Buchneuheiten Avantgarde, Underground, Trash Nr. 8


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Friedrich Glauser: Die Briefe Band 1 und Band 2
Band 1: 1911 – 1935
Band 2: 1935 – 1938

1600 S., TB, Unionsverlag 2013 28,95 EUR
Friedrich Glauser wurde 1896 in Wien geboren. Er war später morphiumsüchtig, verbrachte Jahre in der Fremdenlegion und nahm teil an der Dadaismus-Bewegung in Zürich. Er starb 1938 in Nervi bei Genua. Mit der gleichen Intensität, mit der er seine berühmten Kriminalromane schrieb, schrieb Friedrich Glauser zeitlebens Briefe. Seine ganze Angst und Not bringt er darin zum Ausdruck, aber auch seinen Reichtum an Hoffnungen, an Zärtlichkeit, an präzisen Beobachtungen. Die über 600 Briefe an Freunde, Zeitgenossen und Geliebte, an Behörden, Verleger und Ärzte sind ein einzigartiger Spiegel seines Lebens und Überlebens. Die Edition von Bernhard Echte und Manfred Papst ist hier mit allen Dokumenten und Kommentaren wieder zugänglich und erscheint erstmals im Taschenbuch.

Friedrich Glauser: Wachtmeister Studer – Die Fieberkurve – Matto regiert
480 S., geb., Marix Verlag 10,00 EUR

Franziska zu Reventlow: Von Paul zu Pedro
128 S., geb., Edition Ebersbach 2013 15,80 EUR
Fanny zu Reventlow, geboren 1871 in Husum, gestorben 1918 in Ascona, wurde schon in ihrer Kindheit und Jugend zum Skandalon, wie auch später im Kaiserreich, denn Franziska zu Reventlow stellte mit der Radikalität ihres Lebens alle Regeln der wilhelminischen Gesellschaft in Frage. Und so sehr sie aufbegehrte und rebellierte – mit ihrem Körper und ihrer gesamten Existenz – , so sehr blieb sie in ihrer Ablehnung alles „Politischen“ in der bohemehaften, vereinzelten Existenz der nicht standesgemäßen Frau Spiegelbild ihrer Zeit. Sie ging nach München, nach Schwabing und stürzte sich in das Leben mit Malern, Literaten, Lebenskünstlern, in zahlreiche Freundschafts- und Liebesbeziehungen. Ihr Frauenbild ist geprägt von ihrem bohemehaften Leben wie auch von der Gedankenwelt der Kosmiker, einer parareligiösen Intellektuellengruppe in München um die Wende vom 19. zum 20.Jahrhundert. Zum Freundes- und Lebenskreis der Kosmiker gehörte auch Ludwig Klages, die große Liebe ihres Lebens. Das hindert sie jedoch nicht daran, sich auch mit anderen Männern einzulassen. Sie gibt sich teils amüsiert, teils fasziniert der Verehrung der Kosmiker hin, die das rauschhafte Leben der griechischen bzw. römischen Antike beschwören, darin Frauen zu heidnischen Hetären verklären und auf ein anti-intellektuelles Rollenbild festlegen. Die Ereignisse dieser Zeit beschreibt sie nicht im vorgestellten Buch, sondern in ihrem Roman „Herrn Dames Aufzeichnungen“ von 1913. 1910 geht sie mit Hilfe des Anarchisten Erich Mühsam nach Ascona. Dort schreibt sie ihren Roman „Von Paul zu Pedro“, dem noch einige Romane folgten. In „Von Paul zu Pedro“ finden sich eine Reihe von Männern portraitiert, eine Typologie von Männercharakteren, in der zeitgenössische Frauenbilder mit ihren männlichen Entsprechungen konterkariert werden. So wird dem „Süßen Mädel“ „Paul“ entgegengestellt, der „femme fatale“ der „Fremde Herr“, der „femme fragile“ die „Begleitdogge“. Außerdem entwirft Reventlow mit dem „Retter“ und mit „Pedro“ Gestalten, in denen sie männliche Besitzansprüche und den täglichen Sexismus karikiert. In den Bildern der „himmlischen“ und der „irdischen“ Liebe, denen die Frauen häufig zugeteilt werden, wird die bürgerlich-patriarchalische Doppelmoral scharf kritisiert. Ihr entgegengehalten wird eine eigene weibliche Existenz als Bohemienne, die auf Reisen geht, in Cafes sitzt und über das rauschhafte Leben plaudert. Das alles ist immer noch aktuell, weil hier Beziehungen zwischen Frauen und Männern verhandelt werden, mit denen wir auch heute zu tun haben. Ob es die Reflexionen über die Ehe sind, über Treue, über mehrere Liebespartner oder -partnerinnen, über das Verhältnis zwischen Intellektualität und Erotik, über Dauer und Flüchtigkeit von Liebe, über die Phänomenologie von Weiblichkeit und Männlichkeit. „Von Paul zu Pedro“ kann auch gelesen werden als Beitrag zur Gender-Diskussionen, zu Diskussionen über Zweierverhältnisse und polyamouröse Liebesbeziehungen. Und als Lektüre, die zeigt, dass die erbitterte Diskussion über Gender und Geschlecht, über Macht- und Liebespolitik, auch eine hundertjährige Geschichte hat, der eine witzige und ironische Darstellung der Sachverhalte durchaus guttut. Sie kann nützlich sein, um sich im Dschungel von widerspruchsvollen Diskursen zwar rettungslos zu verirren, das aber nie ohne Vergnügen und Selbstironie.

Christiane Weber: Lyonel Feininger genial – verfemt – berühmt
Weimarer Verlagsgesellschaft 2013 10,00 EUR
Lyonel Charles Adrian Feininger wurde 1871 in New York geboren, wo er auch 1956 starb. Er studierte in Hamburg und Berlin Malerei. Er wirkte am Bauhaus von 1919 bis 1932 als Lehrer und stand der Bewegung des Blauen Reiters sehr nahe. 1937 kehrte Feininger in die USA zurück, nachdem die Nationalsozialisten seine Bilder als „entartet“ deklariert hatten. Die Autorin Christiane Weber, Kulturredakteurin der Thüringischen Landeszeitung, folgt kenntnisreich den Spuren Feiningers und seinem künstlerischen Schaffen und stellt dabei vor allem seine Weimarer Zeit in den Mittelpunkt ihres Buches. Eine Beschreibung des Feininger Radweges durch das Weimarer Land mit Besuchen bedeutender Feininger-Stationen rundet dieses anschauliche Buch ab.

Thomas Koebner: Roman Polanski. Der Blick des Verfolgten. Eine Biografie
280 S., Fotos,, geb., Reclam 2013 24,95 EUR
Eine Würdigung des großen Regisseurs zum 80.Geburtstag am 18.August 2013. Biografie und Gesamtdarstellung seines Werks in einem. Filme von Roman Polanski haben selten ein Happy End, aber sie baden nicht in Lust an der Katastrophe. Irgendein Teufel steckt am Ende doch den Kopf aus der Hölle, das Böse fährt selbst in die Vampirkomödie mit dem ahnungslosen Professor Abronsius in die Welt hinaus, was Menschen angetan wird, das lässt sich nicht rückgängig machen. Die Konstellation von Verfolger und Verfolgten, Macht und Ohnmacht prägt alle großen Filme des Regisseurs, und eines bleibt immer gleich: Polanski sieht die Welt durch die Augen der Opfer, der Unschuldigen, der jedenfalls an den Katastrophen nicht schuldigen. Gerade weil Polanski seine eigenen Kindheitserfahrungen stark verfremdet, von Masken verhüllt in sein Werk hat einfließen lassen, rundet es sich doch aufs Ganze gesehen inzwischen zu einer Art „großen Konfession“. Kaum einem Künstler seiner Generation ist so viel Ruhm und Glück zuteil – und keinem sind in seinem Leben so tiefe Wunden geschlagen worden. Die große Biografie zum 80.Geburtstag nimmt die wechselvolle Lebenserfahrung und das vielgestaltige Werk zusammen in seinen Blick und lässt es sich wechselseitig erklären.

Corey Taylor: Etwas Komisches geschah auf dem Weg in den Himmel
288 S., zahlr. Fotos, Pb., Hannibal 2013 (erscheint September) 19,99 EUR
Gruselig! Corey Taylor über Geister und Spukerscheinungen. Der Rockstar schreibt über seine paranormalen Erlebnisse. Solch ein Buch hat es von einem Rockstar bislang noch nicht gegeben: Corey Taylor nimmt den Leser mit auf eine Reise in übersinnliche, paranormale Welten. Gibt es wirklich Geister? Spukt es in alten Häusern? Corey Taylor sagt ja, denn er war selber oft dabei. Viele übernatürliche und unerklärliche Situationen hat Corey Taylor selbst erlebt, zum Beispiel im „Cold House“. Gemeinsam mit Wissenschaftlern und Amateurforschern ging er diesen Phänomenen nach. Einfach nur verrückt – oder steckt mehr dahinter? Zum zweiten Mal nach seinem Debüt „Die sieben Todsünden“ erlaubt Corey Taylor einen Blick hinter die Kulissen seines aufregenden Lebens als Musiker, Frontmann, Sänger und Texter der Band Slipknot und Stone Sour. Kaum eine Band wird so kontrovers diskutiert wie die amerikanische Nu-Metal- und Alternative-Metal Formation Slipknot. In der Öffentlichkeit tritt die Band in einheitlichen Overalls auf, nur die gruseligen Gesichtsmasken, ihr Markenzeichen, sind individuell gestaltet. Der Name ist Programm: „Slipknot“ ist das englische Wort für den Henkersknoten. 2006 gewann Slipknot einen Grammy für die beste Heavy Metal Performance, insgesamt war Taylor zehnmal bereits dafür nominiert. Das martialische Auftreten ist keinesfalls nur Fassade, es spiegelt auch den echten Lebenswandel der Band wider: Mit nur 38 Jahren wurde Bassist Paul Gray am Pfingstmontag 2010 tot in einem Hotelzimmer im US-Bundestaat Iowa aufgefunden. Er starb an einer Überdosis Drogen und Medikamente. Taylor ist gleichzeitig auch Sänger und Gitarrist der Band Stone Sour, die – im Gegensatz zu Slipknot – eher melodischen Hardrock spielen. Sein Spektrum reicht hier von melodisch-klarem Gesang bis zu dem Slipknot-typischen „screaming“ und „growling“. Taylor ist berühmt für seine mitunter verstörende Bühnenshow. Sein ausschweifendes Leben ist geprägt von Exzessen jeglicher Art. In seinem ersten, ebenfalls autobiografischem Buch geht es um die von der Kirche festgeschriebenen „sieben Todsünden“: Hochmut, Geiz, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid und Faulheit. Taylor beschreibt, wie er selbst zu diesen Sünden steht und wie er mit diesen umgeht. In seinem neuen Buch erzählt er wieder eine spannende autobiografische Geschichte, diesmal über Geistwesen und Spukerscheinungen. Hochspannung garantiert! Vor seiner musikalischen Karriere arbeitete er in einem Sexshop, seit 2001 schreibt er für das englische Magazin Rock Sound eine monatliche Kolumne.

