Archive for November 2012

Interkulturelle Buchneuheitenliste 28

November 28, 2012

Die vorhergehenden Listen können noch allesamt im Archiv unter wormsverlag.wordpress.com abgerufen werden.

Thea Dorn / Richard Wagner: Die deutsche Seele
560 S., geb., Knaus Verlag 26,99 EUR

Thea Dorn / Richard Wagner: Die deutsche Seele
Limitierte Schmuckausgabe mit CD „Die Musik der deutschen Seele“

568 S., Schmuckleinen mit Goldprägung im Schuber 39,99 EUR
Der Bestseller erstmalig in einer limitierten Schmuckausgabe mit CD „Die Musik der deutschen Seele“

Ernst Kretschmer: LKW
448 S., geb., Axel Dielmann Verlag 22,00 EUR
Der Roman LKW erzählt die Geschichte des jungen Karl Krüger, der viele Jahre lang als LKW-Fahrer unterwegs war, für Bauunternehmen, Möbel- und Stückgutspeditionen zwischen Deutschland, Frankreich und Italien. Darüber hat er viel erlebt, ist älter und reifer geworden, und nun schickt er sich an auf seine letzten Fahrt nach Mailand zu gehen. Denn er hat sich unterwegs verliebt – in eine Italienerin. Auf dieser Fahrt erinnert sich Karl an ein wildes, aber auch poetisches Leben auf den Straßen und Pässen Europas. Aber das sitzt ein bocksfüßiger Beifahrer mit in der Fahrerkabine, der Kiepenkerl. In Karls Kindheit stand er für Unheil im Leben, nun bietet er Rat und Beistand bei der Ordnung der Erinnerungen: Während die Dörfer sich in ihre Mulden duckten, die Lichter zusammenrückten und Rauchzeichen gegen den Himmel sandten, teilte der Kiepenkerl dem Fahrer Karl eine runzlige Offenbarung mit. „Im Geist der Fahrenden“, sagte er, „verschlingen sich Anfang und Ende. Im Aufbruch wirft er immer schon seine Ankunft voraus und ruft so die Zeit an seine Seite..Die Zeit..ist ein entzückendes Geschöpf. Einfühlsam und anschmiegsam, ist sie bereit sich hinzugeben. Sie will jedoch, sonst wird sie kühl, umschmeichelt und umbuhlt sein“.

Dante Andrea Franzetti: Der Großvater
100 S., Pb. , Lenos 2012 9,95 EUR
Von der Suche nach den familiären Wurzeln in einer anderen Kultur handelt dieser Roman. Aus Bruchstücken und Episoden, an die sich der Enkel erinnert, entsteht das Bild des Großvaters, des Sohns armer Bauern und Pächter, der es in Limoli zum ersten Maurer bringt und der doch, genau wie vor ihm sein Vater, in lebenslänglicher Abhängigkeit von der Familie Falcetta bleibt. Denn den Falcetta gehört das Land und die einzige Fabrik, ihnen gehört das Dorf. Wer ihnen entkommen will, wandert aus. Der Großvater versucht sich eine Zeitlang in der kalten Fremde, geht als Saisonarbeiter nach Zürich, das für ihn immer Zurigo heißen wird. Seine Enkel leben später in dem fremden Land und sind nur noch in den Ferien im Haus des Großvaters zu Besuch. Die Geschichten, die er ihnen erzählt, die Bilder, die sich damit einprägen, werden ihnen zur Heimat. In seinem vielbeachteten Erstling verarbeitet Dante Andrea Franzetti interkulturelle Erfahrungen seiner Generation.

Martina Sochin
„Man hat es doch hier mit Menschen zu tun!“
Liechtensteins Umgang mit Fremden seit 1945

400 S., geb., Chronos 2012 39,50 EUR
Seit Beginn der Nachkriegszeit wurde Liechtenstein verstärkt zum Zielland von Zuwanderern aus ganz unterschiedlichen Kontexten. Gründe, nach Liechtenstein zuzuwandern, gab es einige: Die prosperierende Wirtschaft und die damit verbundene gute Arbeitsmarktlage, die Liebe oder aber auch der Zwang, aus der alten Heimat in eine neue flüchten zu müssen. Der Ausländeranteil war in Liechtenstein im Vergleich zu seinen Nachbarstaaten schon zu Beginn des 20.Jahrhunderts relativ hoch. Seit den 1970er Jahren hat er sich bei rund einem Drittel der Wohnbevölkerung eingependelt. Die Studie geht der Frage nach, wie die liechtensteinische Gesellschaft mit den verschiedenen Migranten- und Flüchtlingsgruppen umging. Wer galt in Liechtenstein als „fremd“? In Bezug auf wen sprach die liechtensteinische Gesellschaft von „Überfremdung“? Und wem wurde der Zugang zur Gesellschaft Liechtensteins erleichtert, ermöglicht oder auch verwehrt? Gegliedert in drei Formen der Zuwanderung, nämlich die Heiratsmigration, die italienische Arbeitsmigration und die Flüchtlingsmigration, bereitet die Studie eine Vielzahl von staatlichen, institutionellen, aber auch privaten Quellen auf und spannt den Bogen von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die Gegenwart.

Britta Gerber / Damir Skenderovic (Hg.)
Wider die Ausgrenzung – für eine offene Schweiz
Beiträge aus historischer, sozial- und rechtswissenschaftlicher Sicht

390 S., 3 Bände in Schuber, Chronos Verlag 2011 39,50 EUR
In den letzten Jahren ist der Umgang mit dem „Fremden“ in den Mittelpunkt von Politik und Öffentlichkeit gerückt. Ob Debatten zu Religionsfreiheit, Sozialstaat, Schulfragen oder öffentlicher Sicherheit – Stigmatisierung und Ausgrenzung finden zunehmend Akzeptanz und lenken von den eigentlichen gesellschaftlichen Herausforderungen ab. Mit diesen Entwicklungen hat sich die historische, sozial- und rechtswissenschaftliche Forschung in der Schweiz in zahlreichen Beiträgen auseinandergesetzt, von denen hier eine wichtige Auswahl zusammengestellt wurde.

Reinhard Pohl: Interkulturelle Kompetenz
48 S., brd-dritte-welt.de 2011 2,00 EUR
Was ist interkulturelle Kompetenz, wozu ist sie nützlich, wie kann man sie lernen? Was ist Kulturalismus? Gibt es einen Kampf der Kulturen? Sind Menschen multikulturell? Oder transkulturell? Was bin ich?

Werner Pieper (Hg.): Der stolze Finger
Gesten – Gebärden – Beleidigungen

Die Grüne Kraft, illustriert ca. 12,50 EUR
Wir gestikulieren unbewusst – aber viel. Nach der Lektüre dieses Buches bewusster. Warum heißt z.B. der gestreckte Mittelfinger nur im Deutschen „Stinkefinger“ und kostet im Straßenverkehr ein mehrfaches traditioneller Gesten? Inhalt: Gesten und Gebärden des Menschen – Die Geste als solche – Gebärden – Alle Finger sind schon da..konkrete Fingergesten – Vorsicht! Potentiell: in anderen Kulturen, gefahrenschwangere Gesten – Heilbringende Gesten: Mudras – Handlungen – Die Finger, die Antennen zur Welt – Der und die Finger in Aberglaube – Psychologie – Medizin – Forschung & anderswo – Der stolze Finger in der Welt – der deutsche Stinkefinger – Beleidigung? Nein Danke! – Recht & Unrecht – Der Finger in Kunst & Literatur

Verband binationaler Familien und Partnerschaften (Hrsg.)
Binationaler Alltag in Deutschland
Ratgeber für Ausländerrecht und Internationales Familienrecht

8.aktualisierte und überarbeitete Auflage
224 S., Pb., Brandes & Apsel 19,90 EUR
Verständlich geschrieben bereitet der Ratgeber die Probleme im Alltag anschaulich auf und bietet Informationen zum Ausländer- und Familienrecht, die binationale Familien und Partnerschaften betreffen. Dabei finden die Regelungen der Europäischen Union Eingang, womit der Bedeutung europäischer Politik und rechtlicher Einflüsse auf die Mitgliedsstaaten Rechnung getragen wird.

Tatiana Lima Curvello / Martin Merbach
Psychologische Beratung bikultureller Paare und Familien
Anforderungen, Kompetenzen, Methoden
Herausgegeben vom Verband binationaler Familien und Partnerschaften

220 S., Pb., Brandes & Apsel 19,90 EUR
Jede vierte Eheschließung in Ballungsräumen ist binational. Daher liegt es nahe, dass auch bikulturelle Paare und Familien immer häufiger psychologische Beratung nachfragen oder auf der Suche nach qualifizierten familientherapeutischen Angeboten sind. Das stellt besondere Anforderungen an die Therapeuten und Beratungsdienste.

Werner Pieper (Hg.)
Aus den Vorhaut Akten

Grüne Kraft, 100 S. 9,00 EUR
Mit Texten von Heathcote Williams u.a. Es ist zum aus der Vorhaut fahren! Vorstellung unterschiedlicher Beschneidungstechniken; Beschneidungsverschwörung in den USA; ein Rundschlag durch die Beschneidungsszenen aller Kontinente; Interview mit einem Damaszener Beschneider; Theorie zur „Enthauptung“ des Mannes; Sensationelles zur hochheiligen Vorhaut Christi; Illustrationen vom Tode der Vorhaut… Dieses Buch ist – natürlich – unbeschnitten. „Williams empathischer Text und das angefügte Material zur Theorie und Praxis der Enthauptung des Mannes zeigen, dass es tatsächlich keinen vernünftigen Grund zu geben scheint, Mutter Natur ausgerechnet an der für ihre eigene Hervorbringung wichtigsten Stelle zu korrigieren“ (taz). Aus dem Inhalt: Beschneidungstechniken – Schmerz – Vorhaut – Rebirthing – Das Kind in Brauch und Sitte der Völker – Theorien zur „Enthauptung“ des Mannes – Afrika: Beschneidung in Togo, Uganda, Kenia – USA: Die Verstümmelungsverschwörung – Arabien: Interview mit einem Damaszener Beschneider u.v.m.

Ulrich Holbein: Stümpfe & Rümpfe
Plädoyer gegen den Beschneidungswahn

Grüne Kraft 5,00 EUR

Ansgar Martins: Rassismus und Geschichtsmetaphysik
Esoterischer Darwinismus und Freiheitsphilosophie bei Rudolf Steiner

176 S., Schriftenreihe Kontext Nr. 13, Info 3-Verlag 2012 14,80 EUR
In der öffentlichen Debatte um die Anthroposophie spielt der Vorwurf des „Rassismus“ gegen Steiner und seinen esoterischen Nachlass immer wieder eine Rolle. Neben polemischen Anschuldigungen und apologetischen Entgegnungen hat die Diskussion darüber zwar einige wissenschaftliche Untersuchungen hervorgebracht. Aber auch hier gibt es noch Leerstellen. So ist bisher Steiners Aneignung und Wiedergabe der theosophischen „Wurzelrassen“-Lehre nach 1900 nur sporadisch erforscht. Vor allem aber fehlt eine chronologische und werkimmanente Nachzeichnung von Steiners über die Jahre schwankender Position zur „Rassenfrage“. Diese wird mit der Studie von Ansgar Martins nun erstmals vorgelegt. Auch die immanenten Konsistenzanforderungen seiner jeweils zeitaktuellen Ideenpolitik und Weltanschauungsproduktion sind von Bedeutung für die Konstruktion seiner konkreten Modelle zur Erklärung der „Rassen“. Schließlich versucht der Autor, den scheinbaren Widerspruch zwischen Steiners rassistischen Ressentiments und seinem Anspruch auf Universalität und eine „Philosophie der Freiheit“ zu erklären. Das Buch streift darüber hinaus auch die Verwurzelung „rassischen“ Denkens in der neuzeitlichen Esoterik, Steiners Gesellschaftsutopie der Sozialen Dreigliederung, die anthroposophische Rezeption von Steiners Rassentheorien nach seinem Tod und jüngere Versuche einer anthroposophischen Aufarbeitung.

Peer Zickgraf: Völkerschau und Totentanz
Deutsches (Körper-) Weltentheater zwischen 1905 und heute

144 S., Pb., Jonas Verlag 20,00 EUR
Das Buch ist eine Reise in Zwischenreiche. Es erkundet Zoologische Gärten, in denen Menschen aus Kolonialgebieten bis in die 30er Jahre unseres Jahrhunderts zusammen mit exotischen Tieren ausgestellt wurden. Doch die Faszination und die Zurschaustellung des „Fremden“, „Anderen“, die in den Völkerschauen exotisch verklärt inszeniert wird, ist nur die eine Seite. In den deutschen Kolonien erfährt das „Fremde“ in seiner konkreten körperlichen Realität durch Tötung, Ausbeutung, Kolonisierung und kulturelle Assimilation eine Behandlung, die auf sein Verschwinden abzielt. Insbesondere wurden Mediziner in dem kolonialen rechtsfreuen Raum aktiv, indem sie großangelegte medizinische Versuche an der Bevölkerung durchführten. Viele dieser ehemaligen aufstrebenden Tropenärzte fanden später im Nationalsozialismus ein Umfeld, in dem sie ihre Menschenversuche, nun in den deutschen Konzentrationslagern, fortführen konnten. Nach 1989, in einem negativ aufgeladenen kulturellen und politischen Klima, in dem wieder vermehrt Nationalismus und Fremdenhass verbreitet sind, betrat Gunter von Hagens mit seinen „Körperwelten“ plötzlich die Bühne. Mit seinen toten Körpern, die er gleich Frankenstein erschafft und jeglicher Würde beraubt, feiert er beim staunenden Publikum große Erfolge. Der Autor geht in seinem Buch den Mechanismen nach, die diesen Umgang mit dem Körper auslösen.

Atlas der Globalisierung: Die Welt von morgen
Le Monde diplomatiique
taz.die tageszeitung 2012
176 S., gebundene Ausgabe 24,00 EUR
176 S., großformatiges Paperback 14,00 EUR

Ian Morris: Wer regiert die Welt?
Warum Zivilisationen herrschen oder beherrscht werden

656 S., Pb., limitierte Sonderausgabe Campus 2012 15,99 EUR

John Darwin: Der Imperiale Traum
Die Globalisierungsgeschichte großer Reiche 1400 – 2000

544 S., Pb., limitierte Sonderausgabe Campus 2012 19,99 EUR

Jane Burbank / Frederick Cooper
Imperien der Weltgeschichte
Das Repertoire der Macht vom Alten Rom und China bis heute

612 S., geb., limitierte Sonderausgabe Campus 2012 39,90 EUR

Geert Mak: Was, wenn Europa scheitert?
144 S., Pantheon Verlag 2012 9,99 EUR
Der niederländische Autor beschreibt die Vergangenheit Europas und geht dann auf die sehr unsichere Zukunft ein.

Ilma Rakusa / Michael M. Thoss (Hrsg.): Hotel Europa
192 S., geb., Verlag das Wunderhorn 19,80 EUR
Die Metapher vom „Europäischen Haus“ geht auf die Türkenkriege zurück. Bis heute wird sie bemüht, um die Einheit Europas zu beschwören. Doch wer möchte schon im feuchten Keller Miete zahlen, wenn der reiche Nachbar zur Party in die bel ètage einlädt? Neue Bilder sind vonnöten, um das (noch) friedliche Zusammenleben in Europa zu versinnbildlichen und sinnlich zu machen: Da passt die Vorstellung von einem temporär genutzten Hotel mit gemeinsamen Speisesaal ganz gut und hilft, Nachbarschaftsstreitigkeiten zu vermeiden. 13 Autorinnen und Autoren schildern in „Hotel Europa“ ihre überraschenden und befremdlichen Erlebnisse.

