Archive for Juli 2013

Liste 7 Buchneuheiten Underground, Trash, Avantgarde

Juli 11, 2013

Die vorhergehenden Listen können noch allesamt im Archiv unter wormsverlag.wordpress.com abgerufen werden.

Alex Epstein: Morgans Erwachen
300 S., geb., Urachhaus 2013 (erscheint August) 15,90 EUR
Ein völlig neuer Blick auf die vermeintlich verruchteste Gestalt des Mittelalters – Morgan Le Fay. „Die Nebel von Avalon“ für Jugendliche. Anna wächst als Tochter des Herzogs von Cornwall in Din Tagell auf. Als Uther Pendragon ihren Vater ermordet und ihre Mutter zur Frau nimmt, muss sie nach Irland fliehen, um nicht ebenfalls getötet zu werden. Ein völlig neues Leben beginnt – und aus dem unbedarften Mädchen Anna wird die Frau Morgan, die nur ein Ziel vor Augen hat: Rache! In Irland gefangen genommen, gelangt sie als Sklavin zu einer Magierin und entdeckt ihre eigenen magischen Fähigkeiten. Wie besessen von dem Plan, nach Britannien zurückzukehren und ihren Vater zu rächen, begibt sie sich auf die Suche nach dem Mann, der ihr dabei helfen kann. Als sie ihn findet, ist sie hin- und hergerissen zwischen ihrem Durst nach Rache und ihrer Sehnsucht nach Liebe. Nach ihrer Rückkehr nach Britannien trifft sie auf einen jungen Mann. Ihre Mutter stellt ihn ihr als ihren Halbbruder vor, sein Name: Artus!

Silvia Stolzenburg: Der Teufelsfürst
416 S., geb., Edition Aglaia 2013 17,95 EUR
Im Bann der Finsternis – Band 1 der Teufelsfürst-Trilogie: Die „wahre“ Geschichte des gefürchteten Woiwoden Vlad Draculea alias Graf Dracula! Anno Domini 1447: Der junge Vlad Dracuela, Sohn des Fürsten der Walachai, befindet sich in türkischer Gefangenschaft. Als Geisel am Sultanshof in Edirne geht er durch die Hölle. Um seine Freiheit zurückzugewinnen, ersinnt er einen teuflischen Plan…

Denise Dumschat-Rehfeldt: „Zufuhr neuen Blutes“
Vampirismuslektüren von Erzählungen Thomas Manns

210 S., Pb., Königshausen & Neumann 2013 (erscheint 4.Quartal) 24,00 EUR
In Thomas Manns literarischen Texten wird zwar kein Vampirismus im engeren Sinn ausagiert, allerdings finden sich darin typische Elemente dieses vielseitigen Motivs, das sich aus dem neuzeitlichen Aberglauben heraus durch die Abstraktion auf das Moment der Energieabsorption zu einer in unterschiedlichen kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenhängen virulenten Metapher für parasitäre Verhaltensweisen von Menschen oder Institutionen entwickelte und in der Literatur seit dem 18.Jahrhundert vor allem anders kodiert oder diskursiviert, etwa im Zusammenhang mit Religion, Sexualität, Ethnizität, Geschlecht, Ökonomie oder Kunst. Ausgehend von Spuren in Manns Werk, die den Rückschluss auf eine Vertrautheit mit der Idee des Vampirismus erlauben, werden ausgewählte Erzählungen auf Blut- und Blutsubstitute, „untote“ Existenzen, „lebende Tote“ oder Wiedergänger, entropische Vorgänge der Chaotisierung u.a.m. untersucht. Dabei dient der Vampirismus als Analyse- und Interpretationsinstrumentarium, das anwendbar ist auf Figuren, Figurenkonstellationen sowie Prozesse der Absorption physischer, psychischer, emotionaler, finanzieller, moralischer oder semantischer Energien. So ergeben sich Zugänge zu bisher wenig behandelten Erzählungen und neue Perspektiven auf schon viel interpretierte.

Petra Ney-Hellmuth: Der Fall Anneliese Michel
Kirche, Justiz, Presse

300 S., Pb., Königshausen & Neumann 2013 (erscheint 4.Quartal) 29,80 EUR
Der Exorzismus von Klingenberg ist auch heute, mehr als 30 Jahre nach dem Tod der Studentin Anneliese Michel, in der Öffentlichkeit erstaunlich präsent. Es entstanden Kinofilme, die sich erklärtermaßen an den damaligen Ereignissen orientierten, Beauftragungen von Exorzisten machen Schlagzeilen, wobei immer wieder in diesen Zusammenhängen der „Fall Anneliese Michel“ erwähnt wird. Im vorliegenden Buch werden jetzt die damaligen Geschehnisse im Rahmen einer geschichtswissenschaftlichen Dissertation anhand zum Teil neuer Quellen untersucht. Naben der Schilderung der Ereignisse vom Exorzismusbeginn (1975) bis zum Prozess am Landgericht Aschaffenburg (1978), der Reaktionen von Kirche und Justiz sowie einer Analyse von Schlagzeilen, Kommentaren und Lesermeinungen regionaler und überregionaler Presseorgane erfolgt eine Einordnung in zeit- und kirchengeschichtliche Zusammenhänge. Die Erschütterungen innerhalb der katholischen Kirche durch Umsetzung von Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils und demokratische Tendenzen, die sich an der Aufbruchstimmung der „68er“ orientieren, bildeten zudem den Rahmen für eine Instrumentalisierung der „Botschaften“ der Anneliese Michel und deren Vertrieb in konservativ-traditionalistischen katholischen Kreisen.

James M. Cain: Abserviert
272 S., geb., Metrolit 2013 19,99 EUR
Niemand konnte die Figur der Femme fatale so beschreiben wie der 1977 verstorbene Schriftsteller James M. Cain. Seine Hard-Boiled-Krimis „Mildred Pierce“ und „Wenn der Postmann zweimal klingelt“ gehören längst zum Kanon der amerikanischen Gegenwartsliteratur. Das nun sein bislang verschollen geglaubter letzter Roman erscheint ist eine literarische Sensation. Caine, der Schöpfer des Krimi Noir, galt zu seinen Lebzeiten vielen als einer der wichtigsten Autoren der USA – Camus hielt ihn für den begnadetsten überhaupt. Oft wiederkehrendes Motiv seiner Romane sind Dreieckskonstellationen, in denen eine Femme Fatale zwei Männer um den Verstand bringt, in der Habgier, Hass und falsch verstandene Liebe das Übelste der Menschen nach außen kehrt. Und so ist die Joan in diesem Roman nicht nur eine alleinerziehende Mutter, die nach einer gescheiterten Ehe auf sich alleine gestellt ist und alles für das Wohl ihres Kindes zu tun bereit ist. Sondern sie ist auch die kalt berechnende, um ihre sexuelle Anziehungskraft wissende Frau, die einen vermögenden, alten Mann heiratet und gleichzeitig eine Affäre mit einem jungen, attraktiven Träumer beginnt und bedingungslos ihren Weg geht. Cains Sinn für die menschlichen Abgründe und der lakonische Stil, mit dem er den tiefen Fall seiner Figuren beschreibt, machen „Abserviert“ zu einem späten, posthumen Meisterwerk. Neun Jahre lang hat der Lektor Charles Ardai aus verschiedenen Quellen und Manuskripten Cains letzten Roman zusammengefügt und es hat sich gelohnt.

Javier Marquez Sanchez: Mörderisch wie ein Solo von Charlie Parker
340 S., geb., Metrolit 2013 (erscheint September) 22,99 EUR
Eine Hommage an den Krimi Noir und das Hollywood der 1950er Jahre. Der Roman fiktionalisiert die Skandale zu den Dreharbeiten von „Der Eroberer“, ein Hollywood-Movie aus dem Jahr 1955, in dem John Wayne und andere Hollywood-Größen die Hauptrollen spielen. Sie sind auch handelnde Personen des Romans.

Edgar Allen Wolfe: Mr. Spock und der malerische Doppelmord zu Königsleben
150 S., Pb., Wilhelm Fink 2013 (erscheint Herbst) 19,90 EUR
Im Kunsthistorischen Institut der Jean-Paul-Universität im thüringischen Königsleben (nahe Kaisersaschern) ereignen sich zwei mysteriöse Mordfälle, Giftmorde mit den „philosophischen“ Toxinen Belladonna und Schierling. Ein Detektiv-, Katzen- und Campusroman, der Streifzüge in die Philosophie, Kunst- und Literaturgeschichte unternimmt. Die beiden Stardetektive Laurenz Silvester (Professor der Philosophie) und Mr. Spock (norwegischer Waldkater) – bekannt geworden, besonders durch ihre hier erneut abgedruckten, international beachteten Thesen zur Ästhetik des Detektivromans – kommen dank tatkräftiger Hilfe ihrer zwei- und vierbeinigen Freunde den Übeltätern auf die Spur. Diese Detektivgeschichte zeigt augenzwinkernd auf die Verwandtschaft von Philosophieren und Detektivieren, blickt hinter die Kulissen des heutigen Universitätsbetriebs und berichtet über eine Weltsensation für die Kunstgeschichte: den Fund dreier Meisterwerke der Malerei, bislang unbekannte Gemälde von Hans Holbein dem Jüngeren, Marchel Duchamp und Renè Magritte – eine spannende Geschichte im Geiste von Dorothy Sayers, Edmund Crispin, Rex Stout und Martha Grimes, stets getreu dem Slogan: „Nicht alles für die Katz, sondern alles für die Katzen!“

Patrick Melo: Leichendieb
208 S. , Tropen / Klett Cotta 2013 18,95 EUR
Ein Päckchen Kokain liegt neben der Leiche eines jungen Mannes. Der Finder beschließt, es zu verkaufen, und verstrickt sich damit in eine Welt aus Betrug und Erpressung. Um zu überleben, muss er bald schon eine Menge Geld auftreiben. Mit einem perfiden Plan macht er sich an die schwerreichen Eltern der Leiche heran. Patricia Melos »Leichendieb« ist ein spannender Thriller, der den Leser die moralischen Bedenken eines Mannes nachempfinden lässt, dessen kriminelle Handlungen sich wie eine Lawine steigern. Patrícia Melo bietet nicht nur ein bestechend genaues Porträt der Rauschgift-Mafia in Lateinamerika, sondern auch den Beweis, dass es manchmal nur eines winzigen Auslösers bedarf, um das Leben eines Menschen aus der Bahn zu werfen: In jedem steckt der Keim für das Böse. Patrícia Melo geboren 1962 in São Paulo. Die Autorin und Dramaturgin schreibt Romane, Hörspiele und Drehbücher. Die »Times« kürte Patrícia Melo zur »führenden Schriftstellerin des Millenniums« in Lateinamerika. Außerdem wurde ihr der »Prix Deux Océans« verliehen. Patrícia Melo lebt in der Schweiz.

Daniel de Roulet: Kamikaze Mozart
280 S., geb., Limmat Verlag 2013 (erscheint im September) 31,80 EUR
Eine kleine Kriegsmusik: „So wurde uns die Geschichte der Atombombe noch nie erzählt“ (Aux Arts). Fumika, japanische Musikstudentin in Berkeley, verliebt sich in den Schweizer Physiker Wolfgang, der im Team von Robert Oppenheimer an der Atombombe baut. In Japan hat ihre Familie für sie einen Mann bestimmt, den sie noch nie gesehen hat und der Kamikaze-Anwärter bei der Luftwaffe ist. Nach dem Überfall der Japaner auf Pearl Harbour wird Fumika mit den anderen 130.000 „feindlichen Elementen“ interniert. In der Wüste von Santa Fe, wo die Internierten beim Bau von Wolfgangs Reaktor eingesetzt werden, sehen sie sich wieder. Wolfgang hat sich inzwischen ganz in den Dienst der „Bombe gegen die Nazis“ gestellt, und die Liebe zu einer „Feindin“ bringt ihn jetzt in Schwierigkeiten. „Kamikaze Mozart“ ist ein virtuoser Roman über das Wettrennen um die Atombombe: von Lise Meitners Entdeckung der Atomspaltung über den nicht mehr kriegsnotwendigen Abwurf der Atombome bis zur Kernschmelze in Lucens 1969, in der die Schweizer Träume von der „Bombe“ untergingen.

Alex Capus: Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer
272 S., geb., Hanser 2013 (erscheint Juli) 19,90 EUR
420 Min., 6 CDs, der Hörverlag 2013 (erscheint August) 19,99 EUR
Der pazifistische Jüngling Felix Bloch studiert Atomphysik bei Heisenberg in Leipzig, flüchtet 1933 in die USA und gerät nach Los Alamos, wo er Robert Oppenheimer beim Bau der Atombombe helfen soll. Nur einmal kann der Bombenbauer dem Fälscher und der Spionin begegnet sein: im November 1924 am Hauptbahnhof in Zürich, wo die Geschichte beginnt.

James Agee: Der Tramp und die Bombe
Der Film, den Chaplin nie drehte

208 S., Pb., diaphanes 2013 (erscheint September) 16,95 EUR
Idee zu einem Film und literarisches Meisterwerk zugleich: lyrisch, funkelnd, von unerhörter Präzision. Eine Atombombe explodiert über New York. Die entsetzlichen Auswirkungen hat niemand vorhergesehen: Kein menschliches Leben hat überlebt. Mit Ausnahme des Tramp. Durch die menschenleere Wüstenei eines post-apokalyptischen New York wankt Charlie Chaplin in seiner Paraderolle als Vagabund, dem nur sein tiefschwarzer Humor geblieben ist. Und er stößt auf weitere Überlebende: eine junge Frau, ein Neugeborenes – und ein Grüppchen Wissenschaftler, die sich inmitten der Ruinen eine Basis für ihre neue Weltordnung eingerichtet haben…. 1947 wendet sich James Agee an den von ihm hochverehrten Charlie Chaplin mit diesem Filmprojekt. Eine dunkle, hochkomplexe und dichte Geschichte, packend, bitter und bildgeschwängert. So drastisch wie unbeirrt manifestieren sich darin kollektive Ängste und der Wille zur ätzenden politischen Parodie gegen die antikommunistische Furor der McCarthy-Ära, dem Chaplin selbst ausgesetzt war. Nie realisiert und erst vor kurzem wiederentdeckt, entfaltet sich ein erstaunlicher Text auf der Schwelle zwischen Film und Literatur, zwischen Drehbuch, poetischer Novelle und politischer Satire. James Agee (1909 – 1955) war Dichter, Schriftsteller, Journalist und Drehbuchautor.

Lee Miller: Krieg – Mit den Alliierten in Europa 1944 – 1945
Reportagen und Fotos

4oo S., Pb., Edition Tiamat 2013 (erscheint September) 24,00 EUR
Sie war eine der wenigen Frauen, die als Kriegskorrespondentinnen akkreditiert waren, und eine der neuen Stars des Journalismus, die plötzlich am Himmel aufgingen. Ihre Berichte und Fotos erschienen in der „Vogue“, denn selbst die Leser des Mode-Magazins wollten wissen, was es mit den Krauts auf sich hatte. Ihre Reportagen aus der Hölle, aus der unbekannten und fremden Welt mit dem Namen Drittes Reich gehören auch im Nachhinein zum Erhellendsten was über Deutschland und seine Bewohner geschrieben wurde. Dieser Band enthält zum ersten Mal alle ihre Kriegsreportagen und zahlreiche ihrer berühmten Fotos, außerdem Briefe und Artikel über das befreite Paris und ihre Gespräche mit Picasso, Cocteau, Aragon, Eluard und Colette. Lee Miller wurde 1907 in New York geboren und mit 20 Jahren von Condè Nast als Fotomodell entdeckt. Lernte in Paris Picasso und die Surrealisten kennen und wurde Man Rays Schülerin, Geliebte und Modell. 1932 trennte sie sich von Man Ray und eröffnete in New York ein eigenes Fotostudio. 1942 akkreditiere sie sich als Kriegskorrespondentin für „Vogue“. 1944 und 1945 entstehen ihre berühmten Reportagen und Fotos über den Krieg. 1947 heiratet sie den Kunstsammler Roland Penrose und zieht sich in England aufs Land zurück. 1977 erliegt sie einem Krebsleiden. Seither gab es Bildbände und Biografien und zahlreiche Ausstellungen ihrer Fotos.

Marcelo Ferroni: Anleitung zum Guerillakrieg
Ein Che-Guevara-Roman

227 S., Suhrkamp 14,99 EUR
Ein Guerillatrüppchen aus stümperhaften Rebellen, angeführt von Che Guevara – ein abgehalfterter Held, der bizarre Befehle erteilt und jeden Tag neue Verschrobenheiten entwickelt, anstatt die CIA-Agenten unschädlich zu machen und seinen großen Traum von der Revolution in Bolivien zu verwirklichen.

Valentina D`Urbano: Mit zwanzig hat man kein Kleid für eine Beerdigung
300 S., dtv 2014 (erscheint Februar) 14,90 EUR
Eine unverwechselbare, junge Stimme aus Italien – Ausdruck einer ganzen Generation. Liebe unter falschen Vorzeichen: „Nächstes Jahr fahren wir ans Meer“, sagt Beatrices Vater an zu heißen Sommerabenden jedes Jahr lächelnd. Ein Versprechen, das sich nie erfüllt, aber die Familie trotzdem glücklich macht. Im Stockwerk darüber jedoch wird Alfrede, Beatrices bester Freund, von seinem besoffen Vater mal wieder halb totgeprügelt. So wie viele in der „Festung“, jenem Viertel in den Hügeln der Stadt, in das kein Taxi fährt, kein Polizist freiwillig einen Fuß setzt, hat Alfredo schon verloren, bevor sein Leben richtig beginnen kann. Als Kinder hat man Beatrice und Alfredo „die Zwillinge“ genannt, später wurde aus der Freundschaft Liebe. Eine harte Liebe, ohne Romantik und Liebesgeflüster, und mit einem jähen Ende…. Mit sprödem Charme erzählt Valentina D`Urbano von einer bitteren Liebe und von einem Lebensmut, der sich wie wilde Blumen durch eine betonharte Kruste aus Gewalt, Elend und Dreck schiebt.

Clemens Meyer: Im Stein
560 S., geb., S. Fischer 2013 (erscheint August) 22,99 EUR
Ein Gesellschaftsepos unserer Zeit. Ein vielstimmiger Gesang der Nacht: Prostituierte, Engel und Geschäftemacher kämpfen um Geld und Macht und ihre Träume. Schonungslos und zärtlich schreibt Clemens Meyer von den Menschen, den Nachtgestalten, von ihrem Aufstieg und Fall, vom Schmutz der Straße und dem Fluss des Geldes. Mit großer Kraft und Emotion erzählt er die Geschichte einer Stadt, die zum Epochen-Roman unserer Zeit wird.

Junot Diaz: und so verlierst du sie
224 S., Pb., S. Fischer 2013 (erscheint September) 16,99 EUR
Der literarische Superstar des Amerikas von Barack Obama. Junot Diaz` neue Stories schlugen ein wie eine Bombe und machten ihn endgültig zum literarischen Superstar – samt ausverkauften Lesungen und Fans, die Straßenaufläufe verursachten. Diaz` Held Yunior taumelt durch sein Leben zwischen Karibik und New Jersey, er liebt mit aller Kraft und wird im Klammergriff des Machismo doch immer wieder schwach. Ehrlich und sexy, zum Weinen und zum Totlachen.

Mary Miller: Süßer König Jesus
288 S., geb., Metrolit 2013 (erscheint September) 19,99 EUR
Zwei Lolitas auf dem Rücksitz, die eine voller sexueller Neugier, die andere heimlich schwanger. Am Steuer: die religiös-fundamentalistischen Eltern auf ihrem Weg nach Kalifornien – dem Weltuntergang entgegen. Ein Buch von literarischer Wucht mit einem Plot, den sich die Coen-Brüder nicht besser hätten ausdenken können.

Maria Skiadaresi: Das Herz nach Istanbul tragen
294 S., geb., Größenwahn Verlag 2013 (erscheint Herbst) 22,90 EUR
Orestis fliegt mit begründeter Angst geschäftlich nach Istanbul, dort lauert die Vergangenheit: Kindheit in Athen, Studium in England und eine Studienreise in die Türkei, die ihm das Unerwartete brachte: Murad – die Liebe seines Lebens. Nichts ist jemals für ihn klar geworden, nicht einmal die sexuelle Orientierung. Eine Liebeserklärung an Istanbul und eine Ode an die Liebe, die über Geschlecht und Nationalität steht, sich weder um sozialen Status noch um Ideologie schert und in jedem Körper ein zuhause finden kann, weiblich oder männlich – die Liebe kennt keine Unterschiede.

Thomas Pregel: Die unsicherste aller Tageszeiten
372 S., geb., Größenwahn Verlag 2013 (erscheint Herbst) 23,90 EUR
Es ist kalt, früh am Morgen und der berühmte „Torture porn-origins“-Maler flieht aus Berlin. Er hat Angst vor den Folgen seiner Taten, nicht nur der aus der letzten Nacht: Süchtig nach schmutzigem, anonymen und ungeschütztem Sex mit Männern. Hat er jemand getötet? Er hofft, auf der Insel Föhr, wo er ein Refugium für seine schmerzende Seele zu finden weiß, Entscheidungen für die Zukunft treffen zu können. Ein Roman über die Kunst, ihre Wahrnehmung und Wertschätzung, eine intime Retrospektive des Künstlers, seines Werdegangs, seiner Inspirationen und Schwächen, und eine Geschichte über die unsicherste aller Tageszeiten, wenn das Herz nach Liebe pocht.

Jannis Plastargias (Hrsg.): Liebe und andere Schmerzen. 16 Herzschläge
192 S., Pb., Größenwahn Verlag 2013 (erscheint Herbst) 14,90 EUR
Die Liebe – geträumte, gefühlte, gelebte, gekaufte – die wahre Liebe, so wie sie ist, für jeden anders, für jeden ein Grundbedürfnis des Seins. In deren Mittelpunkt stehen Schicksale, Erzählungen und Gefühle von Frauen, Männern, Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transen oder Personenkreise – deren Charakterisierungen als Emanzipations- oder Schimpfwörter – in unserer Gesellschaft zu finden sind. Ein Hoch auf die Liebe, die kein Geschlecht kennt, alles glaubt, alles erträgt, über allem und alles steht und ohne Wunden, Narben oder Kratzer nicht als echtes Gefühl gelten kann. 16 Herzschläge pochen in diesem Buch.

I Am A Woman Now FSK 6 – Ein Dokumentarfilm von Michiel van Erp
DVD, 86 Min., good movies 2013 (erscheint Oktober) 19,99 EUR
Fünf starke Frauen, die eines verbindet: Alle ließen sich in den 1960er- und 1970er-Jahren von dem sagenumwobenen Arzt Dr. Georges Burou in Casablanca von Männern zu Frauen umoperieren. Burou war damals der Einzige, der diesen Eingriff vornahm. Die Frauen riskierten ihr Leben in der Hoffnung auf ein neues, besseres. Mehr als 40 Jahre nach ihren Operationen erzählt Regisseur Michiel van Erp ihre Geschichte: das berühmte Showgirl Bambi, die als eine der ersten nach Casablanca ging. Die Belgierin Corinne, die sich nach vielen Jahren ihrer besten Freundin anvertraute. Die Niederländerin Colette, die das Leben einer einfachen Hausfrau geführt hat. Die elegante Engländerin April, die in den 70er Jahren im Scheinwerferlicht der Show-Bühnen zuhause war und nun dem Sohn des charismatischen Arztes begegnet. Und die deutsche Jean, die ihr Leben lang mit ihrer geschlechtlichen Identität kämpfte. Im Herbst ihres Lebens schauen diese Frauen zurück.

Hubert Wolf: Die Nonnen von Sant`Ambrogio. Eine wahre Geschichte
544 S., Verlag C.H. Beck, 2013 24,95 EUR
Die Akten dieses Inquisitionsprozesses sollten für alle Ewigkeit in den Archiven des Vatikans verschwinden. Um ganz sicher zu gehen, legte man sie an der falschen Stelle ab, ohne zu ahnen, dass sie gerade dadurch über hundert Jahre später der Forschung zugänglich werden – und Hubert Wolf sie aufspürt. Rom, im Juli 1859: Eine Nonne ruft um Hilfe, man will sie vergiften, doch sie kann fliehen. Es kommt zu einem Prozess, in dem die Inquisition Unglaubliches aufdeckt: Im Kloster Sant’Ambrogio werden seit Jahrzehnten Nonnen als Heilige verehrt. Visionen, Dämonenaustreibungen, Segnungen per Zungenkuss, lesbische Initiationsriten und Wunder sind an der Tagesordnung. Zweiflerinnen werden beseitigt. Und hinter alledem steht ein Netzwerk von Jesuiten mit besten Kontakten zum Papst. Bis heute besitzt der Fall Sant’Ambrogio eine gewaltige Sprengkraft: Einer der Beichtväter, der unter falschem Namen bei den Nonnen übernachtete, entpuppt sich als vatikanischer Spitzentheologe und enger Vertrauter des Papstes, der das Unfehlbarkeitsdogma maßgeblich mitformulierte. Die wahre Geschichte von Sant’Ambrogio ist damit auch ein Kapitel aus der wahren Geschichte des modernen Katholizismus.

Roland Kanz: Die Brüder Casanova – Künstler und Abenteurer
392 S., Abb., geb., Deutscher Kunstverlag 2013 (erscheint Oktober) 24,90 EUR
Giacomo Casanova beherrschte die hohe Kunst der Verführung und eroberte im funkelnden Treiben des Rokoko zahlreiche Frauen. Gegen Ende seiner Tage schrieb er in einem letzten Akt der Selbstliebe seinen berühmten „Lebensroman“. Er prägte damit das eigene Nachleben wie das seiner Brüder, die einst als Künstler ebenso Berühmtheit erlangten: Giovanni als Schüler von Anton Raphael Mengs und als Akademiedirektor in Rom und Dresden, Francesco als gefeierter Schlachtenmaler in Paris und Wien. Roland Kanz bietet mit überraschenden Einsichten ein bewegtes Panorama des europäischen Kulturlebens, eine mitunter turbulente Verwicklung von Galanterien, Gaunereien und Eifersüchteleien. Dieser fundierte, facettenreiche Band vereint mit literarischer Leichtigkeit Literaturgeschichte mit der Kunst- und Kulturgeschichte im Kaleidoskop einer bemerkenswerten Familie des 18.Jahrhunderts.

Lisa Andergassen / Till Claasen / Katja Grawinkel / Anika Meier (Hrsg.)
Explizit! Neue Perspektiven zu Pornografie und Gesellschaft

170 S., 40 Fotos, Pb. Bertz & Fischer 2013 (erscheint November) 16,90 EUR
Pornografie ist ein omnipräsentes Phänomen und ein Millionengeschäft, das immer wieder skandalisiert wird. Gleichzeitig steht eine differenzierte, wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema im deutschsprachigen Raum noch am Anfang. Der Band „Explizit!“ fragt nach dem Verhältnis von Pornografie zur Gesellschaft, ihren medialen Dispositiven, nach genderspezifischem Nutzungsverhalten, nach Darstellungsweisen sowie deren Rolle für Identitätspoltiken. Internationale Expert_innen aus den Bereichen Anthropologie, Soziologie, Film- und Medienwissenschaften sowie aus dem Kunstkontext bieten Einblick in den Stand der Diskussion.

Till Kraemer: Pornojahre
288 S., Schwarzkopf & Schwarzkopf 2013 9,95 EUR
Ein Buddhist und ehemaliger Waldorfschüler schreibt über seine Porno-Karriere. Till Kraemer war Pornodarsteller und bezeichnet sein Buch als philosophisches Fick-Tagebuch. Neben dem szene-üblichen deftigen Vokabular überraschen eingestreute philosophische Betrachtungen. Da er aus einer Waldorf-Schule stammt wird das Buch sogar von der anthroposophischen Zeitung „Info 3“ in einer Rezension als „lockere Sommerlektüre“ empfohlen.

Oscar Coop-Phane: Bonjour Berlin
256 S., geb., Metrolit 2013 (erscheint August) 17,99 EUR
Coop-Phane beschreibt in seinem Roman die Erlebnisse dreier junger Männer Anfang 20, die sich in Berlin treffen und tief in die Stadt eintauchen. „Bonjour Berlin“ ist ein Generationsroman, ein Paris- und Berlin-Roman, ein Techno- und Drogenroman und ein fein gesponnener psychologischer Roman zwischen Weltschmerz-Tristesse und ekstatischer Enthemmtheit.

Wolfgang Farkas, Stefanie Seidl, Heiko Zwirner (Hrsg.):
Nachtleben Berlin . 1974 bis heute

304 S., 400 Fotos, geb., Metrolit 2013 (erscheint Oktober) 34,00 EUR
Das authentische Portrait der Welthauptstadt des Nachtlebens. 40 Jahre Nachtleben in Berlin: Eine Grenze sprengende Vielfalt gesellschaftlichen Lebens von West nach Ost, von Subkultur bis Glamour, von Punk über Techno bis zur Gegenwart. Mit zahlreichen Originalbeiträgen und unveröffentlichten Fotos im Großformat.

Klaus Bittermann: Alles schick in Kreuzberg
Unter Touristen, Pennern, Gentrifizierten

192 S., zahlreiche Fotos, Pb., Edition Tiamat 2013 (erscheint September) 14,00 EUR
Und wieder versucht Klaus Bittermann herauszufinden, wie weit die Gentrifizierung in seinem Viertel in Kreuzberg gediehen ist. Er beobachtet eine wundersame Vermehrung junger Franzosen, Engländer und Spanier, er ist den „Miethaien“ auf der Spur, die sich als harmlose Rentner tarnen, er bestaunt eine Schießerei auf dem Spielplatz vor seiner Tür, in der es sehr alttestamentarisch zugeht, er schlägt sich im Wellness-Bereich des Berliner Zolls durch, er isst kontaminiertes Sushi, um erleuchtet zu werden, er lernt einen Mann kennen, der mit Teelichtern heizt, er demonstriert vor dem Springer-Hochhaus, wo „Bild“ die rote Karte gezeigt wird, und er recherchiert in einem Tätowierstudio. Einen Reim kann er sich nicht darauf machen, aber er weiß ganz sicher: Das alles wird sich irgendwann aufklären. Sie könnten ihm übrigens dabei behilflich sein. Wie? Ganz einfach. Besorgen Sie sich das Buch. Es soll angeblich wieder ganz lustig sein.

Harry Rowohlt & Klaus Bittermann lesen „Alles schick in Kreuzberg“ und „Möbel zuhause, aber kein Geld für Alkohol“ live (Kreuzberger Szenen)
Live-Mitschnitt aus dem Festsaal Kreuzberg am 17.April 2012

Doppel-CD, 140 Min., Edition Tiamat 2013 (erscheint September) 16,00 EUR
Klaus Bittermann lud ein und Harry Rowohlt nahm an und las aus „Möbel zu Hause, aber kein Geld für Alkohol“ und „Alles schick in Kreuzberg“, und zwar vor ausverkauftem Haus. Klaus Bittermanns Kreuzberger Szenen fanden in Harry Rowohlt den perfekten Vorleser, nicht nur, weil er sowieso der beste Vorleser Deutschlands ist, sondern auch den Berliner Dialekt exakt beherrscht, der in solchen Geschichten nicht zu vermeiden ist. Harry Rowohlt hat zudem nicht einfach vorgelesen, sondern als Paganini der Abschweifung aus dem Buch mit seinen Anmerkungen, Anekdoten und Assoziationen große Kunst zum Anhören gemacht.