David Buckley: Kraftwerk: Publikation
400 S., mit Abb., geb., Metrolit 2013 (erscheint November) 22,99 EUR
Die erste umfassende und vollständig recherchierte Biografie der Band mit zahlreichen neuen Quellen und noch nie erzählten Anekdoten. Buckley führte unzählige Interviews mit Bandmitgliedern, Musikern, Musiktheoretikern. Es gelingt ihm ein einzigartiges Portrait der Band, die Elektropop erfand.

Tobias Rüther: Helden. David Bowie und Berlin
222 S., 18 Fotos, geb., Rogner & Bernhard 2013 19,90 EUR
David Bowie: Ikone, Künstler, Schauspieler und vieles, vieles mehr. Ein Rätselwesen. 2013 überraschte er nach zehn Jahren Stille mit einem neuen Album und der ersten Single „Where Are We Now?“. Das Lied reflektierte Bowies Jahre in Berlin und erhebt sie zu den entscheidenden seiner Karriere. Durch Deutschlands Medien rauschte eine „Bowie in Berlin“-Welle. „Helden“ erzählt die Geschichte von David Bowies Jahren in Berlin. Wie er 1976 in die Hauptstadt seiner Kindheitsträume zieht, nach Berlin, in die Stadt des deutschen Expressionismus, und langsam gesundet. Wie er mit Iggy Pop in einem Schöneburger Altbau wohnt und wieder zu malen beginnt. Wie er mit dem Fahrrad ins Brücke-Museum fährt, ins Nachtleben der geteilten Stadt und ins Hansa-Studio. Wie er im Schatten der Mauer die zwei radikalsten Platten seines Lebens aufnimmt: „Low“ und „Heroes“. „Helden“ ist die Geschichte eines Künstlers und einer Stadt. Die Geschichte von Zukunftsmusik aus dem Geist der Vergangenheit. Die Geschichte, von einem, der auszog, im Gestern, Heute und Morgen zugleich zu leben.

Steve Malins: Depeche Mode. Die Biografie
320 S., 16 Seiten Fotos, geb., aktualisierte und erweiterte Neuausgabe
Hannibal 2013 19,99 EUR
Das Standartwerk zu Depeche Mode. Autorisiert und top aktuell. Sie sind die absoluten Superstars: Mit 150.000 Verkäufen erzielte ihr neues Album „Delta Machine“ das beste Erstwochenverkaufsergebnis in Deutschland. Es ist das sechste Nummer-Eins-Album in Folge! Im Sommer waren Depeche Mode für neun Stadionkonzerte in Deutschland und der Schweiz. Alle Konzerte waren ausverkauft, eine umfassende Hallentournee in Österreich und Deutschland wird im Winter folgen. Depeche Mode ist eine der erfolgreichsten und einflussreichsten Bands der Welt. In ihrer über 30jährigen Karriere haben Dave Gahan, Martin Gore und Andy Fletcher mehr als 100 Millionen Tonträger verkauft. Mit „People are People“ stürmte die englische Band im Jahr 1984 auch in Deutschland erstmals an die Spitze der Single-Charts. Seither begeistert Depeche Mode im gesamten deutschsprachigen Raum immer mehr Fans. Diese autorisierte Biografie, die Steve Malins in Zusammenarbeit mit Depeche Mode geschrieben hat, ist eine packende Geschichte von Verwandlungen, Entwicklungen, Verwicklungen und Tragödien, von Niederlagen und Triumphen, vom Hinfallen und Aufstehen. Steve Malins hat sein Standartwerk aktualisiert. Pointiert erzählt und brillant recherchiert widmet es sich ausführlich auch den Soloplatten von Dave Gahan und Martin Gore, der fast schon vollzogenen Trennung der Band und der Rückkehr ins Rampenlicht mit dem 2013 erschienenen Album“ Delta Machine“.

Mat Snow: Die Beatles – SOLO
4 x 96 Seiten (384 S.) in Schmuckschuber, Hannibal 2013 (Oktober) 49,99 EUR
John, Paul, George und Ringo in einer Bücherbox. Die vollständige Geschichte der Beatles nach ihrer Auflösung. The Beatles veröffentlichten zwölf legendäre Studioalben in nur acht Jahren. Also Solo-Künstler brachten John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr seit 1968 mehr als 70 LPs und über 900 Songs heraus. Erstmals wird das gesamte Werk der Fab Four der Nach-Beatles-Ära in Buchform vorgestellt, mit vielen bislang nicht bekannten Fotos und allen Fakten zu ihrem künstlerischen Schaffen im Studio, auf der Bühne, im Film und als politische Aktivisten. Alle Meisterwerke und Flops, Triumphe und Tragödien, Musikhits von zeitloser Schönheit, geniale Experimente ebenso wie banale Ausrutscher werden in dieser prachtvollen Buchedition behandelt: Georges Harrisons erstes Album „Wonderwall“ von 1968, die Plastic Ono Band, Wings, The Traveling Wilburys, The Fireman, Ringos Hitsingles, seine All-Star-Band, die vielen Filmauftritte, große Konzerte und vieles mehr hat Autor Mat Snow in einem ultimativen Werk versammelt. Jedem Beatle ist ein eigenes Buch gewidmet, in schöner Gestaltung, farbig illustriert und mit allen Fakten, vielen Anekdoten und weniger bekannten Details. Alle Bücher sind in einem Schuber untergebracht, der in seiner grafischen Gestaltung an die Blütezeit der Beatles erinnert und auch als Plattencover vorstellbar ist. Für die zahlreichen Beatles-Fans gibt es hier viel Neues zu entdecken!

George Martin: Es begann in der Abbey Road
Der geniale Produzent der Beatles erzählt

368 S., zahlr. Fotos, Pb., Hannibal 2013 24,99 EUR
Yeah Yeah Yeah! Ein Insider erzählt. George Martin erkannte das Talent der Beatles und machte sie zu Weltstars. Von ihrem ersten Hit „Love Me Do“ an produzierte er die Beatles und ließ ihre Ideen in den legendären Abbey Road-Studios zu Musikaufnahmen werden. Sir George Martin gilt heute zu Recht als der „fünfte Beatle“, denn er wurde zum Arrangeur und Ideengeber der Band. Und es war seine Entscheidung, Schlagzeuger Pete Best aus der Band zu werfen… Andere Plattenfirmen wie Decca, Philips und sogar die EMI-Tochter Columbia hatten die Band aus Liverpool bereits abgelehnt. George Martin hörte sich dennoch die Decca-Aufnahmen an: „Ziemlich lausig, schlecht balanciert, keine guten Songs von einer sehr ungeschliffenen Gruppe. Aber irgendetwas klang interessant“, erinnert sich Martin in seinem Buch. Am 6.Juni 1962 unterschrieb er für die EMI-Tochter Parlophone den von den Beatles heiß ersehnten Plattenvertrag. Von den ersten Aufnahmen 1962 über die wilden Experimente bei „Seargent Pepper`s“ mit Klangeffekten und großem Orchester bis zu den Solo-Projekten von Ringo Starr und Paul McCartney nach dem Ende der Beatles schuf er reihenweise Klassiker. Ende 2006 erschien das von ihm und seinem Sohn Giles produzierte Album „Love“, das Beatles-Stücke in neuem Klang präsentiert. Details aus Plattenverträgen, die Entwicklung der Studiotechnik seit den 1950er Jahren, die Marotten mancher Stars: Diese Autobiografie schildert auf unterhaltsame Weise und garniert mit vielen teils amüsanten Anekdoten das Frühwerk eines der erfolgreichsten Produzenten, der in 50 Jahren seines Schaffens neben den Beatles auch für The Police, Elton John, Jeff Beck, Michael Jackson und viele andere Welthits produzierte. Ein neuer, einzigartiger Blick auf die Geschichte der Beatles.

Elijah Wald: Vom Mississippi zum Mainstream
Robert Johnson und die Erfindung des Blues

432 S., geb., 80 Abb., Rogner & Bernhard 2013 (Neuauflage) 19,95 EUR
Das kurze Leben der Blues-Ikone Robert Johnson ist legendenumwoben: Wie konnte ein mittelmäßiger Gitarrenspieler aus Hazelhurst, Mississippi, innerhalb kürzester Zeit zu einem magischen Virtuosen seiner Kunst werden? Warum wurde Johnson zu Lebzeiten völlig ignoriert und später zum König des Blues erkoren? Die Legenden, die sich um ihn ranken, hat er selbst befördert. Sein Gitarrenspiel habe er dem Teufel zu verdanken, dem er im Gegenzug seine Seele verkauft habe. Eine Kreuzung aus Clarkesdale, Mississippi, zeugt noch heute von der Stelle, wo dieser denkwürdige Handel stattgefunden haben soll. Robert Johnson ist der Archetyp eines Stars: ein stiller Einzelgänger mit rätselhafter Vergangenheit und großer Aura. Er starb jung, mit siebenundzwanzig, unter mysteriösen Umständen. Sein musikalisches Vermächtnis hat viele beeinflusst: Eric Clapton, Bob Dylan, Cream, Fleetwood Mac, Muddy Waters, Led Zeppelin und die Rolling Stones. Keith Richards nannte ihn „den größten Folk-Blues-Gitarristen, der jemals gelebt hat“.

