Interkulturelle Buchneuheiten Liste 34


Die vorhergehenden Listen können noch allesamt im Archiv unter wormsverlag.wordpress.com abgerufen werden.

Seit dem 1. April sind die Integrationskursverordnung und die Regelungen für die Einbürgerung verändert: Seit dem 23. April gibt es einen neuen Abschlusstest für die Orientierungskurs („Leben in Deutschland“) und einen neuen Einbürgerungstest. wenn Menschen in Deutschland einwandern, vor allem wenn sie durch Familiennachzug kommen, absolvieren sie in der Regel zunächst einen Integrationskurs. Dort lernen sie Deutsch (600 Stunden), im anschließenden Orientierungskurs (60 Stunden) lernen sie die Grundlagen von Politik, Geschichte und Gesellschaft in Deutschland. Seit April 2013 sind einige Regelungen in diesem Zusammenhang geändert, vor allem gibt es den neuen Abschlusstest „Leben in Deutschland“. Wer hier nicht nur besteht, sondern etwas besser abschneidet, muss später für die Einbürgerung keinen Einbürgerungstest mehr machen. Unsere Broschüren für die TeilnehmerInnen informieren über rund 60 Themen rund um die Politik, die Geschichte und die Gesellschaft. Sie sind zum Selbststudium und als TN-Broschüren für Kurse geeignet. Und sie eignen sich auch zur Unterrichtsvorbereitung. Und wer sich als Deutsche/r informieren will, was Einwanderer über Deutschland lernen, darf die Broschüren natürlich auch bestellen. Wenn Einwanderer drei bis acht Jahre später die Voraussetzungen für die Einbürgerung erfüllen, muss auch ein Nachweis über Staatsbürger-Kenntnisse vorgelegt werden. Für die meisten ist das der Einbürgerungstest, der dann bestanden werden muss. Unsere Broschüren informieren über alle Themen und Fragen des Tests rund um Politik, Geschichte und Gesellschaft. Eine Übersicht hänge ich an. Die Broschüren sind zum Selbststudium konzipiert, können aber auch für Vorbereitungskurse oder Vorbereitungsabende genutzt werden. Der Einbürgerungstest selbst wurde zum April 2013 geändert, diese Broschüren berücksichtigen alle Änderungen! Und auch Deutsche, die sich über die Anforderungen einer Einbürgerung informieren wollen, können anhand dieser Broschüren mit allen Prüfungsfragen testen, ob sie genug über Deutschland wissen, um noch einmal die Staatsbürgerschaft erhalten zu können.

Orientierungskurs
Band 1: Politik in der Demokratie
Band 2: Geschichte und Verantwortung
Band 3: Mensch und Gesellschaft

Hefte der BRD-Dritte Welt pro Heft 2 Euro

Einbürgerungstest
Band 1: Leben in der Demokratie
Band 2: Geschichte und Verantwortung
Band 3: Mensch und Gesellschaft

Hefte der BRD-Dritte Welt pro Heft 2 Euro
Alle Hefte enthalten viele Einführungstexte zu den Themen der entsprechenden Kurse. Alle Hefte enthalten alle Prüfungsfragen des Tests „Leben in Deutschland“ (460 Fragen mit jeweils vier Antwort-Möglichkeiten). Alle Broschüren entsprechen dem Curriculum (Lehrplan) des BAMF und können in den Kursen verwendet werden. Alle Broschüren eignen sich auch zum Selbststudium und für das Training zum Bestehen der Prüfung.

Jan Christoph Heiser: Interkulturelles Lernen
Eine pädagogische Grundlegung

380 S., Pb., Königshausen & Neumann 2013 (erscheint 4.Quartal) 48,00 EUR
Interkulturelles Lernen scheint sowohl auf Erfordernis als auch Trend der Zeit zu sein: In allen pädagogischen Bereichen, beginnend mit frühkindlicher Erziehung über die schulische Bildung bis hin zu Assessment für Manager, ist interkulturelles Lernen scheinbar „conditio sine qua non“. Doch stellt sich dem Bildungstheoretiker die Frage, was dieses interkulturelle Lernen eigentlich ist. Was ist das Interkulturelle am Lernen? Ist es ein eigentümliches Lernen oder lediglich ein Lernvollzug wie jeder andere auch? Ist es eine politisch-ökonomisch motivierte Forderung ob weltweiter Vernetzung? Was hat es mit Kompetenz zu tun? Oder ist es nicht vielmehr ein integraler Bestandteil von Urteilskraft, Gemeinsinn, Aufklärung, Moralität,… – ganz einfach Bildung? Die Studie unternimmt den Versuch, die weitgediehene und differenzierte pädagogische Lerntheorie mit den Maßgaben der Interkulturellen Philosophie zusammen zu denken und weiter zu führen.

Wiebke Hartmann: Der Reisende ohne Schatten
Nachdenken über Migration, Identität, Heimat und Menschenrechte

350 S., Pb., Königshausen & Neumann 2013 (erscheint 3.Quartal) 40,00 EUR
Dieses Buch ist ein Plädoyer für Unterschiede. Es warnt vor den „dunklen“ Seiten von Mobilität, Migration und Globalisierung, vor der zunehmenden Vereinzelung der Menschen und ihrer Verlassenheit. Auf ganz persönlicher Ebene beschreibt es die Unmöglichkeit, durch Emigration dem „Schatten“ der Vergangenheit zu entfliehen. Und es zeigt die Folgen, wenn man den eigenen „Standpunkt“ in der Welt verliert. Es geht um: die historischen Aspekte der Migration; um transnationale Gemeinschaften und modernes „Nomadentum“; um Fernweh, Kulturschock und den Umgang mit fremden Lebenswelten; gesundheitliche Belastungen durch territoriale Mobilität; die Prägung durch Orte und den Bruch im Raum-Zeit-Kontinuum, den wir auf Reisen erleben; um Familienbindungen, die Distanzen überbrücken; Loyalität und Vertrauen als Voraussetzung des Zusammenlebens; um die Bedeutung der Sprache für unsere Wahrnehmung und unser Weltbild; Zugehörigkeit, kollektives Gedächtnis und nicht zuletzt um die Rolle der Geschichte für unsere Identität und Zukunftsperspektive. Den Anlass für die Reflexionen der Autorin bildet ihre Familiengeschichte, aus der leitmotivisch in Abschnitten erzählt wird. Beginnend mit der Heirat der norwegischen Großmutter kurz vor dem Ersten Weltkrieg mit einem Deutschen, dem sie in sein Heimatland folgt, endet sie mit dem Tod der ältesten Enkelin dieser Frau, die in Lateinamerika ermordet und in einem Massengrab verscharrt wird.

Robert Fuchs: Heirat in der Fremde
Deutschamerikaner in Cincinnati im späten 19.Jahrhundert

350 S., geb., Ferdinand Schöningh 2013 (erscheint Herbst) 39,90 EUR
Die deutschen Einwanderer in den USA bildeten in manchen Großstädten eine abgeschlossene Gesellschaft, die dazu tendierte „unter sich“ zu heiraten. Doch was bedeutete „unter sich“? Heirateten katholische Süddeutsche lieber protestantische Norddeutsche oder doch eher katholische Iren? Existierten schichtspezifische Unterschiede? Welche Rolle spielten Generationszugehörigkeit oder Alter? Welche Rolle spielte die Struktur des Heiratsmarkts? Diesen Fragen geht die vorliegende Studie anhand der deutschamerikanischen Community von Cincinnati um 1880 nach. Aktuelle Debatten über die angebliche Abschottung von Migrantengruppen und „Parallelgesellschaften“ erhalten so historische Tiefenschärfe.

Manfred Durzak: Literatur im interkulturellen Kontext
364 S., Pb., Königshausen & Neumann 2013 (erscheint 3.Quartal) 48,00 EUR
Inhalt: Einleitung – Deutschsprachige interkulturelle Literatur – die Beschreibung eines Phantoms? – Interkulturelle Spuren im Schreiben Johann Peter Hebbels. Seine Kalendergeschichte „Kannitverstan“ als literarisches Modell der Fremderfahrung? – Max Dauthendeys „japanische Novellen“ in „Die acht Gesichter am Biwasee“ – Literarischer Exotismus oder schon interkulturelle Literatur? – Elias Canetti. Formen des Umgangs mit dem „Fremden“. Am Beispiel der „Stimmen von Marrakesch“ – Elias Canetti – ein interkultureller, ein europäischer Autor? – Interkulturelle Erfahrungen im Roman. Am Beispiel von Dieter Fortes Buch „Das Muster“ – Schnittpunkte interkultureller Erfahrungen. Am Beispiel deutsch-türkischer Begegnung in Sten Nadolnys Roman „Selim oder die Gabe der Rede“ – Deutschland-Bilder in den Kurzgeschichten von Sinasi Dikmen – Vorurteile und Stereotypen in interkulturellen Kurzgeschichten der Gegenwart – Die Revision des kolonialen Blicks in Uwe Timms Romanen – Deutschsprachige interkulturelle Literatur – einmal anders betrachtet – Die Göttin Kali in Grass` Indienbuch „Zunge zeigen“ – „Domra“. Das indische Totenbuch von Josef Winkler – Produktive Indien-Rezeption. Martin Mosebachs Roman „Das Beben“ – „Indianess“ in deutscher Indien-Literatur. Am Beispiel von Thorsten Beckers Historien-Legende „Die Besänftigung“ – Deutsche Schriftsteller in Indien, indische Schriftsteller in Deutschland. Wechselseitige Fremdheitserfahrungen – Wie lässt sich eine Megapolis erzählen? Am Beispiel von Suketu Mehtas Bombay-Buch „Maximum City“ – Eva Demskis Thailand-Roman „Das siamesische Dorf“. Interkulturelles Erzählen oder orientalische Klischees? – Peter Schneiders Theaterstück „Totoloque. Das Geiseldrama von Mexiko-Tenochtitlan“ – Historienstück oder postkolonialer Text? – Westliche Zivilisation versus Afrika. Postkoloniale Motive in Urs Widmers Roman „Im Kongo“ – Die postkoloniale Literaturtheorie von Homi K. Bhabha – Can the Pundt be Understood? Überlegungen zu postkolonialen Thesen von Gayatri Spivak.

Maria E. Brunner / Nicoletta Gagliardi / Lucia Perrone-Capano (Hg.):
Deutsch-italienische Kulturbeziehungen als Seismograph der Globalisierung in Literatur, Übersetzung, Film, Kulturarbeit und Unterricht

300 S., Pb., Königshausen & Neumann 2013 (erscheint 4.Quartal) 39,80 EUR
Die deutsch-italienischen Kultur- und Literaturbeziehungen gestern und heute – Travelling concepts in der deutsch-italienischen/Interkulturellen Literatur – „Willkommen im Süden“: die Übersetzung einer kulturspezifischen italienischen Filmkomödie – Verborgene deutsch-italienische Kulturbeziehungen? Römer und Römerinnen im deutschen Drama des 19.Jahrhunderts – Ein interkultureller Blick auf Franco Biondis italienisch-deutsche Gedichte „Giri e rigiri, laufend“ – Werkstattbericht einer deutsch-italienischen Übersetzerin – Der Hortus conclusus als „metafora continua“ am Beispiel eines deutschen und eines italienischen Narrativs – Chronotopoi der Angst in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur – Metaphern für den Bereich „Sprache“ in italienisch-deutschen Sprachbiografien – Verwaltungssprache in Deutschland und Italien: Ein Vergleich – Arbeitsfelder und best practises des dt.-it. Kulturkontaktes im Goethe-Institut Neapel – Schulische Tätigkeiten des Italienischen Generalkonsulats Stuttgart und Integration der jungen Italiener im deutschen Schulsystem – Elternmentoren und –arbeit im dt.-it. Kulturkontakt und zur Förderung des Bildungssaldos von Kindern it. Zuwanderer; Projekt „Schulerfolg im Tandem“ – Der bilinguale dt.-ital. Zug der Wolfbuchschule Weilimdorf – Der bilinguale dt.-ital. Zug des Gymnasiums Königin-Katharina-Stift Stuttgart – Evaluierung von dt.-ital. bilingualem Unterricht: Foschungsstand und –desiderate – Grundschulen in Bayern – Ein Ort der Begegnung und der Isolation für mehrsprachige und monolinguale Kinder?

Juliane Müller:
Migration, Geschlecht und Fußball zwischen Bolivien und Spanien
Netzwerke – Räume – Körper

280 S., farbige Abb., Reimer 2013 (erscheint September) 39,00 EUR
Fußball-Ligen und –Clubs sind zentrale Vereinigungen von Arbeitsmigranten aus den Andenländern. Erst seit wenigen Jahren in Spanien und auf dem informellen Arbeitsmarkt beschäftigt, tragen sie hochformalisierte Ligen aus und setzen viel Energie in die Suche nach Sportanlagen und in interne Diskussionen. Juliane Müller untersucht die soziale Organisation der Ligen in Sevilla. Als Ethnografin hat sie in zwei Mannschaften mitgespielt und die Fußballpraxis bolivianischer Frauen hautnah erlebt. Welche Bedeutung hat populärer Frauenfußball im Herkunftsland; wie verändert sich die Spielpraxis, wenn Sport migriert? Die ethnologische Studie zeigt, dass Fußball nicht nur Leistungswettbewerb ist, sondern auch Ritual, Fest und Körpertechnik.

Josè Mourinho: Mourinho über Fußball – Das Spiel und ich
300 S., geb., Riva 2013 (erscheint Oktober) 19,99 EUR
Josè Mourinho ist eine Ausnahmeerscheinung. In dieser Autobiografie dokumentiert er nicht nur seine fantastische Fußballtrainerkarriere, sondern bietet zum ersten Mal auch detaillierte Einsicht in seine ausgefeilten Theorien und Analysen, die ihn von allen anderen Weltklassetrainern unterscheiden. Er spricht exklusiv über die kulturellen und mentalen Unterschiede im europäischen Fußball und verrät, wie er sein Team aufbaut. Was ist sein ganz spezielles Vorgehen, um sich vorzubereiten und um Spieler zu motivieren? Wie handhabt er komplexe Spielwechsel? Wen bewundert er und wen fragt er um Rat? Was denkt er über Schiedsrichter, Fans und Klubbesitzer? In seiner Autobiografie beantwortet er alle diese Fragen und gestattet zum ersten Mal einen intimen Einblick in die Denkweise eines Trainers, der ungern zweimal gegen die dieselbe Mannschaft verliert. Ein Muss für alle Fußballfans.

