Interkulturelle Buchneuheiten Liste 33


Die vorhergehenden Listen können noch allesamt im Archiv unter wormsverlag.wordpress.com abgerufen werden.

Rita Kuczynski: Was glaubst du eigentlich?
Weltsicht ohne Religion
180 S., Pb., Ch. Links Verlag 2013 (erscheint September) 16,90 EUR

Woran glauben die, die nicht an Gott glauben? Etwa 35 % der Menschen in Deutschland sind konfessionslos. Dennoch leben Menschen ohne Religion nicht orientierungslos in dieser Welt, nur weil sie keinen Gott als letzte Instanz haben. Sie lösen ihre Gewissensentscheidungen, beantworten ihre Fragen nach den „letzten Dingen“ auf eigene Weise. Deutschland ist also längst in einer Phase der Säkularisierung angekommen, in der verschiedene Grundüberzeugungen in einer weit gespannten Vielfalt nebeneinander bestehen. Dennoch spielen die Lebensansichten der Bekenntnislosen außerhalb der Statistik nahezu keine Rolle. In den Medien kommen sie kaum vor. 80 Nichtreligiöse aus Ost- und Westdeutschland haben Rita Kuczynski erzählt, woran sie denn glauben, da sie nicht an Gott glauben. Die Autorin gibt aufschlussreiche Einblicke, worin sie den Sinn ihres Lebens sehen, was das Maß ist, an dem sie ihre Werte bilden, wie sie Trost finden und welche Vorstellungen sie vom Sterben und einem Weiterleben nach dem Tod haben.

Philip Athans: Jeder kann Papst
Wie gründe ich eine Religion – in fünf Schritten
240 S., geb., Eden Books 2013 (erscheint im Juni) 12,95 EUR

Ein unterhaltsamer und informativer Ratgeber für Glücksritter, die den schnellen Weg zum Reichtum suchen. Wer träumt nicht davon, von zahlreichen Menschen angehimmelt zu werden und ein Leben in Reichtum und Überfluss zu führen? Das Gründen einer eigenen Religion kann einem gleich beide Wünsche erfüllen – solange man die eigene Glaubensrichtung gut durchdacht hat und sie erfolgreich zu verkaufen weiß. Das Buch stellt eine humorvolle und lehrreiche Starthilfe zur Gründung der eigenen Religion dar und hilft den angehenden Gurus unter uns, die schwierigsten Hürden auf dem Weg zum religiösen Oberhaupt mit Leichtigkeit zu meistern. Mit einem Augenzwinkern erklärt Philip Athans in diesem Geschenkbuch, was es bei der Gründung der eigenen Religion zu beachten gilt. Er hilft bei der Konzeption der neuen Glaubensrichtung und gibt hilfreiche Tipps, wie man es schafft, die eigene Religion möglichst bekannt zu machen und eine breite Anhängerschaft zu gewinnen. Ganz nebenbei vermittelt das Buch darüberhinaus theologisches Grundwissen in einer unterhaltsam aufbereiteten Form.

Rocco A. Errico: Die Mysterien der Schöpfung
Die Schöpfungsgeschichte der Genesis aus aramäischer Sicht
160 S., Pb., Verlag H. J. Maurer 2013 16,90 EUR

Ein neuer frischer Blick auf die biblische Schöpfungsgeschichte, Undogmatisch, auf dem Wissen um die Kultur und die Sprache des antiken Nahen Ostens basierend. Inspirierend, überkonfessionell und in seiner Art einzigartig auf dem deutschen Buchmarkt. Die Mysterien der Schöpfung bietet einen ganz neuen und frischen Blick auf die Schöpfungsgeschichte, wie sie in der Genesis des Alten Testaments aufgezeichnet ist. Dr. Rocco Errico arbeitet hierzu mit seiner eigenen Übersetzung des Bibeltexts aus dem aramäischen Peschitta-Manuskript. Dieses ist durch seine Unverfälschtheit und seine Direktheit der Sprache ein einzigartiges Dokument. Die frühe mesopotamische Welt mit ihrer alten nahöstlichen Kultur, ihrer Götterwelt und ihren mystischen Vorstellungen ist der Hintergrund für die biblische Schöpfungsgeschichte. Von dieser alten Welt eine Vorstellung zu bekommen ist die Voraussetzung dafür, diesen Schöpfungsmythos besser begreifen zu können. Dieses Buch ist kein Vers-für-Vers-Kommentar zu Genesis I und es beabsichtigt keine religiös-dogmatische Annäherung an den Text. Auch will Dr. Errico kein bestimmtes konfessionelles Glaubenssystem vertreten. Er will vielmehr helfen aufzuklären, was in der Schöpfungsgeschichte bis heute falsch verstanden wird. Dazu präsentiert der Autor nicht nur Erkenntnisse aus der Bibelforschung, sondern auch aktuelles Wissen aus der Quantenphysik, um seinen eigenen einfachen und inspirierenden Zugang zu den historischen Fakten zu eröffnen. Dr. Rocco A. Errico ist einer der wichtigsten Aramäisch-Gelehrten unserer Zeit. Sein Spezialgebiet ist die Auslegung der Bibel vor dem Hintergrund der antiken semitischen Kultur und der aramäischen Sprache. Seit über 40 Jahren ist er ein begabter Redner, der seine Zuhörer fasziniert und inspiriert, wenn er in ihrem Geist die Welt der Bibel zum Leben erweckt. Er lebt in Atlanta/Georgia, wo er Geistliche ausbildet und Bücher schreibt.