Philip Ardagh: Familie Grunz hat Ärger
240 S., geb., Beltz & Gelberg 2013 (erscheint im Juli) 12,95 EUR
3 CD-Hörbuch, 3 Std. und 50 Min., Beltz & Gelberg 16,95 EUR
Freuen Sie sich auf Familie Grunz! Die wohl seltsamste Familie der Welt. Der schräge Bestseller aus England geschrieben von Philip Ardagh, illustriert von Axel Scheffler, übersetzt und gelesen von Harry Rowohlt.

Dotschy Reinhard: Everybody`s Gypsy
Popkultur zwischen Ausgrenzung und Respekt

256 S., geb., Metrolit 2013 (erscheint September) 17,99 EUR
Vermittelt erstmals ein umfassendes Bild der gegenwärtigen Gypsy-Kultur. Über die zeitgenössische Gypsy-Kultur und ihren unterschätzten Einfluss auf unseren Alltag. Ein Roadtrip durch die Zentren des Pop mit Musik, Mode, Literatur, Kunst, Film und TV. Ein Lehrstück über gut gemeinten und schlecht gelebten Respekt, über Aneignung und Ausgrenzung. Dotschy Reinhard, geboren 1975, lebt und arbeitet in Berlin. Sie ist Musikerin und Autorin. In ihrer Musik verbindet sie Jazz, Bossa Nova und Gypsy Swing von Django Reinhardt, mit dem sie tatsächlich verwandt ist.

Balkan Melodie FSK 0 – Ein Dokumentarfilm von Stefan Schwietert
mit Gheorghe Zamfir, Le Mystere des Voix Bulgares, Ioan Pop, Aurelio Ioanita, Mahala Rai Benda,

DVD, 92 Min, good movies 2013 (erscheint September) 19,99 EUR
Der Film erzählt die Geschichte von Marcel und Catherine Celliers lebenslanger Liebe zu der Musik Südosteuropas. Mitten im Kalten Krieg wird der Schweizer Musikliebhaber Marcel Cellier magisch angezogen von den fremden Klängen Osteuropas. Auf eigene Faust reist er hinter den Eisernen Vorhang, um die Musik dieser Länder aufzunehmen. In unzähligen Radiosendungen und Millionen verkaufter Schallplatten macht Marcel Cellier die von ihm gesammelte Musik international bekannt und öffnet Musikern wie dem rumänischen Panflötenvirtuosen Gheroghe Zamfir und den legendären bulgarischen Frauenstimmen von „Le Mystere des Voix Bulgares“ den Weg zum Ruhm. Auf den Spuren der Celliers reist der Film nach Rumänien und Bulgarien, um die Protagonisten von damals wieder zu finden und den Reichtum ihrer Musik wieder aufleben zu lassen. Im Kontrast der Begegnungen von damals und heute wird auf sinnliche Art und Weise ein Stück Zeitgeschichte erfahrbar.

Berthold Seliger: Das Geschäft mit der Musik. Ein Insiderbericht
320 S., Pb., Edition Tiamat 2013 (erscheint September) 18,00 EUR
Berthold Seliger rechnet scharf, aber sachlich mit der Musikindustrie ab. Jeder hört Musik, doch kaum einer weiß wirklich, wie sie zum „Produkt“ gemacht wird. Dieses Buch ist eine instruktive Einführung in fast alle Facetten des Geschäfts mit der Musik. Es wird erklärt, wie das Tourneegeschäft, die Plattenfirmen, das Copyright, Sponsoring oder die Gema funktionieren, und der Autor diskutiert die aktuellen Geschäftsmodelle und befasst sich mit der Rolle der Künstler und Kulturarbeiter, aber auch mit ihrer miesen sozialen Situation. Doch dieses Buch ist auch eine Streitschrift für eine andere Kultur. Fast alle Bereiche des Musikgeschäfts werden heute von Großkonzernen dominiert – die Vielfalt der Kultur ist längst in Gefahr. Gleichzeitig erleben wir den Quotenterror – es zählt nur noch, was sich „verkauft“. Die Verhältnisse werden von Monopolen und der Politik, die den „Staatspop“ fördert, bestimmt. Dem setzt Selinger ein Plädoyer für eine selbstbestimmte Kunst entgegen, die nach anderen Kriterien bewertet werden sollte. Seliger ist Autor und lebt in Berlin. Er betreibt seit 25 Jahren eine eigene Konzertagentur und ist Europaagent für u.a. Calexio, Lambchop, Pere Ubu, The Residents und The Walkabouts. Als deutscher Tourneeveranstalter arbeitet er mit Bonnie „Prince“ Billy, Daniel Kahn, Lou Reed, Silver Jews, Patti Smith, Lucinda Williams und anderen zusammen. Er veröffentlicht einen monatlichen Newsletter, der 2003 mit dem „Mersha Award“ des Musikexpress, Rolling Stones und Hammer für den besten Newsletter der Musikbranche ausgezeichnet wurde und bloggt auf http://www.bseliger.de. Er schreibt über musik- und kulturpolitische Themen u.a. in der Berliner Zeitung, im Freitag und in konkret.

Wolfgang Doebeling: Pleased To Meet You
Interviews mit Musikern – Band

255 S., geb., Wilhelm Fink 2013 24,90 EUR

Wolfgang Doebeling: Pleased To Meet You
Interviews mit Musikern – Band 2

255 S., geb., Wilhelm Fink 2013 (erscheint Herbst) 24,90 EUR
Zwölf bedeutende Sänger und Songwriter aus den USA und Kanada geben freimütig Auskunft über ihr ereignisreiches Leben, reflektieren Schicksalhaftes wie Stilgeschichtliches und erörtern im Dialog die Bedingungen, Potentiale und Perspektiven ihrer Kunst. Wolfgang Doebeling trifft Brian Wilson, Van Dyke Parks, Randy Newman, Leonard Cohen, Stephen Stills, Neil Young, Willie Nelson, Waylon Jennings, Johnny Cash, Dolly Parton, Emmylou Harris und Linda Ronstadt. Während es im ersten Band von Pleased To Meet You um die britische Aneignung des Rock `n“ Roll, um transatlantische Inspiration und deren globale Wirkungsmacht ging, dreht sich dieser zweite um die kulturellen Bezüge und den gesellschaftlichen Einfluss amerikanischer Songkunst, um musikalische Evolution und den kreativen Akt des Songschreibens. Während der Interviews, die der Musikkritiker im Laufe vieler Jahre mit stilbildenden Protagonisten des Rockabilly, Country, Pop, Surf, Folk und Rock über ästhetische wie weltanschauliche Konvergenzen und Kollisionen führte, geriet manch zunächst unverfänglicher Gedankenaustausch zum Disput. Mancher Gesprächspartner zeigte sich darüber wenig begeistert, gar gereizt, doch letztlich wahrten sie alle Contenance und bewiesen Größe.

Franz Dobler: A Boy Named Sue
Aus den Memoiren eines zerstreuten Musikliebhabers

180 S., Pb., Edition Tiamat 2013 (erscheint September) 14,00 EUR
Der zerstreute Musikliebhaber hat sich nie in eine Schublade einsperren lassen. Kann sein, er will morgens den alpinen Rock `n` Roll von Attwenger hören, nachmittags Cannonball Adderley, abends den noch nicht eingeordneten (!) Pop der General Elektriks, um sich um Mitternacht mit Dale Watson zu fragen, ob es Zeit für „Whisky or God“ ist und er morgen nur Country hören soll, was denn auch sonst, zur Hölle! Wenn er nach Worten sucht, hat er keine Angst vor nichts und lässt sich von den Sirenen in dunkle Vergangenheit und rätselhafte Gegenwart locken und landet vielleicht in Garagen, die von schweigsamen Türstehern bewacht werden. Kann schon sein, dass der Autor nur über Musik schreibt, weil er eines Tages lernen musste, dass er nicht Musik machen kann. Weshalb er bis zur letzten Stunde mit R. W. Fassbinder heulen wird: Ich möcht` Musik machen können!

David Buckley: Kraftwerk: Publikation
400 S., mit Abb., geb., Metrolit 2013 (erscheint November) 22,99 EUR
Die erste umfassende und vollständig recherchierte Biografie der Band mit zahlreichen neuen Quellen und noch nie erzählten Anekdoten. Buckley führte unzählige Interviews mit Bandmitgliedern, Musikern, Musiktheoretikern. Es gelingt ihm ein einzigartiges Portrait der Band, die Elektropop erfand.

Sascha Lange / Dennis Burmeister: Depeche Mode – Monument
424 S., über 2000 Abb. , geb., Blumenbaer 2013 49,90 EUR
DIE ERSTE VOLLSTÄNDIGE WERKSCHAU EINER EINZIGARTIGEN BAND kam nach Erscheinen sofort in die Sachbuchbestenliste des deutschen Buchhandels. 100 Millionen verkaufte Platten, ausverkaufte Touren, eine außergewöhnliche Fancommunity. Anhand einer der weltweit größten Depeche-Mode-Sammlungen wird die seit mehr als drei Jahrzehnten andauernde Erfolgsgeschichte greifbar und anschaulich gemacht: Die komplette Diskografie, unveröffentlichte Fotos, seltene Tonträger, ausgefallenes Promomaterial der Plattenfirmen, Interviews sowie detaillierte Beschreibungen der vielfältigen Fanszene in Ost und West. Dies ermöglicht, das Wachsen und Erwachsenwerden der Band von 1980 bis heute noch einmal zu erleben, und eröffnet einen neuen Blick auf die popkulturelle Bedeutung von Depeche Mode. Mit exklusivem Material von Alan Wilder, Daryl Bamonte und Herbert R. Kollisch (Intercord). Interviews mit Götz Alsmann, Anne Haffmans (Mute), Olaf Zimmermann (radioeins), Sven Plaggemeier (depechemode.de) u. a. „Sascha Lange und Dennis Burmeister sind zwei ausgewiesene Depeche-Mode-Experten und haben mit beeindruckender Akribie eine umfassende Werkschau vorgelegt, an der niemand vorbeikommen wird, der sich für Depeche Mode und das Phänomen ihrer Fans interessiert.“ Anne Haffmans, Mute-Labelmanagerin. „Depeche-Mode-Fans wissen mehr über Depeche als ich. Gäbe es ein Quiz mit mir, Martin und Dave gegen drei Fans, würden sie spielend gewinnen.“ Andy Fletcher, Depeche Mode

BB King – The Life of Riley Ein Film von Jon Brewer FSK 6
DVD, 123 Min., good movies 2013 (erscheint im September) 19,99 EUR
Ein herzenserwärmender, aufschlussreicher und berührender Dokumentarfilm über den legendären Bluesmusiker B.B. King. Erzählt von Morgan Freeman und mit Beiträgen von Eric Clapton, Bono, Ringo Starr, Carlos Santana, Slash, Bonnie Raitt, Buddy Guy, Ronnie Wood, Mick Jagger und Bruce Willis. Der Film versammelt die berühmtesten Rock`n`Roller der Welt, die den ungeheuren Einfluss von B.B. King auf ihre Musik reflektieren, bspw. Wollte John Lennon so gut Gitarre spielen können wie der King of Blues. „BB Kind – The Life of Riley“ zeigt beeindruckendes Archivmaterial der großen Tourneen des Ausnahmemusikers. Und er führt in zahlreichen Interviews vor, dass King trotz des Riesenerfolges ein bescheidener, bodenständiger und zutiefst engagierter Mensch geblieben ist.

Ed Hardy: Wear Your Dreams
Träume, T-Shirts und Tattoos

368 S. mit Abb., geb. Metrolit 2013 (erscheint Oktober) 19,99 EUR
Eine Autobiografie. „Ed Hardy“ steht auf T-Shirts, Basecaps, Parfüms, Energy Drinks. Seine farbigen Totenköpfe und Designs sind weltbekannt. Doch Ed Hardy ist mehr als der Name eines Modelabels – er veränderte die Popkultur. Er schaffte es, die früher nur von Outlaws akzeptierten Tattoos salonfähig zu machen. In „Wear of Dreams“ erzählt Ed Hardy sein von Höhen und Tiefen geprägtes Leben: Als Kind verdiente er seinen ersten Dollars mit Fake-Tattoos. Während seines Kunststudiums hing er mit Surfern und Skatern an den Stränden Kaliforniens rum. Er erlernte bei traditionellen Tätowierern das Handwerk und entwickelte früh seinen eigenen, einzigartigen Stil. 2002 gründete er das Mode-Label Ed Hardy, lizensierte es 2004 an Christian Audigier. Die Marke Ed Hardy wurde zum milliardenschweren, internationalen Lifestyle-Phänomen. Doch mit dem Erfolg kamen die Probleme: Das Label wurde irgendwann zum Symbol für Trash. Nach zähen Verhandlungen schaffte es Hardy schließlich mithilfe eines Partners, die Rechte an seinem Namen zurückzukaufen und wieder selbst über sich, sein Image und sein Leben bestimmen zu können. „Wear Your Dreams“ ist voll mit Original-Ed-Hardy-Artwork. Das ideale Buch für Tattoo-Fetischisten, Popkultur-Junkies, Ed-Hardy-Aficionados und Maskenbildungsexperten.

Michael Flintrop / Marcus Stiglegger (Hrsg.)
Dario Argento – Anatomie der Angst

304 S., 200 Fotos, Pb., Bertz & Fischer 2013 25,00 EUR
Unüberschaubare Räume, grelle Farben, schwarze Lederhandschuhe und blitzende Rasierklingen – wie kein zweiter Filmemacher arbeitet der Italiener Dario Argento an einer filmisch en Anatomie der Angst. Seine ausgefeilten Inszenierungen des Albtraums im italienischen Giallo-Thriller wie auch im Gothic Horror brachte er mit seiner Trilogie der „Drei Mütter“ (Suspiria, Inferno und Mothers of Tears) zur Vollendung. Während seine ebenso bizarren wie faszinierenden Thriller „Profondo Rosso“, „Tenebre“ und „Opera“ international schnell zu einflussreichen Kultfilmen wurden, ist mit ihnen in Deutschland eher eine tragische Zensurgeschichte verbunden. Erstmals im deutschsprachigen Raum widmen sich in diesem reich bebilderten Buch eine Reihe von Argento-Kennern – darunter auch Filmemacher Dominik Graf und Jörg Buttgereit – dem facettenreichen Werk des Regisseurs.

Bert te Wildt: Funny Games
Über das Wechselspiel von realer und virtueller Gewalt

280 S., Pb., Königshausen & Neumann 2013 (erscheint 3.Quartal) 28,00 EUR
Mit dem Film „Funny Games“ gelang dem mittlerweile Oscar prämierten Regisseur Michael Haneke 1997 der Durchbruch. Das verstörende Werk stellt eine ebenso radikale wie tiefgründige Auseinandersetzung mit dem Thema „Mediale Gewalt“ dar. Der Film packt den Zuschauer bei seinen Thriller-Sehgewohnheiten, um ihm diese dann mit brachialer Wucht vorzuführen und gegen ihn zu wenden. Er macht die Problematik der Konsumierbarkeit medialer Gewalt für den Zuschauer unmittelbar erfahrbar. Zu diesem Zweck setzt der Regisseur in erster Linie auf eine radikal realistische Darstellung von Angst und Schmerz, bei der die Darsteller der Opfer bis an die Grenze des Spiel- und Ertragbaren gehen. Um über die persönliche Betroffenheit hinauszuweisen, entstand die Idee, mit den Akteuren darüber zu sprechen, was sie vor, nach und vor allem während der Dreharbeiten erlebt haben. Dies wird besonders in den Interviews mit den Schauspielern Susanne Lothar und Ulrich Mühe deutlich, die auch im Film Ehepartner spielen, die erst ihren Sohn und dann selbst ihr Leben verlieren. Ihre Ausführungen brechen sich mit denen des Kinderdarstellers Stephan Clapzcynski und Arno Frisch, einem der Darsteller der Mörder. Die in sich verschränkten Interviews mit dem Regisseur und den Darstellern des Films erzählen chronologisch von den verschiedenen Stadien seiner Produktion, von der Drehbuchentwicklung bis zur Rezeption. Es bietet einen ebenso lebendigen wie vertiefenden Diskurs zum Thema mediale Gewalt.

Anna Hofer: Christoph Waltz – Die exklusive Biografie
200 S., geb., riva 2013 (erscheint Dezember) 17,99 EUR
And the Oscar goes to… Christoph Waltz ist seit vielen Jahren ein Synonym für herausragende Schauspielkunst und erlesene Rollen im Fernsehen. Dennoch kam der große Durchbruch für ihn erst im Jahr 2009, im Alter von 52 Jahren, als er den Oscar als bester Nebendarsteller im Film „Inglourios Bastards“ erhielt. Spätestens seit diesem Zeitpunkt ist sein Name in aller Munde, Hollywood gibt sich bei ihm die Klinke in die Hand. Doch wer ist dieser zurückhaltende und bescheidene Mann, der so wenig von sich preisgibt? Wie hat er gelebt und gearbeitet, bis die Weltöffentlichkeit auf ihn aufmerksam wurde? Was waren seine abgefahrensten Rollen? Anna Hofer hat in einer bisher nicht dagewesenen Form alles zusammengetragen, was die Fans von und über Christoph Waltz wissen wollen. Zusätzlich enthält diese exklusive Biografie eine Vielzahl von Bildern, die Christoph Waltz in seinen unterschiedlichsten Rollen sowie bei seinen Auftritten in der Öffentlichkeit zeigen. Dieses Buch ist ein Muss für jeden Fan und das perfekte Geschenk für alle Cineasten.

Ulrich Seidl – Paradies: Liebe FSK 16
DVD, 121 Min., Good Movies 2013 (erscheint September) 19,99 EUR
Der erste Teil von Ulrichs Seidls „Paradies“-Trilogie: makellos schöne Bilder treffen auf gnadenlos bösen Witz. Teresa ist 40 Jahre alt, alleinerziehende Mutter und nicht mehr besonders gut in Form – null Sexualleben, unaufgeregter Lebensabend, unselbstständige Kinder. Was ihr am meisten fehlt, ist für sie jedoch unerschwinglich: das Gefühl, begehrt zu werden. Ihre Sehnsucht nach Liebe und der Marktwert ihres Körpers driften proportional auseinander. Im Urlaub in Afrika möchte Teresa davon eine Auszeit nehmen. An den weißen Stränden Kenias sind die Männer zahlreich und die Angebote noch viel mehr. Als so genannte Supermamas genießen Teresas Freundinnen die Liebesdienste junger schwarzer Beachboys, die sich so ihren Lebensunterhalt verdienen. Bedrängt von eifrigen Männern wird auch Teresa unversehens zur Sextouristin. Hier spricht man eine neue Sprache der Liebe, die auch Teresa verstehen kann. Nur wird Teresa auf der Jagd danach selbst zum Opfer…

Ulrich Seidl – Paradies: Glaube FSK 16
DVD. 113 Min., Good Movies 2013 (erscheint Oktober) 19,99 EUR
Der zweite Teil von Ulrich Seidls „Paradies“-Trilogie, ausgezeichnet mit dem Spezialpreis der Jury beim Filmfestival in Venedig 2012. Anna Maria ist mit Leib und Seele Katholikin. Sie rutscht auf Knien betend durch die Wohnung, ihr Haus hat mehr Kruzifixe als eine Kirche und zur Strafe für fremde Sünden peitscht sie sich gern mal aus. Ihren Jesus nimmt Anna Maria sogar mit ins Bett und den Urlaub verbringt sie damit, eine Wandermutter-Gottes-Statue von Haus zu Haus zu tragen, um Einwanderer vom christlichen Paradies zu überzeugen und Österreich wieder katholisch zu machen. Eines Tages kehrt ihr Ehemann Nabil, ein im Rollstuhl sitzender Moslem, nach Jahren der Abwesenheit aus Ägypten zurück. Ein Kleinkrieg um Ehe und Religion beginnt. Ihr Glauben wird auf eine harte Probe gestellt. Denn die Sehnsucht nach körperlicher Nähe bringt Anna Maria und ihre fanatische Mission doch an ihre Grenzen…

Ulrich Seidl – Paradies: Hoffnung FSK 12
DVD, 91 Min., Good Movies 2013 (erscheint November) 19,99 EUR
Der dritte Teil von Ulrich Seidls „Paradies“-Trilogie. Melanie ist ein schönes, junges Mädchen mit einem entscheidenden Problem: sie ist übergewichtig. Während ihre Mutter in Kenia Urlaub macht und ihre Tante Anna Maria in christlicher Mission um die Häuser zieht, bereist Melanie ein anderes Universum: die Welt der Kalorientabletten und der Sporterziehung. Zwischen Wiesenwanderungen und nächtlichen Kissenschlachten werden ihre Ferien mit anderen Jugendlichen im Diätcamp zu einer Zeit der Freundschaft und der Liebe. Melanie verliebt sich in einen 40 Jahre älteren Arzt, den Leiter des Camps. Sie kämpft um ihn mit der Ausschließlichkeit der ersten Liebe und will ihn aller Unschuld verführen. Der Doktor begehrt Melanie und versucht, gegen die Schuld dieser Liebe anzukämpfen, weiß er doch um ihre Unmöglichkeit. Seidl zeigt sich hier von seiner versöhnlichsten und unberechenbarsten Seite. Eine Reifeprüfung mit großer Zartheit und ungewohnter Heiterkeit.

Ulrich Seidl – Paradies Trilogie Liebe Glaube Hoffnung – Die Box
3 DVDs, Good Movies 2013 (erscheint November) 39,99 EUR
Die Suche nach dem Paradies vereint in Ulrich Seidls Spielfilm-Trilogie drei Frauen, die auf ganz unterschiedliche Art versuchen, einem Ideal nahe zu kommen, das vielleicht nur eine Illusion ist: eine lebenslustige Sextouristin in Kenia in „Paradies: Liebe“, eine streng katholische Missionarin in „Paradies: Glaube“ und eine junge, unerfahrene Frau im Diätcamp in „Paradies: Hoffnung“. Seidl erzählt ihre Geschichten mit großer Realitätsnähe, mit schwarzem Humor und in präzisen Bildkompositionen – den berühmten „Seidl-Tableaus“. Die Filme sind so unterhaltsam wie verstörend und konfrontieren den Zuschauer in teils skurrilen, teils zarten, teils brutalen Szenen mit sich selbst. Dabei gelang Seidl ein einzigartiger Coup: Jeder Teil der Trilogie feierte seine Weltpremiere auf einem der bedeutendsten internationalen Filmfestivals – „Liebe“ in Cannes, „Glaube“ in Venedig und „Hoffnung“ in Berlin.

Tabu – Eine Geschichte von Liebe & Schuld FSK 0, ein Film von Miguel Gomes
DVD, 111 Min., Good Movies 2013 (erscheint Oktober) 19,99 EUR
Die gläubige Rentnerin Pilar verbringt ihre Zeit damit, Gutes zu tun und anderen zu helfen. So sorgt sie sich auch um ihre einsame Nachbarin Aurora, eine exzentrische achtzigjährige Dame. Während sich Pilar ihrem katholischen Glauben widmet, verspielt Aurora ihr letztes Geld im Casino und verdächtigt ihre kapverdische Haushälterin Santa, sie mit Voodoo zu verhexen. Als Aurora im Sterben liegt, sucht Pilar auf ihren Wunsch hin einen gewissen Gian Luca Ventura. Sie findet ihn im Altersheim, und wie sich herausstellt, verbindet ihn mit Aurora eine Geschichte, die fünfzig Jahre zurückliegt, in der Zeit kurz vor dem Ausbruch des portugiesischen Kolonialkrieges. Gian Lucas Geschichte bringt eine von Liebe und Leidenschaft erfüllte Welt zum Leben, die an die Magie der goldenen Stummfilm-Ära des Hollywood-Kinos erinnert. Er beginnt seine Erzählung mit den Worten: „Aurora hatte eine Farm in Afrika, am Fuße des Monte Tabu..“

Paulette – Ein neuer Dealer ist in der Stadt
Ein Film von Jerome Enrico – FSK 12

DVD, 87 Min., Good Movies 2013 (erscheint Dezember) 19,99 EUR
Paulette ist eine ruppige 80jährige Dame, die weiß, was sie will. Dass sie ganz allein in einem zwielichtigen Pariser Vorort lebt, kann sie nicht schrecken. Nur ihre allzu schmale Pension bringt Paulette immer wieder auf die Palme. Als ihr eines Abends beim Müllrausbringen ein Päckchen Marihuana in den Schoß fällt, beschließt Paulette, ihrer Geldmisere ein Ende zu machen: sie wird Dealerin! Als ehemalige Konditor-Meisterin bringt sie dafür neben einem ausgeprägten Geschäftssinn und echten Giftzwergqualitäten auch grandiose Backkünste und hilfreiche Freundinnen vom Nachmittagstee mit – Vorteile, die ihrer Lederjacken tragende Konkurrenz im Viertel eindeutig abgehen. Plötzlich gibt es nicht nur einen neuen Dealer im Quartier. Paulette wird bald zur Königin des kultivierten Drogenhandels. Als die mächtigen Hintermänner der Drogenszene Paulettes Talent für sich nutzen wollen, wird die Sache jedoch ungemütlich..

5 Jahre Leben FSK 12 – Ein Film von Stefan Schaller
DVD, 96 Min., Good Movies 2013 (erscheint Dezember) 19,99 EUR
Der Film basiert auf der wahren Geschichte des Deutsch-Türken Murat Kurnaz, der insgesamt fünf Jahre von den USA in Afghanistan und Guantanmo gefangen gehalten wurde. Er ist nicht nur die Chronik eines unvorstellbaren Missbrauchs, sondern zeigt auch den Überlebenswillen eines Mannes, dem man alles genommen hat. Zugleich schildert der Film das Duell zweier außergewöhnlich starker Persönlichkeiten. Auf der einen Seite Murat Kurnaz, der seinem Leben einen neuen Sinn geben wollte, als er sich dem Islam zuwandte und nach dem 11.September nach Pakistan aufbrach, um eine Koranschule zu besuchen. Auf der anderen Seite Gail Holford, Verhörspezialist der US-Regierung, der alle Tricks von Manipulation bis Einschüchterung beherrscht und dessen Hauptziel es ist, Kurnaz ein Geständnis zu entlocken. Aber Kurnaz hat nichts zu gestehen, er ist unschuldig. So verstreichen Monate – Monate voller psychischer und physischer Folter – bis Kurnaz begreift, dass seine Weigerung, ein Geständnis zu unterzeichnen, das Einzige ist, was ihm bleibt.

Ein Augenblick Freiheit – Leben ist mehr als nur Sein
Ein Film von Arash T. Riahi FSK 12

DVD, 110 Min., Good Movies 2013 (erscheint Oktober) 19,99 EUR
Der Film erzählt die tragikomische Geschichte von drei Flüchtlingsgruppen: zwei ungleichen Freunden, einer Familie mit einem kleinen Jungen und zweier junger Männer, die zwei Kinder aus dem Iran zu ihren Eltern nach Wien bringen sollen. Alle treffen sich in einem Hotel in Ankara, um dort auf den positiven Bescheid ihrer Asylanträge zu warten. Der Film erzählt mit viel Facetten von den ersten freien Atemzügen nach einer langen Phase der Repression. Er erzählt vom Mut, sich auf die Suche nach einem besseren Leben zu machen. Und er wirft einen exemplarischen Blick auf das, was vor den Grenzen der EU geschieht. „Ein Augenblick Freiheit“ enthält genug dramatischen Stoff für eine ganze Reihe von Filmen, aber Fares Fares („Kops“, „Jalla! Jalla!“) in der Rolle des daueroptimistischen kurdischen Lebenskünstlers Manu macht den Film zu einer unvergleichlichen Gratwanderung zwischen Drama und Komödie.

Der Iran Job – Die Geschichte eines amerikanischen Baseballspielers im Iran
Ein Dokumentarfilm von Till Schauder FSK 12

DVD, 91 Min. Good Movies 2013 (erscheint September) 19,99 EUR
2008 nimmt der amerikanische Basketballspieler Kevin Sheppard das Angebot an, in der Iranian Super League zu spielen und stellt sich einer großen Herausforderung: Er soll das neu gegründete blutjunge Team A. S. Shiraz in die Playoffs führen. Während die Spannungen zwischen dem Westen und dem Iran zunehmen und die Eskalation kurz bevor zu stehen scheint, versucht Kevin, zwischen Sport und Politik zu trennen. Er muss feststellen, dass dies im Iran unmöglich ist. In dieser Zeit macht er die Bekanntschaft dreier unabhängiger und selbstbewusster Iranerinnen. Durch sie wird Kevins Wohnung zu einem Ort offener Diskussionen über Politik, Religion und Geschlechterrollen. Kevins Saison im Iran gipfelt in etwas Größerem als Basketball: in der aufkommenden und anschließenden Unterdrückung der „grünen Revolution“ im Iran.

The Invesible Men FSK 12 – Ein Dokumentar-Film von Yariv Mozer
DVD, 69 Min., good movies 2013 (erscheint Oktober) 19,99 EUR
Der Film erzählt die Geschichte von drei schwulen Palästinensern, die aus ihrem ursprünglichen Lebensumfeld fliehen mussten und sich jetzt illegal in Tel Aviv aufhalten. Louie, 32, der sich seit acht Jahren in Tel Aviv versteckt; Abdu, 24, der in Ramallah geoutet wurde und daraufhin von den palästinensischen Sicherheitskräften der Spionage beschuldigt und gefoltert wurde; und Faris, 23, der von der West Bank nach Tel Aviv vor seiner Familie floh, die ihn töten wollte. Um zu überleben, suchen sie Asyl in Drittländern, jenseits von Israel und ihrer Heimat Palästina…

Die Jungfrau, die Kopten und ich
FSK 12 – Ein Dokumentarfilm von Namir Abdel Messeh

DVD, 85 Min., good movies 2013 (erscheint Oktober) 19,99 EUR
Namirs Mutter ist eine koptische Christin. Sie ist überzeugt, dass sie auf einem Video aus ihrer ägyptischen Heimat eine Erscheinung der Jungfrau Maria gesehen hat. Ihr Sohn, der säkular in Frankreich aufgewachsen ist, will über das Phänomen einen Film drehen und reist zu seinen ägyptischen Verwandten. Er will den Zusammenhang zwischen der ägyptischen Zeitgeschichte und den Marienerscheinungen der koptischen Minderheit aufzeigen. Doch es gibt diverse Hindernisse: seine Eltern, die sich in den Film einmischen und seine Ideen kritisieren, sein französischer Produzent, der alle paar Wochen Änderungen vorschlägt, und nicht zuletzt das koptische Heimatdorf selbst. In schierer Verzweiflung beschließt Namir, seine eigenen Marienerscheinungen für den Film zu inszenieren. Aber dazu braucht er die Hilfe der Dorfbewohner und seiner Mutter, die, eigens angereist, am Set ungeahnte Fähigkeiten offenbart…

Die Nacht der Giraffe FSK 12 – Ein Film von Edwin
DVD, 96 Min., Good Movies 2013 (erscheint September) 19,99 EUR
Als kleines Mädchen wird Lana von ihrem Vater im Zoo ausgesetzt. Umgeben von Tieren, Grenzen und den Geräuschen einer gezähmten Wildnis wächst sie hier auf, großgezogen von den Tierpflegern. Der Zoo ist ihre ganze Welt. Sie liebt die anmutigen Bewegungen der Nilpferde, die introvertierte Eleganz der Giraffe, das würdevolle Ohrenschlagen der Elefanten. Eines Tages taucht ein junger Mann im Zoo auf, ein charismatischer Cowboy und Gelegenheitsmagier. Lana verliebt sich und verlässt an seiner Seite zum ersten Mal den Zoo. Glücklich attestiert sie ihm bei seinen Zaubertricks – bis er eines Tages in einer magischen Rauchwolke verschwindet. Fortan arbeitet Lana in einem Erotik-Massagestudio. In ihrem Inneren herrscht der Schmerz über den Verlust des schönen Magiers und der Tiere. Getrieben von der Sehnsucht nach Heimat muss Lana sich entscheiden: zwischen Erinnerungen an ihre Vergangenheit und dem Verlangen, den eigenen Weg zu finden. Sie verlässt das Massagestudio und macht sich auf die Suche nach einem vielleicht unmöglichen Ort: Zuhause.