Beate Krafft-Schöning: Blutsbande
Wie aus einer arabischen Großfamilie in Deutschland der berüchtigte „Miri-Clan“ wurde. Eine Insiderin berichtet

250 S., geb., riva 2013 (erscheint September) 19,99 EUR
Arabisch-libanesische „Clans“ sorgen bundesweit immer wieder für Schlagzeilen. In Berlin, Bremen und Essen scheinen ganze Großfamilien mafiaähnlich organisiert dick im Geschäft zu sein. Ob Drogen- und Waffenhandel, Schutzgelderpressung oder Auftragsmord – die Aktenführung der Polizei beginnt bei so manchem „Clan-Mitglied“ bereits im zarten Alter von sieben Jahren. Spektakuläre Prozesse lassen die Öffentlichkeit erahnen, welche Machenschaften sich innerhalb der als geschlossene Gesellschaft wahrgenommenen Familienbande abspielen mögen. Niemanden gelang bisher der Blick hinter die Kulissen. Zu groß ist die Angst vor dem „Clan“. So wagt selbst die Polizei oftmals nur mit schwerem Gerät und in großer Mannstärke gegen dessen Mitglieder vorzugehen. Allen Warnungen zum Trotz begann die investigative Journalistin Beate Krafft-Schöning im Jahr 2008, zum arabisch-libanesischen „Miri-Clan“ in Bremen zu recherchieren. Sie begleitete zunächst Proteste gegen Mitglieder, las Polizeiakten und lernte schließlich zahlreiche „Miris“ persönlich kennen. So bekam sie Einblick in eine Lebenswelt, die von innen ganz anders aussieht, als sie draußen wahrgenommen wird. „Blutsbande“ ist eine Berichterstattung aus dem innersten Kreis des „Miri-Clans“ – spannend, sachlich und komplex – und zeigt ein bislang unbekanntes Leben unter deutschen Dächern, über das viele oft reden, ohne viel davon zu verstehen.

Ratislav Bachorar, Katharina Leitner, Hanns Matiasek:
Integration im Schützengraben. Personen mit Migrationshintergrund beim Militär im Kontext des Sozialen Friedens

215 S., Pb., Böhlau 2013 (erscheint Herbst) 29,90 EUR
Benötigen die Streitkräfte Personen mit Migrationshintergrund, um die erforderliche Stärke oder Zusatzqualifikationen zu erhalten? Oder ist es ein politischer Auftrag, der Streitkräfte als Spiegel der Gesellschaft vorgibt und diese als Integrationsinstrument nutzen will? Es sind spannende und richtungsweisende Fragen, denen ein junges Forscherteam im vorliegenden Band nachgeht und zu interessanten Ergebnissen kommt.

Andreas Deffner: Das Kaffeeorakel von Hellas
Alltag, Abenteuer und Krise in Griechenland

262 S., geb., Größenwahn Verlag 2013 (erscheint Herbst) 19,90 EUR
Andreas Deffner kennt die Gewohnheiten der Griechen – seit Jahren ist dieses Land seine „zweite Heimat“ geworden – der Alltag beginnt „relaxt“ mit kaffeetrinken und endet in irgendeinem unvorhergesehenen Abenteuer. In dieser Neuauflage liefert er Geheimnisse der Griechischen Küche. Nach jeder Geschichte wird das passende Rezept dazu serviert, denn Griechenland ohne Essen und Trinke, ist unvollkommen und wenn Sie Glück haben treffen sie auf eine/n der zahlreichen Kaffee-LeserInnen, die bei jeder Nachbarschaft zu finden sind.

Lisa Mittendrein: Solidarität ist alles was wir noch haben
Solidarische Ökonomie in der griechischen Krise

180 S., AG SPAK Bücher 2013 16,00 EUR
In Folge von Krise und Austeritätspolitik kämpft die griechische Bevölkerung heute mit dem Zusammenbruch der Wirtschaft, Arbeitslosigkeit, Armut, einem dysfunktionalen politischen System und gesellschaftlicher Desintegration. Doch der Widerstand ist groß und macht keine Anstalten zu brechen. Immer mehr Griechinnen und Griechen nehmen ihre Versorgung, den Zusammenhalt des Gemeinwesens und die Suche nach Alternativen selbst in die Hand: sie bauen eine Solidarische Ökonomie von unten auf. Quer durch Griechenland entstehen täglich neue soziale Zentren, Gemeinschaftsgärten, Umsonstläden, selbstverwaltete Läden und Cafes, kollektive Versorgungsstrukturen und viele andere Arten von kollektiven, selbstverwalteten Projekten. Die Autorin befasst sich in ihrem Buch mit den aktuellen Entwicklungen Solidarischer Ökonomie in Griechenland. Sie stellt konkrete Projekte vor und lässt deren AktivistInnen zu Wort kommen. Neben der Analyse der politischen und wirtschaftlichen Situation geht sie den Grundlagen und Einflüssen der Bewegung nach und zeigt, wie eine Vielzahl von Dynamiken zu ihrer Entstehung beigetragen haben. Sie untersucht die Frage, was Solidarische Ökonomie in der Krise für Einzelne wie für die Gesellschaft leisten kann und zeigt: Solidarische Ökonomie ist auch gemeinsame Selbsthilfe, aber sie ist auch und vor allem viel mehr.

Papadopoulos & Söhne FSK 0 – Ein Film von Marcus Markou
DVD, 109 Min., Good Movies 2013 (erscheint Dezember) 19,99 EUR
Harry Papadopoulos hat es geschafft. Der englische Geschäftsmann mit griechischen Wurzeln hat alles, was er sich wünscht: eine riesige Villa, Auszeichnungen ohne Ende, den Lebensstil der englischen Upperclass. Alles seins. Doch dann bricht die Finanzkrise aus und die Banken fordern die sofortige Rückzahlung aller Kredite. Harry verliert über Nacht alles. Ihm bleibt nur eine kleine, heruntergekommene Fish-&-Ship-Bude in einer fiesen Ecke Londons, die zur Hälfte auch noch seinem Bruder Spiros gehört, mit dem er kaum noch zu tun hat. Wohl oder übel vereint, beschließen sie, das Resteraunt wieder auf Vordermann zu bringen.

Christoph U. Schminck-Gustavus: Feuerrauch
Die Vernichtung des griechischen Dorfes Lyngiades am 3.Oktober 1943

352 S., geb., Dietz Verlag 2013 (erscheint September) 24,90 EUR
Ein bestürzendes Dokument deutscher Schande. Wie aus heiterem Himmel brannten deutsche Wehrmachtssoldaten 1943 ein griechisches Bergdorf nieder, töteten Frauen, Alte, Babys. Christoph Schminck-Gustavus reiste an den Ort, der noch heute vom Schrecken gezeichnet ist. Er hat die letzten Überlebenden des Massakers gefunden, ihre Berichte aufgezeichnet und Archive gesichtet: Die Rekonstruktion eines erschütterndes Verbrechens und seiner juristischen Verleugnung. Soldaten der Gebirgsdivision Edelweiß trieben die Einwohner in die Keller der Häuser, mähten sie mit Maschinengewehren nieder und zündeten das Dorf an. Fünf Menschen überlebten und krochen aus den brennenden Trümmern. Wegen der angeblichen Unterstützung von Partisanen fielen Hunderte Dörfer auf dem Balkan sogenannten „Sühnemaßnahmen“ zum Opfer. Weil deutsche Gerichte sich später die Rechtfertigung der Täter zu eigen machten und das Massaker von Lygiades als „Kampf gegen Partisanen“ einstuften, wurde das Kriegsverbrechen nicht verfolgt. Deutschland und Griechenland haben die Opfer für ihr Leiden nie entschädigt.

Tamara Ganjalyan, Balint Kovacs, Stefan Troebst (hrsg.)
Armenier im östlichen Europa – Eine Anthologie

528 S., Abb., geb., Böhlau 2013 (erscheint Herbst) 64,90 EUR
Der Auftaktband der neuen Reihe „Armenier im östlichen Europa“ präsentiert zentrale Texte zur Erforschung der armenischen Geschichte und Kultur teilweise erstmalig in deutscher Übersetzung. So spiegelt diese Anthologie in ihrer breiten thematischen Ausrichtung die zahlreichen historischen und aktuellen Facetten der Erforschung der Armenier in Osteuropa zwischen Narva und der Krim, zwischen Armenierstadt und Astrachan.

Marina Dmitrieva, Balint Kovacs, Stefan Troebst (Hrsg.)
Kunst der Armenier im östlichen Europa

224 S., Abb., geb., Böhlau 2013 (erscheint Herbst) 39,90 EUR
Der zweite Band versammelt Beiträge von Kunsthistorikern, Bauforschern, Ethnologen und Historikern zur Rolle der Armenier in der frühneuzeitlichen Kunstgeschichte Zentral- und Osteuropas. Behandelt werden sakrale Malerei und illuminierte Handschriften, Architektur und Städtebau, Kunsthandwerk und –sammlungen. Den geographischen Rahmen bilden die heutigen Staaten Polen, Ukraine, Belarus, Rumänien, Moldova und die Russländische Förderation. Die von armenischen Künstlern geschaffenen Werke spiegeln ihre multiethnische und plurikonfessionelle Umgebung wider, ohne dabei ihre Traditionen zu verleugnen.

Den folgenden Titel bitte direkt bestellen bei angegebener Adresse:

»Die auf den Weg ohne Heimkehr getrieben wurden – Lebenswege und Todeswege von Armeniern in literarischen Quellen« Ausgewählt und bearbeitet von Seyda Demirdirek und Corry Guttstadt

Das Buch umfasst 18 literarische Texte, die das Leben und das Schicksal von Armeniern zum Thema haben, die meisten sind von Armeniern verfasst, viele für dieses Buch von der Assoziation A ins Deutsche übersetzt worden. Die meisten Texte sind autobiografisch geprägte Texte von Armeniern, die einen Eindruck ihrer vielfältigen Lebensrealitäten in Anatolien vermitteln. Sie lebten in Großstädten und in kleinen Dörfern, sie wohnten in Ortschaften mit rein armenischer Bevölkerung und als Minderheit unter muslimischen Nachbarn und sie waren in allen Schichten der Bevölkerung vertreten. Im Mittelpunkt des Buches steht nicht der Völkermord, nur ein Teil der Texte bezieht sich direkt auf die Deportationen und Morde von 1915. Die durch die türkische Politik der Leugnung erzwungene Debatte über die Frage „War es ein Völkermord?“ und der daraus resultierende Druck auf die Armenier, immer wieder „beweisen“ zu müssen, dass es ein Genozid war, reduziert die Armenier auch in der kritischen Öffentlichkeit häufig auf ihr Schicksal als Opfer des Völkermords. Die ausgewählten Texte spannen zeitlich einen weiten Bogen. Einige stammen aus der Zeit von vor 1914 und geben einen Einblick in die Lebensbedingungen der Armenier gegen Ende des Osmanischen Reiches, andere datieren aus der jüngeren Vergangenheit und berichten vom Leben der überlebenden Armenier in der heutigen Türkei.Einige Hamburger werden einige der Texte aus der szenischen Lesung im Polittbüro kennen. Damals hatten mehrere Besucher gefragt, wo sie die Texte nachlesen könnten. Das ist nun möglich. Dabei sind eine ganze Reihe neue Texte hinzugekommen. Außerdem haben wir zwei Karten angefertigt, die Nicht-Türkei-Kundigen das Auffinden der erwähnten Orte erleichtern und somit auch eine räumliche Vorstellung davon geben, wo sich die Schilderungen abgespielt haben und wo überall in der Anatolien Armenier gelebt haben. Das Buch wurde von Anat Frumkin liebevoll layoutet und von der Druckerei Zollenspieker gedruckt. Die Herausgabe des Buches wurde finanziell gefördert von der Landeszentrale für Politische Bildung in Hamburg und ist im Hamburger Büro der LSZB (Dammtorstraße 14) kostenlos erhältlich. Der Band ist so konzipiert, dass er im Unterricht sowie in der politischen Bildungsarbeit einsetzbar ist.In Hamburg ist das Buch gegen eine Kostenpauschale von zwei Euro in den folgenden Buchhandlungen erhältlich: Schanzenbuch, Copyladen Schanzenblitz, Nautilus, Buchladen Osterstraße. In Berlin bei Schwarze Risse im Mehringhof oder bei der Edition Orient in der Muskauer Str. 4.
Zu bestellen ist das Buch gegen zwei Euro Kostenpauschale plus Versandkosten bei der Internationalen Kommunikationswerkstatt e.V.:
ikw.ikw.hamburg@gmail.com)

Dotschy Reinhard: Everybody`s Gypsy
Popkultur zwischen Ausgrenzung und Respekt

256 S., geb., Metrolit 2013 (erscheint September) 17,99 EUR
Vermittelt erstmals ein umfassendes Bild der gegenwärtigen Gypsy-Kultur. Über die zeitgenössische Gypsy-Kultur und ihren unterschätzten Einfluss auf unseren Alltag. Ein Roadtrip durch die Zentren des Pop mit Musik, Mode, Literatur, Kunst, Film und TV. Ein Lehrstück über gut gemeinten und schlecht gelebten Respekt, über Aneignung und Ausgrenzung. Dotschy Reinhard, geboren 1975, lebt und arbeitet in Berlin. Sie ist Musikerin und Autorin. In ihrer Musik verbindet sie Jazz, Bossa Nova und Gypsy Swing von Django Reinhardt, mit dem sie tatsächlich verwandt ist.

Balkan Melodie FSK 0 – Ein Dokumentarfilm von Stefan Schwietert
mit Gheorghe Zamfir, Le Mystere des Voix Bulgares, Ioan Pop, Aurelio Ioanita, Mahala Rai Benda,
DVD, 92 Min, good movies 2013 (erscheint September) 19,99 EUR
Der Film erzählt die Geschichte von Marcel und Catherine Celliers lebenslanger Liebe zu der Musik Südosteuropas. Mitten im Kalten Krieg wird der Schweizer Musikliebhaber Marcel Cellier magisch angezogen von den fremden Klängen Osteuropas. Auf eigene Faust reist er hinter den Eisernen Vorhang, um die Musik dieser Länder aufzunehmen. In unzähligen Radiosendungen und Millionen verkaufter Schallplatten macht Marcel Cellier die von ihm gesammelte Musik international bekannt und öffnet Musikern wie dem rumänischen Panflötenvirtuosen Gheroghe Zamfir und den legendären bulgarischen Frauenstimmen von „Le Mystere des Voix Bulgares“ den Weg zum Ruhm. Auf den Spuren der Celliers reist der Film nach Rumänien und Bulgarien, um die Protagonisten von damals wieder zu finden und den Reichtum ihrer Musik wieder aufleben zu lassen. Im Kontrast der Begegnungen von damals und heute wird auf sinnliche Art und Weise ein Stück Zeitgeschichte erfahrbar.