Winfried Schneider-Deters: Die Ukraine
Machtvakuum zwischen Russland und der Europäischen Union

639 S., Pb., BWW – Berliner Wissenschaftsverlag 2012 59,00 EUR
Die Integrationskonkurrenz zwischen den beiden Attraktionspolen Brüssel und Moskau um die Ukraine hat sich seit der Wahl von Wiktor Janukowytsch zum Präsidenten im Februar 2010 intensiviert. Mit dem Abschluss der Verhandlungen über ein Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union führte der vermeintlich „pro-russische“ Janukowytsch die Ukraine bis an die Schwelle des EU-Binnenmarktes; gleichzeitig hat er durch die Monopolisierung der staatlichen Macht in seiner Hand sein Land von der politischen Wertegemeinschaft „Europa“ entfernt. Die Ukraine ist deshalb nicht nur außen- und sicherheitspolitisch ein Machtvakuum; sie ist auch innenpolitisch ein instabiles Stück „Zwischeneuropa“. Die Innenpolitik der Ukraine ist untrennbar verflochten mit ihrer Außenpolitik. Die Unterzeichnung und Ratifizierung des paraphierten Assoziierungsabkommens werden von Seiten der EU von der Herstellung der politischen Ordnung abhängig gemacht, die „europäischen“ Normen entsprechen. Der nächste „Demokratietest“ war die Parlamentswahl im Oktober 2012. Mitschuldig an der gegenwärtigen politischen Misere der Ukraine ist die verfehlte Ukrainepolitik der EU, die unter „europäischer Integration“ die dauerhafte Ansiedlung der Ukraine in ihrer „Nachbarschaft“ versteht.

Lindita Arapi: Schlüsselmädchen
208 S., geb., Dittrich Verlag 19,80 EUR
In einer kleinen albanischen Stadt betrachtet das Mädchen Lodja Lemani die Welt vom Küchenfenster des Elternhauses aus. Sie darf nicht nach draußen mit anderen Kindern spielen, flaniert nicht, schön gekleidet wie ihre Freundinnen, auf dem ersehnten Abendgiro. Ihre Familie hat eine „schwarze Biografie“. Als junge Frau begibt sich Lodja auf Spurensuche, nähert sich der dunklen Vergangenheit ihrer Familie. Und dann bricht auch ihre Mutter ihr Schweigen.

Ana Djokic: Rezepte fürs Glück
196 S., geb., Leipziger Literaturverlag 24,95 EUR
Vier Frauen, die in Belgrad zusammen zur Schule gegangen sind, erzählen ihr Leben: Eine ist nach Zagreb gegangen, hat dort ihren Mann verlassen und kehrt in die Heimatstadt zurück. Die zweite arbeitet als Veterinärin auf einer Rinderfarm. Die dritte ist eine ambitionierte, aber erfolglose Fotografin. Und die vierte ist eine erfolgreiche TV-Moderatorin. Wenige Tage vor der NATO-Bombardierung treffen sich die vier Freundinnen in Belgrad und stellen ernüchtert fest, wo sie im Leben stehen. Ana Djokic zeigt, dass man über große Themen unterhaltsam schreiben kann. Besonders meisterhaft sind die Dialoge im Slang. Djokic schreibt freimütig über Sexualität, ohne die anderen Aspekte der Körperlichkeit auszusparen. Ihre Protagonistinnen, die keine Heldinnen spielen, sind mutig. Sie stellen sich selbst in Frage und kämpfen sich durch den Alltag. Zum ersten Mal wird in Kroatien über den Standpunkt von bürgerlichen Familien zum Krieg und zum Zerfall Jugoslawiens gesprochen.

Sandrine Fabbri: Noras Mails
280 S., geb., Lenos 2012 19,90 EUR
Sandrine Fabbri, geboren 1963 in Genf, war Theaterkritikerin, später Feuilletonjournalistin und Übersetzerin. „Ich habe keine Muttersprache, kein Vaterland. Ich habe meine Sprache, die mein Land und mein Haus ist“ (Sandrine Fabbri). Nora, die einsame Tochter eines jugoslawischen Emigranten und einer Schweizerin, die Selbstmord beging, liebt Männer, Wodka und Sex. Um zu vergessen, lebt sie intensiv und trinkt sich dabei fast zu Tode. Sie begibt sich auf die abenteuerliche Suche nach einer Heimat und findet diese nicht an Orten oder bei Menschen, sondern in der französischen Sprache. Schnell, beinahe atemlos liest man sich durch ihre Mails, die das Bild einer wilden und verletzten Frau entstehen lassen. Einer Frau, deren Alltag provokant und spannend geschildert wird und deren Suche nach Liebe und Heimat schmerzhaft vor Augen führt, wie man in einer vertrauten Kultur fremd bleiben kann. Die Autorin entwirft in „Noras Mails“ die Geschichte einer leidenschaftlichen Frau, die sich ihren Ängsten stellt.

Norbert Mappes-Niediek: Arme Roma, böse Zigeuner
Was an den Vorurteilen über die Zuwanderung stimmt

208 S., Pb., Ch. Links Verlag 16,90 EUR
Warum kommen die Roma in Osteuropa aus ihrem Elend nicht heraus? Sind sie arm, weil sie diskriminiert werden, oder werden sie diskriminiert, weil sie arm sind? Sind sie arbeitsscheu, kriminell und womöglich dümmer als andere? So wird oft gefragt, wenn auch meistens hinter vorgehaltener Hand. Und die Antwort kennt man natürlich: „Typisch Roma.“ Der langjährige Balkan-Korrespondent Mappes-Niedieck unternimmt einen Faktencheck und kommt zu überraschenden Befunden. Zugleich kritisiert er die europäische Roma-Politik und die von ihr beförderte „Gypsy industry“ fundamental und zeigt alternative Wege auf.

Peter Scholl-Latour: Die Welt aus den Fugen
Propyläen 2012 24,99 EUR
Der bekannte Journalist schreibt in seinem neuen Buch die internationale Kriegs-, Krisen- und Finanzsituation an verschiedenen Schauplätzen. Jedes seiner Sachbücher ist Bestseller, der Verlag geht mit dem jüngsten mit einer Startauflage von 80 000 Exemplaren an den Markt und bereits mit Erscheinen war es natürlich auch wieder vorne in der Sachbuchbestenliste.

Heinz Buschkowsky: Neukölln ist überall
geb., Ullstein 2012 19,99 EUR
Das Buch des Neuköllner Bürgermeisters Heinz Buschkowsky hält sich bei einer Auflage von 150 000 Exemplaren mit Erfolg an der Spitze der Sachbuchbestseller-Charts. Er beschreibt die dortigen Integrationsprobleme, die Arbeitslosigkeit und die Kriminalität. Kritiker werfen dem Buch Rassismus vor und Buschkowsky vertrete mit seinen Thesen wie sein Parteifreund Thilo Sarrazin eine Politik, die die gesellschaftliche Spaltung fördere und mit einer Hetze gegen Arme und Migranten die dumpfesten Stammtischerwartungen befriedige. In einem Zerrbild von Neukölln würden soziale Probleme auf die Herkunft der Betroffenen reduziert.

Mustafa Ideli / Virginia Suter Reich / Hans-Lukas Kieser (Hg.)
Neue Menschenlandschaften – Migration Türkei – Schweiz 1961 – 2011

404 S., Pb., Chronos Verlag 2012 39,50 EUR
Die Menschen aus der Türkei haben zu einer neuen, nahöstlicheren „Menschenlandschaft“ Schweiz beigetragen. Ihre Einwanderung in großer Zahl in den letzten fünfzig Jahren ist noch kein bewusst angeeigneter Bestandteil schweizerischer Zeitgeschichte geworden. Die Migration Türkei – Schweiz hat ein neues Kapitel in einer zwar schon älteren, aber wenig bekannten Beziehungsgeschichte mit der Türkei beziehungsweise dem Osmanischen Reich aufgeschlagen. Mit einer bemerkenswerten Portion Eigendynamik hat sie bisher unbekannte religiöse und sprachliche Gruppen hergeführt. Probleme, die sich mitbrachten oder die sich hier neu stellten, werden in diesem Band als notwendige, weitgehend unvermeidbare Herausforderungen der Gegenwart dargestellt, die der langfristigen „Erfolgsgeschichte“ dieser Migration keinen Abbruch tun.

Doug Saunders: Mythos Überfremdung – Eine Abrechnung
256 S., geb., Blessing Verlag 2012 18,99 EUR
Von Finnland bis Italien, in Deutschland und in den USA verändert derzeit ein Hirngespinst die politische Landschaft: der Mythos der Überfremdung. Der säkulare, geburtenschwache, wirtschaftsgebeutelte Westen wird von integrationsunwilligen muslimischen Einwanderern überrannt und ausgehöhlt, so das im Mainstream etablierte Angstszenario. Dem Weltbild von paranoiden Extremisten wie Anders Breivik, von Parteiführern vom Schlage Geerd Wilders oder Agitatoren wie Thilo Sarrazin ist dabei eines gemein: Ihre muslimfeindliche Rhetorik bedient sich vermeintlich stichhaltiger, statistischer und wissenschaftlicher Argumente. Mit diesen zu Fakten verbrämten Vorurteilen räumt Doug Saunders in seinem neuen Buch Punkt für Punkt auf. Dabei ist dieses Buch keine Verteidigung des Islams. Doug Saunders, ein standhafter Fürsprecher des säkularen Liberalismus, schreibt mit derselben Furcht vor religiösem Extremismus, die auch die antimuslimischen Aktivisten antreibt, aber seine konsequente Orientierung an den Fakten führt ihn zu anderen Schlussfolgerungen. Dieses Buch befasst sich nicht mit den Aussagen des Korans oder anderen heiligen Büchern. Es stellt vielmehr eine Reihe wichtigerer Fragen: In welchem Umfang sind muslimische Einwanderer gläubige Anhänger ihrer Religion oder buchstabengläubig? Welche Rolle sollte die Religion ihrer Ansicht nach in der Praxis spielen? Folgen die Kinder und Enkel den Glaubensüberzeugungen der religiösen Praxis ihrer Eltern? Wem oder was gilt ihre Loyalität? Aus welchen Quellen speist sich ihre Identität? Sind muslimische Frauen wirklich kinderreicher als nichtmuslimische? Und die allerwichtigste Frage lautet: Wie unterscheiden sie sich von früheren Einwanderergenerationen, die religiösen und kulturellen Minderheiten angehörten? Gibt es Anzeichen dafür, dass sie weniger integrationsfähig sind als frühere Einwanderergruppen? Dieses Buch will keineswegs behaupten, dass es bei der Einwanderung, in „kulturübergreifenden“ Beziehungen oder in muslimischen Gesellschaften rundum friedfertig oder ideal zugeht. Doch erst wenn wir endlich die Geschichten von der „Überfremdung“ und der „Flut“ hinter uns gelassen haben, können wir uns den wirklichen Problemen zuwenden, die sich in den Bereichen Religion, Einwanderung, Extremismus, Integration und kulturelle Zusammenarbeit ergeben. Doug Saunders ist kanadisch-britischer Autor und Journalist. Für seine Reportagen und Kolumnen wurde er bislang vier Mal mit dem National Newspaper Award ausgezeichnet, dem kanadischen Pendant des Pulitzers. Saunders arbeitet als Reporter für die zweitgrößte kanadische Tageszeitung „Globe and Mail“.

Salman Rushdie: Joseph Anton
C. Bertelsmann 2012 24,99 EUR
Der Zusammenprall des fundamentalistischen Islam mit dem Westen begann nicht erst 2001. 1989 sprach der Ayatollah Khomeini eine Fatwa gegen Salman Rushdie aus, weil dieser den Propheten Mohammed beleidigt haben soll. Die Folge: ein Leben im Untergrund unter dem Decknamen Joseph Anton. Der verfolgte Autor hat jetzt seine Erinnerungen veröffentlicht.

Ilhan Arsel: „Frauen sind eure Äcker“
Frauen im islamischen Recht

394 S., Pb., Alibri Verlag 2012 24,00 EUR
In „Frauen sind eure Äcker“ zeigt Ilhan Arsel auf, wie das islamische Wertesystem ein gleichberechtigtes Zusammenleben der Geschlechter behindert.

Walter Laufenberg: Denk ich an Bagdad in der Nacht
Staatsgast am Abend vor Kriegsbeginn

120 S., Edition Karo 14,00 EUR
Im März des Jahres 2003, in den letzten beiden Wochen vor dem bewaffneten Überfall durch die Amerikaner und Briten, hat sich der Autor im Irak umgesehen – als völlig unabhängiger Internet-Publizist zusammen mit einigen Zeitungsjournalisten von Saddam Hussein eingeladen, der auf diese Weise der Welt zeigen wollte, wie man im Irak lebt. Diese letzte Gruppe von Beobachtern aus dem Westen hat zwar keinen persönlichen Kontakt zu Saddam Hussein mehr aufnehmen können, dafür aber gab es auf unterschiedlichen Ebenen Besuche und Gespräche, die vielfältige Eindrücke von Land und Leuten boten. Durch den Krieg und die anschließenden bürgerkriegsähnlichen Unruhen, die bis heute andauern, hat der Autor zwar den direkten Gesprächskontakt zu den Menschen verloren, die er dort getroffen hatte, nicht aber die starke emotionale Verbindung zu ihnen.

Nihad Siris: Ali Hassans Intrige
173 S., Pb., Lenos 2012 12,90 EUR
Nihad Siris, geboren 1950 in Aleppo, Studium der Ingenieurwissenschaften in Sofia. Seit 1987 schreibt er Romane, Erzählungen, Theaterstücke und Drehbücher für das Fernsehen. Er arbeitet und lebt in Aleppo. Schon seit fünf Jahren ist Fathi Schin, ein bekannter Schriftsteller mit einem Schreib- und Publikationsverbot belegt. Er gilt als „Abweichler“, als „elender Verräter“, hatte er es doch abgelehnt, in seiner Fernsehsendung einen literarischen Wettbewerb über den Großen Führer zu veranstalten, was ihn prompt seine Stelle kostete. Das Schreibverbot hätte ihn längst erstickt, gäbe es da nicht seine verwitwete Mutter, die ihn finanziell unterstützt, und vor allem seine Geliebte Lama, eine schöne, kluge und selbstbewusste Frau. Doch die Mächtigen wollen sich nicht mehr mit seinem Schweigen begnügen, sie fordern seine Mitarbeit. Ausgerechnet während der Feierlichkeiten zum zwanzigsten Jahrestag der Machtergreifung des Großen Führers stellen sie ihm eine Falle. Der syrische Schriftsteller Nihad Siris schildert – mit ironischen Zwischentönen – eindrucksvoll die Zustände in einem totalitären Staat, in dem die Herrschenden ihre Politik mit Gewalt und einer perfekten Propagandamaschinerie durchsetzen und keinerlei Abweichung dulden. Schweizer Radio DRS: „Die gnadenlose, hervorragend orchestrierte Sicht auf ein brutales und verlogenes System, irgendwo in der arabischen Welt“. Südwestrundfunk: „Nihad Siris beherrscht die Kunst, ein ernstes Thema, das Leben in einer Diktatur, in wunderbar leichtem Ton zu schildern, einen Witz zu entfalten, der das Buch geradezu unterhaltsam werden lässt. Die Diktatur wird unter seiner Feder zum Absurditätentheater, zum großen Narrenspiel, dem sich die wenigsten entziehen können“.

Kristina Bergmann: Tausendundeine Revolution – Ägypten im Umbruch
157 S., Pb., Lenos 2012 14,90 EUR
Kristina Bergmann, geboren 1953 in Berlin, studierte Arabisch in Zürich und Kairo. Korrespondentin der Neuen Züricher Zeitung für Ägypten, Libyen, den Sudan und den Nahen Osten, Übersetzerin und Autorin mehrerer Sachbücher und eines Romans. Sie lebt in Kairo. Ägypten am Scheideweg – was wird nach der Arabischen Revolution? Der Arabische Frühling begann in Tunesien und nahm seinen Fortgang in Ägypten: Innerhalb von Wochen wurden zwei Gewaltregime vom Volk hinweggefegt. Der Funke der Revolution ist mittlerweile auf andere Länder übergesprungen. Die arabische Welt ist im Aufruhr. Die NZZ-Korrespondentin Kristina Bergmann hat Ägypterinnen und Ägypter getroffen, die die Revolution im Januar und Februar 2011 hautnah miterlebt haben und von ihren Erlebnissen erzählen, aber auch von ihren Erwartungen an ein neues, freieres Ägypten und ihren Hoffnungen auf ein besseres Leben. Sowohl Muslime als auch Christen kommen zu Wort, Frauen und Männer unterschiedlicher sozialer Herkunft: ob Arbeiter oder Intellektuelle – sie alle eint die Erfahrung, gemeinsam auf den Straßen und Plätzen Kairos ein Stück Weltgeschichte geschrieben zu haben. Das Buch wird ergänzt mit Originalbeiträgen von Ghada Abdelaal und Chalid al-Chamissi sowie Analysen von Esther Saoub, Cordula Weißköppel, Amira Sayed El Ahl und Doa al-Scharif.