Roland Herpich / Andreas Goetze (Hg.): Toleranz statt Wahrheit?
Herausforderung interreligiöser Dialog
Berliner Reihe für Ökumene, Mission und Dialog, Band 1
256 S., Pb., Wichern Verlag 2013, (erscheint August) 14,95 EUR

Toleranz ist kompliiziert: Wie gehe ich mit denen um, die etwas anderes glauben als ich? Die Beiträge des Bandes bieten jüdische, christliche und muslimische Perspektiven auf die Frage, wie und ob der Wahrheitsanspruch mit Toleranz zusammengeht. Gibt es eine „spirituelle Toleranz“? Was meinen wir, wenn wir von Mission oder interreligiösem Dialog sprechen? Warum soll man überhaupt einen interreligiösen Dialog führen? Der Focus dieses Bandes liegt auf Berlin, der europäischen Stadt mit den meisten Religionsgemeinschaften, und auf neuen spirituellen Zugängen zum Islam.

Marianne Suhr: Wir sind angekommen. Interviews mit Eingewanderten
144 S., Pb., be.bra Wissenschaft Verlag 2013 16,95 EUR

Migration und damit einhergehende Probleme sind jahrhundertealte Phänomene. Gerade die Geschichte Berlins kann nicht losgelöst von der Einwanderung verschiedenster Bevölkerungsgruppen seit der Gründung der Stadt betrachtet werden. Marianne Suhr versammelt in ihrer empirischen Studie 25 Interviews mit Menschen, die nach Deutschland eingewandert sind, zurzeit in Berlin leben und von sich sagen: „Wir sind angekommen“.

Mariola Brillowska: Hausverbot
320 S., geb., Langen Müller 2013 (erscheint Juli) 19,99 EUR

Poesie meets Trash: Ein radikales Romandebüt. Überall, wo Lola erscheint, bekommt sie Hausverbot. 1981 verlässt die Zwanzigjährige ihre Heimat Polen , landet in Hamburg, bewohnt leerstehende Häuser, wird Ladendiebin und zettelt Schlägereien in Clubs an. Hausverbot. Nächste Tür. Auch die Kunstszene, wo sie Fuß zu fassen sucht, empfängt die Drama-Queen nicht mit offenen Armen. Aber sie weiß sich zu wehren und feiert gegen das Scheitern an, mit Chuzpe und Fantasie. Ein radikales Romadebüt, in dem es zur Sache geht: Irrwitzig, schonungslos, durchgeknallt.

Norbert Mappes-Niediek: Arme Roma, böse Zigeuner
Was an den Vorurteilen über die Zuwanderung stimmt
208 S., Pb., Ch. Links Verlag 16,90 EUR

Dieses Buch erschien im letzten Jahr genau im richtigen Moment, als der verstärkte Zuzug von Roma aus Serbien und Montenegro nach Deutschland – speziell ins Ruhrgebiet – einsetzte, und kurz vor der Eröffnung des Berliner Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas und wurde somit ein Erfolgstitel des Links-Verlages, der gleich in die 2.Auflage gehen konnte. Warum kommen die Roma in Osteuropa aus ihrem Elend nicht heraus? Sind sie arm, weil sie diskriminiert werden, oder werden sie diskriminiert, weil sie arm sind? Sind sie arbeitsscheu, kriminell und womöglich dümmer als andere? So wird oft gefragt, wenn auch meistens hinter vorgehaltener Hand. Und die Antwort kennt man natürlich: „Typisch Roma.“ Der langjährige Balkan-Korrespondent Mappes-Niedieck unternimmt einen Faktencheck und kommt zu überraschenden Befunden. Zugleich kritisiert er die europäische Roma-Politik und die von ihr beförderte „Gypsy industry“ fundamental und zeigt alternative Wege auf.

Elisabeth Kaestli: 7 Brüder, 7 Schwestern
Eine kosovarische Familie in der Welt
200 S., farbige Fotos, Limmat 2013 (erscheint im November) 29,50 EUR

Die 14 Geschwister Reka wurden in einem Bergdorf im Kosovo geboren. Armut und politische Unterdrückung zerstreuten sie nach und nach in alle Winde, über die Schweiz und Deutschland bis Kanada. Heute treffen sie sich wieder Sommer für Sommer am großen Gartentisch in Kacanik, dem Städtchen, in dem die Familie ab 1979 wohnte und wo noch zwei Brüder leben. Es ist der Ort der Träume der Emigrierten, der Mittelpunkt des weitgespannten Familiennetzes. Die Geschwister Reka erzählen vom kargen ländlichen Leben in den 1960er Jahren, vom zähen Willen für eine bessere Zukunft, von Emigration und Flucht, von Solidarität, Fremdsein und Dazugehören. Es ist die Chronik einer Großfamilie aus dem Dorf, die zu einer Weltfamilie wurde und die sich ihre Herzlichkeit und den starken Zusammenhalt bewahrt hat.

