Liste 6 der Buchneuheiten Avantgarde Trash Underground


Paul Werner: Polanski
320 S., Fotos, geb., Langen Müller 2013 (erscheint Juli) 22,99 EUR

Zu seinem 80.Geburtstag am 18.August 2013: Jeder seiner Filme ist ein Ereignis, von „Das Messer im Wasser“ (1962) über „Rosemaries Baby“ und „Chinatown“ bis zu „Der Gott des Gemetzels“. Für „Der Pianist“ erhielt er sogar den Oscar. Als Getriebener, geprägt von traumatischen Ereignissen von der Kindheit bis heute, erforschte er in seinen Filmen die menschlichen Abgründe. Polanskis Leben schwankt zwischen höchsten Auszeichnungen und Skandalen: Er ist seit Jahrzehnten Thema in der Presse. Paul Werner verbindet hier dieses kontroverse Leben und das Schaffen des Kultregisseurs zu einer faszinierenden Biografie.

Thomas Koebner: Roman Polanski. Der Blick des Verfolgten. Eine Biografie
280 S., Fotos,, geb., Reclam 2013 (erscheint im Juli) 24,95 EUR

Eine Würdigung des großen Regisseurs zum 80.Geburtstag am 18.August 2013. Biografie und Gesamtdarstellung seines Werks in einem. Filme von Roman Polanski haben selten ein Happy End, aber sie baden nicht in Lust an der Katastrophe. Irgendein Teufel steckt am Ende doch den Kopf aus der Hölle, das Böse fährt selbst in die Vampirkomödie mit dem ahnungslosen Professor Abronsius in die Welt hinaus, was Menschen angetan wird, das lässt sich nicht rückgängig machen. Die Konstellation von Verfolger und Verfolgten, Macht und Ohnmacht prägt alle großen Filme des Regisseurs, und eines bleibt immer gleich: Polanski sieht die Welt durch die Augen der Opfer, der Unschuldigen, der jedenfalls an den Katastrophen nicht schuldigen. Gerade weil Polanski seine eigenen Kindheitserfahrungen stark verfremdet, von Masken verhüllt in sein Werk hat einfließen lassen, rundet es sich doch aufs Ganze gesehen inzwischen zu einer Art „großen Konfession“. Kaum einem Künstler seiner Generation ist so viel Ruhm und Glück zuteil – und keinem sind in seinem Leben so tiefe Wunden geschlagen worden. Die große Biografie zum 80.Geburtstag nimmt die wechselvolle Lebenserfahrung und das vielgestaltige Werk zusammen in seinen Blick und lässt es sich wechselseitig erklären.

Peter Nau: Irgendwo in Berlin – Ostwestlicher Filmdivan
96 S., Pb., Verbrecher Verlag 2013 (erscheint im Juli) 12,00 EUR

Der große Filmkritiker Peter Nau schreibt über Berlinfilme – und damit über die Stadt, über ihr Antlitz im Film und über ihre Veränderung. Er beschreibt das bei Film aus Ost und West, und so auch wie dich Stadtteile sich selber sahen und wie sie sich gegenseitig. Der Band schließt mit dem Aufsatz über „Das Altern des Jungen Deutschen Films“.

Dietmar Dath & Swantje Karich: Lichtmächte
Kino – Museum – Galerie – Öffentlichkeit
256 S., Pb., diaphanes 2013 (erscheint September) 19,95 EUR

Ein Crashkurs in visueller Mündigkeit. Bilder, wohin man schaut – an der Wand wie in der Hand. Das Visuelle ist in Bewegung: Zwischen Massen-, Sammler- oder Bildungsgut verschieben sich die Grenzen. Das Kino lernt mit digitalen Produktions- und Verbreitungsbedingungen zu leben. Die Bildende Kunst sieht ihren Anspruch auf Autonomie von ökonomischen, ästhetischen und politischen Schocks erschüttert. Die gängige Kritik daran hat viele Namen: „Simulation“, „Kulturindustrie“, „Spektakel“. Wer so redet, spaltet die Welt: Auf der einen Seite stehen die Bilder, auf der anderen die kritischen Köpfe. Aber kritische Unschuld gibt es nicht. Wer das leugnet, versperrt den Weg zur visuellen Mündigkeit. Gerade aber sie kann andere Bilder denken als die herrschenden. Mal essayistisch, mal in Dialogform steckt „Lichtmächte“ entlang von Filmkritik, Kunstkritik, Kunstgeschichte und politischer Analyse die Probierfelder für ein aufmerksames, neues Sehen ab. „Gesellschaft ist, wenn Leute wissen, wie man anderen beim Schauen zuschaut“.

Tanja Langer: Der Maler Munch
224 S., mit Bildtafeln, geb., Langen Müller 2013 (erscheint Juli) 18,00 EUR

Eine literarische Biografie zum 150.Geburtstag von Edvard Munch im Dezember 2013. Es sind die Extreme, denen sich der große Maler Edvard Munch Zeit seines Lebens ausgesetzt hat. Tanja Langer schreibt hier keine klassische Biografie, sondern eine literarische Annäherung, ausgehend von seinen Bildern. Entstanden ist das spannende Portrait eines Menschen, der sich getrieben fühlte, sich selbst in eine Nervenheilanstalt einwies, grandiose Kunstwerke schuf und heute von der jungen Künstlergeneration wiederentdeckt wird. Die intensive Hassliebe zu Tulla Larsen, die Auseinandersetzung mit Fotografie, Munchs Ringen um Freiheit und Unabhängigkeit als Künstler, seine rastlosen Reisen von Paris, Berlin, Warnemünde über Kopenhagen bis Ekely – man wird Munchs Bilder mit ganz anderen Augen sehen.

Hans Dieter Huber: Edvard Munch. Tanz des Lebens. Eine Biografie
260 S., Abb., geb., Reclam 2013 (erscheint im November) 22,95 EUR

Edvard Munch war seiner Zeit weit voraus. Während er zu Lebzeiten mit seinen Gemälden Stürme der Entrüstung entfesselte, strömen die Menschen heute in seine Ausstellungen, werden Werke für Millionenbeträge international gehandelt. Der norwegische Künstler brach mit vielen tradierten Regeln der Malerei und malte nicht nur, was er erlebte, fühlte und erlitt, sondern entwickelte seine Gemälde sehr geplant und genau. Damit beeinflusste er vorauswirkend die Kunst des 20.Jahrhundert. Hans Dieter Huber wirft in dieser Monographie Schlaglichter auf den sprichwörtlich modernen Künstler Munch: Das Leben selbst, die Freunde und die Medien sind die Koordinaten, die für die Bestimmung des Menschen und Künstlers Munch entscheidend sind. „Eine Biografie über Edvard Munch zu schreiben, ist wie eine Bildinterpretation. Die Lebenswelt des Malers wird neu interpretiert“, sagt Hans Dieter Huber.

Olaf Peters: Otto Dix. Der unerschrockene Blick. Eine Biografie
260 S., Abb., geb., Reclam 2013 (erscheint September) 22,95 EUR

Otto Dix (1891 – 1969) prägte wie kaum ein anderer Maler das Gesicht der Weimarer Republik. Seine Bilder der Neuen Sachlichkeit wirken wie Ikonen einer so schillernden wie bedrückenden Zeit. Im Nationalsozialismus als „entartet“ geächtet, lebte er zurückgezogen am Bodensee und wandte sich unverfänglichen, z.T. christlichen Themen und der Landschaft zu. Nach 1945 setzte er seine Karriere trotz der vorherrschenden Abstraktion fort, erfuhr in beiden deutschen Staaten Anerkennung, ließ sich aber von keiner Strömung und Kulturpolitik vereinnahmen. Eine neue, kompakte Darstellung von Leben und Werk des Künstlers ist längst überfällig, gibt es doch seit Anfang der 90er Jahre keine neue, dem Forschungsstand berücksichtigende Gesamtdarstellung in dieser Form mehr. Olaf Peters verarbeitet zeitgenössische Quellen und Publikationen sowie den privaten Nachlass des Künstlers. Er stellt die Dix-Rezeption und die künstlerischen Strategien des Malers dar und ihm gelingt eine neue Analyse von Hauptwerken. Das Ergebnis ist eine fundierte, epochenübergreifende Gesamtdarstellung des von Brüchen gekennzeichneten Lebenswerks.

Karla Bilang: Frauen im „STURM“. Künstlerinnen der Moderne
220 S., zahlr. Abb., geb., Aviva 2013 (erscheint August) 19,90 EUR

Seit 1910 machte die legendäre Zeitschrift DER STURM von Herwarth Walden Berlin zu einem Zentrum der internationalen Avantgarde. Ab 1912 zeigte Walden die STURM-Ausstellungen in Berlin und in vielen europäischen Städten. Am 20.September 1913 eröffnete er den Ersten Deutschen Herbstsalon, an dem zahlreiche Künstlerinnen und Künstler teilnahmen. Der STURM verstand sich als Sammelbecken und Netzwerk der Moderne vom Expressionismus bis zur konstruktiven Kunst und zum Bauhaus-Design. In der Zeitschrift waren neben Grafik und Malerei auch Bühnenbilder und Figurinen des avantgardistischen Theaters, Künstlermanifeste und –essays vertreten. War die klassische Moderne eine männliche Erfindung, wie ein Blick in die Kunstgeschichtsschreibung glauben macht? Nach den Ausstellungen und den Publikationen des STURM waren am Durchbruch der Moderne wesentlich mehr Künstlerinnen beteiligt, als heute bekannt ist. Karla Bilang portraitiert die wichtigsten berühmten und wiederzuentdeckenden Künstlerinnen aus dem STURM und zeigt ein Panorama der weiblichen Avantgarde von Den Haag bis Stockholm, von Moskau bis Paris, von München bis New York, von Warschau bis Weimar, von Belgrad bis Berlin.