Ed Hardy: Wear Your Dreams
Träume, T-Shirts und Tattoos

368 S. mit Abb., geb. Metrolit 2013 (erscheint Oktober) 19,99 EUR
Eine Autobiografie. „Ed Hardy“ steht auf T-Shirts, Basecaps, Parfüms, Energy Drinks. Seine farbigen Totenköpfe und Designs sind weltbekannt. Doch Ed Hardy ist mehr als der Name eines Modelabels – er veränderte die Popkultur. Er schaffte es, die früher nur von Outlaws akzeptierten Tattoos salonfähig zu machen. In „Wear of Dreams“ erzählt Ed Hardy sein von Höhen und Tiefen geprägtes Leben: Als Kind verdiente er seinen ersten Dollars mit Fake-Tattoos. Während seines Kunststudiums hing er mit Surfern und Skatern an den Stränden Kaliforniens rum. Er erlernte bei traditionellen Tätowierern das Handwerk und entwickelte früh seinen eigenen, einzigartigen Stil. 2002 gründete er das Mode-Label Ed Hardy, lizensierte es 2004 an Christian Audigier. Die Marke Ed Hardy wurde zum milliardenschweren, internationalen Lifestyle-Phänomen. Doch mit dem Erfolg kamen die Probleme: Das Label wurde irgendwann zum Symbol für Trash. Nach zähen Verhandlungen schaffte es Hardy schließlich mithilfe eines Partners, die Rechte an seinem Namen zurückzukaufen und wieder selbst über sich, sein Image und sein Leben bestimmen zu können. „Wear Your Dreams“ ist voll mit Original-Ed-Hardy-Artwork. Das ideale Buch für Tattoo-Fetischisten, Popkultur-Junkies, Ed-Hardy-Aficionados und Maskenbildungsexperten.

Mark van Huisseling: Wie man berühmte Menschen trifft
224 S., Pb., 53 Abb., Rogner & Bernhard 2013 14,90 EUR
Jane Birkin, Marianne Faithfull, Malcolm McLaren, Roger Moore, Christoph Schlingensief, Udo Lindenberg, Blixa Bargeld und viele andere – sie alle hat Mark van Huisseling zum Gespräch getroffen. Doch für intelligente Leser gibt es eigentlich nichts langweiligeres als Interviews mit Prominenten. Sie haben wenig zu sagen, sind schlecht erzogen, eitel und ungebildet. Van Huisseling, Kolumnist der „Weltwoche“ (Schweiz), hat über Jahre Berühmtheiten, Stars und Sternchen getroffen und aus dieser Not eine Tugend gemacht. Anstatt sich auf das konventionelle Frage-Antwort-Schema zu verlassen, berichtet er einfach über alles, was am Rande geschieht. Wie er Stunden auf Mariah Carrey warten musste, weil sie sich einen Fingernagel abgebrochen hatte. Wie schon nach acht Minuten mit dem Modedesigner Alexander McQueen das Gespräch erstirbt. Wie Verona Pooth auf die Frage, welches Buch sie zuletzt gelesen habe, sagt, sie einiges von Homo Faber gelesen. Er stellt niemanden bloß, sondern überlässt das den Befragten selbst. Die Peinlichkeiten, der Größenwahn, das Getue, sie enthüllen sich von ganz allein.

Wolfgang Farkas, Stefanie Seidl, Heiko Zwirner (Hrsg.)
Nachtleben Berlin 1974 bis heute

304 S., geb., Metrolit 2013 (erscheint Oktober) 34,00 EUR
„Dann sind wir Helden“… Von Bowie bis Berghain: Der Band „Nachtleben Berlin“ illustriert 40 Jahre Berliner Partykultur mit spannenden Geschichten und vielen spektakulären, bisher unveröffentlichten Bildern. Eine Grenzen sprengende Vielfalt gesellschaftlichen Lebens von West nach Ost, von Subkultur bis Glamour, von Punk über Techno bis zur Gegenwart.

Oscar Coop-Phane: Bonjour Berlin
256 S., geb., Metrolit 2013 (erscheint August) 17,99 EUR
Coop-Phane beschreibt in seinem Roman die Erlebnisse dreier junger Männer Anfang 20, die sich in Berlin treffen und tief in die Stadt eintauchen. „Bonjour Berlin“ ist ein Generationsroman, ein Paris- und Berlin-Roman, ein Techno- und Drogenroman und ein fein gesponnener psychologischer Roman zwischen Weltschmerz-Tristesse und ekstatischer Enthemmtheit.

Zmicier Vishniou: Das Brennesselhaus
300 S., geb., Luxbooks 2013 (erscheint Herbst) 22,80 EUR
Safa Burschtyn, der seit seiner Geburt auf dem elterlichen Sofa die Welt „kopfüber entdeckte und deshalb Schriftsteller wurde“, verdient sich seinen Lebensunterhalt mit dem Malen pseudostalinistischer Ölgemälde. Er lebt in Minsk, bis Seltsames geschieht: Ein Handwerker gräbt einen Tunnel durch seine Wohnung, seine Freundin Natascha entführt ihn in die mythischen Sümpfe der weißrussischen Sprache, die Kaktusmafia lässt den Gemüsegarten der Großeltern zuwuchern, ein gelber Gartenzwerg überwacht Safa gleich einem Angehörigen des Geheimdienstes – ob real oder virtuell, jede dieser Gestalten unternimmt den Versuch, Safa davon abzuhalten, seinen Roman zu schreiben. Safa landet schließlich im Künstlerhaus „Tacheles“ in Berlin inmitten von Freaks, Performern, Kunsthändlern, Literaturagenten und schrägen Typen. Geheime Drahtzieherin und literarische Metaebene des Romans ist eine schräge weißrussische Großmutter, die in wandelbarer Gestalt als Literaturkritikerin oder Lebensberaterin mit moralischen Ansprüchen das Geschehene kommentiert und vorantreibt. Eine surreale, hochkomische und überaus unterhaltsame Tour de Force durch die weißrussische Seele, eine wundersame Reise für Safa, ein großer Roman! Ein Must-Have für alle Fans der slawischen Literatur vom wichtigsten Erzähler des modernen Weißrusslands.

DJ Stalingrad: Exodus
128 S., Pb., Matthes & Seitz Berlin 2013 14,90 EUR
Im Rausch der Gefahr – Ein Roman aus dem Untergrund. „Exodus“ ist der authentische Entwicklungsroman eines Aussteigers am Rand der Gesellschaft. Allgegenwärtiges Elend, absolute Perspektivlosigkeit und Wut prägen von Kindheit an die Umgebung des Erzählers. Er antwortet darauf mit roher Gewalt: Keine Schlägerei, kein Straßenkampf ist ihm zu blutig oder zu sinnlos, er hängt weder am Leben noch glaubt er an irgendwelche Werte. Doch mit diesem drastischen, ungeheuer intensiven Buch, das zunächst in Samsidat erschien, findet er eine Sprache für den Krieg an der Peripherie der Großstädte. Schreibend macht sich Piotr Silaev, alias DJ Stalingrad, Angehöriger der roten Skinheadsezne, Anarchist und Antifaschist mit philologischer Hochschulbildung, auf die Suche nach einer höheren Wahrheit, die uns alle angeht. DJ Stalingrad (Piotr Silaev) wurde 1985 in Moskau geboren. Er war an etlichen militanten antifaschistischen Aktionen in Moskau beteiligt. Ende 2008 reiste er unter Verhaftungsandrohung nach Griechenland, wo er unter Pseudonym „Exodus“ schrieb. Im Sommer 2010 war er erneut gezwungen, Russland zu verlassen, da er im Zusammenhang mit der Organisation von Aktionen in Chimki auf der landesweiten Fahndungsliste landete. Gegenwärtig lebt er in Spanien, Auslieferungsanträge wurden bislang abgelehnt.

Sabahattin Ali: Die Madonna im Pelzmantel
260 S., geb., Dörlemann 2013 (erscheint August) 18,90 EUR
In Ankara kennt man Raif Efendi als duldsamen Mann, der weder die Eskapaden seiner Töchter noch die Verleumdungen am Arbeitsplatz meistert. Kaum jemand ahnt, wer sich hinter der Maske stummen Gleichmuts verbirgt. Ein eng beschriebenes Schulheft lüftet endlich sein Geheimnis. Die Aufzeichnungen führen in das Berlin der zwanziger Jahre. Arbeiter und Bohemiens heben in miefigen Absteigen die Gläser auf eine ungewisse Zukunft, und eine geheimnisvolle junge Malerin – die „Madonna im Pelzmantel“ – kreuzt wie zufällig Raifs Wege. Als er sie eines Abends in einem Nachtlokal wieder trifft, weiß er, dass ihrer beider Schicksal untrennbar verwoben ist. Eine hinreißend deutsch-türkische Liebesgeschichte und eine Ode an das Berlin der wilden Zwanziger. Sabahattin Ali wurde 1907 in Gümülcine geboren. Nach seinem Studium in Berlin und Potsdam lehrte er in der Türkei Deutsch. Ali musste zeitlebens gegen die staatliche Zensur kämpfen, 1932 wurde er wegen eines Satire-Gedichts über Atatürk für ein Jahr inhaftiert. 1944 gab er in Istanbul das Satire-Blatt „Markopasa“ heraus. Am 2.April 1948 wurde Ali auf der Flucht ins Exil an der bulgarischen Grenze ermordet. Bis heute ist ungeklärt, ob er einem Raubmord oder einem politischen Anschlag zum Opfer fiel.

Raja Alem: Das Halsband der Tauben
600 S., geb., Unionsverlag 2013 26,95 EUR
In einer Gasse in Mekkas Altstadt wird eine unbekannte Tote gefunden, nackt, mit entstelltem Gesicht. Die Bewohner sind in Aufruhr, und allmählich kommen verborgene Geheimnisse an den Tag: verbotene Liebesbeziehungen, Familientragödien, aber auch zwielichtige Geschäfte inmitten dieser aufgewühlten Stadt, in der religiöse Tradition und brutale Spekulation aufeinanderprallen. Inspektor Nasser wird mit der Untersuchung beauftragt. Er taucht ein die Lebensgeschichten von zwei vermissten Frauen, die an den Hindernissen ihrer Umgebung zerbrochen sind. Bald stößt er auf bedrohliche Mächte: Korruption und Immobilienprojekte bedrohen die alte, ehrwürdige, heilige Stadt Mekka. Raja Alems Mekka ist Ort der Gegensätze: aufrichtig und bestechlich, reich und arm, sündig und rein. Geschichte, Gegenwart und Fantasie vereinigen sich zum Lebensbild einer Stadt, die so in der Literatur noch nie beschrieben wurde.