Timon Perabo, Jeton Neziraj: Sehnsucht im Koffer
Geschichten der Migration zwischen Kosovo und Deutschland
224 S., Pb., be.bra Wissenschaftverlag 2013 19,95 EUR

Das Buch versammelt autobiografische Geschichten von Menschen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten aus dem Kosovo nach Deutschland kamen, die hier ein neues Zuhause gefunden haben oder zurückgekehrt sind. Jeton Neziraj und Timon Perabo haben sie notiert – aus einem kosovarischen und einem deutschen Blickwinkel auf das Thema Migration.

Damir Karakas: Ein herrlicher Ort für das Unglück
280 S., geb., Dittrich 2013 (erscheint September) 19,80 EUR

Karakas schreibt über Menschen aus Osteuropa, die in den Westen stürmen, um ihre Träume zu verwirklichen, und deren Träume sich, dort angekommen, sehr oft in Alpträume verwandeln. Von der Mehrheit der Franzosen als Landstreicher und Penner verachtet und in Paris nicht akzeptiert, erzählt der Autor in seinem autobiografischen Roman von seinem „französischen Traum“, den er vergeblich zu verwirklichen sucht. Im Roman schildert er Paris aus der Sicht des Außenseiters. Paris erscheint als finsteres Loch, in dem sich die Einwanderer einander ähneln. Ein Leben in unerträglichen Wohnverhältnissen, Gelegenheitsjobs am Rande der Legalität. Straßenkünstler werden von der Polizei verfolgt. Der Leser erlebt Straßen und Ecken von Paris, berühmte Touristenziele, die als „Arbeitsplatz“ der Straßenkünstler einen ganz anderen Einblick gewähren. Der Balkan, dessen Armut der Held entflieht, holt ihn in Gestalt von Kriminellen ein. Als er es ablehnt, mit ihnen gemeinsame Sache zu machen, muss er um sein Leben fürchten. Gleichzeitig macht der Protagonist eine Ausbildung an der Universität, besucht die faszinierenden Bibliotheken und Museen, führt intensive Gespräche mit anderen Künstlern. Aber Paris erlebt er als eine fremdenfeindliche Stadt, in der die Einflüsse der herrschenden Politiker und auch die rechtsextreme Partei Front National von Le Pen tiefe Spuren hinterlassen haben. Die Emigranten sind unerwünscht, vor allem, wenn sie aus Ländern stammen, die keine EU-Mitglieder sind. Bei einer Razzia wird der Protagonist von der Polizei abgeführt und grundlos inhaftiert. Die Untersuchungshaft verbringt er in apokalyptischen Katakomben, in denen einst, während der Revolution, die Insassen auf die Guillotine warteten. Trotz legaler Reisepapiere folgt nach einem Prozess die Abschiebung in sein Heimatland.

Zlatko Pakovic: Die gemeinsame Asche
120 S., geb., Dittrich 2013 (erscheint September) 14,80 EUR

Der Roman erzählt über vier Generationen die Geschichte einer Familie. Ein Lebensweg von Serbien in die australische Emigration und wieder zurück in ein Belgrad, das sich – wie in einer futuristischen Vision – während ihrer Abwesenheit in eine kosmopolitische Weltstadt entwickelt hat. Hauptfiguren sind Igor, Ljudmila und Aurora: Der Sohn, der im Laufe des Romans Vater und Großvater wird, die Emigrantentochter und das Enkelkind, das in serbisch-australischer Ehe zur Welt kommt. Es ist ein Roman der Reifungsprozesse, der Beziehungen zwischen Eltern und Kindern. Ein Roman über das Erinnern – und das Vergessen. Pakovic erzählt seine Geschichte in kurzen Bildern und mit sehr reduzierten Erzählaussagen. Die Qualität des Romans liegt in der feinen poetischen Suggestivität seiner Sprache.

Svestislav Basara: Die Verschwörung der Fahrradfahrer
464 S., geb., Dittrich 2014 (erscheint März 2014) 22,80 EUR

„Die Verschwörung der Fahrradfahrer“ ist ein jugoslawischer Kultroman, der im Original vor zwanzig Jahren erschien. Die Geschichte beginnt im staubigen Keller einer Bibliothek in der serbischen Provinz und führt den Leser durch das fantastische Labyrinth einer fiktiven Dokumentation über eine uralte Bruderschaft. Diese geheimnisvolle Organisation – ein mystischer Orden der Fahrradfahrer – leitet, kraft ihrer Beherrschung der Zukunft, die Geschicke der Menschheit. Die Fahrradfahrer treffen sich im Traum, in einer frei schwebenden durchsichtigen Kathedrale, wo sie auch Anweisungen von Ordensmitgliedern aus der Zukunft empfangen. Ebenso satirisch wie phantasievoll lässt der Autor eine Fülle exzentrischer Figuren auftauchen, erfundene und historische Gestalten – von Karl dem Grässlichen über Freud, Nietzsche, Sherlock Holmes bis hin zu Stalin. Basara bedient sich ihrer, um die Einheit von Raum und Zeit in Frage zu stellen, und außerdem die These zu beweisen, dass Geschichte nie objektiv erzählt wird, sondern von jedem, wie es ihm passt.