Das Hannover des Kurt Schwitters
48 S., Pb., zahlr. Abb., Edition A B Fischer 2013 (erscheint September) 12,00 EUR

Kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs zeigte der in Hannover geborene und lebende Werbegrafiker Kurt Schwitters in der Galerie „Der Sturm“ erste Bilder einer von ihm ins Leben gerufenen Kunstrichtung. Im Streit mit den Dadaisten der Hauptstadt hatte deren Wortführer Richard Huelsenbeck Schwitters als den „Caspar David Friedrich der dadaistischen Revolution“ bezeichnet. Doch der hatte sich durch eine so abwertende Äußerung nicht von seinem Konzept abbringen lassen und seine Idee weiterentwickelt. In einer seiner neuesten Collagen aus diversen Fundstücken hatte Schwitters auch den Fetzen eines Schriftstücks verklebt, auf dem das Wort „Kommerz“ gestanden hatte. Nun wurde die zweite Silbe nicht nur zum Teil eines Kunstwerks, sondern zum Namensgeber eines „dadaistischen Gesamtweltbildes“: MERZ. Schwitters stand in den kommenden Jahren für moderne graphische Entwürfe, die er vor allem für heimische Unternehmen wie die Keksfabrik Bahlsen oder für Pelikan-Tinte ausführte. Durch seine künstlerische Arbeit, die er parallel zum Broterwerb betrieb, gelangte er selbst bald zu internationalem Ruf, wie die Firmen seiner Heimatstadt. In einschlägigen Werken zur Kunstgeschichte der 1920er Jahre wird die Stadt Hannover vor allem durch Kurt Schwitters Wirken in einer Reihe mit den Zentren der dadaistischen Bewegung in Zürich, Berlin und Paris genannt. Hier in Hannover klebte eines Tages ein Plakat mit Schwitters wohl bekanntestem Gedicht „An Anna Blume“ an den Litfaßsäulen und sorgte für öffentliche Diskussionen. Hier entstand in seinem Atelier MERZbau, eine begehbare Skulptur, die über Jahre weiter ausgebaut wurde und schließlich durch mehrere Räume der Wohnung der Familie wucherte. Und hier hatte Kurt Schwitters seine eigenen literarischen Werke in Varietes und vor Publikum in seinem Atelier vorgetragen. Unter zunehmenden Druck ging er im Jahr 1937 ins Exil, denn die Nationalsozialisten hatten seine Kunst als „entartet“ geächtet. Zunächst lebte er in Norwegen, später in England, wo er 1948 verarmt starb. Seine Wohnung und der darin enthaltende MERZbau sind noch im Krieg zerstört worden, doch in Hannover sind noch zahlreiche Orte mit seinem Namen verbunden, die hier in Wort und Bild vorgestellt werden sollen.

Kai Schlüter (Hg.):
Günter Grass: Das Milch-Märchen – Frühe Werbearbeiten
48 S., mit DVD, geb., Ch. Links Verlag 2013 (erscheint Oktober) 49,90 EUR

Neu zu entdecken: Günter Grass als Werbetexter. 1952 treffen sich zwei deutsche Kunststudenten zufällig in Paris: Günter Grass und Karl Oppermann. In Berlin sehen sie sich wieder und studieren gemeinsam an der Hochschule für bildende Künste. Sie zeichnen und malen, Grass bildhauert. Beide schreiben Gedichte. Sie tauschen sich aus, werden Freunde. Als Oppermann 1955 Reklamechef der Meierei C. Bolle wird, beschäftigt er Grass als Werbetexter. Der ist mittellos, ohne Brotberuf und muss eine Familie ernähren. Grass textet eine Broschüre zum 75.Firmenjubiläum, schreibt das Treatment für einen Kinowerbespot und weitere Milchwerbung, die allerdings unveröffentlicht bleibt. Kai Schlüter trägt die veröffentlichten und unveröffentlichten Werbetexte von Grass zusammen, in denen dessen Talent schon aufblitzt. Die Arbeiten dokumentieren die Lebenssituation des Studenten in den 1950er Jahren; in einem beigefügten Interview erinnert sich Grass an die Zeit. Auf der DVD der historische Kinowerbefilm, Interviews und Lesungen von Grass.

Christiane Rösinger: Berlin – Baku
Meine Reise zum Eurovision Song Contest
224 S., geb., Fischer 2013 16,99 EUR

Christiane Rösinger, Liedermacherin und kritische Anhängerin des Eurovision Song Contest, fährt im Mai 2012 von Berlin nach Baku. Ohne Orientierungssinn und geographische Kenntnisse, aber mit einer seelenstarken Mitmusikerin und einem auf dem Gebrauchtwagenmarkt eilig erworbenen Fahrzeug. Sie begegnet bulgarischen Männern, die ihr Leben lang auf Ziegen starren, harrt aus im »einsamsten Frühstückssaal der Welt« und überschreitet in der Türkei die Cappuccinogrenze. Sie lernt, professionelle Auslandsdeutsche von Deutschen im Ausland zu unterscheiden, wird in Tiflis zum Bestandteil der Deutschen Woche und tritt endlich, nach 4800 staubigen Kilometern, auch in Aserbaidschan auf – weit weg vom offiziellen Sponsorenspektakel.

Fritz Egner: Mein Leben zwischen Rhythm & Blues
280 S., geb., mit Abb., Langen Müller 2013 (erscheint September) 22,99 EUR

Eine persönliche Reise durch vier Jahrzehnte Musikgeschichte. Er besitzt über 20.000 CDs und 25.000 Platten. Seit vier Jahrzehnten Fritz Egner auf Du und Du mit den Größten der Musikgeschichte. Angefangen hat alles mit einem Job als Studiotechniker bei AFN, der den Musikgeschmack einer ganzen Generation prägte. Bei Warner Brothers lernte er das Business hinter den Kulissen kennen. Und er traf sie alle, Stars wie James Brown, Prince, Diana Ross, Lionel Richie… Nun schreibt Fritz über „seine Musik“ – zum ersten Mal und mit der mitreißenden Begeisterung, für die seine Fans ihn lieben. Egner ist bekannt als Radio- und Fernsehmoderator. Mit „Fritz & Hits“ oder „Pop nach 8“ ist er einer der Stimmen Bayerns. Für ARD, ZDF und Sat.1 präsentierte er unvergessliche Sendungen wie „Dingsda“ oder „Die versteckte Kamera“.

Peter Hook: Unknown Pleasures
Die Joy-Division-Story
320 S., geb., Metrolit 2013 21,99 EUR

Der Autor war Bassist der Band Joy Division und veröffentlicht nach dreißig Jahren nun deren tragische Geschichte. Sie galten als eine der essentiellsten Post-Punk-Bands. Der 23jährige Sänger der Band, Ian Curtis, hatte sich 1980 das Leben genommen. Der Rest der Band machte weiter als New Order. Die beiden einzigen Studioalben von Joy Division haben die Popmusik bis heute geprägt. Zwei Filme gibt es inzwischen über die Band. Immer noch laufen die großen Songs wie „Love will tear us apeart“ oder „Transmission“. Peter Hook, der mit den anderen Bandmitgliedern später als „New Order“ weitermachte, schreibt authentisch über die damalige Zeit und das lohnt auch heute noch zu lesen.

Peter Kemper: The Beatles
220 S., Universal-Bibliothek Reclam 2013 (erscheint Juli) 5,00 EUR

Acht Jahre genügten, um Popgeschichte zu schreiben: 1962 feierten die vier Pilzköpfe aus Liverpool mit „Love me do“ ihren ersten großen Erfolg, 1970 hatten sie sich derartig zerstritten, dass die wohl einflussreichste Band der Popgeschichte sich auflöste. Die unvergessliche Zeit dazwischen erweckt Peter Kemper zu neuem Leben. Ergänzt wurde der Band für diese zweite Auflage u.a. um Forschungen zur Frühzeit in Liverpool und Hamburg oder die Rolle Yoko Onos – etwa bei missglückten Reunion-Versuchen. Das (auch posthume) musikalische Nachleben jedes einzelnen der Fab Four wird bis in die Gegenwart nachgezeichnet.

John Taylor: Gefährlich gute Grooves – Liebe, Tod & Duran Duran
416 S., zahlreiche Privatfotos von John Tayler, geb., Hannibal 2013 29,99 EUR

Für seine Band Duran Duran hat John Taylor einige der größten Songs unserer Zeit geschrieben, von der Disko-Debüt-Single „Planet Earth“ über die Musik für den „James Bond“-Film „Im Angesicht des Todes“ und den Klassiker „Wild Boys“ bis zu ihrem letzten Nr.-1-Album „All You Need is Now“. Duran Duran haben immer schon Musik gemacht, die direkt in die Beine geht. Dabei gehören die Stars des New Wave zu den Protagonisten der „New Romantic“-Welle Anfang der 1980er Jahre. John Taylor wurde in den Leserumfragen der Teeniemagazine auf der ganzen Welt in den 1980er-Jahren zum „Sexiest Male Popstar Alive“ gewählt.Zum ersten Mal erzählt John Taylor selbst die unglaubliche Geschichte seiner Band, die Geschichte von Träumen, die wahr wurden, aber auch von Alkohol, Drogen und den vielen Schattenseite des Show-Business. Als schüchterner kleiner Junge war er nicht gerade prädestiniert für eine Karriere als Popstar und geriet sogar in Panik, wenn Mädchen in seiner Nähe auftauchten. Aber als Nigel John Taylor seinen ersten Vornamen wegließ, zur Bassgitarre griff und mit seinem Freund Nick Rhodes die Band Duran Duran aufbaute, da änderte sich sein Leben gewaltig. Roger Taylor, dann Andy Taylor (beide nicht mit ihm verwandt) und zuletzt Sänger Simon Le Bon vervollständigten die Band. Gemeinsam erlebten sie eine atemberaubende Erfolgsgeschichte, und Poster mit ihren Fotos hingen plötzlich in den Zimmern von Millionen Teenies weltweit. John Taylor ist Bassist und Gründungsmitglied von Duran Duran. Bis heute hat die Band mehr als 80 Millionen Tonträger verkauft und wurde dafür mit sechs „Lifetime Achievement Awards“ belohnt, darunter BRIT- und MTV-Awards. Ihr aktuelles Album „All You Need is Now“ notierte in 15 Ländern auf Platz 1. John Taylor spielte dazu u.a. mit Musikern von Chic, den Sex Pistols und Guns N‘ Roses. Er lebt mit seiner Frau und den drei Kindern abwechselnd in Wiltshire/England und Los Angeles.