Carl Nixon: Settlers Creek
320 S., geb., Weidle Verlag 2013 (erscheint Herbst) 23,00 EUR
Box Saxton ist ein erfolgreicher Bauunternehmer und Immobilienmakler in Christchurch, bis die Finanzkrise ihm den Boden unter den Füßen wegreißt. Er muss sein Haus mit Meerblick verlassen und sich in einer nicht gerade erstklassigen Gegend einmieten. Die teure Privatschule für seine beiden Kinder lässt sich nicht länger finanzieren. Sein 19jähriger Sohn Mark wird mit diesen Veränderungen nicht fertig und nimmt sich das Leben. Box, der nun als einfacher Bauarbeiter weit entfernt arbeitet, fliegt sofort nach Hause, um bei seiner Frau Liz und Tochter Heather zu sein und die Beisetzung im Familiengrab vorzubereiten. Doch da taucht Marks leiblicher Vater auf, Tipene, ein Maori, der die Mutter des Jungen bald nach der Geburt verlassen hat. Mark hatte nie eine Verbindung zu ihm. Nach dem Gesetz der Maori muss ein Familienmitglied in der Grabstelle der Ahnen beigesetzt werden, und dieser Tradition will Tipene folgen. Box und seine Frau weigern sich, den Leichnam des Jungen herauszugeben, deshalb stiehlt Tipene ihn, wobei er das neuseeländische Recht auf seiner Seite hat. Box verfolgt ihn in seinem alten Pickup, um die Leiche seines Sohnes zurückzubekommen. Carl Nixon beschreibt in seinem spannenden Roman sehr genau die Auswirkungen der Finanzkrise, ebenso den unlösbaren Konflikt zwischen zwei verschiedenen Formen der spirituellen Bindung an das eigene Land.

June Jordan: Abschiedskuss für Gott. Gedichte
180 S., Pb., Weidle Verlag 2013 (erscheint Herbst) 19,00 EUR
engl./ deutsch. „Poetry for the poeple“ – so hieß das Projekt, das June Jordan 1991 (als Professorin) in Berkeley ins Leben rief und das bis heute besteht. Poetry for the people bedeutete für sie eine Lyrik, die fern aller Selbstbezüglichkeit, im Leser Aufmerksamkeit und Anteilnahme weckt. June Jordan, das Kind jamaikanischer Einwanderer, das bereits mit sieben Jahren zu schreiben begann, war ganz aus ihrer Poesie heraus Hochschullehrerin und politische Aktivistin, Afro-Amerikanerin und Feministin. Das „damn black devil child“, wie der strenge Vater sie nannte, ging mit unbeirrbaren Mut durch alle Bereiche des amerikanischen Lebens. Sie hat mit ihren Versen der Theorie der Gender Studies eine Melodie gegeben und mit ihrem Vertrauen auf die universell emanzipatorische Kraft von Lyrik die Nachfolge Walt Whitmans angetreten. June Jordan (1936 – 2002) ist in den USA eine der anerkanntesten Autorinnen ihrer Generation. Vom Jahr 1969 bis zu ihrem Tod publizierte sie 28 Bücher, darunter Lyrik, Essays und Werke für Kinder. „Abschiedskuss für Gott“ aus dem Jahr 1997 zeichnet sich durch seine Vielfalt aus: sehr lange und sehr kurze Stücke, traditionelle und experimentelle Texte; philosophische Gedichte und religionskritische Lyrik, Liebesgedichte und politische Texte, die explizit die US-Außenpolitik und die Gewalt als Machtmittel der „westlichen“ kritisieren. Gemeinsam ist allen die Stimme des Selbstbewusstseins, eines grundsätzlichen intellektuellen, politischen und auch lyrischen Widerstands gegen jede Form von Unterdrückung.

Patrick Hamilton: Hangover Square
Eine Geschichte aus dem finsteren Earl`s Court

380 S., geb., Dörlemann 2013 (erscheint August) 19,90 EUR
London 1939 – in der unerbittlichen Welt der Pubs in Earl`s Court gibt sich George Harvey Bone einer hilflosen Vernarrtheit hin: Netta ist kühl, voller Verachtung und – hoffnungslos begehrenswert. George treibt in einer Hölle der Trunkenheit. In seinen „toten“ Momenten jedoch, wenn etwas in seinem Kopf „klick“ macht, erkennt er ohne den geringsten Zweifel, dass er Netta töten muss…. Patrick Hamilton, 1904 in Sussex geboren, war einer der talentiertesten Schriftsteller seiner Generation. Berühmt wurde er bei uns vor allem mit seinen Theaterstücken „Gaslicht“ (Gaslight) und „Cocktail für eine Leiche“ (Rope), die beide verfilmt wurden, letzteres 1948 von Alfred Hitchcock mit James Stewart in der Hauptrolle. „Hangover Square“, 1941 in London erschienen, ist in England Kult. Der Roman ist ständig lieferbar. Liebhaber jedoch bezahlen für die Erstausgabe von 1941 exorbitante Preise. In seinen letzten Lebensjahren brauchte Patrick Hamilton „den Whisky wie ein Auto das Benzin“. Er starb 1962.

Javier Marquez Sanchez: Mörderisch wie ein Solo von Charlie Parker
340 S., geb., Metrolit 2013 (erscheint September) 22,99 EUR
Eine Hommage an den Krimi Noir und das Hollywood der 1950er Jahre. Der Roman fiktionalisiert die Skandale zu den Dreharbeiten von „Der Eroberer“, ein Hollywood-Movie aus dem Jahr 1955, in dem John Wayne und andere Hollywood-Größen die Hauptrollen spielen. Sie sind auch handelnde Personen des Romans.

Mitra Devi: Seelensplitter
270 S., TB, Unionsverlag 2013 12,95 EUR
Schreiend und gerötet vor innerer Hitze springt ein Firmenboss von einem Hochhaus in die Tiefe. Die Polizei geht von einem Unfall im Alkoholrausch aus, doch seine Sekretärin glaubt nicht daran. Sie engagiert Privatdetektivin Nora Tabani, die die Todesursache entdeckt: eine Überdosis der Giftpflanze Alraune, die im Mittelalter als Teufelsdroge bekannt war und das Gefühl vermittelt, fliegen zu können. Keiner der Mitarbeitenden trauert dem cholerischen Chef nach. Etliche haben ein Mordmotiv. Das stürzt sich erneut ein Opfer in den Tod. Währenddessen braut eine Frau, die sich für eine Hexe hält, in einem abgelegenen Bauernhaus weitere Gifttränke. Hat einer der Angestellten sie als Auftragskillerin angeheuert? Nora Tabani jagt die Mörderin und stößt dabei auf seelische Abgründe.

Lyonel Trouillot: Straße der verlorenen Schritte
160 S., geb., Liebeskind 2013 16,90 EUR
Eine alte Bordellbesitzerin, die mit ansehen muss, wie Hass und Gewalt das Leben ihrer Mädchen zerstören. Ein Taxifahrer, der zwischen die Fronten gerät und alles verliert, was er besitzt. Und ein Intellektueller, der vergeblich in der Liebe einen Ausweg sucht. Lyonel Troillot lässt drei Menschen von einer Nacht erzählen, als Haiti zur Hölle auf Erden wurde. Port-au-Prince. Das Gerücht verbreitet sich wie Windeseile. „Geht nicht nach draußen“, heißt es, „heute Nacht passiert etwas“. Langsam wird es dunkel, der Strom fällt aus. An Stromstörungen hat man sich längst gewöhnt – ebenso daran, Wut und Hunger hinunterzuschlucken. Die Anhänger der Opposition wollen mit Gewalt an die Macht, doch es besteht Gefahr, dass die Miliz des Diktators unter der Bevölkerung ein Blutbad anrichtet. Auf der Suche nach einem letzten Kunden irrt ein Taxifahrer durch die Straßen der Hauptstadt. Zur selben Zeit flüchtet ein junger Mann mit seiner Arbeitskollegin in das Haus eines Freundes, der hoch oben auf einem Hügel über der Stadt wohnt. Es soll ihre erste gemeinsame Nacht werden. Währenddessen steht die Besitzerin des größten Bordells der Stadt am Fenster und betrachtet sorgenvoll die Szenerie. Sie spürt, dass bald schon Blut fließen wird. Lyonel Troullots Debütroman „Straße der verlorenen Schritte“ hat auch heute, fünfzehn Jahre nach seinem Erscheinen in Frankreich, nichts von seiner Kraft eingebüßt. In seiner mitreißenden, poetischen Sprache schildert Lyonel Trouillot die Ereignisse einer einzigen Nacht, in der sich das tragische Schicksal eines ganzen Landes offenbart. Denn wer Hass sät, wird Sturm ernten.

Leonardo Padura: Der Schwanz der Schlange
180 S., TB, Unionsverlag 2013 10,95 EUR
Ein außergewöhnlicher Mordfall führt Mario Conde in die geheimnisvolle Welt von Havannas Barrio Chino. Ein alter Chinese baumelt tot in seinem Kämmerchen, mit zwei in die Haut geritzten Pfeilen und einem abgeschnittenen kleinen Finger. Ein religiöser Ritualmord mit Santeria-Hintergrund? Oder steckt doch eine interne Abrechnung dahinter? Da Teniente Conde seiner attraktiven chinesisch-stämmigen Kollegin, der unwiderstehlichen Patricia Chion, nichts abschlagen kann, kümmert er sich selbst um diesen Fall. In den geheimnisvollen Zirkeln der chinesischen Gemeinde stößt Mario Conde auf mysteriöse Zusammenhänge und obskure Machenschaften und immer wieder auf Geschichten von Entwurzelung und Einsamkeit.

Christopher G. Moore: Nana Plaza
320 S., TB, (Neuausgabe) Unionsverlag 2013 12,95 EUR
In Bangkok sterben zu viele amerikanische Touristen mit der Nadel im Arm: Drogenopfer oder Opfer eines Verbrechens? Ein amerikanischer Anwalt braucht für seine Bangkokvisite einen Bodyguard. Vincent Calvino nimmt den Job für viel Geld an, zusammen mit Jessada Santisak, einem beurlaubten Thai-Polizisten aus Los Angeles. Die beiden finden sich wieder in der Welt des Cybersex-Business.

Raymond Chandler: Der große Schlaf
6 CD, 7 Std., 41 Min., Diogenes 2013 29,90 EUR
Dieser erste von Chandlers berühmten Romanen erschien 1939 und entführt uns in die Welt der Reichen und des Verbrechens von Kalifornien. In L.A. wird die Tochter des steinreichen Generals Sternwood erpresst. Privatdetektiv Philip Marlowe macht sich auf die Spur und Christian Brückner ist der perfekte Interpret für den Detektiv, der durch die Verfilmung von Humphrey Bogart unsterblich wurde.