Guy Adams: Sherlock – Die Fallsammlung
160 S., Abb., geb. , riva 2013 (erscheint September) 19,99 EUR
Das Buch zur beliebten TV-Serie verkürzt das Warten auf die dritte Staffel, die ab Herbst in England produziert wird. Spannende Hintergrundinformationen zu den Fällen. Viele Fotos und Illustrationen.

Benedikt Steierer: Odysseus` Heimkehr
Medien und Mythos im Film

240 S., Pb., Königshausen & Neumann 2013 (erscheint 4.Quartal) 29,80 EUR
Odysseus` Heimkehr? Medien und Mythos im Film. Wie verändern sich mit der Mediengeschichte unsere Erzählungen und die Art und Weise, wie sie uns ansprechen? Der Odysseus-Mythos stellt seit Homers Odysee einen wandelbaren narrativen Kern um Ausfahrt, Irrfahrt und Heimkehr und mit Odysseus einen flexiblen Helden zur Verfügung, der sich jeder Zeit und jedem Medium als Projektionsfläche anbietet. Über die Verfilmungen des Odysseus-Mythos von Mèlies (1905), Camerini (1954), Godard (1963), Kubrick (1968) und Nolan (2010) kann so an ganz markanten filmgeschichtlichen Wendepunkten eine Erzählgeschichte des Films nachvollzogen werden, um dadurch auch Informationen über die jeweiligen filmischen Selbstbilder zu erhalten. Keine Motivgeschichte des Odysseus-Mythos im Film und auch keine Filmtheorie liegt also vor, sondern eine diskontinuierliche Geschichte der Autoreflexion des Films, der intermedialen Einflüsse, denen er unterliegt, und der unterschiedlichen Formen der Rezipientenadressierung, wie sie anhand des Umgangs mit dem Odysseus-Mythos erkennbar werden. Auf Basis dieser historischen Untersuchung erst kann die Frage nach der Heimkehr des Mythos im Medium Film und mithin nach dem Film als Medium aus der Perspektive des zeitgenössischen Films beantwortet werden.

Derek Jarman: Die Skizzenbücher
256 S., geb., Deutscher Kunstverlag 2013 48,00 EUR
Anlässlich des 20.Todestages des Künstlers am 19.2.2014. Die Filme des englischen Regisseurs Derek Jarman (1942 – 1994) erheben den ästhetischen Anspruch eines Kunstwerks: Spielfilme wie „Carravagio“ (1986) sind kongeniale Inszenierungen, die einen Vergleich mit der dramatischen Lichtführung der Malerei seines Protagonisten einfordern und durch ihre Magie bestechen. In etwa 30 Skizzenbüchern hielt Jarman seit den 1970er Jahren mit Zeichnungen die Einfälle für seine Filmsets fest und setzte Dialogfetzen, Textfragmente oder Gedankensplitter daneben. In der Gleichwertigkeit von Bild und Text lässt sich anhand der hier publizierten Auszüge aus den Skizzenbüchern die Entstehung seiner filmischen Kreationen nachvollziehen. „Sie waren die Triebkräfte seines Schaffens, die Wächter seines inneren Auges, sie wurden von Hand gefertigt und kamen von Herzen“, schreibt Tilda Swinton in ihrem sehr persönlich gehaltenen Vorwort. Mit Beiträgen von John Savage (Schriftsteller und Musikjournalist), Andrew Logan (Performancekünstler, Bildhauer und Schmuckdesigner), Toyah Wilcox (Schauspielerin und Musikerin), Christopher Hobbs (Bühnenbildner), James MacKay (Produzent diverser Filme von Jarman), Keith Collins (Jarmans Lebensgefährte), Howard Sooley (Fotograf), Neil Tennant (Musiker von den Pet Shop Boys).

Dionysos – Rausch und Ekstase
280 S., 180 farbige Abb., geb., Hirmer 2013 (erscheint Oktober) 45,00 EUR
Der Gott des Weines in Bildwerken von der Antike bis heute. Attraktive Bildthemen: Grenzüberschreitung, Lebensfreude und Ekstase. Die am häufigsten dargestellte antike Gottheit im Überblick. Wie kein anderer der antiken Götter hat Dionysos die Fantasie der Künstler beflügelt. Das Katalogbuch zeigt die Entwicklung verschiedener Motive nach – von der Kindheit des Dionysos über die Triumphzüge mit Mänaden und Satyrn und dem Liebespaar Dionysos und Ariadne bis zur Moderne. Das Katalogbuch spürt der noch heute ungebrochenen Faszination für den antiken Gott nach. Bei den Griechen und – unter dem Namen Bacchus – bei den Römern im Mysterienkult verehrt, steht Dionysos in der Kunst der Renaissance für den Triumph des Lebens. Die barocke Malerei macht ihn zum Symbol des sinnlichen Naturempfindens. Der Gott der Ekstase verkörpert bis ins 20.Jahrhundert aber immer auch die Ambivalenz der Entgrenzung. Die Ausstellung vergegenwärtigt in Werken von der Antike bis zur Gegenwart die lebenspralle, ausgelassene Sphäre des Dionysischen. Kein anderes Thema zeigt so anschaulich, wie die Neuzeit an die antike Bilderwelt anknüpft.

Flowers & Mushrooms
220 S., 180 farbige Abb., geb., Hirmer 2013 (erscheint Juli) 39,90 EUR
Der üppig bebilderte Katalog zur großen Sommerausstellung des Museums der Moderne Salzburg. Von Nuboyoshi Araki bis Andrew Zuckerman: Werke von Weltrang in beeindruckender Zusammenstellung. Namhafte Experten beleuchten die einzigartige Renaissance eines Bildmotivs. Blumen und Pilze: Leicht laufen ihre Darstellungen Gefahr, dem Trivialen zugeordnet zu werden. Umso faszinierender ist es, dass sie seit geraumer Zeit ein Revival als komplexe Sujets in Werken bedeutender zeitgenössischer Künstler wie Peter Fischli / David Weiss, David LaChapelle oder Robert Mapplethorpe erleben. Selten fand ein Gegenstand der Kunst so vielfältige symbolische Verwendung wie die Blume: Sie stand für Frische und Fruchtbarkeit, für Vergänglichkeit und Tod – und war in den letzten Jahrzehnten dennoch oft bloßes Dekorationsmotiv. Auch der Pilz als Heilmittel und Bestandteil religiöser Rituale war seit jeher Symbolträger – zuletzt jedoch vor allem kitschiger Glücksbringer oder banales Hallizogen. Doch die Gegenwartskunst greift diese Klischees auf, erkundet die lange und vielschichtige Tradition der Blumen- und Pilzdarstellung und fügt ihr völlig neue Bedeutungsebenen hinzu: gesellschaftskritische und feministische ebenso wie medienreflexive und erotische.

Edvard Munch: Vom ersten Kuss bis in den Tod
120 S., 75 farbige Abb., geb., Hirmer 2013 (erscheint Juli) 29,90 EUR
Zum 150.Geburtstag von Edvard Munch der gesamte Munch-Bestand der Staatsgalerie Stuttgart. Innovative grafische Techniken. Munch war ein experimentierfreudiger Grafiker, der mit Radierungen, Lithografien und Holzschnitten das suggestive Formenspiel seiner Bilder variierte und zu neuen Aspekten brachte. Sein Lebensthema, die sinnliche und stets rätselhafte Visualisierung seelischer Zustände und emotionaler Erfahrungen, fand durch diese Werke ein breites Publikum. Die oft aus sehr persönlichen Erlebnissen entwickelten Sujets erregten in ihrer Entstehungszeit großes Aufsehen und hatten das Potential, den Kunstbetrieb um 1900 zu skandalisieren. Das Buch bietet einen konzisen Überblick und die wesentlichen Auskünfte zu Künstler und Werk.

Edvard Munch: Die Schwarzen Künste – Meisterblätter 1894 – 1944
224 S., geb., Hatje Cantz 2013 (erscheint Oktober) 45,00 EUR
Über 150 großformatige Grafiken des Künstlers in einem Band dargestellt. Liebe, Schmerz, und Tod, Leidenschaft, Einsamkeit und Trauer – das Werk von Edvard Munch (1863 – 1944) kreist um Grunderfahrungen menschlicher Existenz. Munch gilt als einer der Wegbereiter der expressionistischen Strömungen, die zu Beginn des 20.Jahrhunderts die europäische Malerei bestimmten. Sein grafisches Werk ist dabei nicht Nebenprodukt, sondern zentraler Bestandteil seines Oeuvre – von den ersten Radierungen aus dem Jahr 1894 bis zu den letzten Lithografien, die unmittelbar vor seinem Tod entstanden. Unter den Meisterblättern, die der repräsentative Band in Bild und Text vorstellt, finden sich grafische Ausarbeitungen von Munchs weltbekannten Sujets in Form von großformatigen Farblithografien, Radierungen, Holzschnitten, handkolorierten Blättern oder experimentellen Drucken auf farbigem Papier. Munchs Grafiken bestechen durch eine subtile Farbpalette und ihre expressive Reduktion. Der Künstler erreicht in diesem Medium eine überzeugende Verdichtung seiner zentralen symbolischen Allegorien.

Sie. Selbst..Nackt
Paula Modersohn-Becker und andere Künstlerinnen im Selbstakt

192 S., 135 Abb., geb., Hatje Cantz 2013 (erscheint Oktober) 39,80 EUR
Auswahl der vorgestellten Künstlerinnen: Marianne Breslauer, Anne Brigman, Imogen Cunningham, Xenia Hausner, Maria Lassnig, Clare Menck, Ana Mendieta, Anita Rèe, Joan Semmel, Amrita Sher-Gil, Renèe Sintenis, Jo Spence, Cecile Walton, Hannah Wilke. Der weibliche Blick auf den eigenen Körper ausgehend von Paula Modersohn-Beckers „Selbstbildnis am 6.Hochzeitstag“. Als Pionierin der Moderne legte Paula Modersohn-Becker (1876 – 1907) mit ihren Selbstakten den Grundstein für die Aktmalerei der Avantgarde des frühen 20.Jahrhunderts. Noch vor Richard Gersl (1908) und Egon Schiele (1910) hatte sie sich bereits 1906 in einem nahezu lebensgroßen Gemälde als Ganzkörperakt selbst inszeniert und damit einem zu diesem Zeitpunkt kaum bekannten und durchaus brisantem Bildthema mit erstaunlicher Sicherheit und bewunderungswürdigem Mut zugewandt. Denn auch unter männlichen Künstlern war ein Selbstakt damals eine Seltenheit. Somit verhalf die Künstlerin, als Frau, dem verkannten Sujet zu neuem unverhofften Ansehen. Der fundierte Text- und Bildband zeigt diese spannende Entwicklung in der Kunstgeschichte vom Beginn des 20.Jahrhunderts bis heute erstmals im Zusammenhang mit den bedeutendsten Positionen weiblicher Selbstdarstellungen im Akt.

Mythos Welt – Otto Dix und Max Beckmann
264 S., 200 farbige Abb., geb., Hirmer 2013 (erscheint November) 39,90 EUR
Erstmaliger direkter Vergleich von Dix und Beckmann, Hauptwerke der deutschen Malerei im 20.Jahrhundert in einmaliger Konzentration. Zur langerwarteten Wiedereröffnung des Jugendstilflügels der Mannheimer Kunsthalle kehrt mit einer grandiosen Werkauswahl aus dem Schaffen von Beckmann und Dix das Herzstück der programmatischen Revolution der Neuen Sachlichkeit an die Ursprünge dieser epochemachenden Bewegung zurück. Im wilden Leben der 1920er Jahre wurden Max Beckmann und Otto Dix zu den repräsentativen Künstlerpersönlichkeiten der Weimarer Republik. Eine durch den Weltkrieg beschädigte Generation verlangte für die „Magie der Realität“ nach ehrlichen Ausdrucksformen in neuer Sachlichkeit gegenüber der eigenen Erfahrung und der verlorenen Illusion. Für die Ära der abgelegten Monarchie und dem Eisernen Vorhang loten die Bilder dieser Künstler als geistiger Spiegel und tiefgründiger Kommentar das zeitcharakteristische Spektrum des Menschlichen aus. Mit seiner exquisiten Werkauswahl zeigt das Katalogbuch profund kommentiert die frappierenden Korrespondenzen zwischen den so unterschiedlichen Weltsichten zweier großer Maler.

Otto Dix. Lebenskunst
128 S., geb., Hatje Cantz 2013 Sonderausgabe anstatt 24,80 EUR nur 9,95 EUR
Dix im Kontext seiner Zeit – gesellschaftpolitische Umbrüche im Spiegel seinnes Oeuvre.
Kaum ein anderes Künstlerleben ist so sehr mit den historischen Ereignissen und politischen Katastrophen in Deutschland verknüpft. In eine Arbeiterfamilie hineingeboren, stürzt sich Otto Dix (1891 – 1969) lernbegierig in die Welt der Kunst. Von dionyschem Lebenshunger gepackt, kämpft und zeichnet er im Ersten Weltkrieg an vorderster Front und verleiht dem Krieg ein Bild von ungesehener wie unerhörter Wahrhaftigkeit. Während der Weimarer Republik agiert er als Spießerschreck, Dandy, Großstadttänzer, gilt aber auch als angesehener Professor. Von den Nazis schließlich aus dem Amt gejagt, verfemt und bedroht, zieht er sich zurück und findet zu einem beruhigten, reifen Spätwerk.

Die Drucke von Paul Klee
40 Blätter in leinenbezogener Kassette mit 80seitigem Begleitheft

Hatje Cantz 2013 (erscheint Juli) Einführungspreis 258,00 EUR
ab. 1.Januar 2014 298,00 EUR
Auf 500 Exemplare limitiertes Mappenwerk mit den schönsten Drucken von Paul Klee.
Die Arbeiten von Paul Klee (1879 – 1940), dem Schweizer Maler, Zeichner, Grafiker, Lehrer und Autor, haben maßgeblichen Anteil an der Kunstgeschichte des 20.Jahrhunderts. Anhand von Paul Klees Drucken lässt sich nachvollziehen, und das in wohl noch stärkerem Maße als anhand seiner Arbeiten in anderen Medien, wie er sich vom Traditionalisten zu einem der wagemutigsten Erneuerer in der Kunst der Moderne wandelte. Die Mappe mit Drucken von Paul Klee, die das New Yorker Museum of Modern Art 1947 unter der Ägide von James Thrall Sobiy erstmals herausgab, enthält 40 Radierungen und Lithografien Klees. Acht Blätter davon sind auf einzelne Bögen aus starkem Papier gedruckt und in einen Schmuckkarton eingelegt, der auch ein broschiertes Büchlein mit einem Essay von Soby enthält. Die einzigartige und luxuriöse Edition wird damit erstmalig seit ihrer Erstausgabe wieder aufgelegt und in einer streng limitierten Auflage von nur 500 Exemplaren auch auf Deutsch erhältlich sein.

Bauhaus. Die Kunst der Schüler
Werke aus der Sammlung des Bauhauses Dessau

160 S., 70 Abb., geb., Hatje Cantz 2013 (erscheint Oktober) 35,00 EUR
Erstmals im Fokus: die Schüler berühmter Bauhaus-Lehrer. 1919 in Weimar als Kunstschule gegründet, später ansässig in Dessau, zuletzt – vor seiner Zwangsauslieferung 1933 – in Berlin, erlangte das Bauhaus Weltruhm. Getreu dem Motto „Kunst und Technik – eine neue Einheit“ strebte die dort vertretene Avantgarde im Zuge der Industrialisierung nach einer Formensprache, die den maschinellen Herstellungsprozess als Gestaltungsraum nutzt, anstatt sich seiner allein zur Reproduktion ehemals manuell gefertigter Produkte zu bedienen. Als Gegenbewegung zur Ästhetik des Historismus prägte das Bauhaus einen Stil, der bis heute in Kunst, Architektur und Design präsent ist. Gleichwohl stehen die Schüler berühmter Meister wie Lyonel Feininger, Paul Klee oder Oskar Schlemmer im Schatten ihrer Lehrer. Anhand von Werken aus der Sammlung des Bauhauses Dessau wird ihr Schaffen, das konstruktivistisch-abstrakte Tendenzen mit expressionistischen, kubistischen und surrealistischen Einflüssen verbindet, in dieser Publikation erstmals sichtbar.

Das Bauhaus in Kalkutta
Eine Begegnung kosmopolitischer Avantgarden

176 S., 119 Abb., Pb., Hatje Cantz 2013 (erscheint August) 29,80 EUR
Neu entdeckt: gesellschaftliche Parallelen, kulturelle Verwandtschaften und gemeinsame Visionen der westlichen Nachkriegsmoderne und des postkolonialen Indien. Die Bauhausausstellung in Kalkutta 1922 war im internationalen Kunstbetrieb ein einmaliges Ereignis – ein Aufeinandertreffen künstlerischer wie intellektueller Verwandtschaften. Die westliche Moderne, die nach dem Ersten Weltkrieg auf der Suche nach geistiger und künstlerischer Erneuerung war, traf auf ihr indisches Pendant, das sich von den kolonialen Zwängen kulturell emanzipiert hatte. Werke von Paul Klee, Lyonel Feininger und Johannes Itten sowie von weiteren Bauhauskünstlern wurden bei diesem ersten internationalen Auftritt des Bauhauses neben Arbeiten moderner indischer Künstler wie Nandalal Bose, Sunayani Devi sowie Abanindranath und Gagenendranath Tagore präsentiert. Die Publikation zeigt auf, wie es zu dieser außergewöhnlichen Begegnung kam und stellt die damalige Ausstellung als exemplarischen Fall für eine Kunstgeschichte vor, die, statt über westöstliche Transformationen zu berichten, über gemeinsame Visionen schreibt.

Frida Kahlo
144 S., 80 Abb., Pb., Hatje Cantz 2013 (erscheint September) 19,80 EUR
Dramatisch, exotisch und schön: die mexikanische Künstlerin in Fotografien und Selbstbildnissen. Wie wurde Frieda Kahlo zur Ikone? Identitätssuche und Selbstdarstellung einer einzigartigen Künstlerin. Hauptvertreterin der mexikanischen Renaissance, Kommunistin, Frau Diego Riveras, Vorkämpferin der Emanzipation: Leben und Werk von Frida Kahlo (1907 – 1954) sind untrennbar miteinander verwoben, teils wie ein Theaterstück inszeniert. Als Tochter eines deutschstämmigen Fotografen an das Posieren gewöhnt, steuerte Kahlo schon früh die Wahrnehmung ihrer Person. In ihren Gemälden und den schmerzerfüllten Selbstportraits seziert sie ihr Innerstes und beschreitet damit einen neuen künstlerischen Weg. Auf den Portraits befreundeter Fotografen, wie Tina Modotti oder Edward Weston, trägt sie traditionelle Kleidung und stilisiert ihre „Mexicanidad“ zum Markenzeichen. Der Band zeichnet anhand zahlreicher Gemälde und Fotografien sowie Beiträge von anerkannten Theoretikern, wie Griselda Pollock und Mieke Bal, die Stationen dieses einzigartigen Künstlerlebens nach und setzt Kahlos Werk in Beziehung zu dem von Zeitgenossen, wie Diego Rivera, Maria Izquierdo, David Alfaro Siquieros oder Josè Clemente Orozco.

Traum-Bilder
Ernst, Magritte, Dali, Picasso, Antes, Nay…. Die Wormland-Schenkung

400 S., 240 Abb., geb., Hatje Cantz 2013 (erscheint September) 39,80 EUR
Meisterwerke des Surrealismus und der Neuen Figuration. Die große Ausstellung zur Wiedereröffnung der Pinakothek der Moderne. Der Modeunternehmer Theo Wormland (1907 – 1983) baute ab den 1960er Jahren ein der bedeutendsten Privatsammlungen des Surrealismus auf, die 2013 der Pinothek der Moderne geschenkt und dort mit einer großen Sonderausstellung gewürdigt wird. Die Kollektion, die als Dauerleihgabe bereits seit 30 Jahren an die Sammlung Moderne Kunst in München gebunden ist, beinhaltet neben weltbekannten Meisterwerken von Max Ernst, Renè Magritte oder Pablo Picasso auch figurative Skulpturen und Gemälde der 1960er- und 1970er Jahre. Künstler wie Bruno Goller, Konrad Klapheck, Bernard Schultze und Richard Oelze überhöhten oder verfremdeten die Wirklichkeit in der Nachfolge des Surrealismus. Der Katalog stellt nicht nur die 645 Werke und Künstler der Sammlung Theo Wormland-Stiftung für die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen sowie die vielfältige Förderung von Ausstellungs- und Publikationsprojekten.

Piet Mondrian – Barnett Newman – Dan Flavin
160 S., 70 Abb., geb., Hatje Cantz 2013 (erscheint September) 39,80 EUR
Die Werke dreier Meister der abstrakten Kunst im Dialog. Die drei bedeutenden Künstler der Moderne, Piet Mondrian (1872 – 1944), Barnett Newman (1905 – 1970) und Dan Flavin (1933 – 1996) gehören zwar je einer anderen Generation an, haben sich aber in ihrem künstlerischen Schaffen alle auf wegweisende Art der abstrakten Kunst verpflichtet. Unter verschiedenen geistigen und gesellschaftlichen Vorzeichen vertrauten sie der Askese im Umgang mit bildnerischen Mitteln in vorher ungekannter Radikalität. Mit reiner Farbe, konkreter Form und neuen Materialien weiteten sie die Dimension der Kunst ins Universale. Die Publikation begleitet eine große Sonderausstellung im Kunstmuseum Basel und stellt die drei Künstler chronologisch in Einzelpräsentation vor, sodass sich in der Abfolge erhellende Zusammenhänge auftun. Meisterwerke werden präsentiert und selten gezeigten Arbeiten gegenübergestellt.

Schwitters in England
168 S., 131 Abb., Pb., Hatje Cantz 2013 35,00 EUR
Erstmals im Fokus: das Spätwerk des Künstlers im englischen Exil. Nach der Verfemung seines Schaffens durch die Nationalsozialisten verbrachte Kurt Schwitters (1887 . 1948) die letzten Jahre seines Lebens im Exil. Zunächst in Norwegen, später in England musste sich der Maler, Collagekünstler und Schriftsteller immer wieder mit neuen Situationen und fremden Welten auseinandersetzen. Das spiegelt sich in seinen Assemblagen, Collagen und figurativen Gemälden sowie Zeichnungen wider, die für verschiedene Zeit- und Lebensräume stehen, und zeigt sich auch im Einsatz unterschiedlicher Materialien in seinen Werken. Die späten Kompositionen sind offen, lose und wirken improvisiert. Während der 1940er Jahre in London entdeckte Schwitters die farbig gefasste Skulptur neu für sich. Die Publikation erforscht erstmals sein skulpturales Schaffen in seiner Bedeutung für die Vielfalt des späten Werks sowie des gesamten Oeuvre des Künstlers und dokumentiert dies auch anhand persönlicher und historischer Berichte sowie Archivalien und Fotografien.

Helge Achenbach – Der Kunstanstifter
240 S., 130 Abb., Pb., Hatje Cantz 2013 (erscheint September) 29,80 EUR
Der einflussreiche Kunstberater erlaubt einen Blick hinter die Kulissen des Kunstbetriebs. Helge Achenbach (geb. 1952 in Weidenau) ist einer der international bedeutendsten Art Consultants. Man kann ihn geradezu als Erfinder dieser Sparte bezeichnen. Was Helge Achenbach in den 40 Jahren seines aufregenden Berufslebens zwischen Siegen und Schanghai, zwischen Berlin, Tokio und Teheran, Düsseldorf und New York mit bedeutenden Künstlerinnen und Künstlern erlebt hat, erzählt dieses Buch. Der studierte Sozialpädagoge spricht über seine Begegnungen mit Gerhard Richter, Jörg Immendorff, Andy Warhol, Andreas Gursky, Jeff Koons und Keith Harding. Er erinnert sich an außergewöhnliche Großprojekte und schildert den nicht immer erfreulichen Umgang mit Unternehmen, Kollegen, Sammlern und Banken.

Gottfried Helnwein
240 S., 141 Abb., geb., Hatje Cantz 2013 39,80 EUR
Brutal und politisch – die demaskierenden Bilder von Gottfried Helnwein. Großangelegte Retrospektive zum vielleicht österreichischsten aller Künstler. Die Arbeiten und Aktionen von Gottfried Helnwein (geb. 1948 in Wien) lösen immer wieder Diskussionen aus. Seine schmerzhaften Bilder verweigern dem Betrachter sehr bewusst das Behagen an der Kunst, stellen unbequeme Fragen und geben keine Antwort. Vielen gilt Helnwein als der Nachfolger Andy Warhols, als unbestechlicher Chronist der Zeit. Anlässlich seines 65.Geburtstags stellt die retrospektive Monografie alle Stationen seiner künstlerischen Entwicklung vor, von den bahnbrechenden fotorealistischen Werken, wie „Peinlich“ (1971), das in der Kombination aus Kinderbild und Comic bereits wichtige thematische Stränge festlegt, über das „Selbstportrait (Black Out)“ von 1982, das als Plattencover der Scorpions weltweite Berühmtheit erlangte, bis hin zu jüngeren Arbeiten, wie der verstörenden Serie „Disasters of War“, die schwer verletzte Mädchen in den Mittelpunkt der Darstellung rückt.

Andy Wahrol. Unique
172 S., 250 Abb., Pb., Hatje Cantz 2013 (erscheint Juli) 38,00 EUR
Unikatblätter und Editionen aus dem Schellmann-Archiv von 1980 bis 1986. Andy Warhol, der die „Mona Lisa“ 20-mal auf eine Leinwand setzte und lakonisch mit „Thirty Are Better Than One“ betitelte und dessen Marilyn Monroe im Zehnerpack als Mappenwerk hohe Auflagen erlebte, hat im Laufe seiner Arbeiten auch eine überraschend gegensätzliche Strategie entwickelt: Bevor seine Siebdrucke in Auflage produziert wurden, erstellte Warhol zahlreiche „trial proofs“, also Probedrucke, in denen er die unterschiedlichsten Farbzusammenstellungen ausprobierte, jeder Druck ein Unikat. Diese Drucke, eigentlich „Originale“, sind in ihrem besonderen Wert bislang vom Kunstmarkt nicht in vollem Umfang erkannt und gewürdigt worden. Mit diesem Band legt Jörg Schellmann einen Katalog der über 100 Probedrucke von Andy Warhol vor, die in der Edition Schellmann in den Jahren 1980 bis 1986 produziert wurden, und erläutert in Text und Bild den Stellenwert dieser Unikatblätter im druckgrafischen Oeuvre des Künstlers.

Warhol in China
312 S., 290 Abb., geb., Hatje Cantz 2013 (erscheint August) 39,80 EUR
Massenproduktion als künstlerisches Ausdrucksmittel – Warhol meets Made in China.
Als Andy Warhol 1982 über Hongkong nach Peking flog und seine Eindrücke in knappen Tagebuchnotizen und ausführlich fotografisch festhielt, sah er sich einer chinesischen Hauptstadt gegenüber, die kaum kommerzielle Einflüsse zeigte und kurz vor einer gewaltigen Wende stand. Warhol gelangen an diesem entscheidenden Wendepunkt Fotos, die heute neben ihrem künstlerischen auch einen dokumentarischen Wert haben. Nach den dramatischen Verwerfungen der Kulturrevolution konnte in dem streng überwachten und gleichgeschalteten Riesenreich erst nach Maos Tod 1976 mit der vorsichtigen Öffnung des Landes eine Kunstszene entstehen. Neue künstlerische Strategien und Materialien hielten Einzug, die Künstler der Gruppe The Stars, unter ihnen Ai Weiwei, verarbeiteten offensiv Einflüsse von Andy Warhol und anderen Protagonisten der Pop-Art in ihren Werken. Andy Warhols millionenfach vervielfältigter Siebdruck „Mao“ (1972) wurde für sie zum Ausgangspunkt einer kritischen künstlerischen Auseinandersetzung mit den Symbolen der kommunistischen Staatsführung.

Reading Andy Warhol
352 S., 290 Abb., geb., Hatje Cantz 2013 (erscheint September) 39,80 EUR
Erstmals im Fokus: der berühmte Pop-Art Künstler als Büchermensch und Büchermacher mit Archivmaterial zu seinen überraschenden Publikationsprojekten. War Andy Warhol (1928 – 1987) ein Intellektueller oder ein Comicleser? Jedenfalls liebte er Bücher. Das Medium des Drucks beschäftigte ihn seit seinen Studientagen und fortan zeitlebens. Beginnend mit Illustrationen zu berühmten Geschichten Truman Capote oder Katherine Anne Porter, schuf er als erfolgreicher Grafiker auch verspielte Themenhefte, die er in der New Yorker Modewelt als Werbegeschenke verteilte. Er übernahm die Gestaltung von Bucheinbänden großer Verlage und bereicherte die Gedichtbände befreundeter Schriftsteller mit Siebdrucken und Lithografien. In seinen eigenen Bildbänden dokumentierte er das filmisch-fotografische Schaffen seiner Factory. Warhol sprengte herkömmliche Literaturgenres, indem er Tonbandaufnahmen transkribieren und publizieren ließ. In dem ausführlichen Band werden erstmals seine buchgestalterischen und schriftstellerischen Leistungen aus kunsthistorischer wie literaturtheoretischer Sicht vorgestellt.

OP + POP – Experimente amerikanischer Künstler ab 1960
158 S., 150 farbige Abb., geb., Hirmer 2013 34,90 EUR
Pop-Art-Meister verwandelten Alltagsgegenstände in Kunst. Im Fokus der Siebdruck als Königsdisziplin. Comic, Werbung, Graffiti, Signal: Plötzlich wurde Alltag Kunst. Ein neues Lebensgefühl brach sich in den 1960er Jahren Bahn, in dem das Bunte und Plakative, das Komische und Laute, das Unprätentiöse und Leichtverständliche die Welt erfasste – und der Siebdruck war das Medium dieser Revolution. „Pop-Art“ hieß die Schwester des Beat, und zu ihr gehörten die Farben des Regenbogens. Zu einer der erfolgreichsten Kunstströmungen des 20.Jahrhunderts wurde sie durch ihre unbeschwerte Nähe zum Plakat und ihre eingängigen Bildparolen. Der Siebdruck verhalt ihr zu einer Breitenwirkung, wie sie für Kunstwerke bis dahin unbekannt war. Viele amerikanische Künstler ließen ihre Entwürfe von der Dombergerschen Druckerei in Bonlanden umsetzen, einer Werkstatt, die durch Qualität zu Weltruhm gelangte. Bestände aus dem Archiv Domberger werden in diesem Buch erstmals präsentiert, Kooperationen von Künstlern und Druckern dokumentiert und anhand einer exquisiten Werkauswahl kann der betrachtende Leser das Phänomen des Siebdrucks Revue passieren lassen.

