Front geschickt zu werden, und ist fest entschlossen, eher zu sterben als zu töten. Derweil drückt die Geldnot schlimmer als je zuvor. Zenzl, die Geliebte, bietet ihm Hilfe und Trost, aber auch sie braucht Unterstützung. Retten kann ihn nur der baldige Tod des Vaters, die große Erbschaft. Und mit dem langersehnten Telegramm tritt endlich die Wende ein: Mühsam heiratet Zenzl, gründet einen Hausstand und will Dramen und Gedichte schreiben – doch es bleibt nur Zeit für das Tagebuch, das längst zu seinem Hauptwerk geworden ist.

Emma Goldman: Gelebtes Leben – Autobiographie
928 S., geb., Edition Nautilus 2010 34,90 EUR
Emma Goldman, »die rote Emma«, war zu ihren Lebzeiten eine gleichermaßen verehrte wie gefürchtete Symbolfigur des Anarchismus. Sie wurde bekannt durch ihre Schriften, ihre Reden und ihre engagierten Kampagnen für die Rechte der Arbeiter, für Geburtenkontrolle, gegen die Wehrpflicht und für die Friedensbewegung. 1886 war sie im Alter von siebzehn Jahren aus Russland in die USA emigriert. Durch die Hinrichtung der Aufständischen vom Chicagoer Haymarket und die Begegnung mit Johann Most politisiert, erkannte sie bald ihr großes rhetorisches Talent und setzte es bei Vorträgen und Agitationsveranstaltungen ein, wo sie für verschiedenste Belange der Arbeiter und der Unterdrückten kämpfte. Sie wurde mehrere Male zu Gefängnisstrafen verurteilt und 1917, im Zuge der Anarchistenhetze und der Kriegsbegeisterung in der Gesellschaft, nach Russland deportiert, wo sie Zeugin der Auswirkungen der Russischen Revolution wurde. Enttäuscht von der diktatorischen Herrschaft der Bolschewiki, verbrachte sie einige Jahre in Frankreich, wo sie in den zwanziger Jahren ihre Autobiografie verfasste. 1936 nahm sie am Spanischen Bürgerkrieg teil. 1940 starb sie in Toronto. 2010 jährte sich Emma Goldmans Todestag zum 70. Mal.

Franz Jung: Das Trottelbuch
96 S., geb., Edition Nautilus 2013 (erschienen 9.Januar) 14,00 EUR
Zum 50.Todestag von Franz Jung am 21.Januar 2013 sein skandalöses Buch als Sonderausgabe. Als vor 100 Jahren das Trottelbuch erschien, war das ein fulminantes Debüt eines Autors, der später zu einer Legende wurde. Ein „junger Wilder“, der in München und Berlin in der literarischen Subkultur verkehrte, provozierte die bürgerlichen Vorstellungen zutiefst. In einem Cafehaus sitzen ein paar junge Männer, trinken und lesen sich ihre Texte vor. Heftig, abgehackt und assoziativ hält die Künstlerboheme mit ihren Saufgelagen und ihrer Wut auf Gutbürgerliche Einzug in die Literatur. Der Zerfall der bürgerlichen Identitäten, der Geschlechterrollen, die Befreiung der Sexualität – der Einbruch der Moderne in die psychologische Verfasstheit finden sich in der Figur des „Trottels“ wieder, der willensschwach, dämonisch und barbarisch auftritt und zutiefst einsam bleibt. Franz Jung hatte in Leipzig, Jena und Breslau Volkswirtschaft, Jura, Kunst und Theologie studiert und war 1911 nach München gezogen. Hier war er in engen Kontakt mit Erich Mühsam und der Münchner Boheme. 1913 zog er nach Berlin und gehörte dort zum Kreis der Künstler, aus denen die Dada-Bewegung entstand. Jung führte ein abenteuerliches Leben als Roman- und Theaterautor, Herumtreiber und revolutionärer Aktivist.

DADA Berlin. Texte, Manifeste, Aktionen
Reclam 4,40 EUR

DADA Zürich. Texte, Manifeste, Dokumente
Reclam 4,60 EUR

Ronald M. Schernikau: so schön. ein utopischer Film
116 S., Verbrecher Verlag 2012 18,00 EUR
Der Autor ist bereits vor 22 Jahren gestorben. Das Buch ist ein literarisches Drehbuch für einen utopischen Film, der im Westberlin der frühen 80er Jahre spielt. Es geht um Kommunismus und Homosexualität, Ideale von freier Liebe und eine Realität, in dem man sein Schwulsein manchmal besser versteckt (Robert Best in der „Jungen Welt“).

Wolfgang Müller: Subkultur Westberlin 1979 –1989. Freizeit
600 S., Fundus 203, philo fine arts 2012 24,00 EUR
Angeschoben von den Impulsen des Punk entwickelt sich in Westberlin Ende der Siebziger eine vielfältige Subkultur. Super-8-Kinos, Bands und Minilabels werden gegründet, Fanzines kopiert, illegale Bars und Punkclubs wie das Risiko werden zu Treffpunkten der »Antiberliner«: Punks, Alternative, Industrial- und Elektronikfans, Polit-Anarchos, Lesben, Schwule, Queers und Künstler mit oder ohne Werk. In diesem Umfeld erscheint im Merve Verlag 1982 das Manifest des subkulturellen Westberlin: »Geniale Dilletanten« –benannt nach der »Großen Untergangsshow« im Tempodrom. Herausgeber des Bändchens ist Wolfgang Müller, Mitbegründer der Gruppe Die Tödliche Doris. Die Band spielt sowohl in besetzten Häusern als auch in Kunstkontexten. In seiner nun vorliegenden, furios erzählten Geschichte der Westberliner Subkultur der Jahre 1979 bis 1989 setzt Müller Die Tödliche Doris in den Fokus damaliger Entwicklungen und Verhältnisse. Selbst Protagonist jener Geschehnisse, die erbeschreibt, liefert er ein Stück Zeitgeschichte aus Insider-Perspektive: kenntnisreich, witzig, respektlos. So treten neben vielen anderen auf: Gudrun Gut, Die Einstürzenden Neubauten und Iggy Pop in einer Telefonzelle, Christiane F., der spätere Loveparade-Gründer Dr. Motte und Ratten-Jenny, die 1978 Martin Kippenberger attackierte. Aber auch Orte werden aufgerufen – die Flohmärkte oder illegale Kulturstätten wie der Kuckuck. Subjektiv, geistreich und aus dem Vollen schöpfend schließt Wolfgang Müller eine Lücke im Verständnis dieser Zeit. Wolfgang Müller, 1957 geboren, lebt als Künstler, Musiker und Autor in Berlin.

Anja Röhl: Die Frau meines Vaters. Erinnerungen an Ulrike
160 S., geb., Edition Nautilus 2013 (erscheint 27.Februar) 18,00 EUR
In ihren Kindheits- und Jugenderinnerungen zeichnet Anja Röhl (Tochter aus erster Ehe von Klaus Rainer Röhl), ein Portrait der autoritären und lebensfeindlichen Gesellschaft der 1950er und 60er Jahre in Deutschland. Als Kind geschiedener Eltern ist sie einsam und unsicher. Erst die moderne, antiautoritäre zweite Frau ihres Vaters, zu dem sie an den „Papi-Tagen“ geht, bringt ihr Verständnis, Zuwendung und Vertrauen entgegen: Es ist Ulrike Meinhof. Die Dankbarkeit für diese Erfahrung prägt auch die Beziehung zu Ulrike nach deren Trennung von Mann und Kindern. Anja Röhl bleibt ihr verbunden, besucht sie im Gefängnis, schreibt ihr Briefe, allen Anfeindungen zum Trotz und obwohl sie Ulrikes politische Position nicht teilt. Ein Dokument der Zeit- und Mentalitätsgeschichte der frühen Bundesrepublik, aus der Perspektive eines Mädchens erzählt.

Pola Kinski: Kindermund
267 S., geb., Insel Verlag 2013 19,95 EUR
Autobiografie einer zerstörten Kindheit. Pola Kinski erzählt, wie es war, die Tochter des Enfant terrible des deutschen Films zu sein, und sie rechnet ab, so unsentimental wie schonungslos: mit ihrem Vater Klaus Kinski, für den es als selbstverständlich galt, sich über alle Grenzen hinwegzusetzen, und der es skrupellos in Kauf nahm, das Leben des eigenen Kindes zu zerstören.

Alexandre Lacroix: Kleiner Versuch über das Küssen
181 S., geb., Matthes & Seitz Berlin 2013 17,90 EUR
Kindliche tastende Küsse, jugendliche übermütige Knutschereien, erwachsene Ritual gewordene Begrüßungs-, Dankes oder Liebesküsse: In diesem schwungvollen Essay zeichnet Lacroix die Kulturgeschichte des Kusses nach. Leichthändig und humorvoll, ausgehend von so manchen eigenen Erfahrungen, folgt er der Praktik des Küssens vom antiken Rom und der griechischen Mythologie bis hin zur Hollywood-Industrie. Er zieht Theorien heran von den platonischen Kugelmenschen über die Dichter der Renaissance bis zu Sigmund Freuds psychoanalytischen Ausdeutungen. Doch so viel er auch schreibt und deutet, so gründlich er den Akt auch ausdeutet – letztlich geht es doch immer um das Glück, das einen durchströmt, wenn man seine Lippen auf diejenigen des geliebten Menschen legen kann. Alexandre Lacroix, geboren 1975, Wirtschaftswissenschaftler und Philosoph, arbeitete nach seinem Studium einige Zeit als Stratege in einer Werbeagentur, bis er seine Kündigung einreichte und aufs Land zog. In den folgenden Jahren lebte er in einem Dorf im Burgund, schrieb dort Romane und publizierte viele Essays und Zeitungsartikel. 2005 kehrte er nach Paris zurück und gründete 2006 die Zeitschrift Philosophie Magazine, die er seitdem als Chefredakteur leitet. 2007 und 2010 in Frankreich zum Magazin des Jahres gekürt, wurde auch die deutsche Ausgabe des Philosophie Magazins 2011 nach seinem Vorbild gegründet und arbeitet mit ihm in engem Austausch. Lacroix hat drei Kinder und unterrichtet neben seiner journalistischen Tätigkeit Kreatives Schreiben an der Sciences Po in Paris.

Shereen El Feki: Sex und die Zitadelle
Liebesleben in der sich wandelnden arabischen Welt

416 S., Hanser Verlag 24,90 EUR
Fünf Jahre lang hat die Autorin Menschen in arabischen Ländern befragt, welche Rolle Sex in ihrem Leben spielt.

Jens Bergmann: Ich, Ich, Ich. Wir inszenieren uns zu Tode
240 S., geb., Metrolit Verlag 2013 18,99 EUR
Lauter, schriller, penetranter: Der Kampf um Aufmerksamkeit zieht sich durch alle Sphären unserer Gesellschaft. Wer das Spiel mit den Images beherrscht, wird bekannt, erkannt, prominent. Wie funktioniert die Kunst der Selbstinszenierung? Warum interessieren wir uns für das öffentliche Schauspiel? Und wohin führt es? „Jens Bergmann ist ein Kunststück eigener Art gelungen, eine kluge Soziologie des Seichten. Seine Analyse der schönen Oberflächen und der Prominenten-Spektakel liest man zuerst mit Staunen, dann mit einem Lachen und zum Schluss mit Entsetzen. Am Ende des Tages geht es, so zeigt dieses Buch gleichermaßen präzise und amüsant, im Geschäft mit den Stars und Sternchen um Aufmerksamkeit und einen großen Sack mit Geld.“ – (Bernhard Pörksen, Professor für Medienwissenschaft)

Atto Melani: Die Geheimnisse der Konklaven und die Laster der Kardinäle
96 S., Pb., Klett-Cotta 9,95 EUR
„Rom darf man niemals unterschätzen, muss ihm aber immer schmeicheln.“ Hinter den Kulissen einer Papstwahl. Keiner kannte die Umstände einer Papstwahl besser als er, der Meisterintrigant vor und hinter den Kulissen: Atto Melanie (1626 – 1714), kastrierter Sänger und Spion des Sonnenkönigs bei den Papstwahlen, war eine der schillerndsten Figuren des Absolutismus. In diesem Buch erklärt er, wie man sich einen Papst wählt. „Melani beschreibt anschaulich die Perfidie, die es braucht, einen gewünschten Kandidaten durchzusetzen“ (Johann Schloemann, Süddeutsche Zeitung).

Peter Fuhrmann: Musikmetropole Köln. Provinz und Weltbedeutung
272 S., geb., Dittrich Verlag 2013 (erscheint 5.März) 19,80 EUR
Günter Wand, Walter Braunfels, Kurt Edelhagen, Bernd Alois Zimmermann, Reinhard Göbel, Klaus der Geiger, Mauricio Kagel, Philipp Röhl, Gigi Campi, Karlheinz Stockhausen, Manfred Schoof, Willy Schneider…. Als Musikstadt ist Köln besonders nach dem Zweiten Weltkrieg zu internationaler Bedeutung gelangt. Die Musik der Avantgarde fand hier weltweit ihr wichtigstes Zentrum. Alles, was Rang und Namen hatte, fand sich in der Rheinmetropole ein. Dieser Drang hatte schon im 19.Jahrhundert mit Komponisten wie Johannes Brahms, Giuseppe Verdi, Gustav Mahler oder Richard Strauss seinen Anfang genommen. Er setzte sich bei Dirigenten wie Otto Klemperer, Erich Kleiber, Fritz Busch und zahlreichen Sängern und Instrumentalisten weit über die Stadt hinaus fort. Die Grenzen zwischen E- und U-Musik wurde in den letzten Jahrzehnten zunehmend aufgehoben. Neue Namen wie Wolfgang Niedecken, Höhner und Bläck Föss drängten nun in den Vordergrund und wurden auch überregional schnell zum Begriff. Köln, dessen Bürger womöglich nicht alle wissen, welche musikalischen Schätze die Stadt inzwischen beherbergt, kann sich außerhalb seiner Grenzen sehen lassen: mit einer Fülle an Institutionen, Rundfunkanstalten, Orchestern, Verlagen, Museen, einer Medien- und Musikhochschule und vielen kulturellen Initiativen unterschiedlichster Art. Peter Fuhrmann hat als fachkompetenter Journalist jahrzehntelang die Vielfalt der musikalischen Aktivitäten in Köln mit Engagement, Distanz und kritischem Blick begleitet und in diesem Buch auch die historische Sicht aufgearbeitet. Kritische Wertungen und aktuelle Bekenntnisse blieben dabei nicht ausgespart.

Pussy Riot ! Ein Punk Gebet Für Freiheit
144 S., Edition Nautilus 2012 9,90 EUR
Pussy Riot ist ein feministisches Kunst-Performance-Kollektiv aus Moskau. Gegründet 2011, machen sie öffentliche Performance-Auftritte als Angriff auf die russische Politik. Im Februar 2012 wurden drei Mitglieder der Gruppe verhaftet, nachdem sie in der Christi-Erlöserkirche in Moskau in bunten Strumpfmasken mit einem „Punk-Gebet für Freiheit“ gegen Putin protestiert hatten. Maria Aljochina, Nadescha Tolokonnikowa und Jekaterina Samuzewitsch wurden zu feministischen Ikonen, ihre Verhaftung und die Gerichtsverhandlung wurden von Aktivisten und Künstlern in der ganzen Welt solidarisch begleitet und sie waren auch nominiert für den „Preis für das Unerschrockene Wort“ der Lutherstädte durch die Stadt Wittenberg. Trotz der Unterstützung und der Medienaufmerksamkeit in Russland und im Ausland wurden sie im August 2012 schuldig gesprochen und zu zwei Jahren Haft im Straflager wegen „Rowdytum aus religiös motiviertem Hass“verurteilt.

Rock `n` Pop Museum Gronau (Hrsg.)
ShePop – Frauen.Macht.Musik.Begleitkatalog

270 S., Pb., Telos Verlag 2013 17,95 EUR
Der Katalog lädt dazu ein, in ein Stück der Rock- und Popgeschichte einzutauchen, die durch bedeutsame Musikerinnen und Aktivistinnen unterschiedlichster Fasson geprägt ist. Im Mittelpunkt steht das musikalische und kulturelle, das kreative und organisatorische Tun all dieser Beteiligten aus den drei Schaffensbereichen „Vor“, „Auf“ und „Hinter der Bühne“. In einer faktischen Bestandsaufnahme präsentiert der Katalog durchaus subjektive Positionen, die einen Eindruck von den Schwierigkeiten, aber auch den Erfolgen jahrzehntelanger Emanzipations- und Selbstbehauptungskämpfe konkretisieren und sehr lebensnah erden. Dabei soll nicht „die“ Geschichte von Frauen in „der“ populären Musik erzählt werden, sondern es werden Schlaglichter geworfen auf charakteristische Geschichten von Frauen in den unterschiedlichen Phasen, Genres und Arbeits- bzw. Kunstbedingungen, von Sängerinnen und Tänzerinnen des 18. und 19. Jahrhunderts über Damenkapellen, Punk und Riot Grrrls, Pussy Riot, DJanes bis zu Auflösungsversuchen der kulturellen Kategorie Geschlecht wie bei Queer oder im Gaga-Feminism.
Der Katalog enthält Beiträge von u.a. Sheila Whiteley, Anette Baldauf & Katharina Weingartner, Rosa Reitsamer, Birgit Richard und Diedrich Diederichsen.

Virginia Woolf: Orlando
304 S., Insel Verlag 21,95 EUR
Ein Klassiker, der in seiner deutschen Übersetzung aber keinen Spaß beim Lesen machte. Nun kommt dieser aber in Neuübersetzung von Melanie Walz heraus und es lohnt es noch einmal zu versuchen. Sie hat den Rausch von Woolfs Sprache kongenial entfesselt und damit der deutschsprachigen Welt ein komplett neues, anderes Meisterwerk geschenkt. Ein Liebesroman als furioser Parcours durch fünf Jahrhunderte.

Sylvia Plath
Am 11.Februar jährte sich der 50.Todestag von Sylvia Plath. Ihre Bücher handeln von surrealen Welten, Abträumen und Fantasiewelten. Deswegen die lieferbaren Titel. Wer einmal anfängt, Plath zu lesen, hört damit nicht mehr auf:

Sylvia Plath: Johnny Panic und die Bibel der Träume
60 S., mit Holzschnitten von Nicole Riegert, Kunstanstifter Verlag 20,00 EUR

Sylvia Plath: Die Bibel der Träume – Erzählungen
260 S., FVA 14,90 EUR

Sylvia Plath: Zungen aus Stein – Erzählungen
300 S., FVA 14,90 EUR

Sylvia Plath: Die Glasglocke (Jubiläumsband)
262 S., Suhrkamp 22,95 EUR

Sylvia Plath: Ariel. Urfassung – Englisch und Deutsch
221 S., Suhrkamp 22,80 EUR

Sylvia Plath: Liebesgedichte. Zweisprachig
131 S., Insel 6,00 EUR

Sylvia Plath: Die Tagebücher
492 S., FVA 28,00 EUR

Elisabeth Bronfen: Sylvia Plath
220 S., FVA 16,00 EUR

Lily Brett: Lola Bensky
350 S., geb., Suhrkamp 19,95 EUR
Lola Bensky ist neunzehn, als Keith Moon von The Who vor ihren Augen die Hosen runterlässt und Cher sich ihre falschen Wimpern borgt. Es sind die Sixties, und Lola ist als Reporterin in London und New York unterwegs, um Interviews mit Musikern zu führen. Sie unterhält sich mit Mick Jagger über Sex und Diäten, mit Jimi Hendrix über Mütter, Gott – und Lockenwickler. Ihre Leser sind vermutlich eher an Tratsch interessiert, aber Lola war schon immer etwas unkonventionell. Zum Glück ahnen ihre Eltern nichts davon, dass sie mit Menschen zu tun hat, die mit freier Liebe und Drogen experimentieren. Sie haben das Konzentrationslager überlebt, aber das würde sie ins Grab bringen. Und Lola fühlt sich schon schuldig genug, dass sie Übergewicht hat und keine Anwältin geworden ist. Doch sie ist fest entschlossen, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen. »Lola Bensky« ist ein hinreißend komischer und herzzerreißend menschlicher Roman über Neurosen und die Last der Vergangenheit. Und eine fulminante Hommage an die großen, verrückten Heldinnen und Helden der Sixties.

Lily Brett: Lola Bensky
Hörbuch, 4 CDs, 280 Min. , Random House 19,99 EUR
Lily Brett, inzwischen 66 Jahre, war Rockjournalistin und hat auch in ihrem wirklichen Leben all die Leute, über die sie im Buch als Lily Brett schreibt, tatsächlich interviewt.

Waits/Corbijn: `77 – `11
Photographs by Anton Corijn
Curiosities by Tom Waits

272 S., Leinen in Schuber, 226 Tafeln in Farbe
Schirmer/Mosel Collector`s Edition 2013 158,36 EUR
Auf 6600 Exemplare limitierte, nummerierte Sammlerausgabe im Leinenschuber erscheint weltweit am 8.Mai. Es ist die Chronik einer künstlerischen Zusammenarbeit zweier Künstler, ein Musiker und ein Photograph, die über 35 Jahre zurückreicht. Der großformatige Bildband präsentiert 145 Portraits, die Corbijn in über vier Jahrzehnten von Waits aufgenommen hat, und 56 Seiten mit Wait`s eigenen Gedanken, Skizzen und Photos, die hier zum erstenmal veröffentlicht werden. Zudem einfühlsame Texte von Filmregisseur Jim Jarmusch und dem langjährigen Musikkritiker Robert Christgau.

Micha-El Goehre: Jungsmusik
Satyr-Verlag 2011 14,90 EUR
Goehre führt tief hinein in die durchritualisierte Welt der Metaller-Szene, versteht es aber gleichzeitig, auch Nicht-Metaller für die Figuren zu interessieren.

Micha-El Goehre: Höllenglöcken
320 S., Pb., Satyr-Verlag 2013 (erscheint Juni) 14,90 EUR
Neues von den „Jungsmusik“-Helden: Die Coming-of-Age-Saga um eine Clique sympathisch verpeilter Heavy-Metal-Fans geht in die nächste Runde. Mit Macht fallen Leben und Tod ein ins provenzielle Metal-Idyll. Torben hat wieder Stress: Statt seiner Freundin Lucy eine eigene gemeinsame Wohnung vorzuschlagen, macht er ihr aus Versehen einen Heiratsantrag. Aber ein echter Metaller macht keine Rückzieher. Doch wie plant man eigentlich ein Fest, auf dem die gutbürgerliche Verwandtschaft auf eine Horde Langhaariger trifft? Ist kirchlisch heiraten true? Und wohin fährt man in die Flitterwochen? Auf ein Festival? Der Rest der Truppe schlägt sich mit eigenen Problemen herum: Matze und Katharina haben Ärger wegen Doro, die zwar nicht „die“ Doro ist, aber trotzdem wirklich Doro heißt, Lara wird eine echte Starfotografin, und der sympathisch-tumbe Sven plant den nächsten großen Coup der Truppe: einen eigenen Zombiefilm! Doch unerwartet schlägt das fiese Monster Schicksal härter zu als der Drummer von „Cannibal Corpse“, und die Clique muss sich der Erkenntnis stellen, dass Höllenglocken nicht nur bei AC/DC erklingen…

Frank Schäfer: Metal Störies.
Der heisseste Scheiß auf Gottes großer Festplatte

160 S., geb., Metrolit 2013 16,99 EUR
Hier geht es um nichts Geringeres als das völlig verregnete Wacken Open Air 2005, das legendäre letzte „Monster of Rock“ und um Transzendenzerfahrungen mit den Hellacopters. Und natürlich um den ersten Kadett, erste Lieben, Kumpels und Plattenhören. „Metallmusik hat mich nie besonders interessiert – aber schon lange alles, was Frank Schäfer schreibt. Er könnte ein Buch über Die aktuellen Ergebnisse der sekundären Kunststoffchemie in Luxemburg schreiben und ich würde es lesen.“ Franz Dobler

Colin MacInnes: Absolute Beginners
320 S., geb., Metrolit 2013 19,99 EUR
In diesem bereits 1959 erschienen Buch wird die Urszene der britischen Jugendbewegung beschrieben: den Split in Teddy Boys und Mods. Der Erzähler, ein literarischer James Dean, rebelliert gegen alles, was ihm gegen den Strich geht. Seine Freunde sind die Transen und Dealer, sein Zuhause die verrauchten Jazz Clubs und die Straßen, auf denen es bald zu Gewaltausbrüchen kommt – den berüchtigten Notting Hill Riots. „A book of inspiration“ – Paul Weller

Enno Stahl: Diskurspogo
Über Literatur und Gesellschaft

300 S., Verbrecher Verlag 2013 (erscheint Mai) 18,00 EUR
Warum ist realistische Literatur oft nur pseudo-realistisch und Pop-Literatur lediglich ein erfolgreiches Markenprodukt? In drei Kapiteln analysiert Enno Stahl kritisch und konfrontativ die gesellschaftlichen Veränderungen, die Politik unserer Zeit und die (fehlende) Auseinandersetzung damit in der deutschen Gegenwartsliteratur. Er untersucht u.a. Christian Kracht, Richard David Precht, Charlotte Roche und Juli Zeh mit ideologiekritischer Verve, analysiert die Social-Beat-Bewegung, Poetry Slams und die Anfänge des deutschen Punk im Ratinger Hof in Düsseldorf. Außerdem geht es um Schlaflosigkeit unserer heutigen Gesellschaft, die sich in der Gegenwartsliteratur kaum niederschlägt, da Erwerbsarbeit hier keine Rolle zu spielen scheint. Demgegenüber entwickelt Stahl eine Programmatik zeitgenössischen literarischen Engagements, einer Literatur, die sich den gesellschaftlichen Aporien stellt.

SPEX. Das Buch 33 1/3 Jahre Pop
480 S., Metrolit 2013 28,00 EUR
Die Bibel für die Jünger des Pop: Die besten Texte über Popkultur und Musik aus über drei Jahrzehnten. Das Nachschlagewerk und Zeitreisebuch in einem. Spex – nach dem englischen Slang-Ausdruck für Brille „specs“ benannt – erfand eine neue Sprache, in der seither in Deutschland über Popkultur gesprochen wird. Autoren wie Diedrich Diederichsen und Rainald Goetz, Klaus Theweleit und Georg Seeßlen schrieben und schreiben in Spex über den Stand der Dinge – in Musik, Kunst, Mode, Film und Literatur. Das Buch kompiliert Texte, Listen und Cover aus der Geschichte des Blattes: Von den ersten Tagen, als das Magazin noch als großformatige Schwarzweiß-Zeitschrift im New-Wave-Look erschien, über die stilprägenden achtziger Jahre in Köln bis zur heute in Berlin erscheinenden »neuen« Spex. Mit Beiträgen von Diedrich Diederichsen, Dietmar Dath, Clara Drechsler, Christoph Gurk, Barbara Kirchner, Jutta Koether, Joachim Lottmann, Hans Nieswandt, Tobias Rapp, Klaus Theweleit u.v.m..

Christoph Schlingensief: Ich weiß, ich war`s
4 CD-Hörbuch, Roof Music 19,99 EUR
»Die Bilder verschwinden automatisch und übermalen sich so oder so! Erinnern heißt: vergessen! (Da können wir ruhig unbedingt auch mal schlafen!)« Mit diesen Worten überschrieb Christoph Schlingensief den letzten Eintrag in seinem »Schlingenblog«. Erinnern – das war für Schlingensief kein sentimentaler Vorgang, sondern ein Akt der Befreiung, um Platz für Neues zu schaffen. Und so setzte er nach der Veröffentlichung von So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein, dem vielgelesenen und vieldiskutierten Tagebuch einer Krebserkrankung, das Prinzip fort, seine Gedanken zur Kunst, seine Selbstbefragungen und Erinnerungen – an seine Kindheit in Oberhausen, an seine Anfänge als Filmemacher, an schwierige und an erfüllende Stationen seines Künstlerlebens in Berlin, Wien, auf dem afrikanischen Kontinent und nicht zuletzt an seine Erlebnisse auf dem Grünen Hügel Bayreuths – auf Tonband festzuhalten. Nicht um sich zurückzuziehen oder um Abschied zu nehmen, sondern um sich zurück ins Leben zu katapultieren. Ich weiß ich war’s zeigt einen Christoph Schlingensief, der voller Tatendrang am Leben teilnimmt, mal humorvoll, mal selbstkritisch, immer aber leidenschaftlich und mit Blick nach vorn. Christoph Schlingensief, geboren 1960 in Oberhausen, Studium der Philologie in München. Seit Anfang der 80er Jahre dreht Schlingensief Filme, mit der „Deutschlandtrilogie“ (1989-1992) wird er einer größeren Öffentlichkeit bekannt. (100 Jahre Adolf Hitler, Das deutsche Kettensägenmassaker, Terror 2000, zuletzt African Twintowers). In den 90er Jahren Hausregisseur an der Berliner Volksbühne (u.a. Kühnen 94, Rocky Dutschke, 68, Berliner Republik). Ab 1997 verwirklicht er aktionistische Projekte auch außerhalb des Theaters (u.a. Mein Filz, mein Fett, mein Hase, die Container-Aktion Bitte liebt Österreich und Church of fear). Anlässlich der Bundestagswahl 1998 gründet Schlingensief die Partei „Chance 2000“. In Bayreuth inszeniert er 2004 mit Parsifal seine erste Oper. Jüngste Inszenierungen: das Fluxus-Oratorium „Kirche der Angst vor dem Fremden in mir“, die Readymade-Oper „Mea culpa“ und „Sterben lernen“. Seit einem Jahr arbeitet er, zusammen mit dem Architekten Francis Kéré, mit großem Enthusiasmus an der Realisierung eines Operndorfs im westafrikanischen Burkina Faso. http://www.schlingensief.com http://www.festspielhaus-afrika.com
Martin Wuttke, 1962 in Gelsenkirchen geboren, Schauspieler, Regisseur, Intendant (1995 Berliner Ensemble). Seit 2008 ermittelt er als Hauptkommissar Andreas Keppler an der Seite von Simone Thomalla im Leipziger Tatort. Im Kino war er zuletzt in Quentin Tarantinos „Inglorious Basterds“ zu sehen. Die Zeitschrift „Theater heute“ kürte ihn zweimal zum „Schauspieler des Jahres“ (1995, 2003).