Chalid Al-Chamissi: Im Taxi – Unterwegs in Kairo
250 S., geb., Lenos 2012 12,00 EUR
Das ultimative Buch zur ägyptischen Revolution. Der Autor studierte Politikwissenschaften an der Universität Kairo und der Sorbonne, arbeitet für ägyptische Zeitungen und hat sich als kritischer Beobachter gesellschaftlicher Verhältnisse einen Namen gemacht. Für verschiedene Spiel- und Dokumentarfilme war er als Produzent, Regisseur und Drehbuchautor tätig. Kaum ein Berufsstand Ägyptens ist näher am Puls der Gesellschaft als die 250 000 Kairorer Taxifahrer. Wer wissen will, was die Menschen umtreibt, liest keine Zeitung, sondern nimmt das Taxi und hört auf das, was ihm der Fahrer erzählt: „Wir leben in einer einzigen Lüge und glauben daran. Die Regierung ist nur dazu da, zu prüfen, ob wir die Lüge wirklich schlucken, finden sie das nicht auch?“ „Im Taxi“ plaudert, diskutiert, feilscht und streitet Al-Chamissi mit Fahrern, die im kleinen öffentlichen und doch abhörfreien Raum ihrer Wagen ihren Frust über das korrupte Regime und die allgegenwärtigen Missstände in Ägypten loswerden – mit immerhin einem Zuhörer: ihrem Fahrgast. Aus achtundfünfzig kurzen, pointenreichen Episoden entsteht ein großes Mosaik der ägyptischen Gesellschaft, eine Hommage auf die oft verschmähte Kultur der Straße.

Baha Taher: Tante Safija und das Kloster
125 S., Pb., Lenos 2012 9,95 EUR
Baha Taher, geb. 1935 in Giseh bei Kairo, war als Kulturredakteur beim ägyptischen Radio tätig. Nach seiner Entlassung 1975 arbeitete er an verschiedenen Orten im Ausland. Von 1981 bis 1995 wirkte er als Übersetzer bei der UNO in Genf. Seither lebt er wieder in Kairo. Für seine Werke und Übersetzungen wurde er mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Ägyptischen Staatspreis für Literatur (1998) und dem Arabischen Booker-Preis (2008). Sein Roman „Tante Safija“ ist eine archaisch anmutende Tragödie vor dem Hintergrund des Zusammenlebens von Muslimen und Kopten. Eine Tragödie im klassischen Sinn. Schauplatz ist ein Dorf in der Nähe von Luxor während der sechziger Jahre, zu einer Zeit, als das Zusammenleben zwischen Muslimen und Kopten eine Selbstverständlichkeit war. Safija, eine bildhübsche junge Frau, gibt nach anfänglichem Schock ihr Einverständnis zur Heirat mit dem Konsul-Bey, einem um vieles älteren Mann, obwohl sie, davon ist das ganze Dorf überzeugt, dessen jungen Neffen Harbi liebt, der aber nie um ihre Hand angehalten hat. Die Beziehung zwischen dem reichen Onkel und Harbi verschlechtert sich dramatisch, als Safija einem Sohn das Leben schenkt. Das Gerücht geht um, Harbi wolle das Kind umbringen, um selbst den Konsul zu beerben. In der Folge eskaliert die Situation, und Harbi tötet den Onkel in Notwehr. Safija aber schwört Rache. Baha Taher erzählt – aus der Sicht eines Jungen, der in seine hübsche „Tante“ verliebt ist – die Geschichte einer bizarren Leidenschaft einfühlsam, spannend und, trotz aller Tragik, mitunter witzig. Eindrücklich sind die farbigen, dichten Schilderungen des alltäglichen Lebens und des Umgangs der Dorfbewohner mit den Mönchen des nahe gelegenen koptischen Klosters.

Alaa al-Aswani: Ich wollt, ich würd Ägypter
262 S., Pb., Lenos 2012 12,90 EUR
Alaa al-Aswani, geboren 1957 in Kairo. Nach dem Besuch des französischen Gymnasiums in Kairo studierte er Zahnmedizin in Chicago. Der mehrfach ausgezeichnete Autor (u.a. 2007 Bruno-Kreisky-Kreis, 2008 Coburger Rückert-Preis) lebt in Kairo, wo er auch als Zahnarzt und Journalist tätig ist. „Ich wollt, ich würd Ägypter, wenn ich`s nicht schon wär“. Mit diesem berühmten Zitat von Mustafa Kamil, der vor hundert Jahren für die Unabhängigkeit seines Landes von den Briten eintrat, beginnen „Die Aufzeichnungen von Issam Abdalati“ in Alaa al-Aswanis Erzählband. Im Mittelpunkt steht ein desillusionierter junger Mann, der für die vermeintliche Erhabenheit der Ägypter nur Hohn übrig hat: In Wahrheit seien seine Landsleute feige und scheinheilig, böse und gemein, träge und gehässig. Ein intelligenter, begabter Mensch wie Issam, der sich nicht anpassen will, ist zwangsläufig zum Außenseiterdasein verdammt. Der erfolgreichste arabische Autor der Gegenwart seziert und entblößt mit schonungsloser Ironie ein weiteres Mal die moderne ägyptische Gesellschaft und die Gewalttätigkeit, die Heuchelei und die allgegenwärtige Korruption in ihr: eine Gesellschaft voller Widersprüche, ein Land am Scheideweg. Auch die weiteren Erzählungen fördern Schmerzvolles, Tabuisiertes zutage: eine Frau, die sich zur Abtreibung genötigt fühlt, weil ihr Freund sie nicht heiraten will; ein unsportlicher Junge, der zum Gespött seiner Mitschüler wird; und schließlich die berührende Geschichte von einem gehbehinderten Kind, das bei einer halsbrecherischen Fahrradfahrt alle Traurigkeit verliert. „Wunderbar geschrieben, genau beobachtet und gewürzt mit ägyptischem Humor. Ein Meisterwerk“ (Westdeutscher Rundfunk)

Alaa Al-Aswani: Der Jakubijan-Bau
500 S., geb., Lenos Verlag 2012 12,00 EUR
Das balzacsche Panorama der ägyptischen Gesellschaft ist ein fesselndes Stück arabischer Gegenwartsliteratur. Die Armen wohnen oben, auf dem Dach, in kleinen Kabüffchen, die ursprünglich als Abstellkammern konzipiert waren. In den Stockwerken darunter geht es weniger knapp zu. Dort hat ein durch die Revolution von 1952 teilenteigneter Grundbesitzer sein Büro mitsamt Liebesnest, ein Chefredakteur seine Wohnung, ein Neureicher das Domizil für seine Zweitfrau und haben viele ungenannte ihr ganz normales Zuhause. Auf vielfältige Weise verweben sich die Leben der Bewohner. Das Haus wird zum Mikrokosmos für Ägyten. Alaa Al-Aswanis Roman stellt vieles dar, was es in Ägpyten gibt, worüber aber nicht häufig – und eigentlich nie in dieser Direktheit – gesprochen wird. Da kommt der junge Mann nicht an die Polizeischule, weil sein Vater nur Türhüter ist. Da hält sich der wohlhabende Journalist einen armen Oberägypter als Bettgenossen. Da predigt der eine Geistliche für die Regierungspolitik, der andere für den Terror. Da bereichern sich manche schamlos mit den zweifelhaftesten Geschäften. Da wird das junge Mädchen, das für seine Familie sorgen muss, von allen Arbeitgebern systematisch belästigt. Da träumt der ehemalige Aristokrat von vorrevolutionären, besseren Zeiten. Da wird im Bereich der Politik geschmiert, geschnüffelt und gefoltert. Da wird eben das tägliche Leben Ägyptens gezeigt.

Ghada Abdelaal: Ich will heiraten! Partnersuche auf Ägyptisch
218 S., Pb., Lenos 2012 12,90 EUR
Ghada Abdelaal, geboren 1978 in Mahalla al-Kubra (Ägypten), studierte Pharmakologie in Tanta. Seit 2006 betreibt sie den vielbeachteten Blog „Wanna b a bride“. Ihr Buch „ich will heiraten“ wurde als Fernsehserie verfilmt, für die sie das Drehbuch schrieb. Ghada Abdelaal arbeitet in einer Spitalapotheke im Mahalla al-Kubra. Schon der Titel des Buches, die Worte „ich will heiraten“ aus dem Munde einer jungen Ägypterin, ist eine Provokation. Während junge Männer diesen Satz gern gebrauchen, geziemt sich das im mehrheitlich konservativen Land am Nil für eine „anständige“ Frau nicht. Da es zudem als unschicklich gilt, Männer unverbindlich kennenzulernen, bleibt nur der übliche Weg der Eheanbahnung, die „Salonheirat“ im Hause der Braut. Ghada Abelaal stellt eine Salonheirat in den Mittelpunkt ihres Buches. Bride, eine ledige junge Frau, beschreibt die teils komischen, teils grotesken Situationen, in denen sich zehn Männer bei ihrer Familie als Heiratskandidaten empfehlen. Da gibt sich einer als Arzt aus, obwohl er nicht mal ein Studium abgeschlossen hat; ein anderer lebt ganz nach der Scharia, dem islamischen Recht, und möchte sie als Drittfrau ehelichen; ein weiterer schließlich beauftragt die Sittenpolizei, Erkundigungen über Bride und ihre Familie einzuholen. Berliner Zeitung: „Bridget Jones auf Arabisch“. Neue Zürcher Zeitung: „Mit funkelndem, grimmigen Witz führt sie ihre dubiosen Heiratskandidaten vor und reflektiert die Absurditäten des Geschlechterverhältnisses in ihrer Heimat“. Tages-Anzeiger: „Ein komisches und rührendes Buch, in dem man lachend manches über die ägyptische Gesellschaft erfährt“.

Gustav Landauer: Philosophie und Judentum
445 S., Edition AV 22,00 EUR
Philosophisches Denken betrieb Landauer nie als Selbstzweck. Vielmehr zielte er stets auf das Leben der Menschen, auf deren gesellschaftliche Praxis, mit dem Ziel einer globalen Menschwerdung auf der Grundlage von Freiheit, Gleichheit und sozialer Gerechtigkeit. Philosophische Gesprächspartner hierbei fand er u.a. in Fritz Mauthner, Martin Buber, Constantin Brunner und Ludwig Berndl. Vor allem in der Sprachkritik erkannte er ein Mittel zur Kritik der instrumentellen Vernunft und zur Auflösung herrschaftsorientierter Ideologien. Hinzu trat Landauers bewusstes Bekenntnis zum Judentum, das einherging mit einer Wiederentdeckung der jüdischen Tradition, der mystischen und häretischen Quellen des Judentums (Messianismus, Kabbala, Chassidismus). Es entsprang vor allem kulturellen Impulsen eines engen Zusammenhangs zwischen Judentum und Menschheitsidee. Im Prozess eines neuen, sozialen Umgangs der Menschen untereinander, maß er dem lebendigen Judentum mit seinen Nächstenliebe- und Gerechtigkeitsmotiven, den das Gemeinschaftsleben verkörpernden Traditionen sowie dessen kultureller Vielfalt, eine bedeutende Vorreiterrolle bei der Regeneration der gesamten Menschheit zu.

Beatrice Ziegler / Bernhard C. Schär / Peter Gautschi / Claudia Schneider (Hg.)
Die Schweiz und die Shoa – Von Kontroversen zu neuen Fragen

176 S., Pb., Chronos Verlag 2012 31,00 EUR
Der 27.Januar ist der „Gedenktag des Holocaust und der Verhütung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. Insbesondere an Schulen sollen der Holocaust und andere Genozide thematisiert werden. Daher führt das Zentrum für Demokratie Aarau seit 2010 die Veranstaltungsreihe „Erinnerung – Verantwortung – Zukunft“ durch. Der vorliegende Band dokumentiert die erste Tagung.

Stephane Hessel / Elias Sanbar: Israel und Palästina
Recht auf Frieden und Recht auf Land

144 S., Verlagshaus Jacoby & Stuart 14,00 EUR
Klar verständlich und unterhaltend schildern Stephane Hessel und Elias Sanbar in einem von tiefem Humanismus geprägten Gespräch, wie sie jeweils den Nahostkonflikt erlebt haben. Hessel, der KZ-Überlebende, als stets eng mit der UNO verbundener Diplomat, und Sanbar, der als Kind aus Palästina Vertriebene, als intellektueller Kämpfer für die Rechte seines Volkes. Warum, so fragen sie, werden die Resolutionen der UNO nicht umgesetzt, die Israel das Recht auf sichere Grenzen, den Palästinensern aber das Recht auf einen eigenen Staat zusprechen? Beide kritisieren die Politik der Regierung Netanjahu/Liebermann, denn ihre Positionen entsprechen denen eines moderaten Zionismus, wie ihn viele israelische Intellektuelle vertreten. Ihre Botschaft: „Palästinenser und Israelis müssen ihren Konflikt aus der Sphäre des Heiligen, der Religion, herausführen und ihre Probleme in der der Sprache profaner Politik formulieren“.

Jonathan Kreutner: Schweiz und Israel
Beziehungen zweier Kleinstaaten und ihre gegenseitige Wahrnehmung
1948 – 1987
250 S., geb., Chronos Verlag 2012 31,00 EUR
Die Schweiz und Israel sind Teil der europäischen Geschichte, und Europa und seine Geschichte sind auch Teil des Konflikts im Nahen Osten. Daher sind die Wahrnehmungen Israels in der Schweiz – und umgekehrt – sowie die Beziehungen der beiden Kleinstaaten durch die europäische und nahöstliche Geschichte geprägt. Diese Beziehungen reichen fünfzig Jahre vor die Staatsgründung Israels zurück. Bereits in den Anfangsjahren der zionistischen Bewegung Ende des 19.Jahrhunderts bestand ein enges Band zwischen der Schweiz und der jüdischen Nationalbestrebung, das später das Verhältnis der beiden Staaten mitbestimmte. Ausgehend von dieser Vorgeschichte beschreibt der Autor in chronologischem Ablauf die Beziehungen zwischen der Schweiz und Israel und den Wandel des Israel-Images, aber auch das israelische Schweiz-Bild im historischen Kontext. Der Nahostkonflikt in all seinen Etappen und Facetten, die innenpolitischen Entwicklungen Israels sowie der immer stärker thematisierte und medialisierte Holocaust haben die Stimmung in der Schweiz gegenüber Israel nachhaltig geprägt. Auf anfängliche Zurückhaltung gegenüber dem jüdischen Staat folgte 1967 eine eigentliche Israel-Euphorie, die sich im Zuge des Jom-Kippur-Krieges abkühlte und während des Libanon-Kriegs und der Ersten Intifada harscher Israel-Kritik und teilweise einer Israel-Ablehnung wich. Trotz zunehmender Enttäuschung über Europa und seine Nahostpolitik erhalten viele Israeli ein positives Bild der Schweiz aufrecht.

Yvonne Domhardt, Esther Orlow, Eva Pruschy (Hg.)
Kol Ischa – Jüdische Frauen lesen die Tora

280 S., geb., 2.Auflage, Chronos Verlag 2012 27,00 EUR
Im traditionellen Judentum waren Toragelehrsamkeit und Gottesdienst stets von Männern bestimmt. Weibliche Spiritualität fand ihren Ausdruck hauptsächlich im persönlichen Gebet und im häuslichen Umfeld. Dass Frauen die Tora auslegen und damit wie Männer die jüdische Tradition prägen, ist eine relativ neue Erscheinung. Weibliche jüdische Gelehrsamkeit in ihrem ganzen Facettenreichtum wird in diesem Buch anhand der Auslegungen der 54 Wochenabschnitte der Tora – der fünf Bücher Mose – aufgezeigt. Dabei decken diese Auslegungen nicht nur religiöse Aspekte ab, sondern verstehen sich auch literarisch, historisch, anthropologisch und psychologisch. Traditionalistinnen, jüdische Feministinnen, Streitbare und Versöhnliche, Ältere und Jüngere reflektieren in ihren Textanalysen jüdische Überlieferungen und bringen sie mit heutigen Fragestellungen ins Gespräch.