Micha-El Goehre: Höllenglöcken
280 S., Pb., Satyr Verlag 2013 (erscheint August) 14,90 EUR

Mit „Jungsmusik“ (Satyr Verlag 2011, 14,90 EUR), dem ersten Band der Trilogie um eine Clique Heavy-Metal-Fans, landete Goehre einen bei Publikum und Musikpresse viel beachteten Hit. Nun folgt Band 2, mit der die Coming-of-Age-Saga in die nächste Runde geht. Torben macht seiner Freundin aus Versehen einen Heiratsantrag. Doch ein echter Metaller macht keine Rückzieher. Bloß: Wie feiert man eine Metal-Hochzeit? Ist kirchliches Heiraten true? Und wohin fährt man in die Flitterwochen? Auf ein Festival? Während sich der Rest der Clique mit eigenen Problemen herumschlägt und der sympathisch-tumbe Sven seinen ersten Zombiefilm plant, schlägt das fiese Monster Schicksal härter zu als der Drummer von Cannibal Corpse, und die Clique muss sich der Erkenntnis stellen, dass Höllenglocken nicht nur bei AC/DC erklingen…

Thomas Meinecke: Analog – Kolumnen
120 S., Pb., Verbrecher Verlag 2013 (erscheint Oktober) 14,00 EUR

Thomas Meinecke erzählt von seinem Dasein als DJ, der Entstehung von Plattensammlungen, ersten Erfahrungen mit dem, was angesagt ist, und natürlich von Musik: über Musiker und Musikerinnen, Platten und Labels, Clubs und ein Lebensgefühl. Meinecke schildert, wie Techno und House die Menschen in London, Berlin, Schmalkalden, Bahia oder New York miteinander verbinden. „Analog“ versammelt die Kolumnen Meineckes aus dem Magazin Groove der Jahre 2007 bis 2013. Jeder Kolumne ist eine farbige Zeichnung von Michaela Malian zur Seite gestellt. Meinecke ist Schriftsteller, Musiker und DJ und 1980 Begründer der Band F.S.K. (Freiwillige Soziale Selbstkontrolle), die bis heute in fast gleicher Besetzung auftritt. Er hat zahlreiche Romane, Erzählungen und Hörspiele veröffentlicht und dafür zahlreiche Preise erhalten.

Susanne Gretter (Hg.): Berlin bei Nacht. Neue Geschichten
264 S., Suhrkamp 2013 7,99 EUR

Durch den Kiez schleicht Nacht für Nacht ein weißer Fuchs. Ein Flaneur spaziert mit einem Müllbeutel in der Hand durch Mitte. Ein Nachtschwärmer sucht vergeblich nach den altvertrauten Orten. Jemand nimmt ein nächtliches Bad in der Spree. Ein anderer wirft einen Blick aus dem Fenster auf das Treiben in der Kastanienallee. In Friedrichshain heißt es: Schlange stehen, um ins Berghain zu gehen. Am Türsteher vorbei. Am Spreeufer setzt die Party-Taliban ihre Waffe ein: dröhnende Musik. Zwei D-Janes flirten mit dem Publikum. Flüchtige Glücksmomente. Tanzflächenglück. Eine Freundschaft schließen, die es ans Tageslicht schafft. Beim Spätkauf die Nacht ausklingen lassen. Und mit den Frühschichtlern in der S-Bahn sitzen. Berlin bei Nacht hat viele Gesichter. Ist nicht nur Kulisse, Bühne, Laufsteg, Tanz- oder Projektionsfläche, sondern verführerische und schmeichelnde Animateurin. Berlin und die Nacht, das beste Duo aller Zeiten. Davon erzählen neue Geschichten hellwacher Autorinnen und Autoren, Szenegänger und Kenner dieser Stadt. Mit Erzählungen von Imran Ayata, Bernd Begemann, Nora Bossong, Ann Cotten, Jens Friebe, Annett Gröschner, Anna Katharina Hahn, Gregor Hens, Dirk Knipphals, Bernadette La Hengst, Inka Parei, Angela Richter, Kathrin Schmidt, Claudius Seidl, Robert Stadlober, Jörg Sundermeier, Jenni Zylka und anderen.

Inger-Maria Mahlke: Rechnung offen
288 S., geb., Berlin Verlag 2013 19,99 EUR

»Inger-Maria Mahlke erzählt ebenso unbarmherzig wie liebevoll.« Thomas Hettche
Ein Panoptikum prekärer Existenzen bevölkert das Mietshaus im jüngst aufstrebenden Neukölln, und jeder hat hier eine Rechnung offen – mit den anderen, sich selbst und dem Leben: In ihrem neuen Roman erschafft die vielfach ausgezeichnete Autorin Inger-Maria Mahlke eine abgründige, denkwürdige Welt. Mit präzisem Blick für Feinheiten und Zwischenräume und großem Witz seziert sie eine Gesellschaft vor den tiefgreifenden Veränderungen unserer Zeit. Berlin-Neukölln: Dass der kaufsüchtige Claas Jansen eine leerstehende Wohnung im eigenen Mietshaus beziehen muss, hat weit mehr Gründe als die Bankenkrise. Und nicht nur er sieht sein früheres Leben in einem rasanten Abwärtsstrudel verschwinden. Am Scheidepunkt zwischen Kiezwirklichkeit und hipper Großstadt geht es um nicht minder Existenzielles. Jeder hat hier eine Rechnung offen: die afrikanischen Dealer, die ihre Schlepperkosten abarbeiten, die alzheimerkranke Alte und der Hochstapler, die Kurzzeit-Domina, ihr achtjähriger Sohn und andere Gestalten – eine globalisierte Notgemeinschaft. Sensibel, radikal und mit ganz eigenem Ton entwirft Inger-Maria Mahlke weit mehr als ein diagnostisches Zeitbild – eine große Parabel über die Abgründe des Lebens am Rande unserer gentrifizierten Welt. Inger-Maria Mahlke, geboren 1977 in Hamburg, wuchs in Lübeck auf, studierte Rechtswissenschaften an der FU Berlin und arbeitete am Lehrstuhl für Kriminologie. Preisträgerin des 17. Open Mike 2009 sowie des ersten Debütpreises des HarbourFront-Literaturfestivals 2010 für ihren Roman »Silberfischchen«. 2012 Ernst-Willner-Preis bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt. Sie lebt in Berlin.

Klaus Beer: Route 66. Die Legende lebt
152 S., 139 Fotos, zwei farbige Karten, terra magica 2013
mit DVD-Farbfilm (92 Min.) und Top-Song „Get your Kicks on Route 66“
Der Bestseller in einer neuen Auflage erscheint September 19,99 EUR

Eine Hommage an die alte USA, gespickt mit großartigen Fotos. Klaus Beer hat mehrmals die 2448 Meilen von Chicago nach Los Angeles – quer durch drei Zeitzonen und acht Bundesstaaten – bereist, um den Mythos der legendären Route 66 aufzuspüren. In seinen Bildern fängt er aber nicht nur die Easy-Rider-Romantik mit alten Zapfsäulen und Blechschildern, Harley-Davidsons und Straßenkreuzern mit Heckflossen ein, sondern auch typisch amerikanische Szenerien: Die Häuserschluchten von Chicago, den Grand Canyon, Westerntowns und Indiandersiedlungen, Wüste und Naturwunder.

Christoph W. Bauer: In einer Bar unter dem Meer
220 S., geb., Haymon Verlag 2013 (erscheint August) 19,90 EUR

Erzählungen krachend wie ein Punksong, sanft wie ein Blick aufs Meer. Der Dichter mit dem Schlapphut, der Lehrer mit dem pissgelben Fahrrad, der Künstler in der pikanten Pose – die Figuren in diesen Erzählungen mögen auf den ersten Blick verschroben wirken. Dabei sind sie vertrauter, als einem lieb ist: Sie trauern verpassten Chancen nach, verrennen sich in Träume, sind unglücklich in ihren Berufen, sprechen von Treue und wandern von einem Bett ins andere, geben sich kühl und erfahren, im nächsten Moment innig und schmachtend. Temporeich und direkt sind Bauers Geschichten, und oft von einer bestechenden Komik. Sie sprechen an, was wir alle kennen: Einsamkeit, Sehnsucht, Liebe und Verlust. Und sind erzählt mit allen Instrumenten der Fantasie, des Punks und der Poesie.

Texte zur Theorie des Pop
400 S., Universal-Bibliothek Reclam 2013 (erscheint September) 8,80 EUR

Die Anthologie versammelt kanonische wissenschaftliche Texte der vergangenen 50 Jahre sowie journalistische Beiträge und theoretische Reflexionen von Pop-Akteuren selbst. Sie bietet einen Überblick über zentrale Positionen der internationalen und interdisziplinären Poptheorie: exemplarische Beispiele aus Deutschland, Großbritannien, Italien und den USA ebenso wie unterschiedlicher Fachdisziplinen. Die Anordnung der ausgewählten Texte folgt der Chronologie ihrer Erstveröffentlichung, um historische Entwicklungen nachvollziehbar zu machen. Knappe Einführungen in die einzelnen Texte zeigen zentrale Aspekte auf, ordnen sie in ihre Entstehungskontexte ein und verweisen auf Diskussionszusammenhänge und Rezeptionslinien.

Joachim Bessing: Untitled
304 S., geb., Kiepenheuer & Witsch 2013 19,99 EUR

Die Liebe in den Zeiten moderner Kommunikationstechnologie. Er ist Leiter des Stilressorts einer großen deutschen Wochenzeitung, sie eine Philosophin. Bei einem gemeinsamen Bekannten begegnen sie sich am Bücherregal, entdecken ihre gemeinsame Liebe zum antiken Philosophen Plotin – und dann ist nichts mehr, wie es war, nur sie leider immer noch verheiratet.Joachim Bessing schreibt in seinem zweiten Roman über die Liebe. Wie man da reingerät, was einen dort hält, warum man nicht mehr rauskommt. Sein Held, der all der Schauen, Events und Reiserei längst überdrüssig ist, will eigentlich endlich seinen Roman mit dem Titel »Der Mann, der bei der Welt am Sonntag Joachim Bessing war« zu Ende schreiben. Stattdessen stürzt er sich in die größte Liebe seines Lebens, die aber fast ausschließlich in E-Mails, SMS und Bildnachrichten stattfindet. Intensiver geht es kaum, komplizierter mit Sicherheit nicht, denn sie liebt ihn auch, will aber auf keinen Fall ihren Mann verlassen. Und so entwickelt sich der Reiz des Geheimnisses schnell zum Fluch. Mit diesem Roman ist Joachim Bessing ganz nah dran an der Gegenwart. Wie körperlich kann und muss Liebe noch sein, wie innig kann man sich mitteilen, wie nah kann man sich kommen? »Untitled« zeigt, wie es geht und trotzdem nicht klappt. Joachim Bessing, geboren am 26. Juni 1971, Autor mehrerer Bücher. »Untitled« ist sein zweiter Roman. Er lebt in Addis Abeba.