Nancy Graves Project & special guests
288 S., 400 Abb., geb., Hatje Cantz 2013 (erscheint August) 39,80 EUR
Eine Neubewertung der medienübergreifenden Werke der amerikanischen Pop-Art Künstlerin. Die vielleicht überraschendsten Arbeiten von Nancy Graves (1939 – 1995) sind ihre lebensgroßen Plastiken von Kamelen und Dromedaren. Die Skulpturen aus Wachs, Fiberglas, Jute und Tierhäuten, die sie gegen Ende der 1960er Jahre formte, hinterfragten gleichermaßen die Prinzipien der klassischen naturgetreuen Wiedergabe wie der der Pop-Art. Später verwendete Nancy Graves in ihren Arbeiten Wetter- und Mondkarten der NASA ebenso wie Zitate aus Paläontologie und Anthropologie, der Kunstgeschichte oder Artefakte anderer Kulturräume. In ihrem Werk verband sie Konzeptkunst mit Land-Art und Neuer Figuration, gab Impulse im Bereich der Recherche-Künste sowie des künstlerischen Films und leistete wichtige Beiträge zur Genderforschung. Die Publikation präsentiert das vielgestaltige Oeuvre der Künstlerin, thematisiert das Verhältnis zu Zeitgenossen und Vorbildern und unternimmt eine Neubewertung seiner kunsthistorischen Bedeutung.

Apple Design
320 S., 542 Abb., Pb.,
Hatje Cantz 2013 , Sonderausgabe anstatt 39,80 EUR nur 14,95 EUR
Apple setzt Designmaßstäbe – der umfangreiche Band erklärt warum. Im Mittelpunkt dieser Publikation mit über 200 Designbeispielen steht Jonathan Ive, Senior Vice President of Industrial Design der Firma Apple, seit 1997 verantwortlich für die Gestaltung aller Apple-Produkte. Das Designteam um Ive schieb im letzten Jahrzehnt mit seinen Maßstäbe setzenden iMacs, iPhones, iPods und iPads Elektrodesigngeschichte. Zudem werden die deutlichen Bezüge des Apple-Designs zu den formreduzierten Produkten der deutschen Erfolgsmarke Braun und den „Zehn Regeln für Gutes Design“ von deren Chefdesigner Dieter Rams aufgezeigt.

RoseLee Goldberg: Die Kunst der Performance vom Futurismus bis heute
256 S., 200 Abb., geb., Deutscher Kunstverlag 2013 (erscheint 4.Quartal) 19,90 EUR
Die reich bebilderte Publikation schlägt in ihrem Text den Bogen vom Beginn des 20.Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Beginnend mit den italienischen Futuristen schildert die Autorin profund die parallele Entwicklung der nachrevolutionären russischen Futuristen, der schweizerischen Dadaisten und der französischen Surrealisten bis hin zum deutschen Bauhaus. In der Fülle an Neuerungen auf literarischem, musikalischen und darstellenden Gebiet zeigt sich der revolutionäre Elan der Kunst der Zwischenkriegszeit. Im zweiten Teil der Publikation beschäftigt sich die Autorin eingehend und kenntnisreich mit den Formen der Performance Art von der Nachkriegszeit bis in die 1970er und 1980er Jahre. Der Band schließt mit ausführlichen Bemerkungen zu den Veränderungen im 21.Jahrhundert vor dem Hintergrund der neuen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters.

Alexander Rodtschenko
224 S., 220 Abb., geb., Hatje Cantz 2013 39,80 EUR
Hommage an den Meisterfotografen und Designer der russischen Avantgarde. Alexander Rodtschenko (1891 – 1956) gehörte zu den treibenden Kräften der russischen Avantgarde. Er malte, konstruierte, gestaltete Reklameplakate, Verpackungen und Bücher. Seine Fotografien wurden zu einem Motor der visuellen Kunst des 20.Jahrhunderts: Aus radikal neuen Perspektiven fixierte Rodtschenko das Lebensgefühl in den Jahren nach der Oktoberrevolution – Aufbruch, Experimentierlust,, Begeisterung für den technischen Fortschritt. Die in diesem Band vorgestellte Rodtschenko-Sammlung der Sepherot Foundation vereint berühmte, stilbildende, aber auch kaum bekannte Fotografien und Fotocollagen des sowjetischen Avantgardekünstlers sowie eine einzigartige Kollektion von Anstecknadeln und Manschettenknöpfen, die er in den 1920er Jahren im Auftrag einer sowjetischen Fluggesellschaft gestaltete.

Julio Le Parc – Kinetic Works
200 S., 187 Abb., Hatje Cantz 2013 (erscheint Oktober) 39,80 EUR
Einer der bedeutendsten Vertreter der lichtkinetischen Kunst. Julio Le Parc (geboren 1928 in Mendoza) setzt sich in seinem kinetischen Werk mit bewegten Licht auseinander. Mittels mechanischer Lichtmaschinen und reflektierender Mobiles inszeniert er ein ästhetisches Spiel zwischen Licht und Bewegung. Von Argentinien wanderte Le Parc in den späten 1950er Jahren nach Paris aus und gründete mit Gleichgesinnten, wie etwa Francois Morellet, die Group de Recherche d`Art Visuel. Gemeinsam mit seinen Künstlerkollegen vollzog er in den 1960er Jahren einen radikalen Bruch mit den vorherrschenden Kunsttraditionen: weg vom Bild zur Dynamik und damit zu einem Prozess, der das Werk einer statischen Betrachtungsweise entzieht. Die Publikation bietet anhand der Bestände der Daros Lateinamerika Collection einen umfassenden Blick auf Le Parcs lichtkinetisches Ouevre, in dem er den Raum permanent neu erschafft und wieder aufhebt, den Betrachter dabei unmittelbar in seine Gesamtkunstwerke einbeziehend.

CyberArts 2013
International Compendium Prix Ars Electronica – Die Dokumentation

300 S., 400 Abb., Pb., mit DVD Hatje Cantz 2013 (erscheint September) 48,50 EUR
Mit vielen Bildern, Texten der Künstlerinnen und Künstler sowie der Jurymitglieder präsentiert das Buch die ausgezeichneten Arbeiten des Prix Ars Electronica 2013. Die DVD zeigt eine Auswahl preisgekrönter Beiträge rund um aktuelle Trends. Seit seinem Gründungsjahr 1987 ist die Prix Ars Electronica ein jährliches Trendbarometer der digitalen Künste und nimmt eine Vorreiterrolle im Entdecken künstlerischer Innovationen ein. 35 internationale Expertinnen und Experten bewerten Tausende eingereichter Arbeiten in den Kategorien „Computer Animation/Film/VFX“, „Digital Musics & Sound Art“, „Interactive Art“, „Hybrid Art“, „Digital Communities“, „(the next idea) voestalpine Art and Technology Grant“ und dem Jugendwettbewerb „U19 – Create your World“. Darüberhinaus werden auch die Gewinnerprojekte des Prix Ars Electronica Collide@CERN Award präsentiert, dem neuen Artist-in-Residence-Programm von CERN und Ars Electronica.

Ars Electronica 2013. Total Recall – The Evolution of Memory
400 S., 550 Abb., Pb., Hatje Cantz 2013 (erscheint September) 29,00 EUR
Eine Zukunft, in der alles gespeichert wird – Fluch oder Segen? Im Mittelpunkt von Ars Electronica 2013 stehen eines der größten Geheimnisse der Wissenschaft und eine der größten technischen Herausforderungen: Erinnerung und ihre Speicherung. Was ist Erinnerung, wie entsteht Gedächtnis und wie geht es verloren? In der Natur, in der Technologie, in der Zukunft. Seit jeher spekuliert jede Generation darüber, wie die jeweils nachfolgende wohl einst über sie denken wird. Doch welche Faktoren entscheiden am Ende wirklich darüber, was und wie wir uns erinnern? Welche Rolle spielt Erinnerung für jeden von uns, für unsere Familien, unsere Gesellschaft, ja für uns als Menschheit insgesamt? Und was ist Erinnerung überhaupt? „Total Recall“ begibt sich auf die Suche nach dem perfekten Gedächtnis, befragt Hirnforscher und Computerwissenschaftler, Künstler und Philosophen nach ihren Zugängen, neuesten Erkenntnissen, nach ihren Plänen und Visionen für eine Zukunft, in der wir alles speichern können.

The Beauty of Buddha
96 S., 80 farbige Abb., geb., Hirmer 2013 (erscheint September) 34,90 EUR
Text in deutsch, englisch und chinesisch. Faszinierende sensible Aufnahmen birmanischer Buddha-Köpfe der Sammlung Sabine Meister. Fotografie im Dialog mit der Kunst des Fernen Ostens. Meditative Konzentration in Buchform. Das Schaffen von Buddha-Figuren hat eine lange Tradition und reicht über 2500 Jahre zurück. Stets stellen die Meisterwerke dabei ein Ideal des menschlichen Seins dar. Sich als Künstler einem solchen Thema zu widmen, ist daher eine besondere Herausforderung. Meint man in der archetypischen Darstellung Buddhas nichts Neues mehr zu sehen, so entdeckt man bei genauerer Betrachtung doch entscheidende Unterschiede. Die Publikation zeigt die umfassende Buddha-Sammlung Sabine Meister aus der Perspektive des Künstlers und Fotografen Hubertus Hamm – faszinierend inszeniert und mehr als nur Fotografie. Vielmehr begab er sich intensiv in einen Dialog mit den aus Birma stammenden Meisterwerken. Er reflektiert als Mensch und Künstler, schafft Bildräume und fotografische Antworten. Er öffnet den Raum, den diese Werke in ihrer Gültigkeit für jeden haben können. Dieser Bildband offenbart dem Betrachter nicht nur die Schönheit der Sammlung Sabine Meister, sondern ermöglicht auch den Zugang zu der gestaltgewordenen Geisteshaltung des Zen.

John Dickie: Omerta – Die ganze Geschichte der Mafia
Camorra, Cosa Nostra, `Ndrangheta

848 S., geb., S. Fischer 2013 (erscheint September) 24,99 EUR
Erstmals die wahre Geschichte der gesamten Mafia. Camorra, Cosa Nostra, `Ndrangheta: Jeder dieser Mafiaclans hat seine eigene Geschichte, dunklen Rituale, Grausamkeiten und speziellen Geschäftsmethoden. Alle drei haben ihre erbarmungslose Herrschaft international etabliert. John Dickie erzählt den blutigen Werdegang dieser einstmals lokalen Verbrecherorganisationen hin zu international kooperierenden Unternehmen.

Christian Koller: Die Fremdenlegion
Kolonialismus, Söldnertum, Gewalt 1831 – 1962

252 S., geb., Ferdinand Schöningh 2013 (erscheint Herbst) 29,90 EUR
Memoiren, Romane, Filme und Propagandaschriften haben den Ruf der Fremdenlegion als Sammelbecken von Kriminellen und Aussteigern, als sadistisch-militärische Hölle oder als exotische Lebenswelt romantischer Helden verbreitet. Christian Kollers faszinierendes Buch liefert die erste auf aktuellen sozial- und kulturgeschichtlichen Zugängen basierende Beschreibung dieser Söldnertruppe. Gestützt auf Selbstzeugnisse, Archivalien und Quellen zu den politischen und medialen Diskussionen über die Legion, beschreibt er deren Rolle als Instrument des Kolonialimperialismus, ihre nationale und soziale Zusammensetzung, ihre Darstellung und Mythisierung in Politik, Medien und Kultur. Auch die Identitätspolitik der Fremdenlegion, der eigene Blick der Legionäre auf Hierarchie, Disziplin, Kameradschaft, den mysteriösen „Cafard“, Alkohol, Prostitution und Homosexualität werden eingehend behandelt. Darüberhinaus findet das Verhältnis der Legionäre zu den kolonisierten Bevölkerungen eingehend Berücksichtigung – von kriegerischen Aufeinandertreffen bis zu mehr oder weniger gewaltgeprägten sexuellen Beziehungen.

Sergej in der Urne FSK 6 – Ein Dokumentar-Film von Boris Hars-Tschachotin
DVD, 103 Min., good movies 2013 (erscheint November) 19,99 EUR
Seit 30 Jahren steht die Urne Sergejs auf dem Schrank von Eugen in Paris, weil sich seine vier Söhne nicht über die Beisetzung einigen können. Als Urenkel Boris versucht, das Ganze in die Hand zu nehmen, stößt er auf eine Familiengeschichte, die das 20.Jahrhundert plastischer macht als jedes Geschichtsbuch. „Sergej in der Urne“ schlägt den Bogen von der Russischen Revolution bis ins 21.Jahrhundert, erzählt die Geschichte von drei Generationen einer weit verstreuten, europäischen Familie. Im Zentrum steht der schillernde Sergej Stepanowitsch Tschachotin (1883 – 1973), Mikrobiologe, Wisssenschaftler von Weltruf, Freund Einsteins und Pawlows, aber auch Revolutionär, Antifaschist, Pazifist und Frauenheld – ein Leben, in das die Geschichte immer wieder eingeschlagen hat wie der Blitz.

Julian Assange: Cypher Punks
200 S., Pb., Campus 2013 16,99 EUR
Dieses Buch ist eine Kampfansage. Sie stammt von einem der Freiheitskämpfer des Internetzeitalters: Julian Assange – US-Staatsfeind Nr.1 und weltweit gesuchter Netzwerkaktivist. Das Internet ist eine riesige Spionagemaschine, sagt Assange. Alles, was wir hier übertragen, wird gespeichert und ausgewertet. Regierungen weltweit greifen nach der Netzkontrolle. Ihre Komplizen, Unternehmen wie Google, Facebook, PayPal und Co, sind längst in das Geschäft mit den Daten eingestiefen und verkaufen sie meistbietend. User aller Länder vereinigt euch und schlagt zurück fordert der Mitbegründer von WikiLeaks.

Bernd Drücke (Hg.): Anarchismus Hoch 2
Soziale Bewegung Utopie Realität Zukunft
Gespräche über eine gewaltfreie, herrschaftslose Gesellschaft

180 S., Karin Kramer Verlag 2013 (erscheint Herbst) 18,00 EUR
Wie es um den Anarchismus bestellt ist, ist ein Thema des vorliegenden Buches. Es enthält eine Auswahl von Gesprächen, die sich mit den Themen Anarchie, Anarchismus, Soziale Bewegungen, Utopien und Zukunft beschäftigen. Es sind Gespräche für eine gewaltfreie, herrschaftslose Gesellschaft. Interviewpartner sind u.a. der Liedermacher Konstantin Wecker, der Comiczeichner Gerhard Seyfried, die Zeichnerin Ziska Riemann, die libertär-feministische Bloggerin Antje Schrupp, der libertäre Zapatist Lutz Kerkeling, der emeritierte Politikprofessor Wolf-Dieter Narr, die Kletteraktivistin Cecile Lecomte, der russische Anarchismusforscher Vadim Damier, der libertäre Bürgerrechtler Wolfgang Sebastian Rüddenlau und der Frankfurter Umweltaktivist und Arzt Michael Wilk.

Lisa Mittendrein: Solidarität ist alles was wir noch haben
Solidarische Ökonomie in der griechischen Krise

180 S., AG SPAK Bücher 2013 16,00 EUR
In Folge von Krise und Austeritätspolitik kämpft die griechische Bevölkerung heute mit dem Zusammenbruch der Wirtschaft, Arbeitslosigkeit, Armut, einem dysfunktionalen politischen System und gesellschaftlicher Desintegration. Doch der Widerstand ist groß und macht keine Anstalten zu brechen. Immer mehr Griechinnen und Griechen nehmen ihre Versorgung, den Zusammenhalt des Gemeinwesens und die Suche nach Alternativen selbst in die Hand: sie bauen eine Solidarische Ökonomie von unten auf. Quer durch Griechenland entstehen täglich neue soziale Zentren, Gemeinschaftsgärten, Umsonstläden, selbstverwaltete Läden und Cafes, kollektive Versorgungsstrukturen und viele andere Arten von kollektiven, selbstverwalteten Projekten. Die Autorin befasst sich in ihrem Buch mit den aktuellen Entwicklungen Solidarischer Ökonomie in Griechenland. Sie stellt konkrete Projekte vor und lässt deren AktivistInnen zu Wort kommen. Neben der Analyse der politischen und wirtschaftlichen Situation geht sie den Grundlagen und Einflüssen der Bewegung nach und zeigt, wie eine Vielzahl von Dynamiken zu ihrer Entstehung beigetragen haben. Sie untersucht die Frage, was Solidarische Ökonomie in der Krise für Einzelne wie für die Gesellschaft leisten kann und zeigt: Solidarische Ökonomie ist auch gemeinsame Selbsthilfe, aber sie ist auch und vor allem viel mehr.

Thomas Wagner: Die Mitmachfalle
Bürgerbeteiligung als Herrschaftsinstrument

140 S., Papyrossa 2013 (erscheint August) 11,90 EUR
Lange Zeit erschallte der Ruf nach mehr Bürgerbeteiligung vor allem aus alternativen Milieus. Mittlerweile versprechen sich davon maßgebliche Kreise aus Politik und Wirtschaft, der schwindenden Zustimmung zu neoliberalem „Reform“-Projekten und Bauvorhaben wie „Stuttgart 21“ entgegenzuwirken. Doch hinter der Beteiligungsfassade scheinen anti-demokratische Tendenzen einer Mitmach-Republik auf: Die realen Einflussmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger sowie von Parteien und Gewerkschaften werden effektiv beschnitten – ganz im Sinne der von Merkel propagierten „marktkonformen Demokratie“. Zum ersten Mal werden die wichtigsten Bereiche der Mitmachfalle in Buchform gebündelt: Simulierte Partizipationskunst, Digitale Bohème, Bürgerplattformen, Community Organizing, Bürgerhaushalte, „strategische“ Dialoge, Mediationsverfahren sowie die Rolle von Konzernstiftungen, Parteien und ideologischen Vordenkern. Denn wirkliche demokratische Gegenstrategien zu entwickeln, setzt voraus, nicht in die Mitmachfalle zu tappen.

Empire Me – Der Staat bin ich FSK 12 Ein Dokumentar-Film von Paul Poet
DVD, 100 Min., good movies 2013 (erscheint August) 19,99 EUR
Der Traum von Utopia, vom besseren Leben im irdischen Paradies wird vom Menschen schon lange und in immer neuen Versionen geträumt. Doch die engmaschigen Lebensprinzipien der globalisierten Weltordnung lassen kaum Alternativen und Visionen zu. Ein Phänomen macht damit Schluss: Das Gründen von Gegengesellschaften. Auf der Suche nach einer idealen Lebenskultur bauen sich hunderte Do-it-Yourself-Staaten ihre eigenen kleinen Welten. Mikronationen, Eco-Villages und Sezessionisten beschreiten mit realem Territorien und Gemeinschaften alternative Wege des Zusammenlebens. In seinem dokumentarischen Abenteuerfilm „Empire Me“ unternimmt Paul Poet, selbst Veteran alternativer Netzwerke und sozialer Experimente, eine Reise zu sechs dieser Gegenwelten, die unterschiedliche Strömungen dieser Bewegung aussagekräftig repräsentieren. Was auf den ersten Blick bunt, charmant, skurril wirkt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als sympathisch exzentrische Kampfansage: Wenn dir deine Welt nicht passt, bau dir deine eigene!

Fuck the Forest – Ficken für den Regenwald
FSK 16 – Ein Dokumentar-Film von Michal Marczak

DVD, 86 Min., good movies 2013 (erscheint November) 19,99 EUR
Sex haben und damit die Welt retten – eine Gruppe junger Idealisten kämpft mit außergewöhnlichen Mitteln für einen gesunden Planeten und den Erhalt der Erde. Eine Bewegung für freie Körper und freie Natur abseits der üblichen Moralvorstellungen. In dem Film begleitet Regisseur Michal Marczak die wohl skurrilste NGO der Welt. Junge Frauen und Männer veröffentlichen erotische Fotos und selbst gedrehte Amateursexvideos gegen Bezahlung auf ihrer Website. Um mit dem Geld Umweltschutzprojekte zu unterstützen. Ein Wohltätigkeitskonzept, das nicht überall auf Verständnis stößt. Hippiekultur und Nächstenliebe stehen Pate für die ungewöhnliche Bewegung. Von Berlin bis in die tiefen Wälder des Amazonas begleitet der Film Danny, Leona und ihre Freunde auf ihrer Mission. Um mit den Einnahmen ein Stück Land zu kaufen, die Ureinwohner zu unterstützen und ihren Beitrag zur Weltrettung zu leisten. Doch die Ureinwohner haben sich die Sache anders vorgestellt…..

Andrea Trumann: Kritik des Staatsfeminismus
120 S., Pb., Bertz + Fischer 2013 (erscheint November) 7,90 EUR
Keine Verwaltung und kein Unternehmen kommt noch ohne „Gender-Training“ aus und die Forderung nach Frauenquoten hat selbst die CDU erreicht. Durch garantierte Kitaplätze und Elterngeld soll zudem die „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ erleichtert werden. Gleichstellungspolitik erscheint als zentrales Anliegen staatlicher Politik; und unter dem Label „Diversity Management“ setzen Unternehmen zunehmend auf besondere „weibliche Kompetenzen“. Während „Alphamädchen“ ihre Karriere vorantreiben, gerät die dunkle Seite dieser „Emanzipation“ aus dem Blick: Von der neoliberalen Umverteilungspolitik sind vor allem Frauen betroffen, als alleinerziehende Mütter oder als unbezahlte oder schlecht entlohnte Sorge- und Pflegearbeiterinnen. Trotz aller Bereitschaft zur „Selbstoptimierung“ scheint der Weg in die Alltagsarmut für viele Frauen vorgezeichnet. Trumann zieht Bilanz: Was ist nach 40 Jahren Frauenbewegung aus den Forderungen und Visionen geworden? Und welche Rolle spielt die Frauen-, Arbeits- und Familienpolitik im Kapitalismus der Gegenwart?

Ursula März: Simone de Beauvoir
64 S., 40 Abb., geb., Deutscher Kunstverlag 2013 (erscheint Herbst) 19,90 EUR
Als Dreijährige besaß die Tochter der französischen Bourgeoisie eine eigene Visitenkarte. Als Einundzwanzigjährige schloss sie einen radikal antibürgerlichen Liebespakt mit dem Philosophiestudenten Jean-Paul Sartre. Als Vierzigjährige verfasste sie das Buch „Das andere Geschlecht“, das zur Bibel des Feminismus und zum Skandalwerk avancierte: Simon de Beauvoir gilt als Ikone moderner, intellektueller Weiblichkeit des 20.Jahrhunderts. Ursula März fragt nach den Voraussetzungen dieses einzigartigen Status – und den Folgen der Mythenbildung für die Person Beauvoir.

Wir Frauen 2014. Taschenkalender
256 S., Abb., Papyrossa 2013 (erscheint August) 9,95 EUR
Der Kalender erzählt von klugen und mutigen Frauen, die aus der Reihe tanzen, seien es die Revolutionärinnen des Arabischen Frühlings, die Demonstrantinnen bei den Slut-Walks oder alle, die aufstehen gegen Spardiktate und Bankenfütterung in Italien, Portugal, Griechenland und andernorts. Zu Wort kommen auch Rebellinnen der Vergangenheit aus Politik, Wissenschaft, Kunst und Kultur. Angesichts der aktuellen Auseinandersetzungen um das Recht auf Stadt und öffentlichen Raum ist ein Kleines Lexikon den Architektinnen und Städtebauerinnen gewidmet, angefangen mit Christine de Pisan, die ihre „Stadt der Frauen“ vor über 600 Jahren konzipierte. Und wie immer: Sprüche und Karikaturen, Fotografien und Zeichnungen, Prosa und Gedichte machen den Kalender zu einem spannenden Lesebuch und bieten reichhaltigen Stoff zum Schmökern. Ein übersichtliches Kalendarium und noch mehr Platz für eigene Eintragungen erhöhen zudem den praktischen Nutzwert.

Christina von Braun, Inge Stephan (Hg.): Gender@Wissen
Ein Handbuch der Gender-Theorien

420 S., Pb., Böhlau (UTB Wissenschaft) 2013 (erscheint Herbst) 22,99 EUR
3.überarbeitete und erweiterte Auflage. Gender@Wissen hat sich seit seinem ersten Erscheinen 2005 zu seinem Standartwerk entwickelt. Jetzt liegt das Studienbuch in seiner dritten überarbeiteten Auflage vor. Zu den ursprünglich zwölf thematisch geordneten Beiträgen über zentrale Wissensfelder wie Identität, Körper, Zeugung, Reproduktion, Sexualiät, Gewalt, Globalisierung, Repräsentation, Lebenswissenschaften, Natur, Sprache und Gedächtnis treten drei weitere über Rassismus, Geld und Mythos. Die abschließenden fünf Beiträge zu Postmoderne, Queer Studies, Postcolonial Theory, Media Studies und Cultural Studies situieren das komplette Verhältnis von Geschlecht und Wissen in übergreifenden theoretischen Kontexten und Debatten.

Franziska Bergmann: Die Möglichkeit, dass alles auch ganz anders sein könnte
Geschlechtsverfremdungen in zeitgenössischen Theatertexten

300 S., Pb., Königshausen & Neumann 2013 (erscheint 4.Quartal) 39,00 EUR
Viele zeitgenössische TheaterautorInnen aus dem deutschsprachigen, britischen und US-amerikanischen Raum befassen sich in ihren Texten eingehend mit der Kontingenz von Geschlecht. Die vorliegende Studie zeigt in detaillierten Analysen, dass AutorInnen wie Elfriede Jelinek, Renè Pollesch, Mark Ravenhill oder Edward Albee abendländischen Konzepten von essentialisierter Weiblichkeit und Männlichkeit ein komplexeres Spektrum geschlechtlicher Existenzformen entgegenstellen und Geschlecht als prinzipiell kulturell produziertes Phänomen vorführen. Um diese alternativen Repräsentationen von Geschlecht analytisch erfassen zu können und vor dem Hintergrund breiterer, aktuell virulenter Debatten um die Konstitution von Geschlecht zu untersuchen, beleuchtet die Studie die Texte im Anschluss an solche Denkmodelle, wie sie die Gender Studies zur Verfügung stellen. Dabei wird auch deutlich, dass Theater und Gendertheorie deshalb in engem Zusammenhang stehen, weil die Gendertheorie die Genese von Geschlecht dezidiert unter Rückgriff auf theatrale Metaphern beschreibt. Ausgehend von Bertolt Brechts Verfremdungsbegriff lassen sich die alternativen Repräsentationen geschlechtlicher Identität in den untersuchten Theatertexten als „Geschlechterverfremdung“ behandeln, weil die Unterbrechung und Transgression konventioneller Geschlechterkategorien den Blick auf jene Mechanismen zu lenken vermag, durch welche die Illusion eines natürlichen, vermeintlich unveränderbaren Frau- und Mannseins erzeugt wird.

tender to all gender – A compilation by Hugs & Kisses magazine
TRIKONT CD US-0448 17,99 EUR
Peaches / Light Asylum / Junior Senior / Tubbe / Lesbians On Ecstasy / Scream Club / Scott Matthew / Kumbia Queers / Hungry Hearts / Kids on TV / Bernadette LaHengst / Hard Ton Disco Queen / Crazy Bitch In A Cave / Rae Spoon / Sookee / Princessin Hans
Fragwürdig, seltsam, leicht verrückt – wer sich die ursprüngliche Bedeutung des englischen Wortes „queer“ ansieht, stößt auf viele Übersetzungen. Nur wenige davon waren sonderlich schmeichelhaft als damit vor einigen Jahren noch vornehmlich Homosexuelle bezeichnet, genauer: beschimpft wurden. Heute hat queer nicht nur für all jene, die sich selbst so bezeichnen, einen durchweg positiven Klang. Queer, das steht längst für selbstbewusste Normabweichung und Vielfalt, für Eigensinn und sexuelle Emanzipation. Nun aber muss man die Bedeutung von queer abermals erweitern: queer steht auch für musikalische Bandbreite. Denn das nicht kommerzielle Szenemagazin „Hugs and Kisses“, das seit fünf Jahren alle 6 Monate erscheint, hat den Sound ihrer Freund_innen, ihrer Szene, ihrer Partys auf einem bemerkenswerten Sampler kompiliert. Er heißt wie das Motto der Zeitschrift – tender to all gender – und zeigt das ganze Spektrum jener Musik auf, die im queeren Kosmos gehört, geliebt und gelebt wird. Auf dem Sampler haben sich die unterschiedlichsten Künstler_innen zusammengefunden: bekannte Namen und Newcomer, Undergroundstars und Tanzflächengrößen, Trashvirtuosen und Chartskompatible. Ihr Umfang reicht dabei weit über das hinaus, was seit Discozeiten unter „irgendwie anders als heterosexuell“ geprägten Klängen verstanden wird: Vom nostalgisch aufgepeppten HipHop-Funk Can I Get Get Get des dänischen Popduos Junior Senior als Auftakt bis zu Princessin Hans’ theatralischen Gypsyrock Passive Aggressive Romantic Obsessive Richtung Finale, vom federleichten Eurodance In Your Face der norwegischen Performance-Gruppe Hungry Hearts bis zur elektronischen Politkparole Free Pussy Riot der kanadischen Exilberlinerin Peaches.
Daneben steht der getragene technoide New Wave des Berlin-Münchner Elektroduos Tubbe (5 Minute Love), Kumbia Queers fröhlich verspielter Balkan-Housepop Tiro Al Blanco, Unterbrochen von Elektroclash der populären Sorte – zum Beispiel von den kanadischen Kids on TV und dem New Yorker Neo-Indiewave-Duo Light Asylum. Tender to all gender versammelt also eine Menge dessen, was das Herz mit größerem Hang zu digitalen als analogen Klängen begehrt: deutschsprachigen Breakbeat-Rap der Feministin „Quing of Berlin“ namens Sookee oder Crazy Bitch In A Caves operettenhaft androgyne New Disco Dance All Night aus Wien. Partyorientierte Technonummern wie Party Time von Scream Club, natürlich hochpolitische Mitdenklieder à la Ein Mädchen namens Gerd von der Popaktivistin Bernadette La Hengst. Die Zusammenstellung ist bei aller tanzbaren Elektroniklastigkeit ebenso umfassend wie abwechslungsreich und dabei ziemlich emblematisch fürs Lebensgefühl des independent Undergrounds. Was sie allerdings nicht ist und nicht sein will, ist eine Antwort auf die Frage: was ist queere, geschweige denn homosexuelle Musik? tender to all gender liefert weder Definitionen noch Schubladen – nicht mal eine Orientierungshilfe. Die 16 wohlsortierten Stücke zeigen bloß auf, welche Möglichkeiten es gibt, sich jenseits der heteronormativen Wirklichkeit Gehör zu verschaffen. Das Geschlechterverhältnis aktiv durchbrechen tun höchstens die Künstler_innen und dahinter; ein wie auch immer geartetes Selbstbewusstsein queerer Musik formt sich am Ende erst im Ohr des Publikums. „Es geht uns schließlich nicht um Gleichmacherei“, sagt Christiane Stephan, Herausgeberin der Hugs and Kisses. Statt alle über einen Kamm zu scheren, will ihr Magazin samt Compilation lieber „alle möglichen Geschlechter in ihren Unterschieden feiern“. Sie nennt das „Identität als Prozess“. Musik ist da nur der Schlüssel ins Universum der Andersartigkeit, die tender to all gender feiert, als gebe es ein Morgen. Und sei es mit den Mitteln des Pop.

IMAGO
Interdisziplinäres Jahrbuch für Psychoanalyse und Ästhetik, Bd. 1

272 S., Pb., Psychosozial Verlag 2012 24,90 EUR
1912 gründeten Hanns Sachs und Otto Rank mit der Unterstützung Sigmund Freuds die IMAGO als Zeitschrift für die Anwendung der Psychoanalyse auf die Geisteswissenschaften, um Freuds Auffassung gerecht zu werden, dass die Psychoanalyse nicht auf medizinische Bereiche beschränkt bleiben müsse. Diesem Credo verpflichtet sich nun das gleichnamige Jahrbuch. Das fächerübergreifende Phänomen „Ästhetik“ wird aus der Perspektive verschiedener Disziplinen, insbesondere Psychoanalyse, Sozialpsychologie, Kunstgeschichte, Philosophie und Medientheorie, betrachtet. Ziel ist es, den Dialog der Wissenschaften anzuregen und zu fördern. Das Themenspektrum reicht von Sophokles bis Tarantino, vom französischen Mittelalter bis zur japanischen Popkultur, von Leonardo da Vinci bis Paul Klee.
Inhalt:
Das Archaische und das Soziale – Entgrenzung und Einhegung von Gewalt im gegenwärtigen Film und im Mythos – Michael Haneke, Quentin Taranatino, Sophokles; Eros und Thanatos: Bruchstücke einer Klee-Biografie; Monströse Gefühle – die Gefühle von Monstern – Überlegungen zu emotionalen Strukturen in der marginalen Skulptur der Romanik und Gotik Frankreichs; Die Emotionalität des emotionslosen Stifterbildes in der altniederländischen Malerei; Die Invasion der Aura – Vom Schicksal der charismatischen Autorität im sozialen System der Kunst; Ästhetische Erfahrungen in der Psychoanalyse – Zeit und Raum für sinnliche Erkenntnis; Anmerkungen zu Leonardos Ästhetik der Bewegung gegen den doppelten Tod im Portrait „Die Dame mit dem Hermelin“; Figurentheatralik bei Neo Rauch; Zu einer möglichen Assoziation von Todestrieb und ästhetischer Erziehung; Humor und Katastrophe in Kunst und Populärkultur Japans.

Klaus Theweleit: Buch der Königstöchter
Das Pocahontas-Projekt / Buch 2:
Königstöchter. Von Göttermännern und Menschenfrauen

Ca. 700 S., Pb., Stroemfeld 2013 38,00 EUR
Detaillierte Beschreibung in unserer Liste 5, abzurufen unter https://wormsverlag.wordpress.com/2013/05/21/liste-5-der-buchneuheiten-avantgarde-underground-trash/

Kevin Liggiere (Hrsg.): „Bad Boys“ der Philosophie
350 S., Pb., Königshausen & Neumann 2013 (erscheint 4.Quartal) 48,00 EUR
Jeder kennt das zentrale Zitat des Staatstheoretikers Thomas Hobbes vom „Mensch, der dem Menschen ein Wolf ist“. Doch die wenigsten wissen um die Kehrseite dieses Zitats: „Der Mensch ist ein Gott für den Menschen“. Nicht nur Hobbes wird durch die einseitige Wiedergabe in eine „dunkle“ Ecke der Philosophie verdammt und wird zum „bösen“ Buben. Solchen „Bad Boys“ ist der vorliegende Band gewidmet. Im Mittelpunkt steht eine Auswahl von Denkern, die viel zu oft nur einseitig beleuchtet und rezipiert werden wie Heraklit, Machiavelli, Hobbes, La Mettrie, De Sade, Max Stirner, Nietzsche, Spencer, Sartre und Brecht. Der Grundtenor des Bandes ist jener, dass man zunächst auf das einseitige Bild eines Denkers blickt, es danach jedoch für eine offene Betrachtung dekonstruiert. Man deckt damit eine einseitige Rezeption auf und zielt auf die Komplexität dieser Philosophen.

Jürgen Lambrecht: Struktur und Einheit
Transzendenzphilosophische Interpretation der Quantenphysik

220 S., Pb., Königshausen & Neumann 2013 (erscheint 4.Quartal) 34,00 EUR
Seit ihren Anfängen zu Beginn des 20.Jahrhunderts sieht sich die Quantenphysik bei der ontologischen und epistemologischen Interpretation ihrer Ergebnisse hartnäckigen Schwierigkeiten gegenüber, die bis zum heutigen Tage nicht befriedigend gelöst werden konnten. Manche Quantenphänomene entziehen sich sowohl unserem alltäglichen Weltverständnis als auch dem klassisch-physikalischen Weltbild, das im wesentlichen auf der Mechanik Isaac Newtons fußt. Sie übersteigen unser Vorstellungsvermögen und scheinen wenigstens zum Teil logischen und raumzeitlichen Gesetzmäßigkeiten zu widersprechen. Transzendentalphilosophisches Denken, das eine enge Strukturverwandtschaft mit der Logik Georg Wilhelm Friedrich Hegels und mit der philosophischen Systemanalyse aufweist, stellt ein methodologisches Instrumentarium zur Verfügung, welches dazu beitragen kann, einige der Probleme quantentheoretischer Interpretation, die in auffallendem Kontrast zur mathematisch konsistenten Formulierung der Quantentheorie stehen, zu vermeiden. Dies wird an ausgewählten Hauptthemen der quantentheoretischen Diskussion pragmatisch aufgezeigt.

Lars Hanisch: Das Unbehagen an der Entzauberung
264 S., Pb., Königshausen & Neumann 2013 38,00 EUR
Warum sind wir – dem Selbstverständnis nach aufgeklärte, gebildete und rationale Bürger – nach wie vor so anfällig für irrationale, vorrationale oder gar abergläubische Weltdeutungen? In dieser Arbeit nimmt der Autor eine Beurteilung des gegenwärtigen Standes des „Prozesses der Entzauberung“ in den westlichen Gesellschaften vor. Welcher Art sind die Faktoren, die einer Ausweitung der Entzauberung in der Vergangenheit im Wege standen und teilweise nach wie vor mit überraschender Hartnäckigkeit Widerstand leisten und welche Faktoren haben den Prozess der Entzauberung vorangetrieben? Zentraler Bestandteil der Untersuchung ist die Analyse der Affinitäten und Mechanismen, welche uns auch heute noch zu animistisch-magischen Weltdeutungen verleiten. Evolutions- und stammensgeschichtliche, psychologische und sozio-kulturelle Analysen erschließen so ein Bild andauernden Widerstandes gegenüber dem Prozess der Entzauberung. Der Blick auf die Verhältnisse der Entzauberung zu Technik, Wissenschaft und Bildung macht deutlich, dass die Hoffnung auf einen Automatismus fortschreitender Aufklärung und Rationalität haltlos ist. Zugleich stellt sich aber die Frage, worin der Wert fortschreitender Entzauberung überhaupt zu sehen ist und bei wem die Definitionsmacht in diesem Ringen liegt.

COMICS

Gihef & Damien Vanders: Liverfool
Die wahre Geschichte des ersten Managers der Beatles

116 S., Edition 52, 18,00 EUR
Allan Williams eröffnet Ende der 50er Jahre in Liverpool das Jacarta, das auch von Stuart Sutcliffe und John Lennon besucht wird. Deren Band hieß da noch The Querrymen. Allein Williams wurde ihr Manager und vermittelte ihnen Auftritte als Begleitband für eine Stripperin und schickte sie schließlich nach Hamburg. Seit dort kennt man die Legende. Allan Williamson erzählt seine Geschichte, als er nicht mehr gebraucht wurde hatten die Beatles ihn gefeuert.

Danielle de Piccotto: We are gypsies now – Der Weg ins Ungewisse
240 S., Pb., Metrolit 2013 22,90 EUR
Die amerikanische Künstlerin Danielle de Piccotto, Mitgründerin der Love-Parade und Ehefrau von Alexander Hacke, dem Bassisten der „Einstürzenden Neubauten“, beschreibt in dieser Graphic Novel wie sie beide zusammen auf dem Sofa nur noch amerikanische TV-Serien sahen und dann eine Entscheidung treffen mussten. Sie entschließen sich, Haus und Haushalt aufzugeben, nicht mehr als Spielfigur den Regeln zu folgen, sondern die Dinge in die eigene Hand zu nehmen. Sie verkaufen das Haus, lösen die langfristigen Verträge, gehen zuerst für ein Filmprojekt nach Wien und anschließend mit den „Einstürzenden Neubauten“ auf eine ausgedehnte Europa-Tournee. „On the Road“ ist jeder Tag surreal, irgendwie magisch. Der Comic ist ein Leitfaden der Minimalismus-Bewegung geworden.

Bestelladresse:
Alle Titel können Sie überall im Buchhandel wie auch unter folgender Adresse erwerben:

Worms Verlag
Abt. Onlineshop
Kultur- und Veranstaltungs GmbH,
Von Steuben Str.5, 67549 Worms
Berthold Röth Tel. 06241-2000-314
e-mail: berthold.roeth@kvg-worms.de

Interkulturelle Buchneuheiten Liste 34

Juli 11, 2013

Die vorhergehenden Listen können noch allesamt im Archiv unter wormsverlag.wordpress.com abgerufen werden.

Seit dem 1. April sind die Integrationskursverordnung und die Regelungen für die Einbürgerung verändert: Seit dem 23. April gibt es einen neuen Abschlusstest für die Orientierungskurs („Leben in Deutschland“) und einen neuen Einbürgerungstest. wenn Menschen in Deutschland einwandern, vor allem wenn sie durch Familiennachzug kommen, absolvieren sie in der Regel zunächst einen Integrationskurs. Dort lernen sie Deutsch (600 Stunden), im anschließenden Orientierungskurs (60 Stunden) lernen sie die Grundlagen von Politik, Geschichte und Gesellschaft in Deutschland. Seit April 2013 sind einige Regelungen in diesem Zusammenhang geändert, vor allem gibt es den neuen Abschlusstest „Leben in Deutschland“. Wer hier nicht nur besteht, sondern etwas besser abschneidet, muss später für die Einbürgerung keinen Einbürgerungstest mehr machen. Unsere Broschüren für die TeilnehmerInnen informieren über rund 60 Themen rund um die Politik, die Geschichte und die Gesellschaft. Sie sind zum Selbststudium und als TN-Broschüren für Kurse geeignet. Und sie eignen sich auch zur Unterrichtsvorbereitung. Und wer sich als Deutsche/r informieren will, was Einwanderer über Deutschland lernen, darf die Broschüren natürlich auch bestellen. Wenn Einwanderer drei bis acht Jahre später die Voraussetzungen für die Einbürgerung erfüllen, muss auch ein Nachweis über Staatsbürger-Kenntnisse vorgelegt werden. Für die meisten ist das der Einbürgerungstest, der dann bestanden werden muss. Unsere Broschüren informieren über alle Themen und Fragen des Tests rund um Politik, Geschichte und Gesellschaft. Eine Übersicht hänge ich an. Die Broschüren sind zum Selbststudium konzipiert, können aber auch für Vorbereitungskurse oder Vorbereitungsabende genutzt werden. Der Einbürgerungstest selbst wurde zum April 2013 geändert, diese Broschüren berücksichtigen alle Änderungen! Und auch Deutsche, die sich über die Anforderungen einer Einbürgerung informieren wollen, können anhand dieser Broschüren mit allen Prüfungsfragen testen, ob sie genug über Deutschland wissen, um noch einmal die Staatsbürgerschaft erhalten zu können.

Orientierungskurs
Band 1: Politik in der Demokratie
Band 2: Geschichte und Verantwortung
Band 3: Mensch und Gesellschaft

Hefte der BRD-Dritte Welt pro Heft 2 Euro

Einbürgerungstest
Band 1: Leben in der Demokratie
Band 2: Geschichte und Verantwortung
Band 3: Mensch und Gesellschaft

Hefte der BRD-Dritte Welt pro Heft 2 Euro
Alle Hefte enthalten viele Einführungstexte zu den Themen der entsprechenden Kurse. Alle Hefte enthalten alle Prüfungsfragen des Tests „Leben in Deutschland“ (460 Fragen mit jeweils vier Antwort-Möglichkeiten). Alle Broschüren entsprechen dem Curriculum (Lehrplan) des BAMF und können in den Kursen verwendet werden. Alle Broschüren eignen sich auch zum Selbststudium und für das Training zum Bestehen der Prüfung.

Jan Christoph Heiser: Interkulturelles Lernen
Eine pädagogische Grundlegung

380 S., Pb., Königshausen & Neumann 2013 (erscheint 4.Quartal) 48,00 EUR
Interkulturelles Lernen scheint sowohl auf Erfordernis als auch Trend der Zeit zu sein: In allen pädagogischen Bereichen, beginnend mit frühkindlicher Erziehung über die schulische Bildung bis hin zu Assessment für Manager, ist interkulturelles Lernen scheinbar „conditio sine qua non“. Doch stellt sich dem Bildungstheoretiker die Frage, was dieses interkulturelle Lernen eigentlich ist. Was ist das Interkulturelle am Lernen? Ist es ein eigentümliches Lernen oder lediglich ein Lernvollzug wie jeder andere auch? Ist es eine politisch-ökonomisch motivierte Forderung ob weltweiter Vernetzung? Was hat es mit Kompetenz zu tun? Oder ist es nicht vielmehr ein integraler Bestandteil von Urteilskraft, Gemeinsinn, Aufklärung, Moralität,… – ganz einfach Bildung? Die Studie unternimmt den Versuch, die weitgediehene und differenzierte pädagogische Lerntheorie mit den Maßgaben der Interkulturellen Philosophie zusammen zu denken und weiter zu führen.

Wiebke Hartmann: Der Reisende ohne Schatten
Nachdenken über Migration, Identität, Heimat und Menschenrechte

350 S., Pb., Königshausen & Neumann 2013 (erscheint 3.Quartal) 40,00 EUR
Dieses Buch ist ein Plädoyer für Unterschiede. Es warnt vor den „dunklen“ Seiten von Mobilität, Migration und Globalisierung, vor der zunehmenden Vereinzelung der Menschen und ihrer Verlassenheit. Auf ganz persönlicher Ebene beschreibt es die Unmöglichkeit, durch Emigration dem „Schatten“ der Vergangenheit zu entfliehen. Und es zeigt die Folgen, wenn man den eigenen „Standpunkt“ in der Welt verliert. Es geht um: die historischen Aspekte der Migration; um transnationale Gemeinschaften und modernes „Nomadentum“; um Fernweh, Kulturschock und den Umgang mit fremden Lebenswelten; gesundheitliche Belastungen durch territoriale Mobilität; die Prägung durch Orte und den Bruch im Raum-Zeit-Kontinuum, den wir auf Reisen erleben; um Familienbindungen, die Distanzen überbrücken; Loyalität und Vertrauen als Voraussetzung des Zusammenlebens; um die Bedeutung der Sprache für unsere Wahrnehmung und unser Weltbild; Zugehörigkeit, kollektives Gedächtnis und nicht zuletzt um die Rolle der Geschichte für unsere Identität und Zukunftsperspektive. Den Anlass für die Reflexionen der Autorin bildet ihre Familiengeschichte, aus der leitmotivisch in Abschnitten erzählt wird. Beginnend mit der Heirat der norwegischen Großmutter kurz vor dem Ersten Weltkrieg mit einem Deutschen, dem sie in sein Heimatland folgt, endet sie mit dem Tod der ältesten Enkelin dieser Frau, die in Lateinamerika ermordet und in einem Massengrab verscharrt wird.

Robert Fuchs: Heirat in der Fremde
Deutschamerikaner in Cincinnati im späten 19.Jahrhundert

350 S., geb., Ferdinand Schöningh 2013 (erscheint Herbst) 39,90 EUR
Die deutschen Einwanderer in den USA bildeten in manchen Großstädten eine abgeschlossene Gesellschaft, die dazu tendierte „unter sich“ zu heiraten. Doch was bedeutete „unter sich“? Heirateten katholische Süddeutsche lieber protestantische Norddeutsche oder doch eher katholische Iren? Existierten schichtspezifische Unterschiede? Welche Rolle spielten Generationszugehörigkeit oder Alter? Welche Rolle spielte die Struktur des Heiratsmarkts? Diesen Fragen geht die vorliegende Studie anhand der deutschamerikanischen Community von Cincinnati um 1880 nach. Aktuelle Debatten über die angebliche Abschottung von Migrantengruppen und „Parallelgesellschaften“ erhalten so historische Tiefenschärfe.

Manfred Durzak: Literatur im interkulturellen Kontext
364 S., Pb., Königshausen & Neumann 2013 (erscheint 3.Quartal) 48,00 EUR
Inhalt: Einleitung – Deutschsprachige interkulturelle Literatur – die Beschreibung eines Phantoms? – Interkulturelle Spuren im Schreiben Johann Peter Hebbels. Seine Kalendergeschichte „Kannitverstan“ als literarisches Modell der Fremderfahrung? – Max Dauthendeys „japanische Novellen“ in „Die acht Gesichter am Biwasee“ – Literarischer Exotismus oder schon interkulturelle Literatur? – Elias Canetti. Formen des Umgangs mit dem „Fremden“. Am Beispiel der „Stimmen von Marrakesch“ – Elias Canetti – ein interkultureller, ein europäischer Autor? – Interkulturelle Erfahrungen im Roman. Am Beispiel von Dieter Fortes Buch „Das Muster“ – Schnittpunkte interkultureller Erfahrungen. Am Beispiel deutsch-türkischer Begegnung in Sten Nadolnys Roman „Selim oder die Gabe der Rede“ – Deutschland-Bilder in den Kurzgeschichten von Sinasi Dikmen – Vorurteile und Stereotypen in interkulturellen Kurzgeschichten der Gegenwart – Die Revision des kolonialen Blicks in Uwe Timms Romanen – Deutschsprachige interkulturelle Literatur – einmal anders betrachtet – Die Göttin Kali in Grass` Indienbuch „Zunge zeigen“ – „Domra“. Das indische Totenbuch von Josef Winkler – Produktive Indien-Rezeption. Martin Mosebachs Roman „Das Beben“ – „Indianess“ in deutscher Indien-Literatur. Am Beispiel von Thorsten Beckers Historien-Legende „Die Besänftigung“ – Deutsche Schriftsteller in Indien, indische Schriftsteller in Deutschland. Wechselseitige Fremdheitserfahrungen – Wie lässt sich eine Megapolis erzählen? Am Beispiel von Suketu Mehtas Bombay-Buch „Maximum City“ – Eva Demskis Thailand-Roman „Das siamesische Dorf“. Interkulturelles Erzählen oder orientalische Klischees? – Peter Schneiders Theaterstück „Totoloque. Das Geiseldrama von Mexiko-Tenochtitlan“ – Historienstück oder postkolonialer Text? – Westliche Zivilisation versus Afrika. Postkoloniale Motive in Urs Widmers Roman „Im Kongo“ – Die postkoloniale Literaturtheorie von Homi K. Bhabha – Can the Pundt be Understood? Überlegungen zu postkolonialen Thesen von Gayatri Spivak.

Maria E. Brunner / Nicoletta Gagliardi / Lucia Perrone-Capano (Hg.):
Deutsch-italienische Kulturbeziehungen als Seismograph der Globalisierung in Literatur, Übersetzung, Film, Kulturarbeit und Unterricht

300 S., Pb., Königshausen & Neumann 2013 (erscheint 4.Quartal) 39,80 EUR
Die deutsch-italienischen Kultur- und Literaturbeziehungen gestern und heute – Travelling concepts in der deutsch-italienischen/Interkulturellen Literatur – „Willkommen im Süden“: die Übersetzung einer kulturspezifischen italienischen Filmkomödie – Verborgene deutsch-italienische Kulturbeziehungen? Römer und Römerinnen im deutschen Drama des 19.Jahrhunderts – Ein interkultureller Blick auf Franco Biondis italienisch-deutsche Gedichte „Giri e rigiri, laufend“ – Werkstattbericht einer deutsch-italienischen Übersetzerin – Der Hortus conclusus als „metafora continua“ am Beispiel eines deutschen und eines italienischen Narrativs – Chronotopoi der Angst in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur – Metaphern für den Bereich „Sprache“ in italienisch-deutschen Sprachbiografien – Verwaltungssprache in Deutschland und Italien: Ein Vergleich – Arbeitsfelder und best practises des dt.-it. Kulturkontaktes im Goethe-Institut Neapel – Schulische Tätigkeiten des Italienischen Generalkonsulats Stuttgart und Integration der jungen Italiener im deutschen Schulsystem – Elternmentoren und –arbeit im dt.-it. Kulturkontakt und zur Förderung des Bildungssaldos von Kindern it. Zuwanderer; Projekt „Schulerfolg im Tandem“ – Der bilinguale dt.-ital. Zug der Wolfbuchschule Weilimdorf – Der bilinguale dt.-ital. Zug des Gymnasiums Königin-Katharina-Stift Stuttgart – Evaluierung von dt.-ital. bilingualem Unterricht: Foschungsstand und –desiderate – Grundschulen in Bayern – Ein Ort der Begegnung und der Isolation für mehrsprachige und monolinguale Kinder?

Juliane Müller:
Migration, Geschlecht und Fußball zwischen Bolivien und Spanien
Netzwerke – Räume – Körper

280 S., farbige Abb., Reimer 2013 (erscheint September) 39,00 EUR
Fußball-Ligen und –Clubs sind zentrale Vereinigungen von Arbeitsmigranten aus den Andenländern. Erst seit wenigen Jahren in Spanien und auf dem informellen Arbeitsmarkt beschäftigt, tragen sie hochformalisierte Ligen aus und setzen viel Energie in die Suche nach Sportanlagen und in interne Diskussionen. Juliane Müller untersucht die soziale Organisation der Ligen in Sevilla. Als Ethnografin hat sie in zwei Mannschaften mitgespielt und die Fußballpraxis bolivianischer Frauen hautnah erlebt. Welche Bedeutung hat populärer Frauenfußball im Herkunftsland; wie verändert sich die Spielpraxis, wenn Sport migriert? Die ethnologische Studie zeigt, dass Fußball nicht nur Leistungswettbewerb ist, sondern auch Ritual, Fest und Körpertechnik.

Josè Mourinho: Mourinho über Fußball – Das Spiel und ich
300 S., geb., Riva 2013 (erscheint Oktober) 19,99 EUR
Josè Mourinho ist eine Ausnahmeerscheinung. In dieser Autobiografie dokumentiert er nicht nur seine fantastische Fußballtrainerkarriere, sondern bietet zum ersten Mal auch detaillierte Einsicht in seine ausgefeilten Theorien und Analysen, die ihn von allen anderen Weltklassetrainern unterscheiden. Er spricht exklusiv über die kulturellen und mentalen Unterschiede im europäischen Fußball und verrät, wie er sein Team aufbaut. Was ist sein ganz spezielles Vorgehen, um sich vorzubereiten und um Spieler zu motivieren? Wie handhabt er komplexe Spielwechsel? Wen bewundert er und wen fragt er um Rat? Was denkt er über Schiedsrichter, Fans und Klubbesitzer? In seiner Autobiografie beantwortet er alle diese Fragen und gestattet zum ersten Mal einen intimen Einblick in die Denkweise eines Trainers, der ungern zweimal gegen die dieselbe Mannschaft verliert. Ein Muss für alle Fußballfans.

Beate Krafft-Schöning: Blutsbande
Wie aus einer arabischen Großfamilie in Deutschland der berüchtigte „Miri-Clan“ wurde. Eine Insiderin berichtet

250 S., geb., riva 2013 (erscheint September) 19,99 EUR
Arabisch-libanesische „Clans“ sorgen bundesweit immer wieder für Schlagzeilen. In Berlin, Bremen und Essen scheinen ganze Großfamilien mafiaähnlich organisiert dick im Geschäft zu sein. Ob Drogen- und Waffenhandel, Schutzgelderpressung oder Auftragsmord – die Aktenführung der Polizei beginnt bei so manchem „Clan-Mitglied“ bereits im zarten Alter von sieben Jahren. Spektakuläre Prozesse lassen die Öffentlichkeit erahnen, welche Machenschaften sich innerhalb der als geschlossene Gesellschaft wahrgenommenen Familienbande abspielen mögen. Niemanden gelang bisher der Blick hinter die Kulissen. Zu groß ist die Angst vor dem „Clan“. So wagt selbst die Polizei oftmals nur mit schwerem Gerät und in großer Mannstärke gegen dessen Mitglieder vorzugehen. Allen Warnungen zum Trotz begann die investigative Journalistin Beate Krafft-Schöning im Jahr 2008, zum arabisch-libanesischen „Miri-Clan“ in Bremen zu recherchieren. Sie begleitete zunächst Proteste gegen Mitglieder, las Polizeiakten und lernte schließlich zahlreiche „Miris“ persönlich kennen. So bekam sie Einblick in eine Lebenswelt, die von innen ganz anders aussieht, als sie draußen wahrgenommen wird. „Blutsbande“ ist eine Berichterstattung aus dem innersten Kreis des „Miri-Clans“ – spannend, sachlich und komplex – und zeigt ein bislang unbekanntes Leben unter deutschen Dächern, über das viele oft reden, ohne viel davon zu verstehen.

Ratislav Bachorar, Katharina Leitner, Hanns Matiasek:
Integration im Schützengraben. Personen mit Migrationshintergrund beim Militär im Kontext des Sozialen Friedens

215 S., Pb., Böhlau 2013 (erscheint Herbst) 29,90 EUR
Benötigen die Streitkräfte Personen mit Migrationshintergrund, um die erforderliche Stärke oder Zusatzqualifikationen zu erhalten? Oder ist es ein politischer Auftrag, der Streitkräfte als Spiegel der Gesellschaft vorgibt und diese als Integrationsinstrument nutzen will? Es sind spannende und richtungsweisende Fragen, denen ein junges Forscherteam im vorliegenden Band nachgeht und zu interessanten Ergebnissen kommt.

Andreas Deffner: Das Kaffeeorakel von Hellas
Alltag, Abenteuer und Krise in Griechenland

262 S., geb., Größenwahn Verlag 2013 (erscheint Herbst) 19,90 EUR
Andreas Deffner kennt die Gewohnheiten der Griechen – seit Jahren ist dieses Land seine „zweite Heimat“ geworden – der Alltag beginnt „relaxt“ mit kaffeetrinken und endet in irgendeinem unvorhergesehenen Abenteuer. In dieser Neuauflage liefert er Geheimnisse der Griechischen Küche. Nach jeder Geschichte wird das passende Rezept dazu serviert, denn Griechenland ohne Essen und Trinke, ist unvollkommen und wenn Sie Glück haben treffen sie auf eine/n der zahlreichen Kaffee-LeserInnen, die bei jeder Nachbarschaft zu finden sind.

Lisa Mittendrein: Solidarität ist alles was wir noch haben
Solidarische Ökonomie in der griechischen Krise

180 S., AG SPAK Bücher 2013 16,00 EUR
In Folge von Krise und Austeritätspolitik kämpft die griechische Bevölkerung heute mit dem Zusammenbruch der Wirtschaft, Arbeitslosigkeit, Armut, einem dysfunktionalen politischen System und gesellschaftlicher Desintegration. Doch der Widerstand ist groß und macht keine Anstalten zu brechen. Immer mehr Griechinnen und Griechen nehmen ihre Versorgung, den Zusammenhalt des Gemeinwesens und die Suche nach Alternativen selbst in die Hand: sie bauen eine Solidarische Ökonomie von unten auf. Quer durch Griechenland entstehen täglich neue soziale Zentren, Gemeinschaftsgärten, Umsonstläden, selbstverwaltete Läden und Cafes, kollektive Versorgungsstrukturen und viele andere Arten von kollektiven, selbstverwalteten Projekten. Die Autorin befasst sich in ihrem Buch mit den aktuellen Entwicklungen Solidarischer Ökonomie in Griechenland. Sie stellt konkrete Projekte vor und lässt deren AktivistInnen zu Wort kommen. Neben der Analyse der politischen und wirtschaftlichen Situation geht sie den Grundlagen und Einflüssen der Bewegung nach und zeigt, wie eine Vielzahl von Dynamiken zu ihrer Entstehung beigetragen haben. Sie untersucht die Frage, was Solidarische Ökonomie in der Krise für Einzelne wie für die Gesellschaft leisten kann und zeigt: Solidarische Ökonomie ist auch gemeinsame Selbsthilfe, aber sie ist auch und vor allem viel mehr.

Papadopoulos & Söhne FSK 0 – Ein Film von Marcus Markou
DVD, 109 Min., Good Movies 2013 (erscheint Dezember) 19,99 EUR
Harry Papadopoulos hat es geschafft. Der englische Geschäftsmann mit griechischen Wurzeln hat alles, was er sich wünscht: eine riesige Villa, Auszeichnungen ohne Ende, den Lebensstil der englischen Upperclass. Alles seins. Doch dann bricht die Finanzkrise aus und die Banken fordern die sofortige Rückzahlung aller Kredite. Harry verliert über Nacht alles. Ihm bleibt nur eine kleine, heruntergekommene Fish-&-Ship-Bude in einer fiesen Ecke Londons, die zur Hälfte auch noch seinem Bruder Spiros gehört, mit dem er kaum noch zu tun hat. Wohl oder übel vereint, beschließen sie, das Resteraunt wieder auf Vordermann zu bringen.

Christoph U. Schminck-Gustavus: Feuerrauch
Die Vernichtung des griechischen Dorfes Lyngiades am 3.Oktober 1943

352 S., geb., Dietz Verlag 2013 (erscheint September) 24,90 EUR
Ein bestürzendes Dokument deutscher Schande. Wie aus heiterem Himmel brannten deutsche Wehrmachtssoldaten 1943 ein griechisches Bergdorf nieder, töteten Frauen, Alte, Babys. Christoph Schminck-Gustavus reiste an den Ort, der noch heute vom Schrecken gezeichnet ist. Er hat die letzten Überlebenden des Massakers gefunden, ihre Berichte aufgezeichnet und Archive gesichtet: Die Rekonstruktion eines erschütterndes Verbrechens und seiner juristischen Verleugnung. Soldaten der Gebirgsdivision Edelweiß trieben die Einwohner in die Keller der Häuser, mähten sie mit Maschinengewehren nieder und zündeten das Dorf an. Fünf Menschen überlebten und krochen aus den brennenden Trümmern. Wegen der angeblichen Unterstützung von Partisanen fielen Hunderte Dörfer auf dem Balkan sogenannten „Sühnemaßnahmen“ zum Opfer. Weil deutsche Gerichte sich später die Rechtfertigung der Täter zu eigen machten und das Massaker von Lygiades als „Kampf gegen Partisanen“ einstuften, wurde das Kriegsverbrechen nicht verfolgt. Deutschland und Griechenland haben die Opfer für ihr Leiden nie entschädigt.

Tamara Ganjalyan, Balint Kovacs, Stefan Troebst (hrsg.)
Armenier im östlichen Europa – Eine Anthologie

528 S., Abb., geb., Böhlau 2013 (erscheint Herbst) 64,90 EUR
Der Auftaktband der neuen Reihe „Armenier im östlichen Europa“ präsentiert zentrale Texte zur Erforschung der armenischen Geschichte und Kultur teilweise erstmalig in deutscher Übersetzung. So spiegelt diese Anthologie in ihrer breiten thematischen Ausrichtung die zahlreichen historischen und aktuellen Facetten der Erforschung der Armenier in Osteuropa zwischen Narva und der Krim, zwischen Armenierstadt und Astrachan.

Marina Dmitrieva, Balint Kovacs, Stefan Troebst (Hrsg.)
Kunst der Armenier im östlichen Europa

224 S., Abb., geb., Böhlau 2013 (erscheint Herbst) 39,90 EUR
Der zweite Band versammelt Beiträge von Kunsthistorikern, Bauforschern, Ethnologen und Historikern zur Rolle der Armenier in der frühneuzeitlichen Kunstgeschichte Zentral- und Osteuropas. Behandelt werden sakrale Malerei und illuminierte Handschriften, Architektur und Städtebau, Kunsthandwerk und –sammlungen. Den geographischen Rahmen bilden die heutigen Staaten Polen, Ukraine, Belarus, Rumänien, Moldova und die Russländische Förderation. Die von armenischen Künstlern geschaffenen Werke spiegeln ihre multiethnische und plurikonfessionelle Umgebung wider, ohne dabei ihre Traditionen zu verleugnen.

Den folgenden Titel bitte direkt bestellen bei angegebener Adresse:

»Die auf den Weg ohne Heimkehr getrieben wurden – Lebenswege und Todeswege von Armeniern in literarischen Quellen« Ausgewählt und bearbeitet von Seyda Demirdirek und Corry Guttstadt

Das Buch umfasst 18 literarische Texte, die das Leben und das Schicksal von Armeniern zum Thema haben, die meisten sind von Armeniern verfasst, viele für dieses Buch von der Assoziation A ins Deutsche übersetzt worden. Die meisten Texte sind autobiografisch geprägte Texte von Armeniern, die einen Eindruck ihrer vielfältigen Lebensrealitäten in Anatolien vermitteln. Sie lebten in Großstädten und in kleinen Dörfern, sie wohnten in Ortschaften mit rein armenischer Bevölkerung und als Minderheit unter muslimischen Nachbarn und sie waren in allen Schichten der Bevölkerung vertreten. Im Mittelpunkt des Buches steht nicht der Völkermord, nur ein Teil der Texte bezieht sich direkt auf die Deportationen und Morde von 1915. Die durch die türkische Politik der Leugnung erzwungene Debatte über die Frage „War es ein Völkermord?“ und der daraus resultierende Druck auf die Armenier, immer wieder „beweisen“ zu müssen, dass es ein Genozid war, reduziert die Armenier auch in der kritischen Öffentlichkeit häufig auf ihr Schicksal als Opfer des Völkermords. Die ausgewählten Texte spannen zeitlich einen weiten Bogen. Einige stammen aus der Zeit von vor 1914 und geben einen Einblick in die Lebensbedingungen der Armenier gegen Ende des Osmanischen Reiches, andere datieren aus der jüngeren Vergangenheit und berichten vom Leben der überlebenden Armenier in der heutigen Türkei.Einige Hamburger werden einige der Texte aus der szenischen Lesung im Polittbüro kennen. Damals hatten mehrere Besucher gefragt, wo sie die Texte nachlesen könnten. Das ist nun möglich. Dabei sind eine ganze Reihe neue Texte hinzugekommen. Außerdem haben wir zwei Karten angefertigt, die Nicht-Türkei-Kundigen das Auffinden der erwähnten Orte erleichtern und somit auch eine räumliche Vorstellung davon geben, wo sich die Schilderungen abgespielt haben und wo überall in der Anatolien Armenier gelebt haben. Das Buch wurde von Anat Frumkin liebevoll layoutet und von der Druckerei Zollenspieker gedruckt. Die Herausgabe des Buches wurde finanziell gefördert von der Landeszentrale für Politische Bildung in Hamburg und ist im Hamburger Büro der LSZB (Dammtorstraße 14) kostenlos erhältlich. Der Band ist so konzipiert, dass er im Unterricht sowie in der politischen Bildungsarbeit einsetzbar ist.In Hamburg ist das Buch gegen eine Kostenpauschale von zwei Euro in den folgenden Buchhandlungen erhältlich: Schanzenbuch, Copyladen Schanzenblitz, Nautilus, Buchladen Osterstraße. In Berlin bei Schwarze Risse im Mehringhof oder bei der Edition Orient in der Muskauer Str. 4.
Zu bestellen ist das Buch gegen zwei Euro Kostenpauschale plus Versandkosten bei der Internationalen Kommunikationswerkstatt e.V.:
ikw.ikw.hamburg@gmail.com)

Dotschy Reinhard: Everybody`s Gypsy
Popkultur zwischen Ausgrenzung und Respekt

256 S., geb., Metrolit 2013 (erscheint September) 17,99 EUR
Vermittelt erstmals ein umfassendes Bild der gegenwärtigen Gypsy-Kultur. Über die zeitgenössische Gypsy-Kultur und ihren unterschätzten Einfluss auf unseren Alltag. Ein Roadtrip durch die Zentren des Pop mit Musik, Mode, Literatur, Kunst, Film und TV. Ein Lehrstück über gut gemeinten und schlecht gelebten Respekt, über Aneignung und Ausgrenzung. Dotschy Reinhard, geboren 1975, lebt und arbeitet in Berlin. Sie ist Musikerin und Autorin. In ihrer Musik verbindet sie Jazz, Bossa Nova und Gypsy Swing von Django Reinhardt, mit dem sie tatsächlich verwandt ist.

Balkan Melodie FSK 0 – Ein Dokumentarfilm von Stefan Schwietert
mit Gheorghe Zamfir, Le Mystere des Voix Bulgares, Ioan Pop, Aurelio Ioanita, Mahala Rai Benda,
DVD, 92 Min, good movies 2013 (erscheint September) 19,99 EUR
Der Film erzählt die Geschichte von Marcel und Catherine Celliers lebenslanger Liebe zu der Musik Südosteuropas. Mitten im Kalten Krieg wird der Schweizer Musikliebhaber Marcel Cellier magisch angezogen von den fremden Klängen Osteuropas. Auf eigene Faust reist er hinter den Eisernen Vorhang, um die Musik dieser Länder aufzunehmen. In unzähligen Radiosendungen und Millionen verkaufter Schallplatten macht Marcel Cellier die von ihm gesammelte Musik international bekannt und öffnet Musikern wie dem rumänischen Panflötenvirtuosen Gheroghe Zamfir und den legendären bulgarischen Frauenstimmen von „Le Mystere des Voix Bulgares“ den Weg zum Ruhm. Auf den Spuren der Celliers reist der Film nach Rumänien und Bulgarien, um die Protagonisten von damals wieder zu finden und den Reichtum ihrer Musik wieder aufleben zu lassen. Im Kontrast der Begegnungen von damals und heute wird auf sinnliche Art und Weise ein Stück Zeitgeschichte erfahrbar.

Tanja Zimmermann: Der Balkan zwischen Ost und West
Mediale Bilder und kulturelle Prägungen

368 S., Abb., , geb., Böhlau 2013 (erscheint Herbst) 49,90 EUR
Der Balkan ist nicht nur ein Produkt der kulturellen und politischen Imaginationen des Westens, sondern entstand vielmehr im Fadenkreuz der Blicke aus Ost und West. Als Zwischenraum bot er sich für die Übertragung unterschiedlicher kulturpolitischer Entwürfe eines „dritten Raumes“ an – vom Niemandsland bis zum jugoslawischen „dritten Weg“. Die medialen Gestalten des Balkans zeigen den Übergang fester Stereotypen in entfesselte, imaginäre Phantasmen. Die Autorin untersucht Balkan-Narrative in unterschiedlichen Medien seit dem Niedergang der philhellenischen Begeisterung 1830 bis zur post-jugoslawischen Periode.

Karl Kaser: Andere Blicke
Religion und visuelle Kulturen auf dem Balkan und im Nahen Osten

372 S., Abb., geb., Böhlau 2013 (erscheint Herbst) 49,00 EUR
Der „pictoral turn“, der seit der Mitte der 1990er Jahre die Geistes-, Kultur- , Religions- und Sozialwissenschaften beeinflusst, hat in seiner Theoriebildung bislang eine primär auf die westliche Welt bezogene Perspektive eingenommen. Es ist eines der Ziele des Buches, die Theoriebildung aus einem anderen Blickwinkel – dem des Balkans und des Nahen Ostens – zu erweitern.

Wolfgang Mitter, Sonja Steier: Politische Bildung in Ost- und Ostmitteleuropa
130 S., Pb., Böhlau 2013 (erscheint Herbst) 19,90 EUR
Bildung als Voraussetzung einer gelingenden politischen Sozialisation der nachfolgenden Generationen bleibt vor allem eine Aufgabe der Institution Schule als wichtigster nationalstaatlicher Agentur. Dies gilt für jede moderne Gesellschaft, insbesondere aber für die Gesellschaften in Mittel- und Osteuropa. Doch wie steht es nach zwei Jahrzehnten der Transformation und angesichts neuer globaler Herausforderungen um das Demokratieverständnis und die politische Bildung in den postkommunistischen Ländern? Welche Antworten liefern Bildungseinrichtungen und ihre pädagogischen Programme oder andere Formen politischer Bildung zu einer nachhaltigen Demokratieerziehung? Die Beiträge widmen sich diesen Fragen sowohl mit Blick auf einzelne Länder als auch im europäischen Kontext.

Mirjana Stancic: Verschüttete Literatur
Die deutschsprachige Dichtung auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien von 1800 bis 1945

328 S., Pb., Böhlau 2013 (erscheint Herbst) 39,00 EUR
Bis an die mittlere Adria und die Ebenen von Save, Drau und Donau reicht der Wirkungsraum der Literatur in deutscher Sprache in den Ländern des ehemaligen Jugoslawien: ein Schatz, der hier gehoben wird. Anastasius Grün, Friedrich von Gagern, Roda Roda, Victor Tausk, Wilma von Vukelich und Franz von Werner (Murad Efendi) sind einige herausragende Autoren dieses multiethnisch und mehrsprachig geprägten Raums.

Görres-Gesellschaft (Hrsg.): Jahrbuch für Europäische Ethnologie
Dritte Folge 8 – 2013: Ungarn

240 S., Pb., Ferdinand Schöningh 2013 (erscheint Herbst) 24,90 EUR
aus dem Inhalt: Zur gegenwärtigen Situation der ungarischen Ethnologie. Forschungsschwerpunkte, Institute und fachinterne Beziehungen; Kulturraum Ungarn. Der Volkskunde-Atlas von Ungarn und die Methode der Clusteranalyse; Die Erforschung sakraler Kleindenkmäler in der ungarischen Ethnologie; Pater Rochus, der ungarische Gassner. Exorzismus, Volksfrömmigkeit und Katholische Aufklärung in Südungarn um die Mitte des 18.Jahrhunderts; Die Heiligsprechungsverfahren der hl. Margarete (1242 – 1271) im frühen 20.Jahrhundert; Kelemen Mikes (1690 – 1761) – der ungarische Goethe; Die ungarischen Schwaben. Zentrale Aspekte ihrer Geschichte; Donauschwaben-Forschung; Die neuen Vertriebenendenkmäler in Ungarn; Ungarische Migranten in den USA; Die Familie als Hintergrund der Traditionspflege, u.a.

Emmy Abrahamson:
Widerspruch zwecklos – oder – wie man eine polnische Mutter überlebt

3 CD, 3 Std. 46 Min., Hörcompany 2013 12,99 EUR
Das Jugendhörbuch (ab 13 Jahren) der hr2-Hörbuchbestenliste im Juni. Hat man es als Teenager besonders schwer, wenn man eine polnische Mutter hat? Und wer diese Geschichte über Pickel, polnische Schwarzarbeiter und wodkagetränkte Hochzeitsfeiern hört, der kann Alicja bald verstehen. Wie gut, dass der Junge Ola sich durch die Mutter nicht vergraulen lässt. Wunderbare Geschichte, von Fritzi Haberlandt schwungvoll vorgetragen.

Michael Ehrke / Elmar Römpcyk: Der steinige Weg nach Europa
Die Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung in Serbien und in den baltischen Staaten

280 S., Pb., Dietz Verlag 2013 24,00 EUR
Die Autoren beschreiben den Übergang von der kommunistischen Zentralverwaltung zu Demokratie und Marktwirtschaft in Mittel-, Ost- und Südosteuropa am Beispiel Serbiens und der drei baltischen Staaten und das Engagement der Friedrich-Ebert-Stiftung in diesem Prozess. Ihr hohes Ansehen in Serbien verdankt die Friedrich-Ebert-Stiftung der Tatsache, dass sie während der Milosvic-Diktatur und des Kosovokrieges das Land nicht verlassen und sich zusammen mit Teilen der Opposition weiterhin für Demokratie und Menschenrechte eingesetzt hat. Deshalb konnte sie in der kurzen demokratischen Regierungszeit von Zoran Djindjic Serbiens Weg in die UNO, IWF und Weltbank unterstützend begleiten. Das Engagement der Friedrich-Ebert-Stiftung in Estland, Lettland und Litauen begann unmittelbar nach dem Zusammenbruch der UdSSR. Sicherheitspolitik hatte für die gerade unabhängig gewordenen baltischen Staaten damals oberste Priorität. Seit die drei Länder der EU und der NATO beigetreten sind stehen jedoch neue Themen im Vordergrund des Dialogs mit der FES, so vor allem Demokratieentwicklung, soziale Gerechtigkeit, Energiepolitik und – ganz besonders – die Beteiligung am europäischen Diskurs.

Michael Hofmann / Inga Pohlmeier (Hrsg.)
Deutsch-Türkische und Türkische Literatur
Literaturwissenschaftliche und fachdidaktische Perspektiven

204 S., Pb., Königshausen & Neumann 2013 28,00 EUR
Deutschtürkische und türkische Literatur als Herausforderungen für den Deutschunterricht; Islamische Mystik in Feridun Zaimoglus Erzählung „Der Kranich auf dem Kiesel in der Pfütze“; Othello in Bielefeld. Selbstfindungsprozesse in Nuran David Calis „Der Mond ist unsere Sonne“; Die Erweiterung des deutschen schulischen Kanons durch die deutsch-türkische Literatur – Grundlagen und Perspektiven; Migrationsliteratur von deutsch-türkischen Autoren. Entwicklung und Behandlung im Deutschunterricht; Literatur und Migration. Eine empirische Studie zum Stellenwert deutsch-türkischer Literatur bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund; Zwischen 1900 und 2000: moderne türkische Weltliteratur; Türkische Literatur von Frauen. Ein Leitfaden; Mario Levi: ein jüdischer und türkischer Autor.

Saniye Uysal-Ünalan: Literarische Begegnungen mit dem Islam
Neue Identitätskonstruktionen in der türkisch-deutschen Gegenwartsliteratur

180 S., Pb., Königshausen & Neumann 2013 (erscheint 4.Quartal) 28,00 EUR
Während gesellschaftspolitische und mediale Diskurse spätestens seit dem 11.September 2001 den Islam endgültig zum Zeichen der kulturellen Differenz „machen“ und somit ein Konstrukt „Muslim“ wie auch „Islam“ als identitätsstiftendes Fremdbild generieren, arbeiten fiktionale Texte von türkisch-deutschen Schriftstellern diesem Abgrenzungsdiskurs vehement entgegen. Die türkisch-deutsche Gegenwartsliteratur scheint auf den medialen sowie öffentlichen Islam-Diskurs zu reagieren, indem sie präsente Imagines über den Islam übernimmt und diese kritisch widerspiegelt, aber auch nicht beachtete Dimensionen des Islam thematisiert, die so gar nicht mit den geläufigen Bildern kompatibel sind. So bringen die Texte von Zafer Senocak und Feridun Zaimoglu Facetten des Islam zum Vorschein, die eine implizite wie auch explizite Reaktion auf die medialen und gesellschaftlichen Islam-Konstruktionen darstellen und auch einen Anstoß zur kritischen Auseinandersetzung wie auch Reflexion im Umgang mit dem Islam vermitteln. Zum anderen bieten die Islam-Konstruktionen dieser beiden Autoren eine Basis für neue Identitätskonstruktionen im Sinne des „Neuen Deutschen“, innerhalb derer konträre Kategorien wie „deutsch“ und „muslimisch“ miteinander diskursiv in Beziehung gesetzt werden. Auf diese Weise werden Verhandlungsräume erschlossen, die einen Dialog zwischen dem Deutschen und dem Türkischen bzw. dem Islam möglich machen.

Songs of Gastarbeiter # 1
CD-Digipack mit Booklet, Trikont 2013 (erscheint Oktober) 17,99 EUR
Zusammengestellt von AYKU – das sind der Berliner Autor Imran Ayata und der Münchner Künstler Bülent Kullukcu. Die beiden wühlten in Archiven, durchforsteten Musiksammlungen ihrer Eltern und Bekannten, nervten Freunde und Fremde, um Songs der ersten Einwanderergeneration zu finden. Erstes Zwischenergebnis: über hundert Lieder, die von den ersten Jahrzehnten der Einwanderung in Almanya handeln. Eine Auswahl dieser Songs findet sich auf „Songs of Gastarbeiter # 1“, das Musiker aus der Türkei präsentiert. Ayata und Kullukcu geht es bei ihren Compilations weder um Vollständigkeit noch um ein Potpourri der Repräsentation. Ihr Kritierium ist ein einfaches: „Sie wählen Songs aus, die ihnen gefallen. AYKU heben musikalische Schätze, die Musikliebhabern in Deutschland kaum bekannt sein dürften und der Gefahr ausgesetzt sind, verloren zu gehen. Die allermeisten Songs ließen AYKU unberührt, bei einigen entschied sich das Duo für Remixe. Den Musiker Ozan Ata Canani baten die beiden, seinen Ohrwurm „Deutsche Freude“ im Studio neu aufzunehmen, weil von diesem Juwel keine hochwertige Aufnahme existierte. Die Lieder auf „Songs of Gastarbeiter # 1“ greifen Arbeitsbedingungen in den Fabriken auf. Sie erzählen vom Leben in Wohnheimen und dem neuen Alltag in Deutschland. Und immer wieder geht es um Sehnsucht und Liebe. Bemerkenswert auf diesem Album ist auch die musikalische Bandbreite der Songs. Mal reduziert auf Gesang und Saz, dann funky und groovige Tanzmusik oder ein musikalischer Rückgriff auf die deutsche Nationalhymne. Mit dabei u.a. Cem Karaca, Derdiyoklar, Seldar Bagcan, Özdemir Erdogan, Ozan Ata Canani, Gurbetci Riza, Asik Metin Türköz, Gülcan Opel.

Metin Eloglu: Fast eine Geschichte
173 S., binooki 2013 15,90 EUR
„Hätt ich nicht meinen gesunden Menschenverstand, ich könnte glatt verrückt werden. Da haben wir schon eine ganze Zeitlang Sommer, und trotzdem macht sich ein Wetter breit wie im tiefsten Februar. Am hellen Tage eine öde mitternächtliche Dunkelheit. Ich habe das Fleisch durch das Brot dividiert, das Ergebnis: Hunger. Ich konnte kaum sagen, warum das so war, aber obwohl ich in eine warme wattierte Jacke gehüllt war, ist mir plötzlich ganz kalt geworden, so ohne dich. Als ob ich erfrieren würde. Dabei hatte ich mit dem Trinken erst begonnen, als es bereits Tag wurde. Ist ja egal, was ich da soff. Schon der erste Schluck war mir verleidet; ich suchte einen ganz anderen neuen Geschmack; etwas, das noch niemand hatte kosten können, vielleicht etwas, das an einen leicht trüben, entfernten Himmel erinnerte, den man von den Fenstern aus nicht sehen konnte.“Die Erzählungen von Metin Elolu werfen kurze Schlaglichter auf eine längst vergangene Türkei und die Schattenseiten der Seelen ihrer Bewohner. Die Verlassenen, die Armen, Einsamen, die Trinker, Spieler und Träumer finden mit ihren Sehnsüchten Platz in diesem Buch – die Sehnsucht nach einem Leben, das mehr kennt als die aussichtslose Suche nach großem Glück oder Kleingeld für den Tag. In den abgelegenen Dörfern und den anonymsten Winkeln der großen Städte zeichnet Elolu Wege durchs Leben nach, ohne ihnen bis ans glückliche Ende zu folgen. Die Beobachtungen biegen vorher ab, brechen ab, lassen ungewisse Traurigkeit zurück und sind fast eine Geschichte.

Maria Skiadaresi: Das Herz nach Istanbul tragen
294 S., geb., Größenwahn Verlag 2013 (erscheint Herbst) 22,90 EUR
Orestis fliegt mit begründeter Angst geschäftlich nach Istanbul, dort lauert die Vergangenheit: Kindheit in Athen, Studium in England und eine Studienreise in die Türkei, die ihm das Unerwartete brachte: Murad – die Liebe seines Lebens. Nichts ist jemals für ihn klar geworden, nicht einmal die sexuelle Orientierung. Eine Liebeserklärung an Istanbul und eine Ode an die Liebe, die über Geschlecht und Nationalität steht, sich weder um sozialen Status noch um Ideologie schert und in jedem Körper ein zuhause finden kann, weiblich oder männlich – die Liebe kennt keine Unterschiede.

Mulis Ari / Christoph Straßer: Sie nannten mich Mehmet
Geschichte eines Ghettokindes

250 S., geb., riva 2013 (erscheint Oktober) 19,99 EUR
Neuer Zündstoff für das Brennpunktthema Migranten zwischen Kriminalität und perfekter Integration am Beispiel eines brisanten und berühmten Rechtsfalls, der bundesweit für Schlagzeilen sorgte und wieder sorgen wird. Abgeschoben mit 14 Jahren – sein Fall bewegte die Republik. Muhlis Ari wurde in den 90er-Jahren als „Crime-Kid“, „Horror-Kid“, „Klaukind“ und „Schrecken von Neuperlach“ landesweit bekannt. Der Sohn türkischer Einwanderer, geboren in München, hatte bis zu seinem 14.Lebensjahr mehr als 60 Straftaten begangen, und galt als schwer erziehbar. Die Behörden gaben dem jugendlichen Serientäter das Pseudonym „Mehmet“, um ihn vor der Öffentlichkeit zu schützen. Dieser Name wurde zum Symbol für eine gescheiterte Integration und einen überforderten, ausländerfeindlichen Rechtsstaat, der das Kind schließlich minderjährig und ohne seine Eltern in die Türkei abschob. Mehmet sprach damals zwar bayrischen Dialekt, aber kein türkisch – die Türkei kannte er nur aus dem Urlaub. Authentisch und ohne zu beschönigen schildert „Mehmet“, der heute 28 Jahre als ist und noch immer unfreiwillig in der Türkei lebt, in diesem Buch, wie es so weit kommen konnte, dass er wie ein Staatsfeind des Landes verwiesen wurde, und erklärt, weshalb er unbedingt wieder nach Deutschland zurück will.

Andreas Herzau: Istanbul
144 S., geb., Hatje Cantz 2013 Sonderausgabe anstatt 35,00 EUR nur 14,95 EUR
Mit einem Essay der bekannten türkischen Schriftstellerin Elif Safak. Die Diskussion um einen möglichen EU-Beitritt der Türkei veranlasste Andreas Herzau (geb. 1962 in Mainz), sich dem Land an der Grenze zwischen Europa und Asien in einer fotografischen Spurensuche zu nähern. In Istanbul konzentrieren sich Herausforderungen und Chancen einer Metropole zwischen Tradition und Erneuerung. Die Aufnahmen zeigen etwa Arbeiter auf der Fähre von einem Kontinent zum anderen, Muslime im Gebet, Menschen vor Schaufenstern und Modeplakaten oder Szenen des pulsierenden Kunstmarkts. Dem Genre der Straßenfotografie verpflichtet, taucht der Künstler ins öffentliche Leben ein und erkundet die Stadt zu Fuß – sehend, laufend, wartend.

Materialdienst. Zeitschrift für Religions- und Weltanschauungsfragen 6/13
Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen 2013 3,00 EUR
u.a.: Der Boom des Irrationalen – Zur Psychodynamik alternativer Glücksrezepte (was auch als Folge der großen Migrationsbewegungen in Europa zu erklären sei); Ein Reiseführer ins Jenseits? – das tibetische Totenbuch; Islam – Schura in Rheinland-Pfalz gegründet

Materialdienst. Zeitschrift für Religions- und Weltanschauungsfragen 7/13
Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen 2013 3,00 EUR
mehrere Berichte zur Auseinandersetzung mit humanistischen und atheistischen Gruppen, Wie viel Religion verträgt der Staat?, Islamkritik und Islamfeindlichkeit

Blätter für deutsche und internationale Politik 6/13
Blätter Verlag 2013 9,50 EUR
u.a.: Dirk Niebel – Die Entwicklungsbremse; Tunesischer Herbst – Das Ringen um die Frauenrechte; Machtkampf im Sahel – Mali und die Folgen; Propaganda und Märtyrertum – Drei Jahrzehnte Videodschihad; China vor der Revolution? – die Kommunistische Partei und die Korruption; Kolonialismus auf Samtpfoten – Die Handelspolitik der Europäischen Union; Das Regime der Prekarisierung – Europas Politik mit Schuld und Schulden; Die große Transformation der Religionen

Hamideh Mohagheghi / Klaus von Stosch (Hg.)
Gewalt in den heiligen Schriften von Islam und Christentum

240 S., Pb., Ferdinand Schöningh 2013 (erscheint Herbst) 29,90 EUR
In den gesellschaftlichen und politischen Diskussionen wird oft eine direkte Beziehung zwischen Religion und Gewalt erörtert, die darauf zielt, die Religion schlechthin als Ursache der Gewaltbereitschaft anzuprangern. Die Quellen der monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam beinhalten ein Gewaltpotential, das im Laufe der Geschichte immer wieder von ihren Anhängern instrumentalisiert wurde. Diese Quellen können wir verstehen, wenn wir an ihre Aussagen nicht mit unserer heutigen Denkweise herangehen, sondern versuchen, sie aus der Perspektive ihrer Entstehungszeit zu erfassen. In diesem Buch haben sich christliche und muslimische Theologinnen und Theologen dem Thema Gewalt in der Bibel und im Koran gestellt. Anhand von Textbeispielen und hermeneutischen Zugangsweisen werden die Probleme angesprochen und Möglichkeiten zum Verständnis und zur Auslegung erörtert.

Wolfgang Gehrcke / Christiane Reymann (Hg.)
Syrien – Wie man einen säkularen Staat zerstört
und eine Gesellschaft islamisiert

187 S., Papyrossa 2013 9,90 EUR
Längst ist in Syrien der anfangs friedliche Protest in einen von außen geschürten und finanzierten bewaffneten Aufstand übergegangen, der einem demokratischen Wandel die Luft abwürgt. Medial und politisch werden im Westen nur jene Kräfte wahrgenommen, die den gewaltsamen Sturz von Baschar al-Assad betreiben. Andere Stimmen finden kein Gehör. Ebenso wenig wird die Frage erörtert, wie und unter welchen Bedingungen festgestellt werden kann, was eine Mehrheit der Syrer will. Das vorliegende Buch skizziert Wege zur Beendigung der Gewalt und zu Verhandlungslösungen. Namhafte syrische Regierungskritiker beleuchten aus eigener Erfahrung Aufgaben und Chancen gewaltfreier demokratischer Opposition. Autorinnen und Autoren aus Ägypten, Libanon und Deutschland ordnen den Syrienkonflikt in die Geschichte des Nahen und Mittleren Ostens und untersuchen seinen Stellenwert in der Politik der USA, der NATO, der Bundesrepublik, Israels und der aufstrebenden Regionalmacht Türkei.

Kambiz Djalali: Das Fremde ist dem Eigenen zu Eigen
Die klassische persische Dichtung im deutsch-französischen Raum
des 19.Jahrhunderts

440 S., Pb., Königshausen & Neumann (erscheint 4.Quartal) 49,80 EUR
Der Band analysiert einen trilateralen Kulturtransfer. Er wird als interkulturelle Vermittlung von persischer Lyrik verstanden, die auf drei Untersuchungsebenen beschrieben wird: Zunächst selektieren deutsche und französische Orientalisten, Dichter und Diplomaten das Werk gewichtiger persischer Dichter und würdigen dessen ästhetische Qualität. Die daraufhin einsetzenden deutsch-französischen Rezeptionsprozesse der klassischen persischen Dichtung erfolgen institutionell, medial und individuell. Sie vollziehen sich in deutschen und französischen Übertragungen, in Nachahmungen, in Formen kultureller Adaptionen und in Kommentarformen. Das Buch wendet den methodischen Ansatz des Kulturtransfers auf eine trilaterale Konstellation an und berücksichtigt wirtschaftliche, politische, ideologische und emotionale Antriebskräfte von deutsch-französischen Rezeptionsprozessen der klassischen persischen Dichtung im deutsch-französischen Raum des 19.Jahrhunderts. Es stellt sich in der Untersuchung heraus, dass das Fremde dem Eigenen stets zu Eigen ist.

Beatrice Minda – Iran. Interrupted
152 S., 92 Abb., geb., Hatje Cantz 2013 (erscheint Juli) 38,00 EUR
Privathäuser in Iran: Einblicke in eine verborgene Welt. Beatrice Minda (geb. 1968 in München) beschäftigt sich immer wieder mit dem Verhältnis von privatem Raum, Erinnerung und Geschichte. Nach der ausdrucksstarken Erkundung rumänischer Interieurs in ihrem Bildband „Innenwelt“ reist die Künstlerin für ihre neue Arbeit in die Islamische Republik Iran. Dort taucht sie in die weitgehend unbekannte Welt privater persischer Wohnräume und Innenhöfe samt ihren Abschottungen durch Gitter, Mauern oder undurchlässige Vorhänge ein. In einem Land mit mehrtausendjähriger Geschichte folgt Beatrice Minda dabei der Fährte einer teils massiv verschütteten Tradition und identifiziert – trotz aller historischen Brüche – verborgene Zeichen von Kontinuität. In den sensiblen Farbbildern wird sicht- und spürbar, wie sich die gegenwärtige Geisteshaltung der Bewohner ebenso wie historische, kulturelle und soziale Zusammenhänge im Privatraum spiegeln. Subtil kommt dabei die gesellschaftspolitische Dimension von „Iran.Interrupted“ zum Ausdruck.

Der Iran Job – Die Geschichte eines amerikanischen Baseballspielers im Iran
Ein Dokumentarfilm von Till Schauder FSK 12

DVD, 91 Min. Good Movies 2013 (erscheint September) 19,99 EUR
2008 nimmt der amerikanische Basketballspieler Kevin Sheppard das Angebot an, in der Iranian Super League zu spielen und stellt sich einer großen Herausforderung: Er soll das neu gegründete blutjunge Team A. S. Shiraz in die Playoffs führen. Während die Spannungen zwischen dem Westen und dem Iran zunehmen und die Eskalation kurz bevor zu stehen scheint, versucht Kevin, zwischen Sport und Politik zu trennen. Er muss feststellen, dass dies im Iran unmöglich ist. In dieser Zeit macht er die Bekanntschaft dreier unabhängiger und selbstbewusster Iranerinnen. Durch sie wird Kevins Wohnung zu einem Ort offener Diskussionen über Politik, Religion und Geschlechterrollen. Kevins Saison im Iran gipfelt in etwas Größerem als Basketball: in der aufkommenden und anschließenden Unterdrückung der „grünen Revolution“ im Iran.

Ein Augenblick Freiheit – Leben ist mehr als nur Sein
Ein Film von Arash T. Riahi FSK 12

DVD, 110 Min., Good Movies 2013 (erscheint Oktober) 19,99 EUR
Der Film erzählt die tragikomische Geschichte von drei Flüchtlingsgruppen: zwei ungleichen Freunden, einer Familie mit einem kleinen Jungen und zweier junger Männer, die zwei Kinder aus dem Iran zu ihren Eltern nach Wien bringen sollen. Alle treffen sich in einem Hotel in Ankara, um dort auf den positiven Bescheid ihrer Asylanträge zu warten. Der Film erzählt mit viel Facetten von den ersten freien Atemzügen nach einer langen Phase der Repression. Er erzählt vom Mut, sich auf die Suche nach einem besseren Leben zu machen. Und er wirft einen exemplarischen Blick auf das, was vor den Grenzen der EU geschieht. „Ein Augenblick Freiheit“ enthält genug dramatischen Stoff für eine ganze Reihe von Filmen, aber Fares Fares („Kops“, „Jalla! Jalla!“) in der Rolle des daueroptimistischen kurdischen Lebenskünstlers Manu macht den Film zu einer unvergleichlichen Gratwanderung zwischen Drama und Komödie.

5 Jahre Leben FSK 12 – Ein Film von Stefan Schaller
DVD, 96 Min., Good Movies 2013 (erscheint Dezember) 19,99 EUR
Der Film basiert auf der wahren Geschichte des Deutsch-Türken Murat Kurnaz, der insgesamt fünf Jahre von den USA in Afghanistan und Guantanmo gefangen gehalten wurde. Er ist nicht nur die Chronik eines unvorstellbaren Missbrauchs, sondern zeigt auch den Überlebenswillen eines Mannes, dem man alles genommen hat. Zugleich schildert der Film das Duell zweier außergewöhnlich starker Persönlichkeiten. Auf der einen Seite Murat Kurnaz, der seinem Leben einen neuen Sinn geben wollte, als er sich dem Islam zuwandte und nach dem 11.September nach Pakistan aufbrach, um eine Koranschule zu besuchen. Auf der anderen Seite Gail Holford, Verhörspezialist der US-Regierung, der alle Tricks von Manipulation bis Einschüchterung beherrscht und dessen Hauptziel es ist, Kurnaz ein Geständnis zu entlocken. Aber Kurnaz hat nichts zu gestehen, er ist unschuldig. So verstreichen Monate – Monate voller psychischer und physischer Folter – bis Kurnaz begreift, dass seine Weigerung, ein Geständnis zu unterzeichnen, das Einzige ist, was ihm bleibt.

Elfriede Paulenz: Die Frau des Islamisten
294 S., novum verlag 2013 14,10 EUR
Das Buch zeigt auf, wie sich islamistischer Terror, zunächst unbemerkt, in einer renommierten Hamburger Bürgerfamilie einnistet und dort Unheil verbreitet.

Rudolf A. Mark: Krieg an fernen Fronten
Die Deutschen in Zentralasien und am Hindukusch 1914 – 1924

304 S., geb., Ferdinand Schöningh 2013 (erscheint Herbst) 58,00 EUR
Einsatzgebiet Hindukusch – nicht erst für die Bundeswehr! Die muslimischen Völker der Region sollten während des Ersten Weltkriegs auf oft abenteuerlich erscheinende Weise zum Dschihad gegen Russland und Großbritannien aufgestachelt werden. Rudolf A. Mark schildert in seinem neuen Buch kaum bekannte deutsche Aktivitäten in Zentralasien während der ersten Jahrzehnte des 20.Jahrhunderts. Eine deutsche Geheimmission ins unter britischem Einfluss stehende Afghanistan war Teil dieser Bestrebungen. Auch Zehntausenden in Russisch-Turkestan inhaftierter österreichisch-ungarischer und deutscher Kriegsgefangener war eine Rolle in den Aufstandsplanungen zugedacht. Nach der Oktoberrevolution versuchten deutsche Politiker und Militärs, die nach Autonomie und Unabhängigkeit strebenden Muslime zwischen Wolga und Hindukusch zur machtpolitischen Eindämmung Russlands und zum weltwirtschaftlichen Wiederaufstieg Deutschlands nach dem Kriegsende zu instrumentalisieren. Auch wenig bekannten Quellen und erstmals erschlossenem Archivmaterial vielfältiger Provenienz rekonstruiert der Autor die damaligen Pläne und Ereignisse. Ein vergessenes Kapitel deutscher Macht- und Großmachtpolitik!

Christian Koller: Die Fremdenlegion
Kolonialismus, Söldnertum, Gewalt 1831 – 1962

252 S., geb., Ferdinand Schöningh 2013 (erscheint Herbst) 29,90 EUR
Memoiren, Romane, Filme und Propagandaschriften haben den Ruf der Fremdenlegion als Sammelbecken von Kriminellen und Aussteigern, als sadistisch-militärische Hölle oder als exotische Lebenswelt romantischer Helden verbreitet. Christian Kollers faszinierendes Buch liefert die erste auf aktuellen sozial- und kulturgeschichtlichen Zugängen basierende Beschreibung dieser Söldnertruppe. Gestützt auf Selbstzeugnisse, Archivalien und Quellen zu den politischen und medialen Diskussionen über die Legion, beschreibt er deren Rolle als Instrument des Kolonialimperialismus, ihre nationale und soziale Zusammensetzung, ihre Darstellung und Mythisierung in Politik, Medien und Kultur. Auch die Identitätspolitik der Fremdenlegion, der eigene Blick der Legionäre auf Hierarchie, Disziplin, Kameradschaft, den mysteriösen „Cafard“, Alkohol, Prostitution und Homosexualität werden eingehend behandelt. Darüberhinaus findet das Verhältnis der Legionäre zu den kolonisierten Bevölkerungen eingehend Berücksichtigung – von kriegerischen Aufeinandertreffen bis zu mehr oder weniger gewaltgeprägten sexuellen Beziehungen.

Die Jungfrau, die Kopten und ich
FSK 12 – Ein Dokumentarfilm von Namir Abdel Messeh

DVD, 85 Min., good movies 2013 (erscheint Oktober) 19,99 EUR
Namirs Mutter ist eine koptische Christin. Sie ist überzeugt, dass sie auf einem Video aus ihrer ägyptischen Heimat eine Erscheinung der Jungfrau Maria gesehen hat. Ihr Sohn, der säkular in Frankreich aufgewachsen ist, will über das Phänomen einen Film drehen und reist zu seinen ägyptischen Verwandten. Er will den Zusammenhang zwischen der ägyptischen Zeitgeschichte und den Marienerscheinungen der koptischen Minderheit aufzeigen. Doch es gibt diverse Hindernisse: seine Eltern, die sich in den Film einmischen und seine Ideen kritisieren, sein französischer Produzent, der alle paar Wochen Änderungen vorschlägt, und nicht zuletzt das koptische Heimatdorf selbst. In schierer Verzweiflung beschließt Namir, seine eigenen Marienerscheinungen für den Film zu inszenieren. Aber dazu braucht er die Hilfe der Dorfbewohner und seiner Mutter, die, eigens angereist, am Set ungeahnte

Silvena Rowe: Orient Express
Unkomplizierte und schnelle Rezepte aus der orientalischen Küche

208 S., 82 Farbfotos, geb., AT Verlag 2013 (erscheint August) 24,90 EUR
Über 100 orientalische Köstlichkeiten, leicht, wohlschmeckend und schnell zubereitet. Geeignet für leichte Sommertage oder eine festliche Mezze-Tafel. Kraftvolle Aromenkombinationen mit modernem Touch. Dieses Buch ist ideal für alle, die nicht viel Zeit haben und dennoch die leichte, schmackhafte nahöstliche Küchen genießen möchten. Nach ihrem erfolgreichen Erstling „Granatapfel, Sumach & Zitrusduft“ geht es hier um all die delikaten kleinen Köstlichkeiten, wie man sie auf den Straßen und Märkten von Istanbul oder Damaskus findet: Köfte, Falafel und Pilaws, aber auch Süßes wie Vanille-Baklava oder Scholkoladen-Pistazien-Mousse. Mehr als 100 neue Rezepte, die sich für leichte Sommermahlzeiten ebenso eignen wie für eine große festliche Mezze-Tafel. Von der osmanischen Küche inspirierte Kreationen, in denen sich Honig mit Zimt, Safran mit Sumach vereinen und so Süßes mit Säuerlichem verschmilzt – gekonnt und mit einem meisterhaften modernen Touch für westliche Genießer umgesetzt. Eine unwiderstehlich leichte Küche mit eleganten und raffinierten Gerichten, die zugleich durch kraftvolle Aromen und ausgewogene Texturen bestechen.

Tom Franz: So schmeckt Israel
Meine Lieblingsrezepte aus der israelischen Küche,
gewürzt mit einer Prise Heimat

200 S., 100 Farbfotos, geb., AT Verlag 2013 (erscheint September) 24,90 EUR
Die kulinarische Welt Israels: eine Symphonie von Gerüchen, Aromen und Kulturen. Alle Sinne inspirierenden einfach nachzukochende Rezepte. Kochen hat für Tom Franz in erster Linie etwas zu tun mit Freude und der puren Lust am Leben. Speisen sind für ihn „Nahrung für die Seele“. Dabei entpuppt sich das Land, das zu 65 % aus Wüste und dem Toten Meer besteht, als ein wundersamer Garten Eden – mit Gemüse und Obst, das einen legendären Ruf besitzt. Ein Schlaraffenland. In diesem Buch öffnet Tom Franz einen Spalt zur Israelküche, die sich aus zahlreichen Erinnerungen an den heimatlichen Herd eingewanderter Juden speist. Israel ist ein kulinarischer Schmelztiegel. Immigranten aus ganz Europa, Russland und den USA, dem Fernen und Mittleren Osten haben das Land mitgeprägt. Mediterrane Zutaten, traditionell jüdische Küche, arabische Gewürze, moderne Rezepte: Diese ungeheure Vielfalt und diese unterschiedlichen Elemente verbinden sich zu spannenden Kombinationen. In Sachen Kulinarik ist Israel ganz auf der Höhe der Zeit. Sie zeichnet sich aus durch ihre Innovationsfreude und ihre Fähigkeit, über den Tellerrand zu schauen und fremde Elemente aufzunehmen. Ein ungewöhnliches Buch, ein großartiges Buch! Lasst uns Brücken bauen!

Alternative Tourism Group: Palästina Reisehandbuch
Geschichte – Politik – Kultur – Menschen – Städte – Landschaften

664 S., über 800 Farb- u. sw-Fotos, 60 politisch-historische Karten und Stadtpläne
geb., Palmyra Verlag 2013 29,90 EUR
Ein hochaktuelles Standartwerk! Das heilige Land beziehungsweise Israel/Palästina ist der Ursprungsort der drei großen monotheistischen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam. Das Land zwischen dem Mittelmeer und dem Toten Meer ist daher bereits seit Jahrhunderten eines der weltweit bedeutendsten Pilger- und Reiseziele. Der Tourismus in den palästinensischen Gebieten Westjordanland, Gazastreifen und Ostjerusalem ist seit 1967 hauptsächlich geprägt von israelischen und ausländischen Reiseveranstaltern, die sich auf Israel beschränken und den besetzten Gebieten sowie den Palästinensern nur geringe Beachtung schenken und die Touristen meist nur sehr einseitig über die palästinensische Seite informieren. Ähnliches gilt für einen Großteil der Reiseliteratur über Israel: Palästina kommt – wenn überhaupt – nur am Rande oder als Teil Israels vor. Dem möchte diese Publikation entgegenwirken. Sie ist auf dem deutschsprachigen Markt die erste Veröffentlichung, die Palästina dezidiert aus palästinensischer Sicht darstellt. Neben der Beschreibung der wichtigsten Landschaften und Städte wie Jerusalem, Bethlehem, Hebron, Nablus und Gaza sowie der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten, vermittelt das Buch vor allem ein umfassendes Bild der Geschichte, Politik und Kultur der palästinensischen Gesellschaft mit ihren schwierigen Lebensbedingungen unter der de facto immer noch bestehenden israelischen Besetzung (Flüchtlingslager, Checkpoints, Trennmauer, israelische Siedlungen u.a.). Ein weiterer Schwerpunkt des Reisehandbuchs ist die „Nakba“, die Vertreibung und Flucht der Palästinenser 1948. Der Idee eines „Kulturtourismus“ folgend, widmet sich das Buch auch ausführlich den Begegnungsmöglichkeiten zwischen Touristen und Palästinensern. Ergänzt wird der Inhalt durch über 800 Farb- und Schwarz-Weiß-Fotos sowie einen umfangreichen Info- und Serviceteil mit vielen praktischen Tipps, Karten, Stadtplänen, Webguide und nützlichen Adressen. Als Standartwerk richtet sich das Buch nicht nur an politisch, geschichtlich, kulturell oder religiös interessierte Reisende, sondern an alle, die grundsätzlich mehr über Palästina und die Palästinenser erfahren möchten. Die Alternative Tourism Group (Gruppe für Alternativtourismus, ATG) ist eine in Beit Sahour bei Bethlehem ansässige Nichtregierungsorganisation (NGO), die für Touristen Reisen und Begegnungen in Palästina organisiert. 2007 war die ATG Preisträgerin beim „ToDo! – Wettbewerb für sozial verantwortlichen Tourismus“.

The Invesible Men FSK 12 – Ein Dokumentar-Film von Yariv Mozer
DVD, 69 Min., good movies 2013 (erscheint Oktober) 19,99 EUR
Der Film erzählt die Geschichte von drei schwulen Palästinensern, die aus ihrem ursprünglichen Lebensumfeld fliehen mussten und sich jetzt illegal in Tel Aviv aufhalten. Louie, 32, der sich seit acht Jahren in Tel Aviv versteckt; Abdu, 24, der in Ramallah geoutet wurde und daraufhin von den palästinensischen Sicherheitskräften der Spionage beschuldigt und gefoltert wurde; und Faris, 23, der von der West Bank nach Tel Aviv vor seiner Familie floh, die ihn töten wollte. Um zu überleben, suchen sie Asyl in Drittländern, jenseits von Israel und ihrer Heimat Palästina…

Insa Meinen / Ahlrich Meyer: Verfolgt von Land zu Land
Jüdische Flüchtlinge in Westeuropa 1938 – 1944

352 S., geb. Ferdinand Schöningh 2013 (erscheint Herbst) 39,90 EUR
Geflohen und doch deportiert. Fluchten als Reaktion auf Verfolgung und Deportation zählten zu den wichtigsten Überlebensstrategien der Juden während der Zeit des Nationalsozialismus. Insa Meinen und Ahlrich Meyer begeben sich auf die Spuren von Juden aus Deutschland und Österreich, die ab 1938 vor der antisemitischen Gewalt nach Belgien flüchteten. Auch berichten sie erstmals über die schon im Zeichen des Genozid stehenden Fluchten von Juden innerhalb Westeuropas ab 1941/42. Der Leser bekommt ein eindrückliches Bild davon, welche immer neueren Anstrengungen die Menschen auf sich nahmen, um sich und ihre Familien vor dem Untergang zu bewahren. Im Mittelpunkt stehen die Rettungsversuche der vielen „namenlosen“ jüdischen Flüchtlinge. Ihre Schicksale werden aus verstreuten Akten, Karteien und Transportlisten der Todeszüge nach Auschwitz erschlossen. Das Buch würdigt diejenigen, die der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik zum Opfer fielen und über deren Widerstand bislang kaum etwas bekannt war.

Amos Oz: Unter Freunden
215 S., Suhrkamp 2013 18,95 EUR
In seinem neuen Erzählungsband knüpft Amos Oz an seine großen Erfolge an und kehrt zu seinen Wurzeln zurück, zu der Zeit, die ihn am meisten inspiriert hat: seine Kibbuz-Jahre. Die acht Erzählungen spielen im fiktiven Kibbuz Ikat und zeichnen prägnante und feinfühlige Porträts von Frauen und Männern, die ihren ganz eigenen Träumen und ihrem eigenen Schmerz nachhängen, immer im Schatten des großen Traums vom Kollektiv. Da ist Zvi, der pessimistische Gärtner, der alle im Kibbuz mit aktuellen Katastrophenmeldungen versorgt; David, der Lehrer, der die Frauen liebt; Nina, eine eigensinnige junge Frau, die es keine Nacht mehr mit ihrem Mann aushält; und Martin, ein Schuster, der den Holocaust überlebt hat. Oz tastet sich behutsam an seine Figuren heran, beobachtet sie, ihre Ängste, Hoffnungen und Sehnsüchte mit nüchternem Blick und mit großer Empathie. Jede dieser Geschichten ist ein literarisches Kleinod, alle zusammen ergeben sie ein Porträt einer großen Idee und einer ganz spezifischen Zeit.

Yoram Kaniuk: 1948
248 S., geb., Aufbau 2013 19,99 EUR
„Wir waren wie Kinder, geradezu unverschämt jung. Einfaltspinsel waren wir, Partisanen.“
Dies ist die Geschichte eines jungen Mannes, der voller Heldenmut die Schule verlässt und kurz darauf dem Tod in die Arme läuft. Der im Mut die Sinnlosigkeit erkennen muss, die historische Schuld bei allem Recht, die Naivität im Heroismus. Fünf Jahrzehnte konnte der große israelische Schriftsteller Yoram Kaniuk nicht über seine Erlebnisse im Unabhängigkeitskrieg von 1948 schreiben. Jetzt erzählt er in unwiderstehlich schönen Bildern und schockierenden Momentaufnahmen von dem Kampf, der zur Entstehung des Staates Israel führte. Mit historischer Karte, Zeittafel, Glossar und einem Porträt des Autors im Anhang. „Kaniuk hat sich nie gescheut, bis an die Grenze des Sagbaren zu gehen, und manchmal darüber hinaus.“ FAZ

Yehudit Sasportas – Seven Winters
224 S., 160 Abb., Pb., Hatje Cantz 2013 (erscheint August) 30,00 EUR
Monografie zu jüngeren Arbeiten der israelischen Künstlerin. Den Schwerpunkt dieser Publikation bilden Werke von Yehudit Sasportas (geboren 1969 in Ashdod, Israel) aus den letzten zehn Jahren. Neben sechs Skulpturen sind das die riesigen, dramatischen Tuschezeichnungen und Aquarellsskizzen der Serie „Shichecha“ der in Berlin lebenden Künstlerin, die ihre besondere Arbeitsweise erkennen lassen und hier zum ersten Mal reproduziert werden. Sie beziehen sich motivisch auf ein Moor in Norddeutschland und kreisen wie ein Mahlstrom um die Prozesse des Vergessens und Erinnerns. Zudem dokumentiert der Band ein Video von Yehudit Sasportas, das sich dem Ausstellungsensemble in Jerusalem widmet und die gesamte Installation in unterschiedlichen skulpturalen Zusammenhängen präsentiert. Die Künstlerin möchte mit ihrer Arbeit visuelle Brücken bauen und Rohmaterial heben, das in der Seele des Betrachters verborgen liegt. Sie demonstriert in ihrem Werk ein fortgesetztes Interesse daran, tiefere, verschüttete Schichten aufzudecken und deren politische, soziale und spirituelle Bedeutung für die sichtbare Welt „über Tage“ zu enthüllen.

Martin Hofbauer / Philipp Münch: Mali
272 S., Pb., Ferdinand Schöningh 2013 (erscheint Herbst) 14,90 EUR
Dieser neue „Wegweiser zur Geschichte“ bietet Hintergrundwissen zu Geschichte, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Malis, ohne das die aktuellen Ereignisse dort nur schwer einzuordnen sind. Über Jahrzehnte galt der westafrikanische Staat als politische „Vorzeigedemokratie“ auf dem Kontinent. Nur wenige kulturinteressierte Reisende und moderne Abenteurer suchten die Große Moschee des UNESCO-Weltkulturerbes in Djennè auf, besuchten das legendäre Timbuktu oder ließen sich von der atemberaubenden Schönheit der Wüste in ihren Bann ziehen. Mit dem Militärputsch in der Hauptstadt Bamako im März 2012 und dem Aufstand bewaffneter Gruppen im Norden des Landes änderte sich die Situation schlagartig. Der Einsatz französischer Streitkräfte im Januar 2013 dynamisierte die Situation noch weiter. Mali trat in das Blickfeld der Weltöffentlichkeit. Hier findet der Leser verständliche und zuverlässige Informationen über die historischen, politischen sowie kulturellen Zusammenhänge in der Krisenzone. Namhafte Fachwissenschaftler und andere ausgewiesene Sachkenner stellen die Entwicklungen bis zur Gegenwart übersichtlich dar. Der Band ist durchgehend mit farbigen Karten und Abbildungen sowie einem Serviceteil ausgestattet, der eine Zeittafel, Literaturtipps und Internetlinks umfasst.

Ahmadou Kourouma: Monnè. Schmach und Ärger
332 S., Diaphanes 24,80 EUR
Mit Hexerei, islamischen Gebeten, exzessiven Opfergaben und dem Bau eines massiven Schutzwalls will König Djigui Keita sein vollendetes Reich vor den vorrückenden französischen Eroberern schützen. Doch eines Tages steht plötzlich eine französische Kolonne vor ihm, die völlig unbehelligt über den verzauberten Hügel geritten kam und nun freundlich grüßt. Der intrigante Übersetzer, den die Franzosen mitbringen, gehört zu allem Überfluss zum Clan der Soumaré und ist für Djigui unantastbar. So nimmt die Kolonisierung – das größte »monnè«, die größte Schmach aller Zeiten – ungehindert ihren Lauf.Der Roman erzählt die Geschichte der französischen Kolonisierung Westafrikas als eine Geschichte der Missverständnisse. Voll beißender Ironie und mit unerschöpflichem Sprachwitz wagt dieses Buch den anderen Blick auf die afrikanisch¬-europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts und berührt grundsätzliche Fragen der Verständigung, der kulturellen Unterschiede und nicht zuletzt der fortwirkenden Stereotype. Ahmadou Kourouma war einer der bedeutendsten Autoren der afrikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Aus politischen Gründen verbrachte er die meiste Zeit seines Lebens im Exil in Algerien, Kamerun, im Togo und in Frankreich. Der aufklärerische, kritische und oft satirische Gestus seiner Romane brachte ihm den Ruf eines »afrikanischen Voltaire« ein. Sein Umgang mit der französischen Sprache ist geprägt von kritischer Aneignung, Umformung und spielerischer Unterwanderung der Kolonialsprache.

Alain Mabanckou: Zerbrochenes Glas
224 S., Liebeskind 18,90 EUR
»Zerbrochenes Glas« ist Stammkunde einer heruntergekommenen Bar in Brazzaville, deren Name Programm ist: »Angeschrieben wird nicht«. Tag für Tag versammelt sich hier ein Haufen skurriler Gäste, um Palmwein zu trinken und über das Leben zu schwadronieren. Der Kirche ist die Bar ein Dorn im Auge, denn manch einer der Gläubigen erliegt der Versuchung, die Messe zu schwänzen und stattdessen einen zur Brust zu nehmen. Doch die ständigen Anfeindungen lassen den Wirt kalt, schließlich nennt man ihn nicht umsonst »Sture Schnecke«. Und die Kundschaft zeigt sich solidarisch bis zum letzten Tropfen: Als »Zerbrochenes Glas« sich daranmacht, für die Nachwelt die Historie des Etablissements niederzuschreiben, erzählt jeder Gast nur allzu gerne die Geschichte seines Lebens … Alain Mabanckou wurde 1966 in der Republik Kongo geboren. Mithilfe eines Förderstipendiums verlässt er Ende der achtziger Jahre seine Heimat, um in Paris sein Jurastudium fortzusetzen. Danach Eintritt in einen französischen Wirtschaftskonzern, für den er fast zehn Jahre lang als juristischer Berater tätig ist. Während dieser Zeit erscheinen zwei Lyrikbände und sein Debütroman, für den er den »Grand Prix littéraire de l’Afrique noir« erhält. Weitere Romanveröffentlichungen folgen, darunter »African Psycho« (2003) und »Black Bazar« (2009). Mit seinem Roman »Stachelschweins Memoiren« gewinnt er 2006 den renommierten Prix Renaudot, 2012 wird er von der Académie française für sein Gesamtwerk mit dem Grand Prix de Littérature ausgezeichnet. Alain Mabanckou lebt abwechselnd in Paris und Los Angeles.

Sonja Malzner: „So sah ich Afrika“
Die Repräsentation von Afrikanern in plurimedialen Reiseberichten

der ersten Hälfte des 20.Jahrhundert
550 S., Pb., Königshausen & Neumann 2013 (erscheint 4.Quartal) 49,80 EUR
Die vorliegende Arbeit, die sich in die interkulturelle Literatur- und Medienwissenschaften einschreibt, unternimmt eine systematische Aufarbeitung der Repräsentation von Afrikanern im plurimedialen Afrika-Reisebericht der Blüte- und Endzeit des Kolonialismus (1885 – 1960). Zum ersten Mal wird diese besondere Ausprägungsform des Reiseberichts, die Fotografien und Texte miteinander verbindet, hinsichtlich ihrer Strukturen und Funktionen in ihrer formalen und editorischen Entwicklung, ihren internen Widersprüchlichkeiten und Ambivalenzen, der Heterogenität ihrer Afrika-Darstellungen sowie in ihren Verknüpfungen mit ihren politischen, ethnographischen und ästhetischen Diskursen einem „close reading“ unterzogen. Ausgehend von acht Einzelanalysen deutscher, schweizerischer, französischer und englischsprachiger Werke werden dabei unter Einbeziehung eines umfangreichen Referenzkorpus methodische Analyseelemente entwickelt, die auch auf andere Untersuchungsgegenstände übertragen werden können.

Martin Siefkes: Sprache, Glaube und Macht
Die Aufzeichnungen des Johannes Spiecker in Deutsch-Südwestafrika
zur Zeit des Herero-Nama-Aufstandes

204 S., Pb., Königshausen & Neumann 2013 (erscheint 3.Quartal) 29,80 EUR
Von 1905 – 1907 unternahm der Missionarsinspektor Johannes Spiecker eine Reise durch Deutsch-Südwestafrika, das heutige Namibia. Zu dieser Zeit fand der Aufstand der Herero und Nama gegen die deutsche Besetzung statt. Die Mission, die das Vertrauen der schwarzen Bevölkerung weit eher besaß als Kolonialregierung und Siedler, wurde dabei zu einer politischen Kraft. Sie schickte Boten aus, um die Aufständischen zur Aufgabe zu bewegen, und richtete Sammelstellen für Heimkehrer ein; diese wurden anschließend meist in Konzentrationslager verbracht, wo viele starben. Spieckers Rolle ist von besonderem Interesse, weil er bei Missionaren und Kolonialregierung ebenso Ansehen besaß wie bei den Stammeshäuptlingen. Er intervenierte für die Gefangenen und gegen die Vernichtungspläne deutscher Militärs. Um die Ausbreitung des Krieges zu verhindern, setzte er sich bei einem Gouverneur gegen einen Ovambofeldzug ein und reiste zudem – gegen die Anweisung der Deputation in Barmen – in die nördlichen Ovambogebiete, um Häuptling Nechale zu treffen. Diesem empfahl er eindringlich die Unterwerfung unter die Kolonialregierung. Spieckers Rolle ist also ambivalent; seine Einmischung in politische und militärische Entscheidungen könnte die Entwicklung des Krieges beeinflusst haben. Seine privaten Aufzeichnungen werden hier erstmals umfassend vor dem historischen Hintergrund ausgewertet.

Ulrich Seidl – Paradies: Liebe FSK 16
DVD, 121 Min., Good Movies 2013 (erscheint September) 19,99 EUR
Der erste Teil von Ulrichs Seidls „Paradies“-Trilogie: makellos schöne Bilder treffen auf gnadenlos bösen Witz. Teresa ist 40 Jahre alt, alleinerziehende Mutter und nicht mehr besonders gut in Form – null Sexualleben, unaufgeregter Lebensabend, unselbstständige Kinder. Was ihr am meisten fehlt, ist für sie jedoch unerschwinglich: das Gefühl, begehrt zu werden. Ihre Sehnsucht nach Liebe und der Marktwert ihres Körpers driften proportional auseinander. Im Urlaub in Afrika möchte Teresa davon eine Auszeit nehmen. An den weißen Stränden Kenias sind die Männer zahlreich und die Angebote noch viel mehr. Als so genannte Supermamas genießen Teresas Freundinnen die Liebesdienste junger schwarzer Beachboys, die sich so ihren Lebensunterhalt verdienen. Bedrängt von eifrigen Männern wird auch Teresa unversehens zur Sextouristin. Hier spricht man eine neue Sprache der Liebe, die auch Teresa verstehen kann. Nur wird Teresa auf der Jagd danach selbst zum Opfer…

Ulrich Seidl – Paradies: Glaube FSK 16
DVD. 113 Min., Good Movies 2013 (erscheint Oktober) 19,99 EUR
Der zweite Teil von Ulrich Seidls „Paradies“-Trilogie, ausgezeichnet mit dem Spezialpreis der Jury beim Filmfestival in Venedig 2012. Anna Maria ist mit Leib und Seele Katholikin. Sie rutscht auf Knien betend durch die Wohnung, ihr Haus hat mehr Kruzifixe als eine Kirche und zur Strafe für fremde Sünden peitscht sie sich gern mal aus. Ihren Jesus nimmt Anna Maria sogar mit ins Bett und den Urlaub verbringt sie damit, eine Wandermutter-Gottes-Statue von Haus zu Haus zu tragen, um Einwanderer vom christlichen Paradies zu überzeugen und Österreich wieder katholisch zu machen. Eines Tages kehrt ihr Ehemann Nabil, ein im Rollstuhl sitzender Moslem, nach Jahren der Abwesenheit aus Ägypten zurück. Ein Kleinkrieg um Ehe und Religion beginnt. Ihr Glauben wird auf eine harte Probe gestellt. Denn die Sehnsucht nach körperlicher Nähe bringt Anna Maria und ihre fanatische Mission doch an ihre Grenzen…

Ulrich Seidl – Paradies: Hoffnung FSK 12
DVD, 91 Min., Good Movies 2013 (erscheint November) 19,99 EUR
Der dritte Teil von Ulrich Seidls „Paradies“-Trilogie. Melanie ist ein schönes, junges Mädchen mit einem entscheidenden Problem: sie ist übergewichtig. Während ihre Mutter in Kenia Urlaub macht und ihre Tante Anna Maria in christlicher Mission um die Häuser zieht, bereist Melanie ein anderes Universum: die Welt der Kalorientabletten und der Sporterziehung. Zwischen Wiesenwanderungen und nächtlichen Kissenschlachten werden ihre Ferien mit anderen Jugendlichen im Diätcamp zu einer Zeit der Freundschaft und der Liebe. Melanie verliebt sich in einen 40 Jahre älteren Arzt, den Leiter des Camps. Sie kämpft um ihn mit der Ausschließlichkeit der ersten Liebe und will ihn aller Unschuld verführen. Der Doktor begehrt Melanie und versucht, gegen die Schuld dieser Liebe anzukämpfen, weiß er doch um ihre Unmöglichkeit. Seidl zeigt sich hier von seiner versöhnlichsten und unberechenbarsten Seite. Eine Reifeprüfung mit großer Zartheit und ungewohnter Heiterkeit.

Ulrich Seidl – Paradies Trilogie Liebe Glaube Hoffnung – Die Box
3 DVDs, Good Movies 2013 (erscheint November) 39,99 EUR
Die Suche nach dem Paradies vereint in Ulrich Seidls Spielfilm-Trilogie drei Frauen, die auf ganz unterschiedliche Art versuchen, einem Ideal nahe zu kommen, das vielleicht nur eine Illusion ist: eine lebenslustige Sextouristin in Kenia in „Paradies: Liebe“, eine streng katholische Missionarin in „Paradies: Glaube“ und eine junge, unerfahrene Frau im Diätcamp in „Paradies: Hoffnung“. Seidl erzählt ihre Geschichten mit großer Realitätsnähe, mit schwarzem Humor und in präzisen Bildkompositionen – den berühmten „Seidl-Tableaus“. Die Filme sind so unterhaltsam wie verstörend und konfrontieren den Zuschauer in teils skurrilen, teils zarten, teils brutalen Szenen mit sich selbst. Dabei gelang Seidl ein einzigartiger Coup: Jeder Teil der Trilogie feierte seine Weltpremiere auf einem der bedeutendsten internationalen Filmfestivals – „Liebe“ in Cannes, „Glaube“ in Venedig und „Hoffnung“ in Berlin.

Tabu – Eine Geschichte von Liebe & Schuld FSK 0, ein Film von Miguel Gomes
DVD, 111 Min., Good Movies 2013 (erscheint Oktober) 19,99 EUR
Die gläubige Rentnerin Pilar verbringt ihre Zeit damit, Gutes zu tun und anderen zu helfen. So sorgt sie sich auch um ihre einsame Nachbarin Aurora, eine exzentrische achtzigjährige Dame. Während sich Pilar ihrem katholischen Glauben widmet, verspielt Aurora ihr letztes Geld im Casino und verdächtigt ihre kapverdische Haushälterin Santa, sie mit Voodoo zu verhexen. Als Aurora im Sterben liegt, sucht Pilar auf ihren Wunsch hin einen gewissen Gian Luca Ventura. Sie findet ihn im Altersheim, und wie sich herausstellt, verbindet ihn mit Aurora eine Geschichte, die fünfzig Jahre zurückliegt, in der Zeit kurz vor dem Ausbruch des portugiesischen Kolonialkrieges. Gian Lucas Geschichte bringt eine von Liebe und Leidenschaft erfüllte Welt zum Leben, die an die Magie der goldenen Stummfilm-Ära des Hollywood-Kinos erinnert. Er beginnt seine Erzählung mit den Worten: „Aurora hatte eine Farm in Afrika, am Fuße des Monte Tabu..“

Das Bauhaus in Kalkutta
Eine Begegnung kosmopolitischer Avantgarden

176 S., 119 Abb., Pb., Hatje Cantz 2013 (erscheint August) 29,80 EUR
Neu entdeckt: gesellschaftliche Parallelen, kulturelle Verwandtschaften und gemeinsame Visionen der westlichen Nachkriegsmoderne und des postkolonialen Indien. Die Bauhausausstellung in Kalkutta 1922 war im internationalen Kunstbetrieb ein einmaliges Ereignis – ein Aufeinandertreffen künstlerischer wie intellektueller Verwandtschaften. Die westliche Moderne, die nach dem Ersten Weltkrieg auf der Suche nach geistiger und künstlerischer Erneuerung war, traf auf ihr indisches Pendant, das sich von den kolonialen Zwängen kulturell emanzipiert hatte. Werke von Paul Klee, Lyonel Feininger und Johannes Itten sowie von weiteren Bauhauskünstlern wurden bei diesem ersten internationalen Auftritt des Bauhauses neben Arbeiten moderner indischer Künstler wie Nandalal Bose, Sunayani Devi sowie Abanindranath und Gagenendranath Tagore präsentiert. Die Publikation zeigt auf, wie es zu dieser außergewöhnlichen Begegnung kam und stellt die damalige Ausstellung als exemplarischen Fall für eine Kunstgeschichte vor, die, statt über westöstliche Transformationen zu berichten, über gemeinsame Visionen schreibt.

Barbara Lukoschek: Ethik der Befreiung
Engagierter Buddhismus und Befreiungstheologie im Dialog

280 S., Pb., Ferdinand Schöningh 2013 (erscheint Herbst) 39,90 EUR
Globale Herausforderungen wie das Armutsproblem und die Wirtschaftskrise stellen die Weltreligionen vor die Aufgabe, einen Beitrag zur Orientierung zu leisten, der in die Tiefe der religiösen Welt- und Selbstdeutung des Menschen hineinreicht. Welche Wege der Analyse und Bewältigung weisen das Christentum und der Buddhismus auf? Und wie können sie sich diese gegenseitig ergänzen und bereichern? Der vorliegende Band entschlüsselt mit schwerpunktmäßigem Bezug auf den Jesuiten Aloysius Pieris und den Theravada-Mönch P.A. Payutto die ethische und soteriologische Systematik hinter den Positionen der Befreiungstheologie und des hierzulande noch kaum bekannten Engagierten Buddhismus. Wirtschaftsethisch konkretisiert wird der komparative Ansatz durch den interdisziplinären Brückenschlag zu den Wirtschaftswissenschaftlern Franz Josef Hinkelammert und Karl-Heinz Brodbeck. Die dialogische Betrachtung eröffnet gewinnbringende Perspektiven hinsichtlich der komplementären Pole Weisheit (Gnosis) und Liebe (Agape) sowie Freiheit und Hingabe.

The Beauty of Buddha
96 S., 80 farbige Abb., geb., Hirmer 2013 (erscheint September) 34,90 EUR
Text in deutsch, englisch und chinesisch. Faszinierende sensible Aufnahmen birmanischer Buddha-Köpfe der Sammlung Sabine Meister. Fotografie im Dialog mit der Kunst des Fernen Ostens. Meditative Konzentration in Buchform. Das Schaffen von Buddha-Figuren hat eine lange Tradition und reicht über 2500 Jahre zurück. Stets stellen die Meisterwerke dabei ein Ideal des menschlichen Seins dar. Sich als Künstler einem solchen Thema zu widmen, ist daher eine besondere Herausforderung. Meint man in der archetypischen Darstellung Buddhas nichts Neues mehr zu sehen, so entdeckt man bei genauerer Betrachtung doch entscheidende Unterschiede. Die Publikation zeigt die umfassende Buddha-Sammlung Sabine Meister aus der Perspektive des Künstlers und Fotografen Hubertus Hamm – faszinierend inszeniert und mehr als nur Fotografie. Vielmehr begab er sich intensiv in einen Dialog mit den aus Birma stammenden Meisterwerken. Er reflektiert als Mensch und Künstler, schafft Bildräume und fotografische Antworten. Er öffnet den Raum, den diese Werke in ihrer Gültigkeit für jeden haben können. Dieser Bildband offenbart dem Betrachter nicht nur die Schönheit der Sammlung Sabine Meister, sondern ermöglicht auch den Zugang zu der gestaltgewordenen Geisteshaltung des Zen.

Siebold-Wissenschaftsstiftung (Hrsg.)
Geschichte und Geschichtsbilder in den Beziehungen Japan – Europa

140 S., Pb., Königshausen & Neumann 2013 (erscheint 3.Quartal) 19,80 EUR
Philipp Franz von Siebolds Einfluss bei der Wiedereröffnung Japans gegenüber dem Westen – Die Geschichtsschreibung und das erzählerische Geschichtsbild im japanischen Altertum – Romantisch-sentimentale und spekulative Geschichtsbilder in den historischen Spielen des klassischen Puppentheaters (Ningyo joruri – Bunraku) – Geschichtsbilder im wahrsten Sinne des Wortes: Historische Photographien aus dem Nachlass des Japan- und Siebold-Forschers Friedrich M. Trautz (1877 – 1952) – Von Die Geisha zu My Japanese Boy – Einige Anmerkungen zu einem Paradigmenwechsel in der westlichen Populärmusik über Japan – Kohabilation? Nein danke! Meji-Japan und seine Fremden

Kimsooja – Unfolding
224 S., 122 farbige Abb., geb., engl. Sprache
Hatje Cantz 2013 (erscheint Oktober) 39,80 EUR
Nachschlagewerk und retrospektiver Werkkatalog zu den Arbeiten von Kimsooja. Die südkoreanische Künstlerin Kimsooja (geboren 1957 in Taegu) sorgt mit ihren auf Video festgehaltenen Skulpturen, Aktionen, Performances und Interventionen sowie durch zahlreiche Einzelausstellungen weltweit für große Aufmerksamkeit. In ihren zwei- oder dreidimensionalen künstlerischen Arbeiten untersucht sie eine alltägliche Aktivität. Zentrales Element ihres Werks ist ein „Bottari“, ein Matratzen- oder Bettbezug, der auch als Reisebündel dient und dann Hab und Gut birgt und schützt. In Korea werden diese Bezüge traditionell selbst genäht – eine Frauenarbeit, die Generationen umspannt und Individuen zusammenführt. Farbenfrohe Seidenstoffe, Wäschewaschen oder Nähen sowie eine Reihe von symbolhaften Verkörperungen der Künstlerin, etwa ihre Rolle als „Needle Woman“, stehen im Zentrum von Kimsoojas Werk, in dem sie nicht zuletzt die weibliche Seite der Conditio humana reflektiert. Die Monografie stellt erstmals die bedeutendsten Arbeiten der Künstlerin aus den letzten 30 Jahren im Überblick vor.

Shifting Gravity – World Biennial Forum Nr. 1
256 S., 60 Abb., Pb., Hatje Cantz 2013 20,00 EUR
Die globale Bedeutung von Kunstbiennalen. Vorm ersten World Biennal Forum im südkoreanischen Gwangju inspiert. Die weltweite Zunahme an Biennalen während der letzten Jahrzehnte – vor allem in Asien – führt zur Verlagerung der Schwerpunkte zeitgenössischer Kunst und zeigt, dass die Zusammenhänge von künstlerischer Produktion, repräsentativen Institutionen und sozialen Netzwerken neu organisiert werden. Biennalen sind nicht nur ein Spiegel der aktuellen Kunst für Experten, sondern ziehen auch ein zunehmend größer werdendes allgemeines Publikum an. Diesen Veränderungen ging das erste World Biennial Forum nach, das von der Biennial Foundation initiiert und von der Gwangju Biennale Foundation in Südkorea ausgetragen wurde. Die Publikation enthält die Beiträge und Ergebnisse des Forums. Die Texte behandeln etwa Fragen zur Demokratie oder vorherrschender Ästhetik und thematisieren Begriffe wie „Weltbürgertum“. Darüber hinaus werden einzelne Modelle von Biennalen vorgestellt. Die Entstehung und Geschichte von Biennalen kommt ebenso zur Sprache wie das Verhältnis zwischen der Kunst und anderen Disziplinen. Eine Auswahl der vorgestellten Biennalen: Biennale of Sydney, Chabi Mela, Emergency Biennale, Istanbul Biennial, Mediacity Seoul, Shanghai Biennale, Taipei Biennial.

Warhol in China
312 S., 290 Abb., geb., Hatje Cantz 2013 (erscheint August) 39,80 EUR
Massenproduktion als künstlerisches Ausdrucksmittel – Warhol meets Made in China.
Als Andy Warhol 1982 über Hongkong nach Peking flog und seine Eindrücke in knappen Tagebuchnotizen und ausführlich fotografisch festhielt, sah er sich einer chinesischen Hauptstadt gegenüber, die kaum kommerzielle Einflüsse zeigte und kurz vor einer gewaltigen Wende stand. Warhol gelangen an diesem entscheidenden Wendepunkt Fotos, die heute neben ihrem künstlerischen auch einen dokumentarischen Wert haben. Nach den dramatischen Verwerfungen der Kulturrevolution konnte in dem streng überwachten und gleichgeschalteten Riesenreich erst nach Maos Tod 1976 mit der vorsichtigen Öffnung des Landes eine Kunstszene entstehen. Neue künstlerische Strategien und Materialien hielten Einzug, die Künstler der Gruppe The Stars, unter ihnen Ai Weiwei, verarbeiteten offensiv Einflüsse von Andy Warhol und anderen Protagonisten der Pop-Art in ihren Werken. Andy Warhols millionenfach vervielfältigter Siebdruck „Mao“ (1972) wurde für sie zum Ausgangspunkt einer kritischen künstlerischen Auseinandersetzung mit den Symbolen der kommunistischen Staatsführung.

Carolyn und Chris Caldicott: World Food Cafe – quick and easy
Vegetarische Gerichte aus aller Welt

200 S. , Fotos, geb., Freies Geistesleben 2013 (erscheint Oktober) 19,90 EUR
Vegetarisches Street Food aus aller Welt. Reisende soll man nicht aufhalten – besonders dann nicht, wenn es Carolyn und Chris Caldicott sind, denn sie bringen Rezepte aus der ganzen von ihren Reisen für uns mit. Nach ihrem Bestseller „World Food Cafe“ (192 S., 7.Auflage, geb., Freies Geistesleben) ist der neue Band eine köstliche Fundgrube an vegetarischen Street-Food-Rezepten, die leicht zubereitet werden können und die weite Welt ohne großen Aufwand, dafür aber mit garantiertem Gaumenkitzel nach Hause holen. Die ergänzenden Reiseanekdoten und –fotos sorgen für zusätzliche Würze. Ausgewählte vegetarische Rezepte und Reisegeschichten aus Bangladesh, Bhutan, Burma, Chile, Kuba, Japan, Laos, Lappland und Helsinki, Namibia, Syrien, Vietnam.

Jean-Philippe / Mido & Hando Yousouf: Vietnam. 120 Originalrezepte
213 S., 215 Farbfotos, Dorling Kindersley 2013 26,95 EUR
Eigenständig, aber geprägt durch chinesische, thailändische und indische Einflüsse und die kulinarische Raffinesse der einstigen Kolonialmacht Frankreich, gilt die vietnamesische Küche als feinste Südostasiens. Die Brüder Yousouf, Restaurantbesitzer in Paris, stellen 120 einfache und authentische Rezepte ihrer Heimat vor, von leichten Suppen, variantenreichen Gemüse-, Reis- und Nudelgerichten über Fleisch und Fisch mit pikantwürzigen Saucen bis zu süßen Desert und frischen Getränken.

Junot Diaz: und so verlierst du sie
224 S., Pb., S. Fischer 2013 (erscheint September) 16,99 EUR
Der literarische Superstar des Amerikas von Barack Obama. Junot Diaz` neue Stories schlugen ein wie eine Bombe und machten ihn endgültig zum literarischen Superstar – samt ausverkauften Lesungen und Fans, die Straßenaufläufe verursachten. Diaz` Held Yunior taumelt durch sein Leben zwischen Karibik und New Jersey, er liebt mit aller Kraft und wird im Klammergriff des Machismo doch immer wieder schwach. Ehrlich und sexy, zum Weinen und zum Totlachen.

Eduardo Galeano: Kinder Tage
416 S., geb., Peter Hammer Verlag 2013 24,00 EUR
Eduardo Galeano ist besessen von dem Wunsch, Geschichte zu erinnern. Und immer tut er dies auf besondere Art: In sprachlich eleganten Miniaturen, kaum mehr als eine halbe Seite lang, erzählt er von kuriosen, empörenden, bemerkenswerten Begebenheiten. Sie spielen auf allen Kontinenten und handeln von allerlei Dingen. Doch immer geraten sie zu einer Anklage all derer, die die Welt in ihrem Sinne zu lenken wussten. Und zur Bekundung iefempfundener Solidarität mit den Unterdrückten. Kinder der Tage ordnet seine 365 pointierten Geschichten an der Chronologie des Kalenders vom 1. Januar bis zum 31. Dezember, wobei jede Geschichte mit dem jeweiligen Datum in Verbindung steht. Springend durch die Jahrhunderte und fortschreitend durch das Jahr zeigt Eduardo Galeano das immerwährende Prinzip von Oben und Unten, Macht und Ohnmacht. Die Leichtigkeit und der feine Humor nehmen den Geschichten nie die Schärfe, machen sie aber zum großen Lesevergnügen. Eduardo Hughes Galeano, 1940 in Montevideo/Uruguay geboren, war Chefredakteur der Wochenzeitung Marcha, Herausgeber von EPOCA, der Zeitschrift der „unabhängigen Linken“ in Uruguay und Chefredakteur der Zeitschrift CRISIS in Buenos Aires. Ab 1976 lebte er im spanischen Exil. 1985, nach der Beendigung der Militärdiktatur in Uruguay, kehrte er nach Montevideo zurück. Für seine literarische Arbeit erhielt er u.a. den Preis der „Casa de las Americas“ und den „American Book Award“. Er ist Ehrendoktor der Universitäten La Paz, Havanna und Neuquén/Argentinien. Zuletzt erschien im Peter Hammer Verlag Fast eine Weltgeschichte.

Norbert Ahrens: Podewins Verfolgung
360 S., geb., KulturMaschinen 2013 (erscheint August) 29,90 EUR
Ende der achtziger Jahre begibt sich der Journalist Oliver Podewin auf eine Reise durch Lateinamerika. Seine Aufträge verschlagen ihn nach Chile, El Salvador und Kolumbien. Während der politisch engagierte Journalist seinem Beruf mit Herzblut nachgeht, begegnet er mehrfach einem Mann, auf dessen linkes Handgelenk ein Raubvogel mit einer Beute im Schnabel tätowiert ist, jedoch ohne dass es zu einem Gespräch kommen würde. Zugleich wird Podewin anonym gedroht, er solle sich nicht mit Angelegenheiten beschäftigen, die ihn nichts angehen – er ahnt, dass es sich bei dem Mann, den er immer wieder zufällig trifft, um denselben handelt, der ihn warnt. Aber Podewin lässt sich nicht verfolgen, sondern nimmt selbst die Spur dieses geheimnisvollen Mannes auf: Wolf-Dieter Heinrich, ein Landsmann. Die Erlebnisse des Journalisten in diesem Politthriller machen die in den meisten Ländern Lateinamerikas zu dieser Zeit bedrohliche Atmosphäre spürbar. Die Reichen, auf welchen Wegen auch immer sie sich ihren Wohlstand erwirtschaftet haben, besitzen die Macht und verteidigen sie mit allen Mitteln. Oliver Podewin erlebt Militäts, Paramilitärs und die Guerilla in ihren verschiedenen Ausprägungen, und trotz aller Versuche, seine Neutralität zu bewahren, wird er mit Gewalt, Hass und Terror von allen Seiten konfrontiert.

Juan Riquelme Lagos: Der Schatten des Nachbarn
360 S., geb., KulturMaschinen 2013 (erscheint August) 29,90 EUR
Der Chile-Roman zum vierzigsten Jahrestag des Putsches. Was macht eine Diktatur mit den Menschen, die in Angst leben müssen? Wie verändern sich die Menschen, wenn diese Angst alle Bereiche ihres Lebens durchdringt? Wie verschiebt sich das eigene Wertesystem durch diese Angst? Mit großer Sprachkraft und subtilem Humor zeichnet Juan Riquelme Lagos das Bild einer sich verändernden Gesellschaft. Lagos` Roman steht damit inhaltlich, aber auch künstlerisch, in einer Reihe mit den großen Romanen über Diktatur und individuelles Erleben. Seine Protagonisten sind keine Helden, keine klassischen Widerstandskämpfer, es sind Menschen von nebenan, die Unscheinbaren, die sich unter dem Druck von Polizeistaat und chilenischem Faschismus radikal verändern. Die Gesellschaft mutiert… Ein Jahr nach dem Putsch gegen Allende zieht Julian, ein junger linker Chilene, mit seiner Frau und der gemeinsamen kleinen Tochter in eine Straße, in der fast nur Angehörige der Luftwaffe wohnen. Kaum hat er sich dort eingelebt, taucht ein neuer Nachbar auf: ein Agent der Geheimpolizei Pinochets. Auf der Ehe des Protagonisten lasten die Umstände: Die Liebe geht verloren. Es entwickelt sich eine Affaire mit der Nichte des Nachbarn. Die achtzehnjährige Lily wird nicht nur Liebhaberin, sondern auch Komplizin waghalsiger poltischer Manöver…

Fuck the Forest – Ficken für den Regenwald
FSK 16 – Ein Dokumentar-Film von Michal Marczak

DVD, 86 Min., good movies 2013 (erscheint November) 19,99 EUR
Sex haben und damit die Welt retten – eine Gruppe junger Idealisten kämpft mit außergewöhnlichen Mitteln für einen gesunden Planeten und den Erhalt der Erde. Eine Bewegung für freie Körper und freie Natur abseits der üblichen Moralvorstellungen. In dem Film begleitet Regisseur Michal Marczak die wohl skurrilste NGO der Welt. Junge Frauen und Männer veröffentlichen erotische Fotos und selbst gedrehte Amateursexvideos gegen Bezahlung auf ihrer Website. Um mit dem Geld Umweltschutzprojekte zu unterstützen. Ein Wohltätigkeitskonzept, das nicht überall auf Verständnis stößt. Hippiekultur und Nächstenliebe stehen Pate für die ungewöhnliche Bewegung. Von Berlin bis in die tiefen Wälder des Amazonas begleitet der Film Danny, Leona und ihre Freunde auf ihrer Mission. Um mit den Einnahmen ein Stück Land zu kaufen, die Ureinwohner zu unterstützen und ihren Beitrag zur Weltrettung zu leisten. Doch die Ureinwohner haben sich die Sache anders vorgestellt…..

Brasilien ist Gastland der Frankfurter Buchmesse 2013

Kersten Knipp: Das ewige Versprechen – Eine Kulturgeschichte Brasiliens
320 S., Suhrkamp 11,99 EUR
Ob in Musik, Malerei, Mode oder Architektur – Brasilien war immer schon stilprägend. Kersten Knipp geht der vitalen Geschichte dieser Kultur nach, deren Ausdrucks- und Strahlkraft gewaltiger ist denn je. Was also ist Brasilien, und wer sind die Brasilianer? Wie wurde Brasilien zu einem solchen Erfolgsmodell? Welche Verheißungen und Ideale halten bis heute ein so vielgestaltetes Land zusammen? Anekdotenreich, in großen und kleinen Geschichten erzählt Kersten Knipp von einem Land, das sein „ewiges Versprechen“ einzulösen begonnen hat. Brasilien boomt. Lange als Land der Zukunft beschworen, muss man mit Blick auf heutige Verhältnisse sagen: Die Zukunft ist jetzt! Das ewige Versprechen wirft einen lebhaften Blick auf die schillernde und faszinierende Vielfalt der brasilianischen Kultur, von den Anfängen bis in die Gegenwart.

Rio de Janeiro – Eine literarische Einladung
144 S., geb., Wagenbach 2013 (erscheint August) 15,90 EUR

Euclides da Cunha: Krieg im Sertào
783 S., geb., Suhrkamp 29,95 EUR
Es ist das Jahr 1893, die Republik Brasilien ist gerade gegründet worden. Der Wanderprediger Antonio Conselheiro lässt sich mit seinen Anhängern, den Ärmsten der Armen, in der wüstentrockenen Sertào-Gegend nieder. Nach kurzer Zeit leben 30 000 Menschen in der Siedlung namens Canudos. Alkohol, Prostitution und Privatbesitz lehnen diese streng Gläubigen ab, die säkularen Staatsreformen ebenfalls, und die Regierung schickt darauf Truppen. Es beginnt ein langer, unerbittlicher Vernichtungsfeldzug gegen die Aufständischen, in dem es Sieger nicht geben kann. „Krieg im Sertào“ erzählt die Geschichte einer so unfassbaren wie folgenreichen Episode der neu gegründeten Republik Brasilien. Euclides da Cunhas unverstellter Blick für das Menschliche und das Schreckliche machen diesen journalistischen Augenzeugenbericht zu einem monumentalen Abenteuerroman und zu einer anthropologischen Studie von bleibender Gültigkeit.

Patrick Melo: Leichendieb
208 S. , Tropen / Klett Cotta 2013 18,95 EUR
Ein Päckchen Kokain liegt neben der Leiche eines jungen Mannes. Der Finder beschließt, es zu verkaufen, und verstrickt sich damit in eine Welt aus Betrug und Erpressung. Um zu überleben, muss er bald schon eine Menge Geld auftreiben. Mit einem perfiden Plan macht er sich an die schwerreichen Eltern der Leiche heran. Patricia Melos »Leichendieb« ist ein spannender Thriller, der den Leser die moralischen Bedenken eines Mannes nachempfinden lässt, dessen kriminelle Handlungen sich wie eine Lawine steigern. Patrícia Melo bietet nicht nur ein bestechend genaues Porträt der Rauschgift-Mafia in Lateinamerika, sondern auch den Beweis, dass es manchmal nur eines winzigen Auslösers bedarf, um das Leben eines Menschen aus der Bahn zu werfen: In jedem steckt der Keim für das Böse. Patrícia Melo geboren 1962 in São Paulo. Die Autorin und Dramaturgin schreibt Romane, Hörspiele und Drehbücher. Die »Times« kürte Patrícia Melo zur »führenden Schriftstellerin des Millenniums« in Lateinamerika. Außerdem wurde ihr der »Prix Deux Océans« verliehen. Patrícia Melo lebt in der Schweiz.

Daniel Galera: Flut
427 S., Suhrkamp 22,95 EUR
Sein Vater erschießt sich vor seinen Augen, und was ihm bleibt, sind der alte Schäferhund und eine vage Sehnsucht nach Läuterung. Er bricht auf in den Süden und mietet sich in einem kleinen Ort an der Küste ein. Er findet Arbeit als Sportlehrer, lernt eine Frau kennen, unternimmt lange Wanderungen mit dem Hund, schwimmt Stunden am Stück ins offene Meer hinaus. Vor allem aber versucht er ein Familiengeheimnis zu ergründen – sein Großvater hatte in der Gegend gelebt, bis er unter ungeklärten Umständen verschwand. Doch ein empfindliches Handicap erschwert ihm die Suche, eine neurologische Erkrankung, er kann Gesichter nicht wiedererkennen. Seine Nachforschungen jedenfalls scheinen die Anwohner aufzuschrecken, Gerüchte machen die Runde, wird er bedroht? Wem kann er trauen, wenn schon nicht sich selbst und seinen Wahrnehmungen? Allmählich begreift er, dass er das gleiche Schicksal wie sein Großvater zu erleiden droht. Und plötzlich steht ihm das Wasser bis zum Hals. Man liest diesen Roman, weil man nicht aufhört, ihn zu lesen. Mit lichter, hypnotischer Kraft erzählt „Flut“ die epische Geschichte einer Suche über drei Generationen, die an die Grenzen des Menschenmöglichen führt. Daniel Galera, geboren 1979, ist der maßgebliche Autor der jüngeren Literatur Brasiliens. „Flut“ stand monatelang auf den brasilianischen Bestsellerlisten.

Joao Ubaldo Ribeiro: Brasilien, Brasilien
730 S., geb., Suhrkamp 19,95 EUR
Joao Ubaldo Ribeiro, einer der populärsten Schriftsteller Brasiliens, breitet vor unseren Augen ein üppiges, gewaltiges Panorama aus. „Brasilien, Brasilien“ erzählt von Menschen, ihren Taten und Untaten, ihren Leidenschaften und Kalkülen und lässt all die Kräfte und Widersprüche dieses überbordenden Landes spürbar und anschaulich werden.

Mario de Andrade: Macunaima. Der Held ohne jeden Charakter
217 S., geb., Suhrkamp 17,95 EUR
Macunaima vom Stamm der Tapanhumas lebt faul und sorglos im brasilianischen Urwald. Doch als sein Amulett verloren geht, muss er seiner Sippe den Rücken kehren und ausgerechnet nach Sao Paulo, in die erstaunliche Millionenstadt, wo alles voller Maschinen ist. Der „Held ohne jeden Charakter“ gerät dort in Bordelle, Militärparaden und an die Polizei, er begegnet Hexen, Guerillas und menschenfressenden Industriemagnaten. Und bekommt, unbedarft, wie er ist, die aberwitzigen Sitten seiner Zeit am eigenen Leib zu spüren. Die vitale Vielstimmigkeit und die Zerrissenheit des Landes werden in diesem Meisterwerk von 1928 erstmals mit fulminanter Stimme gefeiert.

Jo Soares: Sherlock Holmes in Rio
318 S., Suhrkamp 9,99 EUR
Rio, Ende des 19.Jahrhunderts. Eine kostbare Stradivari ist verschwunden, das Geschenk des Kaisers an seine Geliebte. Sarah Bernhardt, die gerade ein glänzendes Gastspiel gibt, empfiehlt natürlich ihren Freund Sherlock Holmes für die Aufklärung des Falls. In Brasilien angekommen, stürzen sich Sherlock und Dr. Watson sogleich in die sinnlichen Freuden der Stadt. Als aber ein Serienmörder auftaucht, muss Sherlock feststellen, dass südlich des Äquators begangene Verbrechen nicht mit einem „Ganz einfach, Watson“ zu lösen sind.

Marcelo Ferroni: Anleitung zum Guerillakrieg
Ein Che-Guevara-Roman

227 S., Suhrkamp 14,99 EUR
Ein Guerillatrüppchen aus stümperhaften Rebellen, angeführt von Che Guevara – ein abgehalfterter Held, der bizarre Befehle erteilt und jeden Tag neue Verschrobenheiten entwickelt, anstatt die CIA-Agenten unschädlich zu machen und seinen großen Traum von der Revolution in Bolivien zu verwirklichen.

Josè Mauro de Vasconcelos: Joaninhas Augen
240 S., geb., Freies Geistesleben 2013 (erscheint August) 19,90 EUR
Einer der bekanntesten und meist gelesenen Autoren Brasiliens. Aufgewachsen im kargen Landstrich Sertao, flüchtet Chicao vor der Dürre in die Stadt und lernt die bezaubernde Joaninha kennen. Sein Leben ist ein stetiger Wechsel zwischen Reisen und der Rückkehr zu der Frau, die er liebt. Alles scheint sich zum Guten gewendet zu haben – bis er bei dem alten Malachias eine Prophezeiung hört, die sein Leben für immer verändern wird.

Zukunft und Erinnerung
Deutsche Kunst auf der Biennale in Sao Paulo 1951 – 2012

336 S., 200 Abb., geb., Hatje Cantz 2013 (erscheint September) 35,00 EUR
Die Geschichte der deutschen Beiträge auf der Biennale von Sao Paulo. Der italienisch-brasilianische Industrielle Cicillo Matarazzo gründete 1951 die Biennale in Sao Paulo, die zweitälteste Kunstschau ihrer Art. Das erklärte Vorbild war von Beginn an die Mutter aller Biennalen in Venedig. Wie dort suchen die teilnehmenden Länder die Künstler aus und senden sie auf eigene Kosten nach Brasilien. Die junge Bundesrepublik maß der Weltkunstausstellung im fernen Sao Paulo stets große Bedeutung bei. Seit 1977 war auch die DDR vertreten, wenngleich mit einem sehr viel bescheidenerem Auftritt. Das reich bebilderte Buch dokumentiert erstmals alle deutschen Beiträge zu den bislang 30 Biennalen und beleuchtet sie im Kontext der Nachkriegskunstgeschichte und der Kulturpolitik. Archivstudien in Sao Paulo, Berlin und Stuttgart förderten eine Fülle nie veröffentlichter Dokumente und Fotos zutage. Mehrere Essays schildern die Gründung und die Geschichte der Biennale, die eng mit dem Schicksal der brasilianischen Moderne verbunden ist.

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