Manfred Quiring: Der vergessene Völkermord
Sotschi und die Tragödie der Tscherkessen
200 S,, Abb., Pb., Ch. Links Verlag 2013 (Erscheint Oktober) 16,90 EUR

Wenn Wladimir Putin im Februar 2014 die Olympischen Winterspiele in Sotschi eröffnet, wird er weiterhin beharrlich über das Schicksal der Volksgruppe schweigen, deren letzte Hauptstadt Sotschi war und auf deren letzen Schlachtfeldern nun Sportwettkämpfe stattfinden: die Tscherkessen. Im 19.Jahrhundert wurden sie nach mehreren Jahrzehnten russischer Eroberungsversuche zu Hunderttausenden aus ihrer angestammten Heimat im Kaukasus in die Türkei und Nahost vertrieben oder ermordet. Ihre letzten Siedlungsgebiete befanden sich zwischen Kaukasus und Schwarzem Meer. Manfred Quiring erzählt die Geschichte dieses Volkes und wirft einen Blick auf die aktuelle Situation der Tscherkessen, von denen viele wieder in den Kaukasus zurückkehren möchten, was russische Behörden verhindern. Er schildert den Kampf der Tscherkessen um Anerkennung und gegen das Vergessen ihrer Vertreibung und Ermordung. Mit einem Vorwort des Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen, Cem Özdemir, dessen tscherkessische Vorfahren im 19.Jahrhundert aus dem Kaukasus in die Türkei vertrieben wurden. Erste Darstellung auf dem deutschen Markt zu diesem brisanten Thema. Sotschi ist Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2014 und Spielstätte bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2018. Durch populären Stil ideal geeignet für die politische Bildungsarbeit.

Selim Özdogan: DZ
344 S., geb., Haymon Verlag 2013 (erscheint August) 22,90 EUR

Die Geschichte zweier Brüder, eine Geschichte zweier Welten. Um seiner Mutter ihren letzten Wunsch zu erfüllen, macht sich Ziggy auf die Suche nach seinem Bruder Damian. Vor Jahren hat Damian Europa mit seinen strikten Gesetzen und Überwachungssystemen verlassen und eine Heimat in der DZ gefunden, einem Land, das unter der tropischen Sonne Südostasiens ein Leben in Freiheit und grenzenlosen Zugang zu Drogen verspricht. Während Ziggy in eine Welt von Chatrooms und Onlinecommunities einer modernen Drogenszene eintaucht, um dort eine Spur von Damian zu finden, stößt sein Bruder in der DZ auf eine neuartige Substanz, die den Geist für ungekannte Wahrnehmungen und Einsichten öffnet. Rasch erkennt Damian die Macht und die Gefährlichkeit dieser Substanz und beschließt, in den Untergrund abzutauchen. In seinem großen neuen Roman erzählt Selim Özdogan von der schönen neuen Drogenwelt des Internets, der Suche nach dem Glück und brüchigen Utopien. Er nimmt seine Leser mit auf eine atemberaubende Reise, die hinter unsere Horizonte führt.

Blätter für deutsche und internationale Politik 4/13
130 S., Blätter Verlag 2013 9,50 EUR

u.a. „Deutsche auf Widerruf“ (Optionspflicht), Grillos Italien – Patt aus Protest, Islamismus oder neuer Aufbruch? Tunesien zwei Jahre nach der Revolution

Blätter für deutsche und internationale Politik 5/13
130 S., Blätter Verlag 2013 9,50 EUR

u.a. Auf dem rechten Auge blind: Wo steckt der Antisemitismus, Schweden: Migration für Markt und Menschenrechte, Syrien und die iranisch-israelische Koalition, Gegen das teure Leben: Afrika steht auf, Oslo ist tot: Wie weiter, Israel?, Transformation tut Not: 12 Jahre Weltsozialforum, Der argentinische Papst: Zur Ambivalenz von Kirche und Macht in Lateinamerika

Materialdienst. Zeitschrift für Religions- und Weltanschauungsfragen 4/13
Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen 3,00 EUR

u.a. Streitfall islamische Theologie in Deutschland – Mouhanad Khorchides Buch „Islam ist Barmherzigkeit“ und die Folgen, Wie hält es der Staat mit der Religion? – Herausforderungen in einer multireligiösen Gesellschaft,

Materialdienst. Zeitschrift für Religions- und Weltanschauungsfragen 5/13
Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen 3,00 EUR

u.a. Friedensrichter, Streitschlichter, Schariagerichtshöfe – Ist die Rolle der Vermittler auf den säkularen Rechtsstaat übertragbar?, Ein Segen vom Haar des Propheten – der islamische Verein für wohltägige Projekte,

Friedrich Glauser: Der Hellseherkorporal
und andere Geschichten aus der Fremdenlegion
140 S., Limmat 2013 (erscheint im September) 22,80 EUR

Zwei Jahre verbrachte Friedrich Glauser 1921 – 1923 in der Fremdenlegion. An diese Zeit erinnert der große Legionsroman „Gourrama“, aber auch in zahlreichen Erzählungen und Kurzgeschichten hat Friedrich Glauser seine Erlebnisse als Korporal der Fremdenlegion verarbeitet. Am Rand der Sahara stationiert, wurde Glausers Einheit nicht in kriegerische Konflikte verwickelt, die kleine Männerkolonie war mehrheitlich mit sich selbst beschäftigt, der Hierarchie, dem Mangel an Geld, Alkohol und anderen Genüssen, dem Überfluss an Arbeit und langer Weile. Es ist ein kleiner Kosmos von europäischen Männern mit bunten Lebensläufen inmitten arabischer Dörfer und Städtchen.