Selim Özdogan: DZ
344 S., geb., Haymon Verlag 2013 (erscheint August) 22,90 EUR

Die Geschichte zweier Brüder, eine Geschichte zweier Welten. Um seiner Mutter ihren letzten Wunsch zu erfüllen, macht sich Ziggy auf die Suche nach seinem Bruder Damian. Vor Jahren hat Damian Europa mit seinen strikten Gesetzen und Überwachungssystemen verlassen und eine Heimat in der DZ gefunden, einem Land, das unter der tropischen Sonne Südostasiens ein Leben in Freiheit und grenzenlosen Zugang zu Drogen verspricht. Während Ziggy in eine Welt von Chatrooms und Onlinecommunities einer modernen Drogenszene eintaucht, um dort eine Spur von Damian zu finden, stößt sein Bruder in der DZ auf eine neuartige Substanz, die den Geist für ungekannte Wahrnehmungen und Einsichten öffnet. Rasch erkennt Damian die Macht und die Gefährlichkeit dieser Substanz und beschließt, in den Untergrund abzutauchen. In seinem großen neuen Roman erzählt Selim Özdogan von der schönen neuen Drogenwelt des Internets, der Suche nach dem Glück und brüchigen Utopien. Er nimmt seine Leser mit auf eine atemberaubende Reise, die hinter unsere Horizonte führt.

Mariola Brillowska: Hausverbot
320 S., geb., Langen Müller 2013 (erscheint Juli) 19,99 EUR

Poesie meets Trash: Ein radikales Romandebüt. Überall, wo Lola erscheint, bekommt sie Hausverbot. 1981 verlässt die Zwanzigjährige ihre Heimat Polen , landet in Hamburg, bewohnt leerstehende Häuser, wird Ladendiebin und zettelt Schlägereien in Clubs an. Hausverbot. Nächste Tür. Auch die Kunstszene, wo sie Fuß zu fassen sucht, empfängt die Drama-Queen nicht mit offenen Armen. Aber sie weiß sich zu wehren und feiert gegen das Scheitern an, mit Chuzpe und Fantasie. Ein radikales Romandebüt, in dem es zur Sache geht: Irrwitzig, schonungslos, durchgeknallt.

Christoph Höhtker: Die schreckliche Wirklichkeit des Lebens an meiner Seite
248 S., geb., Berlin Verlag 2013 17,99 EUR

Ein hitzeflirrender Genfer Sommer, die japanische Kellnerin Mari mit den grünen Wunderpillen und eine Dienstreise in heikler Mission in Begleitung der allseits vergötterten Kollegin Céline – mehr braucht es nicht, um Frank Stremmer, vom Leben gelangweilter PR-Mann bei Suisse Forex, in andere Sphären zu katapultieren. Genf im Hochsommer 2008, neun entscheidende Tage im Leben von Frank Stremmer: Seine Freundin Marion hat sich für unbestimmte Zeit zurück nach Deutschland verabschiedet. Und Paul Carragher, sein vollalkoholisierter englischer Vorgesetzter, heckt einen dilettantischen Plan aus, um seinen Job und nicht zuletzt auch den von Stremmer zu retten. Doch der sonnt sich lieber mit der japanischen Kellnerin Mari an abgelegenen Stränden des Genfer Sees und gerät auf bunt schillernde Trips. Und neben Mari gibt es noch Céline, Stremmers extrem attraktive Kollegin. Sie begleitet ihn auf eine verhängnisvolle Dienstreise in geheimer Mission, denn Carraghers Plan zur Rettung in letzter Sekunde geht nicht nur schief – er gerät zur Farce. Christoph Höhtker, geboren 1967 in Bielefeld, studierte Soziologie, war Taxifahrer, Journalist, Werbetexter und Sprachlehrer. Er lebt und arbeitet seit 2004 in Genf.

Kim Young-ha: Der Sterbehelfer
288 S., Pb., konkursbuch Verlag Claudia Gehrke 2013 9,99 EUR

Seyon ist eine junge Frau aus Seoul, hübsch, verwöhnt und gelangweilt. Willenlos lässt sie sich treiben, wechselt ohne Anteilnahme von einem Liebhaber zum nächsten. Für sie, die nicht einmal dem Sex große Lust abzugewinnen vermag, hat einzig das Sterben noch einen gewissen Reiz. Der Erzähler, der uns Seyons Geschichte berichtet, hat zu ihr ein ganz besonderes Verhältnis, hat er sich doch darauf spezialisiert, lebensmüden Menschen den Selbstmord zu arrangieren. Kaum sind sie tot, wechselt er vom Sterbeassistenten zum Schriftsteller. Was er in den vorbereitenden Gesprächen erfahren hat, macht er sich jetzt zunutze und lässt die in den Tod Gegangenen als Protagonisten seiner Geschichten wieder auferstehen. Seyons Geschichte setzt sich an die Stelle von Seyons wirklichem Leben, über das der Autor nun in eigener Regie verfügt. Sein Denken, Handeln und Empfinden ist durch das Artifizielle geprägt. Eines Tages begegnet ihm in Mimi eine Frau, die ihn ganz besonders fasziniert. Diese Performance-Künstlerin hält die Frage nach Schein und Sein allein schon durch ihren Beruf ständig wach. Und seine Tätigkeit stellt dem Sterben als kreatürlichem Zu-Ende-Gehen den artifiziellen Akt des Sich-Tötens gegenüber. Die Kunst – das Geplante, willentlich Gestaltende – feiert über das vom Schicksal Gebende einen zweifelhaften Triumph. Der Roman ist ganz auf den Gegensatz Kunst und Wirklichkeit zugeschnitten. Er spielt das Thema auf verschiedenen Ebenen virtuos durch. Für diesen Roman, sein provokantes Debüt, erhielt Young-ha den koreanischen Literaturpreis für moderne Literatur. Seine Lesungen sind besucht wie Popkonzerte.

Daniel de Roulet: Kamikaze Mozart
280 S., geb., Limmat Verlag 2013 (erscheint im September) 31,80 EUR

Eine kleine Kriegsmusik: „So wurde uns die Geschichte der Atombombe noch nie erzählt“ (Aux Arts). Fumika, japanische Musikstudentin in Berkeley, verliebt sich in den Schweizer Physiker Wolfgang, der im Team von Robert Oppenheimer an der Atombombe baut. In Japan hat ihre Familie für sie einen Mann bestimmt, den sie noch nie gesehen hat und der Kamikaze-Anwärter bei der Luftwaffe ist. Nach dem Überfall der Japaner auf Pearl Harbour wird Fumika mit den anderen 130.000 „feindlichen Elementen“ interniert. In der Wüste von Santa Fe, wo die Internierten beim Bau von Wolfgangs Reaktor eingesetzt werden, sehen sie sich wieder. Wolfgang hat sich inzwischen ganz in den Dienst der „Bombe gegen die Nazis“ gestellt, und die Liebe zu einer „Feindin“ bringt ihn jetzt in Schwierigkeiten. „Kamikaze Mozart“ ist ein virtuoser Roman über das Wettrennen um die Atombombe: von Lise Meitners Entdeckung der Atomspaltung über den nicht mehr kriegsnotwendigen Abwurf der Atombome bis zur Kernschmelze in Lucens 1969, in der die Schweizer Träume von der „Bombe“ untergingen.

James Agee: Der Tramp und die Bombe
Der Film, den Chaplin nie drehte
208 S., Pb., diaphanes 2013 (erscheint September) 16,95 EUR

Idee zu einem Film und literarisches Meisterwerk zugleich: lyrisch, funkelnd, von unerhörter Präzision. Eine Atombombe explodiert über New York. Die entsetzlichen Auswirkungen hat niemand vorhergesehen: Kein menschliches Leben hat überlebt. Mit Ausnahme des Tramp. Durch die menschenleere Wüstenei eines post-apokalyptischen New York wankt Charlie Chaplin in seiner Paraderolle als Vagabund, dem nur sein tiefschwarzer Humor geblieben ist. Und er stößt auf weitere Überlebende: eine junge Frau, ein Neugeborenes – und ein Grüppchen Wissenschaftler, die sich inmitten der Ruinen eine Basis für ihre neue Weltordnung eingerichtet haben…. 1947 wendet sich James Agee an den von ihm hochverehrten Charlie Chaplin mit diesem Filmprojekt. Eine dunkle, hochkomplexe und dichte Geschichte, packend, bitter und bildgeschwängert. So drastisch wie unbeirrt manifestieren sich darin kollektive Ängste und der Wille zur ätzenden politischen Parodie gegen die antikommunistische Furor der McCarthy-Ära, dem Chaplin selbst ausgesetzt war. Nie realisiert und erst vor kurzem wiederentdeckt, entfaltet sich ein erstaunlicher Text auf der Schwelle zwischen Film und Literatur, zwischen Drehbuch, poetischer Novelle und politischer Satire. James Agee (1909 – 1955) war Dichter, Schriftsteller, Journalist und Drehbuchautor.

Friedrich Glauser: Der Chinese
Wachtmeister Studers dritter Fall
CD Live-Aufnahme über 6 Stunden, Limmat 2013 28,50 EUR

erscheint im September
Pründisberg: eine Armenanstalt, eine Gartenbauschule und eine Dorfwirtschaft. Aber auch zwei Tote. Denn die Taschentücher der Anna Hungerlott, die an Darmgrippe gestorben sein soll, weisen Arsenspuren auf. Und der Chinese liegt mit einem Schuss mitten durchs Herz im Novembernebel. Wachtmeister Studer beobachtet. Dass die Armenhäusler dünne Kohlsuppe löffeln, während der Armenvater erlesenen Wein trinkt, hat nichts mit den Morden zu tun, oder doch? Die Armenanstalt enthüllt mehr und mehr Züge eines korrupten Herrschaftssystems. Im selbstgerechten Zirkel der Aufsichtskommission fühlen sich zwei Mörder sicher… Die Lesung wurde im Auftrag des SYNDIKATS, Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur, anlässlich der Criminale 2013 in Bern, Burgdorf, Solothurn und Thun organisiert. Es lesen 27 bekannte Autoren.