Christoph Meckel: Dunkler Weltteil
Erinnerung an afrikanische Zeit

112 S., Libelle Verlag 16,90 EUR
„Afrikanische Zeit der Sechzigerjahre. Ich war in Nigeria und im Senegal unterwegs, als ein nachkoloniales Leben und Lebensgefühl sich zu entfalten begann. Es war eine Zeit des Atemholens, die neuen Staaten waren wenige Jahre alt, von Korruption, Rassenhass und Verelendung vieler Art noch nicht entstellt.“ Über Afrika hat Christoph Meckel wenig geschrieben. Fast ein halbes Jahrhundert nach seinen Reisen per Anhalter und als Straßenläufer gibt er seinen Erinnerungen Raum. Es sind Bilder einer eigenen Härte und Heiterkeit, Blitzlilchter, nachgetragene Dankbarkeit, Erkundigungen an den Rändern von Furchtbarem, von Beeindruckung und Gelächter. Er erzählt von seinen Begegnungen mit Bildhauern und Dichtern wie Christopher Okogbo und Amos Tutuola in Ibadan, auch mit Aime Cesaire und Leon Damas beim „Festival des Arts Negres“, jenem einzigartigen Fest, zu dem der Staatsmann und Dichter Leopold Senghor 1966 nach Dakar lud. Von besonderem Gewicht bleibt seine Freundschaft mit dem „Forschenden, Erkennenden, Bewegenden und Richtungsweisenden“ Ulli Beier, die Oshogbo begann. Dort förderte der einst aus Deutschland vertriebene Beier zusammen mit Susanne Wenger die Entwicklung von nigerianischer Kunst, bevor er als Gründer des Iwalewa-Hauses von Bayreuth aus zum Vermittler außereuropäischer Kultur wurde.

Alexandra Barcal: Between the Lines
Grafikfolgen von Louise Bourgeios

59 S., 37 zumeist farbige Abb., Pb., Schwabe Verlag 2012 17,00 EUR
In der Graphik entfaltet sich die ganze suggestive Kraft der Bildwelt von Louise Bourgeios.
Louise Bourgeios (1911 – 2010) zeigte ihr Leben lang ein ausgeprägtes, beinahe zwanghaftes Bedürfnis, sich auszudrücken. Messerscharf sezierend, mit oft erschütternder Nüchternheit benannte sie in ihren Bildern und Texten menschliche Schwächen, legte emotionale Abgründe frei und entlarvte Scheinwelten. Die amerikanische Bildhauerin mit französischen Wurzeln, die mit ihren düsteren Zellen-Installationen bekannt geworden ist, schöpfte ihre Inspiration zeitlebens aus der eigenen Kindheit, die sie als traumatisch erlebt hatte. Die Kunst galt ihr dabei stets als Garantie für die eigene geistige Gesundheit. In der Graphik sah sie ein ausserordentlich kreatives Abenteuer voller Spontanität. Erzählend versuchte sie in zahlreichen grafischen Zyklen die erlebten Ängste, Verletzungen und Enttäuschungen zu begreifen, zu verarbeiten oder gar zu bannen. Allerdings ging es Bourgeios nie um eine explizite Aussage: „Ich rede nie wörtlich“. Ihr Statement kann auch auf die bildliche Ebene übertragen werden: Die berühmten Spinnen tummeln sich hier als Sinnbilder für die verehrte Mutter, der Betrachter trifft auf poetischen Blumen-Vokabular, strenge Konstruktionen oder aber rätselhafte Alptraumvisionen. „Von solch einer Macht sind die Wörter und Bilder bei ihr, sie offenbaren und enthüllen, aber sie erklären nichts“ (Jean Frèmon). Die Publikation erschien anlässlich der gleichnamigen Ausstellung in der Graphischen Sammlung der ETH Zürich (7.November 2012 bis 18.Januar 2013), die ausgehend vom Ankauf des bedeutenden Künstlerbuches „The Puritan“ (1990) die wichtigsten graphischen Folgen von Louise Bourgeios aus Sammlungen in der Schweiz und in den Vereinigten Staaten zeigt. Abgebildet sind ausgewählte Beispiele aus sieben Suiten, entstanden zwischen 1947 und 2007, in diversen Techniken ausgeführt und mehrheitlich begleitet von Texten der Künstlerin.

Michael Farin (Hg.): so weit so gut. Privatmythologie
ca. 160 S., ca. 64 Fotos, geb. mit Bonus CD, Belleville Verlag 28,00 EUR
erscheint in den nächsten 18 Monaten, Vorbestellung möglich
Die meisten Schätze sind seit langem gehoben, und das Leben ist schon seit längerem von ominöser Transparenz. Die letzte Lockerung hat bereits mehrfach stattgefunden, und man hört sich kaum noch selber zu. So bleibt einem nur, auf die denkbar waghalsigste Collage zu setzen, sich eine Privatmythologie zusammenzuzimmern, die es in sich hat. Mit diesem Buch wird das versucht. Zugleich macht sich mit diesem Buch der Verleger Michael Farin ein eigenes Geschenk. Ein Dank für seine Ausdauer, zum 30-jährigen Jubiläum seines Verlages. Es versammelt Schönes und Verstörendes, Absonderliches und Krudes. Eben das, was ihm so begegnet ist in seinem Leben. Was sich nicht so einfach abhaken und abheften lässt. Sich darauf einzulassen, ist ein Abenteuer. Dschungel. Kataklysma. Auf der Bonus-CD musikalische Takes nach Rimbaud, Poe, Nietzsche u.a.

John Jeremiah Sullivan: Pulphead. Vom Ende Amerikas
416 S., edition suhrkamp 2012 20,00 EUR
Kann man ganz Amerika in ein Buch packen? Geschichte und Gegenwart? Popkultur und Frömmigkeit? Glänzende Oberfläche und enttäuschte Versprechen? Mit »Pulphead« hat John Jeremiah Sullivan bewiesen, dass das möglich ist. In der Tradition von Meistern wie Tom Wolfe und Hunter S. Thompson verwischt er die Grenze zwischen Literatur und Journalismus, Erzählung und Reportage, Hochliteratur und Unterhaltung, Hemingway und Hollywood. Wie in einem Panoptikum entsteht aus Artikeln über Axl Rose, christliche Rockfestivals, Reality TV, die Tea-Party-Bewegung, vergessene Naturforscher und den heruntergekommenen Süden das Panorama eines Landes, das der Rest der Welt immer weniger versteht. »Pulphead« löste im Herbst 2011 in den USA wahre Jubelstürme aus: Das Buch fehlte auf keiner Jahresbestenliste, Kritikerpapst James Wood schrieb im »New Yorker«, genau so müsse man im neuen Jahrtausend schreiben und verglich Sullivan mit dem großen David Foster Wallace. Die Begeisterung hat längst auch die alte Welt erreicht: »Noch jeder ungläubige Thomas, der dem konzertierten Entzücken misstrauen wollte«, schrieb Gregor Dotzauer im »Tagesspiegel«, »kehrte mit leuchtenden Augen von der Lektüre zurück.« Leider könnte es besser übersetzt sein, vieles ist sehr missverständlich übersetzt und man versteht die Anspielungen des amerikanischen Originals nicht mehr im Deutschen.

Tom Folsom: Dennis Hopper. Die Biografie
400 S., geb., Blessing 2012 (erscheint April) 18,99 EUR
Die Biografie des letzten wahren Hollywood-Rebellen. Bestsellerautor Folsom standen Hoppers Weggefährten und Widersacher zur Verfügung. „Denn sie wissen nicht, was sie tun“, „Easy Rider“, „Apocalypse Now“, „Blue Velvet“, „Speed“: Hoppers Geschichte ist Filmgeschichte. 2010 verstarb Dennis Hopper, bevor der maßgebliche Rebell Hollywoods eines seiner letzten Projekte inszenieren konnte: seine Autobiografie. Dank Bestsellerautor Folsom liegt dieses große Werk nun vor: die außergewöhnliche Geschichte eines kleinen Jungen aus dem tiefsten Kansas, der – immer seine eigenen Bilder vom American Dream vor Augen – zu einem der größten Schauspieler, Regisseure und Künstler des 20.Jahrhunderts wurde. James Dean, Elvis Presley und John Wayne, Andy Warhol, Jack Nicholson und Charles Manson – die Liste der Persönlichkeiten, die Hopper prägte und die ihn prägten, ist lang. Dabei blieb Hopper immer nur den Regeln treu, die er sich selbst geschaffen hat. Wegbegleiter, Widersacher und Freunde Hoppers – wie „Easy Rider“-Kollege Peter Fonda und Kult-Regisseur David Lynch – gaben Tom Folsom ihre Erfahrungen mit diesem manischen Perfektionisten, hochsensiblen Denker und ikonoklastischem Genie zu Protokoll. „Dennis Hopper – die Biografie“ ist eine wilde Fahrt durch die prägenden Epochen amerikanischer Kino- und Kulturgeschichte.

Arnold Schwarzenegger / P. Petre: Total Recall
672 S., Hoffmann und Campe 2012 27,99 EUR
Von seiner Kindheit in der Steiermark bis zu seiner Rückkehr ins Filmgeschäft nach zwei Amtszeiten als Gouverneur von Kalifornien: Schwarzenegger erzählt ausführlich von seinem Leben und vor allem seinen verschiedenen Karrieren. Dabei gibt er interessante Einblicke in die Bodybuilding-Szene der 1970er Jahre, den Kennedy-Shriver-Clan und die kalifornische Politik der letzten Jahre. Doch die ausufernden Details in Erfolgen und Nebensächlichkeiten können nicht verdecken, dass er bekannten Vorwürfen, schwierigen Fragen und Kritik ausweicht. Wichtiger scheint ihm sein Image als erfolgreicher Geschäftsmann zu sein. „ (sh) im Büchermagazin“

Orson Welles Edition
Arthaus 2013 sieben DVDs, 698 Min. 42,99 EUR
Mit seinem Meisterwerk „Citizen Kane“ schrieb Orson Welles Kinogeschichte und noch heute zählt dieser zu den zehn besten Filmen der Welt. Die umfangreiche DVD-Edition enthält sieben Filme von und mit dem außergewöhnlichen Schauspieler und einem der einflussreichsten Regisseure Hollywoods. An seiner Seite sind unter anderem Jeanne Moreau, Anne Baxter, Romy Schneider, Anthony Perkins, Joseph Cotten und Paul Hörbiger zu sehen. Folgende Filme sind enthalten: Citizen Kane (restaurierte Fassung), Der dritte Mann, F wie Fälschung, Der Glanz des Hauses Amberson, Orson Welles: The One Man Band, Der Prozess und Bonus-DVD mit Extras.

Jean Luc Godard Edition 3
Arthaus 2013 fünf DVDs, 534 Min. 31,99 EUR
Regielegende Jean-Luc Godard zählt zu den bedeutendsten französischen Regisseuren und setzte mit seinen unkonventionellen Stilmitteln Maßstäbe in der Nouvelle Vague. „Die Jean-Luc Godard Edition 3“ vereint vier Spielfilme und zwei Dokumentationen in einer Box: die DVD-Premiere „JLG/JLG – Godard über Godard“ sowie „Godard trifft Truffaut“. Die Liste von Godards selbst erklärten Bewunderern ist groß, darunter Quentin Tarantino, Martin Scorsese, Ingmar Bergman, Bernardo Bertolucci und Steven Soderbergh. 2011 wurde Jean-Luc Godard mit dem Ehren-Oscar® für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Luchino Visconti Edition
Arthaus 2013 sieben DVDs, 931 Min. 39,99 EUR
Sechs Meisterwerke des großen italienischen Regisseurs Luchino Visconti in einer Edition! Enthalten sind die Klassiker „Sehnsucht“ (erstmals in restaurierter Fassung), „Rocco und seine Brüder“ und „Ludwig II. auf zwei DVDs“ sowie gleich drei DVD-Premieren: „Ossessione – Von Liebe besessen“, „Die Erde bebt“ und „Bellissima“.

Hunter S. Thompson: Die Rolling-Stone-Jahre
768 S., Heyne 2012 24,99 EUR
Von 1970 bis 2004 schrieb Hunter S. Thompson für das Rolling Stones Magazin. Er kreierte den Gonzo-Journalismus, eine subjektive Spielart der Berichterstattung. Dieses Buch versammelt eine gelungene Auswahl von Thompsons Beiträgen für das Magazin, wenngleich einige der Texte gekürzt wiedergegeben sind. Die Briefwechsel zwischen Thompson und dem Rolling-Stone-Verleger Wenner geben Einblicke in Thompsons Arbeits- und Denkweise, die kurzen Vorworte der Abschnitte einen prägnanten Überblick über die Situationen, in denen die Beiträge entstanden sind.

Tom Wolfe: Back to Blood
Blessing 2013 (erscheint am 21.Januar) 24,99 EUR
Der neue Bestseller des preisgekrönten Kultautors. Clash of Cultures unter karibischer Sonne: eine brillante und lustige Satire auf den menschlichen Umgang mit gesellschaftlicher Realität.

Mark Salisbury (Hg.): Tim Burton
368 S., Quadriga 2012 29,99 EUR
Nicht jeder Fan von gewalttätigen Fantasien wird zum Kriminellen. Kultregisseur Tim Burton begann als verschrobener Spielzeugzerstörer im Horrorkino. Die ideale Kindheit, um sympathischen Skeletten oder sonstigen monströsen Protagonisten

H. G. Wells : Die Zeitmaschine
149 S., TB, dtv 7,90 EUR
Dieser politische Science Fiction 1895 als Fortsetzungsroman veröffentlicht hat als Thema den Klassenkonflikt. Der erste Zeitreiseklassiker war enorm erfolgreich.

Dietmar Dath: Pulsarnacht
431 S., Heyne 2012 13,99 EUR
Was wäre, wenn … eines Tages alles anders wäre?Die Menschen der Zukunft haben sich weit von dem entfernt, was wir als »Mensch« kennen – und doch haben sie immer noch die alten Bedürfnisse, träumen die alten Träume, kämpfen die alten Kämpfe. Bis sich eines Tages die »Pulsarnacht« ankündigt, ein astronomisches Ereignis, nach dem sprichwörtlich nichts mehr so sein wird, wie es einmal war. Und wer das Geheimnis dieser Pulsarnacht kennt, kann die letzten Rätsel des Universums lüften … Dietmar Dath, geboren 1970, studierte nach dem Abitur Physik und Literaturwissenschaften. Nach dem Studium arbeitete er als Übersetzer und Chefredakteur der Zeitschrift Spex, bevor er Kulturredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wurde. Für seine Romane wurde Dietmar Dath mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Kurd-Laßwitz-Preis, und stand mit seinem Roman Die Abschaffung der Arten auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis.

Eugen Egner: Totlachen im Schlaf
134 S., Edition Phantasia 2012 17,00 EUR
Lagen in früheren Texten Eugen Egners Komik und Schrecken, das Absurde und das Grausige selten weit auseinander, so verlagerte sich der Schwerpunkt spätestens seit seinen hochgelobten Erzählungsbänden Gift Gottes (2003), Nach Hause (2007) und Schmutz (2008) immer mehr in Richtung einer makabren und unheimlichen Phantastik, in der scheinbar alltägliche Situationen unvermittelt ins Bedrohliche oder Groteske kippen. In Eugen Egners doppelbödiger, hintergründiger Welt ist nichts so, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint. Das gilt umso mehr für seine neue Sammlung von Erzählungen, deren Spektrum von Science Fiction bis hin zu makabren und unheimlichen Geschichten reicht – doch alle sind stets in »Egnerland« angesiedelt, jener befremdlichen, grotesken und absurden Welt, wie sie nur der Phantasie des Zeichners, Musikers und vor allem Schriftstellers Eugen Egner entspringen kann, der einmal mehr beweist, dass er zu den bedeutendsten deutschsprachigen Gegenwartsautoren zählt. Eugen Egner, 1951 im Baden-Württembergischen Ingelfingen geboren, lebt seit 1955 in Wuppertal. Er hat sich als Zeichner u. a. für das Satiremagazin Titanic und die Frankfurter Allgemeine Zeitung einen Namen gemacht. Neben Bild- und Cartoonbänden umfasst sein Œuvre auch Romane und Storysammlungen. Seine Hörspiele wurden erfolgreich vom WDR und anderen Rundfunksendern ausgestrahlt. In jüngster Zeit betätigt er sich in Bands wie Armutszeugnis und dem Improvisationstrio Gorilla Moon auch als Gitarrist und tritt mit seiner »Sparoper« Olga La Fong öffentlich auf. In der Edition Phantasia ist erschienen: Schmutz (2008), Die Traumdüse (2009).

Ezra Pound: Die Cantos
1500 S., geb. in Schuber, zweisprachig, Arche Verlag 2012 98,00 EUR
Das Jahrhundertwerk erstmals vollständig auf Deutsch: Von der einzigartigen Pound-Spezialistin Eva Hesse übertragen und von den Literaturwissenschaftlern Heinz Ickstadt und Manfred Pfister sorgfältig ediert und kommentiert, ist diese zweisprachige Ausgabe eine publizistische Sensation.
»Ich halte die Cantos für komisch, aufregend, aufreizend, zart bis an die Grenze des Erträglichen, dogmatisch über alle Maßen, herausgeschrieen, gemurmelt, geflüstert, gesungen, wahr, falsch und querköpfig, schön, hässlich, handgefertigt, zuversichtlich, widersprüchlich, am Rande des Zusammenbruchs – kurz, für ganz und gar menschlich, lebendig und relevant.«, schreibt die englische Autorin und Kritikerin Christine Brooke-Rose. »In meinem Urteil ist Ezra Pound einer der größten Dichter, die je gelebt haben.« (Ernest Hemingway). Ezra Pound, geb. 1885 in Hailey (Idaho). Studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und Romanistik. Studienaufenthalt in Spanien. Von 1909–20 in London, begründete zusammen mit H.D. u.a. den Imagismus. 1920–24 in Paris. 1924–45 in Rapallo. Hielt im Zweiten Weltkrieg über Radio Rom anti–amerikanische Propagandareden. Wurde 1945 von den Amerikanern inhaftiert. Entstehung der „Pisaner Cantos“. Erhielt vom Preisgericht der American Library of Congress (Mitglieder unter anderem Eliot, Auden, K. A. Porter) den Bollingen-Preis, die höchste amerikanische literarische Auszeichnung. Entging dadurch einem Hochverratsprozeß. 1946 Einweisung in das St. Elizabeths Hospital für kriminelle Wahnsinnige in Washington. 1958 Entlassung. Lebte anschließend in Meran und Venedig, wo er am 1. November 1972 starb.

John Niven: Das Gebot der Rache
304 S., geb., Heyne 2013 19,99 EUR
Die kalte Hand des Bösen. Die meisten Menschen können ihre Rachefantasien kontrollieren. Aber es gibt einige, bei denen die Gier nach Rache grenzenlos ist. Einen solchen Fall erzählt John Niven in »Das Gebot der Rache«. Mit seinem neuen aufsehenerregenden Roman beweist der Kultautor seine Meisterschaft auch im Bereich des schonungslosen Thrillers und nimmt den Leser mit auf eine Reise, die er nie wieder vergessen wird. Donald Miller führt ein Leben, von dem man nur träumen kann. Mit seiner wohlhabenden Frau Sammy und seinem kleinen Sohn Walt bewohnt er ein luxuriöses Anwesen in der kanadischen Provinz. Donald kennt keine Geldsorgen, er liebt seine Familie, er ist umgeben von netten Leuten. Doch mit einem Schlag zerbricht diese heile Welt … Als er seinen abgeschlachteten Hund findet, ahnt Donald, dass etwas in sein Leben getreten ist, das ihn für immer zeichnen wird. Seine bösen Vorahnungen werden schnell zur bitteren Wahrheit. Während eines Schneesturms wird Sammy entführt. Kurz darauf findet man ihren brutal zugerichteten Leichnam. Mit der Präzision eines Uhrwerks zieht sich eine namenlose Bedrohung um Donald zusammen: Er gerät zusammen mit seinem Sohn in die Gewalt eines Feindes, der scheinbar jede Menschlichkeit hinter sich gelassen hat … John Niven, geboren in Ayrshire im Südwesten Schottlands, spielte in den Achtzigern Gitarre bei der Indieband The Wishing Stones, studierte dann Englische Literatur in Glasgow und arbeitete schließlich in den Neunzigern als A&R-Manager einer Plattenfirma, bevor er sich 2002 dem Schreiben zuwandte. 2006 erschien sein erstes Buch, die halbfiktionale Novelle Music from Big Pink über Bob Dylan und The Band in Woodstock; 2008 landete er mit dem Roman Kill Your Friends – einer rabenschwarzen Satire auf die Musikindustrie – einen internationalen Bestseller. Es folgten die Romane Coma und Gott bewahre. John Niven schreibt außerdem Drehbücher. Er lebt derzeit in Buckinghamshire, England.

Luiz Ruffato: Mama, es geht mir gut
160 S., geb., Assoziation A 2013 (erscheint im Mai) 18,00 EUR
Ein brutaler Familienpatriarch, der mit Axthieben und Brandrodung das Land urbar macht, seine junge Frau „an die Nabelschnur endloser Schwangerschaft“ fesselt, die Jungtiere mehr liebt als seine Kinder, gar die eigene Tochter erschießt. Schonungslos beschreibt Luiz Ruffato die Härte, die Entbehrungen und die Grausamkeiten des Landlebens, das die Welt italienischer Einwandererfamilien im Hinterland der Berge von Minas Gerais in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts prägt. Es ist diese Enge und Bedrängtheit des Lebens, der die heranwachsenden Jugendlichen zu entfliehen versuchen. Sie machen sich auf in ein vermeintlich besseres Leben, in die nächste Kleinstadt, dann nach Rio oder Sao Paulo. Den erdverbundenen Werten der Alten, die in einem Tal hinter der Staubstraße eine Heimat gefunden haben, steht die Faszination der Jungen für die Lichter des Fortschritts gegenüber. Die Träume sind bescheiden, Worte werden nur wenige gewechselt, die weite Welt reicht zunächst nicht viel weiter als bis zur nächstgrößeren Ansiedlung und deren Busbahnhof. Das Buch bildet den Auftakt des Romanzyklus „Provisorische Hölle“, mit dem Ruffato den Armen, den einfachen Leuten, den Migranten eine Stimme verleiht. Er hebt sie aus ihrer literarischen Vergessenheit und lässt so die Geschichte des brasilianischen Proletariats wiederauferstehen. Innere Monologe alternieren mit poetischen Passagen, mit Szenen dramatischer Intensität. Unprätentiös, frei von Sozialromantik und auf höchstem literarischen Niveau. Ruffatos Saga des proletarischen Brasilien ist nüchtern, schmerzhaft und kompromisslos. Ruffato wurde 1961 in Cataguases im brasilianischen Bundesstaat Minais Gerais geboren. Im Jahr 1998 veröffentlichte er einen ersten Band mit Kurzgeschichten. Drei Jahre später folgte der Roman „Es waren viele Pferde“, der von der Kritik enthusiastisch aufgenommen und u.a. mit dem Preis „Machado de Assis“ der brasilianischen Nationalbibliothek ausgezeichnet wurde. Eine Jury von Literaturkritikern der Zeitung „Globo“ zeichnete das in mehrere Sprachen übersetzte Buch als einen der besten zehn Romane der letzten Dekade aus. Zwischen 2005 und 2011 schrieb Luiz Ruffato den fünfbändigen Romanzyklus „Provisorische Hölle“. Luiz Ruffato lebt in Sao Paulo.

Joào Paulo Cuenca
Das einzig Glückliche einer Liebesgeschichte ist ein Unfall

144 S., geb., A 1 Verlag 16,90 EUR
Shunsuke, junger Angestellter einer untergehenden multinationalen Firma in Tokio, hat zahlreiche belanglose Affairen, bis er sich in einem Nachtclub Hals über Kopf in die polnisch-rumänische Kellnerin Iulana verliebt. Doch für Iulana ist alles nur ein Spiel, denn sie ist entflammt für die schöne Tänzerin Kazumi. Sie allen werden von einem alten Dichter beobachtet, der jeden ihrer Schritte durch heimliche Aufnahmen überwacht: Es ist Shunsukes eigener Vater Atsuo Okuda. Mit seinem privaten Spionagenetz, U-Boot genannt, scheint es Herr Okuda besonders auf das Glück seines Sohnes abgesehen zu haben, während er seiner neuen Gefährtin Yoshiko, einer ultrarealistischen, nach seinen genauen Anweisungen gefertigten, sprechenden Gummipuppe Gedichte vorliest. Sein perfider Kontrollwahn steigert sich zu einem plötzlichen und äußerst gefährlichem Interesse für Iulana. Shunsuke sieht seine Hoffnung auf Liebe durch die dunklen Schatten seines Vaters bedroht. Doch wenn sollen Atsuos teuflische Obsessionen tatsächlich treffen? Joào Paulo Cuencas dritter Roman ist eine moderne Liebesgeschichte, in der er mit wechselnden Erzählern meisterhafte futuristische Szenerien entstehen lässt: lebendige Figuren im zersplitterten Leben einer Megalopolis, in der allgegenwärtiger Voyerismus und menschliche Perversion zu Gegenspielern jeglichen Gefühls werden. Verstört und gebannt stellt sich der Leser die Frage, ob die wahren Opfer von Unfällen nicht oft die Überlebenden sind.

Aurelie Maurin / Thomas Wohlfahrt (Hg.)
VERSschmuggel / Contrabando de Versos
Brasilianisch- und deutschsprachige Gedichte mit CD

Verlag Das Wunderhorn 2013 (erscheint im April) 26,80 EUR
In kaum einem anderen Land der Welt prallen so viele poetische Vorstellungen aufeinander wie in Brasilien. Ihre Kraft schöpft die brasilianische Poesie aus unterschiedlichen Quellen, von der Konkreten Poesie der Avantgarden über die afro-brasilianischen Erzähltraditionen und Songwriting bis zur Visuellen Poesie. Der in Berlin lebende brasilianische Dichter Ricardo Domeneck hat einige der spannendsten Autoren Brasiliens unterschiedlicher poetischer Richtungen für den VERSschmuggel ausgewählt. Die Literaturwerkstatt Berlin hat sie zum poesiefestival berlin 2012 eingeladen. Mit dabei sind Ricardo Aleixo, Dirceau Villa, Jussara Salazar, Horacio Costa, Marcos Siscar und Erica Zingano. Gemeinsam mit ihren deutschsprachigen Dichterkollegen Ann Cotton, Gerhard Falkner, Barbara Köhler, Christian Lehnert, Ulf Stohlterfoht und Jan Wagner arbeiteten sie an der Übersetzung ihrer Werke in die andere Sprache – ein Verfahren, das ideal für Übersetzung ist, da der Dichter direkt in den sprachlichen Transfers mit einbezogen ist. In Koproduktion mit „7Letras“ (Rio de Janeiro)

Dany Laferriere: Das Rätsel der Rückkehr
300 S., geb., Verlag Das Wunderhorn 2013 (erscheint März) 24,80 EUR
Wie schon sein Vater in den 1960er Jahren, entschließt sich der 23jährige Journalist Dany Lafferiere 1976 ins Exil zu gehen, nachdem ein Freund und Kollege von Paramilitärs im Dienst des Diktators Francois Duvalier ermordet wurde. Er geht nach Kanada, lebt in der Metropole Montreal, wo ihn dreiunddreißig Jahre später eines Nachts am Telefon die Nachricht erreicht, dass sein Vater in New York soeben gestorben ist. Die ihn unvorbereitet treffende Nachricht lässt ihn erstmals an eine Rückkehr in die Heimat denken, über sein Leben im Exil seit seiner Ankunft in Montreal reflektieren. Erinnerungen aus den Tiefen der Kindheit und Landschaften kommen in ihm hoch, als „langsame Vorbereitungen zur Abreise“, wie er es selbst bezeichnet. Gemeinsam mit seinem Neffen, seinem jüngeren Alter Ego, bereist er Haiti, wo die Bevölkerung hungert und unter der politischen Verfolgung und Korruption leidet. Er trifft auf ein schwer geprüftes Land, das aber auch in die lebendige Kunstszene und die Jugend große Hoffnungen setzt. Inspiriert von Aime Cesaires „Cahier d`un retour au pays natal“ ist der Roman in Versform geschrieben, die ohne Reime und fixes metrum auskommt. Die Rhythmen und Klangwiederholungen ergeben einen sehr musikalischen Erzählstil, der eher einem Popsong als einem Langgedicht ähnelt, was den großen Erfolg des Buches in der französischen Sprache erklärt.