James Carlos Blake: Das Böse im Blut
448 S., geb., Liebeskind 2013 22,00 EUR
Zwei Brüder, seit der Kindheit vom Schicksal verdammt, machen sich auf, dem Leben die Stirn zu bieten. James Carlos Blakes Western „Das Böse im Blut“ ist bildmächtig, brutal und nachtschwarz. Ein Buch, das dem Leser an die Kehle springt und zudrückt. Im Herbst 1842 bricht das Unglück über die Brüder Edward und John Little herein. In Georgia ersticht der Vater der beiden Jungen einen Mann, der so unvorsichtig war, ihre Mutter zum Tanz aufzufordern. Die Familie flieht vor dem Gesetz in die Sümpfe Floridas, wo es zur Katastrophe kommt. Nach einer Bluttat, die von nun an ihre Träume beherrschen wird, brechen die Brüder nach Westen auf, um dort ihr Glück zu finden. Aber das Grenzland zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko entpuppt sich als Vorhof zur Hölle, wo Mörderbanden und blutrünstige Indianer Angst und Schrecken verbreiten. Getrieben von ihren inneren Dämonen verstricken sich Edward und John Little in ein Leben voll roher Gewalt. Doch dann werden die beiden in den Wirren des Amerikanisch-Mexikanischen Krieges getrennt… und stehen sich plötzlich auf feindlichen Seiten gegenüber. Die Abenteuer von Edward und John Little sind eine grandiose Abrechnung mit dem Mythos des Wilden Westens. James Carlos Blake erweckt eine Epoche zum Leben, ohne sie zu verklären, und führt uns so vor Augen, dass Amerika auf Hass, Gewalt und Habgier gebaut ist. Auf das Böse im Blut.

Mary Elizabeth Braddon: Das Geheimnis der Lady Audley
340 S., TB, Dryas 2013 (erscheint Oktober) 12,95 EUR
Der erste Krimi-Bestseller der Neuzeit – neu übersetzt und überarbeitet. Ein Londoner Anwalt versucht, den Mord an seinem Freund aufzuklären, doch die wunderschöne Lady Audley will dies mit allen Mitteln verhindern. Ihm wird schnell klar, dass Lady Audley ein dunkles Geheimnis hütet. Um den Mörder seines Freundes finden zu können, muss er es lüften. Ein spannendes Katz- und Mausspiel beginnt zwischen dem jungen Mann und der bildschönen Frau. Hochgelobt von den damaligen Kritikern, erlebte „Lady Audleys Secret“ bereits im Jahr seines Erscheines, 1862, einen bis dahin unerreichten Erfolg. Braddons Buch wurde übersetzt, verfilmt und auf die Theaterbühnen der Welt gebracht. Mary Elisabeth Braddon (1837 – 1915) gilt als erste vikorianische Bestsellerautorin. Kritiker wie Charles Dickens oder Thomas Hardy nannten ihre Werke „brillant, geistreich und lebendig“. M. E. Braddon war eine starke Frau, sie ernährte früh ihre ganze Familie, stand eine Scheidung durch, lebte in skandalös wilder Ehe und schrieb über 80 Romane. Darin thematisierte sie auch gesellschaftlich heikle Themen wie Bigamie, Ehebruch, Abtreibung u.a.

Max Brod: Die Frau nach der man sich sehnt
400 S., geb. Wallstein 2013 (erscheint September) 29,90 EUR
Max Brods erfolgreicher Liebesroman aus dem Jahr 1927 – mit Marlene Dietrich verfilmt. Mit seinem Roman um eine „femme fatale“ erzählt Max Brod eine spannende Liebesgeschichte und erweist sich als Meister der Charakterzeichnung. Der rätselhaften Stascha verfallen gleich zwei Männer: Der Held Mayreder flieht mit der launischen Schönheit nach Italien, durch teure Hotels und prächtige Landschaften, verfolgt von seinem Konkurrenten Dr. Karkos. Bis Stascha unerwartet die Seite wechselt, was ihr zum Verhängnis wird. „Die Frau nach der man sich sehnt“ wurde Brods erfolgreichster Liebesroman, schon 1929 kam er als Film in die Kinos: mit Marlene Dietrich als Stascha und Fritz Kortner als Dr. Karkos (im Film Karoff). Es war der letzte Stummfilm der Dietrich und der erste Film, in dem sie die „femme fatale“ verkörperte, als die sie schon bald weltberühmt werden sollte.

Johann Wolfgang von Goethe / Sabine Wilharm: Der Erlkönig
24 S., geb., Kindermann 2013 15,50 EUR
Wer kennt ihn nicht, den wohl bekanntesten Vater-Kind-Ritt der Literatur? Vater und Sohn reiten nachts durch Wind und Weiden, durch Nebelschweife und säuselnde Blätter – immer dicht gefolgt von Familie Erlkönig. Der Vater reitet so schnell er kann um das Kind aus dem nächtlichen Wald zu bringen, doch auch der König der Elfen lässt nicht locker. Er versucht den Jungen mit Versprechungen von Tanz und Gesang, von Blumen und Spielen in sein Waldreich zu locken. Ist der Vater schnell genug oder gewinnt der Erlkönig das Rennen? Oder war vielleicht alles nur ein Traum? Sabine Wilharms ausdrucksstarke und traumschöne Illustrationen beleben Goethes beliebte Ballade neu und schaffen ein weiteres Juwel in der Reihe „Poesie für Kinder“ im Kindermann Verlag. Ab 7 Jahre.

Tschaikowski / Charlotte Gastaut: Schwanensee
44 S., Bilderbuch mit Goldschmuckfarbe, Annette Betz 2012 25,95 EUR
Ein wunderbares Geschenkbuch jenseits des Mainstreams – ein zauberhaftes Märchen illustriert mit kunstvollem Scherenschnitt. Ein junger Prinz träumt von der Liebe. Doch seine Eltern möchten ihn verheirateten und organisieren einen Ball, auf dem der Prinz seine Braut wählen soll. Unglücklich darüber flieht er in den Wald und sieht eine Schar von Schwänen. Als er ihnen bis zum See folgt, entdeckt er ein wunderbares Mädchen in Federn gekleidet. Sie ist eine verwunschene Prinzessin, die von einem Zauberer in einen Schwan verwandelt wurde und nur in der Nacht für kurze Zeit ihre menschliche Gestalt wieder erlangt. Nur die wahre Liebe kann sie von diesem Fluch befreien. Der Prinz gibt ihr das Versprechen, sie auf seinem Ball zur Braut zu nehmen, doch der Zauberer verfolgt andere Pläne… Dieses wunderschöne Scherenschnittbuch entführt den Betrachter in Tschaikowskis „Schwanensee“. In kunstvollen und filigranen Szenen entfaltet sich die Märchenwelt rund um die jungen Liebenden. Außergewöhnlich und zart wie ein Spitzentanz!

J. M. Barrie / J. P, Kerloc`h: Peter Pan & Wendy
48 S., geb. Annette Betz 2013 (für Kinder ab 4 Jahren)
mit Audio-CD , Laufzeit: 46 Min. 24,95 EUR
Der Klassiker für jedes Kinderzimmer mit märchenhaft schönen Illustrationen von Ilya Green und der Begleit-CD mit der gesamten Erzählung und stimmungsvoller Jazzmusik von Charles Mingus. Text gesprochen von Dietmar Wunder, der deutschen Synchronstimme von Daniel Craig und Adam Sandler. Eine zauberhafte Reise nach Nimmerland. Peter Pan möchte niemals erwachsen werden. Auf seiner Insel Nimmerland, einer Traumwelt, ist er der Anführer der verlorenen Jungs. Nimmerland ist zwar ganz wunderbar, doch fehlt es Peter an Geschichten, da es dort keine Erwachsenen gibt, die sie erzählen könnten. Also fliegt er abends nach London, um an den Fenstern der Kinderzimmer den Gutenachtgeschichten zu lauschen. Auf einem dieser Ausflüge lernt er Wendy und ihre Brüder John und Michael kennen. Er nimmt die Kinder mit nach Nimmerland. Hier kämpfen sie gemeinsam gegen den üblen Piraten Käpt`n Hook. Doch trotz aller Abenteuer bekommen die Kinder Heimweh. Vielleicht ist Erwachsenwerden doch nicht so schlimm?

Sergej Prokofjew: Peter und der Wolf
36 S., geb. Annette Betz 2013 (für Kinder ab 4 Jahren)
mit Audio-CD, Laufzeit 46 Min. 24,95 EUR
Ein Standartwerk der Musikgeschichte für Kinder und Erwachsene, stimmungsvoll illustriert von Eric Battut. Jede Figur ist einem Instrument zugeordnet und hat ein eigenes musikalisches Thema. Früh am Morgen öffnet Peter die Gartenpforte und geht auf die große Wiese. Dort beobachtet er den kleinen Vogel und die Ente und kann die beiden vor der heranschleichenden Katze warnen. Sein Großvater kommt aus dem Haus und schimpft, weil Peter die Gartenpforte offen gelassen hat. „Das ist gefährlich. Wenn nun der Wolf aus dem Wald kommt, was dann?“ Er nimmt Peter mit zurück in den Garten und macht die Gartenpforte fest zu. Da kommt der Wolf. Doch Peter hat keine Angst, er klettert mit einem starken Seil auf den Baum und fängt mit Hilfe des kleinen Vogels tatsächlich den Wolf.

Carey F. Armstrong-Ellis: Zehn Gruselmonster
32 S., geb., Annette Betz 2013 (für Kinder ab 4 Jahren) 12,95 EUR
Lustig-schräge Gute-Nacht-Geschichte für das ganze Jahr. Zehn schaurig-schöne Gruselgestalten streifen durch dieses humorvolle Bilderbuch: Vom Werwolf über den Vampir und die Hexe bis hinauf zur leibhaftigen Mumie und einem wahren Gespenst. Doch leider geht auf jeder Seite einer der gespenstischen Gesellen verloren. Einer verhext sich, einer verträgt den Sonnenaufgang nicht und ein anderer findet seine große Liebe… bis am Ende nur noch einer übrig ist. Oder gar keiner? Alles bloß ein Traum? Ein witzig-schräger Gruselbuch mit detailreichen Illustrationen und sympathischen Charakteren, die man sofort ins Herz schließen muss. Für Kleine gibt es ganz viel zu lachen und zu entdecken – und auch die großen Vorleser werden schmunzeln.