Friedrich Glauser: Der Hellseherkorporal
und andere Geschichten aus der Fremdenlegion
140 S., Limmat 2013 (erscheint im September) 22,80 EUR

Zwei Jahre verbrachte Friedrich Glauser 1921 – 1923 in der Fremdenlegion. An diese Zeit erinnert der große Legionsroman „Gourrama“, aber auch in zahlreichen Erzählungen und Kurzgeschichten hat Friedrich Glauser seine Erlebnisse als Korporal der Fremdenlegion verarbeitet. Am Rand der Sahara stationiert, wurde Glausers Einheit nicht in kriegerische Konflikte verwickelt, die kleine Männerkolonie war mehrheitlich mit sich selbst beschäftigt, der Hierarchie, dem Mangel an Geld, Alkohol und anderen Genüssen, dem Überfluss an Arbeit und langer Weile. Es ist ein kleiner Kosmos von europäischen Männern mit bunten Lebensläufen inmitten arabischer Dörfer und Städtchen.

Gary Dexter: Der Marodeur von Oxford
304 S., Pb. , diaphanes 2013 (erscheint September) 16,95 EUR

Henry St. Liver ist in Gebieten unterwegs, die sein Kollege Sherlock Holmes nie betreten würde. London, 1892. Henry St. Liver und Olive Salter haben mit jeder Menge mysteriöser Ereignisse und beunruhigender Vorfälle zu tun: Exhibitionistische Adlige, diebische Nonnen, verschwundene Ritualgegenstände, marodierende Wesen unklarer Spezies und reichlich seltsame Gourmets bevölkern eine rätselhafte Welt, gegen die sich die simplen Verbrecherjagden der Kollegen Sherlock Holmes und Dr. Watson durchsichtig und eindimensional ausnehmen… St. Liver und Salter treiben sich in den unwahrscheinlichsten Gegenden der Psychopathia sexualis herum. Oscar Wilde hat ebenso seinen Gastauftritt wie Edgar Rampoe, der Erfinder der japanischen Kriminalliteratur. Very sophisticated, sehr witzig, manchmal schön geschmacklos und sprachlich ausgefuchst. „Penser Pulp“ für skeptische Freudianer, Conan Doylisten und Iwan-Bloch-Fans. Ein einziges Lesevergnügen.

Jerome Charyn: Unter dem Auge Gottes
256 S., Pb., diaphanes 2013 (erscheint September) 16,95 EUR

Good news: Isaac Sidel ist wieder da! Seit 1974 steigt der Cop aus der Bronx umso höher, je krimineller und mörderischer er agiert und je besser er als Mensch ist. Er ist inzwischen Vizepräsident der Vereinigten Staaten und muss dennoch New York City vor dem Zugriff gieriger Politicos beschützen. Mit Hilfe von Verbindungen, die tief in die Geschichte der jüdischen Mafia zurückreichen – und auch wenn er dazu raus muss aus dem Big Apple und dem mythischen Hotel Astonia. Ausgerechnet nach Texas. Jerome Charyn „ist einer unserer wagemutigsten Schriftsteller“, weiß die New York Times schon lange. In seinem breiten Oeuvre nehmen die Sidel-Romane einen wichtigen Platz ein und gehören zu den Großereignissen der zeitgenössischen Literatur. Sie sind harte Kriminalliteratur, urbane Mythomanien, metropole Visionen, realistische Alpträume und bewusstseinsverändernde Literatur.

David G. L. Weiss: Macht
420 S., geb., Langen Müller 2013 (erscheint August) 19,99 EUR

Klassentreffen sehen anders aus. Der grausige Selbstmord eines Schulfreundes ist eine böse Nachricht für Josephine Mahler, Dozentin für Ethnologie in Frankfurt. Die Rückkehr nach Wien wird für sie zur Konfrontation mit der Vergangenheit. Gemeinsam mit ihrer Jugendliebe, schlittert sie in tödliche Verstrickungen. Eine codierte Nachricht, ein silberner Ring mit Totenkopf, ein mittelalterliches Manuskript und ein berühmtes Gemälde führen zu der elitären Studentenverbindung Skull and Bones nach Yale. Als Mahler und Szombathy bei ihren Nachforschungen auch noch auf die Men in Black und den Terror von 9/11 stoßen und endlich verstehen, womit sie es in Wahrheit zu tun haben, ist es bereits zu spät.

Damir Karakas: Ein herrlicher Ort für das Unglück
280 S., geb., Dittrich 2013 (erscheint September) 19,80 EUR

Karakas schreibt über Menschen aus Osteuropa, die in den Westen stürmen, um ihre Träume zu verwirklichen, und deren Träume sich, dort angekommen, sehr oft in Alpträume verwandeln. Von der Mehrheit der Franzosen als Landstreicher und Penner verachtet und in Paris nicht akzeptiert, erzählt der Autor in seinem autobiografischen Roman von seinem „französischen Traum“, den er vergeblich zu verwirklichen sucht. Im Roman schildert er Paris aus der Sicht des Außenseiters. Paris erscheint als finsteres Loch, in dem sich die Einwanderer einander ähneln. Ein Leben in unerträglichen Wohnverhältnissen, Gelegenheitsjobs am Rande der Legalität. Straßenkünstler werden von der Polizei verfolgt. Der Leser erlebt Straßen und Ecken von Paris, berühmte Touristenziele, die als „Arbeitsplatz“ der Straßenkünstler einen ganz anderen Einblick gewähren. Der Balkan, dessen Armut der Held entflieht, holt ihn in Gestalt von Kriminellen ein. Als er es ablehnt, mit ihnen gemeinsame Sache zu machen, muss er um sein Leben fürchten. Gleichzeitig macht der Protagonist eine Ausbildung an der Universität, besucht die faszinierenden Bibliotheken und Museen, führt intensive Gespräche mit anderen Künstlern. Aber Paris erlebt er als eine fremdenfeindliche Stadt, in der die Einflüsse der herrschenden Politiker und auch die rechtsextreme Partei Front National von Le Pen tiefe Spuren hinterlassen haben. Die Emigranten sind unerwünscht, vor allem, wenn sie aus Ländern stammen, die keine EU-Mitglieder sind. Bei einer Razzia wird der Protagonist von der Polizei abgeführt und grundlos inhaftiert. Die Untersuchungshaft verbringt er in apokalyptischen Katakomben, in denen einst, während der Revolution, die Insassen auf die Guillotine warteten. Trotz legaler Reisepapiere folgt nach einem Prozess die Abschiebung in sein Heimatland.

Lisa Kränzler: Nachhinein
292 S., geb., Verbrecher Verlag 2013 22,00 EUR

»Nachhinein« erzählt von der Entwicklung zweier Mädchen und ihrer sich verändernden Freundschaft. Zwischen ihnen gibt es einen wesentlichen Unterschied: Die eine wird behütet, geliebt, entschuldigt, darf sogar rebellisch sein, die andere hingegen ist arm, wird angegriffen und in ihrer Familie missbraucht. Aus diesem Grund ändert sich bald auch die Beziehung der Mädchen zueinander, die zunehmend von Liebe, Eifersucht und erwachender Sexualität, von Machtspielen und Grausamkeit geprägt wird. Bis die Ereignisse außer Kontrolle geraten … Im Juli 2012 erhielt Lisa Kränzler den 3sat-Preis beim Klagenfurter Bachmann-Wettbewerb für einen Auszug aus diesem Roman. »Ein sehr intensiver und durchkonstruierter Text, dabei aber nicht spröde – hier wird der Leser wieder seinen eigenen Kindheitserfahrungen ausgesetzt«, meinte Juror Paul Jandl.

Elisabeth Pfister: Wenn Frauen Verbrecher lieben
200 S., Pb., Ch. Links Verlag 2013 (erscheint September) 16,90 EUR

Warum bekommen Serienmörder waschkörbeweise Liebesbriefe? Auf Internetseiten suchen inhaftierte Männer Bekanntschaft mit Frauen – und erhalten zahlreiche Zuschriften. Nicht selten läuten später sogar die Hochzeitsglocken in der Gefängniskapelle. Es sind verurteilte Mörder, Totschläger oder auch Sexualverbrecher, in die sich Frauen verlieben. Elisabeth Pfister geht diesem Phänomen nach und fragt, wer diese Frauen sind, was sie antreibt. Ihre Motive scheinen so rätselhaft wie abgründig. Finden sie keinen Mann auf dem „freien Markt“? Leiden sie an einem Helfersyndrom? Oder suchen sie manchmal unbewusst die Wiederholung früherer Gewalt- und Missbrauchserfahrungen? Die Faszination der Gewalt, der diese Frauen erliegen, hat unterschiedliche Wurzeln und Hintergründe. Pfister strebt keine repräsentative Studie an, sondern versucht, anhand von authentischen, teils hochdramatischen und tragischen Schicksalen Antworten auf diese Fragen zu finden.

Mein heimliches Auge. Das Jahrbuch der Erotik XXVIII
320 S., Pb., konkursbuch Verlag Claudia Gehrke 2013 15,50 EUR

Erscheint im Oktober. Das Jahrbuch versammelt seit mehr als drei Jahrzehnten Originalbeiträge mit erotischen Bildern und Texten: Malerei, Kunst- und Privatfotografie, historische Fundstücke, Kurzgeschichten, Poetisches, Sachtexte, biografische Gespräche und dokumentarische Berichte aus dem Leben. Zart, hart, heiter, unterhaltsam, zum Nachdenken anregend, tragisch, leidenschaftlich, erregend und romantisch. Ein facettenreicher Einblick hinter die Oberfläche des nur scheinbaren „Anything Goes“. Das große Thema Liebe, Lust und Erotik, „multisexuell“ und schubladenübergreifend. „Frisch, authentisch und aktuell. Eine Wundertüte“ (HZ). „Dieses Buch wird Ihnen Schlemmeraugen machen… Einen nachdenklichen Beitrag über das Verstehen der Geschlechter versprechen dabei die ungeschürzten Dialoge.“ (Thüringer Allgemeine), „Frech und ohne Harmoniesüchtelei“ (Stuttgarter Zeitung).