David Graeber: Direkte Aktion
450 S., Pb., Edition Nautilus 2013 (erscheint im März) 24,00 EUR
Der Occupy-Aktivist und Ethnologe David Graeber legt hier ein Standartwerk vor. Er beschreibt was Direkte Aktion ist und wie sie funktioniert. Entstanden ist ein vielfältiger, spannender und höchst lesenswerter Jetzt-schon-Klassiker über zivilgesellschaftliches Engagement und die Grundlagen der Basisbewegungen.

Infogruppe Bankrott (Hg.): Occupy Anarchy!
Libertäre Interventionen in eine neue Bewegung

152 S., edition assemblage 2012 9,80 EUR
Occupy hat das politische Klima in den USA verändert. Die Infogruppe Bankrott hat einen kleinen, aber feinen Sammelband herausgegeben, der die anarchistischen Wurzeln von Occupy freilegen soll. Er enthält Beiträge internationaler Größen der Soziologie, Bewegungsforschung, postkolonialer und neofeministischer Theorie (Mike Davis, Gayatri Chakravortry Spivak, Judith Butler) ebenso wie Wortmeldungen aus dem Inneren der Bewegung selbst.

Hatmut Rübner: Die Solidarität organisieren
Konzepte, Praxis, Resonanz linker Bewegungen in Westdeutschland nach 1968

Rotes Antiquariat – Plättner Verlag 2012 16,80 EUR
Ein Beitrag zur Erforschung der Neuen Sozialen Bewegungen. Die Geschichte der zahlreichen Gruppierungen aus dem Spektrum der Neuen Linken, die sich jenseits der realsozialistischen DKP und der damals reformorientierten SPD orientierten. SDS, Rote Hilfe, Schwarzkreuz, Anarchosyndikalisten, linke Anwaltskanzleien, Sozialistische Büro, Russel-Tribunal und vieles mehr.

Christoph Meckel: Dunkler Weltteil
Erinnerung an afrikanische Zeit

112 S., Libelle Verlag 16,90 EUR
„Afrikanische Zeit der Sechzigerjahre. Ich war in Nigeria und im Senegal unterwegs, als ein nachkoloniales Leben und Lebensgefühl sich zu entfalten begann. Es war eine Zeit des Atemholens, die neuen Staaten waren wenige Jahre alt, von Korruption, Rassenhass und Verelendung vieler Art noch nicht entstellt.“ Über Afrika hat Christoph Meckel wenig geschrieben. Fast ein halbes Jahrhundert nach seinen Reisen per Anhalter und als Straßenläufer gibt er seinen Erinnerungen Raum. Es sind Bilder einer eigenen Härte und Heiterkeit, Blitzlilchter, nachgetragene Dankbarkeit, Erkundigungen an den Rändern von Furchtbarem, von Beeindruckung und Gelächter. Er erzählt von seinen Begegnungen mit Bildhauern und Dichtern wie Christopher Okogbo und Amos Tutuola in Ibadan, auch mit Aime Cesaire und Leon Damas beim „Festival des Arts Negres“, jenem einzigartigen Fest, zu dem der Staatsmann und Dichter Leopold Senghor 1966 nach Dakar lud. Von besonderem Gewicht bleibt seine Freundschaft mit dem „Forschenden, Erkennenden, Bewegenden und Richtungsweisenden“ Ulli Beier, die Oshogbo begann. Dort förderte der einst aus Deutschland vertriebene Beier zusammen mit Susanne Wenger die Entwicklung von nigerianischer Kunst, bevor er als Gründer des Iwalewa-Hauses von Bayreuth aus zum Vermittler außereuropäischer Kultur wurde.

Elina Fleig & Madhuresh Kumar & Jürgen C. Weber (Hrsg.)
Speak Up ! Sozialer Aufbruch und Widerstand in Indien

300 S., Pb., Assoziation A 2013 (erscheint März) 18,00 EUR
„India Shining“ (Leuchtendes Indien), so heißt der offizielle Slogan, der den Aufstieg des 1,2 Milliarden Einwohner(innen) zählenden Subkontinents zur bald drittstärksten Volkswirtschaft der Welt beschreiben soll. Es ist ein gigantisches Modernisierungsprojekt, das die Lebensgrundlagen von Millionen von Menschen zu zerstören droht – versinnbildlicht in den Tausenden von Selbstmorden verzweifelten Bäuerinnen und Bauern. Doch dagegen regt sich massiver Protest und Widerstand – organisiert in neuen sozialen Netzwerken und Initiativen lokal, landesweit und international agierender Akteure. So ist ein kaleidoskopisches Spektrum unterschiedlichster Bewegungen entstanden, die dieses Buch vorstellt und zu Wort kommen lässt. Es sind die indischen Aktivist(innen) selbst, die in SPEAK UP! von ihren Kämpfen berichten und ihre Erfahrungen diskutieren. Die Beiträge dokumentieren Aspekte des Protests und der Veränderung. Kämpfe von Arbeiter(innen) in neuen Formen gewerkschaftlicher Orientierung; von Bäuer(innen) für Land und Ernährungssouveränität, gegen die Zerstörung ihrer Dörfer und Vertreibung aus ihren angestammten Gebieten; Kämpfe gegen Großprojekte wie Staudämme, Atomkraftwerke und Sonderwirtschaftszonen; Kämpfe der Slumbewohnerinnen für Wohnraum, Bildung und sauberes Wasser – um nur einige zu nennen. Die Berichte reflektieren zugleich die verschiedenen Lebensrealitäten. Sie führen in wegen ihres Rohstoffreichtums für die globalen Märkte zur Plünderung freigegebenen Waldregionen, in städtische Ballungsgebiete von Neu-Delhi bis Mumbai, an die Küsten Tamil Nadus bis in abgelegene Gebiete des Bundesstaates Karnataka. Alle Autor(innen) des Bandes, darunter die Trägerin des alternativen Friedensnobelpreises Medha Patkar, sind selbst an den sozialen Kämpfen und Auseinandersetzungen in Indien beteiligt und auch in internationalen Zusammenhängen aktiv. Ihre Beiträge belegen, dass der Mythos vom „leuchtenden Indien“ einer kritischen Hinterfragung nicht standhält. Das umfassendste Werk zu sozialen Widerstandsbewegungen in Indien in deutscher Sprache.
Martin R. von Ostheim: Selbsterlösung durch Erkenntnis

Die Gnosis im 2.Jahrhundert n. Chr.
108 S., Pb. , Schwabe Verlag (Reflexe) 2013 16,50 EUR
Woher wir kommen, wohin wir gehen… Wer möchte nicht nach Erkenntnis streben? Gnostikerinnen und Gnostiker finden sie in ihrer Religion. Die Gnosis eröffnet ihnen eine neue, geistige Welt. Sie können die Welt des Materiellen verlassen und sich selbst in die Welt der Äonen erlösen. Die Gnosis ist eine Religion unbekannten Ursprungs, die sich im zweiten Jahrhundert n. Chr. im gesamten Mittelmeerraum verbreitet hat. Das griechische Wort gnosis bedeutet Erkenntnis – und das ist auch das Ziel der Gnosis und ihrer Vertreter. Gnostikerinnen und Gnostiker versuchen, durch Studium der gnostischen Schriften und gnostischen Kult, in Form einer persönlichen Erkenntnis Antworten auf die großen Fragen der Menschheit zu erlangen. Die Erkenntnis, woher wir kommen und wohin wir gehen, was der Urgrund unseres Seins ist, ist für Gnostiker eine Befreiung aus der diesseiteigen, materiellen Welt und führt zur Selbsterlösung in eine neue, geistige Welt. Doch Gnostikerinnen und Gnostiker können am Pleroma, der Welt der Äonen, bereits hier vorweg Anteil nehmen. Ein Erlöser wird nicht benötigt. Christliche Kirchenväter haben gnostische Schulen vehement bekämpft. Diese waren eine Bedrohung für das junge Christentum. Gnostiker haben ihre Lehren aus dem Christentum und verschiedenen philosophischen Strömungen zusammengetragen. Den meisten gemeinsam ist die Annahme eines höchsten, vollkommenen Gottes und eines unvollkommenen Schöpfergottes, Demiurg genannt, der die materielle Welt und die Menschen erschaffen hat. Manchmal wird der Demiurg mit dem Gott des Alten Testamentes identifiziert. Alle Menschen tragen in sich einen göttlichen Funken des höchsten Gottes. Es gilt, diesen zu entdecken und sich aus dem negativ gedeuteten Materiellen in die geistige Welt zu retten – in den Texten wird dies oft bildhaft mit Licht und Dunkelheit oder Nebel und klarer Sicht umschrieben. Martin R. von Ostheim stellt in diesem Buch die Gnosis Valentinus und seines Schülers Ptolemaios vor.

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Alle Titel können Sie überall im Buchhandel wie auch unter folgender Adresse erwerben:

Worms Verlag
Abt. Onlineshop
Kultur- und Veranstaltungs GmbH,
Von Steuben Str.5, 67549 Worms
Berthold Röth Tel. 06241-2000-314
e-mail: berthold.roeth@kvg-worms.de

Inhalte Heimatjahrbuch Worms 2006 – 2013

Februar 13, 2013

Alle Heimatjahrbücher Worms sind noch zu beziehen zum Preis für 8 EUR, mit Ausnahme des Jahrbuches 2006 (nur 6 EUR)

Allgemeines um Worms

Der Wormser Dialekt HJB 2010
Worms, Würmer, Wormser – zum Begriff weltweit HJB 2006
Die reitenden Toten HJB 2010
Leben im Dominikanerkloster Worms HJB 2007
Flurnamen in Worms HJB 2010
Grausige Flurnamen HJB 2013

Historische Stadtgeschichte

Worms und die Vangionen HJB 2007
Religionen im römischen Worms HJB 2008
1200 Jahre Weinbau in Ibersheim HJB 2008
Wormser Propheten um 1500 HJB 2006
Neues Testament 1526 (St. Albans-Artikel) HJB 2013
Mordversuch im Bischofshof – Älteste Luthersage HJB 2011
Wormser Religionsgespräch 1587 HJB 2010
Richard Löwenherz in Worms (1193) HJB 2009
Die Hochzeit Friedrich II. mit Isabella von England HJB 2009
Vor 750 Jahren: Vater-Sohn-Tragödie im Luginsland
Friedrich II. und sein Sohn HJB 2006
Die Dalbergs und die Illuminaten HJB 2007
Unerhoffter Fund: Wormser Druckwerk von 1769 HJB 2008
Gerichtsakten im 18.Jahrhundert HJB 2006
Die Revolution in Pfeddersheim HJB 2009
Bürgermeisterwahl 1848/49 HJB 2007
Bierstadt Worms im 19.Jahrhundert HJB 2006
Wormser Straßenbahn 1906 – 1956 HJB 2006
Der Rhein als Zonengrenze (nach dem Krieg) HJB 2010
Erste Kommunalwahlen nach dem Krieg 1946 HJB 2007
Wormser Cafes der Nachkriegszeit HJB 2012
Kleine Geschichte des alten Stadtkrankenhauses HJB 2007
Das Gerichtswesen im alten Pfeddersheim HJB 2013
Die Eingemeindung Pfeddersheims HJB 2009
Der größte Giftmord in Worms HJB 2012

Straßen, Plätze und Parks

Albert-Schulte-Park:
Die Gräfin von Hertfordshire (1785 – 1865) HJB 2013
Der Schlosspark Herrnsheim HJB 2011
Bäume und Wiesen im Schlosspark Herrnsheim HJB 2011
Karl Bittel und sein Park HJB 2011

Lebensgeschichten aus der Sebastian-Münster-Straße HJB 2007
Erinnerungen an die Färbergasse HJB 2009

Gebäude, Denkmäler

Der Psalter aus St. Albans in Hildesheim HJB 2009
Odyssee eines Altars – 200 Jahre, acht Standorte HJB 2008
Die Wallfahrt nach Liebfrauen HJB 2010
Bergkirche in Hochheim HJB 2007
Evangelisches Gemeindehaus Worms-Herrnsheim HJB 2008
Das Wingertshäuschen in Worms-Herrnsheim HJB 2010
Mennonitenkirche Ibersheim HJB 2013
Simultankirche Pfeddersheim HJB 2006
Wehrtürme in Pfeddersheim HJB 2006
Denkmal der napoleonischen Kriegsveteranen Pfeddersh. HJB 2007
100 Jahre Cornelianum HJB 2010
100 Jahre Lutherkirche und Luthergemeinde HJB 2013
Siegfried-Brunnen Worms HJB 2006
Das Mythenlabor im Nibelungenmuseum HJB 2010
Tierdenkmäler und Skulpturen Worms HJB 2009
100 Jahre Andreastor und Raschitor HJB 2007
Die Woogbrücke HJB 2010
800 Jahre Frauensynagoge HJB 2013
Das Wormser Jahrhundertprojekt „Das Wormser“ HJB 2011
Wormser Jugendgästehaus HJB 2007
Das Europahaus HJB 2013
Einweihung neue Jahnturnhalle HJB 2013
Der neue Wormser Schlachthof HJB 2012
50 Jahre Eisenbahnbrücke HJB 2010
Der lange Weg zur neuen Rheinbrücke HJB 2007
Wer macht eigentlich die Rheinbrücke? HJB 2008
Die neue Rheinbrücke HJB 2009
Einweihung der neuen Rheinbrücke HJB 2009
Das Bootshaus am See – Wormser Rudersport HJB 2009
Der Starenkasten in Lindenfels HJB 2009

Stadtentwicklung

Werkstatt Innenstadt HJB 2006
Stadtentwicklungsplanung HJB 2008
Worms fit für die Zukunft – Demografie HJB 2009
Sanierung im Jugendstil: Hardtgasse HJB 2006
Baukultur in Worms HJB 2006
Konversionsflächen HJB 2007
Grüne Lunge der Stadt – Ringanlagen an Stadtmauern HJB 2011
Regionale Netze und die Entwicklung der Stadt HJB 2011

Ortsteile

Abenheim HJB 2006
Der Abenheimer Kräutergarten HJB 2011
Der Abenheimer Skulpturenweg HJB 2011
Prozessionen in Abenheim HJB 2012
Heppenheim an der Wiese HJB 2007
Herrnsheim HJB 2008
Der Schlosspark Herrnsheim HJB 2011
Bäume und Wiesen im Schlosspark Herrnsheim HJB 2011
Schreinerdorf Hochheim HJB 2006
Hochheim HJB 2009
Erinnerungen an Hochheim HJB 2013
Ibersheim HJB 2013
Mennonitenkirche Ibersheim HJB 2013
Ein Flugplatz für Pfiffligheim HJB 2011
Karl Bittel und sein Park HJB 2011
Leiselheim HJB 2012
Horchheim HJB 2010
Die Gemarkung Pfeddersheim HJB 2010
Die Eingemeindung Pfeddersheims HJB 2009
45 Jahre Partnerschaft Pfeddersheim – Nolay HJB 2012
Pfeddersheimer Auswanderer HJB 2010
500 Jahre Riesling-Urkunde von Pfeddersheim HJB 2011
Das Gerichtswesen im alten Pfeddersheim HJB 2013
Vom Vater des Pfälzer Ackerbaus HJB 2011
Fischerdorf Rhein-Dürkheim HJB 2007

Partnerstädte

Auxerre HJB 2011
Bautzen HJB 2008
Gefängnis Bautzen im 20.Jahrhundert HJB 2007
Die friedliche Revolution in Bautzen HJB 2010
Mobile HJB 2007
Parma HJB 2010
St. Albans HJB 2006
Bibliophile Entdeckungsreise nach St. Albans HJB 2013
Tiberias HJB 2009

Worms in Paris HJB 2010
Partnerschaft Pfeddersheim – Nolay HJB 2012
Beziehungen zu Bydgoszc HJB 2013

Europa

50 Jahre Vertrag über deutsch-französische Zusammenarbeit HJB 2013
Europa – Mythos und Wirklichkeit HJB 2013
Comenius wirkt auch in Worms HJB 2013
Europa in der Schule HJB 2013
Europa aus verschiedenen Perspektiven HJB 2013
Erasmus-Programm HJB 2013

Nationalsozialismus

Paul Hertz: „Wer stürzt Hitler?“ –
Ein Sozialdemokrat aus Worms im 20.Jahrhundert HJB 2012
Hans Hinkel: Vom Metzgersohn zum NS-Kulturfunktionär HJB 2011
Verfolgung der „Zeugen Jehovas“ in Worms HJB 2006
Kindertransporte nach England HJB 2010
Evangelische Gemeinden in Worms 1933 – 1949 HJB 2007
Das Brot vom Fronhofe, Widerstandsstück v. E.Kilb 1938 HJB 2007
Arthur Glaser HJB 2009
Panzergräben um Worms 1945 HJB 2007
Bombenabwurf 1945 HJB 2007
Erinnerungen an die Bombennacht HJB 2010
Ankunft der Amerikaner HJB 2013
Im Hof der 118er Kaserne – Kriegsgefangenschaft 1945 HJB 2011
Stolpersteine HJB 2008
Schüler führen Schüler in Gedenkstätte KZ Osthofen HJB 2012

Judaica

Judenbilder in Literatur und Bildkunst HJB 2013
Schum-Gemeinden HJB 2013
800 Jahre Frauensynagoge HJB 2013
Abraham von Worms: jüdische Volksmedizin und
Magie im Mittelalter HJB 2012
Moritz Heidenheim –
Ein Leben zwischen Judentum und Christentum HJB 2012
Mit dem Blick nach Jerusalem – Jüdischer Friedhof 1911 HJB 2011
Trauerhalle jüdischer Friedhof Hochheim HJB 2006
Pokal der Wormser Beerdigungsbruderschaft HJB 2007
Das Werk Ludwig Yehuda Leib Lewysohns HJB 2008
Otto B. May (1880 – 1952) HJB 2013
Im Glauben an das Exquisite –
Der Mäzen Siegfried Guggenheim HJB 2012
Georg Heintz, Wormser Verleger HJB 2007
Jüdische Frauen in Worms HJB 2009
Tiberias HJB 2009

Persönlichkeiten-Portraits

Papst Hadrian III. (1155) HJB 2009
Richard von Cornwall (1200/1300) HJB 2009
John de Mandeville (1300) HJB 2009
Grobanius aus Worms – Caspar Scheidt (1520 – 1565) HJB 2012
Junker Dietrich Weier von Heppenheim ((1545 – 1604) HJB 2008
Tabernaemontanus (1522 – 1590) HJB 2013
Wilhelm Penn`s Ibersheimer Sekretär (1645) HJB 2009
Theodor Haak (1663) HJB 2010
Johann Friedrich Hugo von Dalberg HJB 2010
Heribert von Dalberg (18.Jahrhundert) HJB 2006
Die Gräfin von Hertfordshire (1785 – 1865) HJB 2013
Ferdinand Eberstadt (1808) HJB 2009
Jakob Becker (1810) HJB 2011
Lord Acton-Dalberg (1860) HJB 2009
Friedrich Heimburg – der erste hauptamtliche
Bürgermeister der Stadt Worms (1874 – 1882) HJB 2012
Georg Löwel (1876 – 1970) HJB 2013
Otto B. May (1880 – 1952) HJB 2013
Hermann Staudinger (1881 – 1965), Chemie-Nobelpreis HJB 2006
Ernst Kappesser HJB 2010
Hermann Staudinger (1881) Nobelpreisträger HJB 2011
Carl J. H. Villinger (1905 – ) HJB 2006
Pfarrer Otto Kappesser – Seelsorger und Mahner HJB 2012
Peter Bender und seine Sozialutopien (20er Jahre) HJB 2007
Hans Hinkel: Vom Metzgersohn zum NS-Kulturfunktionär HJB 2011
Karl Kübel HJB 2009
Arthur Glaser HJB 2009
Georg Glaser HJB 2010
Hans Walter Müller (1935 – HJB 2011
Erna Salzer, Altstadtzeichnerin HJB 2007
Albert Cappel, ZDF-Wetterfrosch in den 60ern HJB 2006
Rudolf Bahro HJB 2007
Philip Held – Das Wormser Maueropfer HJB 2011
Georg Heintz, Wormser Verleger HJB 2007
Viktor Omelianenko, russischer Liedermacher HJB 2006
Lorna Doley HJB 2013
Maria Elisabeth Kranzbühler HJB 2008
Maximilian Freiherr von Heyl HJB 2008
Richard Wisser HJB 2010
Ein halbes Jahrhundert mit der VHS – Erwin Martin HJB 2011
Biggi von Worms (Katrin Schüttler) HJB 2011
Ahmet Czengelköy – Leitfigur der Integration HJB 2011
Hans Werner Kilz (Zuckmayer-Preisträger 2011) HJB 2012
Ilse Lang HJB 2013
Robert Dekayser HJB 2013

Kinder / Jugend

25 Jahre Abenteuerspielplatz HJB 2009
Mitmachzirkus Picolo HJB 2011
Spiel- und Lernstube Boosstraße HJB 2011
Haus der Jugend HJB 2013
Ferienspiele HJB 2013
Open Air Hamm HJB 2010
Benny Kiekhäben HJB 2010

Frauen

Heraus mit dem Frauenwahlrecht HJB 2011
10 Jahre Aktionswochen zum Internationalen Frauentag HJB 2007
20 Jahre Gleichstellungsstelle HJB 2009
Existenzgründung von Frauen HJB 2008
Die DDR-Fahrten der Wormser DFR-Frauen HJB 2008
Kettenreaktionen – 1. Wormser Frauenkunstfestival HJB 2009
Biggi von Worms (Katrin Schüttler) HJB 2011

Kultur

Kulturelle Regionalentwicklung Rheinhessen HJB 2006
Wormser Kulturprofile HJB 2006
Bürgerbefragung Kultur HJB 2012
Lokale Kulturpolitik 1968 – 1971 HJB 2008
1.Wormser Kulturnacht HJB 2008
Wormser Drachenfest HJB 2009
75 Jahre Backfischfest HJB 2009
Geschichte des „Spectaculums“ HJB 2008
So ward ein Schuh draus – Freie Gewandtete HJB 2011
Eröffnung Kultursommer 2009 HJB 2010
Wormser Märchentage HJB 2013
Das Wagnerjahr in Worms HJB 2013

Ernst Kappesser HJB 2010
Sammlung Julius und Rolf Ochsner HJB 2009

20 Jahre Schulmuseum Pfeddersheim HJB 2009

Spiel- und Festhaus HJB 2006
Lincoln Theater HJB 2008
Das Wormser Jahrhundertprojekt („Das Wormser“) HJB 2011
Fastnachts-Possen der Narhalla HJB 2007
100 Jahre Volksbühne HJB 2008

Kreisel-Kunst HJB 2006
Kunst im öffentlichen Raum HJB 2006
MoKKa HJB 2009
Kunstprojekt „Schnittmengen“ HJB 2010
Konzept Bildende Kunst in Worms HJB 2007
Kunst unter freiem Himmel: 4.“Blickachse“ Herrnsheim HJB 2007
Kettenreaktionen – 1. Wormser Frauenkunstfestival HJB 2009
Malkurs mit Birgitta Kappel HJB 2013
10 Jahre Kunsthaus HJB 2013
Anita Reinhards Nibelungenzyklus HJB 2010
Edition Nibelungen Renate Huthoff HJB 2011
Ein Wormser Maler: Jakob Becker (200.Geburtstag) HJB 2011
Nomade im Luftschloss – Künstler Hans-Walter Müller HJB 2011
Antoni Tàpies HJB 2013
Der Abenheimer Skulpturenweg HJB 2011

Worms und die Comedian Harmonists HJB 2012
Partnerschaft Wormser Kantorei – St. Albans Chamber Choir HJB 2009
Wunderhoeren – Tage alter Musik in Worms HJB 2011
„wunderhoeren“ – Musik aus dem Mittelalter HJB 2012
Lucie-Kölsch-Jugendmusikschule HJB 2009
Internationale Sommerakademie Schwetzingen-Worms HJB 2010
Ludmila Ders interkultureller Chor HJB 2013
Jazz und Joy-Festival Worms HJB 2007
Worms Jazz und Joy feiert 20. HJB 2011
Open Air Hamm HJB 2010
Wormser Rockszene früher und heute HJB 2006
10 Jahre Krone Concerts HJB 2008
Kultur- und Kommunikationszentrum „Fabrik“ HJB 2007
Förderverein Lincoln Theater HJB 2013
Erinnerungen an das Lincoln Theater HJB 2013
Trommelgruppe Wormser Süden HJB 2008
Wormser Dom-Orgeln HJB 2006
Interview mit Marcel Worms HJB 2008
Einmal Bassist – immer Bassist (Fritz Reuter) HJB 2008
Viktor Omelianenko, russischer Liedermacher HJB 2006
Benny Kiekhäben HJB 2010
Lorna Doley HJB 2013
Auf den Spuren der Beatles HJB 2009
Folkmusik in Hertfordshire HJB 2009

Autogrammjäger HJB 2013

Der Waffenschmied von Worms (Oper) HJB 2013
Rudolf Borchardt in Worms (1870) HJB 2009
Zuckmayers Schillerrede von 1959 HJB 2006
Literatur: Ein Buch im Dreieck, Lesereisen Delius HJB 2007
Rheinhessen liest HJB 2009
Fünf Jahre Literaturinitiative in Worms HJB 2011

Arminius, Luther und Jud Süß HJB 2010
Das Stauferjahr in Worms HJB 2011

Interkultur

Frühe Migration HJB 2008
Ankunft in Worms HJB 2010
Interkulturelles Worms HJB 2007
Interkulturschulung in der Stadtverwaltung HJB 2013
„Mama lernt deutsch“ – Integrationsprojekt ausl. Mütter HJB 2006
Spiel- und Lernstube Boosstraße HJB 2011
MuT-Projekt HJB 2013
Wormser Charta HJB 2010
Bestattung nach muslimischen Ritus HJB 2008
Ein Jahr Islamunterricht an der Ernst-Ludwig-Schule HJB 2012
Tag der Offenen Moscheen in Worms HJB 2012
Moscheebau HJB 2013
10 Jahre Wormser Maigebet HJB 2011
Fest der Kulturen HJB 2012
Filmreihe zur Integration HJB 2013
Worms als Stadt der Religion – ein kulturhistorisches
Leitbild und seine Entwicklungslinien HJB 2012
Wer war Melanchthon ? HJB 2012
Von den Grenzen der Freiheit – Das Lutherjubiläum 1921 HJB 2012
100 Jahre Freireligiöse Gemeinde Worms HJB 2012
Kunstprojekt „Schnittmengen“ HJB 2010
Russisch-Deutscher Kulturverein HJB 2009
Viktor Omelianenko, russischer Liedermacher HJB 2006
Ludmila Ders interkultureller Chor HJB 2013
Internationale Volleyballgruppe HJB 2013
Ahmet Czengelköy – Leitfigur der Integration HJB 2011

Nibelungen

Georg Langes Nibelungenstadtgeschichte 1837 HJB 2012
Der Rosengarten zu Worms (Staufische Dichtung) HJB 2011
Das Mythenlabor im Nibelungenmuseum HJB 2010
10 Jahre Nibelungenmuseum HJB 2012
Drachen und Siegfriede, Ausstellungen Kunstverein HJB 2006
Riesen- und Drachengeschichten aus Worms HJB 2006
Mode im Mittelalter HJB 2006
Tafelfreuden um 1200 HJB 2008
Siegfried Brunnen Worms HJB 2006
Nibelungen-Festspiel-Inszenierungen HJB 2007
Maeren – Beobachtungen beim Theater HJB 2008
Wie Kriemhild zur Nibelungenhorde kam HJB 2008
Nibelungenhorde HJB 2009
Nibelungen: Pop und Kitsch , Ausstellung HJB 2007
Anita Reinhards Nibelungenzyklus HJB 2010
Edition Nibelungen Renate Huthoff HJB 2011
Aufstieg und Niedergang Burgunds, Symposium HJB 2007
Nibelungenzug 2010 HJB 2011
Das Wagnerjahr in Worms HJB 2013

Literatur

Nur weniges gelistet, z.B.