Walter Posch: Iran am Scheideweg
Zwischen Revolution und islamischem Populismus
200 S., Pb., Dietz Verlag 2013 (erscheint Oktober) 18,90 EUR

Wie gefährlich ist der Iran wirklich? Wohin steuert der Iran? Wer hat das Sagen im Land? Wird es eine Annäherung an die USA geben? Der Iran ist keine religiöse Diktatur, er ist das Land des islamischen Populismus, wo liberale und konservativ-nationale Schiiten um die politische Vorherrschaft ringen. Der Iran ist „jung“ und reich an Öl und Bodenschätzen. Und er ist das Land der Parallelkulturen und Parallelgesellschaften, mit gebildeter, nach Westen orientierter Stadtbevölkerung und Millionen armer, rückständiger Landbewohner. Walter Posch, Iranexperte der Stiftung Wissenschaft und Politik, nimmt die Innenpolitik der Jahre 2007 – 2012 in den Blick, er untersucht die Wahlen, fragt nach den sozialen und kulturellen Verwerfungen unter Ahmadinedschad und den Verbindungen zwischen der iranischen Atom- und Außenpolitik, die trotz verbaler Muskelspiele militärisch immer sehr moderat war. Bis heute hat noch keine iranische Regierung einen Krieg begonnen, und auch der Blick nach Westen scheint nicht so sehr von Stolz und Verachtung, sondern dem Wunsch nach Anerkennung bestimmt zu sein.

Marianne Elliott: Mit dem Herzen einer Kriegerin
Mut und Mitgefühl in Afghanistan
380 S., Pb., Aurum 2013 (erscheint im September) 19,95 EUR

Die bewegende Geschichte einer mutigen Frau. Wie Yoga im täglichen Leben und bei großen Herausforderungen hilft. „Ein tolles Buch; eine Art „Eat,Pray,Love“ in Afghanistan, bei dem es um Leben und Tod geht“ (Susan Pilver, US-amerikanische Bestsellerautorin).
„Alles wird gut gehen, Marianne“, versichert mir mein Chef. „Solange niemand Amanullah Khan umbringt, hast du nichts zu befürchten.“ Um 9 Uhr am Sonntagmorgen macht er sich auf den Weg. Um die Mittagszeit ist Amanullah Khan tot. Im Jahr 2006 arbeitet die neuseeländische Anwältin Marianne Elliott als Menschenrechtsbeauftragte für die Vereinten Nationen in Afghanistan. Kurze Zeit nach ihrer Ankunft, als sie die alleinige Verantwortung für das UN-Büro in Herat übernimmt, wird einer der Stammesfürsten ermordet. Elliott berichtet über ihre Erfahrungen in einem der gefährlichsten Krisengebiete der Welt und darüber, was es heißt, unter großer Belastung sein Herz und seinen Verstand zusammenzuhalten. Es ist die ehrliche und bewegende Geschichte einer Frau, die für Frieden und Gerechtigkeit ihr Leben aufs Spiel setzt. Marianne Elliott aus Neuseeland ist Autorin, Menschenrechtsaktivistin und Yogalehrerin. Nach mehreren verantwortungsvollen Tätigkeiten für die UN unterrichtet sie heute vor allem Yoga und schreibt einen erfolgreichen Blog (www.marianne-elliott.com).

Irene Allenfeld: Der Kipod. Geschichten von Damals
180 S., Pb., Aviva 2013 (erscheint August) 14,90 EUR

Die lose miteinander verbundenen episodenhaften Erzählungen beginnen in der Kindheit der Protogonistin Ruth in der NS-Zeit und führen mit Unterbrechungen bis zum Sechs-Tage-Krieg 1967 in Israel. In den autobiografisch gefärbten Episoden geht es um Zugehörigkeit und Fremdheit, um Konflikte zwischen Siegern und Besiegten und um ein immerwährendes Zwischen-den-Stühlen-Sitzen der Protagonistin Ruth. Ruth wächst im Berlin der Dreißiger Jahre auf. Wegen der jüdischen Wurzeln des bereits als Kind getauften Vaters muss die völlig assimilierte deutsch-jüdische Familie Verfolgung durch die Nationalsozialisten fürchten. Die Kinder lernen, die jüdische Abstammung ihres Vaters nicht zu erwähnen. Nach dem Krieg kommt Ruth unter anderem mit einer Kinderverschickung nach Norwegen und erfährt später als Au-Pair-Mädchen in Paris, mit welchen Vorurteilen das französische Bürgertum lebt. Auf ihren Reisen nach Jerusalem sucht sie das Judentum und entdeckt gleichzeitig das Schicksal der Palästinenser. Sie erkennt bald, wie unentwirrbar der Konflikt zwischen diesen beiden Völkern ist, mit denen sie die große Liebe zum Land Israel teilt. Eindrucksvolle Kehrtwendungen und nicht ohne Stacheln – „Kipod“ bedeutet auf Hebräisch Igel. Geschichten von Damals, aber nicht von gestern.