Yigal Blumenberg / Wolfgang Hegener (Hrsg.)
Die „unheimliche“ Beschneidung.
Aufklärung und die Wiederkehr des Verdrängten
160 S., Pb., Brandes & Apsel 2013 (erscheint September) 15,90 EUR

Fünf Autoren aus den Bereichen Kultur- und Erziehungswissenschaften, Judaistik und Psychoanalyse gehen den Fragen und Argumenten nach, die in der Debatte um die Beschneidung von männlichen Säuglingen in der jüdischen Tradition eine zentrale Rolle spielen. Sie wollen aber auch eine offenkundige Wissenslücke schließen, die sich deutlich bemerkbar gemacht hat. Ein genuin aufklärerisches Werk! Wenn auch mittlerweile der Gesetzgeber die medizinisch nicht indizierte Beschneidung legalisiert hat, so darf vermutet werden, dass diese Debatte in der deutschen Gesellschaft noch kein Ende gefunden hat. Es spricht Vieles dafür, dass in dieser hitzigen Auseinandersetzung Geschichte wiederkehrt und mit dem Hinweis auf die sog. „Auschwitzkeule“ oder dem Vorwurf einer (sexuellen) Traumatisierung zurückgewiesen wird. Nicht selten entsteht der Eindruck, dass viele Diskutanten eher mit ihren eigenen Problemen beschäftigt sind und nicht den konkreten Dialog mit Juden (aber auch mit Muslimen) suchen. Die Autoren versuchen, u.a. auf diese Fragen Antworten zu formulieren: Wie hat sich die Tradition christlicher Stereotype über die jüdische Tradition entwickelt? Was ist jüdische Tradition? Ist sie Ausdruck einer überkommenen patriarchalen Religion?

Fedor von Zobeltitz (Hg.): Till Eulenspiegel
192 S., zahlr. Abb., reprint Verlag Leipzig 2013 (erscheint August) 24,90 EUR

Trotz eifriger Bemühungen von Germanisten und Historikern ist die Urheberschaft des Volksbuches nie endgültig geklärt worden. Aber das hat der Beliebtheit der Eulenspiegel-Geschichten keinen Abbruch getan. Schon die frühen Drucke des Volksbuches waren mit kleinen Holzschnitten verziert worden. Diese Tradition nimmt die 1924 erschienene Neuausgabe wieder auf. Die ganzseitigen Holzschnitte Bruno Goldschmitts überhöhen nicht nur die Eulenspiegeleien des beliebten Schalknarren auf sympathisch groteske Weise, sondern dokumentieren auch den hohen Rang der Buchillustration des frühen 20.Jahrhunderts.

Charles Dickens: Der Weihnachtsabend
128 S., illustriert, reprint Verlag Leipzig 2013 (erscheint August) 19,90 EUR

Hier liegt die wohl bekannteste Erzählung von Charles Dickens nun in einer bibliophilen Neuausgabe (neu gesetzt nach der Ausgabe Zürich 1918) vor. Die klassischen Illustrationen von Arthur Rackham geben der Geschichte eine ganz eigene Interpretation. Neu gesetzt, trägt die Ausgabe auch modernen Lesegewohnheiten Rechnung, so ist das Werk auch für den heutigen Leser geeignet. Das ideale Weihnachtsgeschenk!

Charles Dickens: Der Weihnachtsabend
160 S., illustriert, geb., Reclam 2013 (erscheint September) 12,00 EUR

Die Erzählung über den geizigen alten Scrooge, der in der Weihnachtsnacht Besuch vom Geist seines verstorbenen Teilhabers und von drei weiteren Geistern erhält und danach sein Leben ändert, gehört zu Dickens beliebtesten Werken. Die Erstausgabe erschien 1943 mit den Illustrationen von John Leech, danach haben, bis heute, weitere Künstler sich von der Geschichte inspirieren lassen. Zu den schönsten Illustrationen gehören die von Arthur Rackham, 1915 erschienen, die in dieser durchgehend vierfarbigen Ausgabe vollständig wiedergegeben sind.

Heinrich Heine: Elementargeister
120 S., Universal-Bibliothek Reclam 2013 (erscheint September) 4,00 EUR

Als eine Art Antwort auf das berühmte Deutschland-Buch der Madame de Stael konzipierte Heinrich Heine ein dreiteiliges Projekt über deutsche Literatur („Die romantische Schule“, UB 9831), deutsche Philosophie („Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland, UB 2254) und über deutsche Mythologie und Volksglauben – dieser dritte Teil erhielt in der selbstständigen Publikation in Deutschland den Titel „Elementargeister“. Heine versucht hier, den interessierten Franzosen deutsche Sagen und Geistergeschichten näherzubringen, von Elfen, Nixen, Zwergen und Teufeln, und schließlich von marmornen Jungfrauen und Frau Venus selbst: das Buch schließt mit Heines Version der Tannhäuser-Sage.

Edgar Allen Poe: Der Rabe
64 S., illustriert, geb., reprint Verlag Leipzig 2013 (erscheint August) 16,90 EUR

Mit grandiosen Illustrationen und ergänzt um Poes Essay „Die Philosophie dichterischen Schaffens“ bietet diese zweisprachige Ausgabe die wohl vollkommenste Form, das Gedicht „Der Rabe“ von Edgar Allen Poe zu publizieren. Englisches Original und deutsche Übersetzung folgen Strophe für Strophe direkt aufeinander, unmittelbar begleitet von den unnachahmlichen Zeichnungen des Meisters der Buchillustration Gustave Dorè.

Andrew Miller: Friedhof der Unschuldigen
6 CDs, 450 Min., Audiobuch Verlag 2013 (erscheint August) 22,95 EUR

Paris 1785: Der junge Ingenieur Jean-Baptiste Baratte erhält von höchster Stelle einen Auftrag: Er soll den Friedhof der Unschuldigen demolieren, dessen Gestank die Stadtbewohner quält. Barette, fortschrittsgläubig und Anhänger Voltaires, engagiert einen Trupp aus Flandern. Die unheimlichen Arbeitstiere sollen die Skelette ausgraben und fortschaffen. Auf dem Friedhof schließt Baratte Freundschaft mit dem weltgewandten Organisten einer leer stehenden Kirche, durch den er Zugang zur zwielichtigen Schattenwelt von Paris erhält. Dort lernt er das Mädchen Heloise kennen und verliebt sich in sie. Und er trifft auf den freundlichen Arzt Guillotin, der den Friedhof anläßlich desStudiums menschlicher Verwesung aufsucht. Unterdessen künden bedrohliche Ereignisse von einer aufziehenden Gefahr.

Svestislav Basara: Die Verschwörung der Fahrradfahrer
464 S., geb., Dittrich 2014 (erscheint März 2014) 22,80 EUR

„Die Verschwörung der Fahrradfahrer“ ist ein jugoslawischer Kultroman, der im Original vor zwanzig Jahren erschien. Die Geschichte beginnt im staubigen Keller einer Bibliothek in der serbischen Provinz und führt den Leser durch das fantastische Labyrinth einer fiktiven Dokumentation über eine uralte Bruderschaft. Diese geheimnisvolle Organisation – ein mystischer Orden der Fahrradfahrer – leitet, kraft ihrer Beherrschung der Zukunft, die Geschicke der Menschheit. Die Fahrradfahrer treffen sich im Traum, in einer frei schwebenden durchsichtigen Kathedrale, wo sie auch Anweisungen von Ordensmitgliedern aus der Zukunft empfangen. Ebenso satirisch wie phantasievoll lässt der Autor eine Fülle exzentrischer Figuren auftauchen, erfundene und historische Gestalten – von Karl dem Grässlichen über Freud, Nietzsche, Sherlock Holmes bis hin zu Stalin. Basara bedient sich ihrer, um die Einheit von Raum und Zeit in Frage zu stellen, und außerdem die These zu beweisen, dass Geschichte nie objektiv erzählt wird, sondern von jedem, wie es ihm passt.

George Orwell: 1984
Ungekürzte Lesung über 744 Min. (13 Std.) auf 2mp3-CDS
Der Klassiker erstmals als Lesung , Hörbuch Hamburg 2013 19,99 EUR

Orwells Roman über die Zerstörung des Menschen durch eine perfekte Staatsmaschinerie ist längst zu einer scheinbar nicht mehr erklärungsbedürftigen Metapher für totalitäte Verhältnisse geworden. Mit atemberaubender Unerbittlichkeit zeichnet der Autor das erschreckende Bild eines Staates, der seine Bürger ständig überwacht und nicht nur ihr Denken, sondern auch die Vergangenheit manipuliert. Der literarische Erfolg von „1984“ verdankt sich einem beklemmenden Wirklichkeitsbezug, dem sich der Hörer nicht entziehen kann.

Christian Blees: Der Kaiser von Dallas
Die einzige Wahrheit über den Mord an John F. Kennedy (Hörspiel)
1 CD, 54 Min., Audiobuch Verlag 2013 (erscheint September) 14,95 EUR

Hörspiel-Parodie mit großartigen Sprechern und vielen Originalstimmen. Endlich aufgeklärt – ganz neue Erkenntnisse! 1963 wird John F. Kennedy heimtückisch ermordet. An der Alleintäterschaft von Lee Harvey Oswald gibt es bald Zweifel. War die Mafia beteiligt? Oder politische Konkurrenten? Im Jahr 2002 stößt der Journalist Christian Blees auf mysteriöse Tonbänder in englischer Sprache. Diese haben offenbar etwas mit dem Anschlag zu tun. Seine Recherchen führen Blees rund um den Erdball und schließlich zurück nach Deutschland. Hier trifft er einen ehemaligen Stasi-Mann, der behauptet, JFK ermordet zu haben.