Tanja Zimmermann: Der Balkan zwischen Ost und West
Mediale Bilder und kulturelle Prägungen

368 S., Abb., , geb., Böhlau 2013 (erscheint Herbst) 49,90 EUR
Der Balkan ist nicht nur ein Produkt der kulturellen und politischen Imaginationen des Westens, sondern entstand vielmehr im Fadenkreuz der Blicke aus Ost und West. Als Zwischenraum bot er sich für die Übertragung unterschiedlicher kulturpolitischer Entwürfe eines „dritten Raumes“ an – vom Niemandsland bis zum jugoslawischen „dritten Weg“. Die medialen Gestalten des Balkans zeigen den Übergang fester Stereotypen in entfesselte, imaginäre Phantasmen. Die Autorin untersucht Balkan-Narrative in unterschiedlichen Medien seit dem Niedergang der philhellenischen Begeisterung 1830 bis zur post-jugoslawischen Periode.

Karl Kaser: Andere Blicke
Religion und visuelle Kulturen auf dem Balkan und im Nahen Osten

372 S., Abb., geb., Böhlau 2013 (erscheint Herbst) 49,00 EUR
Der „pictoral turn“, der seit der Mitte der 1990er Jahre die Geistes-, Kultur- , Religions- und Sozialwissenschaften beeinflusst, hat in seiner Theoriebildung bislang eine primär auf die westliche Welt bezogene Perspektive eingenommen. Es ist eines der Ziele des Buches, die Theoriebildung aus einem anderen Blickwinkel – dem des Balkans und des Nahen Ostens – zu erweitern.

Wolfgang Mitter, Sonja Steier: Politische Bildung in Ost- und Ostmitteleuropa
130 S., Pb., Böhlau 2013 (erscheint Herbst) 19,90 EUR
Bildung als Voraussetzung einer gelingenden politischen Sozialisation der nachfolgenden Generationen bleibt vor allem eine Aufgabe der Institution Schule als wichtigster nationalstaatlicher Agentur. Dies gilt für jede moderne Gesellschaft, insbesondere aber für die Gesellschaften in Mittel- und Osteuropa. Doch wie steht es nach zwei Jahrzehnten der Transformation und angesichts neuer globaler Herausforderungen um das Demokratieverständnis und die politische Bildung in den postkommunistischen Ländern? Welche Antworten liefern Bildungseinrichtungen und ihre pädagogischen Programme oder andere Formen politischer Bildung zu einer nachhaltigen Demokratieerziehung? Die Beiträge widmen sich diesen Fragen sowohl mit Blick auf einzelne Länder als auch im europäischen Kontext.

Mirjana Stancic: Verschüttete Literatur
Die deutschsprachige Dichtung auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien von 1800 bis 1945

328 S., Pb., Böhlau 2013 (erscheint Herbst) 39,00 EUR
Bis an die mittlere Adria und die Ebenen von Save, Drau und Donau reicht der Wirkungsraum der Literatur in deutscher Sprache in den Ländern des ehemaligen Jugoslawien: ein Schatz, der hier gehoben wird. Anastasius Grün, Friedrich von Gagern, Roda Roda, Victor Tausk, Wilma von Vukelich und Franz von Werner (Murad Efendi) sind einige herausragende Autoren dieses multiethnisch und mehrsprachig geprägten Raums.

Görres-Gesellschaft (Hrsg.): Jahrbuch für Europäische Ethnologie
Dritte Folge 8 – 2013: Ungarn

240 S., Pb., Ferdinand Schöningh 2013 (erscheint Herbst) 24,90 EUR
aus dem Inhalt: Zur gegenwärtigen Situation der ungarischen Ethnologie. Forschungsschwerpunkte, Institute und fachinterne Beziehungen; Kulturraum Ungarn. Der Volkskunde-Atlas von Ungarn und die Methode der Clusteranalyse; Die Erforschung sakraler Kleindenkmäler in der ungarischen Ethnologie; Pater Rochus, der ungarische Gassner. Exorzismus, Volksfrömmigkeit und Katholische Aufklärung in Südungarn um die Mitte des 18.Jahrhunderts; Die Heiligsprechungsverfahren der hl. Margarete (1242 – 1271) im frühen 20.Jahrhundert; Kelemen Mikes (1690 – 1761) – der ungarische Goethe; Die ungarischen Schwaben. Zentrale Aspekte ihrer Geschichte; Donauschwaben-Forschung; Die neuen Vertriebenendenkmäler in Ungarn; Ungarische Migranten in den USA; Die Familie als Hintergrund der Traditionspflege, u.a.

Emmy Abrahamson:
Widerspruch zwecklos – oder – wie man eine polnische Mutter überlebt

3 CD, 3 Std. 46 Min., Hörcompany 2013 12,99 EUR
Das Jugendhörbuch (ab 13 Jahren) der hr2-Hörbuchbestenliste im Juni. Hat man es als Teenager besonders schwer, wenn man eine polnische Mutter hat? Und wer diese Geschichte über Pickel, polnische Schwarzarbeiter und wodkagetränkte Hochzeitsfeiern hört, der kann Alicja bald verstehen. Wie gut, dass der Junge Ola sich durch die Mutter nicht vergraulen lässt. Wunderbare Geschichte, von Fritzi Haberlandt schwungvoll vorgetragen.

Michael Ehrke / Elmar Römpcyk: Der steinige Weg nach Europa
Die Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung in Serbien und in den baltischen Staaten

280 S., Pb., Dietz Verlag 2013 24,00 EUR
Die Autoren beschreiben den Übergang von der kommunistischen Zentralverwaltung zu Demokratie und Marktwirtschaft in Mittel-, Ost- und Südosteuropa am Beispiel Serbiens und der drei baltischen Staaten und das Engagement der Friedrich-Ebert-Stiftung in diesem Prozess. Ihr hohes Ansehen in Serbien verdankt die Friedrich-Ebert-Stiftung der Tatsache, dass sie während der Milosvic-Diktatur und des Kosovokrieges das Land nicht verlassen und sich zusammen mit Teilen der Opposition weiterhin für Demokratie und Menschenrechte eingesetzt hat. Deshalb konnte sie in der kurzen demokratischen Regierungszeit von Zoran Djindjic Serbiens Weg in die UNO, IWF und Weltbank unterstützend begleiten. Das Engagement der Friedrich-Ebert-Stiftung in Estland, Lettland und Litauen begann unmittelbar nach dem Zusammenbruch der UdSSR. Sicherheitspolitik hatte für die gerade unabhängig gewordenen baltischen Staaten damals oberste Priorität. Seit die drei Länder der EU und der NATO beigetreten sind stehen jedoch neue Themen im Vordergrund des Dialogs mit der FES, so vor allem Demokratieentwicklung, soziale Gerechtigkeit, Energiepolitik und – ganz besonders – die Beteiligung am europäischen Diskurs.

Michael Hofmann / Inga Pohlmeier (Hrsg.)
Deutsch-Türkische und Türkische Literatur
Literaturwissenschaftliche und fachdidaktische Perspektiven

204 S., Pb., Königshausen & Neumann 2013 28,00 EUR
Deutschtürkische und türkische Literatur als Herausforderungen für den Deutschunterricht; Islamische Mystik in Feridun Zaimoglus Erzählung „Der Kranich auf dem Kiesel in der Pfütze“; Othello in Bielefeld. Selbstfindungsprozesse in Nuran David Calis „Der Mond ist unsere Sonne“; Die Erweiterung des deutschen schulischen Kanons durch die deutsch-türkische Literatur – Grundlagen und Perspektiven; Migrationsliteratur von deutsch-türkischen Autoren. Entwicklung und Behandlung im Deutschunterricht; Literatur und Migration. Eine empirische Studie zum Stellenwert deutsch-türkischer Literatur bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund; Zwischen 1900 und 2000: moderne türkische Weltliteratur; Türkische Literatur von Frauen. Ein Leitfaden; Mario Levi: ein jüdischer und türkischer Autor.

Saniye Uysal-Ünalan: Literarische Begegnungen mit dem Islam
Neue Identitätskonstruktionen in der türkisch-deutschen Gegenwartsliteratur

180 S., Pb., Königshausen & Neumann 2013 (erscheint 4.Quartal) 28,00 EUR
Während gesellschaftspolitische und mediale Diskurse spätestens seit dem 11.September 2001 den Islam endgültig zum Zeichen der kulturellen Differenz „machen“ und somit ein Konstrukt „Muslim“ wie auch „Islam“ als identitätsstiftendes Fremdbild generieren, arbeiten fiktionale Texte von türkisch-deutschen Schriftstellern diesem Abgrenzungsdiskurs vehement entgegen. Die türkisch-deutsche Gegenwartsliteratur scheint auf den medialen sowie öffentlichen Islam-Diskurs zu reagieren, indem sie präsente Imagines über den Islam übernimmt und diese kritisch widerspiegelt, aber auch nicht beachtete Dimensionen des Islam thematisiert, die so gar nicht mit den geläufigen Bildern kompatibel sind. So bringen die Texte von Zafer Senocak und Feridun Zaimoglu Facetten des Islam zum Vorschein, die eine implizite wie auch explizite Reaktion auf die medialen und gesellschaftlichen Islam-Konstruktionen darstellen und auch einen Anstoß zur kritischen Auseinandersetzung wie auch Reflexion im Umgang mit dem Islam vermitteln. Zum anderen bieten die Islam-Konstruktionen dieser beiden Autoren eine Basis für neue Identitätskonstruktionen im Sinne des „Neuen Deutschen“, innerhalb derer konträre Kategorien wie „deutsch“ und „muslimisch“ miteinander diskursiv in Beziehung gesetzt werden. Auf diese Weise werden Verhandlungsräume erschlossen, die einen Dialog zwischen dem Deutschen und dem Türkischen bzw. dem Islam möglich machen.

Songs of Gastarbeiter # 1
CD-Digipack mit Booklet, Trikont 2013 (erscheint Oktober) 17,99 EUR
Zusammengestellt von AYKU – das sind der Berliner Autor Imran Ayata und der Münchner Künstler Bülent Kullukcu. Die beiden wühlten in Archiven, durchforsteten Musiksammlungen ihrer Eltern und Bekannten, nervten Freunde und Fremde, um Songs der ersten Einwanderergeneration zu finden. Erstes Zwischenergebnis: über hundert Lieder, die von den ersten Jahrzehnten der Einwanderung in Almanya handeln. Eine Auswahl dieser Songs findet sich auf „Songs of Gastarbeiter # 1“, das Musiker aus der Türkei präsentiert. Ayata und Kullukcu geht es bei ihren Compilations weder um Vollständigkeit noch um ein Potpourri der Repräsentation. Ihr Kritierium ist ein einfaches: „Sie wählen Songs aus, die ihnen gefallen. AYKU heben musikalische Schätze, die Musikliebhabern in Deutschland kaum bekannt sein dürften und der Gefahr ausgesetzt sind, verloren zu gehen. Die allermeisten Songs ließen AYKU unberührt, bei einigen entschied sich das Duo für Remixe. Den Musiker Ozan Ata Canani baten die beiden, seinen Ohrwurm „Deutsche Freude“ im Studio neu aufzunehmen, weil von diesem Juwel keine hochwertige Aufnahme existierte. Die Lieder auf „Songs of Gastarbeiter # 1“ greifen Arbeitsbedingungen in den Fabriken auf. Sie erzählen vom Leben in Wohnheimen und dem neuen Alltag in Deutschland. Und immer wieder geht es um Sehnsucht und Liebe. Bemerkenswert auf diesem Album ist auch die musikalische Bandbreite der Songs. Mal reduziert auf Gesang und Saz, dann funky und groovige Tanzmusik oder ein musikalischer Rückgriff auf die deutsche Nationalhymne. Mit dabei u.a. Cem Karaca, Derdiyoklar, Seldar Bagcan, Özdemir Erdogan, Ozan Ata Canani, Gurbetci Riza, Asik Metin Türköz, Gülcan Opel.

Metin Eloglu: Fast eine Geschichte
173 S., binooki 2013 15,90 EUR
„Hätt ich nicht meinen gesunden Menschenverstand, ich könnte glatt verrückt werden. Da haben wir schon eine ganze Zeitlang Sommer, und trotzdem macht sich ein Wetter breit wie im tiefsten Februar. Am hellen Tage eine öde mitternächtliche Dunkelheit. Ich habe das Fleisch durch das Brot dividiert, das Ergebnis: Hunger. Ich konnte kaum sagen, warum das so war, aber obwohl ich in eine warme wattierte Jacke gehüllt war, ist mir plötzlich ganz kalt geworden, so ohne dich. Als ob ich erfrieren würde. Dabei hatte ich mit dem Trinken erst begonnen, als es bereits Tag wurde. Ist ja egal, was ich da soff. Schon der erste Schluck war mir verleidet; ich suchte einen ganz anderen neuen Geschmack; etwas, das noch niemand hatte kosten können, vielleicht etwas, das an einen leicht trüben, entfernten Himmel erinnerte, den man von den Fenstern aus nicht sehen konnte.“Die Erzählungen von Metin Elolu werfen kurze Schlaglichter auf eine längst vergangene Türkei und die Schattenseiten der Seelen ihrer Bewohner. Die Verlassenen, die Armen, Einsamen, die Trinker, Spieler und Träumer finden mit ihren Sehnsüchten Platz in diesem Buch – die Sehnsucht nach einem Leben, das mehr kennt als die aussichtslose Suche nach großem Glück oder Kleingeld für den Tag. In den abgelegenen Dörfern und den anonymsten Winkeln der großen Städte zeichnet Elolu Wege durchs Leben nach, ohne ihnen bis ans glückliche Ende zu folgen. Die Beobachtungen biegen vorher ab, brechen ab, lassen ungewisse Traurigkeit zurück und sind fast eine Geschichte.

Maria Skiadaresi: Das Herz nach Istanbul tragen
294 S., geb., Größenwahn Verlag 2013 (erscheint Herbst) 22,90 EUR
Orestis fliegt mit begründeter Angst geschäftlich nach Istanbul, dort lauert die Vergangenheit: Kindheit in Athen, Studium in England und eine Studienreise in die Türkei, die ihm das Unerwartete brachte: Murad – die Liebe seines Lebens. Nichts ist jemals für ihn klar geworden, nicht einmal die sexuelle Orientierung. Eine Liebeserklärung an Istanbul und eine Ode an die Liebe, die über Geschlecht und Nationalität steht, sich weder um sozialen Status noch um Ideologie schert und in jedem Körper ein zuhause finden kann, weiblich oder männlich – die Liebe kennt keine Unterschiede.