Unser Garten HJB 2011
Bombenabwurf 1945 HJB 2007
Die Bombennacht HJB 2009
Meine Gedächtnislandschaft 1945/46 HJB 2007
So wars 1946 HJB 2007
Meine Reisen HJB 2009
So war Weihnachten früher HJB 2009
Literatur und Arbeitswelt HJB 2008
Ein halbes Jahrhundert mit der VHS – Erwin Martin HJB 2011
Wormser Poesiealbum HJB 2008
Poetisches Gemurmel HJB 2008
Rudolf Borchardt in Worms (1870) HJB 2009
Zuckmayers Schillerrede von 1959 HJB 2006
Liebe zu Worms in französischen Versen:
Meery Devergnas HJB 2012
Mehaled und Sedli – Drusenroman von Fritz von Dalberg HJB 2012
Literatur: Ein Buch im Dreieck, Lesereisen Delius HJB 2007
Rheinhessen liest HJB 2009
Fünf Jahre Literaturinitiative in Worms HJB 2011

Tod in Worms (Kurzgeschichte – Krimi von Olga Manj) HJB 2013

Vereine, Organisationen

Die Johanniter in Worms HJB 2009
Vereinigte Kasino- und Musikgesellschaft seit 1783 HJB 2007
60 Jahre Gewerkschaftsbewegung HJB 2006
65 Jahre Europaunion Worms HJB 2012
150 Jahre Männergesangsverein Horchheim HJB 2006
Silberjubiläum der „Grünen Damen“ HJB 2007
International Police Association Worms HJB 2007
Steelers MC HJB 2012
25 Jahre ADFC HJB 2011
IG Pfrimm HJB 2013
Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) – Portrait HJB 2006
25 Jahre NABU Worms HJB 2013
Gästeführer HJB 2013

Wirtschaft

Siegel der Wormser Glaser um 1700 (Historisches) HJB 2006
200 Jahre Weingut Valckenberg HJB 2009
500 Jahre Riesling-Urkunde von Pfeddersheim HJB 2011
Brauerakademie und Brauerwirtschaft HJB 2011
100 Jahre Zuckerrübenverband HJB 2013
Pferdekutscher und Eiskutscher HJB 2008
BRAUN AG Pfeddersheim (Historisches Portrait) HJB 2006
Puppenfabrik Hans Hertwig (Horchheim) HJB 2008
Fritz Tent und die Wormser Lederindustrie HJB 2008
Die Kidlederfabrik Boller-Elsner HJB 2009
Leder – Chemie – Logistik (Wirtschaftsstandort Worms) HJB 2006
Vom Leder zur Logistik – Wormser Wirtschaft HJB 2008
100 Jahre EWR HJB 2011
175 Jahre Sparkasse Worms HJB 2013
Schmierölhersteller ROWE HJB 2012
Der Arbeitsförderbetrieb – eine Erfolgsgeschichte HJB 2008
Tagestourismus in Worms HJB 2009
Bau eines neuen Rheindükers HJB 2009
Der Weltladen HJB 2010
Modehaus Michel HJB 2013
1.Wormser Tag der Wirtschaft HJB 2013
Robert Dekayser HJB 2013

Bildung und Soziales

Die „soziale Frage“ – Was Cornelius Heyl tat HJB 2008
Gründung des Hugo-Sinzheimer-Instituts HJB 2012
Wormser Tafel HJB 2010
Der Weltladen HJB 2010
Spiel- und Lernstube Boosstraße HJB 2011
Arbeitswelt Schule: 35 Jahre an der Nibelungenschule HJB 2008
Eine normale Karriere? Geschichte einer Ausbildung HJB 2008
Vom Industriefacharbeiten zum Freiberufspapa HJB 2008
Kirche als offenes Haus – Gespräch Stadtkirchenarbeit HJB 2008
Ein halbes Jahrhundert mit der VHS – Erwin Martin HJB 2011
Comenius wirkt auch in Worms HJB 2013
Europa in der Schule HJB 2013
Erasmus-Programm HJB 2013
MuT-Projekt HJB 2013

Umwelt

Kinderumweltgruppe „Grüne Spatzen“ HJB 2006
Lokale Agenda 21 HJB 2006
Biodiversität – Biologische Vielfalt in Worms HJB 2012
Die Rheingütestation HJB 2010
IG Pfrimm HJB 2013
Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) – Portrait HJB 2006
25 Jahre NABU Worms HJB 2013
Hauptfriedhof Hochheimer Höhe (Ökologische Aspekte) HJB 2006
Umwelthaus Worms HJB 2007
Schule im Grünen HJB 2008
Der Abenheimer Kräutergarten HJB 2011
Gärtnern in der Stadt HJB 2011
Tiergarten: Neues Zuhause für Wölfe und Füchse HJB 2008
Neues aus dem Tiergarten HJB 2009
40 Jahre Tiergarten HJB 2013
Libellen HJB 2009
Orientalische Mörtelwespe in Worms HJB 2007
Die Deltawespe HJB 2011
Mauersegler am Wormser Dom HJB 2007
Wanderfalken am Wormser Dom HJB 2009
Die Mehlschwalbe HJB 2010
Die Saatkrähe in Worms HJB 2008
Fledermäuse HJB 2010
Fledermäuse und Licht HJB 2013

Sport

Sportstadt Worms HJB 2013
Fußballstar Joseph Fath (1911 – 1985) HJB 2012
Wormatia Worms HJB 2006
Alla Wormatia: jetzt erst recht HJB 2008
Die ruhmreiche Wormatia HJB 2013
Normannia Pfiffligheim HJB 2006
Partnerschaftsfußballturnier zur WM 2006 HJB 2007
Schlappis Weltauswahl HJB 2010
Handball in Worms HJB 2006
Rugby HJB 2009
Internationale Volleyballgruppe HJB 2013
Scater in Worms: Portrait Patrick Lindenberger HJB 2006
Boule-Verein HJB 2007
Tennisclub Bürgerweide HJB 2013
Ruderclub Blau-Weiß HJB 2006
Das Bootshaus am See – Wormser Rudersport HJB 2009
125 Jahre Rudern in Worms HJB 2010
Traglufthalle Lufticus HJB 2008
Einweihung neue Jahnturnhalle HJB 2013
100 Jahre Freie Turnerschaft Pfeddersheim HJB 2007

Aktuelles

Worms hilft – Flutopferaktion in Südostasien HJB 2006
Raucherschutzgesetz HJB 2009
Neubürger-Radtour HJB 2010

Rheinhessen

Rheinhessen einst und heute HJB 2012
Rheinhessen hautnah HJB 2011

Rhein-Neckar

Die vergessene Staatsgrenze HJB 2010
Von der Ludwigsbahn zur S-Bahn Rhein-Neckar HJB 2007
S-Bahn Rhein-Neckar HJB 2010

Avantgarde – Underground – Trash Buchneuheiten Liste 1

Dezember 20, 2012

Wir Frauen 2013 – Taschenkalender
256 S. , zahlr. Fotos, flexibler Kunststoffeinband mit Lesebändchen
Papyrossa 9,95 EUR
Der Kalender „Wir Frauen“ wird 35 und ist somit der bewährteste der Neuen Frauenbewegung. 2013 handelt er von Solidarität und Hoffnung, von Frauen, die sich einsetzen für eine andere, bessere und friedliche Welt – in den arabischen Ländern, mit der Occupy-Bewegung, im Protest gegen den Afghanistankrieg, gegen den Ausverkauf der Demokratie im Zuge der Euro- und Bankensanierung, gegen religiöse Fundamentalismen, gegen Feminizide als extremste Form der Gewalt gegen Frauen. Dazu wie in jedem Jahr jede Menge Fotos, Gedichte und Prosatexte sowie eine Chronik zur Frauenbewegung. Mit viel Platz für eigene Eintragungen.

Michael Hardt / Antonio Negri: Demokratie! Wofür wir kämpfen
100 S., Pb., Campus 2013 (erscheint Februar) 12,90 EUR
Der Weg in eine neue Gesellschaft, ein revolutionäres Programm auf 100 Seiten für eine Demokratie von unten und das Prinzip der „commons“ von zwei der prominentesten Denkern der weltweiten Protestbewegungen. Finanz- und Umweltkrisen haben es gezeigt: Die Welt braucht eine neue politische Ordnung. In ihrer Streitschrift entwerfen Michael Hardt und Antonio Negri den Weg dorthin. Inspiriert von den weltweiten Protestbewegungen beschreiben sie das Projekt einer Demokratie von unten: Wenn wir uns den Schulden verweigern, aus der Überwachung befreien, neue Netze politischer Information schaffen und die entleerte repräsentative Demokratie durch lebendige Formen der Beteiligung ersetzen, können wir eine neue Verfassung begründen. Eine, in der Wasser, Banken, Bildung und andere Ressourcen „commons“, Gemeingüter sind. Auf diesem Weg können wir den Folgen der Finanzkrise, die drängenden Umweltprobleme und die wachsende soziale Ungleichheit überwinden. Antonio Negri war nach seiner Flucht 1983 aus Italien Professor für Philosophie an der Sorbonne. 1997 kehrte er nach Italien zurück und wurde erneut inhaftiert. Im Herbst 2003 wurde er freigelassen und lebt heute als freier Autor in Venedig und Paris. Michael Hardt ist Professor für Literaturwissenschaft an der Duke University Durham, N.Y., in den USA Mit ihrem Bestseller „Empire“ wurden sie weltweit bekannt.

Isabell Lorey: Die Regierung der Prekären
Turia + Kant 15,00 EUR
Die Diagnose, dass prekäre Arbeitsverhältnisse sich häufen und normal werden, ist nicht neu, die Frage ist, welche potentielle politische Handlungsmacht in der Prekarisierung vorstellbar ist. Die Ansätze gehen dabei auseinander. War es vor einem Jahrzehnt noch vorherrschende Meinung, dass Prekarität eher zur politischen Lähmung führt, sehen wir heute, dass im „arabischen Frühling“ wie auch in Spanien, Portugal und England die prekären AkademikerInnen große Anteile der Protestierenden bilden. Das erfordert eine neue Theorie der Prekarität.

Occupy!
Die aktuellen Kämpfe um die Besetzung des Politischen

Turia + Kant 14,00 EUR
Die mit dem „arabischen Frühling“ begonnenen neuen globalen sozialen Bewegungen des Jahres 2011 haben die Auseinandersetzungen um die Ordnungsweisen des Sozialen neu entfacht. Bei den spanischen „Indignados“ wie auch in den Occupy-Protesten werden Lebensweisen und bestehende politische Organisationsformen gleichermaßen in Frage gestellt. Der Band versucht in einer ersten Annäherung, die Proteste von verschiedenen theoretischen Warten aus zu fassen und diskutiert ihren zentralen repräsentationskritischen Impetus als Kampf um die Neubesetzung des Politischen.

Erich Mühsam: Tagebücher
Bd.1: 1910 – 1911 352 S., geb., Verbrecher Verlag 2011 28,00 EUR
Bd.2: 1911 – 1912 384 S., geb. Verbrecher Verlag 2012 28,00 EUR
Bd.3: 1912 – 1914 390 S., geb., Verbrecher Verlag 2012 28,00 EUR
15 Jahre lang, von 1910 bis 1924 hat Erich Mühsam, der berühmteste deutsche Anarchist sein Leben festgehalten – ausführlich, stilistisch pointiert, schonungslos auch sich selbst gegenüber – und niemals langweilig. Was diese Tagebücher so fesselnd macht, ist der wache Blick des Weltveränderers. Mühsam wollte Anarchie praktisch ausprobieren. Anarchie hieß für ihn: Leben ohne moralische Scheuklappen, ohne Rücksicht auf Konventionen – und er bewies, dass es geht. Auch das Schreiben ist Aktion, in allen Sätzen schwingt die Erwartung des Umbruchs mit, den er tatsächlich mit herbeiführt: Die Münchner Räterevolution ist auch die seine, und die Rache der bayerischen Justiz trifft ihn hart.
Mühsam Tagebuch ist ein Jahrhundertwerk, das es noch zu entdecken gilt, es erscheint in 15 Bänden – und zugleich als Online-Edition. Die gewissenhaft edierten Textbände werden im Netz unter http://www.muehsam-tagebuecher.de/ begleitet von einem Anmerkungsapparat mit kommentiertem Namenregister, Sacherklärungen, ergänzenden Materialien, Suchfunktionen – so entsteht eine historisch kritische Ausgabe!

Bd. 4: 1915 320 S., geb. erscheint Mai 2013 28,00 EUR
DAS KRIEGSJAHR 1915: Mühsams Hoffnungen auf ein schnelles Ende des Ge metzels zerschlagen sich, der Friede rückt in immer weitere Ferne. Er braucht das Tagebuch jetzt, um die Wahrheit aus den verlogenen Presse -meldungen herauszufiltern. Wer hat diesen Krieg angezettelt? Wer kann ihn beenden? Wo kann er sich und seine Überzeugungen geltend machen? In der kaisertreuen SPD bahnen sich Umbrüche an – der linke Flügel ver –
weigert neue Kriegskredite, die Spaltung der Partei bahnt sich an. Gespannt verfolgt Mühsam die Entwicklung und sucht nach Verbündeten für eine Antikriegsbewegung unter anarchistischen Vorzeichen: bei Pazifisten, linken Sozialdemokraten, Anarchisten.
Auch in der Münchener Boheme geht der Tod um. Die Reihen lichten sich, die Stammtischkrieger werden immer nervöser. Mühsam muss befürchten, an die Front geschickt zu werden, und ist fest entschlossen, eher zu sterben als zu töten. Derweil drückt die Geldnot schlimmer als je zuvor. Zenzl, die Geliebte, bietet ihm Hilfe und Trost, aber auch sie braucht Unterstützung. Retten kann ihn nur der baldige Tod des Vaters, die große Erbschaft. Und mit dem langersehnten Telegramm tritt endlich die Wende ein: Mühsam heiratet Zenzl, gründet einen Hausstand und will Dramen und Gedichte schreiben – doch es bleibt nur Zeit für das Tagebuch, das längst zu seinem Hauptwerk geworden ist.

Lothar Kolmer, Michael Brauer (Hg.)
Hedonismus. Genuss – Laster – Widerstand?

224 S., Pb. Mandelbaum 2012 19,90 EUR
Hedonismus – einzig verbliebene Orientierung in unserem säkularen Zeitalter? Der Sammelband umfasst philosophische und soziologische Ansätze, um die zentralen Begriffe Hedonismus, Geschmack und Genuss zu definieren und in die (genusssüchtige und/oder genussunfähige?) Gegenwart zu übersetzen. Diskutiert werden historische wie auch zeitgenössische Beispiele und Praktiken (Slow Food, „Genussregion“, Drogen, Performance-Kunst). Definitionen, aber auch inhaltliche Abgrenzungen werden präsentiert, etwa wie sich Hedonismus zu Genuss verhält beziehungsweise zu übermäßigem Genuss? Trifft das alte Stigma des Lasters noch zu oder schon wieder? Braucht es als Antwort auf konsumistische Zustände einen hedonistischen Widerstand? Wie müsste dieser aussehen? Eine Dokumentation der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Begriff „Hedonismus“, der im Februar 2012 Gegenstand eines Symposiums für Gastrosophie der Universität Salzburg war. Ziel war, aus einem beliebig gebrauchten Schlagwort einen auch wissenschaftlich operablen Begriff zu machen.

Carl van Vechten: Nigger Heaven
320 S., geb., Walde und Graf 2012 24,95 EUR
Als „Nigger Heaven“ 1926 erschien, verursachte das Buch einen handfesten Skandal und wurde zum meistdiskutierten Roman der Saison. Im Mittelpunkt steht ein junges Paar, eine Bibliothekarin und ein Möchtegernschriftsteller, gefangen im Tauziehen zwischen ihren Ambitionen, dem latenten Rassismus und den Versprechungen der afroamerikanischen Kultur Harlems. Van Vechten entführt den Leser in die Clubs und Bars und auf die Straßen Harlems. Er erzählt von der afroamerikanischen Kultur, ihrer Musik und Kunst und beschreibt die Lebensfreude und die Ausschweifungen der schwarzen Intellektuellen und der davon magisch angezogenen weißen Bohme. Carl van Vechten, 1880 in Iowa geboren und 1964 in New York verstorben, war Redakteur der New York Times, Bestseller-Autor, Fotograf und eine der schillerndsten Figuren der New Yorker Boheme. Van Vechten gilt als wichtiger Unterstützer der Harlem Renaissance und enger Gefährte von Gertrude Stein, deren literarischer Nachlass er verwaltete.

Carl van Vechten: Parties
Walde und Graf, geb. 24,95 EUR

György Ligeti: Le Grand Macabre
Gran Teatre del Liceu 2011
Symphonieorchester und Chor des Gran Teatre del Liceu
Michael Boder
La Futura dels Baus 29,90 EUR
Arthaus DVD 2012, 122 Min. & Bonus, Sprache engl. Mit deutschen Untertiteln
Györy Ligeti (1923 – 2006), wegbereitender ungarischer Komponist des 20.Jahrhunderts, schuf mit seiner Oper „Le Grand Macabre“ eine absurde, tragikomische Gesellschaftskritik – eine provokative Satire. Populäres Theater, Pop-Art, Kabarett, Karikatur und die Apokaypse werden mit faszinierendem Einfallsreichtum vereint. Das Gran Teatre del Liceu in Barcelona präsentierte 2011 „Le Grand Macabre“ in einer außergewöhnlichen und spektakulären Inszenierung von La Fura del Baus. Die katalanische Theatergruppe macht Ligetis Musiktheater mit großem Aufwand zu einem wundersamen Kunstwerk.

Felix Krämer (Hrsg.) : Schwarze Romantik
304 S., Hatje Cantz 2012 45,00 EUR
Der Band zur Aussellung im Städel Museum Frankfurt zeigt Motive von Albträumen, Dämonen und Spukgestalten, apokalyptische Visionen, Ruinen in sorgfältigen Reproduktionen samt kurzen erläuternden, profunden Texten. Vexierbilder des Schaurig-Schönen der vergangenen zwei Jahrhunderte.

Christian Kiening / Heinrich Adolf (Hg.)
Dokumente der Medienavantgarde (1912 – 1938)

500 S., Pb., Chronos Verlag 2012 55,50 EUR
Beginnend mit den Futuristen galt als absoluter Film um 1925 ein von der Mechanik der Wirklichkeitsabbildung befreiter Film, der Teil hat an den avantgardistischen Strömungen der Zeit und den variablen Abgrenzungen zwischen verschiedenen Künsten. Beteiligt an der sich zwischen Theorie und Praxis abspielenden Diskussion waren Film- und Theaterkritiker, Architekten und Architekturtheoretiker, Bauhaus-Mitglieder, Bildkünstler, Schriftsteller und Philosophen.

Tobias G. Natter, Elisabeth Leopold (Hrsg.)
Nackte Männer. Von 1800 bis heute

348 S., Hirmer Verlag 2012 39,90 EUR
Das Leopold Museum Wien zeigt in einer Ausstellung (bis 28.1.2013) mal die nackten Männer anstatt den nackten Frauen im Museum. Eine Schau nur zu diesem Thema ist neu und aufschlussreich. Das Buch spannt einen Bogen von den Helden-Darstellungen des Klassizismus über die klassische Moderne mit der neu entdeckten Nacktheit als künstlerischem Mittel oder Metapher für Kulturkritik bis hin zur Kunst nach 1945.

Christoph Steinbrenner / Thomas Mießgang
Der phantastische Phallus
Die unglaubliche Geschichte von Wendelin Rentzsch-Tetzlaff und seiner Sammlung herausragender Avantgarde-Kunst

96 S., 34 Bilder, Rogner & Bernhard 2012 14,95 EUR
Erektionen der Moderne. Das ultimative Geschenkbuch für Kunsthasser und –liebhaber. Die moderne Kunst ist eine Welt für sich: welcher Unfug in Katalogen und Ausstellungstexten zu lesen ist, wie „Experten“ über Kunst reden – es ist manchmal kaum auszuhalten. Hochstapler, Blender, Schaumschläger, sie alle finden ihr Plätzchen im Schoß moderner Kunst. Mittelmäßige Talente werden wie Popstars verehrt und scheffeln Millionen. Immer wieder halten geniale Fälscher der Branche den Spiegel vor. Keiner weiß, warum das eine Kunst ist und das andere nicht. „Der phantastische Phallus“ ist ein Beitrag zur Frage: „Ist das Kunst? Oder kann das weg?“. Die Autoren erzählen im Stile eines Ausstellungskataloges die Geschichte einer fiktiven Sammlung moderner Kunstwerke. Gemeinsam ist ihnen eine obsessive Monothematik: der männliche Phallus. Es sind unbekannte Werke, die man auf den ersten Blick berühmten Künstlern aus den verschiedensten Zeiten, Stilrichtungen und Genres zuordnen möchte: Mondrian, Dali, Gerhard Richter, Christo, Damien Hirst. Verblüffend, witzig, intelligent: ein großer Lesespass für moderne Kulturbürger.

Brüste. Das Buch
280 S., Rogner & Bernhard 2012 29,95 EUR
Busenwahrheiten statt Binsenwahrheiten. Endlich: alles, alles, alles zum Thema Brüste. Für Männer sind sie Quelle frühkindlicher Sehnsucht und lebenslanger Leidenschaft, für Frauen Vergnügen, Rätsel und süße Last: „Brüste .Das Buch“ folgt den Mythen, die sich um dieses Accessoire vollendeter Weiblichkeit ranken. Die Brust im Film, in der Literatur und der bildenden Kunst findet dabei ebenso Platz wie ihr Einsatz als politische Waffe oder als Forschungsgebiet der Wissenschaften. Es geht um Erotik, um riesige, neckische, einschüchternde oder magische Brüste, um die Kunst, den richtigen BH zu finden, um Schönheitsoperationen, den Schwarzmarkt für Muttermilch oder auch die männliche Brust als Sexsymbol. Wir lernen brustbesessene Fotografen und Comiczeichner kennen, lesen die ungewöhnlichsten Namen, die Brüsten gegeben wurden, studieren bizarre Statistiken zum Thema und spüren der ungebrochenen Faszination für Brüste in Medien und Popkultur nach. Obsessionen, Skurriles, Spektakuläres, Schönes, Skandalöses – ein Buch, das Männer wie Frauen zum Träumen und Staunen bringen dürfte, und das ideale Geschenk für offene und heimliche „Busenfreunde“.

Bettina Zehetner: Krankheit und Geschlecht
Feministische Philosophie und psychosoziale Beratung

Turia + Kant 32,00 EUR
Judith Butlers Geschlechterkonzeption als Performativität (Annahme, Verschiebung, Wiederholung) findet eine Exemplifizierung in den scheinbar geschlechtsspezifischen psychosomatischen Phänomenen wie hysterischer Konversion, Essstörungen oder selbstverletzendem Verhalten. Diese performativen Aspekte von Krankheit und Geschlecht in ihrer Verschränkung sind das Thema der vorliegenden Studie. Aus dem Blickwinkel dekonstruktivistischer feministischer Philosophie einerseits und psychosozialer Beratungspraxis andererseits werden Diskurse über „Weiblichkeit“, „Normalität“ und „Krankheit“ auf ihre tatsächlichen Verkörperungen und gesellschaftlichen Normierungen hin untersucht.

Sabine Appel: Caroline Schlegel-Schelling – Das Wagnis der Freiheit
320 S., C. H. Beck 19,95 EUR
Der Geburtstag von Caroline Schlegel-Schelling jährt sich am 2.September 2013 zum 250.Mal. Sie führte ein innerlich wie äußerlich aufregendes Leben. Man muss sich das einmal vorstellen: Als Frauen bestenfalls als treue Dienerinnen an der Seite von Männern wahrgenommen wurden, hatte sie einen eigenen Kopf. Sie führte ein für damalige Verhältnisse ausgesprochen eigensinniges, intellektuelles Leben. Aufgewachsen in einer Akademikerfamilie heiratete sie den Arzt J. F. W. Böhmer. Nach dessen Tod kam eine Phase der Ruhelosigkeit, schließlich wohnte sie bei dem Republikaner Georg Forster, wurde wegen Hochverrats verhaftet, und nach ihrer Freilassung heiratete sie August Wilhelm Schlegel, aber auch für dessen Bruder Friedrich schwärmte sie. Scheiden ließ sie sich wieder 1803 und ehelichte kurz darauf Friedrich Schelling, da war es wohl die große Liebe. Die Übersetzerin und Schriftstellerin Caroline Schlegel hatte einen unglaublichen Einfluss auf die Frühromantiker, ihre Briefe sind heute von unschätzbarem Wert. Sabine Appel beschäftigte sich in ihrem Buch über Caroline Schlegel-Schelling mit diesem gar nicht exemplarischen, aber umso beispielhafterem Leben – mit dem „Wagnis der Freiheit“. (Ulrich Rüdenauer im Börsenblatt des deutschen Buchhandels)

Miriam Gebhardt: Alice im Niemandsland
Wie die deutsche Frauenbewegung die Frauen verlor

352 S., DVA 2012 19,99 EUR
Alice Schwarzer gilt als die Frontfrau des deutschen Feminismus. Tatsächlich ist mit ihr aber die Frauenbewegung zu einem Geisterschiff geworden. Es stört, dass Alice Schwarzer mit dem Feminismus gleich gesetzt wird. Bevor die Frauenbewegung auf die Medienfigur Alice Schwarzer zusammenschrumpfte war sie einmal sehr vielfältig und aufregend. Viele, vor allem die jungen Frauen, können mit der Ideologie von Alice Schwarzer nichts anfangen. Aber auch ältere Frauen wollen Frauen nicht grundsätzlich wie Schwarzer als Opfer sehen. Junge und ältere Frauen müssen wieder ins Gespräch miteinander kommen. Es braucht dringend wieder eine lebendige, vielfältige, aufregende Frauenbewegung.

Victor Grossman: Rebel Girls
34 amerikanische Frauen im Portrait

251 S., Pb., Papyrossa 2012 15,90 EUR
Victor Grossman stellt in lebendigen Portraits 34 amerikanische Frauen vor, die in den großen Kämpfen um Selbstbestimmung und Menschenrechte, Gleichberechtigung und Frieden von der Kolonialzeit bis in unsere Tage eine prominente Rolle gespielt haben. Neben berühmten wie Jane Fonda, Angela Davis oder Billie Holliday finden sich andere, die weniger bekannt, aber nicht weniger faszinierend sind.

Christel Mouchard: Devi
Die Rebellin mit den sanften Augen

192 S., geb., Verlag Urachhaus 2012 14,90 EUR
Für Jugendliche ab 12 Jahren. Die wahre Geschichte der indischen Banditenkönigin Phoolan Devi, der es gelang, ihr Dasein als Verbrecherin hinter sich zu lassen: Sie avancierte nicht nur zur Heldin der Armen, sondern kämpfte als Menschenrechtlerin für die Befreiung der indischen Frauen aus menschenunwürdigen Zwängen einer patriarchalen Gesellschaft.

Pussy Riot ! Ein Punk Gebet Für Freiheit
144 S., Edition Nautilus 2012 9,90 EUR
Pussy Riot ist ein feministisches Kunst-Performance-Kollektiv aus Moskau. Gegründet 2011, machen sie öffentliche Performance-Auftritte als Angriff auf die russische Politik. Im Februar 2012 wurden drei Mitglieder der Gruppe verhaftet, nachdem sie in der Christi-Erlöserkirche in Moskau in bunten Strumpfmasken mit einem „Punk-Gebet für Freiheit“ gegen Putin protestiert hatten. Maria Aljochina, Nadescha Tolokonnikowa und Jekaterina Samuzewitsch wurden zu feministischen Ikonen, ihre Verhaftung und die Gerichtsverhandlung wurden von Aktivisten und Künstlern in der ganzen Welt solidarisch begleitet und sie waren auch nominiert für den „Preis für das Unerschrockene Wort“ der Lutherstädte durch die Stadt Wittenberg. Trotz der Unterstützung und der Medienaufmerksamkeit in Russland und im Ausland wurden sie im August 2012 schuldig gesprochen und zu zwei Jahren Haft im Straflager wegen „Rowdytum aus religiös motiviertem Hass“verurteilt.

Acta Sanctorum: Die Legende der Maria aus Ägypten
Bios Marias Aigyptias

94 S., Pb. Vier Türme Verlag 2013 (erscheint Januar) 16,90 EUR
Das spannende Leben einer Wüstenmutter zum ersten Mal in deutscher Sprache. Die Wüstenmutter, die wir unter dem Namen „ägyptische Maria“ kennen, lebte im 4.Jahrhundert. Sie erlebte als Prostituierte eine tiefgreifende Verwandlung und wurde zu einer angesehenen Heiligen. Die Legende eines anonymen zeitgenössischen Autors erzählt das Leben dieser spannenden Frau. Die Übersetzerin Gabriele Ziegler setzt die Legende in Bezug zum Leben der Gottesmutter und der Maria Magdalena und gibt in Einleitung und Anmerkungen zahlreiche Hilfen zum Verständnis des Textes.