Sumaya Farhat-Naser: Disteln im Weinberg
Tagebuch aus Palästina

400 S., geb., Lenos 2012 12,00 EUR
Sumaya Farhat-Naser, geb. 1948 in Birseit bei Jerusalem studierte Biologie, Geographie und Erziehungswissenschaft an der Universität Hamburg. Sie promovierte in Angewandter Botanik. Sie 1982 Dozentin für Botanik und Ökologie an der Universität Birseit in Palästina. Mitbegründerin und Mitglied zahlreicher Organisationen u.a. von Women Waging Peace an der Harvard Universität und von Global Fund for Woman in San Francisco. Von 1997 bis 2001 Leiterin des palästinensischen Jerusalem Center of Women. Sie lebt in Birseit. In diesem Tagebuch beschreibt sie die Leidensgeschichte einer Friedensfrau, die an der Gewalttätigkeit ihrer Lebenssituation fast zerbricht. Seit vielen Jahren setzt sie sich für eine friedliche Lösung des Konflikts im Nahen Osten ein und schildert hier ihren Alltag. Sie erzählt von ihrer Familie, ihren Verwandten und deren Schicksalen und beschreibt die Friedensarbeit in Schulen und in Frauengruppen, die Auseinandersetzungen mit Israelis an den Checkpoints, aber auch den Wiederaufbau ihres Weinbergs und Feste mit Angehörigen und Freunden. Das Tagebuch wird ergänzt durch einen Essay des 1991 nach Israel emigrierten Basler Sachbuchautors Ernest Goldenberger. Er gehört zum Durchdachtesten, was in den letzten Jahren über den Konflikt geschrieben wurde.

Sumaya Farhat-Naser: Thymian und Steine
Eine palästinensische Lebensgeschichte

287 S., Pb., 15., aktualisierte Ausgabe, Lenos 2012 8,50 EUR
Als Botschafterin der palästinensischen Sache ist sie zu einem Begriff geworden: Sumaya Farhat-Naser. Sie kommentiert im Radio politische Entwicklungen, im Fernsehen und an Veranstaltungen tritt sie als unpolemische Zeugin und engagierte Frauenvertreterin auf. Für ihr Engagement wurde sie mit zahlreichen Friedenspreisen geehrt, u.a. mit dem Bruno Kreisky Preis für Verdienste um Menschenrechte, dem Mount Zion Award und dem Augsburger Friedenspreis. In „Thymian und Steine“ erzählt die charismatische Palästinenserin ihre Lebensgeschichte, die 1948, im Jahr der israelischen Staatengründung, beginnt. Wie ein Schatten begleitet die Leidensgeschichte des palästinensischen Volkes ihr Leben – ein Leben, das in seiner emanzipatorischen Ausrichtung exemplarisch ist für den Weg der jüngeren palästinensischen Frauengeneration.

Boualem Sansal: Rue Darwin
264 S., geb., Merlin Verlag 24,90 EUR
In seinem wohl persönlichsten Roman erzählt der Friedenspreisträger Boulem Sansal zärtlich, voller Humor, aber auch wütend von Korruption, Elend und zunehmender Tristesse. Nach dem Tod der Mutter folgt Yazid dem Ruf der Vergangenheit und kehrt nach Algier in die „rue Darwin“ im Viertel Belcourt zurück. Im Zentrum dieser außergewöhnlichen Familiengeschichte steht die übermächtige Großmutter Lalla Sadia, genannt Djeda. Sie ist die Patronin des dörflichen Gutes, auf dem Yazid seine Kindheit verbracht hat, ehe er nach Algier kam. Djeda ist auch die Herrin des Bordells nebenan. Diesem blühenden Geschäft verdankt sie ihren Einfluss, der weit über die Grenzen des Ortes hinausreicht. Als Zeitzeuge führt Boualem Sansal uns meisterhaft in ein im Umbruch begriffenes und erschüttertes Algerien. Ein Land voll Wunden, zerrissenen Familien, mystischen Müttern und Figuren, die einer atemberaubenden Fantasie entspringen, manchmal grausam, aber unglaublich real. Rue Darwin handelt von konfiszierter Kindheit und wiederzubringender Würde. Dieser Roman ist stärker als ein Tatsachenbericht; er reißt uns in den Strudel der Geschichte, die vom Wahn der Männer und der Großherzigkeit der Frauen geprägt ist.

Christoph Wackernagel: Dieu Est Grand – Malische Geschichten
216 S., Pb., Martin Schmitz Verlag 2012 16,80 EUR
„Für Menschen, die mein Vertrauen missbrauchen, mich hintergehen und belügen, bin ich gefährlich.. Mit mir treibt man keine Spielchen, schon gar nicht, wenn man sie mit einer angeblichen Verschiedenheit der Kulturen begründen will“, schreibt Schauspieler und Autor Christoph Wackernagel in einem Brief 2006. Der mit dieser universellen Moral bewaffnete Kampf um die Würde des Menschen muss, das ist Wackernagels Fazit in den Malischen Geschichten, in alltäglichen Situationen ausgetragen werden, weil nur so gleiche Bedingungen herrschen und nicht das Gefälle besteht, das die Schieflage der sogenannten Entwicklungspolitik bestimmt. Die Moral, die Christoph Wackernagel im Sinn hat, ist nicht die der „Menschenrechte“, sie ist kein weltanschauliches oder politisches Konstrukt, das Afrika auf europäisches Niveau bringen soll, sondern eine transkulturelle Tatsache, die jeder am eigenen Leib erfahren kann, der sich, egal an welchem Ort der Welt, ins alltägliche Handgemenge begibt, von dem dieses Buch anschaulich und spannend erzählt. Christoph Wackernagel initiierte 1999 das bislang nicht realisierte Kulturkarawanenprojekt „Qualifat as-Salam“ und zog 2003 nach Bamiko in Mali. Im Spätsommer 2012 hatte er das Land wegen des Militärputsches wieder verlassen. Aber im November zog es ihn trotz der politisch prekären Lage wieder zurück in seine „zweite“ Heimat, wo er bis Februar 2013 vorerst wieder bleiben will. Dann kommt er für Lesungen aus seinem Buch nach Deutschland, wo er auch bei uns in Worms zu sehen und zu hören sein wird.

Walter Feichtinger / Gerald Hainzl (Hg.)
Somalia – Optionen, Chancen, Stolpersteine
Internationale Sicherheit und Konfliktmanagement Band 6

299 S., Pb., Böhlau Verlag 2011 35,00 EUR
Somalia gilt seit 1991 als gescheiterter Staat. Doch erst seit somalische Piraten den Schiffsverkehr im Golf von Aden massiv stören, rückt das Land wieder in den Blickpunkt. Die Eindämmungsstrategie durch Seestreitkräfte internationaler Akteure kann jedoch nicht davon ablenken, dass die eigentliche Herausforderung weiterhin auf dem Festland wartet. Ein fundierter Einblick in die Problematik am Horn von Afrika.

Marc Engelhardt: Somalia: Piraten, Warlords, Islamisten
240 S., Brandes & Apsel 24,90 EUR
Nach mehr als 20 Jahren ohne Regierung ist das Land am Horn von Afrika ein hoffnungsloser Fall. Wie die Somalis – die meisten unter 18 Jahren alt – selbst ihre Situation erleben und warum das Land gegen alle Wahrscheinlichkeit noch nicht zusammengebrochen ist, schildert der Journalist und Afrikaexperte Marc Engelhardt in diesem facettenreichen Band.

Ute Schaeffer: Afrikas Macher – Afrikas Entwickler
Reportagen zur afrikanischen Gegenwart

248 S., Pb., Brandes & Apsel 24,90 EUR
„Was sich alles in Afrika tut, hat die Chefredakteurin der Deutschen Welle in einem erstaunlichen Buch herausgebracht. Ein Kaleidoskop hervorragender Länderportraits, alle selbst recherchiert und selbst erlebt. Ein Afrika Lern- und Lesebuch der besonderen Klasse. Unbedingte Pflichtlektüre, für jeden Politiker, der sich aufmacht zu einer Luxusreise nach Afrika mit der Hoffnung, dass er jenseits des Luxus auch etwas anderes wahrnehmen will“. (Rupert Neudeck, Africa positive)

Helmut Danner: Das Ende der Arroganz
Afrika und der Westen – ihre Unterschiede verstehen

254 S., Pb., Brandes & Apsel 24,90 EUR
Helmut Danner, der als Pädagoge und Philosoph an europäischen und afrikanischen Hochschulen lehrte, legt einen reflektierten Erfahrungsbericht darüber vor, wie persönliche und kulturelle Missverständnisse entstehen. Er fragt nach den vielschichtigen Ursachen und zeigt Alternativen in der Beziehung zwischen Afrikanern und den Menschen des Westens, wie ein interkultureller Dialog möglich ist, auf.

Manuel Menrath (Hg.): Afrika im Visier
Afrikabilder im deutschsprachigen Europa, 1870 – 1970

280 S., Pb., Chronos Verlag 2012 34,00 EUR
Afrika ist ein riesiger Kontinent, der durch geographische und kulturelle Vielfalt bestimmt ist. Doch nicht die Einzigartigkeit unterschiedlicher Kulturen, sondern Pauschalisierungen prägen die europäische Sichtweise bis heute. Neben romantisierenden Safari-Reportagen schaffen es hauptsächlich Kriege, Naturkatastrophen und gescheiterte Staaten ins Rampenlicht des Nordens. Hinter dieser eindimensionalen Sicht verbergen sich oft stereotype Wahrnehmungen, die auf die Kolonialzeit zurückgehen. Einer dieser Topoi ist der des „primitiven und bildungsunfähigen Afrika“, das den Aufstieg zur Zivilisation ohne westliche Hilfe nicht schafft. Der Sammelband begibt sich auf Spurensuche nach kolonialen Afrikabildern im deutschsprachigen Raum. Die Beiträge zeigen, dass Repräsentationen des „schwarzen Kontinents“ und koloniales Denken nicht vor den Landesgrenzen halt machten. Problemlos konnten sie innerhalb Europas und insbesondere desselben Sprachraums auch in Länder ohne eigene Kolonien wie die Schweiz oder Österreich transportiert werden. Durch die verschiedenen kulturhistorischen Annäherungsweisen an koloniale Afrikakonstruktionen entsteht ein facettenreiches Bild, das nichts über Afrika, aber umso mehr über die deutschsprachigen Europäerinnen und Europäer verrät.

Afrika 2013
256 S., Brandes & Apsel 9,90 EUR
AFRIKA 2013 (17.Jahrgang) – Ein informativer und praktischer Wegbegleiter für den täglichen Gebrauch. Portraits, Bilder, Texte von Helon Habila, Alaa al-Aswani, Marc Engelhardt, Reimer Gronemeyer, Renate Of, Susan S. Kiguli, Thomas Kruchem, Ute Schaeffer, Muepu Muamba, Ngugi Wa Thiong`o u.v.a.

Toubab Pippa: Wurzeln des afrikanischen Alptraums
Grüne Kraft 5,00 EUR
Über die Sklaverei, ihre Auswirkungen bis heute, und die afrikanischen Forderung nach einer Wiedergutmachung

Toubab Pippa (Hg.): Von der Bosheit im Herzen der Menschen
Grüne Kraft 12,50 EUR
Aus den Grauzonen der schwarz-weißen Geschichte Namibias

Toubab Pippa: Es ist zweifelhaft, ob es überhaupt Feinde gibt
Grüne Kraft 8,00 EUR
Über Hans Paasche und seinen „Lukanga Mukara“

Al Imfeld: Afrika besser verstehen
Grüne Kraft 5,00 EUR
Eine Analyse der afrikanischen Freiheitsbewegungen und eine Analyse derselben. Warum fällt es uns so schwer „Afrika“ zu verstehen.

Luisa Francia: Xamuma – Tagebuchnotizen und Reportagen aus WestAfrika
Grüne Kraft 10,00 EUR

Luisa Francia: Narrengold – Ein Afrika-Öko-Krimi
Grüne Kraft 9,00 EUR

Muepu Muamba (Hrsg.): Moyo! Der Morgen bricht an
Stimmen aus dem Kongo

260 S., Brandes & Apsel 24,90 EUR
Der Kongo wird im Ausland meist als unregierbares Bürgerkriegsland wahrgenommen. Das Buch ist eine Einladung, den anderen, „unbekannten“ Kongo kennenzulernen und sich von der Vitalität und Kreativität kongolesischer Künstler und Denker inspirieren zu lassen.

Patrice Ngangang: Der Schatten des Sultans
494 S., Peter Hammer Verlag 26,00 EUR
Die Historikerin Bertha kommt aus den USA nach Jaunde, um die Geschichte Kameruns zu erforschen. Hier lernt sie die alte Sara kennen, die bislang für stumm gehalten wurde und jetzt ihr Schweigen bricht. Sara war als 9jährige ihrer Mutter entrissen und dem Sultan Njoya als Frau geschenkt worden. Der lebte 1894 – 1933 als Herrscher des Königreichs Bamum mit seinem Hofstaat in Mont Plaisant. Einige Jahre konnte sich das Mädchen – als Junge verkleidet – ihrem Los entziehen. Als vermeintlicher Sohn einer Sklavin und später dann doch als eine der Ehefrauen des Sultans blieb sie am Hof und wurde im Laufe ihres Lebens Zeugin eines ganzen Panoramas von Lebensgeschichten. Ihre oft ungeheuerlichen, kunstvoll verwobenen Geschichten von Liebe, Eifersucht, Macht und Tod erzählt sie nun der Historikerin. Diese recherchiert ihrerseits, überprüft und ergänzt die Berichte. So wachsen Überlieferung und Forschung zu einem lebendigen Bild zusammen, das die Afrikaner kulturell und intellektuell auf Augenhöhe mit den Kolonisatoren zeigt.

Maaza Mengiste: Unter den Augen des Löwen
320 S., geb., Verlag das Wunderhorn 24,80 EUR
„Unter den Augen des Löwen“ erzählt am Beispiel einer Familie die blutigen Umbrüche im Äthiopien der 1970er Jahre. Während fruchtbare Hungersnöte den Norden des Landes heimsuchen, wächst in der Landeshauptstadt Addis Abeba der Widerstand gegen den alten Kaiser Haile Selassie. Dawit, der Sohn des bekannten Arztes Hailu, schließt sich gegen den Willen des Vaters einer revolutionären Studentengruppe an. Als der Kaiser 1974 tatsächlich gestürzt und die jahrhundertealte Monarchie gewaltsam abgeschafft wird, kommt eine kommunistische Gruppierung an die Macht, die das Land in einen verheerenden Bürgerkrieg führt. In den Kriegswirren gerät Hailu in Schwierigkeiten, als ein Folteropfer unter seiner Hand stirbt, das der politischen Führung noch wertvolle Informationen hätte preisgeben sollen. Dawit geht erneut in den Untergrund. Inzwischen ist sein enger Kindheitsfreund Mickey zu einem hochrangigen Polizisten aufgestiegen. Familienbande und Freundschaft sehen sich brutalen Prüfungen ausgesetzt.

Annemarie Schwarzenbach: Afrikanische Schriften
248 S., Chronos 2012 31,00 EUR
Im Gegensatz zu den anderen Abschnitten ihres kurzen Lebens war über den Afrika-Aufenthalt von Annemarie Schwarzenbach 1941/42 lange Zeit wenig bekannt. Mit der Veröffentlichung des nachgelassenen Romans „Das Wunder des Baums“ (Chronos Verlag, 28 EUR) wurde 2011 ein erster Schritt getan, den Blick auf diese Schaffensphase der Autorin zu lenken. Das vorliegende Buch präsentiert alle weiteren während ihrer Afrikareise verfassten Arbeiten – die zu Lebzeiten publizierten Reportagen und Feuilletons sowie bisher unveröffentlichte Texte, darunter Gedichte, ein Rechenschaftsbericht und „Marc“. Annemarie Schwarzenbach reiste 1941 nach Belgisch-Kongo und versuchte von dort Anschluss an die Operationen des France libre zu finden, war durch politische Verdächtigungen in ihrem Handlungsspielraum allerdings eingeschränkt. Dennoch konnte sie in der Schweizer Presse rund zwei Dutzend Reportagen veröffentlichen. Es geht darum um Eindrücke von ihren Schiffsreisen zwischen Europa und Afrika und um vielfältige Impressionen aus dem Kongo, so in der Artikelserie über Schweizer Kolonialisten. In ihrem bisher unveröffentlichten Bericht „Beim Verlassen Afrikas“ reflektiert Annemarie Schwarzenbach die spektakulären Umstände bei der Niederschrift ihres Romans „Das Wunder des Baums“. Hinzu kommen Gedichte, die sie aus dem Kongo und aus Marokko, ihrer zweiten großen Station in Afrika, schrieb. Aus Marokko stammen zudem ein Dutzend Reportagen. Den Abschluss des Bandes bildet der Erstdruck von „Marc“, der geheimnisumwitterten lyrischen Umarbeitung von „Das Wunder des Baums“, die sie nach ihrer Rückkehr aus Afrika kurz vor ihrem Tod 1942 in Sils beendete. Damit liegen nun alle afrikanischen Schriften von Annemarie Schwarzenbach gesammelt vor. Sie gestatten neue Blicke auf diese immer noch viel zu wenig bekannte Etappe ihres Lebens und Werkes.