Mulis Ari / Christoph Straßer: Sie nannten mich Mehmet
Geschichte eines Ghettokindes

250 S., geb., riva 2013 (erscheint Oktober) 19,99 EUR
Neuer Zündstoff für das Brennpunktthema Migranten zwischen Kriminalität und perfekter Integration am Beispiel eines brisanten und berühmten Rechtsfalls, der bundesweit für Schlagzeilen sorgte und wieder sorgen wird. Abgeschoben mit 14 Jahren – sein Fall bewegte die Republik. Muhlis Ari wurde in den 90er-Jahren als „Crime-Kid“, „Horror-Kid“, „Klaukind“ und „Schrecken von Neuperlach“ landesweit bekannt. Der Sohn türkischer Einwanderer, geboren in München, hatte bis zu seinem 14.Lebensjahr mehr als 60 Straftaten begangen, und galt als schwer erziehbar. Die Behörden gaben dem jugendlichen Serientäter das Pseudonym „Mehmet“, um ihn vor der Öffentlichkeit zu schützen. Dieser Name wurde zum Symbol für eine gescheiterte Integration und einen überforderten, ausländerfeindlichen Rechtsstaat, der das Kind schließlich minderjährig und ohne seine Eltern in die Türkei abschob. Mehmet sprach damals zwar bayrischen Dialekt, aber kein türkisch – die Türkei kannte er nur aus dem Urlaub. Authentisch und ohne zu beschönigen schildert „Mehmet“, der heute 28 Jahre als ist und noch immer unfreiwillig in der Türkei lebt, in diesem Buch, wie es so weit kommen konnte, dass er wie ein Staatsfeind des Landes verwiesen wurde, und erklärt, weshalb er unbedingt wieder nach Deutschland zurück will.

Andreas Herzau: Istanbul
144 S., geb., Hatje Cantz 2013 Sonderausgabe anstatt 35,00 EUR nur 14,95 EUR
Mit einem Essay der bekannten türkischen Schriftstellerin Elif Safak. Die Diskussion um einen möglichen EU-Beitritt der Türkei veranlasste Andreas Herzau (geb. 1962 in Mainz), sich dem Land an der Grenze zwischen Europa und Asien in einer fotografischen Spurensuche zu nähern. In Istanbul konzentrieren sich Herausforderungen und Chancen einer Metropole zwischen Tradition und Erneuerung. Die Aufnahmen zeigen etwa Arbeiter auf der Fähre von einem Kontinent zum anderen, Muslime im Gebet, Menschen vor Schaufenstern und Modeplakaten oder Szenen des pulsierenden Kunstmarkts. Dem Genre der Straßenfotografie verpflichtet, taucht der Künstler ins öffentliche Leben ein und erkundet die Stadt zu Fuß – sehend, laufend, wartend.

Materialdienst. Zeitschrift für Religions- und Weltanschauungsfragen 6/13
Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen 2013 3,00 EUR
u.a.: Der Boom des Irrationalen – Zur Psychodynamik alternativer Glücksrezepte (was auch als Folge der großen Migrationsbewegungen in Europa zu erklären sei); Ein Reiseführer ins Jenseits? – das tibetische Totenbuch; Islam – Schura in Rheinland-Pfalz gegründet

Materialdienst. Zeitschrift für Religions- und Weltanschauungsfragen 7/13
Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen 2013 3,00 EUR
mehrere Berichte zur Auseinandersetzung mit humanistischen und atheistischen Gruppen, Wie viel Religion verträgt der Staat?, Islamkritik und Islamfeindlichkeit

Blätter für deutsche und internationale Politik 6/13
Blätter Verlag 2013 9,50 EUR
u.a.: Dirk Niebel – Die Entwicklungsbremse; Tunesischer Herbst – Das Ringen um die Frauenrechte; Machtkampf im Sahel – Mali und die Folgen; Propaganda und Märtyrertum – Drei Jahrzehnte Videodschihad; China vor der Revolution? – die Kommunistische Partei und die Korruption; Kolonialismus auf Samtpfoten – Die Handelspolitik der Europäischen Union; Das Regime der Prekarisierung – Europas Politik mit Schuld und Schulden; Die große Transformation der Religionen

Hamideh Mohagheghi / Klaus von Stosch (Hg.)
Gewalt in den heiligen Schriften von Islam und Christentum

240 S., Pb., Ferdinand Schöningh 2013 (erscheint Herbst) 29,90 EUR
In den gesellschaftlichen und politischen Diskussionen wird oft eine direkte Beziehung zwischen Religion und Gewalt erörtert, die darauf zielt, die Religion schlechthin als Ursache der Gewaltbereitschaft anzuprangern. Die Quellen der monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam beinhalten ein Gewaltpotential, das im Laufe der Geschichte immer wieder von ihren Anhängern instrumentalisiert wurde. Diese Quellen können wir verstehen, wenn wir an ihre Aussagen nicht mit unserer heutigen Denkweise herangehen, sondern versuchen, sie aus der Perspektive ihrer Entstehungszeit zu erfassen. In diesem Buch haben sich christliche und muslimische Theologinnen und Theologen dem Thema Gewalt in der Bibel und im Koran gestellt. Anhand von Textbeispielen und hermeneutischen Zugangsweisen werden die Probleme angesprochen und Möglichkeiten zum Verständnis und zur Auslegung erörtert.

Wolfgang Gehrcke / Christiane Reymann (Hg.)
Syrien – Wie man einen säkularen Staat zerstört
und eine Gesellschaft islamisiert

187 S., Papyrossa 2013 9,90 EUR
Längst ist in Syrien der anfangs friedliche Protest in einen von außen geschürten und finanzierten bewaffneten Aufstand übergegangen, der einem demokratischen Wandel die Luft abwürgt. Medial und politisch werden im Westen nur jene Kräfte wahrgenommen, die den gewaltsamen Sturz von Baschar al-Assad betreiben. Andere Stimmen finden kein Gehör. Ebenso wenig wird die Frage erörtert, wie und unter welchen Bedingungen festgestellt werden kann, was eine Mehrheit der Syrer will. Das vorliegende Buch skizziert Wege zur Beendigung der Gewalt und zu Verhandlungslösungen. Namhafte syrische Regierungskritiker beleuchten aus eigener Erfahrung Aufgaben und Chancen gewaltfreier demokratischer Opposition. Autorinnen und Autoren aus Ägypten, Libanon und Deutschland ordnen den Syrienkonflikt in die Geschichte des Nahen und Mittleren Ostens und untersuchen seinen Stellenwert in der Politik der USA, der NATO, der Bundesrepublik, Israels und der aufstrebenden Regionalmacht Türkei.

Kambiz Djalali: Das Fremde ist dem Eigenen zu Eigen
Die klassische persische Dichtung im deutsch-französischen Raum
des 19.Jahrhunderts

440 S., Pb., Königshausen & Neumann (erscheint 4.Quartal) 49,80 EUR
Der Band analysiert einen trilateralen Kulturtransfer. Er wird als interkulturelle Vermittlung von persischer Lyrik verstanden, die auf drei Untersuchungsebenen beschrieben wird: Zunächst selektieren deutsche und französische Orientalisten, Dichter und Diplomaten das Werk gewichtiger persischer Dichter und würdigen dessen ästhetische Qualität. Die daraufhin einsetzenden deutsch-französischen Rezeptionsprozesse der klassischen persischen Dichtung erfolgen institutionell, medial und individuell. Sie vollziehen sich in deutschen und französischen Übertragungen, in Nachahmungen, in Formen kultureller Adaptionen und in Kommentarformen. Das Buch wendet den methodischen Ansatz des Kulturtransfers auf eine trilaterale Konstellation an und berücksichtigt wirtschaftliche, politische, ideologische und emotionale Antriebskräfte von deutsch-französischen Rezeptionsprozessen der klassischen persischen Dichtung im deutsch-französischen Raum des 19.Jahrhunderts. Es stellt sich in der Untersuchung heraus, dass das Fremde dem Eigenen stets zu Eigen ist.

Beatrice Minda – Iran. Interrupted
152 S., 92 Abb., geb., Hatje Cantz 2013 (erscheint Juli) 38,00 EUR
Privathäuser in Iran: Einblicke in eine verborgene Welt. Beatrice Minda (geb. 1968 in München) beschäftigt sich immer wieder mit dem Verhältnis von privatem Raum, Erinnerung und Geschichte. Nach der ausdrucksstarken Erkundung rumänischer Interieurs in ihrem Bildband „Innenwelt“ reist die Künstlerin für ihre neue Arbeit in die Islamische Republik Iran. Dort taucht sie in die weitgehend unbekannte Welt privater persischer Wohnräume und Innenhöfe samt ihren Abschottungen durch Gitter, Mauern oder undurchlässige Vorhänge ein. In einem Land mit mehrtausendjähriger Geschichte folgt Beatrice Minda dabei der Fährte einer teils massiv verschütteten Tradition und identifiziert – trotz aller historischen Brüche – verborgene Zeichen von Kontinuität. In den sensiblen Farbbildern wird sicht- und spürbar, wie sich die gegenwärtige Geisteshaltung der Bewohner ebenso wie historische, kulturelle und soziale Zusammenhänge im Privatraum spiegeln. Subtil kommt dabei die gesellschaftspolitische Dimension von „Iran.Interrupted“ zum Ausdruck.

Der Iran Job – Die Geschichte eines amerikanischen Baseballspielers im Iran
Ein Dokumentarfilm von Till Schauder FSK 12

DVD, 91 Min. Good Movies 2013 (erscheint September) 19,99 EUR
2008 nimmt der amerikanische Basketballspieler Kevin Sheppard das Angebot an, in der Iranian Super League zu spielen und stellt sich einer großen Herausforderung: Er soll das neu gegründete blutjunge Team A. S. Shiraz in die Playoffs führen. Während die Spannungen zwischen dem Westen und dem Iran zunehmen und die Eskalation kurz bevor zu stehen scheint, versucht Kevin, zwischen Sport und Politik zu trennen. Er muss feststellen, dass dies im Iran unmöglich ist. In dieser Zeit macht er die Bekanntschaft dreier unabhängiger und selbstbewusster Iranerinnen. Durch sie wird Kevins Wohnung zu einem Ort offener Diskussionen über Politik, Religion und Geschlechterrollen. Kevins Saison im Iran gipfelt in etwas Größerem als Basketball: in der aufkommenden und anschließenden Unterdrückung der „grünen Revolution“ im Iran.

Ein Augenblick Freiheit – Leben ist mehr als nur Sein
Ein Film von Arash T. Riahi FSK 12

DVD, 110 Min., Good Movies 2013 (erscheint Oktober) 19,99 EUR
Der Film erzählt die tragikomische Geschichte von drei Flüchtlingsgruppen: zwei ungleichen Freunden, einer Familie mit einem kleinen Jungen und zweier junger Männer, die zwei Kinder aus dem Iran zu ihren Eltern nach Wien bringen sollen. Alle treffen sich in einem Hotel in Ankara, um dort auf den positiven Bescheid ihrer Asylanträge zu warten. Der Film erzählt mit viel Facetten von den ersten freien Atemzügen nach einer langen Phase der Repression. Er erzählt vom Mut, sich auf die Suche nach einem besseren Leben zu machen. Und er wirft einen exemplarischen Blick auf das, was vor den Grenzen der EU geschieht. „Ein Augenblick Freiheit“ enthält genug dramatischen Stoff für eine ganze Reihe von Filmen, aber Fares Fares („Kops“, „Jalla! Jalla!“) in der Rolle des daueroptimistischen kurdischen Lebenskünstlers Manu macht den Film zu einer unvergleichlichen Gratwanderung zwischen Drama und Komödie.

5 Jahre Leben FSK 12 – Ein Film von Stefan Schaller
DVD, 96 Min., Good Movies 2013 (erscheint Dezember) 19,99 EUR
Der Film basiert auf der wahren Geschichte des Deutsch-Türken Murat Kurnaz, der insgesamt fünf Jahre von den USA in Afghanistan und Guantanmo gefangen gehalten wurde. Er ist nicht nur die Chronik eines unvorstellbaren Missbrauchs, sondern zeigt auch den Überlebenswillen eines Mannes, dem man alles genommen hat. Zugleich schildert der Film das Duell zweier außergewöhnlich starker Persönlichkeiten. Auf der einen Seite Murat Kurnaz, der seinem Leben einen neuen Sinn geben wollte, als er sich dem Islam zuwandte und nach dem 11.September nach Pakistan aufbrach, um eine Koranschule zu besuchen. Auf der anderen Seite Gail Holford, Verhörspezialist der US-Regierung, der alle Tricks von Manipulation bis Einschüchterung beherrscht und dessen Hauptziel es ist, Kurnaz ein Geständnis zu entlocken. Aber Kurnaz hat nichts zu gestehen, er ist unschuldig. So verstreichen Monate – Monate voller psychischer und physischer Folter – bis Kurnaz begreift, dass seine Weigerung, ein Geständnis zu unterzeichnen, das Einzige ist, was ihm bleibt.

Elfriede Paulenz: Die Frau des Islamisten
294 S., novum verlag 2013 14,10 EUR
Das Buch zeigt auf, wie sich islamistischer Terror, zunächst unbemerkt, in einer renommierten Hamburger Bürgerfamilie einnistet und dort Unheil verbreitet.

Rudolf A. Mark: Krieg an fernen Fronten
Die Deutschen in Zentralasien und am Hindukusch 1914 – 1924

304 S., geb., Ferdinand Schöningh 2013 (erscheint Herbst) 58,00 EUR
Einsatzgebiet Hindukusch – nicht erst für die Bundeswehr! Die muslimischen Völker der Region sollten während des Ersten Weltkriegs auf oft abenteuerlich erscheinende Weise zum Dschihad gegen Russland und Großbritannien aufgestachelt werden. Rudolf A. Mark schildert in seinem neuen Buch kaum bekannte deutsche Aktivitäten in Zentralasien während der ersten Jahrzehnte des 20.Jahrhunderts. Eine deutsche Geheimmission ins unter britischem Einfluss stehende Afghanistan war Teil dieser Bestrebungen. Auch Zehntausenden in Russisch-Turkestan inhaftierter österreichisch-ungarischer und deutscher Kriegsgefangener war eine Rolle in den Aufstandsplanungen zugedacht. Nach der Oktoberrevolution versuchten deutsche Politiker und Militärs, die nach Autonomie und Unabhängigkeit strebenden Muslime zwischen Wolga und Hindukusch zur machtpolitischen Eindämmung Russlands und zum weltwirtschaftlichen Wiederaufstieg Deutschlands nach dem Kriegsende zu instrumentalisieren. Auch wenig bekannten Quellen und erstmals erschlossenem Archivmaterial vielfältiger Provenienz rekonstruiert der Autor die damaligen Pläne und Ereignisse. Ein vergessenes Kapitel deutscher Macht- und Großmachtpolitik!