Michael Ende: Momo
7 CDs, ungekürzte Lesung, Silberfisch 2013 (erscheint im September) 19,99 EUR

Zum 40jährigen Jubiläum die ungekürzte Lesung: Momo lebt am Rande einer Großstadt in den Ruinen eines Amphitheaters. Sie besitzt nichts als das, was sie findet oder was man ihr schenkt, und eine außergewöhnliche Gabe: Sie hat immer Zeit und ist eine wunderbare Zuhörerin. Eines Tages treten die grauen Herren auf den Plan. Sie haben es auf die kostbare Lebenszeit der Menschen abgesehen. Momo ist die Einzige, die ihnen noch Einhalt gebieten kann. Gert Heidenreich entführt den Hörer mit seiner warmen, dunklen Erzählstimme in Momos Welt.

Michael Ende: Momo. Das Hörspiel
3 CDs, Silberfisch 2013 (erscheint im September) 14,99 EUR

Zum Jubiläum auch die Hörspiel-Inszenierung des WDR mit Starbesetzung Rufus Beck, Karin Anselm, Peter Fricke u.v.a.

Max Kruse: Urmel saust durch die Zeit
3 CDs, Silberfisch 2013 (erscheint im September) 14,99 EUR

Sensationell: Max Kruse hat ein neues Urmel-Abenteuer geschrieben. Top-Sprecher Rufus Beck. Das Urmel ist abenteuerlustig wie eh und je. Versehentlich katapultiert sich das ewig neugierige Urmel in die Vergangenheit. Zum Glück sind Tim, Wawa und Ping dabei. Aber die Reise ist alles andere als harmlos! Vom Ufer der Ursuppe geht es über die Entwicklung des ersten Lebens und die Dinosaurier in die erste Siedlung der Menschen. Der Professor versucht, sie in die Gegenwart zurückzuholen – aber ob ihm das ohne Panne gelingt? Stimmzauberer Rufus Beck gibt Urmel und seinen sprachwitzigen Freunden fantastische Stimmen auf preisgekröntem Niveau.

Carl Djerassi: Der Schattensammler. Die allerletzte Autobiografie
544 S., geb., Haymon Verlag 2013 (erscheint August) 24,90 EUR

Die große Autobiografie der „Mutter der Pille“ Carl Djerassi. Die eindrucksvolle Lebensgeschichte eines der größten Chemiker und bedeutendsten Kunstsammler und –mäzene unserer Zeit gibt einen tiefen Einblick in sein ereignisreiches Leben: Geboren und aufgewachsen in Wien, musste seine Familie, als er 15 war, aufgrund ihrer jüdischen Herkunft zunächst nach Bulgarien und später in die USA flüchten. Mit der Entwicklung der Pille hat Djerassi die Gesellschaft grundlegend verändert, seine Ergebnisse zur Synthese von Cortison waren entscheidend für die weitere Forschung. Schonungslos offen lässt der nun knapp 90jährige sein Leben Revue passieren. Er erzählt von den wichtigsten Stationen seines beruflichen Werdegangs, seiner Leidenschaft für Kunst und Literatur sowie den prägenden Erfahrungen seines Lebens.

Erich Mühsam: Tagebücher
Band 5 / 1915 – 1916
320 S., geb., Verbrecher Verlag 2013 (erscheint November) 28,00 EUR

Das Jahr 1916. Ein Ende des Weltkriegs ist nicht abzusehen. Mühsam ist in München zur Untätigkeit verdammt. Seine Meinung darf er nicht öffentlich sagen, es ist einsam um ihn geworden. Also verfolgt er die Berichte von den vielen Fronten und macht sich sein eigenes Bild. Zerstörung, millionenfaches Leid, die Triumpfe der Militärtechnik mit U-Boot Krieg, Giftgas und die Bombardierung wehrloser Städte quälen ihn. Auch der Völkermord an den Armeniern, von der deutschen Politik gebilligt, beschäftigt ihn, doch es bleibt ihm nur, das Ausmaß für die Nachwelt fassbar zu machen. Nur die militärische Niederlage Deutschlands kann Europa retten, begreift er nun. Verzweifelt forscht er nach Möglichkeiten, die Wahrheit zu verbreiten, Widerstand und Revolte zu schüren. Doch seine Suche nach Verbündeten bei Schriftstellern wie Heinrich Mann oder bei linken Sozialdemokraten wie Karl Liebknecht führt nicht weit. Im Herbst 1916 endlich kommt es zu Protesten in München. Beginnt der Aufstand der Massen gegen den Krieg? Mühsam fasst neuen Mut und bereitet sich auf seine historische Rolle vor. Erich Mühsam, 1878 in Berlin geboren, war Dichter und politischer Publizist. Er war maßgeblich an der Ausrufung der Münchner Räterepublik beteiligt, wo er zu 15 Jahren Festungshaft verurteilt wurde. 1933 wurde er verhaftet und am 10.Juli 1934 im KZ Oranienburg ermordet.

Michael Meyen, Anke Fiedler: Wer jung ist, liest die „Junge Welt“
Die Geschichte der auflagenstärksten DDR-Zeitung
240 S., Abb., Ch. Links Verlag 2013 (erscheint September) 29,90 EUR

Die Geschichte der erfolgreichen Jugend-Zeitung der DDR. Aufstieg und Fall einer Zeitung, die einst eine Auflage von 1,5 Millionen Exemplaren erzielte. So funktionierte die „Bild-Zeitung des Ostens“. Die Macher von damals und heute kommen zu Wort. „Warum hat die DDR eigentlich keine Bild-Zeitung?“, fragt ein Besucher aus dem Westen einen Genossen. „Na, wir haben doch die Junge Welt!“. Beim „Neuen Deutschland“ waren sie neidisch, wenn die Parteiführer das „bessere Zentralorgan“ lobten, und die Leser sich auf Mittwoch freuten, wenn es in der Rubrik „Unter vier Augen“ Partner- und Sexualtipps gab, und auf Montag, wenn gute Fußballreportagen im Blatt waren. Unerbittlich wurde aber auch hier der Feind bekämpft, ob kritische Filmemacher oder Mahnwächter in einer Kirche. Michael Meyen und Anke Fiedler haben die „Junge Welt“ noch einmal gelesen, 20 Jahre nachdem die Auflage von anderthalb Millionen Exemplaren täglich auf ein paar Tausend schrumpfte. Sie haben mit den Machern von einst und heute gesprochen, in den Archiven von Partei, FDJ und Staatssicherheit gegraben und dabei die Geschichte einer Zeitung zutage gefördert, die wie kein anderes Blatt für das Wachsen und Vergehen der DDR steht.

Peter O. Chotjewitz: Mein Freund Klaus
576 S., geb., Neuausgabe, Verbrecher Verlag 2013 (im Oktober) 32,00 EUR

Der Brisanz des Materials entspricht die Radikalität der literarischen Mittel. In diesem Roman liegen die Fakten auf dem Tisch. Kühn im Aufbau schreibt Chotjewitz über seinen Freund Klaus Croissant, der als Strafverteidiger schikaniert, als angeblicher Drahtzieher des internationalen Terrorismus verfolgt und nach der Annexion der DDR durch die Bundesrepublik 1990 wegen staatsfeindlicher Agententätigkeit abermals verurteilt wurde. Penibel recherchiert, detailgetreu und kühl erzählt, steht der Roman in einer Linie mit Chotjewitz skandalösem Romanfragment über die RAF aus dem Jahr 1978 „Die Herren des Morgengrauens“.

Dario Fo, Gianroberto Casaleggio, Beppe Grillo
5 Sterne – Über Demokratie, Italien und die Zukunft Europas
192 S., Pb., Tropen 2013 (erscheint am 21.Juni) 14,95 EUR

In den ersten zwei Wochen im italienischen Original wurde es bereits 50 000 mal verkauft und schoss sofort in die Top Ten der dortigen Bestsellerliste. Es ist eine Abrechnung und zugleich ein Manifest für ein ganz anderes Europa. „Wir erleben eine historische Veränderung – der Kultur, der Politik, der Wirtschaft. Dieser Bewegung geht es nicht darum, irgendwelche Allianzen zu diskutieren. Es geht darum, dass die Bürger selbst Teil des Staats werden.“ (Beppo Grillo). Alles über die 5-Sterne-Bewegung Beppo Grillos und den politischen Wandel Europas. Drei Intellektuelle, die Italien nachhaltig prägen, machen Europa und dem Rest der Welt ein beispielloses Phänomen verständlich. Sie schlagen neue Wege der direkten Demokratie für Italien, Europa und der Welt im digitalen Zeitalter vor: provozierend, ironisch, kreativ und konstruktiv. Italien muss endlich die Hydra der Korruption besiegen. Es braucht ein Wirtschaftssystem, das den Menschen und nicht den Banken dient. Dario Fo, Grillo und Casaleggio fordern die italienische Gesellschaft und die europäischen Demokratien heraus. Sie wollen die Spielregeln ändern: nicht irgendwann, sondern jetzt! Politik darf sich nicht mehr in Machtspielen erschöpfen. Politik muss es den Bürgern wieder ermöglichen, authentisch und verantwortungsbewusst aktiv zu werden. Auf einem imaginären Spaziergang von Athen nach Piräus rufen die drei Autoren die erste Demokratie in Athen und ihre Bedeutung für uns in Erinnerung. Sie diskutieren Vorschläge, beschreiben ihr Programm und blicken nach vorn auf die Herausforderungen der Zukunft. Es werden Fragen zu Arbeitsmarkt, Euro, Einwanderung, Steuern und Demokratie überraschend, witzig, originell und konstruktiv beantwortet. Dario Fo, geboren 1926, Nobelpreisträger für Literatur im Jahr 1997, engagiert sich für eine Kultur des sozialen Engagements. Seine Theaterstücke werden in Italien und dem Ausland erfolgreich aufgeführt, seine Werke in viele Sprachen übersetzt. Fo ist mit der Schauspielerin und politischen Aktivistin Franca Rama verheiratet. Gianroberto Casaleggio, geboren 1954 in Mailand, war Geschäftsführer bei Olivetti. Er gründete den Internetdienst Webegg. Heute ist er Unternehmer und besitzt eine Agentur, die den Internetauftritt Grillos betreut. Beppe Grillo, geboren 1948 in Genua, erfolgreicher Komiker und Schauspieler, sowie einer der weltweit beliebtesten Blogger. 2007 gründeten Casaleggio und Grillo ihre politische „5-Sterne-Bewegung“, die sie seither im Internet auf- und ausbauten. In Italien und in der ganzen Welt genießt ihr Blog große Aufmerksamkeit und hohes Ansehen.