Yigal Blumenberg / Wolfgang Hegener (Hrsg.)
Die „unheimliche“ Beschneidung.
Aufklärung und die Wiederkehr des Verdrängten
160 S., Pb., Brandes & Apsel 2013 (erscheint September) 15,90 EUR

Fünf Autoren aus den Bereichen Kultur- und Erziehungswissenschaften, Judaistik und Psychoanalyse gehen den Fragen und Argumenten nach, die in der Debatte um die Beschneidung von männlichen Säuglingen in der jüdischen Tradition eine zentrale Rolle spielen. Sie wollen aber auch eine offenkundige Wissenslücke schließen, die sich deutlich bemerkbar gemacht hat. Ein genuin aufklärerisches Werk! Wenn auch mittlerweile der Gesetzgeber die medizinisch nicht indizierte Beschneidung legalisiert hat, so darf vermutet werden, dass diese Debatte in der deutschen Gesellschaft noch kein Ende gefunden hat. Es spricht Vieles dafür, dass in dieser hitzigen Auseinandersetzung Geschichte wiederkehrt und mit dem Hinweis auf die sog. „Auschwitzkeule“ oder dem Vorwurf einer (sexuellen) Traumatisierung zurückgewiesen wird. Nicht selten entsteht der Eindruck, dass viele Diskutanten eher mit ihren eigenen Problemen beschäftigt sind und nicht den konkreten Dialog mit Juden (aber auch mit Muslimen) suchen. Die Autoren versuchen, u.a. auf diese Fragen Antworten zu formulieren: Wie hat sich die Tradition christlicher Stereotype über die jüdische Tradition entwickelt? Was ist jüdische Tradition? Ist sie Ausdruck einer überkommenen patriarchalen Religion?

Terra Incognita? Der Treffpunkt schwarzer Frauen
250 S., Fotos, geb., Limmat 2013 (erscheint Dezember) 34,00 EUR

sichtbar – unsichtbar – Schwarze Frauen in der Schweiz. Im Jahr 1993 wurde der Treffpunkt Schwarzer Frauen in Zürich gegründet. Die Aktivistinnen engagierten sich in konkreter frauenpolitischer Arbeit, berieten Migrantinnen, unterstützten schweizerische Institutionen und bekämpften rechtliche und gesellschaftliche Diskriminierung Schwarzer Frauern. 1997 wurde ihnen der erste Förderpreis der Stadt Zürich für die Gleichstellung verliehen. Die Beratungsarbeit des Treffpunkts hat vielen Schwarzen Frauen in den letzten zwanzig Jahren ihre Integration in die schweizerische Gesellschaft erleichtert – und tut dies immer noch. „Es gibt über 519 Millionen 870 Tausend Schwarze Frauen auf diesem Planeten. Mehr oder weniger. Es gibt sie auf allen sieben Kontinenten, in fast jedem Land. Also egal, wohin wir gehen, eine von uns war schon dort.“ (Sandra Sharp, 1993). In der Schweiz wurden Schwarze Frauen lange nicht zur Kenntnis genommen, sondern allenfalls neugierig beäugt. Fehlende Wertschätzung erzeugte Verunsicherung und Isolation, Isolation wiederum Abhängigkeit von Ehemännern und Arbeitgebern. Die Eröffnung des Treffpunkts Schwarzer Frauen 1993 in Zürich sollte dies entscheidend ändern. Der Treffpunkt feiert dieses Jahr sein zwanzigjähriges Bestehen. Das Buch dokumentiert die Arbeit der Aktivistinnen und beleuchtet die Geschichte und Situation Schwarzer Frauen in der Schweiz. Thematische Artikel, Portraits und Gespräche zeichnen ein facettenreiches Bild ihrer Lebenswelten.

Ines Neubauer: Prostitution in Bamako, Mali
Akteurinnen zwischen Geld und Moral
144 S., Pb., Brandes & Apsel 2013 (erscheint September) 17,90 EUR

Ein differenziertes Bild jenseits gängiger Klischees auf die Prostitution in Malis Hauptstadt Bamako. Ines Neubauer kommt zu einem Schluss, der weit verbreiteten Auffassungen widerspricht: Sie beschreibt eine, wenn auch keineswegs konfliktlose, Einbindung der Prostitution in eine afrikanische Stadtgesellschaft und weniger deren Ausgrenzung und Unterdrückung. Menschenhandel, Sklaverei, Armut, Unterdrückung und sexuelle Ausbeutung der Frau in patriarchalen Gesellschaften. Das sind die mit Prostitution in Afrika überlicherweise verbundenen Assoziationen. So unbestritten das alles, oft in erschreckenden Dimensionen, existiert, bleibt doch die Frage, ob das unhinterfragt zu verallgemeinern ist. Ines Neubauer war vor Ort in Bamako und ist dem nachgegangen. Sie hat mit Prostituierten gesprochen, ihren Kunden, Polizisten und Vertretern von NGOs und auch mit unbeteiligten Bürgern. Herausgekommen ist ein facettenreiches Bild: Prostitution ist in Bamako kein gesellschaftlich scharf um- und abgegrenzter Beruf, sondern in das soziale Netz der Stadt verwoben, in dem Prostituierte eher informell aktiv sind und kaum von Zuhältern drangsaliert oder rechtlichen Zwängen unterworfen werden.