Christian Koller: Die Fremdenlegion
Kolonialismus, Söldnertum, Gewalt 1831 – 1962

252 S., geb., Ferdinand Schöningh 2013 (erscheint Herbst) 29,90 EUR
Memoiren, Romane, Filme und Propagandaschriften haben den Ruf der Fremdenlegion als Sammelbecken von Kriminellen und Aussteigern, als sadistisch-militärische Hölle oder als exotische Lebenswelt romantischer Helden verbreitet. Christian Kollers faszinierendes Buch liefert die erste auf aktuellen sozial- und kulturgeschichtlichen Zugängen basierende Beschreibung dieser Söldnertruppe. Gestützt auf Selbstzeugnisse, Archivalien und Quellen zu den politischen und medialen Diskussionen über die Legion, beschreibt er deren Rolle als Instrument des Kolonialimperialismus, ihre nationale und soziale Zusammensetzung, ihre Darstellung und Mythisierung in Politik, Medien und Kultur. Auch die Identitätspolitik der Fremdenlegion, der eigene Blick der Legionäre auf Hierarchie, Disziplin, Kameradschaft, den mysteriösen „Cafard“, Alkohol, Prostitution und Homosexualität werden eingehend behandelt. Darüberhinaus findet das Verhältnis der Legionäre zu den kolonisierten Bevölkerungen eingehend Berücksichtigung – von kriegerischen Aufeinandertreffen bis zu mehr oder weniger gewaltgeprägten sexuellen Beziehungen.

Die Jungfrau, die Kopten und ich
FSK 12 – Ein Dokumentarfilm von Namir Abdel Messeh

DVD, 85 Min., good movies 2013 (erscheint Oktober) 19,99 EUR
Namirs Mutter ist eine koptische Christin. Sie ist überzeugt, dass sie auf einem Video aus ihrer ägyptischen Heimat eine Erscheinung der Jungfrau Maria gesehen hat. Ihr Sohn, der säkular in Frankreich aufgewachsen ist, will über das Phänomen einen Film drehen und reist zu seinen ägyptischen Verwandten. Er will den Zusammenhang zwischen der ägyptischen Zeitgeschichte und den Marienerscheinungen der koptischen Minderheit aufzeigen. Doch es gibt diverse Hindernisse: seine Eltern, die sich in den Film einmischen und seine Ideen kritisieren, sein französischer Produzent, der alle paar Wochen Änderungen vorschlägt, und nicht zuletzt das koptische Heimatdorf selbst. In schierer Verzweiflung beschließt Namir, seine eigenen Marienerscheinungen für den Film zu inszenieren. Aber dazu braucht er die Hilfe der Dorfbewohner und seiner Mutter, die, eigens angereist, am Set ungeahnte

Silvena Rowe: Orient Express
Unkomplizierte und schnelle Rezepte aus der orientalischen Küche

208 S., 82 Farbfotos, geb., AT Verlag 2013 (erscheint August) 24,90 EUR
Über 100 orientalische Köstlichkeiten, leicht, wohlschmeckend und schnell zubereitet. Geeignet für leichte Sommertage oder eine festliche Mezze-Tafel. Kraftvolle Aromenkombinationen mit modernem Touch. Dieses Buch ist ideal für alle, die nicht viel Zeit haben und dennoch die leichte, schmackhafte nahöstliche Küchen genießen möchten. Nach ihrem erfolgreichen Erstling „Granatapfel, Sumach & Zitrusduft“ geht es hier um all die delikaten kleinen Köstlichkeiten, wie man sie auf den Straßen und Märkten von Istanbul oder Damaskus findet: Köfte, Falafel und Pilaws, aber auch Süßes wie Vanille-Baklava oder Scholkoladen-Pistazien-Mousse. Mehr als 100 neue Rezepte, die sich für leichte Sommermahlzeiten ebenso eignen wie für eine große festliche Mezze-Tafel. Von der osmanischen Küche inspirierte Kreationen, in denen sich Honig mit Zimt, Safran mit Sumach vereinen und so Süßes mit Säuerlichem verschmilzt – gekonnt und mit einem meisterhaften modernen Touch für westliche Genießer umgesetzt. Eine unwiderstehlich leichte Küche mit eleganten und raffinierten Gerichten, die zugleich durch kraftvolle Aromen und ausgewogene Texturen bestechen.

Tom Franz: So schmeckt Israel
Meine Lieblingsrezepte aus der israelischen Küche,
gewürzt mit einer Prise Heimat

200 S., 100 Farbfotos, geb., AT Verlag 2013 (erscheint September) 24,90 EUR
Die kulinarische Welt Israels: eine Symphonie von Gerüchen, Aromen und Kulturen. Alle Sinne inspirierenden einfach nachzukochende Rezepte. Kochen hat für Tom Franz in erster Linie etwas zu tun mit Freude und der puren Lust am Leben. Speisen sind für ihn „Nahrung für die Seele“. Dabei entpuppt sich das Land, das zu 65 % aus Wüste und dem Toten Meer besteht, als ein wundersamer Garten Eden – mit Gemüse und Obst, das einen legendären Ruf besitzt. Ein Schlaraffenland. In diesem Buch öffnet Tom Franz einen Spalt zur Israelküche, die sich aus zahlreichen Erinnerungen an den heimatlichen Herd eingewanderter Juden speist. Israel ist ein kulinarischer Schmelztiegel. Immigranten aus ganz Europa, Russland und den USA, dem Fernen und Mittleren Osten haben das Land mitgeprägt. Mediterrane Zutaten, traditionell jüdische Küche, arabische Gewürze, moderne Rezepte: Diese ungeheure Vielfalt und diese unterschiedlichen Elemente verbinden sich zu spannenden Kombinationen. In Sachen Kulinarik ist Israel ganz auf der Höhe der Zeit. Sie zeichnet sich aus durch ihre Innovationsfreude und ihre Fähigkeit, über den Tellerrand zu schauen und fremde Elemente aufzunehmen. Ein ungewöhnliches Buch, ein großartiges Buch! Lasst uns Brücken bauen!

Alternative Tourism Group: Palästina Reisehandbuch
Geschichte – Politik – Kultur – Menschen – Städte – Landschaften

664 S., über 800 Farb- u. sw-Fotos, 60 politisch-historische Karten und Stadtpläne
geb., Palmyra Verlag 2013 29,90 EUR
Ein hochaktuelles Standartwerk! Das heilige Land beziehungsweise Israel/Palästina ist der Ursprungsort der drei großen monotheistischen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam. Das Land zwischen dem Mittelmeer und dem Toten Meer ist daher bereits seit Jahrhunderten eines der weltweit bedeutendsten Pilger- und Reiseziele. Der Tourismus in den palästinensischen Gebieten Westjordanland, Gazastreifen und Ostjerusalem ist seit 1967 hauptsächlich geprägt von israelischen und ausländischen Reiseveranstaltern, die sich auf Israel beschränken und den besetzten Gebieten sowie den Palästinensern nur geringe Beachtung schenken und die Touristen meist nur sehr einseitig über die palästinensische Seite informieren. Ähnliches gilt für einen Großteil der Reiseliteratur über Israel: Palästina kommt – wenn überhaupt – nur am Rande oder als Teil Israels vor. Dem möchte diese Publikation entgegenwirken. Sie ist auf dem deutschsprachigen Markt die erste Veröffentlichung, die Palästina dezidiert aus palästinensischer Sicht darstellt. Neben der Beschreibung der wichtigsten Landschaften und Städte wie Jerusalem, Bethlehem, Hebron, Nablus und Gaza sowie der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten, vermittelt das Buch vor allem ein umfassendes Bild der Geschichte, Politik und Kultur der palästinensischen Gesellschaft mit ihren schwierigen Lebensbedingungen unter der de facto immer noch bestehenden israelischen Besetzung (Flüchtlingslager, Checkpoints, Trennmauer, israelische Siedlungen u.a.). Ein weiterer Schwerpunkt des Reisehandbuchs ist die „Nakba“, die Vertreibung und Flucht der Palästinenser 1948. Der Idee eines „Kulturtourismus“ folgend, widmet sich das Buch auch ausführlich den Begegnungsmöglichkeiten zwischen Touristen und Palästinensern. Ergänzt wird der Inhalt durch über 800 Farb- und Schwarz-Weiß-Fotos sowie einen umfangreichen Info- und Serviceteil mit vielen praktischen Tipps, Karten, Stadtplänen, Webguide und nützlichen Adressen. Als Standartwerk richtet sich das Buch nicht nur an politisch, geschichtlich, kulturell oder religiös interessierte Reisende, sondern an alle, die grundsätzlich mehr über Palästina und die Palästinenser erfahren möchten. Die Alternative Tourism Group (Gruppe für Alternativtourismus, ATG) ist eine in Beit Sahour bei Bethlehem ansässige Nichtregierungsorganisation (NGO), die für Touristen Reisen und Begegnungen in Palästina organisiert. 2007 war die ATG Preisträgerin beim „ToDo! – Wettbewerb für sozial verantwortlichen Tourismus“.

The Invesible Men FSK 12 – Ein Dokumentar-Film von Yariv Mozer
DVD, 69 Min., good movies 2013 (erscheint Oktober) 19,99 EUR
Der Film erzählt die Geschichte von drei schwulen Palästinensern, die aus ihrem ursprünglichen Lebensumfeld fliehen mussten und sich jetzt illegal in Tel Aviv aufhalten. Louie, 32, der sich seit acht Jahren in Tel Aviv versteckt; Abdu, 24, der in Ramallah geoutet wurde und daraufhin von den palästinensischen Sicherheitskräften der Spionage beschuldigt und gefoltert wurde; und Faris, 23, der von der West Bank nach Tel Aviv vor seiner Familie floh, die ihn töten wollte. Um zu überleben, suchen sie Asyl in Drittländern, jenseits von Israel und ihrer Heimat Palästina…

Insa Meinen / Ahlrich Meyer: Verfolgt von Land zu Land
Jüdische Flüchtlinge in Westeuropa 1938 – 1944

352 S., geb. Ferdinand Schöningh 2013 (erscheint Herbst) 39,90 EUR
Geflohen und doch deportiert. Fluchten als Reaktion auf Verfolgung und Deportation zählten zu den wichtigsten Überlebensstrategien der Juden während der Zeit des Nationalsozialismus. Insa Meinen und Ahlrich Meyer begeben sich auf die Spuren von Juden aus Deutschland und Österreich, die ab 1938 vor der antisemitischen Gewalt nach Belgien flüchteten. Auch berichten sie erstmals über die schon im Zeichen des Genozid stehenden Fluchten von Juden innerhalb Westeuropas ab 1941/42. Der Leser bekommt ein eindrückliches Bild davon, welche immer neueren Anstrengungen die Menschen auf sich nahmen, um sich und ihre Familien vor dem Untergang zu bewahren. Im Mittelpunkt stehen die Rettungsversuche der vielen „namenlosen“ jüdischen Flüchtlinge. Ihre Schicksale werden aus verstreuten Akten, Karteien und Transportlisten der Todeszüge nach Auschwitz erschlossen. Das Buch würdigt diejenigen, die der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik zum Opfer fielen und über deren Widerstand bislang kaum etwas bekannt war.

Amos Oz: Unter Freunden
215 S., Suhrkamp 2013 18,95 EUR
In seinem neuen Erzählungsband knüpft Amos Oz an seine großen Erfolge an und kehrt zu seinen Wurzeln zurück, zu der Zeit, die ihn am meisten inspiriert hat: seine Kibbuz-Jahre. Die acht Erzählungen spielen im fiktiven Kibbuz Ikat und zeichnen prägnante und feinfühlige Porträts von Frauen und Männern, die ihren ganz eigenen Träumen und ihrem eigenen Schmerz nachhängen, immer im Schatten des großen Traums vom Kollektiv. Da ist Zvi, der pessimistische Gärtner, der alle im Kibbuz mit aktuellen Katastrophenmeldungen versorgt; David, der Lehrer, der die Frauen liebt; Nina, eine eigensinnige junge Frau, die es keine Nacht mehr mit ihrem Mann aushält; und Martin, ein Schuster, der den Holocaust überlebt hat. Oz tastet sich behutsam an seine Figuren heran, beobachtet sie, ihre Ängste, Hoffnungen und Sehnsüchte mit nüchternem Blick und mit großer Empathie. Jede dieser Geschichten ist ein literarisches Kleinod, alle zusammen ergeben sie ein Porträt einer großen Idee und einer ganz spezifischen Zeit.

Yoram Kaniuk: 1948
248 S., geb., Aufbau 2013 19,99 EUR
„Wir waren wie Kinder, geradezu unverschämt jung. Einfaltspinsel waren wir, Partisanen.“
Dies ist die Geschichte eines jungen Mannes, der voller Heldenmut die Schule verlässt und kurz darauf dem Tod in die Arme läuft. Der im Mut die Sinnlosigkeit erkennen muss, die historische Schuld bei allem Recht, die Naivität im Heroismus. Fünf Jahrzehnte konnte der große israelische Schriftsteller Yoram Kaniuk nicht über seine Erlebnisse im Unabhängigkeitskrieg von 1948 schreiben. Jetzt erzählt er in unwiderstehlich schönen Bildern und schockierenden Momentaufnahmen von dem Kampf, der zur Entstehung des Staates Israel führte. Mit historischer Karte, Zeittafel, Glossar und einem Porträt des Autors im Anhang. „Kaniuk hat sich nie gescheut, bis an die Grenze des Sagbaren zu gehen, und manchmal darüber hinaus.“ FAZ

Yehudit Sasportas – Seven Winters
224 S., 160 Abb., Pb., Hatje Cantz 2013 (erscheint August) 30,00 EUR
Monografie zu jüngeren Arbeiten der israelischen Künstlerin. Den Schwerpunkt dieser Publikation bilden Werke von Yehudit Sasportas (geboren 1969 in Ashdod, Israel) aus den letzten zehn Jahren. Neben sechs Skulpturen sind das die riesigen, dramatischen Tuschezeichnungen und Aquarellsskizzen der Serie „Shichecha“ der in Berlin lebenden Künstlerin, die ihre besondere Arbeitsweise erkennen lassen und hier zum ersten Mal reproduziert werden. Sie beziehen sich motivisch auf ein Moor in Norddeutschland und kreisen wie ein Mahlstrom um die Prozesse des Vergessens und Erinnerns. Zudem dokumentiert der Band ein Video von Yehudit Sasportas, das sich dem Ausstellungsensemble in Jerusalem widmet und die gesamte Installation in unterschiedlichen skulpturalen Zusammenhängen präsentiert. Die Künstlerin möchte mit ihrer Arbeit visuelle Brücken bauen und Rohmaterial heben, das in der Seele des Betrachters verborgen liegt. Sie demonstriert in ihrem Werk ein fortgesetztes Interesse daran, tiefere, verschüttete Schichten aufzudecken und deren politische, soziale und spirituelle Bedeutung für die sichtbare Welt „über Tage“ zu enthüllen.