James Joyce: Ulysses
31 CD, 38 Std., 9 Min., Der Hörverlag 2013 99,99 EUR
Nach dem Hörspiel erschien nun auch die komplette Lesung im gleichen Verlag: In 18 Kapiteln folgen wir erneut dem Anzeigenakquisiteur Leopold Bloom durch Dublin. Der wechselnde Duktus des Autors wird von der Sprecherriege aufgenommen. Dank der Regie von Frank Schäfer fügt sich der polyphone und multithematische Text zu einem großen und faszinierenden Ganzen, das einen starken Sog entwickelt. Auf Platz 1 der hr2-Hörbuch-Bestenliste.

Oscar Wilde: Das Bildnis des Dorian Gray
256 S., geb., Marix Verlag 2013 5,00 EUR
Lord Henry Wotton, ein kluger und zynischer Dandy, verführt den jungen und makellos schönen Dorian Gray zur Selbstentfaltung ohne Furcht vor moralischen Zwängen, zum rücksichtslosen Genuss ohne Reue und weckt damit in ihm das Verlangen, ewig jung und schön zu bleiben. Der Wunsch wird ihm gewährt und so schreiben sich in das Portrait, das statt seiner altert, die Spuren seiner Sünden und Vergehen ein.

E.T.A. Hoffmann: Nachtstücke
224 S., geb., Marix Verlag 2013 5,00 EUR
Lange vor der Psychoanalyse erforschten die Dichter der Romantik die Abgründe der Seele. In seinen Nachtstücken kreiert Hoffmann eine Welt voll Doppelgänger, beseelter Automaten, dämonischer Alchemisten und Wahnsinniger. Als Meister des subtilen Horrors und der unheimlichen Atmosphäre, erforscht er die rätselhaften, düsteren und unbewussten Aspekte des Lebens.

Ambrose Bierce: Aus dem Wörterbuch des Teufels
Marix Verlag 5,00 EUR

Christian Morgenstern: Alle Galgenlieder
Marix Verlag 5,00 EUR

John Milton: Das verlorene Paradies
480 S., Marix Verlag 15,00 EUR

Edgar Allen Poe: Unheimliche Geschichten
256 S., Marix Verlag 5,00 EUR

Mary Miller: Süßer König Jesus
288 S., geb., Metrolit 2013 (erscheint September) 19,99 EUR
Zwei Lolitas auf dem Rücksitz, die eine voller sexueller Neugier, die andere heimlich schwanger. Am Steuer: die religiös-fundamentalistischen Eltern auf ihrem Weg nach Kalifornien – dem Weltuntergang entgegen. Ein Buch von literarischer Wucht mit einem Plot, den sich die Coen-Brüder nicht besser hätten ausdenken können.

Gail Parent: Sheila Levine ist tot und lebt in New York
304 S., Pb., Metrolit 2013 (erscheint September) 16,99 EUR
Kein Sex in the City – Mit Sheila Levine schuf die amerikanische Humor-Ikone Gail Parent das Vorbild für Bridget Jones und Carrie Bradshaw. Nur dass das Original noch wesentlich witziger ist. Mit diesem Roman wurde 1972 ein Genre begründet. Die Nachfolgerinnen haben mit „Schokolade zum Frühstück“ und „Sex in the City“ Millionenseller geschaffen. Nachdem Gail Parents ebenso liebenswürdige wie schlagfertige Heldin Sheila Levine daraufhin international wiederentdeckt wurde, betritt sie nun endlich auch die deutsche Bühne.

Gay Talese: Du sollst begehren
Auf den Spuren der sexuellen Revolution

536 S., geb., Rogner & Bernhard 2012 24,90 EUR
Gay Talese, geboren 1932 in Ocean City, arbeitete nach seinem Journalismusstudium zunächst für die New York Times. Um mehr Zeit und Platz für seine Geschichten zu haben, verließ er die Zeitung und begann in den sechziger Jahren u.a. für „Esquire“ zu schreiben. Er gehört neben Tom Wolfe, Hunter S. Thompson und Truman Capote zu den wichtigsten Vertretern des New Journalism. Gay Talese lebt und arbeitet in New York. Neun Jahre, von 1971 bis 1980, recherchierte er für dieses Buch und setzte dafür sogar seine Ehe aufs Spiel. Er begleitete Hugh Hefner, den legendären Gründer des Playboy, sprach mit Dr. Alex Comfort, dem Autor des Bestsellers „The Joy of Sex“, er leitete einen Massagesalon und lebte über Monate in einem Nudistencamp, in dem die freie Liebe propagiert und gelebt wurde. Mehrere Paare gewährten ihm über den gesamten Zeitraum Einblick in den Zustand ihres Ehelebens, ihre Affären, ihr Sexualleben, ihre Haltung zu Treue und Untreue. Talese war auf der Suche nach den Menschen und den Gründen, die seit Beginn der sechziger Jahre eine kulturelle Umwälzung in den USA ausgelöst hatten, wie es zuvor keine gab: die sexuelle Revolution. „Du sollst begehren“ ist nicht nur ein Glanzstück literarischen Journalismus, sondern ein Buch, das bis heute nichts von seiner Aktualität verloren hat. Denn die Sehnsüchte der sexuellen Revolution schlummern in uns allen.

Thomas Bauer, Berthold Höcker, Walter Homolka, Klaus Mertes:
Religion und Homosexualität – Aktuelle Positionen

64 S., Pb., Wallstein 2013 (erscheint Oktober) 9,90 EUR
Wie stehen die monotheistischen Weltreligionen zu Homosexualität? Vier Perspektiven auf gleichgeschlechtliche Liebe in Katholizismus, Protestantismus, Judentum und Islam. In den monotheistischen Hauptreligionen der Welt ist die sexuelle Lust am eigenen Geschlecht mindestens umstritten, meistens wird sie abgelehnt und unter Strafe gestellt. Bis auf ausdrücklich liberale Lesarten wird dabei Sexualität immer auf einen einzigen Aspekt beschränkt: die Fortpflanzung. In den verschiedenen Theologien, den Auslegungen der jeweils Heiligen Schriften, gibt es jedoch Deutungsmaterial, das die Liebe zwischen Menschen gleichen Geschlechts aufgreift und von ihr erzählt – aber in den volksfrommen Lebensweisen bleibt man konservativen, traditionellen Verständnissen verhaftet: Homosexuelles gilt wahlweise als Sünde, Krankheit, gar Perversion. Wer schwul oder lesbisch lebt, hat es schwer, gleichwertiger Teil eines dieser Glaubenssysteme zu sein. Allein liberale Gruppen von Judentum und Protestantismus integrieren nichtheterosexuelle Beziehungen aktiv in ihr Gemeindeleben. Wenigstens in den europäischen, nordamerikanischen oder ozeanisch-industriellen Ländern werden mehr und mehr theologische Leseweisen kultiviert, die die strikt heteronormative Interpretation unterlaufen, und sie damit historisierend revidieren. Der Band versammelt vier Lesarten religiöser Schriften und Überlieferungen, die den aktuellen Diskurs der Debatten um Homosexualität und Religion widerspiegeln.

Jeffrey Weeks: Sexuelle Gleichberechtigung
Gender, Sexualität und homosexuelle Emanzipation in Europa

48 S., Pb., Wallstein 2013 (erscheint Dezember) 9,90 EUR
Über den Wandel sexueller Gleichberechtigung seit dem frühen 20.Jahrhundert. Magnus Hirschfeld setzte im Kampf für die Gleichberechtigung von Homosexuellen seine Hoffnungen auf die Wissenschaft, was sich in biologistischen Argumentationsmustern widerspiegelt: Körperliche und genetische Ursachen der Homosexualität bildeten die Grundlage der Diskussionen, die nicht nur in den Sexualwissenschaften noch lange Zeit einflussreich bleiben sollten. Erst in den 1970er Jahren wurden diese Muster von neuen, radikaleren Bewegungen durchbrochen und grundlegend infrage gestellt. Ein historisch wie soziologisch geprägter Ansatz wurde etabliert, der ein stärkeres Gewicht auf die Zusammenhänge von Gleichberechtigung und Menschenrechten legt. Aktuelle Debatten über gleichgeschlechtliche Partnerschaften und die „Homo-Ehe“ lassen sich genau auf diesen Wechsel zurückführen. Jeffrey Weeks widmet sich den weitgefächerten Zusammenhängen und Begleitumständen dieses Wechsels in den Argumentationsmusters für sexuelle Gleichberechtigung und wagt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.

Eva Lezzi: „Liebe ist meine Religion!“
Eros und Ehe zwischen Juden und Christen in der Literatur des 19.Jahrhundert

448 S., geb., Wallstein 2013 (erscheint Oktober) 29,90 EUR
Liebesbeziehungen zwischen Juden und Christen. Eine umfassende kultur- und literaturwissenschaftliche Analyse. Eheliche Verbindungen, Liebesbeziehungen und erotische Verhältnisse zwischen Juden und Christen finden sich in der deutschsprachigen Literatur des 19.Jahrhunderts in ganz unterschiedlichen Formen: Von der Faszination und erotischen Verführungskraft des exotischen Fremden bis hin zur verzweifelten, in den Selbstmord treibenden vergeblichen Liebe, von der kalkulierten Vernunftehe aus ökonomischen Gründen bis hin zum radikalen Bruch mit dem Herkunftsmilieu durch Flucht des Liebespaars. Auf der Grundlage von 80 Prosatexten und außerliterarischen Diskursen analysiert Eva Lezzi die im 19.Jahrhundert vorherrschenden Konzepte von Liebe und Ehe, Geschlecht und Religion, aber auch Fremden und Eigenem. Dabei berücksichtigt sie nicht nur hochkanonische Texte (Goethe, Raabe, Fontane) und weitverbreitete Unterhaltungsliteratur von jüdischen wie nichtjüdischen Autorinnen und Autoren, sondern entdeckt auch kaum bekannte Publikationen. Besondere Aufmerksamkeit widmet sie den historischen Kontroversen um die Emanzipation des Individuums, der Juden und der Frau. Dabei setzt sich die Autorin mit Focault und Luhmann auseinander und verbindet eine grundlegende Diskursanalyse mit sorgfältigem „close reading“.