Beth Dito: Heavy Cross – die Autobiografie
208 S., geb., zahlr. Abb., Heyne 2012 16,99 EUR
Kiss My Ass! Sie ist der aufregendste und ungewöhnlichste Star der Pop-und Modeszene. Mit ihrer Band Gossip dominiert sie weltweit die Charts mit einer ganz eigenen Mischung aus Punk und Soul. Und die Fashionwelt von Karl Lagerfeld bis Kate Moss feiert sie als neue Stil-Ikone. Doch hinter all dem Glamour versteckt sich eine unsagbar traurige Kindheit und Jugend, in der Armut, Hunger und Missbrauch an der Tagesordnung waren. Eine knallharte Lebensgeschichte, die unter die Haut geht.»Ich hatte von Momma gelernt, dass Aufmerksamkeit von einem Mann immer gut war. Von Onkel Leroy hatte ich gelernt, dass mir mein Körper nicht gehörte. Irgendwann sollte ich begreifen, dass das nicht stimmte, aber für diese Erkenntnis würde ich viele Jahre brauchen. Da ich schon als Kind Sex gehabt hatte – mit einem Erwachsenen und unter Zwang -, woher hätte ich da wissen sollen, was normal und was schlimm ist? Es war normal für mich, dass ein erwachsener Mann sexuell Besitz von mir ergriff, für ihn war es normal, so etwas mit Kindern zu machen, es war normal, dass ihn niemand daran hinderte. Es war normal, dass Mädchen auf diese Weise verletzt wurden und anschließend zu Monstern heranwuchsen, die den Kindern wehtaten, denen sie eigentlich helfen wollten. Ich wusste nicht, was richtig war, und ich vernahm ein leises, tiefes Summen in mir, das Summen der Angst. Auch wenn man nicht weiß, was richtig ist, so weiß man doch immer, wenn etwas falsch ist. Der eigene Körper teilt es einem mit, auch wenn der Kopf die Zeichen nicht zu interpretieren versteht.« Beth Ditto wurde am 19. Februar 1981 in Searcy, Arkansas als Mary Beth Patterson geboren und wuchs dort unter ärmlichen Umständen in einem Trailerpark auf. Später war sie in der Punkszene aktiv und veröffentlichte als Sängerin der Band Gossip ihre ersten Platten bei dem legendären Riot-Grrrl-Label Kill Rock Stars. 2009 gelang Gossip der weltweite Durchbruch, der Song »Heavy Cross« stand in Deutschland fast 100 Wochen in den Charts. In der Folge Beth Ditto zierte reihenweise die Cover der größten Hochglanzmagazine und wurde von Karl Lagerfeld protegiert. Beth Ditto lebt heute in Portland, Oregon.

Lady Bitch Ray: Bitchism
Emanzipation Integration Masturbation

480 S., mit hochwertigen Fotos, Panini 2012 19,99 EUR
Lady Bitch Ray provoziert und polarisiert. Sie tritt für die sexuelle Selbstbestimmung der Frauen ein und nimmt in ihrem neofeministischen Buch kein Blatt vor den Mund, auch nicht bei den Sextipps für Frauen und Männer.

Wolfgang Müller: Subkultur Westberlin 1979 –1989. Freizeit
600 S., Fundus 203, philo fine arts 2012 24,00 EUR
Angeschoben von den Impulsen des Punk entwickelt sich in Westberlin Ende der Siebziger eine vielfältige Subkultur. Super-8-Kinos, Bands und Minilabels werden gegründet, Fanzines kopiert, illegale Bars und Punkclubs wie das Risiko werden zu Treffpunkten der »Antiberliner«: Punks, Alternative, Industrial- und Elektronikfans, Polit-Anarchos, Lesben, Schwule, Queers und Künstler mit oder ohne Werk. In diesem Umfeld erscheint im Merve Verlag 1982 das Manifest des subkulturellen Westberlin: »Geniale Dilletanten« –benannt nach der »Großen Untergangsshow« im Tempodrom. Herausgeber des Bändchens ist Wolfgang Müller, Mitbegründer der Gruppe Die Tödliche Doris. Die Band spielt sowohl in besetzten Häusern als auch in Kunstkontexten. In seiner nun vorliegenden, furios erzählten Geschichte der Westberliner Subkultur der Jahre 1979 bis 1989 setzt Müller Die Tödliche Doris in den Fokus damaliger Entwicklungen und Verhältnisse. Selbst Protagonist jener Geschehnisse, die erbeschreibt, liefert er ein Stück Zeitgeschichte aus Insider-Perspektive: kenntnisreich, witzig, respektlos. So treten neben vielen anderen auf: Gudrun Gut, Die Einstürzenden Neubauten und Iggy Pop in einer Telefonzelle, Christiane F., der spätere Loveparade-Gründer Dr. Motte und Ratten-Jenny, die 1978 Martin Kippenberger attackierte. Aber auch Orte werden aufgerufen – die Flohmärkte oder illegale Kulturstätten wie der Kuckuck. Subjektiv, geistreich und aus dem Vollen schöpfend schließt Wolfgang Müller eine Lücke im Verständnis dieser Zeit. Wolfgang Müller, 1957 geboren, lebt als Künstler, Musiker und Autor in Berlin.

Frank Willmann (Hg.): Leck mich am Leben – Punk im Osten
272 S., Verlag Neues Leben 2012 19,95 EUR
Ein umfassender Reader einer Textsammlung mit 40 Geschichten von 32 Autoren zum Punk im Osten. Neben dem Motto „Saufen, Ficken, Vopos klatschen!“ zeigt der Band auf, dass kulturelles Punkleben nicht nur aus Alkohol- und Partyexzessen bestand. Es gab z.B. auch das legendäre Kunstfestival „Intermedia 1: Klangbild – Farbklang“ und andere bedeutende Initiativen des Undergrounds. Bis Mitte der 80er Jahre konnten Punkkonzerte ausschließlich privat oder auf Geländen der evangelischen Kirche stattfinden („Kirche von unten“). Komplettiert wird „Leck mich am Leben“ durch eine Literaturliste sowie zahlreiche, teils grandiose Fotos, die mehr sagen als manche der Texte.

Hans-Martin Gauger: Das Feuchte und das Schmutzige
Kleine Linguistik der vulgären Sprache

283 S., C. H. Beck 2012 16,95 EUR
Was vulgär ist, wie es von Land zu Land in Europa wechselt, hier Anatomisches meint, sich dort auf körperliche Aktivitäten bezieht, dann wiederum, und zwar mit Vorliebe in Deutschland, auf Ausscheidungen, davon erzählt der emeritierte Professor für romanische Sprachwissenschaft kenntnisreich. Und bleibt dabei distinguiert. Niemals ergötzt er sich lustvoll an den Ferkeleien, die er unter seine Sprachlupe legt. Er schreibt angenehm unakademisch. Man lernt viel über die Nuancen stubenunreiner Ausdrücke, Formulierungen und Gesten.

Kenneth Slawenski: Das verborgene Leben des J. D. Salinger
600 S., geb., Rogner & Bernhard 2012 29,95 EUR
Die erste seriöse Biografie J. D. Salingers. Im Januar 2010 starb der für seine Abneigung gegen jede Art von Medienpräsenz berüchtigte amerikanische Schriftsteller J. D. Salinger. Den Titel „Kultautor“ trägt er als einer der wenigen zu Recht. Mit einem einzigen kleinen Roman, dem „Fänger im Roggen“ ist Salinger in die Literaturgeschichte eingegangen. Von dem Buch, das im Jahr 1951 erschienen ist, haben sich mehr als 25 Millionen Exemplare verkauft, es ist Pflichtlektüre an Schulen, und Klappentexte werben seit Jahren mit dem Slogan: „ein neuer Fänger im Roggen“. Mehrere Biografien sind an Salingers rabiater Vorstellung von Privatsphäre gescheitert. Er verhinderte den Nachdruck seiner frühen Erzählungen, ließ seine Korrespondenz vernichten und zog gegen jeden vor Gericht, der ihm zu nahe trat. Kenneth Slawenski ist es gelungen, die Überreste dieser Selbstauslöschung zusammenzutragen, ohne sich auf das Privatleben Salingers zu stürzen. Seine kriminalistische Spurensuche wirft neues Licht auf Leben und Werk des Schriftstellers, der das Lieblingsbuch mehrerer Generationen schrieb.

Henry David Thoreau: Briefe an einen spirituellen Sucher
237 S. Verlag Turia + Kant 24,00 EUR
„Mein derzeitiges Leben ist eine Tatsache, hinsichtlich derer ich keinen Anlass habe, mir zu gratulieren, aber für meine Treue und mein Bestreben hege ich Respekt… Ich habe keinen Eid geschworen. Ich hege keine Absichten wider die Gesellschaft – oder die Natur – oder Gott. Ich bin schlichtweg, was ich bin, oder ich fange an, es zu sein.“ Von Anfang an macht Thoreau dem „spirituellen Sucher“ Harrison Blake klar, dass es kein höheres Dasein zu gewinnen gibt, sondern im besten Fall das eigene. Henry David Thoreau (1817 – 1862, 2012 war sein 150.Todestag) ist weithin durch seinen Roman „Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat“, 1849, bekannt. Er begründete damit die Idee der Civil Disobedience, die u.a. für Mahatma Gandhi und Martin Luther King bedeutsam wurde. Auch verschiedene Strömungen der Ökologiebewegung, des Anarchismus usw. sehen in Thoreau ihren Helden. Schon 1845 hatte sich Thoreau für zwei Jahre in eine selbst gebaute Holzhütte zurück gezogen. Durch seine Schrift „Walden oder das Leben im Walde“, 1854, wurde er – so der amerikanische Literaturnobelpreisträger Sinclair Lewis – zu einem „der drei oder vier wirklichen Klassiker der amerikanischen Literatur“. Gemeinsam ist den Werken Thoreaus eine radikale, philosophische Zivilisationskritik und die Suche nach einer Alternative, die nicht bei einer etablierten Religion Zuflucht sucht. Kurz nach seiner Rückkehr aus Walden erreichte ihn der erste Brief eines Bewunderers: Zwar sind die weiteren Briefe von Harrison Blake nicht erhalten, doch erweist sich dieser offenbar als idealer Fragesteller. Thoreaus Antwortbriefe erstrecken sich über den größten Teil – 14 Jahre – seiner produktiven Zeit und umspannen die gesamte Entwicklung seines Denkens. Erst vor wenigen Jahren erschien eine vollständige Ausgabe der Briefe Thoreaus an Harrison G. O. Blake, reichlich kommentiert durch den Herausgeber Bradley P. Dean. Nun sind sie in der hervorragenden deutschen Übersetzung von Klaus Bonn auch auf Deutsch erhältlich.

Walt Whitman: Grashalme
Gelesen von Christian Brückner
2 CD-Hörbuch, Parlando 19,99 EUR
Ein fundamentales Werk der amerikanischen Literatur bis heute. Die große Dichtung vom Selbstbewusstsein Amerikas. Zu Lebzeiten war Whitman ein Outcast und Sonderling. Sein Lyrik wurde als obszön stigmatisiert. Wortgewaltig feiert er die Natur, den Menschen und die Schönheit des menschlichen Körpers. Generationen von Dichtern in den USA und überall auf der Welt haben von ihm gelernt und seinen hymnischen Ton aufgenommen. Heute wird er als einer der Gründerväter der amerikanischen Literatur verehrt.

Tony O`Neill: Black Neon
380 S., geb., Walde und Graf 2012 24,95 EUR
Die Fortsetzung des Erfolgromans „Sick City“. Black Neon soll das nächste Projekt des legendären Filmemachers Jacques Selzer heißen – zumindest den Gerüchten nach, die schon seit Jahren in Hollywood kursieren, denn Selzer treibt sich seit dem Erfolg seines letzten skandalösen Streifens hauptsächlich auf exzessiven Partys in Europa herum. Als er endlich in Hollywood eintrifft, um „Black Neon“ zu realisieren, engagiert er Randall und Jeffrey, die altbekannten und seit „Sick City“ legendären Anti-Helden der amerikanischen Popliteratur, um mit ihrer Hilfe in die Welt der Dealer, Süchtigen, Nutten und schäbigen Motels einzutauchen. Ein Trip, den er nicht mehr vergessen wird. Tony O`Neill , 1978 geb., ist Autor und Musiker und lebt in New York. Das Musikbusiness und seine Drogenerlebnisse prägten seinen von der Kritik gefeierten Debütroman.

Tony 0`Neill: Sick City
328 S., Walde und Graf 24,95 EUR

Dee Dee Ramone: Chelsea Horror Hotel
240 S., geb., Milena Verlag 2012 19,90 EUR
Dee Dee Ramone, eigentlich Douglas Glen Colvin, geb. 18.September 1951, gestorben am 5.Juni 2002 in Hollywood, Kalifornien, war ein US-amerikanischer Musiker, Songwriter, Buchautor und Maler. Bekannt (und Legende) geworden ist er 1974 durch seine Rolle als Gründungsmitglied, Bassist und Komponist sowie als Chor- und gelegentlicher Hauptsänger der New Yorker Punkband Ramones. Seinem Ausscheiden aus der Band im Jahr 1989 folgte eine Solokarriere als Musiker und die Ausweitung seiner künstlerischen Tätigkeit auf Schriftstellerei und Malerei. Dee Dee Ramone gilt nicht nur als einer der einflussreichsten Bassisten des Punkrock (er war ein Vorbild unter anderem für Sid Vicious), er war außerdem, gemeinsam mit dem Sänger Joey, Hauptsongwriter der Ramones. Dee Dee Ramone starb im Alter von 50 Jahren an einer Überdosis Heroin. Das Chelsea Hotel, wurde als das bis 1902 höchste Gebäude New Yorks 1883 erbaut und 1884 zunächst als Appartement-Komplex eröffnet. 1905 erfolgte die Umwandlung in ein Hotel. Es ist ein zwölfstöckiges, 250 Zimmer umfassendes rotes Backsteingebäude, dessen pittoreske Fassade schwarze, mit Blumen verzierte Balkone aus Eisen besitzt. In dem schon legendären „Künstlerhotel“ wohnten zahlreiche Musiker, Schriftsteller und Künstler wie Salvador Dali, Thomas Wolfe, Arthur Miller, Dylan Thomas, Nico, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Falco, Valerie Solanas oder Leonard Cohen (der dem Hotel mit dem Lied Chelsea Hotel # 2 ein musikalisches Denkmal setzte). Seit dem 4.August 2011 ist das Chelsea Hotel für Touristen geschlossen. Zum 10.Todestag von Dee Dee Ramones, dem Bassisten der wichtigsten Punkband der Welt, veröffentlichte der Milena Verlag diese Hommage an die „guten alten“ Tage im legendären Chelsea Hotel, eine durchgeknallte Odysee durch Manhattan. Schräg und witzig – Dee Dee at his best, zum ersten Mal in der kongenialen deutschen Übersetzung von Matthias Penzel. Dee Dee Ramone erzählt in Chelsea Horror Hotel von seinem Aufenthalt in New Yorks legendärster Absteige für hippe Künstler und ekstatische Rockmusiker. Er bewohnt mit seiner sexy Frau Barbara und Hund Banfield eines der rasend abgewohnten, lauten Zimmer und verbringt die Zeit mit Spaziergängen durch Manhattan mit Banfield, mit dem er sich übrigens blendend unterhält, und der ständigen Jagd nach Drogen. Dee Dee kann seine Nachbarn nicht leiden und versucht sich aus den ständigen Querelen herauszuhalten. Er wird den Verdacht nicht los, dass er im selben Zimmer einquartiert ist, in dem sein Freund Sid Vicious Jahre zuvor seine Freundin Nancy erstach. Dee Dees Albträume häufen sich, und zu allem Überfluss wird er immer stärker von lebenden und toten Dämonen geplagt, darunter auch seine alten Punkrockfreunde Sid Vicious, Johnny Thunders und Stiv Bators. Während eines letzten Konzerts mit seinen Freunden betritt dann der Teufel höchstselbst die skurille Hotel-Arena.

Peter J. Grob
Zürcher „Needle-Park“
Ein Stück Drogengeschichte und –politik, 1968 – 2008

180 S., 82 Abb. Mit Fotos von Gertrud Vogler
2.Auflage Chronos Verlag 2012 26,00 EUR
Das Buch beschreibt das Alltagsleben auf dem Platzspitz, das breite Spektrum von Menschen, die sich dort aufhielten. Es erzählt vom Drogenhandel, den wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Reaktionen der Politik und der Medien. Im Schlussteil wird von der langsamen Abkehr von der Repression berichtet, von der Behandlung von Drogensüchtigen mit Methadon und sogar mit Heroin, der Verbesserung der Überlebenshilfe, den politischen Auseinandersetzungen und schließlich von der Annahme eines neue Betäubungsmittelgesetzes durch das Stimmvolk im Jahre 2008.

Ralf Gerlach, Heino Stöver (Hrsg.)
Entkriminalisierung von Drogenkonsumenten –
Legalisierung von Drogen

308 S., Fachhochschulverlag 2012 22,00 EUR

Leaf Fielding: Hippie Business
Ein paar nette Jungs, ein Haufen LSD und die größte Drogenrazzia in der Geschichte Europas

320 S., geb., Walde und Graf 2012 22,95 EUR
An einem kalten Morgen im März 1977 wurden in Wales über 100 Personen von der britischen Polizei festgenommen. „Operation Julie“ hieß der legendäre Coup der britischen Drogenfahnder, bei dem 6,5 Millionen LSD-Trips mit einem Marktwert von damals über sieben Millionen Pfund sichergestellt wurden. Zerschlagen war damit das umfangreichste LSD-Produktions- und Vertriebssystem, das die Welt bis dahin gesehen hatte. Und es war das Ende von Leaf Fieldings Karriere als Drogenboss. Leaf Fielding erinnert sich in diesem Buch an den harten Gefängnisalltag hinter Gittern, den Prozess, doch auch an die Ereignisse, die ihn dort hinbrachten: an seine Kindheit, seine ersten Berührungen mit Acid und schließlich seine unglaublichen Abenteuer als Hippie in der Underground-Szene und Drogendealer in England, Europa und Indochina. „Hippie Business“ ist der erste und einzige Insider-Blick hinter die Kulissen von „Operation Julie“. Doch mehr noch, ist es Leaf Fieldings fesselnde persönliche Geschichte, die Geschichte einer Generation, eines Lebensgefühls und einer vergangenen Ära. Leaf Fielding wurde 1982 aus dem Gefängnis entlassen und arbeitete danach als Englischlehrer in Spanien und als Entwicklungshelfer in Malawi. Heute betreibt er gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin im Südwesten Frankreichs einen Bioladen.

Steven Daly: Johnny Depp – Seine Filme, sein Leben
280 S., 250 Abb., geb., Knesebeck 2013 (erscheint im Mai) 39,95 EUR
Die umfassende illustrierte Biografie zum 50.Geburtstag Johnny Depps am 9.6.2013 mit über über 250 Fotografien, viele davon erstmals veröffentlicht. Am 8.August 2013 startet der neue Depp-Kinofilm „The Lone Ranger“. Johnny Depp ist einer der schillerndsten Schauspieler und spannendsten Persönlichkeiten Hollywoods. Das Buch zeichnet anhand seiner Filme von den Anfängen in der Teenie-Serie „21 Jump Street“ über Tim Burtons „Edward mit den Scherenhänden“ (1990), „Fluch der Karibik“ (2003), bis zu seinem neuesten Film „The Lone Ranger“ (2013) das Leben dieses außergewöhnlichen Künstlers nach. Der Journalist Steven Daly lässt dabei – ausgehend von zahlreichen Interviews – ein umfassendes Bild des Multitalents Johnny Depp entstehen, den nicht nur sein Erfolg, sondern auch seine intellektuelle Unabhängigkeit und geheimnisvoll-erotische Ausstrahlung so unverwechselbar machen. Zahlreiche Bilder aus seinen Filmen sowie exklusive Interviews, die eindrucksvolle Blicke hinter die Kulissen bieten, runden dieses große Portrait eines Mannes ab, der bereits heute zu den Ikonen Hollywoods gehört.

Paul Lukas: Vinyl
260 S., geb., Milena Verlag 2012 19,90 EUR
Paul Lukas, geboren 1956 in der hessischen Provinz, lebt seit 1981 in Berlin, wo er sich in der Hausbesetzerszene engagierte und im heute legendären Wohnzimmer und der Villa Kreuzberg Clubkonzerte veranstaltete. 1985 gründet der Bassist mit Musikerfreunden die Band „Element of Crime“ und nahm während der folgenden zehn Jahre eine Reihe stilbildender Alben mit ihr auf. Seither veröffentlichte er ein Soloalbum: „The Fear of a Singer“, und einen vielgelobten ersten Roman: „IHN“. Darüber hinaus ist Paul Lukas überwiegend als Übersetzer amerikanischer Autoren wie Quincy, Troupe, Glenway Westcott oder Nora Eisenberg tätig. Vinyl ist ein wütender und zärtlicher, poetisch-melancholischer Roman – ein Buch wie ein heftiger Rocksong. Berlin. Ein ehemaliger Musiker verdient seine Brötchen im verhassten Job als Manager einer Schallplattenfirma, Frust und Einsamkeit bekämpft er mit Alkohol und Drogen. Während seiner nächtlichen Streifzüge durch die Stadt erinnert er sich an seine frühere Band, die „Sonntagsmörder“, und seine große Liebe Nadja, die er nach einem Auftritt kennengelernt hat. Nadja pfeift auf Konventionen, und es ist Liebe auf den ersten Blick. Er tingelt mit der Band durch die Lande, die Band hat Erfolg, wird immer bekannter. Nadja versucht sich in verschiedenen Jobs, eckt mit ihrer kompromisslosen Moral überall an und überfordert dabei sowohl ihre Umgebung als auch ihren Geliebten. Er ist hin- und hergerissen zwischen der Band, dem Basteln an der eigenen Karriere und der schwierigen Liebesbeziehung zu der stets Rückgrat erfordernden Nadja. Als sich der Erfolg der Band einstellt, wird die Liebe knallhart auf die Probe gestellt.

Florian Weber: Grimms Erben
500 S., geb., Walde und Graf 2012 24,95 EUR
Ignatz ist Märchenerzähler. Als der Krieg ausbricht, desertiert er. Seine Flucht führt ihn nach Warschau, wo er vor den Augen seines Bruders Zacharias von den Nazis ermordert wird. Zacharias entkommt und zieht sich nach dem Krieg nach Bayern zurück. In seinem Gartenaus aus Holz erschafft er sich mit seiner Märchenbibliothek eine eigene und wunderbare Welt. Als alter Mann erfährt er von der Existenz seines Enkels August, der ihm zur Obhut übergeben wird. Plötzlich verschwindet Zacharias und hinterlässt eine seltsame Botschaft. August, der Zeit seines Lebens von seinen Mitmenschen verlacht und gedemütigt wurde, rächt sich nun grausam an seinen Peinigern. Florian Weber, Schlagzeuger und Texter der Band Sportfreunde Stiller spielt phantasiereich und wunderbar fabulierend, aber auch brutal und von anarchistischem Witz mit sehr unterschiedlichen Märchenmotiven und zitiert in etlichen Szenen deren Handlung und Moral.

Bernhard Moshammer: Die Zukunft wird kein Honiglecken
240 S., Pb., Milena Verlag 2012 17,90 EUR
Moshammer, geboren 1968 in St. Pölten, schreibt, singt und spielt Ukulele. Er produziert gerne CDs (u.a.: „Fame & Success“ mit Mika Vember, 2009; zuletzt „L“, 2011) und macht Musik für Theater (musikalische Zusammenarbeit mit u.a. Patti Smith) und Fernsehen (zuletzt „Schlawiner“). „Die Zukunft wird kein Honiglecken“ ist sein dritter Roman. Moshammer arbeitet als Musiker für das Wiener Burgtheater und lebt mit seiner Familie in Wien. Die Mittelschicht bebt: Als Lotte, 44, sich nach einer verhängnisvollen Geburtserfahrung mit ihrem zweiten Sohn körperlich wie seelisch am Boden sieht, verlässt ihr Mann, der Dramaturg Lutz, 46, sie wegen einer Vierundzwanzigjährigen. Anselm, 16, eröffnet daraufhin seinen Eltern, dass er sich fortan um das Kind seiner Freundin Nadja, 18, kümmern will. Die Familie scheint – wie alles im Jahr 2011 – dem Zusammenbruch entgegenzusteuern. Dann passiert Unerwartetes: Lotte trifft eine radikale, nachhaltige Entscheidung, Lutz sagt Burn Out und haut ab nach Sylt, Anselm schreibt ein vielversprechendes Theaterstück. All dies ist für Lottes Eltern, die fest der Meinung sind, dass der dekadente Fatalismus der Gegenwart alle direkt in die Hölle führen wird, bloß Bestätigung. Soviel ist der Familie klar: Die Zukunft wird keinHonigschlecken!

Ned Beauman: Egon Loesers erstaunlicher Mechanismus zur beinahe augenblicklichen Beförderung eines Menschen von Ort zu Ort
450 S., Dumont 2013 (erscheint 11.März 2013) 19,99 EUR
Ein Roman wie Bert Brecht auf Koks: schwindelerregend intelligent, umwerfend originell, sexbesessen und voller Überraschungen. Was wirklich in den Dreißigern passierte: ein furioser Ritt durch Berlin, Paris, Los Angeles und die Schmuddeldecken der menschlichen Seele. Egon Loeser hat es nicht leicht. Der expressionistische Bühnenbildner ist nur einen Buchstaben vom „loser“ entfernt, und er weiß es. Die tollen Frauen kriegt alle Bertolt Brecht ab, den extrem paarungsbereiten Egon übersehen sie sträflich. Als er seine ehemalige Schülerin Adele Hitler (nicht verwandt oder verschwägert) nach Jahren wiedersieht, scheinen sich die Wolken zu lichten. Leider mutiert die 18jährige Unschuld vom Lande zum nymphomanen Zentrum des Berliner Nachtlebens, um schließlich zu verschwinden – nicht ohne vorher Brecht getroffen zu haben. Egons Obsession treibt ihn in die Absinth-Bars von Paris und die Geheimlabors von Los Angeles, immer auf den Spuren Adeles und dreier Geheimnisse, die es zu entschlüsseln gilt: Was hat es mit der geheimnisvollen Teleportation auf sich, die im 17.Jahrhundert fünfundzwanzig Theaterzuschauern das Leben kostete? Warum kriegt ein gutaussehender, kluger und vor allem bescheidener Kerl wie er ums Verrecken keine Frau ins Bett? Und was zum Teufel macht Brecht schon wieder hier? Ned Beauman hetzt seine Figuren durch einen halsbrecherischen Plot, was nicht ohne Blessuren abgeht. Sein neuer Geniereich nach „Flieg, Hitler, Flieg“ von 2010 ist wie ein Zungenkuss mit einer Steckdose – sinnlich, kribbelnd, spannungsgeladen. Ein Zukunftsroman aus der Vergangenheit; ein Noir-Roman im Scheinwerferlicht; ein Liebesroman, in dem es nur um das Eine geht.

Robert Neumann: Die Puppen von Poshanks
400 S., geb., Milena 2012 23,90 EUR
Robert Neumann, geboren 1897 in Wien, Promotion in Germanistik. 1927 gelang sein literarischer Durchbruch. Exil in Großbritannien, Mitarbeit beim German Service der BBC, Romane in englischer Sprache und Unterstützung verfolgter Autoren in der Emigration. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurden die Bücher Neumanns in Deutschland verboten und verbrannt. Nach Kriegsende freier Schriftsteller, Literaturkritiker und politischer Publizist. 1947 Ehrenpräsident des Österreichischen P.E.N.-Clubs. 1966 veröffentlichte er seine scharfe Polemik gegen die Gruppe 47 besonders gegen Günter Grass. 1975 nahm sich Neumann in München das Leben. „Die Puppen von Poshanks“ erschien erstmals 1952, die englische Originalfassung wurde nie veröffentlicht. In dieser bitterbösen Kalter-Krieg-Satire tummeln sich im sibirischen Poshanks verzweifelte amerikanische Präsidentschaftskandidaten, sexsüchtige Stalinisten und brutale Nazischergen. Währenddessen proben unbeugsame Gulaghäftlinge den Aufstand gegen Stalin. Die Stunden der Diktatur scheinen gezählt. Sibirische Goldbergwerke und Gulags bilden die Kulisse des tragikomischen Romans, in dem das Grauen zum Normalzustand geworden ist. Neumann, Großmeister der literarischen Satire, erzählt die Geschichte des abgehalfteren US-amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Walter Mayflower Watkins, der sich von seiner Goodwill-Reise durch die UdSSR politischen Aufwind verspricht. In Poshanks trifft er auf den Trotzkisten Toboggen, der aus der lebenslänglichen Verbannung hervorgeholt wurde, um die Gräuelmärchen der Massenliquidierungen in den UdSSR zu widerlegen. Watkins verliert den eigentlichen Grund seiner Reise aus den Augen, verliebt sich in Ursula Toboggena, eine linientreue Dolmetscherin, und erkennt nicht, dass er durch eine Welt der Zwangsarbeitslager reist. Alle von Neumann in Poshank versammelten Figuren – wie der Trotzkist Toboggen, dessen stalinistische Tochter, ein aus deutschen KZs geflüchteter Jude, amerikanische Finanzhyänen, ein Nazihenker, der sich in der Kriegsgefangenschaft als Spitzel angebiedert hat – sind wie Watkins selbst nichts anderes als Marionetten der politischen Systeme Kapitalismus und Kommunismus.