Martin Hofbauer / Philipp Münch: Mali
272 S., Pb., Ferdinand Schöningh 2013 (erscheint Herbst) 14,90 EUR
Dieser neue „Wegweiser zur Geschichte“ bietet Hintergrundwissen zu Geschichte, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Malis, ohne das die aktuellen Ereignisse dort nur schwer einzuordnen sind. Über Jahrzehnte galt der westafrikanische Staat als politische „Vorzeigedemokratie“ auf dem Kontinent. Nur wenige kulturinteressierte Reisende und moderne Abenteurer suchten die Große Moschee des UNESCO-Weltkulturerbes in Djennè auf, besuchten das legendäre Timbuktu oder ließen sich von der atemberaubenden Schönheit der Wüste in ihren Bann ziehen. Mit dem Militärputsch in der Hauptstadt Bamako im März 2012 und dem Aufstand bewaffneter Gruppen im Norden des Landes änderte sich die Situation schlagartig. Der Einsatz französischer Streitkräfte im Januar 2013 dynamisierte die Situation noch weiter. Mali trat in das Blickfeld der Weltöffentlichkeit. Hier findet der Leser verständliche und zuverlässige Informationen über die historischen, politischen sowie kulturellen Zusammenhänge in der Krisenzone. Namhafte Fachwissenschaftler und andere ausgewiesene Sachkenner stellen die Entwicklungen bis zur Gegenwart übersichtlich dar. Der Band ist durchgehend mit farbigen Karten und Abbildungen sowie einem Serviceteil ausgestattet, der eine Zeittafel, Literaturtipps und Internetlinks umfasst.

Ahmadou Kourouma: Monnè. Schmach und Ärger
332 S., Diaphanes 24,80 EUR
Mit Hexerei, islamischen Gebeten, exzessiven Opfergaben und dem Bau eines massiven Schutzwalls will König Djigui Keita sein vollendetes Reich vor den vorrückenden französischen Eroberern schützen. Doch eines Tages steht plötzlich eine französische Kolonne vor ihm, die völlig unbehelligt über den verzauberten Hügel geritten kam und nun freundlich grüßt. Der intrigante Übersetzer, den die Franzosen mitbringen, gehört zu allem Überfluss zum Clan der Soumaré und ist für Djigui unantastbar. So nimmt die Kolonisierung – das größte »monnè«, die größte Schmach aller Zeiten – ungehindert ihren Lauf.Der Roman erzählt die Geschichte der französischen Kolonisierung Westafrikas als eine Geschichte der Missverständnisse. Voll beißender Ironie und mit unerschöpflichem Sprachwitz wagt dieses Buch den anderen Blick auf die afrikanisch¬-europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts und berührt grundsätzliche Fragen der Verständigung, der kulturellen Unterschiede und nicht zuletzt der fortwirkenden Stereotype. Ahmadou Kourouma war einer der bedeutendsten Autoren der afrikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Aus politischen Gründen verbrachte er die meiste Zeit seines Lebens im Exil in Algerien, Kamerun, im Togo und in Frankreich. Der aufklärerische, kritische und oft satirische Gestus seiner Romane brachte ihm den Ruf eines »afrikanischen Voltaire« ein. Sein Umgang mit der französischen Sprache ist geprägt von kritischer Aneignung, Umformung und spielerischer Unterwanderung der Kolonialsprache.

Alain Mabanckou: Zerbrochenes Glas
224 S., Liebeskind 18,90 EUR
»Zerbrochenes Glas« ist Stammkunde einer heruntergekommenen Bar in Brazzaville, deren Name Programm ist: »Angeschrieben wird nicht«. Tag für Tag versammelt sich hier ein Haufen skurriler Gäste, um Palmwein zu trinken und über das Leben zu schwadronieren. Der Kirche ist die Bar ein Dorn im Auge, denn manch einer der Gläubigen erliegt der Versuchung, die Messe zu schwänzen und stattdessen einen zur Brust zu nehmen. Doch die ständigen Anfeindungen lassen den Wirt kalt, schließlich nennt man ihn nicht umsonst »Sture Schnecke«. Und die Kundschaft zeigt sich solidarisch bis zum letzten Tropfen: Als »Zerbrochenes Glas« sich daranmacht, für die Nachwelt die Historie des Etablissements niederzuschreiben, erzählt jeder Gast nur allzu gerne die Geschichte seines Lebens … Alain Mabanckou wurde 1966 in der Republik Kongo geboren. Mithilfe eines Förderstipendiums verlässt er Ende der achtziger Jahre seine Heimat, um in Paris sein Jurastudium fortzusetzen. Danach Eintritt in einen französischen Wirtschaftskonzern, für den er fast zehn Jahre lang als juristischer Berater tätig ist. Während dieser Zeit erscheinen zwei Lyrikbände und sein Debütroman, für den er den »Grand Prix littéraire de l’Afrique noir« erhält. Weitere Romanveröffentlichungen folgen, darunter »African Psycho« (2003) und »Black Bazar« (2009). Mit seinem Roman »Stachelschweins Memoiren« gewinnt er 2006 den renommierten Prix Renaudot, 2012 wird er von der Académie française für sein Gesamtwerk mit dem Grand Prix de Littérature ausgezeichnet. Alain Mabanckou lebt abwechselnd in Paris und Los Angeles.

Sonja Malzner: „So sah ich Afrika“
Die Repräsentation von Afrikanern in plurimedialen Reiseberichten

der ersten Hälfte des 20.Jahrhundert
550 S., Pb., Königshausen & Neumann 2013 (erscheint 4.Quartal) 49,80 EUR
Die vorliegende Arbeit, die sich in die interkulturelle Literatur- und Medienwissenschaften einschreibt, unternimmt eine systematische Aufarbeitung der Repräsentation von Afrikanern im plurimedialen Afrika-Reisebericht der Blüte- und Endzeit des Kolonialismus (1885 – 1960). Zum ersten Mal wird diese besondere Ausprägungsform des Reiseberichts, die Fotografien und Texte miteinander verbindet, hinsichtlich ihrer Strukturen und Funktionen in ihrer formalen und editorischen Entwicklung, ihren internen Widersprüchlichkeiten und Ambivalenzen, der Heterogenität ihrer Afrika-Darstellungen sowie in ihren Verknüpfungen mit ihren politischen, ethnographischen und ästhetischen Diskursen einem „close reading“ unterzogen. Ausgehend von acht Einzelanalysen deutscher, schweizerischer, französischer und englischsprachiger Werke werden dabei unter Einbeziehung eines umfangreichen Referenzkorpus methodische Analyseelemente entwickelt, die auch auf andere Untersuchungsgegenstände übertragen werden können.

Martin Siefkes: Sprache, Glaube und Macht
Die Aufzeichnungen des Johannes Spiecker in Deutsch-Südwestafrika
zur Zeit des Herero-Nama-Aufstandes

204 S., Pb., Königshausen & Neumann 2013 (erscheint 3.Quartal) 29,80 EUR
Von 1905 – 1907 unternahm der Missionarsinspektor Johannes Spiecker eine Reise durch Deutsch-Südwestafrika, das heutige Namibia. Zu dieser Zeit fand der Aufstand der Herero und Nama gegen die deutsche Besetzung statt. Die Mission, die das Vertrauen der schwarzen Bevölkerung weit eher besaß als Kolonialregierung und Siedler, wurde dabei zu einer politischen Kraft. Sie schickte Boten aus, um die Aufständischen zur Aufgabe zu bewegen, und richtete Sammelstellen für Heimkehrer ein; diese wurden anschließend meist in Konzentrationslager verbracht, wo viele starben. Spieckers Rolle ist von besonderem Interesse, weil er bei Missionaren und Kolonialregierung ebenso Ansehen besaß wie bei den Stammeshäuptlingen. Er intervenierte für die Gefangenen und gegen die Vernichtungspläne deutscher Militärs. Um die Ausbreitung des Krieges zu verhindern, setzte er sich bei einem Gouverneur gegen einen Ovambofeldzug ein und reiste zudem – gegen die Anweisung der Deputation in Barmen – in die nördlichen Ovambogebiete, um Häuptling Nechale zu treffen. Diesem empfahl er eindringlich die Unterwerfung unter die Kolonialregierung. Spieckers Rolle ist also ambivalent; seine Einmischung in politische und militärische Entscheidungen könnte die Entwicklung des Krieges beeinflusst haben. Seine privaten Aufzeichnungen werden hier erstmals umfassend vor dem historischen Hintergrund ausgewertet.

Ulrich Seidl – Paradies: Liebe FSK 16
DVD, 121 Min., Good Movies 2013 (erscheint September) 19,99 EUR
Der erste Teil von Ulrichs Seidls „Paradies“-Trilogie: makellos schöne Bilder treffen auf gnadenlos bösen Witz. Teresa ist 40 Jahre alt, alleinerziehende Mutter und nicht mehr besonders gut in Form – null Sexualleben, unaufgeregter Lebensabend, unselbstständige Kinder. Was ihr am meisten fehlt, ist für sie jedoch unerschwinglich: das Gefühl, begehrt zu werden. Ihre Sehnsucht nach Liebe und der Marktwert ihres Körpers driften proportional auseinander. Im Urlaub in Afrika möchte Teresa davon eine Auszeit nehmen. An den weißen Stränden Kenias sind die Männer zahlreich und die Angebote noch viel mehr. Als so genannte Supermamas genießen Teresas Freundinnen die Liebesdienste junger schwarzer Beachboys, die sich so ihren Lebensunterhalt verdienen. Bedrängt von eifrigen Männern wird auch Teresa unversehens zur Sextouristin. Hier spricht man eine neue Sprache der Liebe, die auch Teresa verstehen kann. Nur wird Teresa auf der Jagd danach selbst zum Opfer…

Ulrich Seidl – Paradies: Glaube FSK 16
DVD. 113 Min., Good Movies 2013 (erscheint Oktober) 19,99 EUR
Der zweite Teil von Ulrich Seidls „Paradies“-Trilogie, ausgezeichnet mit dem Spezialpreis der Jury beim Filmfestival in Venedig 2012. Anna Maria ist mit Leib und Seele Katholikin. Sie rutscht auf Knien betend durch die Wohnung, ihr Haus hat mehr Kruzifixe als eine Kirche und zur Strafe für fremde Sünden peitscht sie sich gern mal aus. Ihren Jesus nimmt Anna Maria sogar mit ins Bett und den Urlaub verbringt sie damit, eine Wandermutter-Gottes-Statue von Haus zu Haus zu tragen, um Einwanderer vom christlichen Paradies zu überzeugen und Österreich wieder katholisch zu machen. Eines Tages kehrt ihr Ehemann Nabil, ein im Rollstuhl sitzender Moslem, nach Jahren der Abwesenheit aus Ägypten zurück. Ein Kleinkrieg um Ehe und Religion beginnt. Ihr Glauben wird auf eine harte Probe gestellt. Denn die Sehnsucht nach körperlicher Nähe bringt Anna Maria und ihre fanatische Mission doch an ihre Grenzen…

Ulrich Seidl – Paradies: Hoffnung FSK 12
DVD, 91 Min., Good Movies 2013 (erscheint November) 19,99 EUR
Der dritte Teil von Ulrich Seidls „Paradies“-Trilogie. Melanie ist ein schönes, junges Mädchen mit einem entscheidenden Problem: sie ist übergewichtig. Während ihre Mutter in Kenia Urlaub macht und ihre Tante Anna Maria in christlicher Mission um die Häuser zieht, bereist Melanie ein anderes Universum: die Welt der Kalorientabletten und der Sporterziehung. Zwischen Wiesenwanderungen und nächtlichen Kissenschlachten werden ihre Ferien mit anderen Jugendlichen im Diätcamp zu einer Zeit der Freundschaft und der Liebe. Melanie verliebt sich in einen 40 Jahre älteren Arzt, den Leiter des Camps. Sie kämpft um ihn mit der Ausschließlichkeit der ersten Liebe und will ihn aller Unschuld verführen. Der Doktor begehrt Melanie und versucht, gegen die Schuld dieser Liebe anzukämpfen, weiß er doch um ihre Unmöglichkeit. Seidl zeigt sich hier von seiner versöhnlichsten und unberechenbarsten Seite. Eine Reifeprüfung mit großer Zartheit und ungewohnter Heiterkeit.

Ulrich Seidl – Paradies Trilogie Liebe Glaube Hoffnung – Die Box
3 DVDs, Good Movies 2013 (erscheint November) 39,99 EUR
Die Suche nach dem Paradies vereint in Ulrich Seidls Spielfilm-Trilogie drei Frauen, die auf ganz unterschiedliche Art versuchen, einem Ideal nahe zu kommen, das vielleicht nur eine Illusion ist: eine lebenslustige Sextouristin in Kenia in „Paradies: Liebe“, eine streng katholische Missionarin in „Paradies: Glaube“ und eine junge, unerfahrene Frau im Diätcamp in „Paradies: Hoffnung“. Seidl erzählt ihre Geschichten mit großer Realitätsnähe, mit schwarzem Humor und in präzisen Bildkompositionen – den berühmten „Seidl-Tableaus“. Die Filme sind so unterhaltsam wie verstörend und konfrontieren den Zuschauer in teils skurrilen, teils zarten, teils brutalen Szenen mit sich selbst. Dabei gelang Seidl ein einzigartiger Coup: Jeder Teil der Trilogie feierte seine Weltpremiere auf einem der bedeutendsten internationalen Filmfestivals – „Liebe“ in Cannes, „Glaube“ in Venedig und „Hoffnung“ in Berlin.