Andrea Jeska: SIMBABWE – Agonie oder Aufbruch?
180 S., Pb., Brandes & Apsel 2013 (erscheint August) 19,90 EUR

Wie konnte es soweit kommen, dass Simbabwe nach der kolonialen Befreiung zu einem unfreien Staat mit einer kleptokratischen Nomenklatura wurde? Die Journalistin Andrea Jeska kennt das Land gut, sie lässt Farmer und Politiker, Anwälte, Frauenrechtlerinnen und Priester zu Wort kommen. Simbabwe ist nicht Mugabe, und seine Macht ist brüchig. Hinter den Kulissen findet längst eine Entwicklung ohne ihn statt. Seit mehr als 20 Jahren liegt Simbabwe in zivilisatorischen Trümmern. Die einstige Kornkammer des südlichen Afrikas ist ein Armenhaus, Menschenrechte werden missachtet, Lebenserwartung und Alphabetisierungsrate sind geschrumpft, die Wirtschaftskraft ist flügellahm. Aufstieg und Untergang hängen am Staatspräsidenten Robert Mugabe. Einst Befreier von weißer Herrschaft, ist er längst der Unterdrücker seines Volkes. Doch auch in diesen Zeiten der kollektiven Angst beweisen die Menschen Courage und Fantasie. Simbabwe liegt geostrategisch im Zentrum internationalen Begehrens. Ausländische Investoren stehen bereit, angelockt von Gold und Diamanten, Platin und Kupfer. Unter einer neuen Regierung könnte Simbabwe ein Modellland für gerechte Landaufteilung werden. Von der gegenwärtigen Umverteilung von Ackerflächen profitieren die Kleinbauern.

Galsan Tschinag: Houguvaj
Schamanengesänge für Himmel und Erde
60 Min, CD, Aurum 2013 14,95 EUR

Gedichte und Gesänge des mehrfach ausgezeichneten Bestsellerautors. Authentische Klänge einer ursprünglichen Kultur. Die Originalstimme des großen Schamanen. Galsang Tschinag ist Herz und Rückgrat seines Volkes und Wanderer zwischen Ost und West, der Nomaden- und der Fortschrittswelt, ist Dichter, Häuptling, Schamane. Die Tuwa-Nomaden pflegen einen achtsamen Umgang mit der Erde und all ihren Geschöpfen. Die tiefe Anerkennung der Erde wird zur Dankbarkeit und spirituellen Haltung. Galsan Tschinag, eigentlich Irgit Schynykbajoglu Dschurukuwaa, wurde 1943 in der Mongolei als Sohn tuwinischer Nomaden geboren, mit 4 Jahren begann seine Ausbildung zum Schamanen. 1962 studierte er ein Leipzig Germanistik. Von ihm sind 30 Bücher in deutscher Sprache erschienen. Galsan Tschinag lebt in Ulan Bator / Mongolei und bei den Tuwa-Nomaden des Hochaltai.

Christoph Moeskes (Hg.): Nordkorea – Einblicke in ein rätselhaftes Land
200 S., farbige Abb., Pb., Ch. Links Verlag 2013 (erscheint Oktober) 19,90 EUR

Nordkorea gilt als rätselhaftes Land. Es bedroht die Nachbarn mit der Atombombe, kann seine Bevölkerung nicht ausreichend ernähren und betreibt geheime Straflager. Gleichzeitig wird das Bild einer heilen Welt vermittelt, huldigen Staat und Einwohner dem gerade amtierenden Führer wie einer Gottheit – nach Kim Il Sung und seinem Sohn Kim Jong Il nun dessen Sohn Kim Jong Un. Schrill die Aufmärsche, bis zu 20 Meter hoch die Statuen, beängstigend präzise die Massengymnastik. Trotz der vorsichtigen Öffnung scheint die Demokratische Volksrepublik noch immer wie von einem anderen Stern. Die 3., aktualisierte und vollständig überarbeite Auflage dieses Bandes versammelt Berichte von 20 Autoren – Journalisten, Wissenschaftler, Mitarbeiter von Hilfswerken, Künstler und Touristen -, die ein überraschend facettenreiches Bild von der Lebenswirklichkeit Nordkoreas zeichnen.