Ralph A. Austen: Sahara. Tausend Jahre Austausch von Ideen und Waren
221 S., Klaus Wagenbach Verlag 2012 24,90 EUR
Durch kahle Ebenen, Plateaus und Felsbrocken wurden seit dem Mittelalter wichtige Handelsstraßen durch die Sahara (arabisch für „Wüste“) angelegt: Das riesige Gebiet trennt die Länder des südlichen Mittelmeerraums vom tropischen Afrika, eine historische Verkehrsader, die ihre Bedeutung bis Mitte des 20.Jahrhunderts behielt. Die Seewege entdeckte man erst nach und nach, und so fanden materielle Güter, Ideen und kulturelle Neuheiten über tausend Jahre lang, zunächst mit Kamelkarawanen, später auf Eisenbahngleisen – forciert durch die europäischen Kolonialmächte – zwischen Sudan und Atlantik ihre Verbreitung, wodurch das Gebiet zwischen Atlantik und Rotem Meer zu einem Zentrum der afrikanischen Welt wurde. Ein früher Meilenstein der Globalisierung, in einer – in angelsächsischer Tradition – glänzend geschriebenen Kulturgeschichte Afrikas, sorgfältig ausgestattet mit zahlreichen Bildern und Karten illustriert.

Thomas Kruchem
Der große Landraub
Bauern des Südens wehren sich gegen Agrarinvestoren
Herausgegeben von MISEREOR und „Brot für die Welt“

144 S., Pb., Brandes & Apsel 12,90 EUR
Wie die Heuschrecken stürzen sich internationale Investoren auf Ackerflächen in armen Ländern; es geht um Agrosprit, Futter- und Nahrungsmittel für den Export. Die Mächtigen vor Ort halten die Tür auf; sie hoffen auf Devisen und gute Geschäfte. Thomas Kruchem hat Bauern in Uganda, Kambodscha, Argentinien, den Philippinen und Äthiopien besucht und ihre verzweifelte Gegenwehr erlebt. Er befragte Investoren, Politiker und Experten zu den dramatischen Folgen des „land-grapping“.

Konrad J. Kuhn: Entwicklungspolitische Solidarität
Die Dritte-Welt-Bewegung in der Schweiz zwischen Kritik und Politik

1975 – 1992 464 S., geb., Chronos Verlag 2011 47,50 EUR
Seit den 1970er Jahren engagieren sich zahlreiche Menschen in der Schweiz für die sogenannte Dritte Welt. Ziel dieser Bewegung war es, über Öffentlichkeitskampagnen in der Schweiz ein Bewusstsein für die Probleme der Länder Afrikas, Asiens und Lateinamerikas und für die Zusammenhänge zwischen dem Reichtum des Nordens und der Armut des Südens zu schaffen. Im Zentrum des Buches steht das entwicklungspolitische Argument, dass weniger die Entwicklungshilfe ausgebaut, sondern vielmehr die wirtschaftlichen Beziehungen und Ausbeutungsverhältnisse verändert werden müssten. Die Dritte-Welt-Bewegung in der Schweiz thematisierte daher Welthunger, Fluchtgeld und Finanzplatz Schweiz, internationale Verschuldung, multilaterale Kooperation, Entwicklungshilfebudgets ebenso kritisch wie pionierhaft. Diese innenpolitische Kritik einer „entwicklungspolitischen Solidarität“ beeinflusste Konfliktmuster und ideologische Konfrontationen.

Stefan Gurtner
Guttentag – das Leben des jüdischen Verlegers Werner Guttentag zwischen Deutschland und Bolivien

550 S., Edition AV 24,60 EUR
Literatur und Bolivien? Unvorstellbar! Und doch gibt es sie! Dank eines deutsch-jüdischen Flüchtlings namens Werner Guttentag, der ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als die Nazis die Bücher verbrennen, seine Liebe zu ihnen entdeckt. Gedruckte Worte sind für ihn der Schlüssel zum Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit und Ignoranz. Er sieht in ihnen ein Sprachrohr, nicht nur um Missständen zu begegnen, sondern auch um der Bevölkerung Boliviens (mehrheitlich Indigene) ein Selbstbewusstsein / ihren Stolz (zurück)zugeben, in dem er ihre Geschichte, ihre Traditionen, einbettet in die Schönheit und Vielfältigkeit ihres Landes, veröffentlicht. Er eröffnet zunächst einen Buchladen, gründet einen Verlag, ruft einen Buchpreis ins Leben, in dessen Jury niemand Geringerer als der Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa sitzt, der Guttenberg als seinen Freund, den „großen bolivianischen Verleger und Buchhändler“ bezeichnete. Er trifft auf Klaus Barbie und wird hineingezogen in den Strudel im Kampf um Che Guevara.

Tom Wolfe: Back to the Blood
600 S., geb., Blessing Verlag 2013 (erscheint 21.1.2013) 24,99 EUR
Der neue Bestseller des preisgekrönten Kultautors. „Das Fegefeuer der Eitelkeiten“ für das 21.Jahrhundert. Clash of Cultures unter karibischer Sonne: eine brillante und bissige Satire auf den menschlichen Umgang mit gesellschaftlicher Realität.

Kiran Nagarkar: Die Statisten
640 S., geb., A 1 Verlag 28,00 EUR
Das Bombay der 60er- und 70er Jahre ist der Schauplatz von Kiran Nagarkars neuem Roman „Die Statisten“, einem satirischen Heldenroman im Rabelei`schen Sinne. Ravan arbeitet als Taxifahrer, Eddie als Rausschmeißer in einer illegalen Kneipe. Aufgewachsen in den Chawls, den vier- bis fünfstöckigen Mietskasernen Bombays, sind beide elektrisiert von der Glitzer- und Glamourwelt Bollywoods und der westlichen Rockmusik. Während Ravan mit seiner Hochzeitsband regelmäßig um die Gage geprellt wird, ist Eddie, der gemeinsam mit seiner hinreißenden angloindischen Freundin Belle die „Bandra Bombshells“gründet, nicht wesentlich erfolgreicher. Ihre Versuche, der Enge ihrer hinduistischen und katholischen Familien zu entfliehen und im Musik- und schließlich Filmbusiness Fuß zu fassen, sind von Rückschlägen und Scheitern begleitet, doch sie sind unbezähmbar in der Zuversicht, ihre Träume zu verwirklichen. Schamlos, schockierend, brüllend komisch und einfühlsam porträtiert Nagarkar seine Protagonisten und treibt sie mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch die Stadt. Vor dem Hintergrund der indischen Film- und Musikgeschichte entsteht plastisch und sinnlich die Megacity Bombay mit ihren Rhythmen, ihrem Duft und ihrer Vielstimmigkeit. Zugleich ist dieser Roman ein philosophisches Nachsinnen über unseren Platz in der Welt. Sind wir die Protagonisten oder doch nur Statisten in diesem Film namens Leben?

Jürgen Hanneder: Moksopaya – Weg zur Erlösung
Indologica Mapurgensia 4

175 S., P. Kirchheim Verlag 38,90 EUR
Seit einem Jahrzehnt erscheinen immer wieder Kinofilme, welche die Existenz psychischer Welten thematisieren. Angefangen vom Klassiker Matrix (1999) mit seiner Konstruktion virtueller Welten bis hin zu Inception (2010) mit seiner Idee einer mehrfachen Schachtelung von Traumwelten oder Source Code (2011) – die Idee imaginierter oder psychischer Wirklichkeiten, oder das Entlarven unserer Wirklichkeit als eine bloße psychische Erscheinung bleibt ein faszinierendes Motiv. 1999 begannen mit dem ersten Teil der Matrix-Filme auch die Arbeiten an der Erstedition eines riesigen Sanskrit-Textes, dem „Weg zur Erlösung“ (Moksopaya), welches ganz ähnliche Grundideen im Indien des 10.Jahrhunderts literarisch umgesetzt hatte. In Indien erfreute sich Moksopaya mit seinen Geschichten über Reisen durch den Weltraum, die Erzeugung psychischer oder virtueller Welten, den Besuch in der geistigen Welt anderer Menschen, aber auch eine love story mit Geschlechterumwandlung, Kriege mit mythischen Wunderwaffen, unbesiegbare Kampfmaschinen ohne Ichbewusstsein usw. großer Beliebtheit. Die Geschichten dienten dort eigentlich zur Veranschaulichung einer Erlösungslehre, derzufolge unsere Welt nur eine Imagination ist, in Wirklichkeit also gar nicht existiert, wobei die Erkenntnis dieser Wahrheit den Menschen, der ja ebenfalls so nicht existiert, befreien soll. Dieses altindische Werk verdient nicht nur aus diesem Grund größere Bekanntheit.

Nicolas Bouvier: Skorpionfisch
232 S., geb., Lenos Verlag 2012 21,90 EUR
Nicolas Bouvier (1929 – 1998) wuchs in Genf auf und machte schon als 16jähriger erste Reisen nach Frankreich und Italien. Nach dem Studium der Geistes- und Rechtswissenschaften in Genf fuhr er 1953 mit Thierry Vernet im Auto über Jugoslawien, die Türkei und Iran nach Afghanistan. 1955 Weiterreise nach Japan. In den sechziger Jahren unternahm Bouvier mehrere ausgedehnte Reisen, u.a. nach Japan, China und Korea. Der Schriftsteller, Fotograf und Journalist publizierte mehrere Bücher, darunter „Die Erfahrung der Welt“. Im Anschluss an die Reise von Genf nach Afghanistan („Die Erfahrung der Welt“) durchquert Bouvier in seinem Fiat Topolino den indischen Subkontinent und lässt sich im März 1955 vorübergehend auf Ceylon nieder. Unverhofft wird die Etappe zum Moment des Innehaltens. Er ist einsam und geschwächt, zudem träge vom feuchtheißen Klima der Insel, doch seine Sinne für die Wahrnehmung der Umgebung sind geschärft: Die Reise wird zur geistigen Gratwanderung eines Mannes, der – hin- und hergeworfen zwischen Faszination und Schrecken – die magischen Phänomene der Schatten- und Insektenwelt Ceylons zu erfassen sucht. In der lichtdurchfluteten Sprache Bouviers verwandelt sich die tropisch-dumpfe Schwere in ein schillerndes Wunder. „Skorpionfisch“ ist die fesselnde Auseinandersetzung eines weitgereisten, scharfsinnigen Schriftstellers mit den Grundsätzen menschlichen Daseins, eine „Meditation über unsere Wahrnehmung der Welt“. Neue Dokumente, Briefe und Fotos geben unerwartete Einblicke in die Entstehung dieser hochverdienten Prosa, bislang unveröffentlicht in diesen Band eingegangen. Das verlangte auch nach einer neuen Übersetzung von Stefan Zweifel.

Joào Paulo Cuenca
Das einzig Glückliche einer Liebesgeschichte ist ein Unfall

144 S., geb., A 1 Verlag 16,90 EUR
Shunsuke, junger Angestellter einer untergehenden multinationalen Firma in Tokio, hat zahlreiche belanglose Affairen, bis er sich in einem Nachtclub Hals über Kopf in die polnisch-rumänische Kellnerin Iulana verliebt. Doch für Iulana ist alles nur ein Spiel, denn sie ist entflammt für die schöne Tänzerin Kazumi. Sie allen werden von einem alten Dichter beobachtet, der jeden ihrer Schritte durch heimliche Aufnahmen überwacht: Es ist Shunsukes eigener Vater Atsuo Okuda. Mit seinem privaten Spionagenetz, U-Boot genannt, scheint es Herr Okuda besonders auf das Glück seines Sohnes abgesehen zu haben, während er seiner neuen Gefährtin Yoshiko, einer ultrarealistischen, nach seinen genauen Anweisungen gefertigten, sprechenden Gummipuppe Gedichte vorliest. Sein perfider Kontrollwahn steigert sich zu einem plötzlichen und äußerst gefährlichem Interesse für Iulana. Shunsuke sieht seine Hoffnung auf Liebe durch die dunklen Schatten seines Vaters bedroht. Doch wenn sollen Atsuos teuflische Obsessionen tatsächlich treffen? Joào Paulo Cuencas dritter Roman ist eine moderne Liebesgeschichte, in der er mit wechselnden Erzählern meisterhafte futuristische Szenerien entstehen lässt: lebendige Figuren im zersplitterten Leben einer Megalopolis, in der allgegenwärtiger Voyerismus und menschliche Perversion zu Gegenspielern jeglichen Gefühls werden. Verstört und gebannt stellt sich der Leser die Frage, ob die wahren Opfer von Unfällen nicht oft die Überlebenden sind.

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2012 – Yiwu Liao
Ansprachen aus Anlass der Verleihung
Herausgegeben vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels

112 S., MVG 2012 (erscheint November) 14,90 EUR
Der Stiftungsrat zu Wahl von Liao Yiwu: „Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verleiht der Börsenverein im Jahr 2012 an Liao Yiwu und ehrt damit den chinesischen Schriftsteller, der sprachmächtig und unerschrocken gegen die politische Unterdrückung aufbegehrt und den Entrechteten seines Landes eine weithin hörbare Stimme verleiht. Liao Yiwu setzt in seinen Büchern und Gedichten den Menschen am Rand der chinesischen Gesellschaft ein aufrüttelndes literarisches Denkmal. Der Autor, der am eigenen Leib erfahren hat, was Gefängnis, Folter und Repression bedeuten, legt als unbeirrbarer Chronist und Beobachter Zeugnis ab für die Verstoßenen des modernen China.“

An Lac Truong Dinh: Von der Fremdenlegion zu den Viet Minh
Der Schweizer Überläufer Emil Selhofer im französischen Indochinakrieg

168 S., Pb., Chronos Verlag 2012 23,00 EUR
Vor Ende des Zweiten Weltkriegs verlässt der 1926 geborene Zürcher Matrose Emil Selhofer die Schweiz und tritt in die französische Fremdenlegion ein. Diese führte ihn ins fernöstlliche Indochina. 1947 desertiert er und schließt sich den vietnamesischen Widerstandskämpfern (Viet Minh) im Kampf gegen die französischen Kolonialisten an. Dort kämpft er im „Detachement Tell“, einer vietnamesischen Kampftruppe ausländischer Soldaten, und arbeitet später im Propagandabüro der vietnamesischen Armee; er verschreibt sich dem Kampf gegen Kapitalismus und Kolonialismus. Nach mehreren Jahren in der Fremde wollte Emil Selhofer eigentlich zurück in die Schweiz reisen, doch seine Spur verliert sich im nordvietnamesischen Dschungel, wo er vermutlich bei einem Militäreinsatz ums Leben gekommen ist. Ausgehend von persönlichen Briefen, Archivquellen sowie Gesprächen mit vietnamesischen Militärkadern wird der kurze Lebensweg von Emil Seehofer rekonstruiert.

Alice Pung: Ungeschliffener Diamant
344 S., geb., Edition Fünf 19,90 EUR
„Ungeschliffener Diamant“, 2007 als bestes australisches Debüt ausgezeichnet, erzählt von den Herausforderungen des Erwachsenwerdens in einer globalisierten Welt: Als Tochter chinesisch-kambodschanischer Einwanderer wächst Alice mitten in Melbourne zwischen Hausgöttern, Aberglauben und strengen Traditionen auf. Doch schon bald kommt ihr die Welt der Eltern exotischer vor als die neue Heimat. Mal ernst und verzweifelt, dann wieder augenzwinkernd ironisch entfaltet dieses erzählerische Juwel seinen unwiderstehlichen Charme. „Um ein Mädchen großzuziehen braucht man tonnenweise Sozialweichspüler mit eingebautem Temperamentsdämpfer. Man reibe dem Kind damit alle Gliedmaßen ein und setze es zum Aushärten auf einen Stuhl. Wenn die Glieder fest werden, hat man eine perfekte junge Frau – so still und leise und ruhig, dass man seinen Schatz in Watte packen und in eine Vitrine stellen könnte. Ah, seht doch nur die entzückende Geisha hinter Glas.“

Martin Bettinger: Wo der Tag beginnt
Storys aus Neuseeland

192 S., Pb., Conte Verlag 15,90 EUR
Seit Ende der Neunzigerjahre verbringt Martin Bettinger einen Teil des Jahres in Neuseeland, dem Land, wo mit der Datumsgrenze die Tage auf der Erde beginnen. Wenn er nicht in den Bergen der Südinsel unterwegs ist, lebt er in Takaka, Golden Bay. In dieser Bucht haben sich Auswanderer aus aller Herren Länder niedergelassen. Was Martin Bettinger zwischen Glücksrittern und Pechvögeln, Tagelöhnern und Strandhausbesitzern erlebt, lässt er sein Alter Ego Tom erzählen. 61 Storys über Menschen, die aufbrachen, ein anderes Leben zu führen. Sie fanden kein Land, das ihnen Antworten gab, doch sie fanden eine Bucht, die eine Einladung war, die alten Fehler neu zu begehen. „Lakonisch und poetisch zugleich. Wie lange muss da einer gewartet haben, bis ihm solche Szenen ins Netz gingen“ (Dylan J. Foster)

Carl Nixon: Rocking Horse Road
240 S., Weidle Verlag 19,90 EUR
Kurz vor Weihnachten 1980 wird die Leiche der 17jährigen Lucy Asher am Strand von The Spit gefunden. In der Mitte dieser schmalen Landzunge vor Christchurch verläuft die Rocking Horse Road. Lucys Eltern haben ein Milchgeschäft an dieser Straße, und Lucy arbeitete oft dort, angehimmelt von einer Gruppe 15jähriger Jungen. Einer von ihnen findet die Leiche. Lucy wurde erwürgt. Für die Jungen ist damit ihre Kindheit zu einem traumatischen Ende gekommen. Die Suche nach dem Mörder schweißt sie zusammen – über 25 Jahre später sind sie ihm noch immer auf der Spur. Im Jahr nach dem Mord macht der Staat Neuseeland eine traumatische Erfahrung: Die Springboks, das südafrikanische Rugby-Team, touren durch das Land. Protest gegen das Apardheidsregime erhebt sich, und es kommt zum ersten mal in der Geschichte des Landes zu gewalttätigen Zusammenstößen: Carl Nixon verknüpft diese beiden Geschehnisse. Der sehr spannende Roman wird von der Gemeinschaft der Jungen durchgehend in der Wir-Form erzählt. Der Roman wird derzeit verfilmt.

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Alle Titel können Sie überall im Buchhandel wie auch unter folgender Adresse erwerben:

Worms Verlag
Abt. Onlineshop
Kultur- und Veranstaltungs GmbH,
Von Steuben Str.5, 67549 Worms
Berthold Röth Tel. 06241-2000-314
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Inhalt des Heimatjahrbuch Worms 2013

November 26, 2012

Wir stellen bereits jetzt das Inhaltsverzeichnis des Heimatjahrbuches Worms 2013 – Schwerpunktthema „Eurovisionen“ – vor.
Es erscheint am 6.12. und hat dieses Jahr den doppelten Umfang … 372 Seiten… unverändert für nur 8 EUR Verkaufspreis, denn der Verlag wird 2013 10 Jahre alt 🙂

Worms 2013
Eurovisionen
Heimatjahrbuch für die Stadt Worms

Autoren/Inhalt

Rudolf Uhrig: Jahresrückblick in Bildern
Hans-Georg Herrnleben: 50 Jahre Vertrag über deutsch–französische Zusammenarbeit
Tirmiziou Diallo: Europa – Mythos und Wirklichkeit
Wolfgang Klemm: Comenius wirkt auch in Worms
Josef Schork: Europa in der Schule
Josef Schork: Beziehungen zu Bydgoszcz
Jörg Koch: Europa aus verschiedenen Perspektiven
Til Schrecker: Das Europahaus
Joachim Mayer: Erasmus-Programm
Carlo Riva: Ankunft der Amerikaner
Elisabeth Gransche und Sabine Müller: Interkulturschulung in der Stadtverwaltung
Erika Mohri: Moscheebau
Ulrike Schäfer: Porträt Ilse Lang
Hans Egli: 100 Jahre Lutherkirche und Luthergemeinde
Ulrike Schäfer: Ibersheim
Gernot Lahr-Mische: Lorna Dooley
Michaela Langner: Förderverein LincolnTheater
Frank Schumann: Erinnerungen an das LincolnTheater
Anna Bludau-Hary: 10 Jahre Kunsthaus
Regina Urbach: Malkurs mit Birgitta Kappel
Roland Kundel und Sylvia Richter-Kundel / Achim Müller: Antoni Tàpies
Franz-Josef Payrhuber: Wormser Märchentage
Regina Johannes: Ludmila Ders interkultureller Chor
Ulrike Schäfer: Das Wagnerjahr in Worms
Karl Schröding: Georg Löwel
Iris Muth: Ferienspiele
Uwe Baatsch-Glaser: Autogrammjäger
Maria Storf-Felden: Gästeführer
Elisabeth Gransche und Sabine Müller: MuT-Projekt
Mahlagha Samadi und Gudrun Staab: Filmreihe zur Integration
Andrea Nandelstaedt: Haus der Jugend
Jürgen Birk: Tabernaemontanus
Irene Spille: 800 Jahre Frauensynagoge
Ellen Bender: Judenbilder in Literatur und Bildkunst
Erwin Martin: Der Waffenschmied von Worms
Margit Knab: Modehaus Michel
Martina und Hans-Dieter Graf: Otto B. May
Felix Zillien: Das Gerichtswesen im alten Pfeddersheim
Felix Zillien: Grausige Flurnamen
Maria Storf-Felden: Die Lady aus Hertfordshire
Busso Diekamp: Bibliophile Entdeckungsreise nach St Albans
Fritz Reuter: Erinnerungen an Hochheim
Eva Jauch: Mein Baum / Versuch / Die Bank vor dem Haus
Olga Manj: Tod in Worms
Richard Wisser: Nur Ergänzung fördert Leben / Der Dom zu Worms am Rheine / Was Worte meinen, ist eigentümlich
Gerda Steger: der RHEIN / Türme küssen den Himmel
Uschi Freese: (T)Raumzeit-Wanderin
Marc Bellefroid: Dämmerung / Zypressentristesse / Unaufhaltsam
Eleonore Bittner: IG Pfrimm
Klaus Diehl: 40 Jahre Tiergarten
Matthias Bösl: 25 Jahre NABU Worms
Hans König: Fledermäuse und Licht
Christian Lang: 100 Jahre Zuckerrübenverband
Margit Rinker-Olbrisch: 175 Jahre Sparkasse Worms
Bernadette Andres: 1. Wormser Tag der Wirtschaft
Regina Urbach: Robert Dekeyser
Ursula Reuter: SchUM-Gemeinden
Christian Lang: Mennonitenkirche Ibersheim
Klaus Diehl: Sportstadt Worms
Harald Braun: Die »ruhmreiche« Wormatia
Veronika Dietz und Elisa Cazzato: Internationale Volleyballgruppe
Klaus Diehl: Einweihung neue Jahnturnhalle
Klaus Diehl: Tennisclub Bürgerweide
Berthold Röth: Neue Bücher

Erscheinungsjahr
1., 2012

Seitenzahl
372 Seiten

Abbildungen
234 Farb- und 45 Schwarzweißabbildungen

Einbandart
Broschur

Format
155 × 240 × 20 mm

Preis
8,00

ISBN
978-3-936118-69-8

Verlag
Worms-Verlag (Kultur und Veranstaltungs GmbH Worms)

Juden in Erfurt

November 22, 2012

Nicht nur die Schum-Städte Worms – Speyer – Mainz haben eine wichtige jüdische Vergangenheit, auch Erfurt ist in diesem Zusammenhang bedeutsam. Für die Besprechung in unser am 6.12. erscheinendes Heimatjahrbuch Worms hat es für diese Titel nicht mehr gereicht, wir werden sie im kommenden Jahrbuch besprechen. Aber solange vorenthalten wollen wir sie auch nicht… deswegen schon einmal in unserem Blog empfohlen.

Die jüdischen Gemeinden von Erfurt und die SchUM-Gemeinden
Kulturelles Erbe und Vernetzung
Erfurter Schriften zur jüdischen Geschichte Bd.1

200 S., geb., Verlag Bussert & Stadeler 2012 19,90 EUR
ISBN 978-3-942115-17-9

Worms und Thüringen verbindet mehr als man gemeinhin weiß: In der begonnen Lutherdekade sind dort viele Lutherstädte vorhanden, es gibt die Wartburg (wo Worms in einigen Jahren ein Jubiläum als Kooperationspartner zu feiern gedenkt), das Mittelalter weist den Minnesänger Walther von der Vogelweide wie auch Wolfram von Eschenbach (Parzifal) auf, Karl Theodor von Dalberg war auch Statthalter des Mainzer Erzbischofs in Erfurt, das letztjährige Richard Wagner-Jahr wurde auch in Thüringen groß begangen und nun hatte Erfurt wie auch Worms, Speyer und Mainz für seine jüdische Geschichte den Antrag auf Aufnahme in das Weltkulturerbe der UNESCO gestellt. Dazu fand ein Kolloquium „Fragen zum kulturellen Erbe und der Vernetzung der Städte Mainz, Worms, Speyer mit Erfurt“ statt, dessen Vorträge nun in Buchform publiziert vorliegen. Ausgiebig vorgestellt werden die alten Synagogen von Mainz, Speyer, Worms und Erfurt, ebenso die Mikwen und die Forschungen zu jüdischen Grabsteinen. Erfurt verfügt über bedeutende hebräische Handschriften und über diese wird nun das Netzwerk unter den mittelalterlichen jüdischen Gemeinden rekonstruiert. Besonders die Verbindung zu Mainz und Worms ist hervorstechend, denn Erfurt stand zur damaligen Zeiten unter der Hoheit des Mainzer Erzbischofs und somit auch die Mainzer wie Erfurter jüdische Gemeinde. Der wichtige Rabbiner Eleazar ben Judah ben Kalonymus aus Worms amtierte lange Zeit auch als Vorbeter in Erfurt, sein Familienname taucht mehrfach auf Erfurter jüdischen Grabsteinen auf. Abschließend untersucht wird auch das Judenbild im Wormser Passionsspiel, das fälschlicherweise als „Sankt Galler Passionsspiel“ überliefert war und in den letzten beiden Jahren in Wormser Medien öfter diskutiert wurde. Geplant war ursprünglich die jährliche Wiederaufführung in Worms, von der man allerdings aufgrund des negativen Judenbildes wieder abgesehen hat.

Erfurter Hebräische Handschriften
98 S., geb., Verlag Bussert & Stadeler 2010 14,90 EUR
ISBN 978-3-932906-98-5

Das blühende Geistesleben der mittelalterlichen jüdischen Gemeinde zu Erfurt wird durch ein Konvolut hebräischer Handschriften aus deren Besitz belegt. Der Band stellt diese bedeutenden Handschriften aus der Staatsbibliothek zu Berlin vor, zu denen eine zweibändige Bibel und eine Torarolle gehören, welche weltweit die größten ihrer Art sind.

Erfurter Schatz
96 S., geb., Verlag Bussert & Stadeler 2009 14,90 EUR
ISBN 978-3-932906-96-1

Der Erfurter Schatz ist ein außergewöhnliches Ereignis und ein kultureller Glücksfall. Seinen singulären Rang gewinnt er aus Umfang, Herkunft und kunsthistorischer Verweiskraft vor allem der gotischen Schmuckarbeiten mit dekorativer Symbolik. Zugleich gibt diese Hinterlassenschaft eines Fernhändlers Zeugnis vom jüdischen Gemeindeleben im mittelalterlichen Erfurt – wie es integriert, dann verfemt und ausgelöscht worden ist.

Alte Synagoge und Mikwe zu Erfurt
100 S., geb., Verlag Busser & Stadeler 2009 14,90 EUR
ISBN 978-3-932906-97-8

Erfurt hatte im Mittelalter eine bedeutende jüdische Gemeinde, deren Synagoge bis in das Jahr 1100 datiert werden kann. Sie gilt als älteste Synagoge Deutschlands. Akribische Detailarbeit führte auch zum Auffinden der Mikwe, des rituellen Taufbades nahe der Krämerbrücke. Der Band stellt die Baugeschichte und die Sanierung der Erfurter Synagoge vor.

Diese Titel erhalten Sie überall im Buchhandel wie auch direkt bei uns:
Worms Verlag, Abt. Onlineshop berthold.roeth@kvg-worms.de

Buchvorstellungen im Heimatjahrbuch Worms 2013

November 5, 2012

Am 6.12. erscheint das Heimatjahrbuch der Stadt Worms 2013. An dessen Ende stellen wir immer Buchneuheiten zu Themen der Stadt vor. Vorab stellen wir diese bereits in unseren Blog. Die Titel können über den Buchhandel bezogen werden oder auch direkt über uns: berthold.roeth@kvg-worms.de

Worms und Region

Mathilde Grünewald / Alfred Wieczorek
Unter dem Pflaster von Worms
Archäologie in der Stadt

424 S., geb., Kunstverlag Josef Fink 2012 24,90 EUR
ISBN 978-3-89870-754-1
Die Archäologie der letzten 30 Jahre hat das Bild von der Stadt Worms verändert. Ein Kastell zur Zeit des Kaisers Augustus um Christi Geburt, eine Befestigungsmauer aus dem späten 4.Jahrhundert n. Chr. und eine funktionierende römische Infrastruktur bis 450 n. Chr. als Voraussetzung für Importe aus der Eifel und den Argonnen, ein karolingerzeitliches Händlerviertel im Norden und die Datierung der nordseitigen Stadtmauer um 1000 n. Chr., eine Stadterweiterung zum Rhein hin im 11. und 12.Jahrhundert sowie die Alltagskultur in der Judengasse in Mittelalter und Neuzeit – all diese und weitere Erkenntnisse sind der „Spatenforschung“ zu verdanken. Schriftliche Nachrichten gibt es hierzu nicht. Dr. Mathilde Grünewald ist Archäologin und war von 1980 bis 2012 Direktorin des Museums der Stadt Worms im Andreasstift. In diesem sehr opulenten preisgünstigen Band veröffentlicht sie die Ergebnisse der Grabungen des Wormser Museums in der Innenstadt.

Jörg Koch: Worms vor 100 Jahren
98 S., Sutton Verlag 2012 18,95 EUR
ISBN 978-3-95400-020-3
In den Jahrzehnten um 1900 erlebte Worms eine einmalige wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit. Dank des Weitblicks der Oberbürgermeister Wilhelm Küchler und Heinrich Köhler stellte sich Worms erfolgreich den Herausforderungen der Moderne. Sichtbarer Ausdruck waren die vielen öffentlichen Gebäude und Anlagen, die Stadterweiterung im Westen sowie die Ansiedlung von Großbetrieben am Rhein. Der Historiker Dr. Jörg Koch lässt Worms vor 100 Jahren mit historischen Dokumenten und einmaligen Fotografien wieder lebendig werden.

Annette Biemer / Bettina Ränsch
Die Würmchen von Worms

70 S., Books on Demand 2012 7,95 EUR
ISBN 978-3-8448-1610-5
Einen Kinderstadtführer für Worms gibt es leider noch nicht. Dafür ein liebenswertes Kinderbuch für jüngste Leser, deren Protagonisten – eine Gruppe von Glühwürmchen – an vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbeikommen. Autorin Annette Biemer und Zeichnerin Bettina Ränsch waren als Touristen in Worms und die Stadt gefiel ihnen so gut, dass sie beschlossen eine Geschichte dazu zu machen. Große Schrift für Erstleser und 14 farbig illustrierte Seiten.

Synagogengarten Worms
Mittelalterliches Jüdisches Zentrum

70 S., Schriftenreihe des deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, Bd. 79
ohne ISBN
Die Schriften des Nationalkomitees sind nicht zum Verkauf bestimmt und werden kostenlos abgeben( http://www.dnk.de). In dieser Broschüre sind die Ergebnisse des 5.Studentenworkshops des Nationalkomitees vom 12. – bis 18.September 2010 dokumentiert. Studierende der Fachrichtungen Architektur, Landschaftsarchitekur, Judaistik, Geschichte und Kunstgeschichte befassten sich interdisziplinär und praxisnah mit dem jüdischen Zentrum um Synagoge, Synagogengarten und Raschi-Haus. Zur Vorbereitung des Antrags auf Anerkennung der Schum-Städte Speyer, Worms und Mainz als Weltkulturerbe der UNESCO entwickelten sie Konzepte der Nutzung und Vermittlung des jüdischen Kulturerbes in Worms. Worms kann sich damit als wichtiger Ort des interkulturellen Dialoges und wissenschaftlichen Austauschs profilieren. Das Judenviertel der Stadt Worms weist noch eine Reihe städtebaulicher Probleme auf, deren Lösung mit architektonischen Veränderungen aufgezeigt wird, nebst einem neuen Museumskonzept und vermehrter Einbeziehung des Kulturtourismus.

Die SCHUM-Städte am Rhein
Speyer (Schpira) – Worms (Warmaisa) – Mainz (Magenza)

42 S., geheftet, Schnell und Steiner 2012 5,00 EUR
ISBN 978-3-7954-2661-3
Die Ausstrahlung der Schum-Gemeinden, die Bedeutung ihrer Gelehrten und Lehrhäuser, sowie die vielfältigen Traditionen, die sich mit ihnen verbinden, begründen den einzigartigen Rang der drei Gemeinden für das aschkenasische Judentum. Aschkenas war im Mittelalter die jüdische Bezeichnung für Deutschland. Die Geschichte dieser Gemeinden in Mainz und Speyer endete nach wiederholten Vertreibungen im 15.Jahrhundert. Allein die Wormser Gemeinde bestand weiter, bis zum Holocaust lebten Juden kontinuierlich in Worms. Reichhaltig mit farbigen Fotos ausgestattet wird in dieser Broschüre (herausgegeben von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz) die jüdische Geschichte dreier Städte vorgestellt. Beim Verlag ist auch eine englische Ausgabe erhältlich.

„Beseelt mit Hitlergeist“ … bis zum bitteren Ende
Nationalsozialismus im Alzeyer Land

316 S., Verlag der rheinhessischen Druckwerkstätte Alzey 2012 19,80 EUR
ISBN 978-3-96232-024-0
Begleitend zur gleichnamigen Ausstellung hat das Museum Alzey und der dortige Altertumsverein diese wichtige Aufarbeitung der NS-Zeit in Alzey, Kreis Alzey-Worms bis nach Mainz, Ingelheim und Bingen vorgelegt. Mehr und mehr wird damit der Nationalsozialismus in Rheinhessen für die Öffentlichkeit aufgearbeitet. Zur Ergänzung finden sich auch im Worms Verlag erschiene Titel.

Dieter Bührig
Südliche Weinstrasse und Pfälzerwald
66 Lieblingsplätze und 11 Winzer

194 S., Gmeiner 2012 14,90 EUR
ISBN 978-3-8392-1280-6
Worms selbst ist in diesem Band nicht enthalten, aber dafür die nähere Umgebung der Pfalz, die auch als „Toskana Deutschlands“ tituliert wird. Damit also die Südliche Weinstrasse. Mit diesem Reiseführer kann man die Region erforschen, aber auch den wunderbaren Wein unserer Region kennenlernen.

Franz Böhres
Bäume in Rheinhessen

150 S., Verlag der rheinhessischen Druckwerkstätte Alzey 2011 12,90 EUR
ISBN 978-3-8392-014-1
Obwohl Rheinhessen eine waldarme Region ist gibt es dennoch Bäume, die botanisch und mit ausgewählten Standorten beschrieben sind: Ulmen, Eichen, Waldkiefern, Linden, Kopfweiden, Pappeln, Robinien, Obstbäume, Rosskastanien, Speierlinge, Nussbäume, Maulbeerbäume, Feigenbäume, Eschen, Ahornbäume und einige mehr. Im Anhang ist ein Ortsregister angefügt, mit Angabe welche naturgeschützte Bäume dort zu entdecken sind.

Heinrich Bechtolsheimer
Rheinisches Land und rheinische Leute

176 S., Verlag der rheinhessischen Druckwerkstätte Alzey 2012 17,90 EUR
ISBN 978-3-86232-020-2
Geschichten aus Rheinhessen und der Pfalz: Mainz, Flonheim, Alzey, Kreuznach, Wonsheim und vielen anderen Ortschaften unser umliegenden Heimat. Sehr kurzweilig zu lesen und mit schwarz-weiß Fotos ergänzt.

Eva Eppard
In den Topf geschaut

164 S., Tre Torri Verlag 2012 19,90 EUR
ISBN 978-3-941641-74-7
Radio SWR 4 präsentiert monatlich die Spitzenköchin Eva Eppard samstags von 11 – 12 Uhr um Küchenfragen der Hörer zu beantworten. Als Ergebnis wurde nun ein rheinland-pfälzisches Kochbuch herausgegeben. In diesem Buch werden die Spezialitäten und traditionellen Gerichte aus den Regionen Eifel, Hunsrück, Mosel-Saar, Pfalz, Rheinhessen und Westerwald präsentiert mit jeweils ganzseitigem Farbfoto präsentiert. Die rund 90 Heimatrezepte sind leicht nachzukochen und werden durch zahlreiche Zubereitungstipps, Tricks und Informationen ergänzt. Man merkt auch gleich dass Rheinhessen viel mit Wein zu tun hat an den Namen vieler Gerichte: Weingelee, Rieslingsuppe oder Woihinkelsche. Genauso wenig fehlen unsere Traditionsgerichte wie Handkees mit Musik, Spundekäs, Kreppel oder Zwiwwelkuche.

Martin Krauß / Ulrich Nieß (Hrsg.)
Stadt, Land, Heimat
Beiträge zur Geschichte der Metropolregion Rhein-Neckar im Industriezeitalter

410 S., Verlag Regionalkultur 2011 34,80 EUR
ISBN 978-3-89735-667-2
Der Arbeitskreis der Archive in der Metropolregion fördert die historische Forschung im Rhein-Neckar-Raum. Auf Initiative des Verbands Region Rhein-Neckar (VRRN) entstand in Kooperation mit dem Verein Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar (ZMRN) und der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH (MRN) dieses Projekt, welches unterschiedliche Beziehungen zwischen den Städten und den ländlichen Regionen in historischer Perspektive thematisiert. In 21 Beiträgen werden sehr breitgefächert Themen vereinigt, die nicht einzeln aufgeführt werden können. Meist handelt es sich um Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung, am Beispiel Ludwigshafen ist auch ein interkultureller Beitrag zu Gastarbeitern und Migranten aufgenommen. Interessant für Leser des Heimatjahrbuches ist sicherlich der Bericht von Gerold Bönnen zu ländlicher Bindung, Wohnungsfürsorge und Mobilität der Arbeiterschaft in der Wormser Lederindustrie (ca. 1890 – 1955), der bereits veröffentliche Beiträge zu den Lederwerken der Familie von Cornelius Wilhelm von Hey von Herrnsheim hervorragend ergänzt. Die angerissenen Themenfelder bedürfen noch einer genaueren Analyse anhand der Firmenanlagen im Stadtarchiv und werden sicherlich noch fortgeführt.

Nibelungen

Die Nibelungen
Reise zwischen Dichtung und Wahrheit

DVD, 42 Min. , Woka-Film 2012 16,99 EUR
Das Nibelungenlied ist UNESCO Weltdokumentenerbe. Eine zeitlose Geschichte von Liebe und Treue, von Mord und Rache, von Eifersucht, Verrat und Untergang. Wir schreiben den Beginn des 13. Jahrhunderts. In einer Klosterstube schreibt ein bis heute Unbekannter die Sage der Nibelungen auf. Geografisch punktgenau formuliert. Und hier setzt diese spannende Dokumentation an: Sie geht mittels wissenschaftlicher Spurensuche historischen Vorbildern Vorkommnissen und geografischen Übereinstimmungen auf den Grund und setzt sie in Beziehung zu diesem „Thriller“ aus dem Mittelalter, der rein literarisch betrachtet zu den Klassikern der Weltliteratur zählt. Dies ist eigentlich ein sogenanntes Reiseprotokoll von Xanten über Worms nach Passau und dann weiter der Donau entlang Melk , Tulln bis nach Ungarn Estzergom. Endlich konnte eine Lücke im Angebot des Nibelungenmuseumsshop geschlossen werden, wo dieser Film erhältlich ist.

Rainer Schöffl
Der Weg der Nibelungen
Eine Wanderung von Xanten nach Esztergom/Ungarn

212 S., Vindobona Verlag 2011 20,60 EUR
ISBN 978-3-85040372-2
Wie sieht der Weg der Nibelungen heute aus? Der Autor hat mit dem Nibelungenlied als Wanderführer die Strecke vom Niederrhein bis Ungarn zu Fuß zurückgelegt. Sein Weg führte ihn durch oft einsame Landschaften an Rhein und Donau und immer wieder zu Zeugnissen aus der Vergangenheit. Manchmal waren es eindrucksvolle Überreste aus der römischen Epoche, wie der Limes, manchmal nur schlichte Gedenksteine und Wegkreuze aus späterer Zeit. Die Erzählung handelt aber nicht nur von der Wanderung, sondern auch von den Menschen, die er unterwegs und auf der täglichen Suche nach einer Unterkunft, trifft. Natürlich interessant bei den Schilderungen, was er sich zuvor aus dem Nibelungenlied erlesen hat und welche Erlebnisse ihm diesbezüglich an den jeweiligen Orten widerfahren.

Werner Streletz
Volkers Lied der Nibelungen
Eine Annäherung

114 S., Projektverlag 2011 12,00 EUR
ISBN 978-3-89733-246-1
Werner Streletz hat ein modernes Theaterstück zum alten Mythos geschrieben, überraschenderweise spielten nur 3 Personen den Stoff: Hagen, Brünhild und Volker von Alzey. Natürlich wird die Geschichte des Nibelungenliedes dabei nicht eins zu eins nacherzählt. Brünhild ist psychisch angeschlagen und hasst Siegfried, der sie zweimal hintergangen hat. Volker hat die Blutmassaker aus Gruppenzwang heraus mitgemacht und Hagen, der Mörder Siegfrieds pflegt zeitweise eine Liaison mit Brünhild. Dass alle drei noch leben, obwohl sie im Nibelungenlied ja gestorben sind, erinnert an absurdes Theater. Zudem leben sie auch in heutiger Zeit und erinnern sich mit ihren Dialogen daran was in der Geschichte passierte. Mit diesen drei Figuren treibt Streletz ein vertrackt-tragisches Spiel. Es geht um Psycho-Tricks, das große Geld und die Altlast der dunkel-dräuenden Mär aus dem Mittelalter. Zu erleben ist, wie das Unheil, das schon die Nibelungen ins Verderben zog, bis heute wirksam sein kann. Zum Schluss spielt nur noch Spielmann Volker sein Lied. Das Buch enthält eine lange Einleitung, das gesamte Theaterstück und ein ebenso ausgiebiges Nachwort. Aufgeführt wurde es 2011 in Bochum und zeigt, dass es noch viele Sichtweisen gibt die neu erzählt werden können.

Jeanne Kloepfer: Die Nibelungen
46 S., Jedermann Verlag 2012 8,90 EUR
ISBN 978-3-86825-243-9
Seit vielen Jahren gibt es von diversen Zeichnern die Idee zu einem Nibelungencomic. Schwierig scheint dabei die Suche nach einem geeigneten Verlag zu sein. Nun ist es endlich soweit. Jeanne Kloepfer (Text und Zeichnungen), wohnhaft im Nibelungenland im Odenwald, ist die erste der neuen Zeichnergarde, der es gelungen ist, ihre Comic-Idee auch publizieren zu können. Die Geschichte behandelt den ersten Teil der Sage bis zu Siegfrieds Tod und beginnt damit, dass die Wormser Burgunder auf die Ankunft des Helden Siegfrieds warten. Hagen erzählt dessen Vorgeschichte – von Kämpfen mit Riesen und Drachen und dem Zwerg Alberich, dem Hüter des Nibelungenschatzes. Als Siegfried ankommt ist er zwar aufgrund seines Reichtums ein lukrativer Gast, aber er erweckt durchaus den Eindruck eines Pöbels mit schlechtem Benehmen. Da er für Worms die Schlacht gegen die Dänen und Sachsen gewinnt sieht man darüber hinweg und als er sich in Kriemhild verliebt handelt König Gunther den Vertrag mit ihm aus, dass wenn er Brunhild in Isenstein für Gunther zur Frau gewinnt, dessen Schwester haben könne. Die weitere Geschichte ist ja bekannt um sie hier nicht ganz wiederholen zu müssen. Jedenfalls sind die einzelnen Episoden der Handlung sehr amüsant gezeichnet und getextet. Siegfried hat zwar eine andere Statur, erinnert dennoch sehr an Obelix, was dem Leser vor allem in den Jagdszenen vor dem Mord an ihm offensichtlich wird. Eine sehr schöne Idee ist die Charaktere auf den Innenseiten am Anfang und Ende in Glasfenstern des Wormser Domes zu verewigen. Hoffentlich erscheint bald der zweite Teil der Geschichte: Kriemhilds Rache.

Die Nibelunge
176 S., geb., Reprint-Verlag im Primus Verlag 2012 49,90 EUR
ISBN 978-3-8262-3036-3
Das Nibelungenlied galt vom Beginn des 19.Jahrhunderts bis zum Ende des Nationalsozialismus als Nationalepos der Deutschen. Kein Wunder also, dass anlässlich der Pariser Weltausstellung von 1900 eine neu illustrierte Prachtausgabe des Epos zu den Prestigeobjekten gehörte. Joseph Kaspar Sattler schuf dafür die großformatigen Illustrationen und den Buchschmuck. Sogar eine eigene Schrift, die Nibelungentype, entwickelte er. Als „ein Kunstwerk aus einem Gusse“ wurde das Buch seinerzeit gefeiert. Die vorliegende Reprintausgabe stellt Sattlers Illustrationen in den Mittelpunkt. Gezeigt wird jeweils der Anfang der einzelnen Aventüren. Joachim Heinzle, ausgewiesener Nibelungenexperte, bietet dazu eine neue Übersetzung sowie eine moderne Prosazusammenfassung des Inhalts.

Kristina Domanski / Margit Krenn
Liebesleid und Ritterspiel
Mittelalterliche Bilder erzählen große Geschichten

148 S., geb., Primus Verlag 2012 39,90 EUR
ISBN 978-3-86312-329-1
Die mittelalterlichen Epen sind uns allesamt wieder vertraut, weniger dagegen die aufwändigen Buch- und Wandmalereien und Luxusgegenstände (z.B. Teppiche), die es im Mittelalter zu ihnen gab. Dieser Band zeigt die großartigen Bildwerke und erzählt ihre Geschichten. Sie werden aus kunsthistorischer Perspektive vorgestellt, wobei die zum Teil sehr umfangreichen Bildfolgen – in der Buchmalerei sind über hundert Illustrationen keine Seltenheit – jeweils nur anhand einiger Beispiele präsentiert werden. Die Auswahl beginnt mit den antiken Vorbildern und endet mit den Heldengeschichten der Nibelungen- und Dietrichsage. Zur Geschichte von Siegfried und Kriemhilds und deren Rache ist leider nur noch ein Illustrationszyklus erhalten, der sich an italienischen Vorbildern orientiert und deswegen im Umfeld der Augsburger Frühhumanisten verortet wird. Auch in den insgesamt 36 Handschriften des Nibelungenliedes erhielt nur ein Exemplar eine Bildausstattung, der „Codex Hundeshagen“, der in Berlin aufbewahrt wird. Diese Handschrift um 1440 enthält noch 37 von vermutlich ehemals 40 kolorierten Federzeichnungen, von denen sieben in diesem Buch abgedruckt sind.

Sieglinde Hartmann
Deutsche Liebeslyrik vom Minnesang bis zu Oswald von Wolkenstein
Einführung in die deutsche Literatur des Mittelalters Band 1

228 S., geb., Dr. Ludwig Reichert Verlag 2012 49,00 EUR
ISBN 978-3-89500-847-4
Diese Reihe hat im germanistischen Angebot zum Mittelalter mehr als gefehlt. Schon der erste Band führt umfangreich in die Geschichte des europäischen Mittelalters ein und geht danach weiter in die Wiederentdeckung der mittelalterlichen Sprache und Dichtkunst in der deutschen Romantik. Das eigentliche Thema des Buches ist natürlich die Liedkunst des Minnesangs, der mittelalterlichen Liebesdichtung. Nach umfangreicher Darstellung der Protagonisten erfolgt eine fundiert wissenschaftliche Einführung in die Geschichte der deutschen Sprache, die wichtig ist für die Aussprache der mittelalterlich deutschen Texte. Die Metrik in der Musik ist schwerer zu rekonstruieren, aber auch in der Fachwelt gilt inzwischen die Interpretation des Wiener Epensängers Dr. Eberhard Kummer, der auch das Nibelungenlied singt, als mustergültig. Der Falkentraum der Kriemhild im Nibelungenlied fußt auf dem 20 bis 30 Jahre früher entstandenen „Falkenlied“. Die jeweiligen Strophen sind ausführlich gegenübergestellt. Und genauso ausführlich geht es im Buch auch weiter. Die bekanntesten Minnesänger neben Oswald von Wolkenstein sind natürlich Wolfram von Eschenbach und Walther von der Vogelweide, aber auch alle weniger bekannten fehlen nicht in dieser Einführung. Man darf zurecht auf die weiteren Bände dieser hervorragenden Reihe gespannt sein.

Der Ring des Nibelungen
Carl Emil Doeplers Kostümbilder für die Erstaufführung in Bayreuth

104 S., geb., Reprint-Verlag im Primus Verlag 2012 69,90 EUR
Betrachtet man die Kostümentwürfe zum „Ring des Nibelungen“, die Carl Emil Doepler für die ersten Bayreuther Festspiele von 1876 schuf, sieht man germanische Helden- und Göttergestalten mit rauschenden Bärten und wallenden Gewändern. Diese sind allesamt vierfarbig im vorliegenden Buch dargestellt. Nicht um eine historische Wiedergabe ging es ihm, sondern um die Umsetzung der Vorstellungen, die sich das späte 19.Jahrhundert von den Germanen machte. Die Bedeutung von Doeplers Figurinen ist dennoch kaum zu überschätzen. Sie stellen nicht nur einen Meilenstein in der Geschichte des Kostümbilds dar, sondern haben auch für Jahrzehnte den Aufführungsstil von Ring-Inszenierungen bestimmt und wesentlich zur nationalideologischen Vereinnahmung des Werks beigetragen. So liefert die kommentierte Neuausgabe des Werks auch einen Beitrag zur Ideenwelt Richard Wagners und zum Verständnis der Rezeptionsgeschichte der Ring-Tetralogie.

Andrea Liebers
Der Schatz der Nibelungen – Neuer Spuk in Heidelberg

162 S., Heidelberger Lesezeiten Verlag 2012 9,80 EUR
ISBN 978-3-943137-07-1
Ein spannender Jugendroman, in dem viele Details und Auslegungen zum Nibelungenlied enthalten sind. Manche der Gedanken sind durchaus neu und weiter zu verfolgen. Aufhänger ist wie in anderen Jugendbüchern dieser Art der Schatz der Nibelungen. In Neckarsteinach – woher auch der vermeintliche Autor des Nibelungenliedes Bligger von Steinach stammen soll – wird ein Nibelungen-Erlebnispark gebaut. Der junge Till und sein pfiffiger Opa Krause, die in Vorgängerbüchern bereits einige Abenteuer erlebten, werden wieder in merkwürdige Begebenheiten verwickelt und dabei immer tiefer in die geheimnisvolle Sagenwelt der Nibelungen hineingezogen. In fesselnder Weise verbindet Andrea Liebers die Gegenwart mit den Fehden der Vergangenheit und zeigt dabei, dass Geld und Liebe zu allen Zeiten eine Hauptrolle spielen. Im Nachwort folgen noch stoffbezogene Fakten und Hintergründe zum Nibelungenlied.

Hertha Kratzer
Rheinsagen
Vom Ursprung bis zur Mündung

180 S., geb., Verlag Carl Ueberreuter 2012 14,95 EUR
ISBN 978-3-8000-5677-4
In sehr schöner und preisgünstiger Neuauflage ist die Sammlung von der Germanistin und Jugendliteraturautorin Hertha Kratzer neu erschienen. Stolze Burgen, malerische Ruinen und prächtige Königsschlösser säumen die Ufer des Rheins, die reichlich Geschichten des sagenreichen Fluss bieten. In den Tiefen des Stroms haben Wassergeister, Nixen und Undinen ihr unterirdisches Reich. An seinen Ufern hausen Riesen und Zwerge, treiben Hexen und Zauberer ihr Unwesen und kämpfen edle Ritter gegen Ungeheuer. Die Geschichten erzählen von alten, längst vergangen Zeiten und begleiten den Rhein auf seiner Reise vom Ursprung in den Schweizer Bergen bis zur Mündung in den Niederlanden, vorbei an historisch bedeutenden Stätten wie dem Rheinfall, der Loreley, Worms, Köln und Xanten. Natürlich ist bei Worms auch eine Kurzfassung des Nibelungenliedes enthalten.

Christiane Flock
Sagen und Legenden vom Rhein

160 S., Regionalia Verlag 2012 7,95 EUR
ISBN 978-3-939722-60-1
Von der Quelle bis zum Mündungsdelta des Rheins erzählt man sich seit Jahrhunderten die abenteuerlichsten Geschichten. Hier in 27 bedeutenden Sagen und Legenden u.a. der blinde Schütze von Sooneck, Richmodis aus Köln, der Gießerjunge zu Düsseldorf oder auch wie der Rhein seinen Weg fand und das Siebengebirge entstand ebenso welche Geheimnisse die Burgen Eberstein, Rheinstein oder die Marksburg bergen.

Foster & Murphy
Prinz Eisenherz, Jahrgang 1977/1978
Band 4

114 S., geb., Boccola 2012 24,90 EUR
ISBN 978-3-939625-25-4
John Cullen Murphy übernahm bereits 1971 die Nachfolge von Hal Foster und seinem „Eisenherz“-Comic, war allerdings erst ab 1979 allein für die Zeichnungen verantwortlich. In diesem Band ist bereits erkennbar, dass er seinen Zeichenstil verselbstständigte und einen eigenen Stil entwickelte. Besonders interessant im Vergleich zu unserer aktuellen Zeitgeschichte ist dass die Handlung im Heiligen Land spielt. Dabei prallen östliche und westliche Kultur krachend aufeinander. Ein Kalif verirrt sich sogar nach Gallien, um Aleta für seinen Harem zu gewinnen.

Luther

Orte der Reformation
Evangelische Verlagsanstalt Leipzig je 9,90 EUR
Am 31.Oktober 2017 jährt sich zum 500.Mal der Tag, an dem Martin Luther seine Thesen zu Buße und Ablass veröffentlichte. Dazu ist eine ambitionierte Lutherstädte-Magazinreihe entstanden, die sachkundig an die historischen Stätten führt. Mit dieser Reihe vervollständigt man sein Wissen zur Historie des Reformators und bekommt gleichzeitig informative Städtereiseführer zur Hand. Der erste Band führt nach Nürnberg (ISBN 978-3-374-02848-1) und enthält neben dem historischen Stadtführer auch einen Bericht zu Albrecht Dürer, dem Judenviertel, dem Meistersinger Hans Sachs, den Kirchen der Stadt u.v.a; der zweite Band führt nach Eisenach (ISBN 978-3-374-02911-2) und wie in allen Folgebänden beginnt es mit einem historischen Stadtrundgang, aber dann folgt natürlich die Wartburg, die Kirchen und weiteres Wissenswertes aus der Eisenacher Geschichte, Band 3 ist zu Erfurt (ISBN 979-3-374-03000-2), wo Luther als Student und Lehrer an der Universität tätig war und nach seinem „Gewittererlebnis“ ins Kloster eintrat und seinen Weg zum Reformator begann. Vorgestellt wird auch der älteste Vertraute Luthers, der unbekannte Reformator Johannes Lang. Vier Predigten Luthers aus Erfurt sind überliefert. Der bislang zuletzt erschienene Band ist Wittenberg (ISBN 978-3-374-03001-9), das neben Luther auch mit Lucas Cranach und Melanchthon aufwarten kann und das zur Lutherdekade mit einem ehrgeizigen Projekt beiträgt: In der ovalen Anlage des Luthergartens mit einem zentralen Grünflächenplatz in Form der Lutherrose mit dem Kreuz führen sieben Wege zu 500 (bis 2017) gepflanzten Bäumen aus aller Welt. Eine wunderbare Städtereihe in Form eines A-4-Magazins mit vielen Farbfotos.

Wolfgang Hoffmann
Luther – Der Reiseführer

82 S., Schmidt Buch Verlag 2012 5 EUR
ISBN 978-3-936185-63-8
Aufgrund der Faszination, die von Luther ausgeht, besuchen viele Menschen Jahr für Jahr die Wirkungsstätten des großen deutschen Reformators. Dieser kleine Reiseführer lädt ein, historische Orte zu entdecken, die mit einem bedeutenden Aufenthalt Luthers verbunden sind. Auf eine Biografie Luthers folgen 22 Stadtportraits mit touristischen Anlaufstellen. Im Abschnitt über Worms wird akribisch aufgeführt wie er seine Zeit während des Reichstages 1521 verbrachte. Er widerrief nicht, wurde für rechtlos und vogelfrei erklärt. Dies wurde in einem Wormser Edikt zurückdatiert und am 30.Mai verbrannte man auf dem Wormser Marktplatz seine Schriften. Der Wormser Edikt verbot reichsrechtlich die Reformation, doch dies wurde in vielen Gebieten ignoriert. Die Reformation war nicht aufzuhalten.

Mathilde Grünewald
Schmausende Domherren oder wie Politik auf den Tisch kommt

Mainzer Menüs 1545 und 1546
152 S., geb., Kunstverlag Josef Fink 2012 24,90 EUR
ISBN 978-3-89870-776-3
Mainz 1545: der Erzbischof Albrecht von Brandenburg ist tot, das Domkapitel setzt sich gegen Kaiser und Papst durch und wählt mit Dr. Sebastian von Heusenstamm einen Nachfolger aus den eigenen Reihen. Begräbnis des einen und Wahl und Einsetzung des neuen Erzbischofs sind in der Zeit der Reformation hochpolitische Anlässe. Darauf abgestimmt waren die Menüs, die bei den Banketten der Mainzer Domherren und ihrer Gäste serviert wurden und die zwischen neun und 24 Gänge umfassten. Nach ihrem „Nibelungen-Kochbuch“ hat die Autorin Mathilde Grünewald erneut ausgewählte Rezepte des Mittelalters für die heutige Küche eingerichtet und nachgekocht. Die Fotos von Klaus Baranenko vermitteln Genuss zwischen Renaissance und heutiger Zeit.

Wormser Autoren

Annette Eickert
Sträflingskarneval

314 S., AAVAA Verlag 2012 11,95 EUR
ISBN 978-3-8459-0244-9
Annette Eickert wurde 1978 in Worms geboren und hat bereits in einigen Büchern ihre eigene Fantasywelt erschaffen. Mit ihrem jüngsten Roman betritt sie das Genre des Mystery-Thrillers. Mythos und Legenden eines uralten irischen Druidenordens treffen auf die harte Wirklichkeit des 21. Jahrhunderts. Gefangen zwischen Intrigen und Machtkämpfen versuchen vier junge Menschen ihren Platz im Leben zu finden. Der neue Großmeister der Druida Lovo ist besessen von absoluter Macht und sein Weg dorthin ist gepflastert mit Leichen. Ein altes druidisches Gesetz hilft ihm dabei. Aber noch ist er nicht am Ziel. Das Rätsel eines uralten Wegweisers verhindert momentan seinen Aufstieg, dessen Geheimnis er nicht alleine lösen kann. Daher bedient er sich grausamer Mittel und schreckt selbst vor Gewalt und Erpressung nicht zurück. Ryan Tavish und seine Freunde stellen sich ihm mutig entgegen, wobei sie in die Schusslinie des Großmeisters geraten und um ihr Leben fürchten müssen.

Harald Schneider
Pilgerspuren

320 S., Gmeiner Verlag 2012 11,90 EUR

Harald Schneider wohnt in Schifferstadt und hat bereits mehrere Kriminalromane über den Kommissar Reiner Palzki verfasst, der in der Metropolregion Rhein-Neckar-Pfalz ermittelt. Im jüngsten Fall entkommen Geschäftsführer und Chefredakteur der Bistumszeitung „der pilger“ haarscharf im Speyrer Dom einem Attentat. Je tiefer Palzki ermittelt, desto mehr erlangt er die Gewissheit, dass im Dom nicht nur Bischöfe, Könige und Kaiser ihre letzte Ruhestätte finden sollten. Er kann aber weitere Anschläge in der Abteikirche in Ottenberg und im Frankenthaler Congresszentrum nicht verhindern und gerät selbst in Lebensgefahr. Der Roman findet sein Finale erneut im Weltkulturerbe Kaiserdom Speyer. Das Land Rheinland-Pfalz hat aktuell den Antrag gestellt, auch den Wormser und Mainzer Dom dem Unesco-Welterbe zuzufügen – so dass die drei Dome sinnvollerweise in ihrer Gesamtheit wahrgenommen werden.

Caroline Jäger
Der Modelmörder

138 S., AAVAA Verlag 2011 11,95 EUR

Caroline Jäger
Die Teufelsanbeter

186 S., AAVAA Verlag 2012 11,95 EUR
Caroline Jäger wohnt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Mörstadt und arbeitet in der Altenpflege. Nun sind kurz hintereinander zwei Kriminalromane von ihr erschienen, die sich vom gewohnten Genre durch Ausdruckskraft, Phantasie und vor allem Härte abheben. Ihren ersten Roman „Modelmörder“ könnte man sogar als Frauenroman bezeichnen, denn die Protagonistinnen sind überwiegend weibliche Figuren und schildern ihre alltäglichen Hoffnungen und Sorgen. Es sind Mädels, die modeln und in einer Agentur den Durchbruch zur großen Karriere wagen. Dann geschieht jedoch ein erster Mord. Caroline Jäger hält sich nicht lange auf mit kompliziertem Handlungsaufbau und ein Mord folgt auf den nächsten. In spannender Weise wird der Leser atemlos und ohne lange Pausen die Taten des Serienmörders verfolgen bis zum großen überraschenden Finale. Auch im zweiten Roman „Die Teufelsanbeter“ überzeugt die Autor mit ihrem ganz eigenen Stil. Erneut wird aus der Sicht einer „Szene“ geschildert. War es zuvor die Modeindustrie, ist es nun die Gothic-Szene. Was noch im ersten Roman an beschreibender Geschichte ausgeblendet war ist hier jedoch wesentlich komplexer geworden. Mädels geraten in die Fänge einer gefährlichen Sekte, die von einem raffinierten und gefährlichem Psychopathen geleitet wird. Auch hier steht die Spannung im Vordergrund, die Ereignisse wechseln Schlag auf Schlag und nehmen ständig interessante Wendungen. Für Liebhaber harter und äußerst brutaler Thriller dürfte Caroline Jäger eine Bereicherung sein, deren weitere Entwicklung man unbedingt im Auge behalten sollte.

Volker Sonneck
„Den Himmel ausgebreitet und neue Sterne eingesetzt“
Heitere und ernste Geschichten aus der Lokalzeitung – von 1855 – 1942

Mit Berichten von Ausgewanderten
120 S., Roland Reischl Verlag 2011 10,00 EUR
ISBN 978-3-943580-01-3
Neben der großen Politik sind es die kleinen Dinge, die den Reiz einer Zeitung ausmachen. Volker Sonneck, Heimatforscher aus Guntersblum am Rhein, hat mehr als 150 bunt gemischte Meldungen und Anekdoten aus der Lokalzeitung „Oppenheimer Landskrone“ gesammelt. Sie spiegeln den Alltag in den rheinhessischen Dörfern wider, erzählen von Begebenheiten in weiter entfernten Orten – und lassen Auswanderer über ihre Heimat berichten. Eine kurzweilige Lektüre, für die man bis heute weder Fernsehen noch Computer braucht. Herausgegeben vom Verein zur Erhaltung Guntersblumer Kulturguts e.V.