Tabu – Eine Geschichte von Liebe & Schuld FSK 0, ein Film von Miguel Gomes
DVD, 111 Min., Good Movies 2013 (erscheint Oktober) 19,99 EUR
Die gläubige Rentnerin Pilar verbringt ihre Zeit damit, Gutes zu tun und anderen zu helfen. So sorgt sie sich auch um ihre einsame Nachbarin Aurora, eine exzentrische achtzigjährige Dame. Während sich Pilar ihrem katholischen Glauben widmet, verspielt Aurora ihr letztes Geld im Casino und verdächtigt ihre kapverdische Haushälterin Santa, sie mit Voodoo zu verhexen. Als Aurora im Sterben liegt, sucht Pilar auf ihren Wunsch hin einen gewissen Gian Luca Ventura. Sie findet ihn im Altersheim, und wie sich herausstellt, verbindet ihn mit Aurora eine Geschichte, die fünfzig Jahre zurückliegt, in der Zeit kurz vor dem Ausbruch des portugiesischen Kolonialkrieges. Gian Lucas Geschichte bringt eine von Liebe und Leidenschaft erfüllte Welt zum Leben, die an die Magie der goldenen Stummfilm-Ära des Hollywood-Kinos erinnert. Er beginnt seine Erzählung mit den Worten: „Aurora hatte eine Farm in Afrika, am Fuße des Monte Tabu..“

Das Bauhaus in Kalkutta
Eine Begegnung kosmopolitischer Avantgarden

176 S., 119 Abb., Pb., Hatje Cantz 2013 (erscheint August) 29,80 EUR
Neu entdeckt: gesellschaftliche Parallelen, kulturelle Verwandtschaften und gemeinsame Visionen der westlichen Nachkriegsmoderne und des postkolonialen Indien. Die Bauhausausstellung in Kalkutta 1922 war im internationalen Kunstbetrieb ein einmaliges Ereignis – ein Aufeinandertreffen künstlerischer wie intellektueller Verwandtschaften. Die westliche Moderne, die nach dem Ersten Weltkrieg auf der Suche nach geistiger und künstlerischer Erneuerung war, traf auf ihr indisches Pendant, das sich von den kolonialen Zwängen kulturell emanzipiert hatte. Werke von Paul Klee, Lyonel Feininger und Johannes Itten sowie von weiteren Bauhauskünstlern wurden bei diesem ersten internationalen Auftritt des Bauhauses neben Arbeiten moderner indischer Künstler wie Nandalal Bose, Sunayani Devi sowie Abanindranath und Gagenendranath Tagore präsentiert. Die Publikation zeigt auf, wie es zu dieser außergewöhnlichen Begegnung kam und stellt die damalige Ausstellung als exemplarischen Fall für eine Kunstgeschichte vor, die, statt über westöstliche Transformationen zu berichten, über gemeinsame Visionen schreibt.

Barbara Lukoschek: Ethik der Befreiung
Engagierter Buddhismus und Befreiungstheologie im Dialog

280 S., Pb., Ferdinand Schöningh 2013 (erscheint Herbst) 39,90 EUR
Globale Herausforderungen wie das Armutsproblem und die Wirtschaftskrise stellen die Weltreligionen vor die Aufgabe, einen Beitrag zur Orientierung zu leisten, der in die Tiefe der religiösen Welt- und Selbstdeutung des Menschen hineinreicht. Welche Wege der Analyse und Bewältigung weisen das Christentum und der Buddhismus auf? Und wie können sie sich diese gegenseitig ergänzen und bereichern? Der vorliegende Band entschlüsselt mit schwerpunktmäßigem Bezug auf den Jesuiten Aloysius Pieris und den Theravada-Mönch P.A. Payutto die ethische und soteriologische Systematik hinter den Positionen der Befreiungstheologie und des hierzulande noch kaum bekannten Engagierten Buddhismus. Wirtschaftsethisch konkretisiert wird der komparative Ansatz durch den interdisziplinären Brückenschlag zu den Wirtschaftswissenschaftlern Franz Josef Hinkelammert und Karl-Heinz Brodbeck. Die dialogische Betrachtung eröffnet gewinnbringende Perspektiven hinsichtlich der komplementären Pole Weisheit (Gnosis) und Liebe (Agape) sowie Freiheit und Hingabe.

The Beauty of Buddha
96 S., 80 farbige Abb., geb., Hirmer 2013 (erscheint September) 34,90 EUR
Text in deutsch, englisch und chinesisch. Faszinierende sensible Aufnahmen birmanischer Buddha-Köpfe der Sammlung Sabine Meister. Fotografie im Dialog mit der Kunst des Fernen Ostens. Meditative Konzentration in Buchform. Das Schaffen von Buddha-Figuren hat eine lange Tradition und reicht über 2500 Jahre zurück. Stets stellen die Meisterwerke dabei ein Ideal des menschlichen Seins dar. Sich als Künstler einem solchen Thema zu widmen, ist daher eine besondere Herausforderung. Meint man in der archetypischen Darstellung Buddhas nichts Neues mehr zu sehen, so entdeckt man bei genauerer Betrachtung doch entscheidende Unterschiede. Die Publikation zeigt die umfassende Buddha-Sammlung Sabine Meister aus der Perspektive des Künstlers und Fotografen Hubertus Hamm – faszinierend inszeniert und mehr als nur Fotografie. Vielmehr begab er sich intensiv in einen Dialog mit den aus Birma stammenden Meisterwerken. Er reflektiert als Mensch und Künstler, schafft Bildräume und fotografische Antworten. Er öffnet den Raum, den diese Werke in ihrer Gültigkeit für jeden haben können. Dieser Bildband offenbart dem Betrachter nicht nur die Schönheit der Sammlung Sabine Meister, sondern ermöglicht auch den Zugang zu der gestaltgewordenen Geisteshaltung des Zen.

Siebold-Wissenschaftsstiftung (Hrsg.)
Geschichte und Geschichtsbilder in den Beziehungen Japan – Europa

140 S., Pb., Königshausen & Neumann 2013 (erscheint 3.Quartal) 19,80 EUR
Philipp Franz von Siebolds Einfluss bei der Wiedereröffnung Japans gegenüber dem Westen – Die Geschichtsschreibung und das erzählerische Geschichtsbild im japanischen Altertum – Romantisch-sentimentale und spekulative Geschichtsbilder in den historischen Spielen des klassischen Puppentheaters (Ningyo joruri – Bunraku) – Geschichtsbilder im wahrsten Sinne des Wortes: Historische Photographien aus dem Nachlass des Japan- und Siebold-Forschers Friedrich M. Trautz (1877 – 1952) – Von Die Geisha zu My Japanese Boy – Einige Anmerkungen zu einem Paradigmenwechsel in der westlichen Populärmusik über Japan – Kohabilation? Nein danke! Meji-Japan und seine Fremden

Kimsooja – Unfolding
224 S., 122 farbige Abb., geb., engl. Sprache
Hatje Cantz 2013 (erscheint Oktober) 39,80 EUR
Nachschlagewerk und retrospektiver Werkkatalog zu den Arbeiten von Kimsooja. Die südkoreanische Künstlerin Kimsooja (geboren 1957 in Taegu) sorgt mit ihren auf Video festgehaltenen Skulpturen, Aktionen, Performances und Interventionen sowie durch zahlreiche Einzelausstellungen weltweit für große Aufmerksamkeit. In ihren zwei- oder dreidimensionalen künstlerischen Arbeiten untersucht sie eine alltägliche Aktivität. Zentrales Element ihres Werks ist ein „Bottari“, ein Matratzen- oder Bettbezug, der auch als Reisebündel dient und dann Hab und Gut birgt und schützt. In Korea werden diese Bezüge traditionell selbst genäht – eine Frauenarbeit, die Generationen umspannt und Individuen zusammenführt. Farbenfrohe Seidenstoffe, Wäschewaschen oder Nähen sowie eine Reihe von symbolhaften Verkörperungen der Künstlerin, etwa ihre Rolle als „Needle Woman“, stehen im Zentrum von Kimsoojas Werk, in dem sie nicht zuletzt die weibliche Seite der Conditio humana reflektiert. Die Monografie stellt erstmals die bedeutendsten Arbeiten der Künstlerin aus den letzten 30 Jahren im Überblick vor.

Shifting Gravity – World Biennial Forum Nr. 1
256 S., 60 Abb., Pb., Hatje Cantz 2013 20,00 EUR
Die globale Bedeutung von Kunstbiennalen. Vorm ersten World Biennal Forum im südkoreanischen Gwangju inspiert. Die weltweite Zunahme an Biennalen während der letzten Jahrzehnte – vor allem in Asien – führt zur Verlagerung der Schwerpunkte zeitgenössischer Kunst und zeigt, dass die Zusammenhänge von künstlerischer Produktion, repräsentativen Institutionen und sozialen Netzwerken neu organisiert werden. Biennalen sind nicht nur ein Spiegel der aktuellen Kunst für Experten, sondern ziehen auch ein zunehmend größer werdendes allgemeines Publikum an. Diesen Veränderungen ging das erste World Biennial Forum nach, das von der Biennial Foundation initiiert und von der Gwangju Biennale Foundation in Südkorea ausgetragen wurde. Die Publikation enthält die Beiträge und Ergebnisse des Forums. Die Texte behandeln etwa Fragen zur Demokratie oder vorherrschender Ästhetik und thematisieren Begriffe wie „Weltbürgertum“. Darüber hinaus werden einzelne Modelle von Biennalen vorgestellt. Die Entstehung und Geschichte von Biennalen kommt ebenso zur Sprache wie das Verhältnis zwischen der Kunst und anderen Disziplinen. Eine Auswahl der vorgestellten Biennalen: Biennale of Sydney, Chabi Mela, Emergency Biennale, Istanbul Biennial, Mediacity Seoul, Shanghai Biennale, Taipei Biennial.

Warhol in China
312 S., 290 Abb., geb., Hatje Cantz 2013 (erscheint August) 39,80 EUR
Massenproduktion als künstlerisches Ausdrucksmittel – Warhol meets Made in China.
Als Andy Warhol 1982 über Hongkong nach Peking flog und seine Eindrücke in knappen Tagebuchnotizen und ausführlich fotografisch festhielt, sah er sich einer chinesischen Hauptstadt gegenüber, die kaum kommerzielle Einflüsse zeigte und kurz vor einer gewaltigen Wende stand. Warhol gelangen an diesem entscheidenden Wendepunkt Fotos, die heute neben ihrem künstlerischen auch einen dokumentarischen Wert haben. Nach den dramatischen Verwerfungen der Kulturrevolution konnte in dem streng überwachten und gleichgeschalteten Riesenreich erst nach Maos Tod 1976 mit der vorsichtigen Öffnung des Landes eine Kunstszene entstehen. Neue künstlerische Strategien und Materialien hielten Einzug, die Künstler der Gruppe The Stars, unter ihnen Ai Weiwei, verarbeiteten offensiv Einflüsse von Andy Warhol und anderen Protagonisten der Pop-Art in ihren Werken. Andy Warhols millionenfach vervielfältigter Siebdruck „Mao“ (1972) wurde für sie zum Ausgangspunkt einer kritischen künstlerischen Auseinandersetzung mit den Symbolen der kommunistischen Staatsführung.

Carolyn und Chris Caldicott: World Food Cafe – quick and easy
Vegetarische Gerichte aus aller Welt

200 S. , Fotos, geb., Freies Geistesleben 2013 (erscheint Oktober) 19,90 EUR
Vegetarisches Street Food aus aller Welt. Reisende soll man nicht aufhalten – besonders dann nicht, wenn es Carolyn und Chris Caldicott sind, denn sie bringen Rezepte aus der ganzen von ihren Reisen für uns mit. Nach ihrem Bestseller „World Food Cafe“ (192 S., 7.Auflage, geb., Freies Geistesleben) ist der neue Band eine köstliche Fundgrube an vegetarischen Street-Food-Rezepten, die leicht zubereitet werden können und die weite Welt ohne großen Aufwand, dafür aber mit garantiertem Gaumenkitzel nach Hause holen. Die ergänzenden Reiseanekdoten und –fotos sorgen für zusätzliche Würze. Ausgewählte vegetarische Rezepte und Reisegeschichten aus Bangladesh, Bhutan, Burma, Chile, Kuba, Japan, Laos, Lappland und Helsinki, Namibia, Syrien, Vietnam.

Jean-Philippe / Mido & Hando Yousouf: Vietnam. 120 Originalrezepte
213 S., 215 Farbfotos, Dorling Kindersley 2013 26,95 EUR
Eigenständig, aber geprägt durch chinesische, thailändische und indische Einflüsse und die kulinarische Raffinesse der einstigen Kolonialmacht Frankreich, gilt die vietnamesische Küche als feinste Südostasiens. Die Brüder Yousouf, Restaurantbesitzer in Paris, stellen 120 einfache und authentische Rezepte ihrer Heimat vor, von leichten Suppen, variantenreichen Gemüse-, Reis- und Nudelgerichten über Fleisch und Fisch mit pikantwürzigen Saucen bis zu süßen Desert und frischen Getränken.

Junot Diaz: und so verlierst du sie
224 S., Pb., S. Fischer 2013 (erscheint September) 16,99 EUR
Der literarische Superstar des Amerikas von Barack Obama. Junot Diaz` neue Stories schlugen ein wie eine Bombe und machten ihn endgültig zum literarischen Superstar – samt ausverkauften Lesungen und Fans, die Straßenaufläufe verursachten. Diaz` Held Yunior taumelt durch sein Leben zwischen Karibik und New Jersey, er liebt mit aller Kraft und wird im Klammergriff des Machismo doch immer wieder schwach. Ehrlich und sexy, zum Weinen und zum Totlachen.

Eduardo Galeano: Kinder Tage
416 S., geb., Peter Hammer Verlag 2013 24,00 EUR
Eduardo Galeano ist besessen von dem Wunsch, Geschichte zu erinnern. Und immer tut er dies auf besondere Art: In sprachlich eleganten Miniaturen, kaum mehr als eine halbe Seite lang, erzählt er von kuriosen, empörenden, bemerkenswerten Begebenheiten. Sie spielen auf allen Kontinenten und handeln von allerlei Dingen. Doch immer geraten sie zu einer Anklage all derer, die die Welt in ihrem Sinne zu lenken wussten. Und zur Bekundung iefempfundener Solidarität mit den Unterdrückten. Kinder der Tage ordnet seine 365 pointierten Geschichten an der Chronologie des Kalenders vom 1. Januar bis zum 31. Dezember, wobei jede Geschichte mit dem jeweiligen Datum in Verbindung steht. Springend durch die Jahrhunderte und fortschreitend durch das Jahr zeigt Eduardo Galeano das immerwährende Prinzip von Oben und Unten, Macht und Ohnmacht. Die Leichtigkeit und der feine Humor nehmen den Geschichten nie die Schärfe, machen sie aber zum großen Lesevergnügen. Eduardo Hughes Galeano, 1940 in Montevideo/Uruguay geboren, war Chefredakteur der Wochenzeitung Marcha, Herausgeber von EPOCA, der Zeitschrift der „unabhängigen Linken“ in Uruguay und Chefredakteur der Zeitschrift CRISIS in Buenos Aires. Ab 1976 lebte er im spanischen Exil. 1985, nach der Beendigung der Militärdiktatur in Uruguay, kehrte er nach Montevideo zurück. Für seine literarische Arbeit erhielt er u.a. den Preis der „Casa de las Americas“ und den „American Book Award“. Er ist Ehrendoktor der Universitäten La Paz, Havanna und Neuquén/Argentinien. Zuletzt erschien im Peter Hammer Verlag Fast eine Weltgeschichte.