Hugo Bettauer: Der Kampf um Wien
300 S., geb., Milena Verlag 2012 22,90 EUR
Bettauer, geboren 1871 in Baden bei Wien, Gymnasium mit Karl Kraus, Schriftsteller und Journalist, konvertierte 1890 vom Judentum zum Protestantismus. Nach Arbeitsaufenthalten in Zürich, New York und Berlin kehrte er nach Wien zurück, arbeitete für die Neue Freie Presse und spezialisierte sich auf Romane mit sozial engagierten Themen. Bettauer gehörte zu den umstrittensten und den erfolgreichsten Autoren seiner Zeit. Sein wohl bekanntester Roman ist der 1922 erschienene „Die freudlose Gasse“. 1925 wurde Bettauer in seinem Büro in Wien-Josefstadt von einem illegalen NSDAP-Mitglied und Zahntechniker erschossen. Hugo Bettauer, war ein Star der Pop-Kultur, die damals noch nicht so hieß. Dieser erstmals 1922 erschienene politische Groschenroman „Der Kampf um Wien“ handelt vom großen Geld, der großen Liebe und der Frage, ob Geld allein ein Land vor dem Untergang retten kann. Nach dem Ersten Weltkrieg liegt die junge österreichische Republik wirtschaftlich danieder: Die Ankunft des steinreichen Amerikaners O`Flanagan in Wien, der Heimatstadt seiner Mutter, lässt auf umfangreiche Sanierungen hoffen. Bundeskanzler, Bankdirektoren, Damen der besten Gesellschaft bis hin zu den einfachen Leuten – alle wollen vom Reichtum des Multimillionärs profitieren. Auch eine Gruppierung ungarischer Faschisten versucht mit List, Tücke und den Verführungskünsten einer Nackttänzerin, O`Flanagans Vermögen zu erschleichen. Seine Milliarden sollen der Unterwerfung des Roten Wien und der Errichtung einer faschistischen Diktatur dienen. Hugo Bettauer offenbarte mit diesem Schlüsselroman, in dem wichtige Persönlichkeiten der Ersten Republik in Erscheinung treten (Karl Kraus, Hermann Leopoldi, Ignaz Seipel u.v.a.) eine packende Chronik aus Politik, Wirtschaft, Verrat, Gesellschaft und Liebe.

George P. Pelecanos: Eine süße Ewigkeit
336 S., Pb. , Dumont 2013, erscheint 11.März 2013 9,99 EUR
Heftig, brutal, aufregend: Bandenkriege in der Großstadt Washington in den Achtzigern: Eine Stadt ohne Gesetz. Ausgezeichnet mit dem Marlowe-Preis für den besten internationalen Kriminalroman. Kokain überschwemmt die Stadt. Marcus Clay, der schwarze Vietnam-Veteran, versucht seinen Schallplattenladen aus diesem Chaos herauszuhalten. Doch selbst sein Freund Dimitri Karras gönnt sich im Hinterzimmer gemeinsam mit der schönen Donna eine Nase Koks. Da stirbt bei einem Autounfall direkt vor dem Laden ein Drogenkurier. Donnas Freund Eddie greift sich aus dem brennenden Wagen einen Kopfkissenbezug voll Geld. Er wird der Gejagte in einem Thriller aus Bandenkriegen und Blut, den Hits der Achtzigern und der Suche nach Gerechtigkeit in einer Stadt ohne Gesetz.

Carsten Stroud: Niceville
512 S., Dumont 2013 erscheint 11.März 2013 9,99 EUR
Quantin Tarrantino meets Stephen King. Niceville. Eine Kleinstadt im Süden der USA, idyllisch, altmodisch und noch immer fest in der Hand der Gründerfamilien. Hier lässt es sich leben. Aber irgendetwas läuft schief in Niceville. An einem Sommertag verschwindet der kleine Rainey Teague. Zehn Tage später wird er gefunden – in einer alten Gruft. Er liegt im Koma. Nick Kavanaugh, der Ermittler, steht vor einem Rätsel. Niceville findet keine Ruhe mehr. Merle Zane und Charlie Danzinger überfallen eine Bank und machen sich mit 2,5 Millionen Dollar aus dem Staub. Nach einer Meinungsverschiedenheit knallen sie sich gegenseitig ab. Beide überleben schwerverletzt. Niceville wird zu einem Ort ohne Gnade. Während eines infernalischen Wochenendes überschlagen sich die Ereignisse. Liegt ein Fluch über Niceville? Geht er aus von einem mit schwarzem Wasser gefüllten Loch indem Felsen oberhalb der Stadt? Man sagt, etwas lebt darin. Doch was? Band 2 „Niceville – die Rückkehr“ erscheint im August 2013, Band 3 „Niceville – Der Aufbruch“ im August 2014.

James Sallis: Stiller Zorn
192 S., Dumont 2013, erscheint 21.Mai 2013 8,99 EUR
Seit der erfolgreichen Verfilmung von „Driver“, zu dem im letzten Jahr auch der zweite Teil als Roman „Driver 2“ erschienen war, wurde dieser Autor wiederentdeckt. Lew Griffin ist der legendäre „hardboiled detective“ aus New Orleans und ermittelt hier in einem Vermisstenfall. Wie so oft mit wenig Aussicht auf Erfolg. Die Spuren führen ihn ins Schattenreich des French Quarter in New Orleans mit seinen Bars, Touristenattraktionen und dem Rotlichtmilieu. Doch seine Nachforschungen nehmen bald ein gewalttätiges Ende, und er muss einsehen, dass sein eigenes Dasein immer mehr dem der verlorenen Seelen gleicht, auf deren Spur er ist. Lew Griffin ist selbst ein Verlorener, ein Gefangener der Flasche, seiner Vergangenheit und seiner schwarzen Hautfarbe. Als schließlich sein Sohn verschwindet, wird ihm klar, dass er erst die Rätsel in seinem eigenen Leben lösen muss, bevor er sich anderen zuwenden kann. James Sallis verbindet die harte und schnelle Sprache des „hardboiled“-Genres mit einem ernüchternden Blick auf eine kaputte Gesellschaft. Die deutsche Erstausgabe dieses Romans erschien bereits 1999 unter dem Titel „Die langbeinige Fliege“, der Originaltitel ist auch „The long-legged Fly“.

Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher
2 mp3-CD-Hörbuch, 882 Min. der Hör-Verlag 2013 (erscheint März) 14,99 EUR
Das Buch der Bücher für alle Buchliebhaber spielt wieder auf dem phantastischen Kontinent Zamonien, in der Stadt Buchhaim, wo Hildegund von Mythenmetz, der schriftstellernde Lindwurm, seinen Zuhörern einen weiteren Teil seiner abenteuerlichen Autobiografie erzählt.

Thomas Mann: Tod in Vendedig
4 CD, vollständige Lesung, 230 Min., der Hör-Verlag 2013 (Juni) 19,99 EUR
In Venedig steigert sich der alternde Schriftsteller Gustav von Aschenbach in eine Liebe zum schönen Jungen Tadzio. Doch in der Stadt grassiert die Cholera, und der Dichter stirbt – an der Seuche und an einer verbotenen Sehnsucht. Der Sprecher Mathias Brandt versetzt den Hörer in eine morbide Atmosphäre der Lagunenstadt. Zurückhaltend, manchmal fast beiläufig und sehr genau erweckt er die Jahrhundertnovelle zum Leben. Mit dem 30-minütigen Feature „Eros und Cholera“, die unterhaltsamen Einblick in Entstehung und Wirkungsgeschichte der Novelle gibt, auf Bonus-CD.

James Joyce: Ulysses
Vollständige Lesung auf 31 CDs, 2260 Min., der Hörverlag 2013 (Juni) 99,99 EUR
Eine Produktion mit Suchtpotential. 18 Kapitel hat der Roman, in dem wir einen Tag lang den Anzeigenakquisiteuer Leopold Bloom durch Dublin begleiten. Ein ums andere Mal tauchen wir mit den größten deutschen Schauspielern in die wechselnden Stillagen des Autors, so dass sich der nimmermüde Sprachstrom und der Vielklang des Werks in ein soghaftes Hörerlebnis verwandelt.

Robert Musil: Der Mann ohne Eigenschaften. Remix
Vollständige kommentierte Lesung auf 2 mp-3-CDs, 1160 Min.
der Hör-Verlag 2013 (Juni) 79,99 EUR
Hörspiel in offener Form mit Interviews von Kritikern, Musil-Forschern und Autoren, die im Remix zu den Originaltexten Musils in Bezug gesetzt werden. Diese kombinierte Buch-/Hörspieledition zeichnet als Remix ein groß dimensioniertes Gesamtbild des unabgeschlossenen Jahrhundertromans von Robert Musil. Nicht nur die zu Lebzeiten des Autors veröffentlichten Romanteile, sondern auch der wissenschaftlich aufgearbeitete Nachlass Musils bilden die Grundlage dieses Projektes. Die Produktion beinhaltet erzählerisch und szenisch inszenierte Texte und Entwürfe Musils sowie Beiträge von namhaften Kritikern, Literaturwissenschaftlern und Schriftstellern wie Elfriede Jelenik, Roger Willemsein oder Alexander Kluge. Sie schreiben den „Mann ohne Eigenschaften“ in der Gegenwart fort.

Ältere Titel:

Mieze Medusa: Freischnorcheln
166 S., Milena Verlag 15,90 EUR
Der Debütroman von Wiens Poetryslam-Queen und HipHop-Lyrikerin Mieze Medusa, der garantiert Ihren Alltag versüßt. Nora will kündigen. Aber wie kündigen, wenn du dein eigener Chef bist? Ein Roman voll flirrender Eloquenz und spritzigem Humor für alle, die noch nicht so ganz erwachsen sind, es lange Zeit nicht waren oder niemals werden wollen!

Thomas Ballhausen: Delirium und Ekstase
176 S., Milena Verlag 16,50 EUR
Essays und Aufsätze, die die Aktualität des Monster-Begriffs in den Mittelpunkt stellen und ästhetische Fragen mit politischen Fragen verquicken. Die thematische Vielfalt des Bandes, die von der klassischen Literatur bis zu populären Filmgenres reicht, unterstreicht die Brisanz einer hässlichen Ästhetik, sowie das ungebrochene Interesse an einem Themenfeld, das den Alltag auf mehr Weisen durchdringt, als gemeinhin wahrgenommen wird.

James Graham Ballard: Liebe & Napalm
246 S., geb., Milena Verlag 13,90 EUR
Ein Arzt an einer psychiatrischen Klinik in London entdeckt nach und nach sein gestörtes Verhältnis zu seinem Beruf, seiner Umwelt und seinen Patienten. Anhand des schrittweisen Zerfalls der Person wird die Brüchigkeit der von Grausamkeiten durchzogenen Geschichte des 20.Jhds. deutlich. Beim Durchqueren seiner eigenen Identität wird er von verschiedenen exemplarischen Rollen verfolgt, wie etwa J. F. Kennedy, Marilyn Monroe, Claude Eatherly, dem Piloten der B-29, der die Atombombe auf Hiroshima abwarf, und Lee Harvey Oswald, dem Attentäter von Dallas.

John Gardner: Grendel
260 S., geb., Milena Verlag 19,90 EUR
In diesem Klassiker der phantastischen Literatur erscheint die altenglische Saga unter vertauschten Vorzeichen. Gardner schreibt aus der Perspektive Grendels, des Monsters, eines wilden und einsamen Wesens, das mit seiner Mutter in einer Höhle lebt. Grendel ist hin- und hergerissen zwischen seinem wilden, animalischen Tötungstrieb und einem herausragenden Verstand, der ihn zur Sprache und zu einem komplexen Verständnis der Welt befähigt.

Toby Barlow: Scharfe Zähne
360 S., geb., Milena Verlag 23,50 EUR
Mit einem Vorwort von Carl Weissner In seinem international gefeierten Debütroman zeichnet Toby Barlow ein düsteres Bild der Stadt Los Angeles und vereint die Coolness von Noir-Krimis mit antiker Mythologie. Er koppelt eine berührend aufrichtige Liebesgeschichte mit dem Portrait einer Stadt, die voller Träume und Alpträume steckt. Es ist die Geschichte des Hundefängers Anthony, der sich in eine mysteriöse Frau verliebt und in einen Machtkampf unvorstellbaren Ausmaßes hineingezogen wird. Rudel von Werwölfen ringen um die Vorherrschaft auf den Straßen und in den verlassenen Gebäuden einer verfallenden Gesellschaft – der heutigen Gesellschaft.

Kathy Acker: Meine Mutter Dämonologie
296 S., geb., Milena Verlag 23,00 EUR
Acker reiht in diesem Roman all ihren zentralen Themen und Motive auf: Obsession, Sex, Begehren, Liebe, Kindheit und Aufwachsen, Freiheit, Feminismus, Popkultur, politische Kritik und Literaturtheorie. Das Ergebnis präsentiert sich dabei weniger derb, schrill und provokativ als ihre frühen Bücher, dafür mutet es persönlicher an, mit einem Schuss Sehnsucht und Melancholie.

Ian Banks: Die Wespenfabrik
242 S., geb., Milena Verlag 23,00 EUR
Protagonist Frank Cauldham, 16 Jahre alt, lebt mit seinem Vater in einem verlassenen Haus im schottischen Hochland. Abseits familiärer Behütetheit entwickelt Frank seine eigene Fantasiewelt der Grausamkeiten und der Bestrafungen – seine Gegenrealität. Als sein in eine geschlossene Anstalt abgeschobener Bruder ausbricht, um die Geheimnisse seiner Familie zu lüften, droht Franks Weltentwurf endgültig aus den Fugen zu geraten, hat er doch mittlerweile drei Morde begangen…

Bill Callahan: Briefe an Emma Bowlcut
Aus dem Amerikanischen von Carl Weissner
95 S., geb., Milena Verlag 18,80 EUR
Bill Callahan ist mit seinem literarischen Debüt ein Werk von poetischer Dichte und berührender Menschlichkeit gelungen, das seinen besten musikalischen Arbeiten in nichts nachsteht.

Carl Weissner: Manhattan Muffdiver
180 S., geb., Milena Verlag 17,90 EUR
Zwei Monate ist Carl Weissner in New York, um einen Death-Metal-Krimi zu schreiben, stattdessen versendet er Tag für Tag die haarsträubendsten Mails: Über chinesische Models, usbekische Killer, Food Porn, Totenkulte, Verbrecher im Weißen Haus, Janis Joplins Heroindealer, Sean Penn, Bukowski, Al Pacino und Al Capone..

Carl Weissner: Die Abenteuer von Trashman
New York Nachtjournal 1968

160 S., geb., Milena Verlag 19,90 EUR
New York, 1968: Müllstreik, Hare Krishna, Attentate, Kaufhausbrandstiftungen, Axtmorde unter LSD, Polizei-Amok, zugedröhnte Blumenkinder und bewaffnete Revoluzzer. „Ein Buch, das einem die Beine wegreißt“ (Klaus Bittermann in der „Jungen Welt“).

Peter Cheyney: Lemmy schießt nicht auf Blondinen
220 S., geb., Milena Verlag 14,90 EUR
Mein Name ist Lemmy Caution. Ich arbeite für den FBI. Nicht jeder Auftrag, den ich kriege, fängst so verquer an wie dieser hier… Diesen Krimi des Kultautors Cheyney zu lesen bringt Spaß, gute Laune, Leichtigkeit ins harte Leben und ist ein wahres Vergnügen für kriminalistische Denksportler. „Cheyney ist der unumstößliche Großmeister des Kriminalromans“ (Jean-Luc Godard)

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Interkulturelle Buchneuheiten Liste 29

Dezember 20, 2012

Die vorhergehenden Listen können noch allesamt im Archiv unter wormsverlag.wordpress.com abgerufen werden.

Doug Saunders: Mythos Überfremdung – Eine Abrechnung
256 S., geb., Blessing Verlag 2012 18,99 EUR
Nunmehr in der Sachbuchbestenliste: Von Finnland bis Italien, in Deutschland und in den USA verändert derzeit ein Hirngespinst die politische Landschaft: der Mythos der Überfremdung. Der säkulare, geburtenschwache, wirtschaftsgebeutelte Westen wird von integrationsunwilligen muslimischen Einwanderern überrannt und ausgehöhlt, so das im Mainstream etablierte Angstszenario. Dem Weltbild von paranoiden Extremisten wie Anders Breivik, von Parteiführern vom Schlage Geerd Wilders oder Agitatoren wie Thilo Sarrazin ist dabei eines gemein: Ihre muslimfeindliche Rhetorik bedient sich vermeintlich stichhaltiger, statistischer und wissenschaftlicher Argumente. Mit diesen zu Fakten verbrämten Vorurteilen räumt Doug Saunders in seinem neuen Buch Punkt für Punkt auf. Dabei ist dieses Buch keine Verteidigung des Islams. Doug Saunders, ein standhafter Fürsprecher des säkularen Liberalismus, schreibt mit derselben Furcht vor religiösem Extremismus, die auch die antimuslimischen Aktivisten antreibt, aber seine konsequente Orientierung an den Fakten führt ihn zu anderen Schlussfolgerungen. Dieses Buch befasst sich nicht mit den Aussagen des Korans oder anderen heiligen Büchern. Es stellt vielmehr eine Reihe wichtigerer Fragen: In welchem Umfang sind muslimische Einwanderer gläubige Anhänger ihrer Religion oder buchstabengläubig? Welche Rolle sollte die Religion ihrer Ansicht nach in der Praxis spielen? Folgen die Kinder und Enkel den Glaubensüberzeugungen der religiösen Praxis ihrer Eltern? Wem oder was gilt ihre Loyalität? Aus welchen Quellen speist sich ihre Identität? Sind muslimische Frauen wirklich kinderreicher als nichtmuslimische? Und die allerwichtigste Frage lautet: Wie unterscheiden sie sich von früheren Einwanderergenerationen, die religiösen und kulturellen Minderheiten angehörten? Gibt es Anzeichen dafür, dass sie weniger integrationsfähig sind als frühere Einwanderergruppen? Dieses Buch will keineswegs behaupten, dass es bei der Einwanderung, in „kulturübergreifenden“ Beziehungen oder in muslimischen Gesellschaften rundum friedfertig oder ideal zugeht. Doch erst wenn wir endlich die Geschichten von der „Überfremdung“ und der „Flut“ hinter uns gelassen haben, können wir uns den wirklichen Problemen zuwenden, die sich in den Bereichen Religion, Einwanderung, Extremismus, Integration und kulturelle Zusammenarbeit ergeben. Doug Saunders ist kanadisch-britischer Autor und Journalist. Für seine Reportagen und Kolumnen wurde er bislang vier Mal mit dem National Newspaper Award ausgezeichnet, dem kanadischen Pendant des Pulitzers. Saunders arbeitet als Reporter für die zweitgrößte kanadische Tageszeitung „Globe and Mail“.

Gerald Asamoah: Dieser Weg wird kein leichter sein – Mein Leben und ich
224 S., Herbig 2013 (erscheint 8.Januar) 19,99 EUR
Vorsatz für 2013: Optimismus. Der Fußballstar hautnah: sympathisch, offen, unverwüstlich, optimistisch

Wolfgang Gädecke
Das Verbot der Christengemeinschaft und Prof. Jakob Wilhelm Hauer

47 S., Pb., Verlag Urachhaus 2012 9,90 EUR
Der Religionswissenschaftler J. W. Hauer spielte eine maßgebliche Rolle in den Vorgängen, die zum Verbot der Anthroposophischen Gesellschaft 1935 und der Christengemeinschaft 1941 führten.

Ilse Wellershoff-Schuur: Erne uerung
Versuche zum Thema: Wer braucht die Christengemeinschaft?

120 S., Pb., Verlag Urachhaus 2012 14,90 EUR
Wie hälst du`s mit der Religion? Wer braucht das? Wem hilft sie? Die Gretchenfrage berührt jede Biografie und wird selten bewusst ergriffen. In ihrem Buch, das ein langer Brief sein könnte, versucht die Autorin all jenen, die sich auf diesem Gebiet als suchend und heimatlos erleben, Brücken zu bauen zu einer ehrlichen und zeitgemäßen Erneuerung des religiösen Lebens.

Roland van Vliet: Der Manichäismus
Geschichte und Zukunft einer frühchristlichen Kirche

600 S., 2., stark erweiterte und aktualisierte Auflage, Urachhaus 2012 48,00 EUR
Die umfassende, wissenschaftliche Einführung in die mächtige frühchristliche Strömung des Manichäismus und ihr Nachwirken bis in die Gegenwart.

Bastian Baan: Von der Naturreligion zum Sakrament
Kultusformen von der Steinzeit bis zur Gegenwart

240 S., geb., Verlag Urachhaus 2012 19,90 EUR
Kultus zieht sich wie ein roter Faden durch die Entwicklung der Menschheit, von den frühesten Kulturen bis in die Gegenwart. Die Entstehung und Metamorphose der unterschiedlichen Kultusformen werden in diesem Buch historisch, theologisch und geisteswissenschaftlich beleuchtet, ebenso wie ihre Bedeutung für Mensch, Erde und geistige Welt. Themen: Kultusformen der Steinzeit, der jüdische Kultus und der Salomonische Tempel, Ursprung und Entwicklung des christlichen Kultus u.v.m.

Anselm Grün / Shih Chao-hwei: Was glaubst du?
Christentum und Buddhismus im Gespräch

144 S., geb., Vier Türme Verlag 2013 (erscheint Januar) 16,90 EUR
Der bekannteste christliche Autor Deutschlands im Dialoggespräch mit einer buddhistischen Zenmeisterin. Für alle, die die großen Weltreligionen besser kennenlernen wollen. Christentum und Buddhismus – durch unvereinbare Gegensätze getrennt oder durch zahlreiche Brücken geschwisterlich verbunden? Anselm Grün und die chinesische Zen-Meisterin Shih Chao-hwei wagen ein lebensnahes Gespräch auf Augenhöhe, einen authentischen Dialog geprägt von Ehrlichkeit und gegenseitiger Achtung. Sie versuchen, die Religion des jeweils anderen besser zu verstehen, und stellen dabei fest, dass es Glaubenswege gibt, die über Grenzen hinausführen, ohne den anderen zu vereinnahmen. Dabei treffen sie sich immer wieder an einem zentralen Punkt: der Verantwortung der Religionen in einer globalisierten Welt.

Sabine Demel: Kirche sind wir alle
Überlegungen zum Dialogprozess

128 S., Pb., Vier Türme Verlag 2013 (erscheint Januar) 8,90 EUR
Ein Plädoyer für ein echtes Miteinander aller Gläubigen mit konkreten Hinweisen für einen lebendigen Dialog. Vom Dialog ist in den Kirchen derzeit viel die Rede. Forderungen nach Reformen werden von den deutschen Bischöfen mit dem Angebot eines Dialogprozesses beantwortet. Doch wie kann dieser Dialog gestaltet werden? Wer hat den Mut, sich offen in einen Prozess zu begeben, bei dem Tradition bewahrt und dennoch Wandel gewagt wird? Dieses Buch ist ein dringliches Plädoyer für ein echtes, biblisches Miteinander.

Hilarion Alfejev: Vom Gebet. Traditionen in der Orthodoxen Kirche
110 S., Pb., Vier Türme Verlag 2013 (erscheint Januar) 8,90 EUR
Die Gebetstradition der orthodoxen Kirchen hat viel mehr zu bieten als nur das Jesusgebet. In diesem Buch stellt Metropolit Hilarion, Außenamtsleiter der Russisch Orthodoxen Kirche, diese reiche Tradition vor. Er hat dabei auch diejenigen im Blick, die noch nichts oder wenig über die russisch-orthodoxe Kirche wissen. Erstmals liegt sein Text jetzt in deutscher Übersetzung vor.

Acta Sanctorum: Die Legende der Maria aus Ägypten
Bios Marias Aigyptias

94 S., Pb. Vier Türme Verlag 2013 (erscheint Januar) 16,90 EUR
Das spannende Leben einer Wüstenmutter zum ersten Mal in deutscher Sprache. Die Wüstenmutter, die wir unter dem Namen „ägyptische Maria“ kennen, lebte im 4.Jahrhundert. Sie erlebte als Prostituierte eine tiefgreifende Verwandlung und wurde zu einer angesehenen Heiligen. Die Legende eines anonymen zeitgenössischen Autors erzählt das Leben dieser spannenden Frau. Die Übersetzerin Gabriele Ziegler setzt die Legende in Bezug zum Leben der Gottesmutter und der Maria Magdalena und gibt in Einleitung und Anmerkungen zahlreiche Hilfen zum Verständnis des Textes.

Die Welt der Kelten
Zentren der Macht – Kostbarkeiten der Kunst

552 S., Thorbecke 2012 34,00 EUR
Die große Ausstellung im Archäologischen Landesmuseum Stuttgart (bis 17.Februar 2013) stellt zunächst eines klar: Die Kelten hat es nicht gegeben. Eine Vielzahl von Völkern lebte in der Eisenzeit weit über Europa verstreut von Schottland bis hinunter nach Südfrankreich. Sie hinterließen so gut wie nichts Schriftliches und doch haben sie eines gemeinsam: ihren hohen Sinn für Kunst. Goldener Schmuck, prunkvolle Helme, filigrane Pflanzenmotive auf Geschirr und Waffen, kunstvoll bemalte Keramik – man staunt über so viel Kraft, Kreativität und Fortschrittlichkeit. Da verzeiht man dem alten Platon sogar, dass er die mysteriösen Europäer als versoffen und kriegerisch bezeichnet hat.

Hans-Martin Gauger: Das Feuchte und das Schmutzige
Kleine Linguistik der vulgären Sprache

283 S., C. H. Beck 2012 16,95 EUR
Was vulgär ist, wie es von Land zu Land in Europa wechselt, hier Anatomisches meint, sich dort auf körperliche Aktivitäten bezieht, dann wiederum, und zwar mit Vorliebe in Deutschland, auf Ausscheidungen, davon erzählt der emeritierte Professor für romanische Sprachwissenschaft kenntnisreich. Und bleibt dabei distinguiert. Niemals ergötzt er sich lustvoll an den Ferkeleien, die er unter seine Sprachlupe legt. Er schreibt angenehm unakademisch. Man lernt viel über die Nuancen stubenunreiner Ausdrücke, Formulierungen und Gesten.

Claire Doutriaux: Karambolage – Das Beste vom Besten
Das Buch der deutsch-französischen Eigenarten

224 S., Pb., 524 Abb., Knesebeck 2013 (erscheint Januar) 16,95 EUR
Einmaliger Blick auf die deutsch-französischen Beziehungen, deren Elysee-Vertrag 2013 50 Jahre Jubiläum begeht. Im Das Beste vom Besten über Franzosen und Deutsche sind die Highlights der Sendung „Karambolage“, die seit zehn Jahren den Blick auf die Besonderheiten deutscher und französischer Alltagskultur wirft. Von der Entstehung des Strandkorbs bis zum Wort „Boulevard“, vom Brauch der „galette des rois“ bis zum Bierwärmer sammelt dieser Band das Beste über Franzosen und Deutsche. Ein spielerischer und frecher Streifzug durch zwei Kulturen, bei dem wir viel über unsere Nachbarn und über uns selbst lernen können.

Yanko Tsvetkov: Atlas der Vorurteile
8o S., geb. , Knesebeck 2013 (erscheint Februar) 16,95 EUR
Der Bulgare Yanko Tsvetkov hat mit bissigem Humor Furore gemacht. In seinen satirischen Länderkarten suhlt sich der Grafikdesigner genussvoll in Vorurteilen und nationaler Stereotypen. Vorurteile a la Carte! Jeder sieht die Welt mit eigenen Augen. Wie sehr die eigene Perspektive den Blick auf die Welt bestimmt, das deckt der „Atlas der Vorurteile“ schonungslos auf. Europa aus der Sicht von Deutschland oder Griechenland – da werden fundamentale Unterschiede deutlich. Europa durch die Brille des Vatikans oder von Schwulen-Seite aus betrachtet – größere Abweichungen sind kaum denkbar. Eine herrlich komische Sammlung von Vorurteilen und verqueren Informationen, die wohl alle ein Körnchen Wahrheit enthalten – vor allem aber unsere eigenen, bisweilen abstrusen Ängste ad absurdum führen. Diese ganz besonderen Landkarten, die im Internet zu einem unglaublichen Erfolg wurden, sind hier erstmals in Buchform versammelt und bieten eine noch nie gesehene Vielfalt an teils schrägen, teils hinterhältig-bösen Vorurteilen. Neu hinzu kommen exklusiv für dieses Buch erstellte Karten und ein Essay des Künstlers über seine erstaunlichen Erfahrungen mit diesem Projekt.

Claire Cock-Starkey: Das große Ganze – Infografiken erklären die Welt
192 S., geb., Knesebeck 2013 (erscheint Februar) 14,95 EUR
Die wirklich wichtigen Fragen unserer Zeit – die besten Infografiken, spannende Wissensthemen visuell dargeboten. Von ernst bis skurril – ein neuer Blick auf das Weltgeschehen. Das ideale Geschenk für Besserwisser und Wissenshungrige. Welches Land nimmt die meisten Flüchtlinge auf? Wer erhält die meisten Spendengelder? In welchem Land wird am längsten gearbeitet? Wo sind die gefährlichsten Straßen? Und wo wird am meisten Cola getrunken? Die hier versammelten Daten und Informationen reichen von ernst bis skurril – über alles, was dazwischen liegt. Die Themenpalette erstreckt sich hierbei von Umwelt über Religion bis hin zu Politik, Wirtschaft und Kriminalität. Die oft erstaunlichen Ergebnisse eröffnen völlig neue Perspektiven auf das globale Geschehen. Sehen und verstehen – was man in dieser visuellen Enzyklopädie entdeckt, geht einem nicht mehr aus dem Kopf. So entsteht ein Kaleidoskop aus nützlichem und unnützem Wissen, das zum einen Spass macht und zum anderen einen Blick auf das große Ganze erlaubt.

Michael Hardt / Antonio Negri: Demokratie! Wofür wir kämpfen
100 S., Pb., Campus 2013 (erscheint Februar) 12,90 EUR
Der Weg in eine neue Gesellschaft, ein revolutionäres Programm auf 100 Seiten für eine Demokratie von unten und das Prinzip der „commons“ von zwei der prominentesten Denkern der weltweiten Protestbewegungen. Finanz- und Umweltkrisen haben es gezeigt: Die Welt braucht eine neue politische Ordnung. In ihrer Streitschrift entwerfen Michael Hardt und Antonio Negri den Weg dorthin. Inspiriert von den weltweiten Protestbewegungen beschreiben sie das Projekt einer Demokratie von unten: Wenn wir uns den Schulden verweigern, aus der Überwachung befreien, neue Netze politischer Information schaffen und die entleerte repräsentative Demokratie durch lebendige Formen der Beteiligung ersetzen, können wir eine neue Verfassung begründen. Eine, in der Wasser, Banken, Bildung und andere Ressourcen „commons“, Gemeingüter sind. Auf diesem Weg können wir den Folgen der Finanzkrise, die drängenden Umweltprobleme und die wachsende soziale Ungleichheit überwinden. Antonio Negri war nach seiner Flucht 1983 aus Italien Professor für Philosophie an der Sorbonne. 1997 kehrte er nach Italien zurück und wurde erneut inhaftiert. Im Herbst 2003 wurde er freigelassen und lebt heute als freier Autor in Venedig und Paris. Michael Hardt ist Professor für Literaturwissenschaft an der Duke University Durham, N.Y., in den USA Mit ihrem Bestseller „Empire“ wurden sie weltweit bekannt.

Isabell Lorey: Die Regierung der Prekären
Turia + Kant 15,00 EUR
Die Diagnose, dass prekäre Arbeitsverhältnisse sich häufen und normal werden, ist nicht neu, die Frage ist, welche potentielle politische Handlungsmacht in der Prekarisierung vorstellbar ist. Die Ansätze gehen dabei auseinander. War es vor einem Jahrzehnt noch vorherrschende Meinung, dass Prekarität eher zur politischen Lähmung führt, sehen wir heute, dass im „arabischen Frühling“ wie auch in Spanien, Portugal und England die prekären AkademikerInnen große Anteile der Protestierenden bilden. Das erfordert eine neue Theorie der Prekarität.

Occupy!
Die aktuellen Kämpfe um die Besetzung des Politischen

Turia + Kant 14,00 EUR
Die mit dem „arabischen Frühling“ begonnenen neuen globalen sozialen Bewegungen des Jahres 2011 haben die Auseinandersetzungen um die Ordnungsweisen des Sozialen neu entfacht. Bei den spanischen „Indignados“ wie auch in den Occupy-Protesten werden Lebensweisen und bestehende politische Organisationsformen gleichermaßen in Frage gestellt. Der Band versucht in einer ersten Annäherung, die Proteste von verschiedenen theoretischen Warten aus zu fassen und diskutiert ihren zentralen repräsentationskritischen Impetus als Kampf um die Neubesetzung des Politischen.

Jean Ziegler: Wir lassen sie verhungern
Die Massenvernichtung in der Dritten Welt

320 S., C. Bertelsmann 2012 19,99 EUR
Der ehemalige Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für das Recht auf Nahrung ist wegen der gegen ihn seitens der Globalisierungs- und Politlobby angestrengten Prozesse hochverschuldet. „Wir lassen sie verhungern“ ist seine Diagnose einer Welt, in der pro Jahr 18 Millionen Menschen an Unterernährung sterben. Er bezeichnet den Hunger als organisiertes Verbrechen, denn transkontinentale Konzerne entscheiden, wer stirbt und wer lebt.

Enrique Dussel: Der Gegendiskurs der Moderne – Kölner Vorlesungen
Turia + Kant 20,00 EUR
Die vorherrschende europäische Sicht auf die Moderne gilt Dussel als provinzielle Illusion, als Träumerei der deutschen Romantik. Europa erklärte sich zum Mittelpunkt und Ziel einer vernünftigen Fortschrittsgeschichte, die Moderne zu einem intra-kontinentalen Phänomen und eigene Philosophie zur Philosophie überhaupt. Schon seit der Eroberung Lateinamerikas ist dem modernen Weltsystem aber der Kolonialismus eingeschrieben. Die Kolonialität ist der blinde Fleck der europäischen Philosophie. In drei Texten – zu Descartes, zur Kritischen Theorie und Interkulturalität – exemplifiziert Dussel die Ansatzpunkte der lateinamerikanischen Philosophie der Befreiung, deren führender Vertreter er ist.

Homi K. Bhaba: Über kulturelle Hybridität
Übertragung und Übersetzung

Turia + Kant 34,00 EUR
Homi K. Bhaba ist einer der bedeutendsten Literaturtheoretiker der Gegenwart und neben Edward Said, Gayatri Ch. Spivak und Stuart Hall einer der maßgeblichen RepräsentantInnen der Postcolonial Studies. Der in Indien geborene Wissenschaftler entwickelte eine Reihe von Grundkonzepten für diese Disziplin. Begriffe wie Hybridität, Mimikri, Dritter Raum, Ambivalenz sollen die Formen beschreiben, in denen kolonisierte Völker in der Lage waren (und sind), der Gewalt und der Macht der Kolonisatoren zu widerstehen.

Dritte Räume
Turia + Kant 34,00 EUR
Der Konferenzband bezieht sich auf Homi K. Bhabas Kulturtheorie mit dem Ziel, diese Theorie aus mehreren Perspektiven zu reflektieren, sein Konzept des „Dritten Raumes“ und andere Figurationen der Hybridität zu verstehen, zu erörtern und zu hinterfragen. Von hier aus wird auch die Interpretation weiterer Begriffe, die im Zentrum von Bhabas Kulturtheorie stehen, einbezogen.

Lucas Zeise: Euroland wird abgebrannt
Profiteure, Opfer, Alternativen

142 S., Pb., Papyrossa 2012 11,90 EUR
Lucas Zeise gibt dem Europa keine Chance mehr. In seinem Wegweiser durch die Finanz-, Wirtschafts- und Staatsschuldenkrise begründet er, weshalb nur ein einheitlicher gesamteuropäischer Schuldenschnitt und eine radikale Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von oben nach unten Abhilfe versprechen.

Andreas Wehr: Die Europäische Union
Basiswissen Politik – Geschichte – Ökonomie

134 S., Papyrossa 2012 9,90 EUR
Andreas Wehr beschreibt die EU als ein fragiles Bündnis, in dem eine erstarkte BRD den Ton angibt. Unter ihrer Führung entwickelt sich ein wirtschaftlich starkes Kerneuropa, umgeben von einer schwachen Peripherie. Nach relativ erfolgreichen Jahren ist die aktuelle Entwicklung geprägt von Rückschlägen, deren Ende offen ist.

Andreas Wehr: Griechenland, die Krise und der Euro
210 S., Pb., 2. Aktualisierte und ergänzte Auflage, Papyrossa 13,90 EUR
Nicht zuletzt durch Deutschland wurden die wirtschaftlichen Ungleichgewichte in der Eurozone verschärft, deren erste Opfer Griechenland und Irland geworden sind. Wer folgt als Nächster? Wohin geht die Reise? Welche Zukunft haben die EU und der Euro?

Uwe Ommer / Regine Feldgen:
Wir sind Europa! Teens und ihre Familien

312 S., 600 farbige Abb., Knesebeck 2012 19,95 EUR
Aktueller könnte das Buch nicht sein: der europäischen Union wird der Friedensnobelpreis 2012 verliehen. Hier geht es um die Generation, die eine gemeinsame europäische Zukunft gestalten muss. Was hat die Jugend Europas zu sagen, was bedeutet es Jugendlichen heute, „Europäer“ zu sein? 267 Familien in 40 Ländern Europas wurden hierfür fotografiert und befragt. Aufgenommen im familiären Umfeld bieten die Gespräche Einblick in Lebensstile und Meinungen zu Themen wie Umweltschutz, Zukunftswünsche und Lebensziele. Hierbei lernen Autoren viel jugendliche Energie und Optimismus kennen – beides kann Europa gut gebrauchen.

Peter Feldbauer, Bernd Hausberger, Jean-Paul Lehners (Hg.)
Globalgeschichte der Welt 1000 – 2000

2902 S., 8 Bände im Schuber, Mandelbaum 2012 198,00 EUR
In dieser achtbändigen Globalgeschichte des zweiten Jahrtausends wird der Blick weg von einer eurozentrischen hin zu einer globaleren Sicht weltumspannender Entwicklungen gerichtet. Erst seit knapp einem Vierteljahrhundert publiziert die internationale Geschichtswissenschaft Bücher, die einen Überblick über die zusammenhängenden Entwicklungslinien der Globalisierung bieten.

Bernhard Kegel: Die Ameise als Tramp
Von biologischen Invasionen

464 S., erweiterte aktualisierte Neuausgabe, Dumont 2013
erscheint am 21.Mai 2013 12,00 EUR
Tierischen Migranten auf der Spur. Kaninchenplage in Australien, Ameisen in Großcomputern und Krankenhäusern, Piranhas in französischen Flüssen – mit solchen Ereignissen beschäftigt sich die Invasionsbiologie. Seit jeher ist die Besiedlung neuer Lebensräume für Tiere und Pflanzen eine Überlebensfrage. Früher gab es Hindernisse, die sich der Reiselust widersetzten. Gebirge, Ozeane, Kontinente, Wüsten bildeten unüberwindbare Barrieren. Mit dem Erscheinen des modernen Menschen hat sich die Situation verändert. Ein Netz von Verkehrswegen verbindet, was über Jahrmillionen getrennt war. Bei Warentransporten von einem Kontinent zum anderen reist die Natur mit. Bernhard Kegels faszinierendes Buch erzählt, welche erstaunlichen Folgen das für uns und unsere Umwelt hat.

Michael Genner: Verleitung zum Aufstand
Ein Versuch über Widerstand und Antirassismus

240 S., Pb., Mandelbaum 2012 19,90 EUR
Aktiv gegen Rassismus und Ausgrenzung. Micheal Genner schreibt über seinen jahrzehntelangen Versuch, Verfolgte zu schützen, Menschenrechte zu verteidigen: von der Spartakus-Kampagne „öffnet die Heime“ bis zur Flüchtlingshilfe „Asyl in Not“. Diese Kämpfe langer Jahre schildert Genner anhand vieler „Einzelfälle“: er erzählt von Jugendlichen auf der Flucht vor dem Erziehungsheim, von Asylsuchenden, denen die Abschiebung droht, von rassistischen BeamtInnen und Apardheidgesetzen… Er beschreibt Mechanismen des Unrechts und nennt dessen AkteuerInnen beim Namen. Genners Buch ist daher nicht nur autobiografisch, sondern dokumentiert den antidemokratischen Ungeist, der seit jeher die politischen und gesellschaftlichen Strukturen des Landes durchdringt. Er zeigt aber auch, dass Widerstand Erfolg haben kann, und welche Methoden zum Ziel führen. Daher gibt sein Buch, trotz den darin beschriebenen Schrecknissen, den LeserInnen Hoffnung. Es ist eine Verleitung zum Aufstand gegen unmenschliche Politik.

Irene Messinger: Schein Oder Nicht Schein
Konstruktion und Kriminalisierung
von „Scheinehen“ in Geschichte und Gegenwart

280 S., Pb., Mandelbaum 2012 19,90 EUR
Irene Messinger ist Sozialarbeiterin und Rechtsberaterin in NGOs im Bereich Asyl- und Fremdenrecht; Diplomarbeit in Pädagogik zu illegalisierten Flüchtlingsjugendlichen; Dissertation in Politikwissenschaften zur staatlichen Konstruktion von Schein- und Aufenthaltsehe. Schutzehen im Nationalsozialismus ermöglichten Verfolgten die Aus- oder Weiterreise in Exilländer und werden retrospektiv als Formen der Hilfeleistung positiv gesehen. Eine gänzlich andere Bewertung erfahren heute jene Eheschließungen, die den Aufenthalt von Drittstaatsangehörigen legalisieren oder absichern. Als sogenannte Aufenthaltsehen stellen sie in Österreich seit 2006 sogar ein strafrechtliches Delikt dar. Wie kam es zur Begriffsverschiebung von Schutz- zur Scheinehe und zu diesem Gesinnungswandel? Welche staatlichen AkteurInnen stehen hinter dieser Kriminalisierung? Wer waren und sind jene Menschen, die solche Ehen eingingen, wer wird gerne als verdächtig konstruiert? Wie kontrolliert die Fremdenpolizei und wie urteilen die Gerichte? Mit ihrer detaillierten Beschreibung der aktuellen Behörden- und Gerichtspraxen gibt die Autorin praxisnahe Informationen, wie der staatlichen Intervention ins Privat- und Intimleben entgegengetreten werden kann. „Schein oder nicht Schein“ gibt erstmals und auf gut lesbare Weise einen umfassenden Überblick über dieses gesellschaftpolitisch brisante Thema.

Pyotr Magnus Nedov: Zuckerleben
380 S., geb., Dumont 2013 (erscheint 25.Februar) 19,99 EUR
Ein wilder Trip vom Zerfall der Sowjetunion bis zur Finanzkrise Europas. 2011: der Moldawier Andreewitsch ist im krisengeschüttelten Italien mit seinem Ford Transit unterwegs. Auf der Suche nach seiner georgischen Teedose überfährt er um ein Haar ein junges Liebespaar, das sich gemeinsam das Leben nehmen will. Zu dritt reisen sie weiter. Die beiden Teenager haben gerade ihren Arbeitsplatz in der Zuckerfabrik von Termoli verloren. Der Moldawier erzählt ihnen die Geschichte seiner Jugend, um ihnen neuen Lebensmut einzuhauchen. 1991: Die Sowjetunion fällt auseinander, und in der nordmoldavischen Industriestadt Donduseni beschließt der junge Spekulant Pitrim Tutunaru, sich seinen Traum von einem sorgenfreien Leben in Italien zu erfüllen. Dafür sucht und findet er die 40 Tonnen Zucker des verschollenen Zuckerfabrikdirektors Hlbenik, verarbeitet sie mit Hilfe des Rentners Ilytsch zu Schnaps und bereitet mit dem Erlös seine Ausreise vor. Mit Tempo und Witz verwebt P. M. Nedov die Umbrüche in Europa. „Zuckerleben“ ist der Soundtrack zu diesen Wandlungen.

Nellja Veremej: Berlin liegt im Osten
336 S., geb., Jung und Jung 2013 (erscheint am 26.Februar) 22,00 EUR
Aus einem kaukasischen Städtchen über Leningrad bis nach Berlin führt das grandiose Romandebüt, das seine geographischen und kulturellen Motive schon im Titel trägt. „Berlin liegt im Osten“ heißt das Buch, in dem von den städtischen Enklaven russischer Migranten ebenso farbig erzählt wird wie von Provinzkindheiten in der ehemaligen Sowjetunion. Das Berlin dieses Romans, der rund um den Alexanderplatz spielt, hat seine Reservate der Einsamkeit und der Lebensfreude, und es wird durch die unnachahmliche Stimme einer Ich-Erzählerin lebendig, die den nur scheinbar unspektakulären Beruf einer Altenpflegerin ausübt. Durch sie hindurch wandern die Lebensgeschichten der Klienten und verbinden sich mit ihrer eigenen Biografie. Daneben gibt es neben dem aberwitzigen, fast surrealen Osten auch ein Deutschland, in dem diese Frau endgültig anzukommen versucht. „Berlin liegt im Osten“ lebt von der zarten Zuneigung der Autorin zu ihren Figuren, der Roman entwirft ein großes Panorma aus Geschichten und Geschichte, und der handelt vom Anfang alles Erzählens: von der Erinnerung.

Oliver Bottini: Der kalte Traum
448 S., Dumont 2013 (erscheint 21.Mai 2013) 9,99 EUR
Eiskalter Politkrimi vor dem Hintergrund jugoslawischer Kriegsverbrechen. 1991, eine idyllische Stadt in Schwaben: Thomas Cavar hat gerade sein Abitur bestanden, die Zukunft mit seiner Freundin Jelena sieht vielversprechend aus. Doch dann bricht in Jugoslawien der Krieg aus, und plötzlich ist alles anders. Muss er nicht für Kroatien kämpfen? Für seine „richtige“ Heimat? Thomas kämpft – und hat dafür zu büßen. Fünfzehn Jahre später tauchen Fragen zum Fall Thomas Cayar auf: Eine deutsche Journalistin in Zagreb, ein Kripokommissar in Berlin und der kroatische Geheimdienst machen sich auf die Suche. Sind ihre Zweifel an Cayars Tod berechtigt? Eine mörderische Hetzjagd beginnt…

Jasmin Ramadan: Das Schwein unter den Fischen
272 S., Dumont 2013 (erscheint 21.Mai 2013) 9,99 EUR
Raus aus der Imbissbude, rein in das Leben. Der neue Roman nach dem Überraschungserfolg „Soul Kitchen“ (verfilmt von Fatih Akim). Seine Familie kann man sich nicht aussuchen. Nach dem Tod der geizigen Mutter erfüllt sich Rainer Fehrmann den Traum vom eigenen Imbiss. Gemeinsam mit seiner großen Liebe Ramona, Tankstellenpächtertochter, passionierte Bauchtänzerin und dauerbetrunken, eröffnet er seine eigene Mettwurst- und Frittenbude: „Fehrmanns Spezialitäten“. In diesem Umfeld wächst Celestine, genannt Stine, auf. Ihre Mutter, ein ehemaliges Au-Pair-Mädchen aus Frankreich, machte sich kurz nach der Geburt aus dem Staub und ließ Stine bei ihrem Vater im hanseatischen Unterklassen-Milieu zurück. Stine liebt ihren Vater. Doch sie ist klüger und kultivierter als ihre durchgeknallte Familie und will nicht im Imbiss versauern. So beginnt sie nach Möglichkeiten zu suchen, aus dieser schrägen Welt auszubrechen. Jasmin Ramadan, 1974 geboren, lebt in Hamburg. Ihre Mutter ist Deutsche, ihr Vater Ägypter. Sie studierte Germanistik und Philosophie. Für diesen – ihren neuen – Roman erhielt sie den Hamburger Förderpreis für Literatur.

Johannes Feichtinger, Johann Heiss (Hg.)
Geschichtspolitik und „Türkenbelagerung“

240 S., Pb., Mandelbaum 2012 19,90 EUR
Politik mit der „Türkenbelagerung“. Die Osmanen stellten vom 15. bis zum 18.Jahrhundert in weiten Teilen Europas eine reale Bedrohung dar. Siege gegen sie blieben selten, diese wurden allerdings errinnerungswirksam gefeiert. Die „Rettung“ von Wien 1683 zeigt die mediale Bandbreite, mit der die Erinnerung an Bedrohung und Sieg wach und lebendig erhalten wurde: Tragödien und Komödien, Opern und Triumphzüge wurden ebenso eingesetzt wie Prozessionen, Feuerwerke, Kriegsspiele und Medaillenprägungen. Dabei wird auf bewährte ältere Vorbilder zurückgegriffen, aber auch das zukünftige Gedenken richtungsweisend beeinflusst. Das Buch ist der erste von zwei Bänden mit kritischen Studien zur „Türkenbelagerung“ und spannt einen Bogen von den europaweiten Anfängen des Erinnerns an die „Türkenbelagerung“ bis zu regionalen Ausprägungen in der Gegenwart, nicht zuletzt auch der zeitgenössischen politischen Indienstnahme der historischen Erzählungen.

Johannes Feichtinger, Johann Heiss (Hg.)
Der erinnerte Feind – Kritische Studien zur „Türkenbelagerung“

240 S., Pb., Mandelbaum 2012 19,90 EUR
Die Türkenbelagerung als politische Projektionsfläche im zweiten und abschließenden Band mit kritischen Studien zur Türkenbelagerung. Die „Türkenbelagerung“ wurde in Zentraleuropa im 19. und 20.Jahrhundert so häufig wie kaum ein anderes Ereignis in Erinnerung gerufen. Dennoch konnte sich damals niemand mehr an die Zeit der Auseinandersetzungen erinnern. An so weit zurückliegende Erfahrungen musste und muss erinnert werden: Politiker, Kirche, Medien, Schule und Wissenschaft übernehmen diese Rolle und formen mit ihrer Rekonstruktion die Vergangenheit immer wieder neu. Am lange bewährten „Türkengedächtnis“ lässt sich die Zweckgebundenheit der Übersetzung von Vergangenheit in die jeweilige Gegenwart deutlich zeigen. Das über Jahrhunderte gepflegte Feindbild „Türke“ kann bei Bedarf bis heute für politische Zwecke mobilisiert werden. Die Autorinnen und Autoren des Bandes untersuchen aus unterschiedlichen Perspektiven den Einsatz des „Türkengedächtnisses“ bei der Erzeugung und Verstärkung aktueller Feindbilder wie auch bei der Schaffung und Erhaltung von kollektiver, im Besonderen nationaler Identität.

Fanny Müller-Uri: Antimuslimischer Rassismus
140 S., Pb., Mandelbaum 2012 10,00 EUR
Als höchst polarisierendes Phänomen entpuppt sich Antimuslimischer Rassismus in der Politik, in den Medien, in gesellschaftlichen Diskursen wie auch in der Forschung. Spätestens seit den 1990er Jahren und einmal verstärkt seit dem 11.September 2001, werden integrations-, migrations- und sicherheitspolitische Themen mit MuslimInnen und „dem Islam“ in Verbindung gebracht. Während in Debatten rund um Kopftuch, Moscheen und Demokratiedefizite alte und neue rassistische Stereotype und Argumentationsfiguren alltäglich geworden sind, scheint die antirassistische Bewegung gelähmt. Das vorliegende Buch der Reihe INTRO trägt dazu bei, antimuslimische Ressentiments theoretisch zu verorten und eine emanzipatorische Diskussionsgrundlage für die antirassistische Praxis anzubieten.

Werner Ruf: Der Islam – Schrecken des Abendlandes
Wie sich der Westen sein Feindbild konstruiert

129 S., Pb., Papyrossa 2012 9,90 EUR
Die Konflikte der Zukunft, so Huntington nach dem Ende der UdSSR, seien solche zwischen Kulturen, von denen eine besonders gefährlich sei: Der Islam. Der einst biologisch begründete Rassismus kommt nun im kulturellen Gewande daher. Die Debatte um Sarrazin und der „Karikaturenstreit“ markieren nur die Spitze des Eisbergs.

Rita Breuer: Wird Deutschland islamisch?
Mission, Konversion, Religionsfreiheit

200 S., Pb., Verlag Schiler 2011 24,00 EUR
„Dieses Buch gehört auf den Tisch eines jeden Menschen, der sich mit dem Islam bzw. dem Islamismus, dieser fundamentalistischen Politik im Namen des Glaubens, in Deutschland beschäftigt. Die religiös wie politisch fundiert kundige Islamwissenschaftlerin Rita Breuer macht in dem schmalen Band eine tour d`horizon. Sie erklärt den Kerngedanken des Islam (nicht nur Glaube, sondern Reglementierung des alltäglichen Lebens), informiert über die vielfältige islamische Szene in Deutschland (von Liberalen bis zu Radikalen), analysiert den Konflikt zwischen Scharia und Demokratie (unvereinbar) und schildert beklemmend konkret die Konvertiten-Szene (von naiv bis strategisch).“ EMMA

Saphir 7/8 – Lehrerkommentar
288 S., Pb., Kösel 2013 27,99 EUR
Zur Schulbuchreihe in den Fächern Islamkunde, Islamischer Religionsunterricht und Islamunterricht ist nur für Schuljahr 7 und 8 der Lehrerkommentar erschienen, der Angebote sich über den Islam auseinanderzusetzen und seine Glaubenselemente zu informieren und sich kognitiv und diskursiv mit den Inhalten auseinanderzusetzen enthält, als auch solche Angebote, Glaubensvollzüge handelnd einzuüben. Für den Unterricht können dann nach Vorgaben des jeweiligen Fachprofils und Länderlehrplans die passenden Angebote ausgewählt und Schwerpunkte gesetzt werden.

Martin Schäuble: Dschihadisten
Feldforschung in den Milieus

390 S., Pb., Verlag Schiler 2011 32,00 EUR
Der Sozialforscher Martin Schäuble zeichnet aufmerksam die Biografien von Daniel und Sa`ed nach: ein deutscher Konvertit, der einen Anschlag verüben wollte; und ein Palästinenser, der ein Selbstmordattentat ausführte. Wie sind die Brüche in Kindheit und Jugend der beiden Personen neu zu bewerten? Was öffnet Menschen aus so unterschiedlichen Lebenswelten für die Dschihad-Ideologie? Welche Rolle spielen Bindungen und Autoritäten? Und: Was sagt das über die Gesellschaft aus, in der sie leben? Bei seinen Recherchen suchte der Autor immer wieder Analyse-Hilfe bei Psychologen und angrenzenden Fachrichtungen. Er befragte Terrorismus-Experten, Entwicklungspsychologen, sprach mit Hip-Hop-Forschern, Soziologen und vielen weiteren. Umfassend geht der Autor auf seine Methodik, die Feldforschung, ein und erklärt, wieso es zwingend ist, den Schreibtisch zu verlassen und sich selbst an die Orte des Geschehens zu begeben.

Michael Ley: Das Öl, der Islam, der Westen
Die ersten hundert Jahre

140 S., Pb., Verlag Schiler 2011 18,00 EUR
Die Arbeit behandelt das Verhältnis zwischen der islamischen Welt und dem Westen des 20.Jahrhunderts: die ökonomischen und politischen Interessen des Westens im Nahen Osten und die Reaktionen der islamischen Gesellschaften auf den Einbruch der europäischen Moderne.

Philipp Rohde: Nach dem Öl
Chancen und Grenzen der staatlichen Investitionspolitik in Dubai

262 S., Pb., Verlag Schilder 2012 28,00 EUR
Die Erdölreserven der arabischen Staaten am Golf sind begrenzt und keine unendliche Einkommensquelle. Es ist daher wichtig, die Einnahmen aus dem Erdöl für die Entwicklung der heimischen Wirtschaft einzusetzen. Als eines der ersten Emirate hat Dubai die Herausforderung angenommen, den Reichtum aus dem Erdöl in einen dauerhaften Entwicklungsschub umzusetzen. Dabei spielt die Frage, in welcher Form durch staatliche Investitionen eine Diversifikation der Wirtschaftsstruktur möglich ist, eine besondere Rolle.

Markus Groß / Karl-Heinz Ohlig (Hg.)
Die Entstehung einer Weltreligion Bd.1
Von der koranischen Bewegung zum Frühislam

490 S., geb., Verlag Schiler 2010 58,00 EUR

Markus Groß/Karl-Heinz Ohlig (Hg.)
Die Entstehung einer Weltreligion Bd.2
Von der koranischen Bewegung zum Frühislam

820 S., geb., Verlag Schiler 2012 68,00 EUR

Muhammad Iqbal: Die Wiederbelebung des religiösen Denkens im Islam
240 S., Pb., 3.Auflage, Verlag Schiler 2011 24,00 EUR
Iqbal (1877 – 1938) war der erste muslimische Intellektuelle, dessen Schwerpunkt der Forschung westlich ausgerichtet war. Für ihn war der innere dynamische Geist der westlichen Kultur islamischen Ursprungs. Er argumentiert, dass die europäische Kultur auf ihrer intellektuellen Seite nichts als eine Fortentwicklung einiger der wichtigsten Phasen der Kultur des Islam ist. Es gab einmal eine Zeit, als das europäische Denken von der Welt des Islam inspiriert wurde. Aber dann kam eine Zeit, in der die muslimische Welt in einen tiefen Schlummer fiel, mit dem Ergebnis, dass das religiöse Denken im Islam während der letzten fünfhundert Jahre praktisch stagnierte.

Michael Fisch: Umm al-Kitab
Verzeichnis deutschsprachiger Koranausgaben

120 S., geb., Verlag Schiler 2013 39,00 EUR
Ein Verzeichnis der wichtigsten deutschen Übersetzungen des Korans seit dem Mittelalter. Die übersichtlichen Einträge stellen die jeweilige Edition und den Übersetzer in ihrem historischen Kontext vor, seine Motivation oder Intention sowie Eigenheiten der Übersetzung. Eine Übersicht über die Verbreitung und Rezeption des Koran und das Verhältnis zwischen Christentum und Islam nicht nur in Deutschland, sondern in Europa.

Muhammad Sameer Murtaza
Islamische Philosophie und die Gegenwartsprobleme der Muslime
Reflexionen zu dem Philosophen Jamal Al-Din Al-Afghani

336 S., Pb., Verlag Schiler 2012 34,00 EUR
Jamal Al-Din Al-Afghani (1838 – 1897) konnte die muslimische Welt vor Fehlentwicklungen bewahren. Der Autor hat die Vision des friedlichen Zusammenlebens der Religionen, ist Islamforscher und Mitarbeiter der Stiftung Weltethos. In diesem Buch führt er nicht nur in die islamische Philosophie ein, sondern auch in die Geschichte, Theologie und heutige politische Potenz des Islam und seiner innerkonfessionellen Probleme. Er sieht es als wichtigste Herausforderung, den Islam neu zu beleben. Zu sehr sei er zu einer Gesetzesreligion verkommen, die reinen Gehorsam fordert und sich in den Begriffen halal (erlaubt) und haram (verboten) erschöpft. Der Extremismus der Wahabiten ist ein deutliches Beispiel dafür, was passiert, wenn Religion nur noch blindes Handeln ist, bar jeder Barmherzigkeit und jeder Vernunft.

Juliane Müller: Zwei arabische Dialoge zur Alchemie
110 S., Pb., Klaus Schwarz Verlag 2012 29,80 EUR
Die Unterredung des Aristoteles mit dem Inder Yuhin und das Lehrgespräch des Alchemisten Qaydarus und Mitawus mit dem König Marqunus. Edition, Übersetzung, Kommentar

Armand Abècassis: Judas und Jesus – eine gefährliche Liaison
Turia + Kant 24,00 EUR
Der Antijudaismus der christlichen Kirchen wurde vom Evangelisten Johannes geprägt. Das Bild des Apostels Judas als eines „Verräters“, der Jesus „auslieferte“, war geeignet, das jüdische Volk des Gottesmordes zu bezichtigen. Abècassis liest dagegen die Evangelien im Lichte der jüdischen und hebräischen Schriften. In kenntnisreicher Bezugnahme zur politisch-historischen Umgebung rekonstruiert er die wahrscheinlichere Geschichte des Judas. Jesus` Lieblingsapostel könnte ihn demnach im gegenseitigen Einvernehmen den Behörden übergeben haben, um seine Anerkennung als Messias zu erzwingen. Dass beide am selben Tag sterben mussten, erscheint weniger als göttliches Heilsgeschehen denn als missglückter politischer Plan.

Kurt Pätzold: Wahn und Kalkül
Der Antisemitismus mit dem Hakenkreuz

246 S., Pb., Papyrossa 2012 15,90 EUR
Der Band schildert nicht nur Ereignisse und Abläufe, es geht auch um die Motive, Antriebe und Ziele derer, die die Ermordung der Juden in Gang setzten und lenkten. Die Antworten begnügen sich nicht mit dem bloßen Verweis auf die Ideologie der Rassisten mit dem Hakenkreuz.

Randi Crott / Lillian Crott Berthung: Erzähl es niemanden!
Die Liebesgeschichte meiner Eltern

288 S., 30 Abb., Dumont 2013 (erscheint 21.Mai 2013) 9,99 EUR
Nordnorwegen, Ostern 1942: Die achtzehnjährige Norwegerin Lillian und der deutsche Soldat Helmut verlieben sich. Eine Liebe, die nicht sein darf, denn die deutsche Besatzungsmacht ist verhasst. Auch Lillian ist entsetzt über die Verbrechen der Nationalsozialisten; sie muss von Helmut wissen, wo er steht. Da offenbart er ihr sein Geheimnis: dass er selbst „Halbjude“ ist und seine wahre Identität verheimlicht hat. Und dass sie das, was sie von ihm gehört hat, niemanden erzählen darf. Randi Crott erzählt die anrührende Geschichte ihrer Eltern – und hat damit ein einzigartiges Zeitdokument vorgelegt.

Wolfgang Gehrcke, Jutta von Freyberg, Harri Grünberg
Die deutsche Linke, der Zionismus und der Nahost-Konflikt
Eine notwendige Debatte

270 S., Pb., Papyrossa 2012 16,90 EUR
Über Wurzeln und Entwicklung des Konflikts im Nahen Osten, die verschiedenen Strömungen im Zionismus, Auseinandersetzungen in der sozialistischen Arbeiterbewegung mit der „jüdischen Frage“, die Begleiterscheinungen der Staatsgründung Israels und notwendige Begriffserklärungen: Was ist Kolonialismus und was Imperialismus? Was Antisemitismus und was nicht? Warum Kritik an der israelischen Politik legitim ist und wie eine Friedenslösung aussehen könnte.

Rolf Verleger: Israels Irrweg – Eine jüdische Sicht
210 S., Pb., 3., aktualisierte und erweiterte Auflage, Papyrossa 2012 14,90 EUR
Rolf Verleger beschreibt seine jüdischen Wurzeln, umreißt die Geschichte des Zionismus und beklagt die bedingungslose Unterstützung der „Gewaltpolitik Israels“ durch die Bundesregierung als ebenso fatal wie die Abwehr jeder substantiellen Kritik als „antisemitisch“.

Moshe Zuckermann: Wider den Zeitgeist Band 1
Aufsätze und Gespräche über Juden, Deutsche, den Nahostkonflikt und Antisemitismus

256 S., Laika Verlag 21,00 EUR

Omar Barghouti: Boykott – Desinvestment – Sanktionen
Die weltweite Kampagne gegen Israels Apartheid
und die völkerrechtswidrige Besetzung Palästinas

232 S., Neuer ISP Verlag 19,80 EUR

Erik M. Vogt: Jean-Paul Sartre und Frantz Fanon
Antirassismus – Antikolonialismus – Politiken der Emanzipation

Turia + Kant 21,00 EUR
Angesichts der rezenten populären Erhebungen in vielen außereuropäischen und europäischen Ländern, die einige als die Neugeburt der Geschichte begreifen, ist es angebracht, sich das politische Denken und Handeln von Jean-Paul Sartre und Frantz Fanon ins Gedächtnis zu rufen. Früher als viele andere der „kommunistischen Hypothese“ verpflichtete Philosophen und Philosophinnen haben beide darauf beharrt, dass eine politische Organisationsform erfunden werden müsse, welche die ökonomischen und sozialpolitischen Verhältnisse zwischen „Europa“ und der „Dritten Welt“, „Norden“ und „Süden“, nicht länger (neo-)kolonial reproduziert. Dieses Buch ist eine Einführung, die nicht nur die Analysen des Antisemitismus, des antischwarzen Rassismus und des europäischen (Neo-)Kolonialismus der beiden Autoren vorstellt, sondern auch deren unermüdliche antirassistische und antikolonialistische Interventionen verständlich macht.

Britt Ziolkowski: Palästinensische Märtyrerinnen
147 S., Pb., Klaus Schwarz Verlag 2012 34,80 EUR
Selbstdarstellung und innerislamische Wahrnehmung weiblicher Selbstmordattentäter

Erich Fenninger, Volkshilfe (Hg.): Von Freiheit träumen
Das Flüchtlingsleben der Westsaharauis
Bilder und Gespräche über Stillstand, Hoffnung und Hilfe

168 S., geb., Mandelbaum 2012 24,90 EUR
Vom Leben in einem besetzten Gebiet. Die Westsahara ist seit vielen Jahren widerrechtlich besetzt. Bereits in den 1960er Jahren machten die Vereinten Nationen darauf aufmerksam. Die heutige Besetzung der Westsahara durch Marokko ist ein Produkt des europäischen Kolonialismus, der Ausbeutung und der unrechtmäßigen Aufteilung Afrikas durch europäische Staaten. Das Buch ist ein Aufruf für Freiheit und Selbstbestimmung der Saharauis. Die Bilder der Fotografien Michaela Bruckmüller dokumentieren das Leben der Menschen nicht nur, sie erzählen Geschichten. Sie schenken uns Einblicke. Machen uns spüren und sehen: das Elend in den Flüchtlingslagern, den Kampf ums Überleben; aber auch Freude, Engagement, Lebenswillen und Kampfgeist. Und der Diskurs zwischen Saharauis, ExpertInnen und AktivistInnen lässt die Hoffnung auf einen westsaharauischen Frühling weiterleben.

Steffel Wippel: Wirtschaft, Politik und Raum
Territoriale und regionale Prozesse in der westlichen Sahara

1600 S., Werk in zwei Bänden, Schiler 2012 128,00 EUR
Die westsaharische Verflechtungsachse stellt eine bedeutende historische „Brücke“ zwischen dem mediterran-arabischen Nordafrika und dem subsaharischen Raum dar. An dieser Schnittstelle untersucht der Autor in seiner Habilitationsschrift aus einer jüngeren historischen Perspektive die politischen und wirtschaftlichen Interaktionen zwischen dem heutigen Marokko und Mauretanien und beleuchtet im Kontext globaler und regionaler Verflechtungen die räumlichen Zusammenhänge, die daraus resultieren.

Daniel Zakrzewski: Mit Gott und Frankreich
156 S., Pb., Klaus Schwarz Verlag 2012 38,00 EUR
Bestimmungen Algeriens in Schriften des muslimischen Reformtheologen Ibn Badìs zur Zeit der Volksfrontregierung (1936 – 1938).

Saphia Azzeddine: Zorngebete
128 S., geb., Wagenbach 2013 (erscheint im März) 16,90 EUR
Eine Kindheit im Ziegenlederzelt, umgeben von Bergen und Wüste. Schafe als Gefährten. Nicht hinterfragte Gesetze als Norm. Jbara lebt mit ihren Eltern und Geschwistern in einem winzigen, ärmlichen Dorf und rechtet mit Allah, ihrem zugleich einzigen Vertrauten. Die Freiheit fährt zweimal pro Woche im Bus vorbei, doch eines Tages fällt – Allah sei Dank – ein rosa Koffer mit Rollen vom Gepäckdach herunter. Jbaras Aussteuer für ein neues Leben, das sie sich unter vielen Opfern und mit Einsatz ihres Körpers erkämpfen wird. Aus Jbara wird Scheherazade, aus Scheherazade schließlich Khadija. Sie verliert ihre Unschuld, ihre Heimat und zwei Zähne, doch nie ihren derben Humor und den Glauben an Gott. Azzedins Debüt ist ein tabuloser Monolog, das zornig-zärtliche Gebet einer jungen Frau im Maghreb, ein außergewöhnlicher Bildungsroman. Der Alltag ist schmutzig und elend, das Glück schmeckt nach Granatapfeljoghurt, und Jbara spricht mit Allah: Wütend und demütig, klagend und dankbar, poetisch und vulgär – für den Fall, dass er doch nicht alles sieht und nicht versteht, warum sie so weit gehen konnte… Eine tragikomische Emanzipationsgeschichte aus dem Maghreb. Saphia Azzeddine, 1979 in Agadir, Marokko, geboren, zog mit neun Jahren nach Frankreich. Sie studierte Soziologie, verbrachte ein Jahr in Houston, arbeitete als Diamantschleiferin in Genf und etablierte sich dann als Drehbuchautorin und Schriftstellerin. Ihr erster Roman „Zorngebete“ wurde bereits als Theaterstück inszeniert und ins Spanische, Italienische und Schwedische übersetzt. Die Verfilmung ihres zweiten Romans „Mein Vater ist Putzfrau“ war auch in den deutschen Kinos zu sehen.

Adonis: Der Wald der Liebe in uns – Liebesgedichte
148 S., geb., Jung und Jung 2013 (erscheint 26.Februar) 22,00 EUR
Adonis, geboren 1930 als Ali Ahmad Said Esber in einem Dort in Nordyrien, gilt heute als der bedeutendste Dichter der arabischen Welt und ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden. Nach seinen Studien in Damaskus und langen Jahren im Exil in Beirut lebt er seit 1980 in Paris. Liebesgedichte von solcher Intensität hat man lange nicht gelesen. Wie ein Strauß stark duftender Blumen stehen diese Gedichte vor uns, die nur ein einziges Thema haben: die Liebe. Die Liebe als Feier der Geliebten, aber auch als rätselhafte Beunruhigung des Liebenden, der zwischen Sehnsucht und Leidenschaft, Zweifel und Gewissheit eine Skala von Empfindungen durchlebt, die den ganzen Reichtum seiner Existenz ausmachen. Immer ist es die Stimme des Liebenden selbst, die wir hören, und die Gegenwärtigkeit der Geliebten, die wir spüren. Mit einer überquellenden Fülle immer neuer Bilder versucht Adonis das Unfassbare zu fassen.

Stephan Bruckmeier, Margit Niederhuber, Heike Schiller
Meeting Nairobi – eine Reise

144 S., geb., Mandelbaum 2012 19,90 EUR
Zwischen UNO-Sitz und größtem Slum Afrikas. Blitzlichter auf Nairobi, eine der am schnellsten wachsenden Städte der Welt: das geschäftige Stadtzentrum, elegante, grüne Vororte mit internationalen Organisationen und Medienagenturen und dazwischen Kibera, Mathare Valley oder Korrogocho. Hier wohnen ganz Arme und nicht so Arme. Hier arbeitet die Internetgeneration an Landkarten, präsentieren Filmer ihre Dokudramas auf öffentlichen Plätzen, versuchen Fraueninitiativen die Gräben nach den Kämpfen der letzten Wahlen zu überbrücken. In den neu gebauten Wohnhäusern und alten Villen wohnt die Mittelschicht, gut ausgebildet und enttäuscht – von nicht erfüllten Versprechungen und alter Rhethorik. Sie suchen nach einer neuen, zukunftsweisenden Sprache für diese Stadt, diskutieren Entwicklung und Integration. Das Buch versammelt Stadtgeschichten von schauspielenden Pastoren und Miss Kiberas, von LebenskünstlerInnen und SchriftstellerInnen, von Menschen, die ihre Umwelt engagiert gestalten. Dadurch entsteht ein vielseitiges Kaleidoskop vom Alltagsleben in der Millionenstadt Nairobi.

Claire A. Nivola: Bäume für Kenia
Die Geschichte der Wangari Maathai

32 S., geb., Verlag Freies Geistesleben 2012 15,90 EUR
Für Kinder ab 6 Jahre der Klima-Buchtip der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur Volkach e.V.. Mama Miti, „Mutter der Bäume“ wird die Kenianerin Wangari Maathai genannt, die den Frauen ihres Landes beibrachte, ihr Land neu aufzuforsten. 30 Millionen Bäume wurden durch sie neu gepflanzt. 2004 erhielt sie als erste Afrikanerin den Friedensnobelpreis. Claire A. Nivola erzählt in fließender Sprache und leuchtenden Aquarellbildern die einzigartige Geschichte dieser Frau. Ein wunderschönes Buch, das zeigt, wie jeder dabei mithelfen kann, die Erde zu pflegen und zu erhalten. Für jedes verkaufte Buch spendet der Verlag 1 Euro an Plant-for-the-Planet.

Ildiko Noemi Nagy: Oh Bumerang – Stories
128 S., geb., Jung und Jung 2013 (erscheint 26.Februar) 17,90 EUR
Was liegt zwischen Neu England und Budapest? Jede Menge Kilometer, aber auch jede Menge Stoff für Geschichten. Die in Vancouver geborene und in Conneticut und New York aufgewachsene amerikanisch-ungarische Schriftstellerin, hat das Leben zwischen den Welten in minimalistische Bilder gebracht, sie hat die Paradiese der Kindheit und die süßen Höllen der Liebe in einem Ton beschrieben, der souverän und tastend zugleich ist. „Oh Bumerang“ heißen die Stories, die alle miteinander fast schon wieder einen ganzen Roman ergeben. Lakonischer kann man über Hochzeitsreisen mit der Schwiegermutter zu den Niagarafällen, über Budapester Hinterhoftristessen oder grandios gescheiterten Sex nicht schreiben. So amerikanisch war die ungarische Literatur noch nie – und die amerikanische noch nie so ungarisch. Mit „Oh Bumerang“, der ersten Übersetzung ins Deutsche, ist Ildiko Noemi Nagy unbedingt zu entdecken.

Gerd Bedszent: Im Auge des Chaac. Eine Erzählung
BunTES Abenteuer Nr. 23 und 24, TES-Verlag Erfurt 2013, zusammen 4,00 EUR
Das Buch zum 21.Dezember 2012. Esoteriker, Drogenkrieg und Zapatistas. Ein deutscher Journalist erlebt Mexiko. Der Weltuntergang fällt gnadenlos ins Wasser. Chaac ist der Regengott der Maya.

Gudrun Rath: Zwischenzonen
Theorien und Fiktionen des Übersetzens

Turia + Kant 22,00 EUR
Ob im Begriff „Kultur als Übersetzung“ oder dem „translation turn“: Das Paradigma des Übersetzens machte in den letzten Jahren Furore in den Kulturwissenschaften. Doch was all den Debatten fehlte, war eine Auseinandersetzung mit dem Übersetzen selbst. Diese Arbeit diskutiert weniger bekannte theoretische Ansätze aus Lateinamerika und Modelle des Übersetzens aus unterschiedlichen Disziplinen im Vergleich. Im zweiten Schritt untersucht die Autorin am Fallbeispiel Argentinien und Texten von Jorge Louis Borges, Julio Cortazar und Ricardo Piglia das Zusammenspiel von kultureller Praxis, Theorien und literarischen Fiktionen des Übersetzens.

Walter D. Mignolo: Epistemischer Ungehorsam
Rhetorik der Moderne, Logik der Kolonialität und Grammatik der Dekolonialität

Turia + Kant 14,00 EUR
Hier wird ein zentraler Autor der lateinamerikanischen Dekolonialismus-Debatte vorgestellt. „Epistemischer Ungehorsam“ ist ein umfassendes Projekt, das – wie jeder Ungehorsam – mit einer Infragestellung bestehender Regelsysteme und Begründungszusammenhänge beginnt. Walter D. Mignolo unterzieht das okzidentale Denken einer Hinterfragung. Das Epistemische seines Ungehorsams bezieht sich nicht auf die Philosophie alleine. Er setzt dem Okzidentalen insgesamt eine theoretische und zugleich praxisbezogene Option entgegen – die Dekolonialität. Kontexte und Begriffe dieses lateinamerikanischen Postkolonialismus werden in einer Einleitung von Jens Kastner und Tom Waibel erläutert.

Marie-Therese Schins: Akhil Kakerlake und Neena Stinkefisch
195 S., geb., Verlag Freies Geistesleben 2012 14,90 EUR
„Eine lebendige und einfühlsame Erzählung vom Alltag in Indien, von Träumen und Plänen, die Kinder dort haben“ (Deutschlandfunk, die besten 7 Bücher für junge Leser Juni 2012). Für Kinder ab 10 Jahren. Mit Schwung und Einfühlung erzählt die Autorin die Geschichte eines Mädchens und eines Jungen im heutigen Indien, die aus den engen Konventionen ihrer Familien ausbrechen wollen. – Da ist Neena, die Tochter eines Muscheltauchers. Wenn es nach ihrer Großmutter ginge, müsste Neena nach der 6.Klasse die Schule abbrechen, sich in Hausarbeit üben und möglichst bald heiraten. Von wegen! Neena liest Zeitung, Neena will lernen, sich möchte schwimmen gehen wie die Touristenmädchen und sich selbst einen Mann aussuchen. Und Akhil? Er sollte Kokosnusspflücker werden, wie sein Vater. Doch Akhil zieht sich gern an einen einsamen Ort zurück, um sich seine eigenen Gedanken zu machen. Er ist in die 18jährige schöne Ambeli verliebt. Und Akhil will Lehrer werden. Was für ein Glück, dass er Neena durch das Busfenster entdeckt hat…

Christel Mouchard: Devi
Die Rebellin mit den sanften Augen

192 S., geb., Verlag Urachhaus 2012 14,90 EUR
Für Jugendliche ab 12 Jahren. Die wahre Geschichte der indischen Banditenkönigin Phoolan Devi, der es gelang, ihr Dasein als Verbrecherin hinter sich zu lassen: Sie avancierte nicht nur zur Heldin der Armen, sondern kämpfte als Menschenrechtlerin für die Befreiung der indischen Frauen aus menschenunwürdigen Zwängen einer patriarchalen Gesellschaft.

David Safier: Muh!
336 S., geb., Kindler 2012 16,95 EUR
Voll Kuhl! Eine Kuh auf der Suche nach dem Glück. Kuh Lolle hat einen echt miesen Tag: Nicht nur, dass ihr geliebter Stier Champion sie mit der dusseligen Susi betrügt. Nein, der Bauer will den Hof verkaufen, und die ganze Herde soll als Schnitzel enden. Da verrät ihr ein weitgereister Kater, dass es ein Paradies für Kühe gibt: Indien! Und so beschließt Lotte, sich noch in der gleichen Nacht vom Acker zu machen…

Carmen Köper: Vom dicken, fetten Pfannekuchen
Geschichten und Rezepte aus aller Welt

200 S., geb., Mandelbaum 2012 24,90 EUR
„Das ist kein Schmarrn…“ Sie kennen das Märchen vom Pfannekuchen, der aus der Pfanne sprang, um den drei Schwestern zu entkommen… und sich am Ende drei hungrigen Waisenkindern schenkt? Die experimentierfreudige Autorin reist durch die Welt um der Faszination des Pfannkuchens auf den Grund zu gehen. Aus Irland, Großbritannien, den USA bringt sie Rezepte. Sie enthüllt, dass ein unverzichtbarer Teil der Peking-Ente der Pfannkuchen ist, macht einen Abstecher nach Indonesien und berichtet von einem Pfannkuchen aus Kokosmilch. Danach geht die Route noch ein bisschen südlicher nach Australien, um mit einem großen Sprung über den Indischen Ozean in Afrika bei einem Huhn mit Pfannkuchendeckel zu verweilen. Schwestern und Brüder des Pfannkuchens werden vorgestellt: Plinsen, Crepes, Galettes, Dalken, Liwanzen, Poffertjes, Blinys sowie eine besondere Art der Pfannengerichte, die vielen Schmarr(e)n-Varianten. Auch einige ganz Große der Kochkunst aus vergangenen Jahrhunderten kommen zu Wort. Die Autorin bettet deren Kochkultur in ihren geschichtlichen Hintergrund und kramt aus den historischen Rezepten interessante Pfannkuchen-Variationen hervor. Gedichte, amüsante Bonmots und Widmungen von Ringelnatz bis Wilhelm Busch liefern eine flockig-lockere Masse, sinnig und mit viel Esprit gewürzt.

Nana Asari: Die georgische Tafel (mit 151 Rezepten)
222 S., geb., Mandelbaum 2012 22,90 EUR
Georgische Esskultur. Gott rief, nachdem er die Welt erschaffen hatte, alle Völker zu sich, um ihnen ihren Platz auf der Erde zuzuweisen. Die Georgier hatten am Abend zuvor gefeiert und Wein getrunken und kamen zu spät. Gott hatte schon alles Land verteilt. Die Georgier ließen sich aber unverdrossen bei ihm nieder und begannen von neuem Musik zu machen und zu feiern. Da fand Gott Gefallen an ihnen und beschloss, denjenigen Teil der Erde ihnen zu geben, der er für sich selbst aufgehoben hatte: seinen Garten. So die Legende, die erklärt, warum in Georgien so ausgiebig gefeiert und so großartig gekocht wird. Nana Ansari gibt in diesem Buch einen Einblick in die georgische Küche und die Traditionen der Gastlichkeit. Es finden sich aufwändige neben einfachen Rezepten, vegetarische Gerichte neben Fleischkost, auch für Freunde von eingelegtem Gemüse, von selbst gemachten Murabas und Saucen gibt es hier Rezepte. Frische Kräuter und Gewürze spielen in nahezu allen Vor- und Hauptspeisen eine zentrale Rolle ebenso wie Granatapfel oder Walnüsse. Das Buch führt in die Esskultur des Landes ein und gibt 151 Rezeptbeispiele, die es ermöglichen, an dieser alten Kultur teilzuhaben.

Claudia Roden: Das Buch der Jüdischen Küche
Eine Odyssee von Samarkand nach New York

576 S., geb., Mandelbaum 2012 54,00 EUR
Rund 800 Rezepte, verwoben mit Erzählungen, Erinnerungen und Geschichte. Sie sind das Ergebnis von fünfzehn Jahren Spurensuche in der jahrhundertealten jüdischen Kochtradition. Die Rezepte, manche von ihnen niemals davor dokumentiert, sammelte Claudia Roden auf ihren Reisen rund um die Welt bei Kosten, Zusehen und Sprechen mit kochbegeisterten Menschen und HändlereInnen. Beginnend mit ihrer Heimat Ägypten nimmt sie uns mit auf eine Reise durch die jüdische Diaspora, die über Russland, Deutschland, Polen, England, Frankreich, Nord- und Südamerika in den Orient nach Syrien, Israel, Marokko, Indien und Zentralasien führt. „The Book of Jewish Food“, das erstmals in deutscher Sprache erscheint, ist im angloamerikanischen Sprachraum das Standartwerk schlechthin. Die Autorin ist ebensowenig einfach eine Kochbuchautorin wie Marcel Proust ein Bäcker war. Sie ist vielmehr Geschichtenerzählerin, Historikerin, Ethnologin, Essayistin, Dichterin… „The Book of Jewish Food“ ist ihr Meisterwerk, denn neben großartigen Rezepten ist es die umfangreichste und sinnlichste Enzyklopädie über jüdisches Leben, die jemals gedruckt wurde.

Ellen Ismail (Hg.)
Sudanesisch Kochen mit Amal Gourashi Kok

46 S., Spiralbindung, Tabaldi Verlag 15,00 EUR
Diese Rezeptsammlung bietet ausgewählte Speisen aus dem Norden und Süden des Sudan. Für gesundheitsbewusste Köche sind die bekömmlichen und geschmackvollen Speisen ideale Gerichte, die außerdem noch einfach zuzubereiten sind. Je nach Region wurden die althergebrachten sudanesischen Rezepte durch interkulturelle Kontakte beeinflusst. Eine kurze Einführung in die sudanesische Esskultur und aufschlussreiches Bildmaterial geben diesem Buch eine zusätzliche Nuance.

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Verlag 2012

Dezember 20, 2012

Gegenüber den allgemeinen Umsatzeinbrüchen in der der Buchbranche konnte sich auch 2012 der Worms Verlag recht gut halten und hat seine Umsatzerwartungen erzielt. Zwar stagnierten die Nibelungentitel – im Jahr 2012 ist auch kein entsprechender Titel neu erschienen – , aber gerade der Verkauf der Backlist entwickelte sich sehr positiv und konnte gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Umsatzanteile an Neuproduktionen lagen ebenfalls im Planziel. Zwar verkaufte sich eine limitierte hochpreisige Kunstdruck-Mappe nach Erscheinen noch nicht wie geplant, aber das konnte durch andere Umsatzeinnahmen kompensiert werden. Den Vertrieb für unseren Titel „Ausländische Zwangsarbeiter in Osthofen“ haben wir aufgrund einer Unterlassungsklage vorläufig eingestellt bis eine rechtliche Klärung erfolgt sein wird. Herausgeber des Buches war die Stadt Osthofen.

Eine neue Reihe „Kunst am Wormser“ zu den dortigen Ausstellungen erhöht die Attraktivität des Verlagsprogramms und erweitert zudem das bereits vorhandene Titelangebot zu Themen der Kunst neben „Nibelungen, Judaica, Regionalia“ als weiteres Programmsegment.
Aufgrund dem Antrag Worms-Mainz-Speyer als Schum-Städte in das Weltkulturerbe der Unesco aufzunehmen, erwies sich die frühere Planung „Judaica“ als eigene Sparte im Verlagsprogramm aufzunehmen als vorausschauend. Es werden – wie jetzt mit den Titeln zum Jüdischen Friedhof geschehen – auch künftig jüdische Themen veröffentlicht werden.
In 2012 folgte auch noch das Totengedenkbuch für Joseph Süß Oppenheimer, wobei abzuwarten sein wird ob das Interesse an diesem Thema nach Beenden der zweijährigen Jud-Süß-Aufführungen der Nibelungenfestspiele noch anhalten wird. Zu den Veranstaltungen der bevorstehenden Luther-Dekade veröffentlichten wir eine Broschüre „Luther in Worms“. Zwar sind religiöse Titel in zweistelliger Höhe in der Verlagswelt eingebrochen, aber unser Titel richtet sich vor allem an Touristen und der Erstabverkauf verlief besser als erwartet.

Aus dem Regionalia Programm erschienen zwei Bücher zu den Dalbergs – ein Lesebuch zum 200.Geburtstag Fritz von Dalbergs und Zwischenwelten über das Wirken aller Dalbergbrüder – , die aufgrund des Interesses an diesen historischen Persönlichkeiten auch überregionale Beachtung finden. Der Abverkauf des Heimatjahrbuchs verläuft wie erwartet und aufgrund des zehnjährigen Verlagsjubiläums 2013 hat das aktuelle Jahrbuch mehr Seiten wie gewohnt.

Die Bekanntheit des Verlages wächst, was vermehrte Werbemaßnahmen (Anzeigen in Fachmagazinen, Teilnahme an regionalen Buchmessen wie auch der großen Frankfurter Buchmesse) bewirkten. Auf der Frankfurter Buchmesse präsentierte sich der Verlag neben eigenem Stand auch mit einer Lesung im Messeprogramm. All dies führt zu vermehrten Umsätzen im Verlag, der Verlagsauslieferung in Darmstadt wie auch zu erhöhter Nachfrage beim Barsortiment. Dort wurden 2012 zum erstenmal auch die Festspielprogrammbücher und das Heimatjahrbuch eingekauft.