Eva Illouz: Die neue Liebesordnung
Frauen, Männer und „Shades of Grey“

88 S., edition suhrkamp digital, 2013 7,99 EUR
E.L. James`BDSM-Trilogie „Shades of Grey“ war weltweit ein gigantischer Erfolg, insbesondere bei Frauen. Aber warum? Wegen des vermeintlich pornografischen Inhalts? Weil eine ausgeklügelte Marketingidee dahintersteckte? Eva Illouz liest die Trilogie vor dem Hintergrund der These, dass manche Bücher deshalb zu Bestsellern werden, weil sie ein tatsächlich bestehendes und weitverbreitetes sozio-kulturelles Problem zugleich darstellen und lösen. „Shades of Grey“ ist ihr zufolge weder ein „Mamiporno“ noch ein antifeministisches Machwerk, sondern funktioniert wie ein gut gemachter Ratgeber, der zeigt, wie sich die Aporien zeitgenössischer heterosexueller Liebesbeziehungen praktisch überwinden lassen. Die „Shades of Grey“-Trilogie bringt die Aporien heterosexueller Beziehungen verschlüsselt zum Ausdruck, bietet eine Phantasie, wie man diese Ausweglosigkeit überwinden kann, und funktioniert letztlich als ein sexueller Selbsthilfeleitfaden. Eva Illouz ist Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jersusalem.

Käthe Kratz / Lisbeth N. Trallori (Hg.)
Liebe, Macht und Abenteuer
Zur Geschichte der Neuen Frauenbewegung in Wien

300 S., Pb., Fotos, Promedia 2013 19,90 EUR
Die Neue Frauenbewegung war eine prägende politische Kraft der 1970er Jahre, die „Aktion Unabhängiger Frauen“ (AUF) die wichtigste autonome Frauenorganisation dieser Zeit. 30 Repräsentantinnen der AUF beschreiben ihren feministischen Werdegang, die gesellschaftlichen Lebensbedingungen und politischen Vorstellungen jener Jahre… und vor allem: wie der gemeinsame Kampf ihr Weltbild ebenso wie ihr Selbstbild verändert hat. Sie erzählen von ihrer Kindheit in den 1950er- und frühen 1960er Jahren, von verbotener Sexualität, Missbrauch, Traumfluchten, Einsamkeit. Und sie beschreiben die Euphorie des Erwachens. Inzwischen sind mehr als 40 Jahre vergangen. Die Strukturen des patriarchal-kapitalistischen Systems haben sich als äußerst resistent erwiesen. Aber ungeachtet aller Rückschläge ist das Leben für Frauen offener, reicher, bunter geworden. Nur: was bedeutet das, wenn es keinen Vergleich, kein Wissen über das Davor gibt? Viele Möglichkeiten, die Frauen und Mädchen offen stehen, werden mittlerweile als selbstverständlich erachtet. Die Thematisierung der Frauen- und Geschlechterfrage scheint nicht mehr zentral. Und doch muss sich jede Generation aufs Neue damit auseinandersetzen. Die Akteurinnen kamen aus unterschiedlichen sozialen und politischen Milieus. Auch in ihren Vorstellungen über eine frauenfreundliche Welt unterschieden sie sich. Was sie verband, war die Überzeugung von der Notwendigkeit eines gemeinsamen Akts der Selbstbefreiung. Die gesellschaftspolitische Transformation, die die Neue Frauenbewegung in Gang gebracht hat, findet bis heute in Form von Gesetzen, Lebensformen, Berufsbildern und generell in einem veränderten Frauenbild ihren Niederschlag. Die veröffentlichte, mediale Wahrnehmung ist freilich eine andere: Der Neoliberalismus hat sich das emanzipative Konzept der Selbstbestimmung angeeignet, es pervertiert und in Egomanie verwandelt. Das feministische Weltbild sieht sich einer Diffamierungskampagne ausgesetzt. Damit wurden die Frauen eines Teils ihrer Geschichte beraubt. Es gilt, ihnen diese Geschichte aus authentischen Quellen wieder zurückzugeben. „Liebe, Macht und Abenteuer“ versteht sich als kollektives Gedächtnis der Neuen Frauenbewegung.

Wir Frauen 2014. Taschenkalender
256 S., Abb., Papyrossa 2013 (erscheint August)
9,95 EUR
Der Kalender erzählt von klugen und mutigen Frauen, die aus der Reihe tanzen, seien es die Revolutionärinnen des Arabischen Frühlings, die Demonstrantinnen bei den Slut-Walks oder alle, die aufstehen gegen Spardiktate und Bankenfütterung in Italien, Portugal, Griechenland und andernorts. Zu Wort kommen auch Rebellinnen der Vergangenheit aus Politik, Wissenschaft, Kunst und Kultur. Angesichts der aktuellen Auseinandersetzungen um das Recht auf Stadt und öffentlichen Raum ist ein Kleines Lexikon den Architektinnen und Städtebauerinnen gewidmet, angefangen mit Christine de Pisan, die ihre „Stadt der Frauen“ vor über 600 Jahren konzipierte. Und wie immer: Sprüche und Karikaturen, Fotografien und Zeichnungen, Prosa und Gedichte machen den Kalender zu einem spannenden Lesebuch und bieten reichhaltigen Stoff zum Schmökern. Ein übersichtliches Kalendarium und noch mehr Platz für eigene Eintragungen erhöhen zudem den praktischen Nutzwert.

Maria Koch: Frauen erleben Stadt
Die Konstruktion der Geschlechterverhältnisse im öffentlichen Raum

80 S., Pb., Jonas Verlag 2013 18,00 EUR
Das Verhalten von Frauen und ihre Raumerfahrungen im öffentlichen Stadtraum zählen zu den Untersuchungsfeldern der Europäischen Ethnologie / Kulturanthropologie. Die vorliegende Arbeit thematisiert vor dem Hintergrund einer qualitativen Studie (Un)Sicherheiten und Empfindungen von Frauen im Stadtraum Graz. Die geschilderten Emotionen und Strategien der Frauen erweisen sich dabei als gesellschaftliche Konstruktionen, durch die bestehenden Geschlechternormen gefestigt und immer wieder neu hergestellt werden. Es wird gezeigt, dass die Bezugssysteme „Geschlecht“ und „Stadt“ einerseits durch Diskurse, andererseits durch Handeln reproduziert werden.

Ingolfur Blühdorn: Simulative Demokratie
Neue Politik nach der postdemokratischen Wende

304 S., Edition Suhrkamp 2013 20,00 EUR
Sind Proteste wie die der sogenannten „Wutbürger“ oder internationalen Bewegungen wie Occupy Wall Street ein weiterer Beleg für die Krise der Demokratie? Oder doch eher für ihre Lebendigkeit? Ist „Krise“ überhaupt das richtige Wort? Immerhin bezeichnet der Begriff einen vorübergehenden Zustand, aber über Politikverdrossenheit oder gar „Postdemokratie“ wird nun schon seit Jahren diskutiert. Ingolfur Blühdorn schlägt eine andere Lesart vor: Wir erleben, so seine These, einen schleichenden Formwandel des Politischen, den Übergang zur „simulativen Demokratie“, in der demokratische Werte, demokratische Verfahren, ja sogar die Idee des demokratischen Souveräns selbst sich gewissermaßen überlebt haben, gleichzeitig aber mehr öffentliche Zustimmung finden denn je – und deshalb als Simulation sorgfältig kultiviert werden. „Simulative Demokratie“ ist ein gesamtpolitisches Projekt. Sie macht Werte erlebbar, die seit der postdemokratischen Wende gewissermaßen überholt sind, die sich gleichzeitig aber auch radikalisiert haben. Sie leistet breite Inklusion in eine Politik der Exklusion und verleiht damit der von vielen bereits totgesagten Demokratie ein hohes Maß an Zukunftsfähigkeit. Blühdorn lehrt politische Soziologie und Politikwissenschaft an der Universität Bath (GB). Er befasst sich seit Jahren mit dem politischen Erbe der sozialen Bewegungen der siebziger und achtziger Jahre.

David Harvey: Rebellische Städte
283 S., edition Suhrkamp 2013 18,00 EUR
Dass Städte politische Räume sind, verrät bereits die Herkunft des Wortes Politik vom griechischen „polis“. In Städten wird regiert und demonstriert, zuletzt Kairo oder New York. In Städte wird aber auch investiert, Geld verwandelt sich in Häuser, in Wolkenkratzer und Vorortsiedlungen. Und schließlich ist Stadtplanung spätestens seit dem Umbau von Paris durch Geroges-Eugène Haussmann immer zugleich ein Instrument der politischen Kontrolle. All diese Themen geht David Harvey in „Rebellische Städte“ nach. Er befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen Hochhausboom und Wirtschaftskrise, mit dem rasanten Wachstum chinesischer Städte und erkundet das emanzipatorische Potential urbaner Protestbewegungen wie „Occupy Wall Street“ und „Recht auf Stadt“. Die Freiheit, uns selbst und unsere Städte zu erschaffen und immer wieder neu zu erschaffen, ist eines der kostbarsten und dennoch am meisten vernachlässigten unserer Menschenrechte. David Harvey, geb. 1935, ist einer der einflussreichsten Sozialwissenschaftler der Gegenwart. Der überzeugte Marxist lehrte unter anderem in Oxford, an der Johns Hopkins University in Baltimoore und an der London School of Economics. Er gilt als meistzitierter Geograf der Welt.

Thomas Wagner: Die Mitmachfalle
Bürgerbeteiligung als Herrschaftsinstrument

140 S., Papyrossa 2013 (erscheint August) 11,90 EUR
Lange Zeit erschallte der Ruf nach mehr Bürgerbeteiligung vor allem aus alternativen Milieus. Mittlerweile versprechen sich davon maßgebliche Kreise aus Politik und Wirtschaft, der schwindenden Zustimmung zu neoliberalem „Reform“-Projekten und Bauvorhaben wie „Stuttgart 21“ entgegenzuwirken. Doch hinter der Beteiligungsfassade scheinen anti-demokratische Tendenzen einer Mitmach-Republik auf: Die realen Einflussmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger sowie von Parteien und Gewerkschaften werden effektiv beschnitten – ganz im Sinne der von Merkel propagierten „marktkonformen Demokratie“. Zum ersten Mal werden die wichtigsten Bereiche der Mitmachfalle in Buchform gebündelt: Simulierte Partizipationskunst, Digitale Bohème, Bürgerplattformen, Community Organizing, Bürgerhaushalte, „strategische“ Dialoge, Mediationsverfahren sowie die Rolle von Konzernstiftungen, Parteien und ideologischen Vordenkern. Denn wirkliche demokratische Gegenstrategien zu entwickeln, setzt voraus, nicht in die Mitmachfalle zu tappen.