Norbert Ahrens: Podewins Verfolgung
360 S., geb., KulturMaschinen 2013 (erscheint August) 29,90 EUR
Ende der achtziger Jahre begibt sich der Journalist Oliver Podewin auf eine Reise durch Lateinamerika. Seine Aufträge verschlagen ihn nach Chile, El Salvador und Kolumbien. Während der politisch engagierte Journalist seinem Beruf mit Herzblut nachgeht, begegnet er mehrfach einem Mann, auf dessen linkes Handgelenk ein Raubvogel mit einer Beute im Schnabel tätowiert ist, jedoch ohne dass es zu einem Gespräch kommen würde. Zugleich wird Podewin anonym gedroht, er solle sich nicht mit Angelegenheiten beschäftigen, die ihn nichts angehen – er ahnt, dass es sich bei dem Mann, den er immer wieder zufällig trifft, um denselben handelt, der ihn warnt. Aber Podewin lässt sich nicht verfolgen, sondern nimmt selbst die Spur dieses geheimnisvollen Mannes auf: Wolf-Dieter Heinrich, ein Landsmann. Die Erlebnisse des Journalisten in diesem Politthriller machen die in den meisten Ländern Lateinamerikas zu dieser Zeit bedrohliche Atmosphäre spürbar. Die Reichen, auf welchen Wegen auch immer sie sich ihren Wohlstand erwirtschaftet haben, besitzen die Macht und verteidigen sie mit allen Mitteln. Oliver Podewin erlebt Militäts, Paramilitärs und die Guerilla in ihren verschiedenen Ausprägungen, und trotz aller Versuche, seine Neutralität zu bewahren, wird er mit Gewalt, Hass und Terror von allen Seiten konfrontiert.

Juan Riquelme Lagos: Der Schatten des Nachbarn
360 S., geb., KulturMaschinen 2013 (erscheint August) 29,90 EUR
Der Chile-Roman zum vierzigsten Jahrestag des Putsches. Was macht eine Diktatur mit den Menschen, die in Angst leben müssen? Wie verändern sich die Menschen, wenn diese Angst alle Bereiche ihres Lebens durchdringt? Wie verschiebt sich das eigene Wertesystem durch diese Angst? Mit großer Sprachkraft und subtilem Humor zeichnet Juan Riquelme Lagos das Bild einer sich verändernden Gesellschaft. Lagos` Roman steht damit inhaltlich, aber auch künstlerisch, in einer Reihe mit den großen Romanen über Diktatur und individuelles Erleben. Seine Protagonisten sind keine Helden, keine klassischen Widerstandskämpfer, es sind Menschen von nebenan, die Unscheinbaren, die sich unter dem Druck von Polizeistaat und chilenischem Faschismus radikal verändern. Die Gesellschaft mutiert… Ein Jahr nach dem Putsch gegen Allende zieht Julian, ein junger linker Chilene, mit seiner Frau und der gemeinsamen kleinen Tochter in eine Straße, in der fast nur Angehörige der Luftwaffe wohnen. Kaum hat er sich dort eingelebt, taucht ein neuer Nachbar auf: ein Agent der Geheimpolizei Pinochets. Auf der Ehe des Protagonisten lasten die Umstände: Die Liebe geht verloren. Es entwickelt sich eine Affaire mit der Nichte des Nachbarn. Die achtzehnjährige Lily wird nicht nur Liebhaberin, sondern auch Komplizin waghalsiger poltischer Manöver…

Fuck the Forest – Ficken für den Regenwald
FSK 16 – Ein Dokumentar-Film von Michal Marczak

DVD, 86 Min., good movies 2013 (erscheint November) 19,99 EUR
Sex haben und damit die Welt retten – eine Gruppe junger Idealisten kämpft mit außergewöhnlichen Mitteln für einen gesunden Planeten und den Erhalt der Erde. Eine Bewegung für freie Körper und freie Natur abseits der üblichen Moralvorstellungen. In dem Film begleitet Regisseur Michal Marczak die wohl skurrilste NGO der Welt. Junge Frauen und Männer veröffentlichen erotische Fotos und selbst gedrehte Amateursexvideos gegen Bezahlung auf ihrer Website. Um mit dem Geld Umweltschutzprojekte zu unterstützen. Ein Wohltätigkeitskonzept, das nicht überall auf Verständnis stößt. Hippiekultur und Nächstenliebe stehen Pate für die ungewöhnliche Bewegung. Von Berlin bis in die tiefen Wälder des Amazonas begleitet der Film Danny, Leona und ihre Freunde auf ihrer Mission. Um mit den Einnahmen ein Stück Land zu kaufen, die Ureinwohner zu unterstützen und ihren Beitrag zur Weltrettung zu leisten. Doch die Ureinwohner haben sich die Sache anders vorgestellt…..

Brasilien ist Gastland der Frankfurter Buchmesse 2013

Kersten Knipp: Das ewige Versprechen – Eine Kulturgeschichte Brasiliens
320 S., Suhrkamp 11,99 EUR
Ob in Musik, Malerei, Mode oder Architektur – Brasilien war immer schon stilprägend. Kersten Knipp geht der vitalen Geschichte dieser Kultur nach, deren Ausdrucks- und Strahlkraft gewaltiger ist denn je. Was also ist Brasilien, und wer sind die Brasilianer? Wie wurde Brasilien zu einem solchen Erfolgsmodell? Welche Verheißungen und Ideale halten bis heute ein so vielgestaltetes Land zusammen? Anekdotenreich, in großen und kleinen Geschichten erzählt Kersten Knipp von einem Land, das sein „ewiges Versprechen“ einzulösen begonnen hat. Brasilien boomt. Lange als Land der Zukunft beschworen, muss man mit Blick auf heutige Verhältnisse sagen: Die Zukunft ist jetzt! Das ewige Versprechen wirft einen lebhaften Blick auf die schillernde und faszinierende Vielfalt der brasilianischen Kultur, von den Anfängen bis in die Gegenwart.

Rio de Janeiro – Eine literarische Einladung
144 S., geb., Wagenbach 2013 (erscheint August) 15,90 EUR

Euclides da Cunha: Krieg im Sertào
783 S., geb., Suhrkamp 29,95 EUR
Es ist das Jahr 1893, die Republik Brasilien ist gerade gegründet worden. Der Wanderprediger Antonio Conselheiro lässt sich mit seinen Anhängern, den Ärmsten der Armen, in der wüstentrockenen Sertào-Gegend nieder. Nach kurzer Zeit leben 30 000 Menschen in der Siedlung namens Canudos. Alkohol, Prostitution und Privatbesitz lehnen diese streng Gläubigen ab, die säkularen Staatsreformen ebenfalls, und die Regierung schickt darauf Truppen. Es beginnt ein langer, unerbittlicher Vernichtungsfeldzug gegen die Aufständischen, in dem es Sieger nicht geben kann. „Krieg im Sertào“ erzählt die Geschichte einer so unfassbaren wie folgenreichen Episode der neu gegründeten Republik Brasilien. Euclides da Cunhas unverstellter Blick für das Menschliche und das Schreckliche machen diesen journalistischen Augenzeugenbericht zu einem monumentalen Abenteuerroman und zu einer anthropologischen Studie von bleibender Gültigkeit.

Patrick Melo: Leichendieb
208 S. , Tropen / Klett Cotta 2013 18,95 EUR
Ein Päckchen Kokain liegt neben der Leiche eines jungen Mannes. Der Finder beschließt, es zu verkaufen, und verstrickt sich damit in eine Welt aus Betrug und Erpressung. Um zu überleben, muss er bald schon eine Menge Geld auftreiben. Mit einem perfiden Plan macht er sich an die schwerreichen Eltern der Leiche heran. Patricia Melos »Leichendieb« ist ein spannender Thriller, der den Leser die moralischen Bedenken eines Mannes nachempfinden lässt, dessen kriminelle Handlungen sich wie eine Lawine steigern. Patrícia Melo bietet nicht nur ein bestechend genaues Porträt der Rauschgift-Mafia in Lateinamerika, sondern auch den Beweis, dass es manchmal nur eines winzigen Auslösers bedarf, um das Leben eines Menschen aus der Bahn zu werfen: In jedem steckt der Keim für das Böse. Patrícia Melo geboren 1962 in São Paulo. Die Autorin und Dramaturgin schreibt Romane, Hörspiele und Drehbücher. Die »Times« kürte Patrícia Melo zur »führenden Schriftstellerin des Millenniums« in Lateinamerika. Außerdem wurde ihr der »Prix Deux Océans« verliehen. Patrícia Melo lebt in der Schweiz.

Daniel Galera: Flut
427 S., Suhrkamp 22,95 EUR
Sein Vater erschießt sich vor seinen Augen, und was ihm bleibt, sind der alte Schäferhund und eine vage Sehnsucht nach Läuterung. Er bricht auf in den Süden und mietet sich in einem kleinen Ort an der Küste ein. Er findet Arbeit als Sportlehrer, lernt eine Frau kennen, unternimmt lange Wanderungen mit dem Hund, schwimmt Stunden am Stück ins offene Meer hinaus. Vor allem aber versucht er ein Familiengeheimnis zu ergründen – sein Großvater hatte in der Gegend gelebt, bis er unter ungeklärten Umständen verschwand. Doch ein empfindliches Handicap erschwert ihm die Suche, eine neurologische Erkrankung, er kann Gesichter nicht wiedererkennen. Seine Nachforschungen jedenfalls scheinen die Anwohner aufzuschrecken, Gerüchte machen die Runde, wird er bedroht? Wem kann er trauen, wenn schon nicht sich selbst und seinen Wahrnehmungen? Allmählich begreift er, dass er das gleiche Schicksal wie sein Großvater zu erleiden droht. Und plötzlich steht ihm das Wasser bis zum Hals. Man liest diesen Roman, weil man nicht aufhört, ihn zu lesen. Mit lichter, hypnotischer Kraft erzählt „Flut“ die epische Geschichte einer Suche über drei Generationen, die an die Grenzen des Menschenmöglichen führt. Daniel Galera, geboren 1979, ist der maßgebliche Autor der jüngeren Literatur Brasiliens. „Flut“ stand monatelang auf den brasilianischen Bestsellerlisten.

Joao Ubaldo Ribeiro: Brasilien, Brasilien
730 S., geb., Suhrkamp 19,95 EUR
Joao Ubaldo Ribeiro, einer der populärsten Schriftsteller Brasiliens, breitet vor unseren Augen ein üppiges, gewaltiges Panorama aus. „Brasilien, Brasilien“ erzählt von Menschen, ihren Taten und Untaten, ihren Leidenschaften und Kalkülen und lässt all die Kräfte und Widersprüche dieses überbordenden Landes spürbar und anschaulich werden.

Mario de Andrade: Macunaima. Der Held ohne jeden Charakter
217 S., geb., Suhrkamp 17,95 EUR
Macunaima vom Stamm der Tapanhumas lebt faul und sorglos im brasilianischen Urwald. Doch als sein Amulett verloren geht, muss er seiner Sippe den Rücken kehren und ausgerechnet nach Sao Paulo, in die erstaunliche Millionenstadt, wo alles voller Maschinen ist. Der „Held ohne jeden Charakter“ gerät dort in Bordelle, Militärparaden und an die Polizei, er begegnet Hexen, Guerillas und menschenfressenden Industriemagnaten. Und bekommt, unbedarft, wie er ist, die aberwitzigen Sitten seiner Zeit am eigenen Leib zu spüren. Die vitale Vielstimmigkeit und die Zerrissenheit des Landes werden in diesem Meisterwerk von 1928 erstmals mit fulminanter Stimme gefeiert.

Jo Soares: Sherlock Holmes in Rio
318 S., Suhrkamp 9,99 EUR
Rio, Ende des 19.Jahrhunderts. Eine kostbare Stradivari ist verschwunden, das Geschenk des Kaisers an seine Geliebte. Sarah Bernhardt, die gerade ein glänzendes Gastspiel gibt, empfiehlt natürlich ihren Freund Sherlock Holmes für die Aufklärung des Falls. In Brasilien angekommen, stürzen sich Sherlock und Dr. Watson sogleich in die sinnlichen Freuden der Stadt. Als aber ein Serienmörder auftaucht, muss Sherlock feststellen, dass südlich des Äquators begangene Verbrechen nicht mit einem „Ganz einfach, Watson“ zu lösen sind.

Marcelo Ferroni: Anleitung zum Guerillakrieg
Ein Che-Guevara-Roman

227 S., Suhrkamp 14,99 EUR
Ein Guerillatrüppchen aus stümperhaften Rebellen, angeführt von Che Guevara – ein abgehalfterter Held, der bizarre Befehle erteilt und jeden Tag neue Verschrobenheiten entwickelt, anstatt die CIA-Agenten unschädlich zu machen und seinen großen Traum von der Revolution in Bolivien zu verwirklichen.

Josè Mauro de Vasconcelos: Joaninhas Augen
240 S., geb., Freies Geistesleben 2013 (erscheint August) 19,90 EUR
Einer der bekanntesten und meist gelesenen Autoren Brasiliens. Aufgewachsen im kargen Landstrich Sertao, flüchtet Chicao vor der Dürre in die Stadt und lernt die bezaubernde Joaninha kennen. Sein Leben ist ein stetiger Wechsel zwischen Reisen und der Rückkehr zu der Frau, die er liebt. Alles scheint sich zum Guten gewendet zu haben – bis er bei dem alten Malachias eine Prophezeiung hört, die sein Leben für immer verändern wird.

Zukunft und Erinnerung
Deutsche Kunst auf der Biennale in Sao Paulo 1951 – 2012

336 S., 200 Abb., geb., Hatje Cantz 2013 (erscheint September) 35,00 EUR
Die Geschichte der deutschen Beiträge auf der Biennale von Sao Paulo. Der italienisch-brasilianische Industrielle Cicillo Matarazzo gründete 1951 die Biennale in Sao Paulo, die zweitälteste Kunstschau ihrer Art. Das erklärte Vorbild war von Beginn an die Mutter aller Biennalen in Venedig. Wie dort suchen die teilnehmenden Länder die Künstler aus und senden sie auf eigene Kosten nach Brasilien. Die junge Bundesrepublik maß der Weltkunstausstellung im fernen Sao Paulo stets große Bedeutung bei. Seit 1977 war auch die DDR vertreten, wenngleich mit einem sehr viel bescheidenerem Auftritt. Das reich bebilderte Buch dokumentiert erstmals alle deutschen Beiträge zu den bislang 30 Biennalen und beleuchtet sie im Kontext der Nachkriegskunstgeschichte und der Kulturpolitik. Archivstudien in Sao Paulo, Berlin und Stuttgart förderten eine Fülle nie veröffentlichter Dokumente und Fotos zutage. Mehrere Essays schildern die Gründung und die Geschichte der Biennale, die eng mit dem Schicksal der brasilianischen Moderne verbunden ist.

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