Daniel de Roulet: Kamikaze Mozart
280 S., geb., Limmat Verlag 2013 (erscheint im September) 31,80 EUR

Eine kleine Kriegsmusik: „So wurde uns die Geschichte der Atombombe noch nie erzählt“ (Aux Arts). Fumika, japanische Musikstudentin in Berkeley, verliebt sich in den Schweizer Physiker Wolfgang, der im Team von Robert Oppenheimer an der Atombombe baut. In Japan hat ihre Familie für sie einen Mann bestimmt, den sie noch nie gesehen hat und der Kamikaze-Anwärter bei der Luftwaffe ist. Nach dem Überfall der Japaner auf Pearl Harbour wird Fumika mit den anderen 130.000 „feindlichen Elementen“ interniert. In der Wüste von Santa Fe, wo die Internierten beim Bau von Wolfgangs Reaktor eingesetzt werden, sehen sie sich wieder. Wolfgang hat sich inzwischen ganz in den Dienst der „Bombe gegen die Nazis“ gestellt, und die Liebe zu einer „Feindin“ bringt ihn jetzt in Schwierigkeiten. „Kamikaze Mozart“ ist ein virtuoser Roman über das Wettrennen um die Atombombe: von Lise Meitners Entdeckung der Atomspaltung über den nicht mehr kriegsnotwendigen Abwurf der Atombome bis zur Kernschmelze in Lucens 1969, in der die Schweizer Träume von der „Bombe“ untergingen.

Alfonsina Storni: Cuca
Erzählungen, Kolumnen, Provokationen
240 S., geb., Limmat Verlag 2013 (erscheint Oktober) 29,90 EUR

Zum 75.Todestag am 25.Oktober 2013 erstmals auf Deutsch: Prosa von Alfonsina Storni. Das Lied „Alfonsina y el mar“ ging mit Mercedes Sosa um die Welt, doch wer kennt Alfonsina Storni, eine der Wegbereiterinnen der lateinamerikanischen Literatur in Argentinien? Dieser Band legt erstmals Erzählungen, Kolumnen, Essays, Aphorismen und Gedichte auf Deutsch vor, die für Stornis Selbstverständnis, ihre Tessiner Herkunft und ihr Naturverständnis bedeutsam sind, darunter auch einige Neuentdeckungen. Rund 20 Jahre lang schrieb Alfonsina Storni für argentinische Wochenzeitschriften und Zeitungen, so auch in der wichtigsten Tageszeitung „La Nacion“. Darin erforschte sie die Goldenen Zwanziger Jahre in Buenos Aires, sie beobachtete die Menschen im Großstadtdschungel, die Frauen, die Männer, beim Flanieren, beim Shopping, beim Tango, aber vor allem bei der Arbeit. Sie schrieb kämpferisch, aber leicht und mit einer unnachahmlichen Ironie über die Geschlechterverhältnisse. Auch ihre Erzählungen sind spielerische Experimente und nähern sich teilweise dem Surrealismus an.

BRASILIEN
Gastland der Frankfurter Buchmesse 2013 und Gastgeber der Fußball-WM 2014 sowie der Olympischen Sommerspiele 2016

Jens Glüsing: Brasilien – Ein Länderportrait
200 S., Pb., Ch. Links Verlag 2013 (erscheint Oktober) 16,90 EUR

Geschrieben von Spiegel-Korrespondent Jens Glüsing, der seit über 20 Jahren in Brasilien lebt. „Brasilien ist kein Land für Anfänger“, hat der große Bossa Nova – Komponist Antonio Carlos Jobim („The Girl from Ipanema“) einmal gesagt. Es blickt mehr nach innen als nach außen, es ist sich selbst genug. Den Europäern diente Brasilien immer als Projektionsraum ihrer eigenen Sehnsüchte und Ängste. Heute ist das größte Land Lateinamerikas ein aufkommender Wirtschaftsgigant und rückt in den nächsten Jahren als Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und der Olympischen Spiele 2016 in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. Jens Glüsing entwirft sein Brasilienbild einerseits aus der Sicht eines Korrespondenten – also mit dem Blick nach außen; gleichzeitig versucht er das Land von innen zu verstehen – aus der Sicht eines Deutschen, der seit über zwanzig Jahren dort lebt. Glüsing kennt fast alle Winkel dieses Riesenlandes und schildert seine sehr persönlichen Eindrücke in Reportageform. Ein Buch für Touristen und für solche, die gekommen sind, um zu bleiben.

Stefan Zweig: Brasilien. Land der Zukunft
4 CDs, 320 Min., Audiobuch Verlag 2013 (erscheint September) 19,95 EUR

Lesung in Auszügen. Stefan Zweig reiste in den 30er Jahren mehrfach nach Südamerika, begeisterte sich für Kultur und Lebensart der Brasilianer und schrieb einen Klassiker der Reiseliteratur: „Brasilien. Land der Zukunft“. In brillantem Stil erzählt er anschaulich von portugiesischen Abenteurern, begeisterten Missionaren und gierigen Goldgräbern. Später geht es dann um Kaiser, Kaffee und Kautschuk. Die Schattenseite der Entwicklung: Sklaverei. Doch als Zweig in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts Rio besucht, lernt er eine tolerante Gesellschaft kennen, die ihm, dem in Europa Verfolgten, Hoffnung für die Zukunft gibt.

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Kultur- und Veranstaltungs GmbH,
Von Steuben Str.5, 67549 Worms
Berthold Röth Tel. 06241-2000-314
e-mail: berthold.roeth@kvg-worms.de

Eine Antwort to “Interkulturelle Buchneuheiten Liste 33”

  1. wormsverlag Says:

    „Wieder sehr interessante Buecher dabei…Danke Berthold!“ Carlo Riva, Worms

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