Isabella Radbuber: Der plurinationale Staat in Bolivien
Die Rolle der Ressourcen- und Budgetpolitik

300 S., Westfälisches Dampfboot 2013 (erscheint September) 29,90 EUR
Seit Jahren zieht Lateinamerika internationale Aufmerksamkeit auf sich, und zwar nicht nur als Drehpunkt von Widerstandsbewegungen, sondern auch als „Zukunftswerkstatt“ bei der Suche nach alternativen Lebens- und Organisationsformen. In Bolivien z.B. erreichte die historisch diskriminierte indigen-bäuerliche Bevölkerung mit ihrer Forderung nach einem neuen dekolonialen Entwicklungs- und plurinationalem Staatsmodell, das eine gleichwertige Koexistenz der unterschiedlichen kulturellen Gruppen anstrebt, eine Veränderung in den politischen Kräfteverhältnissen zu ihren Gunsten, die sich in dem partizipativ erarbeiteten Verfassungstext von 2009 niederschlug. In ihrem Buch untersucht Isabella Radbuber in wirtschaftspolitischer Hinsicht, inwiefern das vorgesehene plurale Wirtschaftsmodell bisher umgesetzt werden konnte. Sie erforscht die neue materielle Grundlage des Staates anhand der Staatsfinanzen sowie der Rolle der natürlichen Ressourcen – besonders des aktuell vorherrschenden Erdgassektors – und zeigt Erfolge sowie Spannungsfelder auf: darunter jens zwischen der extraktivistitischen Wirtschaftstendenz und dem plurinationalen Staatsprojekt, das derzeit neue indigene Widerstandsbewegungen auslöst.

Herta Müller: Immer derselbe Schnee und immer derselbe Onkel
4 CD, 3 Std. 40 Min., Hörbuch Hamburg 2013 19,99 EUR
Was es heißt, unter den Bedrohungen der Ceausescu-Dikatatur und ihrer entsetzlichen, bis heute nachwirkenden „Securitate“ zu leben und zu schreiben, das vermittelt Herta Müller in ihrer (hier selbst gesprochenen) Reden und Aufsätzen. Sie reichen von der Klagenfurter Rede zur Literatur aus dem Jahr 2004 bis zur Stockholmer Vorlesung anlässlich des Literatur-Nobelpreises im Jahr 2009. Auf Platz 2 der hr2-Hörbuch-Bestenliste.

Jost Hermand, Sabine Mödersheim (Hg.)
Deutsche Geheimgesellschaften – Von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart

204 S., geb., Böhlau 2013 29,90 EUR
Das Interesse an Geheimgesellschaften war zu allen Zeiten groß. Wegen der vielen dramatischen und zum Teil katastrophalen Umbrüche innerhalb der deutschen Geschichte hat es in diesem Staat besonders viele derartiger Orden, Bünde, Logen und konspirativer Organisationen gegeben. Diese drängten mit aufklärerischer, sozialistischer oder anarchistischer Zielsetzung auf eine reformbetonte oder auch revolutionäre Weise auf eine Veränderung der politischen und sozioökonomischen Verhältnisse. Das Spektrum der Beiträge reicht von den Rosenkreuzern und der Rezeption anonymer hermetischer Traktate der frühen Neuzeit über die Freimaurer und Illuminaten der Aufklärungszeit, die geheimen politischen Bünde des 19.Jahrhunderts bis zu präfaschistischen Geheimbünden, geheimen Widerstandsbewegungen gegen das NS-Regime und dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ der letzten zwanzig Jahre.

Henry D. Thoreau: Lob der Wildnis
112 S., geb., Matthes & Seitz 2013 (erscheint Oktober) 14,90 EUR
Neue Übersetzung von Esther Kinsky. So war Thoreau für den deutschen Leser noch nie zu lesen: schlicht und klar, begeistert und respektvoll in der Genauigkeit seiner Naturbeschreibungen. Er preist die Reichhaltigkeit der Früchte, erfreut sich an der Schönheit seiner landschaftlichen Umgebung und lädt ein, in der Flora vor der eigenen Haustür einen vollkommenen Kosmos zu finden.

Comics

Brad Ricca: Die Supermänner
Jerry Siegel, Joe Shuster und die Erfindung von Superman

496 S., Abb., Pb., Hannibal 2013 (erscheint November) 24,99 EUR
Superman – der Mann aus Stahl! Die erste Biografie über seine Erfinder Siegel und Shuster. Er ist der erste Superheld der Comic-Historie, dazu eine weltweit berühmte Symbolfigur der amerikanischen Werte und Lebensart: Superman! Von allen Superhelden, darunter seine Kollegen wie Batman oder Spider-Man, die alle erst nach ihm kamen, hat Superman den weltweit höchsten Wiedererkennungswert. Erfunden wurde er in den 1930er Jahren von den beiden US-Amerikanern Jerry Siegel und Joe Shuster. Sie schufen die Figuren des Reporters Clark Kent, der ein Doppelleben als Superman führt, und seiner ewigen Liebe Lois Lane. Siegel schrieb die Geschichten, Shuster illustrierte sie. Die beiden hatten einen Nerv getroffen: Auch außerhalb von Amerika wurde Superman binnen kurzer Zeit zu einem Erfolg. Während des Kalten Krieges wurde Superman weltweit zur Symbolfigur der „freien Welt“. Bis dahin war es aber ein weiter Weg voller Rückschläge und Enttäuschungen für Siegel und Schuster. Das Buch „Die Supermänner“ ist die erste Biografie der beiden Pioniere der Superhelden-Comics. Sie schufen eine mythische Figur, die in vielerlei Hinsicht für das 20.Jahrhundert steht. Autor Brad Ricca schildert gleichzeitig auch die Entwicklung der Comic-Industrie mit ihren großen Verlagen Marvel und DC von der Gründerzeit in den 1930er Jahren bis heute. Er ist Leiter des Superman-Archivs in Cleveland und hat Zugriff auf zahlreiche Dokumente, Korrespondenzen und andere Unterlagen. Unterhaltsam und gut recherchiert: Dieses Buch ist ein Standartwerk der Comic-Historie!

Fabio Moon / Gabriel Bà: Daytripper
260 S., geb., Vertigo 2013 (erscheint September) 24,99 EUR
Welches sind die wichtigsten Tage Ihres Lebens? Dies ist die Geschichte von Bràs de Ollivia Domingos, Spross eines weltberühmten brasilianischen Autors. Er träumt davon, selbst Schriftsteller zu werden, und wartet auf den Tag, an dem sein Leben endlich beginnt. Aber würde er es überhaupt bemerken? Eine Graphic Novel, die in den leisesten Momenten die großen Fragen des Lebens stellt. Passend zum Gastland Brasilien der Frankfurter Buchmesse erscheint die brasilianische Graphic Novel Daytripper in Deutschland: Gewinner des Eisner Award für die beste abgeschlossene Serie in 2011.

Alan Moore / Malcolm McLaren / Facundo Percio / Antony Johnston
Fashion Beast

Panini Comics 2013 16,95 EUR
In einer düsteren Zukunft, in de rein nuklearer Fallout droht, lebt der Transvestit Doll, der die Garderobe eines schicken Tanzclubs betreut und vom Ruhm träumt. Doch als ein frustrierter Kunde die Garderobe verwüstet, wird Doll gefeuert und bewirbt sich als Model beim alles beherrschenden Modeschöpfer Celestine – und muss entdecken, dass der besagte Tanzclub-Kunde dort ebenfalls arbeitet.. Alan Moores nach nahezu 30 Jahren wiederentdecktes Drehbuch aus der Zeit, als er Klassiker wie „Miracleman“ und „Watchmen“ schrieb, nun als Comic in der brillanten Bearbeitung von Antony Johnston mit Bildern von Facundo Percio. 1985, noch während er an Watchmen arbeitete, schrieb Alan Moore das Drehbuch für einen abendfüllenden Spielfilm über einen Transvestiten, der vom Starruhm träumt. Doch der Film wurde niemals realisiert und das Material verschwand fast 30 Jahre in der Schublade. Erst als Avatar Press Alan Moore eine neue Graphic Novel vorschlug, wurde es wieder hervorgeholt und mit Antony Johnston (Adaption) und Facundo Percio (Illustrationen) als Comic umgesetzt. Die Geschichte entstand auf Anregung von Malcolm McLaren, dem berühmten Designer und Manager der Sex Pistols, und vereint in sich Elemente des isolierten Lebens von Modeschöpfer Christian Dior mit der Fabel von der Schönen und dem Biest. Die Story umfasst insgesamt 10 Hefte, von denen fünf hier zusammengefasst sind, der Rest folgt in Band 2.

Guillermo del Toro / Chuck Hogan: The Strain Bd. 1
Panini Comics 2013 16,95 EUR
JFK Airport, Flug 753 von Berlin nach New York. Sechs Minuten nach der Landung bricht der Kontakt zur Boeing 777 ab. Kein Lebenszeichen an Bord. Als Dr. Ephraim Goodweather von der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC mit seiner schnellen Eingreiftruppe in die Maschine eindringt, findet er nur noch drei Überlebende und über 200 Leichen vor. Ein bisher unbekanntes Virus? Tatsächlich bricht in New York schon bald eine mörderische Seuche aus – doch die ist anders als alles, womit es Goodweather je zu tun hatte. Die drei Überlebenden von Flug 753 verwandeln sich in blutgierige Monster, und die über zweihundert toten Passagiere erheben sich und gehen auf die Jagd nach Menschenfleisch… Guillermo del Toro, einer der erfolgreichsten Macher des fantastischen Films (Pans Labyrinth, Hellboy, Cronos) und Chuck Hogan, Bestseller-Autor und Hammett-Prize-Gewinner (Romanvorlage für den Hollywood-Thriller „The Town – Stadt ohne Gnade“), schreiben gemeinsam eine düstere, blutige Vampirtriologie, die in den USA die Bestsellerlisten stürmte. Die renommierten Comic-Künstler David Lapham, Gewinner des Eisner-Awards, und Mike Huddleston machten daraus einen atemberaubenden Horror-Comic, der die düstere Welt von del Toto und Hogan gekonnt in Szene setzt.

Bestelladresse:
Alle Titel können Sie überall im Buchhandel wie auch unter folgender Adresse erwerben:

Worms Verlag
Abt. Onlineshop
Kultur- und Veranstaltungs GmbH,
Von Steuben Str.5, 67549 Worms
Berthold Röth Tel. 06241-2000-314
e-mail: berthold.roeth@kvg-worms.de

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