Mark Fisher: Kapitalistischer Realismus ohne Alternative?
Eine Flugschrift 120 S., VSA Verlag 12,80 EUR

Es ist einfacher geworden, sich das Ende der Welt vorzustellen als das Ende des Kapitalismus. Gerade kulturelle Fiktionen, die ein Wissen davon, dass Dinge anders sein könnten, lange in sich trugen, scheinen dieses verloren zu haben. In diesem äußerst anregenden Essay umkreist Mark Fisher die Wirkmächtigkeit, die dem Kapitalismus trotz seiner offensichtlichen Schwächen innewohnt. Die Überlegungen zur aktuellen kulturellen Malaise erweitert er zu einer Kritik am postfordistischen Arbeitsregime. Seine Untersuchungsfelder findet der Autor vor allem in zeitgenössischer Populärkultur wie Filmen (Children of Men, Heat, Der Pate), Musik (Gangsta Rap) und Literatur (Ursula Le Guin, James Ellroy, David Peace). Darüber hinaus nimmt er – aus seiner Lehrtätigkeit in einer Weiterbildungseinrichtung zwischen Sekundarstufe und Universität schöpfend – Formen heutiger Adoleszenzkultur in den Blick, in der er Angst, Zynismus und depressive Hedonie regieren sieht. Mark Fisher ist Kulturjournalist für The Wire, frieze, Sight & Sound und den New Statesman sowie für seinen eigenen Blog k-punk. Er ist außerdem Dozent für Philosophie am City Literary Institute London und Visiting Fellow am Centre for Cultural Studies, Goldsmiths, University of London.

Die Konsensfabrik. Noam Chomsky und die Medien
Teil 1: Gedankenkontrolle in einer demokratischen Gesellschaft
Teil 2: Widerspruch anregen!
Ein Film von Mark Achbar und Peter Wintonick
DVD, Farbe, 167 Min, engl. mit deutschen Untertiteln
Absolut Medien 2013 (erscheint August) 14,90 EUR

„Es ist die Verantwortung der Intellektuellen, die Lüge als solche zu entlarven und durch die Wahrheit zu ersetzen“ (Noam Chomsky). Die Massenmedien sind für gesellschaftliche Eliten von entscheidender Bedeutung. Noam Chomsky zeigt auf, wie die „vierte Gewalt im Staat“ in der täglichen Berichterstattung den in Wirtschaft und Politik dominierenden Gruppen zur Legitimation ihrer Macht verhilft. Diesen Prozess nennt er „die Herstellung des Konsens“. Die Flut der Informationssendungen reduziert sich auf eine sich ständig wiederholende Präsentation etablierter Standpunkte. So werden viele Menschen zur unkritischen Akzeptanz der herrschenden Meinung manipuliert. Chomsky will den Betrachter ermutigen, sich als „intellektuelle Selbstverteidigung“ dieser systematischen Desinformation zu entziehen. Weltweit auf Festivals ausgezeichnet, erscheint dieser Klassiker hierzulande erstmals auf DVD.

Wolfgang Sternstein: „Atomkraft – nein danke!“
Der lange Weg zum Ausstieg – Die Geschichte der Anti-Atomkraft-Bewegung
224 S., Pb., Fotos, Brandes & Apsel 2013 (erscheint Oktober) 19,90 EUR

Der Streit um die Atomkraft gehört zu den bedeutendsten innenpolitischen Ereignisse der deutschen Nachkriegspolitik. Whyl, Brokdorf, Wackersdorf und Gorleben haben sich tief ins Gedächtnis der Menschen eingeprägt. Sternsteins Buch über die Anti-Atomkraftproteste spiegelt das kollektive Gedächtnis einer erfolgreichen Bürgerbewegung wider. Mit der Laufzeitverlängerung im Herbst 2010 schien der Kampf gegen die Atomindustrie verloren. Doch nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima kam mit dem Beschluss zum Atomausstieg die endgültige Wende. Diese Energiewende gründet nicht zuletzt in der engagierten Bürgerbewegung gegen die Atomkraftwerke, die vor vierzig Jahren am Oberrhein ihren Anfang nahm. Dabei wird deutlich, wie viel Kreativität, Geduld, Mut und Opferbereitschaft Bürgerinnen und Bürger in diesen umweltpolitischen Kampf eingebracht haben und welchen unerwarteten Konflikten sie gegenüberstanden, die sie lösen mussten. Sternstein beschreibt die Ereignisse aus der Perspektive eines teilnehmenden kritischen Beobachters, um Mut zu machen, sich in Bürgerinitiativen und sozialen Bewegungen zu engagieren und auf gewaltfreiem Wege Lösungen zu finden.

Christoph Narholz: Die Politik des Schönen
307 S., Pb., Edition Suhrkamp 2012 16,00 EUR

In „Die Politik des Schönen“ unternimmt Christoph Narholz nichts geringeres als den Versuch, Kant als den eminent gegenwärtigen Begründer einer Theorie des Glücks zu verstehen. Kernstück seiner Analyse ist eine Neuinterpretation des berüchtigten kategorischen Imperativs, die jede rigoristische Lesart zurückweist. So ist es Narholz möglich, über eine libertäre, von den gängigen Mustern abweichende Rekonstruktion der kantischen Anthropologie und Psychologie die sperrige Transzendentalphilosophie völlig neu zu beleuchten: als ethische Erkenntnistheorie, die im Vernunftbegriff des Glücks aus der Postulatenlehre am Ende auf eine empirische Theologie zielt. Die konstruktivistisch modernisierte Transzendentalphilosophie erlaubt eine Ethik, welche vom orthodoxen Kant den Universalismus, von Marx die Empörungsbereitschaft, von Sloterdijk und Nietzsche die Feier und psychologische Aufklärung übernommen hat – von allen das Beste.

Henry David Thoreau: Vom Wandern
80 S., Universal-Bibliothek Reclam 2013 (erscheint Juli) 5,00 EUR

„Alles Gute ist wild und frei!“ Thoreaus berühmter Essay gilt in seiner zivilisationskritischen Haltung als eine der wichtigsten Gründungsurkunden auch und besonders für den Naturschutz: Eingängig schildert er seine Schwierigkeiten mit der Verstädterung bzw. der Abstumpfung der Nicht-Landbevölkerung und entwirft mit Witz und zuweilen sogar bissigem Humor ein Gegenbild.

Jocho Yamamoto: Die Lebensweise eines Samurai. Aus dem „Hagakure“
96 S., Universal-Bibliothek Reclam 2013 (Erscheint Juli) 5,00 EUR

Das „Hagakure“, eine der wichtigsten Quellen zur Alltagsgeschichte in Japan, gibt Handlungsanweisungen, wie sich ein Samurai korrekt zu verhalten hat – eine wichtige Angelegenheit in Zeiten des Friedens und des damit verbundenen Ansehensverlust durch Arbeitslosigkeit. Erst im 20.Jahrhundert wurde der Text zum Klassiker. Max Seinsch stellt, fußend auf seiner Gesamtausgabe der ersten zwei Bücher in der Reclam Bibliothek, die wichtigsten Stellen in einer kleinen Leseausgabe zusammen.

COMICS

Robert Crumb: Mister Nostalgia
92 S., geb., Reprodukt 2013 (erscheint November) 29,00 EUR

Mister Nostalgia, der dritte Band einer bibliophilen Robert-Crumb-Edition, zelebriert die Schönheit einer nahezu vergessenen Kunstform: In den 16 Geschichten des Buchs widmet sich Robert Crumb seiner großen Leidenschaft, dem Country Blues. Er huldigt den musikalischen Helden der 1920er Jahre, Charley Patton oder Blind Lemon Jefferson; der Musik des einfachen Volks, in der sich für ihn die wahre Seele Amerikas manifestierte. In meisterhaften Zeichnungen setzt Robert Crumb den Bluesmen ein ungeschöntes, persönlich geprägtes Denkmal, erzählt von ihrem Alltag, ihrer Einsamkeit, der Zerrissenheit zwischen Sex und Religion, Blues und Gospel.

David Zane Mairowitz & Robert Crumb: KAFKA
176 S., Pb., Reprodukt 17,00 EUR

In ihrem Sachcomic KAFKA haben David Zane Mairowitz und Robert Crumb höchst anschaulich all das zusammengetragen, was Sie über Franz Kafka wissen sollten: von seiner Kindheit bis zum posthumanen Kafka-Kult; über die Konflikte, die der Schriftsteller mit sich selbst und anderen, allen voran mit seinemVater, auszutragen hatte. Immer wieder geht es um Kafkas Zerissenheit vor dem Hintergrund seiner deutsch-tschechischen Nationalität und der jüdischen Kultur. Die Stationen von Kafkas Leben werden ergänzt durch Briefe und Auszügen aus seinen Romanen und Kurzgeschichten. Die Biografie mit den Zeichnungen von Robert Crumb ist mittlerweile selbst ein Klassiker. Lange vergriffen, legt Reprodukt das Buch nun neu überarbeitet vor.

Julie Birmant und Clement Oubrerie: Pablo 2 – Apollinaire
88 S., Pb., Reprodukt 2013 (erscheint September) 20,00 EUR

Zweiter von insgesamt vier Bänden über den bekanntesten Maler der Welt. Der Pariser Montmarte, 1905: der junge Katalane Pablo Picasso macht moderne Kunst, doch noch zeigt die Welt seinem Werk die kalte Schulter. Als der brotlose Künstler zu allem Überfluss von seiner Muse Fernande Olivier verlassen wird, entwerfen der Dichter Max Jacob und Guillame Apollinaire einen aberwitzigen Plan, ihren Freund Pablo wieder aufzurichten. Und dann ist da Gertrude Stein, die nun in Pablos Leben tritt, eine schrullige Amerikanerin, die seine Kunst nicht nur erkennt, sondern auch kauft….

Bestelladresse:
Alle Titel können Sie überall im Buchhandel wie auch unter folgender Adresse erwerben:

Worms Verlag
Abt. Onlineshop
Kultur- und Veranstaltungs GmbH,
Von Steuben Str.5, 67549 Worms
Berthold Röth Tel. 06241-2000-314
e-mail: berthold.roeth@kvg-worms.de

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: