Archive for Juni 2012

Interkulturelle Buchneuheiten Liste 24

Juni 27, 2012

Bücherangebot Interkultur Liste 24

Alle angeführten Titel können Sie bestellen über
Worms Verlag, Abt. Onlineshop, Kultur- und Veranstaltungs GmbH
Von Steuben Str. 5, 67549 Worms, Tel. 06241-2000-314
e-mail: berthold.roeth@kvg-worms.de

Die vorhergehenden Listen können noch allesamt im Archiv unter wormsverlag.wordpress.com abgerufen werden.

Michael W. Weithmann: Die Donau
Geschichte eines europäischen Flusses

320 S., Böhlau und Pustet Verlag 2012 (erscheint Herbst) 29,95 EUR
Die Donau ist der europäische Fluss per excellence. In seiner 3000jährigen Geschichte diente der Strom einerseits als friedliche Handelsstraße und Kulturbrücke, andererseits als Trennlinie zum „Anderen“, zum Fremden. In diesem Buch zeichnet Michael W. Weithmann die abwechslungsreiche Geschichte von der „Entdeckung des Flusses“ durch die Griechen bis zur Donaukooperation im Rahmen der Europäischen Union nach. Auf seinem 2850 Kilometer langen Lauf durchmisst die Donau zahlreiche Kulturräume Mittel- und Südeuropas, die in 40 Nationalitäten aufgesplittert sind. Gegenwärtig sind es 10 Staaten, die sich als unmittelbare Donauanrainer bezeichnen. Seit jeher diente die Donau als Transportweg für Personen und Güter und damit auch als Ideen- und Kulturbringer. Die menschliche Zivilisation breitete sich entlang der großen Flusstäler aus. Die Donau spielte hierbei eine entscheidende Rolle, fungierte sie doch als Kulturbringer in beide Richtungen, zuerst vom Orient in den Okzident und später in umgekehrter Richtung. Das erklärt die reiche und wechselvolle Geschichte, die sich an ihren Ufern abgespielt hat. Zahlreiche Monumente und Kunstdenkmäler wie Städte, Klöster und Stifte, Burgen und Schlösser oder auch Museen künden heute noch davon. Michael Weithmann führt kenntnisreich durch die Geschichte des europäischen Stroms und behandelt dabei auch Themen wie geografische Bedeutung, Sprachen, Religionen, Ökonomie, Ökologie und Tourismus. Zahlreiche Abbildungen illustrieren die höchst informative und anschauliche Darstellung. Michael W. Weithmann ist nach einem Studium der Ost- und Südeuropäischen Geschichte, der Byzantistik und Politischen Wissenschaften seit 1982 als Wissenschaftlicher Bibliothekar an der Universität Passau tätig.

Gerd Wange: Ein Wanderer zwischen den Kulturen
Lebensabriss eines ruhelosen Zeitgenossen

752 S., edition fischer 38,00 EUR
In seinem romanhaften Lebensabriss schildert der Kameramann G. Wange eindrucksvoll und persönlich sein sich über mehrere Dekaden hin erstreckendes, rastlos bewegtes Weltenbummlerdasein, immer auf der Jagd nach spektakulären Bildern und auf dem Sprung zu neuen Abenteuern. Spannende Dreharbeiten führten ihn auf sämtliche Kontinente; er filmte unter der Leitung von Hardy Krüger und gibt auch Einblicke in ganz Privates aus diesen bewegten Zeiten.

Rafik Schami
Eine deutsche Leidenschaft namens Nudelsalat

78 Min., CD, gekürzte Lesung, Steinbach Sprechende Bücher 14,99 EUR
Kritik aus „Bücher“-Magazin: „Von außen besehen erscheint das Selbstverständliche fremd und das Fremde gewöhnlich“. Rafik Schami hat sich, obwohl er seit vierzig Jahren in Deutschland lebt, den besonderen Blick auf das Fremde bewahrt. Verwundert und durchaus liebevoll betrachtet er die Deutschen und entdeckt Eigenarten, die uns selbst nie auffallen würden. Lädt man Deutsche zum Essen ein, bringen sie grundsätzlich etwas mit – „wenn man zehn Deutsche einlädt, muss man mit drei Nudelsalaten rechnen“. Ein Damaszener Gastgeber wäre tödlich beleidigt, Schami hat sich daran gewöhnt und freut sich mittlerweile über Wein und Käse, nicht aber über den schrecklichen Nudelsalat. Natürlich geht es nicht nur um Kampfhunde, Plastik-Aquarien und Teppichhändler, die jahrzehntelang ein „Ausverkauf“-Schild im Schaufenster hängen haben, sondern auch um die deutsche Sprache, um Wörter wie „Raureif“ und „Leichenschmaus“. Schamis Texte sind klug, interessant und auf leise Weise witzig. Rafik Schamis tiefe, weiche Stimme und sein syrischer Akzent, der ungewöhnliche und reizvolle Betonungen mit sich bringt, verleihen ihnen eine besondere Schönheit.

Christine Meyer (Hrsg.): Kosmopolitische `Germanophonie`
Postnationale Perspektiven in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur

300 S., Königshausen & Neumann 2012 (erscheint Herbst) 39,80 EUR
Inhalt: C. Meyer – Vorwort – Zu Grenzüberschreitungen in Literatur und Gesellschaft; M. Schmeling – „Es gibt nur ein perspektivisches Sehen, nur ein perspektivisches Erkennen“: Erkenntniskritische und poetologische Aspekte des Kulturtransfers in der modernen deutschen Erzählliteratur; A. Seyhan: Interkulturelle Hermeneutik: Der transnationale Autor als Übersetzer; K. N. Ha: Koloniale Paradoxien: Hybridität als Zeichen der „Rassenvernichtung“ und des kulturellen Widerstands; C. Meyer: Elias Canetti als Ahne; I. Parkhurst-Atger: Selbstbildnis des Dichters zwischen den Zeilen eines Dogon-Bannspruchs: Gedanken zum Dichter und Anthropologen Franz Baermann Steiner; A. Lauterwein: „Mehrheimatlich-patriotisch verhedder“: Paul Celans Dichtung on the way zum hybriden Gedeutsch; N. Kurtzuyaciki: Die deutsch-türkische Literatur zwischen gestern und heute: Entwicklung unterschiedlicher Sprachstrategien; B. Ellerbach: Autor und Werk im Spiegel der Rezeption: Überlegungen und Einordnung von Rafik Schamis Werk in die deutschsprachige Literatur; M. Geiser: Migration und „Neue Weltliteratur“? Vergleichende Studie zur Rezeption postnationaler Gegenwartsliteraturen in Deutschland und Littèrature Beur in Frankreich als Beispiele der postkolonialen Literatur in Europa; B. Banoun: „Den Friedensnobelpreis für die indianische Friedenspfeife, für das Kalumet des Friedens!“ Zur gegenseitigen Stärkung von (Anti)Heimat- und Weltliteratur im Werk von Josef Winkler; M. Dufresne: „Der Fremde bleibt fremd“: Schwellenzustand der Einwanderung bei Franco Biondi; S. Klettenhammer: „Ich ist viele“. Transkulturelle Konstruktionen des Selbst in Ilma Rakusas Autobiographie Mehr Meer. Erinnerungspassagen; I. A. Adelson: Kosmopolitisch und parallel? Unterwegs auf „verrosteten Schienen“ mit Yoko Tawada im postnationalen Roman Das nackte Auge; M. Hofmann: Jüdisches und armenisches Gedächtnis im deutsch-türkischen Diskurs: Zafer Senocaks Roman Gefährliche Verwandtschaft im Kontext; K. Schubert: Ethik der Analogie: Postnationale Perspektiven im Werk von Jeannette Lander; L. Koiran: `Mischling` mit Haut und Wort: Zu den Autobiographien von Hans. J. Massaquoi, Ika Hügel-Marshall und Abini Zöllner; K. E. Yesilada: Poesie post Solingen: Literarisches Gedächtnis in der türkisch-deutschen Lyrik.

Christian Fuchs, John Goetz:
Die Zelle. Rechter Terror in Deutschland

272 S., Pb., Rowohlt 2012 14,95 EUR
Die beklemmende Nahaufnahme einer rechtsextremen Terrorgruppe. Die genaueste, detailreichste Fallstudie zur Entstehung und des Wirkens der Zwickauer Terrorzelle – bis zu ihrem plötzlichen Ende. Basierend auf intensiven Gesprächen mit Familienangehörigen und Freunden, Sozialarbeitern, Nachbarn und Gesinnungskameraden. Mit exklusivem Bildmaterial. Mit brisanten Einblicken in das Versagen der Ermittlungsbehörden. „Dieser Fall wird am Ende als ganz neue Dimension des Versagens von Sicherheitsbehörden, als das große Staatsversagen, in die Geschichtsbücher eingehen“ (Hans Leyendecker in der Süddeutschen Zeitung, der auch das Vorwort zu diesem Buch verfasste).

Heinz Buschkowsky: Neukölln ist überall
256 S., Ullstein 2012 (erscheint September) 19,99 EUR
Heinz Buschkowsky schlägt Alarm: Zoff auf den Straßen, hohe Arbeitslosigkeit, Überfremdungsängste bei der einheimischen Bevölkerung – das ist die Realität in Berlins Problembezirk Nr. 1. Doch Neukölln ist überall. Buschkowsky sagt, was sich in Deutschland dringend ändern muss. Heinz Buschkowsky ist in Berlin-Neukölln geboren und lebt seitdem dort. Er wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Dank öffentlicher Schulen und staatlicher Unterstützung hat er es zu etwas gebracht. Diese Erfahrung hat ihn geprägt. Aus ihr schöpft er die Kraft für sein politisches Engagement. Armut soll kein Schicksal sein, allenfalls eine schwere Ausgangslage, lautet seine Devise. Er glaubt, dass man Menschen durch Bildung verändern kann. Und er ist davon überzeugt: Wer gefördert werden will, muss sich an Regeln halten. Denn gerade diejenigen, die Gefahr laufen, gesellschaftlich abgehängt zu werden, sind auf gute Schulen, ein sicheres Viertel und eine bürgerfreundliche Polizei angewiesen. Buschkowsky weiß, wo der Schuh drückt, und er hat den Mut, unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Heinz Buschkowsky, Jahrgang 1948, ist Diplom-Verwaltungswirt. 1973 trat er der SPD bei. Seit 2001 ist er zum vierten Mal Bezirksbürgermeister von Neukölln.

Thomas Bürk: Gefahrenzonen, Angstraum, Feindesland:
Stadtkulturelle Erkundungen zu Fremdenfeindlichkeit und
Rechtsradikalismus in ostdeutschen Kleinstädten

383 S., Westfälisches Dampfboot Verlag 2012 34,90 EUR
Thomas Bürk untersucht in seiner Studie den Umgang von Flüchtlingen, MigrantInnen und nicht-rechten Jugendlichen in ostdeutschen Kleinstädten, die von einer rassistischen Dominanz geprägt sind. Die lokalen Aushandlungskonflikte um das „Recht auf Stadt“ manifestieren sich für diese Gruppen in einer spezifischen sozialräumlichen Topologie der Stadt – einer Machtgeographie der alltäglichen Bewegungsmöglichkeit. Thomas Bürk, Dr. phil., ist Sozialgeograph, Historiker und empirischer Kulturwissenschaftler. Seine Arbeitsschwerpunkte umfassen Stadtforschung (auch kleinerer Städte), Raumtheorie, Cultural Studies und kritische Geographie.

Richard Sennett: Zusammenarbeiten
Was unsere Gesellschaft zusammenhält

416 S., geb., Hanser Berlin Verlag 2012 (erscheint August) 24,90 EUR
Wie können Menschen, die sich sozial, ethnisch oder in ihrer Weltanschauung unterscheiden, zusammenleben und –arbeiten? In unserer von Konkurrenz geprägten Welt ist dies für Richard Sennett die Schlüsselfrage.

Serhij Zhadan: Totalniy Futbol
Eine polnisch-ukrainische Fußballreise

242 S., Edition Suhrkamp 18,00 EUR
Kritik aus „Bücher“-Magazin: Dass die Liebe zum runden Leder international ist, hat jeder schon einmal gemerkt, der fern der Heimat mit wildfremden Fans ins Gespräch gekommen ist. Um das Phänomen der fußballerischen Allgegenwärtigkeit dreht sich die Anthologie „Totalniy Futbol“, die der ukrainische Dichter Serhij Zhadan zusammengestellt hat. Acht Autoren aus den acht Städten der EM 2012 in Polen und der Ukraine erzählen, wie die zweitwichtigste Sache der Welt sie bewegt, und laden die deutschen Leser ein, ihre Heimatstadien zu besuchen. Der Schriftsteller Pawel Huelle widmet sein launiges Kapitel Herrn Janek, einem betagten und grantigen Fußballfan aus Danzig, der selbst einst Kicker bei Lechia Gdansk war. Der Charkiwer Oleksandr Uschkalow, Mitglied der ukrainischen Autorennationalmannschaft, beschreibt sein Leben anhand der Spielweise seines Heimatvereins: „Ich lebe so, wie Metal spielt, ich erringe große Siege und versage dort, wo es keiner von mir erwartet.“ Alle Storys sind wunderbar geschrieben, höchst unterhaltsam und klug genug, um zu zeigen, dass osteuropäische Fußballfans genauso nett und bekloppt sind wie die unseren.

Steffen Möller: Expedition zu den Polen
Malik Verlag 2012 14,99 EUR
Niemand erlebt im Zug soviel wie Steffen Möller. Die Polen kennen ihn als Soap-Star und Moderator von „Wetten, dass…?“, den Deutschen bringt er den östlichen Nachbarn auf humorvolle Art und Weise näher. Zum Beispiel mit einem Buch über den Berlin-Warszawa-Express. Die Startauflage liegt bei 50.000 Exemplaren. Derzeit ist Möller mit passender Liveshow auf großer Tournee. Wohl nicht zuletzt dadurch kam das Buch aus direkt in die Bestseller-Listen. Sein Bestseller „Viva Polonia“ hatte sich bereits über 300 000 mal verkauft. Das neue kam pünktlich zur Fussball-EM und Möller wurde auch von Nationalmannschafts-Manager angeheuert, um mit der deutschen Nationalmannschaft ins Trainingslager nach Danzig zu fliegen und eine Einführung in die polnische Mentalität zu geben. Der DFB empfiehlt den das Buch auf seiner Homepage. Lieblingssport der Polen ist allerdings nicht Fußball, sondern Pilze sammeln.

Alexandra Fröhlich
Meine Russische Schwiegermutter und andere Katastrophen

knaur Taschenbuch (erscheint Januar 2013) 12,99 EUR
Kann man einen Tsunami aufhalten? Eine Lawine? Einen Hurrikan? Ebenso hoffnungslos ist es, Paulas russische Schwiegermutter vom Gegenteil zu überzeugen, wenn diese beschließt, heimlich einen zwei Zentner schweren Neufundländer auf einem Hamburger Friedhof zu begraben. Denn Darya ist stur wie ein russischer Panzer und verrückt wie ein tollwütiges Frettchen. Mit Logik ist da nichts zu machen, nur Betteln hilft – manchmal. Wäre da nicht Daryas Sohn Artjom, Paula hätte längst die Flucht ergriffen. Zugegeben, Artjom liebt Wodka, Nachtklubs und Chopin, aber er hat eine Stimme, die Paulas Kniescheiben zum Vibrieren bringt … Alexandra Fröhlich ist freie Journalistin und Autorin. Sie arbeitet unter anderem für FÜR SIE und tinaWoman. Sie entwickelte in Kiew ein neues Frauen-Magazin. Alexandra Fröhlich ist ihrem russischen Ex in tiefer Zuwendung verbunden und lebt mit ihren drei Söhnen in Hamburg.

Holm Sundhaussen: Jugoslawien und seine Nachfolgestaaten 1943 – 2011
Eine ungewöhnliche Geschichte des Gewöhnlichen

567 S., Böhlau 2012 (erscheint Herbst) 59,00 EUR
Was war Jugoslawien, warum gibt es den Staat heute nicht mehr und was ist an seine Stelle getreten? Der Historiker Holm Sundhaussen analysiert in seinem Buch Aufstieg und Fall des sozialistischen Jugoslawien und stellt die noch junge Geschichte der sieben Nachfolgestaaten dar. Obwohl (Ex)Jugoslawien nach dem Ende des Kosovo-Krieges und dem Sturz Milosevics aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt ist und die Debatten der 1990er Jahre weitgehend in Vergessenheit geraten sind, erlebt die Jugoslawien-Forschung einen regelrechten Boom. Nie zuvor waren so viele und umfangreiche Dokumente zugänglich wie heute. Die Erschließung und Auswertung des Materials bleibt eine Jahrhundertaufgabe. Holm Sundhaussen zieht eine erste Bilanz. Sein Buch beginnt mit der Gründung des zweiten Jugoslawien und endet zwanzig Jahre nach dessen Zerfall. Untersucht werden Ereignisse, Akteure und Strukturen, die völkerrechtlichen Aspekte des Staatszerfalls, die Rolle des Auslands, die Gewalt in den 1990er Jahren sowie die Transformationsprozesse in den Nachfolgestaaten, Jugoslawien war ungewöhnlich komplex, aber die Menschen agierten und reagierten, wie sie es überall auf der Welt unter vergleichbaren Bedingungen tun. Holm Sundhaussen ist Professor für Südosteuropäische Geschichte an der FU Berlin und Co-Direktor des Berliner Kollegs für vergleichende Geschichte Europas i.R.

Leopold Rosenmayr: Im Krieg auf dem Balkan
Erinnerungen eines Soldaten an den Zweiten Weltkrieg

280 S., Böhlau 2012 (erscheint Herbst 2012) 29,90 EUR
Leopold Rosenmayr beschreibt sein Leben als 18jähriger Dolmetscher der Deutschen Wehrmacht in Wien (1943) und in Griechenland (1944 – 1945). Er schildert den Kampf zwischen Besatzern und Freiheitskämpfern/ Partisanen ebenso wie den von ihm überwiegend zu Fuß zurückgelegten Rückzug durch Mazedonien, Bosnien, Serbien, Kroatien und Slowenien und die Turbulenzen im sowjetisch besetzten Wien der Nachkriegszeit. Das biografische Erleben wird zu einer besonderen Art von Zeitgeschichte. Es entsteht der Beitrag eines Repräsentanten der ältesten Generation, der sich entschlossen hat, die jahrelange Konfrontation mit Gewalt, Verbrechen, Hass, Vernichtung und Schuld noch einmal nachzuerleben und niederzuschreiben. Damit will Rosenmayr einen Beitrag zur geschichtlichen Wahrheit des 20.Jahrhunderts leisten. Leopold Rosenmayr ist em. O. Univ-Prof. für Soziologie der Universität Wien und Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Katerina Capkova / Michal Frankl: Unsichere Zukunft
Die Tschechoslowakei und ihre Flüchtlinge aus NS-Deutschland und Österreich 1933 – 1938

280 S., Böhlau 2012 (erscheint Herbst) 39,90 EUR
Das Buch bietet eine erste eingehende Analyse der offiziellen tschechoslowakischen Flüchtlingspolitik in den frühen 1930-er Jahren. Sie entwickelte sich unter dem außen- und innenpolitischen Druck zunehmend restriktiver. Die Perspektive der staatlichen Behörde einerseits, der verschiedenen Gruppierungen unter den Flüchtlingen andererseits, vor allem aber die Betrachtung der ganz „normalen“ Flüchtlinge, die nur mit großen Schwierigkeiten überleben konnten, fügen sich zu einem differenzierten Gesamtbild. Dieses korrigiert den gängigen Mythos von der Tschechoslowakei als einem sicheren und in Europa einzigartigen Hafen für Flüchtlinge aus Deutschland und Österreich grundlegend. Die Situation der Menschen, die vor dem NS-Regime in die Tschechoslowakei geflüchtet waren, war dort nicht besser als anderswo in Europa, ähnlich restriktiv und mehrheitlich aussichtslos. Katerina Capkova lehrt moderne jüdische Geschichte an der New York University in Prag. Michal Frankl leitet die Abteilung für Geschichte des Shoah des Jüdischen Museums in Prag.

Migration und Integration
als wirtschaftliche und gesellschaftliche Ordnungsprobleme

259 S., Lucius & Lucius 2012 38,00 EUR
Migration und Integration sind derzeit als aktuelle Phänomene von besonderer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung. Sie werden jedoch in der öffentlichen und medialen Debatte oft emotionalisiert. Der vorliegende Band bietet eine sachliche Analyse dieses Themenkomplexes mit einem grundlegend interdisziplinären Ansatz: Migration und Integration werden sowohl aus historischer und theoretischer Sicht als auch aus ökonomischer, politikwissenschaftlicher und rechtlicher Perspektive beleuchtet. Darüber hinaus werden mit dem Arbeitsmarkt, dem Bildungssektor und der Schattenwirtschaft zentrale Schlüsselfelder der Migrations- und Integrationspolitik untersucht.

Daniel Josten
Die Grenzen kann man sowieso nicht schließen
Migrantische Selbstorganisation – zivilrechtliches Engagement
zwischen Ausschluss und Partizipation

250 S., Westfälisches Dampfboot Verlag 2012 27,90 EUR
Die Studie vergleicht am Beispiel formal anerkannter sowie illegalisierter MigrantInnen, wie sich Menschen, die verschiedenen gesellschaftlich hervorgebrachten Bevölkerungsgruppen zugerechnet werden, selbst organisieren und welche Wege sie gehen und welche Wege sie gehen, um sich in das soziale Geschehen in der Bundesrepublik einzumischen.

Jared Diamond: Vermächtnis
Was wir von traditionellen Gesellschaften lernen können

500 S., geb., S. Fischer Verlag 2012 (erscheint Oktober) 24,99 EUR
Noch heute leben zahlreiche Stämme als Jäger und Sammler in unzulänglichen Teilen der Welt. Jared Diamond entfaltet den ganzen Reichtum ihrer verblüffend anderen Lebensweise und zeigt, was wir heute von ihnen lernen können. Eine unterhaltsame Lektion über die Vielfalt der Kultur – und eine Kritik unseres modernen Selbstverständnisses. Nach dem Welterfolg von „Kollaps“ nun der neue Bestseller von Jared Diamond.

Ursula Krechel: Landgericht
480 S., geb., Jung und Jung Verlag 2012 (erscheint August) 29,90 EUR
Nach „Shanghai fern von wo“ geht Ursula Krechel noch einmal den Spuren deutscher Geschichte nach. Für „Shanghai…“ erhielt sie 2009 folgende Preise: „Jeanette Schocken Preis“ (Bremerhavener Bürgerpreis für Literatur), Kritikerpreis für Literatur, Kunstpreis des Landes Rheinland-Pfalz, „d.lit“ (Literaturpreis der Stadtsparkasse Düsseldorf) und den Joseph-Breitbach-Preis. Ihr neuer Roman handelt vom Exil und von den fünfziger Jahren, von einer Rückkehr ohne Ankunft. Was muss einer fürchten, was darf einer hoffen, der 1947 aus dem Exil nach Deutschland zurückkehrt? Die deutsche Nachkriegszeit, die zwischen Depression und Aufbruch schwankt, ist der Hintergrund der fast parabelhaft, tragischen Geschichte von einem, der nicht mehr ankommt. Richard Kornitzer ist Richter von Beruf und ein Charakter von Kohlhaas`schen Dimensionen. Die Nazizeit mit ihren absurden und tödlichen Regeln zieht sich als Riss durch sein Leben. Danach ist nichts mehr wie vorher, die kleine Familie zwischen dem Bodensee, Mainz und England versprengt, und die Heimat beinahe fremder als das in magisches Licht getauchte Exil in Havanna. Ursula Krechels Roman lässt Dokumentarisches und Fiktives ineinander übergehen, beim Finden und Erfinden gewinnt eine Zeit atmosphärische Konturen, in der die Vergangenheit schwer auf den Zukunftshoffnungen lastet. Mit sprachlicher Behutsamkeit und einer insistierenden Zuneigung lässt „Landgericht“ den Figuren späte Gerechtigkeit wiederfahren. „Landgericht“, der Roman mit dem doppeldeutigen Titel, handelt von einer deutschen Familie, und er erzählt zugleich mit großer Wucht von den Gründungsjahren einer Republik. Ursula Krechel wurde 1947 in Trier geboren und lebt in Berlin.

Lindita Arapi: Schlüsselmädchen
240 S., Dittrich Verlag 2012 (erscheint September) 19,80 EUR
In einer kleinen albanischen Stadt betrachtet das Mädchen Lodja Lemani die Welt vom Küchenfenster aus. Sie darf nicht nach draußen mit anderen Kindern spielen, flaniert nicht, schön gekleidet wie ihre Freundinnen, auf dem ersehnten Abendgiro. Ihre Familie hat eine „schwarze Biografie“. Als junge Frau begibt sich Lodja auf Spurensuche, nähert sich der dunklen Vergangenheit ihrer Familie. Und dann bricht auch ihre Mutter ihr Schweigen.

Maja Haderlap: Engel des Vergessens
288 S., Wallstein Verlag 18,90 EUR
Die im slowenischen Teil Österreichs geborene Autorin formt in ihrem fulminantem Romandebüt die Geschichte ihres Volkes zu einem großen Gesang. „Ein Zeitdokument von hoher poetischer Kraft. Maja Haderlap war Gewinnerin des Inbeborg-Bachmann-Preises 2011.

Caroline Brothers: Niemandsland
284 S., Bloomsbury Berlin 19,90 EUR
Besprechung aus “Buch-Journal”: Eindrucksvoll erzählt “Niemandsland” die bewegende Flucht zweier Brüder aus dem Iran nach Europa. London ist ihr Ziel, ihre Reiseroute „KabulTheheranIstanbulAthenRomParisLondon“, wie Aryan seinem jüngeren Bruder Kabir allabendlich vorbetet. Abhängig vom Menschenschmugglern, von einem griechischen Bauern um ihren Lohn geprellt und in ständigem Kampf gegen Hunger und Kälte schlagen sich die beiden durch Vorderasien und Europa. Das Buch ist anrührend erzählt und es zeigt , dass die australische Journalistin Brothers intensiv recherchiert hat; auch wenn sich Kabirs und Aryans Flucht nicht so zugetragen hat, finden sich tausende ähnlicher Schicksale. Eine Geschichte, die unter die Haut geht und zum Denken anregt, über unseren Umgang mit Flüchtlingen und darüber, wie glückliche wir uns schätzen können, in einem Land ohne Krieg leben zu dürfen. Auch als Hörbuch beim Audio Verlag auf 5 CDs für 19,99 EUR.

„Das hier… ist mein ganzes Leben“
Abgewiesene Asylsuchende in der Schweiz
12 Portraits und Gespräche

200 S., Pb., Limmat Verlag 2012 (erscheint August) 29,00 EUR
Herausgegeben vom Solidaritätsnetz Ostschweiz und der Beobachtungsstelle für Asyl- und Ausländerrecht Ostschweiz. Im Solidaritätsnetz Ostschweiz haben sich seit 2004 über 1200 Personen zusammengeschlossen, weil sie mit der heutigen Asylpolitik nicht einverstanden sind. Die Beobachtungsstelle für Asyl- und Ausländergesetz Ostschweiz wurde 2008 infolge der Verschärfungen der Asyl- und Ausländergesetze gegründet. Die Aufgabe der Beobachtungsstelle ist es, die Umsetzung der Gesetze und deren negative Folgen für die betroffenen Asylsuchenden, Migrantinnen und Migranten zu dokumentieren und die Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen. Zwölf abgewiesene Asylsuchende legen in Gesprächen Zeugnis ab von ihrem alltäglichen Leben. Alle leben sie in einer Art „geregelter Illegalität“: Sie haben keine Aufenthaltsbewilligung, sie dürfen nicht arbeiten, sei erhalten keine Sozialhilfe. Sie leben eine prekäre Existenz in der Nothilfe. Im Zentrum der Portraits stehen nicht die Fluchtgeschichten, sondern ihr Leben hier mitten unter uns: Das sind die zwei Brüder, die in der Schweiz aufgewachsen sind und in perfektem Baseldeutsch davon erzählen, wie gerne sie mit Freunden in die nahe Stadt Basel fahren würden und es nicht dürfen, da es an anderer Kanton ist. Da ist die Mutter einer Teenager-Tochter, die ihr trotz äußerster materieller Not ein „normales“ Familienleben vorzuspielen versucht und von ihr als schlechter Mutter beschimpft wird, weil sie kein Geld für neue Kleider hat. Und da ist der junge Mann, der in einem Nothilfezentrum in den Bergen lebt und gegen die Lethargie ankämpft, die ihn ständig einzuholen droht. „Nicht vorgesehene Leben“ – gelebt in der Schweiz.

Yusuf Yesilöz: Kebab zum Bankgeheimnis
Geschichten von west-östlichen Begegnungen

120 S., Pb., Limmat Verlag 2012 (erscheint September) 24,50 EUR
„Grüezi, Herr Migrant“ – Yusuf Yesilöz unterwegs im Schweizer Alltag. Ob im Kebabhaus oder in der Cafeteria, im Zug oder auf der Straße: Das Leben des Yusuf Yesilöz ist reich an mehr oder weniger komischen Begegnungen. Etwa, wenn er im Zug mit „Grüezi, Herr Migrant“ angesprochen wird oder wenn ihm der Besitzer des „Kebab zum Bankgeheimnis“ den tieferen Sinn des eigentümlichen Namens erläutert. Wenn er in einem Cafe behauptet, er sei der Neffe von Franco Cavalli und sein Gesprächspartner in die Runde fragt: „Wer isch de scho wider gsi?“ Weniger lustig ist das Gespräch von Grenzbeamten im Nebenabteil, die automatisch davon ausgehen, dass „de huere Cheib“ mit seinem Aussehen sowieso kein Deutsch versteht. Wer als Schweizer aussieht wie einer, der nicht von hier ist, hat es nicht ganz einfach. Klischees und Wahlplakate in den Köpfen machen vieles im Alltag zum nicht Selbstverständlichen. Ohne zu beschönigen, aber mit feinem Humor zeigt Yusuf Yesilöz die Menschen beim Üben des neuen Zusammenlebens. Yusuf Yesilöz wurde 1964 in einem kurdischen Dorf in Mittelanatolien geboren, kam 1987 als Flüchtling in die Schweiz. Heute lebt er mit seiner Familie in Winterthur und arbeitet als freier Autor, Übersetzter und Filmemacher. 2007 Preis der Kulturstiftung Winterthur. Er veröffentlichte acht Bücher, zuletzt „Hochzeitsflug“, „Lied aus der Ferne“ und „Gegen die Flut“. Im Limmat Verlag sind auch die Filme „Musikliebe“, „Zwischen den Welten“ und „Hungern gegen Wände“ lieferbar. 2012 wurde „Eigentlich wollen wir zurückkehren“ uraufgeführt.

Zemfira Alasgarova: Ausländer sein….
108 S., Epla-Verlag 2012 9,80 EUR
Zemfira Alasgarova ist in Baku, Aserbaidschan geboren. Dort übte sie den Beruf einer Journalistin aus. Mit der Heirat eines in Deutschland lebenden Türken siedelte sie in die Bundesrepublik über. Wie sie in Deutschland und seine Menschen im Hinblick auf Integration erlebt, schildert sie in diesem Buch.

Claudia Schmitt: Zurück am Euphrat blieb mein Herz
200 S., edition litera, 12,80 EUR
Die wahre Geschichte eines türkischen Geschäftsmanns. Aufgewachsen mit elf Geschwistern in einem Dorf in Anatolien, wird er nach dem Unfalltod der Eltern „zum Geldverdienen“ nach Deutschland geschickt. Hier baut sich der Bauernsohn ein Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern auf.

Savas Tas: Der ethnische Dominanzanspruch des türkischen Nationalismus
Eine diskursanalytische Studie zur Ideologie
des türkisches Staates und der MHP

255 S., Westfälisches Dampfboot Verlag 2012 29,90 EUR
Mit Fokus auf den rassistischen Anteilen und Strukturen, insbesondere der Kollektivsymbolik der türkischen Staatsideologie und der MHP erörtert Savas Tas in seinem Buch die nationalistischen Ideologeme des türkischen Nationalismus, wie sie vom türkischen Staat und der MHP vertreten werden. Savas Tas, geb. 1978, studierte Soziologie an der Ege Universität in Izmir und der FU Berlin. Er promovierte am Institut für Soziologie der FU Berlin und ist ehemaliger Promotionsstipendat der Hans-Böckler-Stiftung.

Materialdienst – Zeitschrift für Religions- und Weltanschauungsfragen 6/12
Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen 2012 3,00 EUR
enthält u.a.: „Islamisierung des Lebens“ ? – Zitate aus Schriften der Gülen-Bewegung; Der Dialog der Fethullahcis – Begegnungen mit der Gülen-Bewegung

Malek Chebel: Islam für Anfänger
224 S., geb., Primus 2012 (erscheint Juli) 24,90 EUR
mit Islamlexikon und Zeittafel. Der Islam und die Fragen der Moderne. Wer ist der Prophet Mohammed? Was ist eine Fattwa? Gibt es einen erobernden Islam? Was unterscheidet Schiiten und Sunniten? Wie ist die Haltung des Islam zu Ehe, Familie, Frauen und Männern? Und was ist mit den neuesten Entwicklungen in der Bioethik, wie steht der Islam zum Klonen oder dem Erzeugen genmanipulierter Organismen? Diese und viele weiteren Fragen beantwortet Malek Chebel in diesem anschaulichen und verständlichen Buch. Der Fokus liegt, neben einem geschichtlichen Abriss und grundsätzlichen Anmerkungen zur Theologie, immer auf den aktuellen Debatten und Fragen, denen sich der Islam am Anfang des 21.Jahrhunderts stellen muss. Verständlich und frei vom Fachjargon fasst Chebel die wichtigsten Basisinformationen zusammen. Damit ist das Buch ideal für jeden Interessierten zum Einstieg in die Thematik des Islam. Chebel, geb. 1953 in Algerien, ist Religionsanthropologe und lebt seit 25 Jahren in Frankreich. Er ist ein international anerkannter Islamexperte.

Karl Jaros: Der Islam
Historische Grundlagen und Glaubenslehre

208 S., UTB für Wissenschaft 2012 (erscheint Herbst) 14,99 EUR
Das Studienbuch bietet eine knappe und kompetente Einführung in den Islam, seine historischen Grundlagen und seine Glaubenslehre. Die klassische Glaubenslehre sunnitischer Prägung, die wegen der Weite ihres Denkens bis heute Ausgangspunkt jeder theologischen Diskussion ist, steht dabei im Zentrum. Besonders verwiesen wird auf die Gemeinsamkeiten sowie auf die fundamentalen Unterschiede zum Christentum. Das Buch richtet sich in erster Linie an Studierende der Theologie, der vergleichenden Religionswissenschaft, der Islamistik, der Arabistik sowie der Alten Geschichte. Karl Jaros ist Alttestamentier und Professor für Orientalistik der Universität Wien.

Thomas Bauer: Die Kultur der Ambiguität
Eine andere Geschichte des Islams

462 S., Verlag der Weltkulturen 2011 32,90 EUR
„Ambiguität“ meint Mehrdeutigkeit, nicht nur von sprachlichem, sondern überhaupt von kulturellem Handeln. Sprache, Gesten und Zeichen lassen Eindeutigkeit vermissen, Handlungen müssen interpretiert, Normen ausgelegt werden, einander widersprechende Werte müssen miteinander versöhnt oder unversöhnt nebeneinanander toleriert werden. Alles menschliche Verhalten ist von Uneindeutigkeit geprägt. Verschiedene Kulturen aber gehen mit dieser Uneindeutigkeit verschieden um. Es gibt Kulturen, die sehr viel Ambiguität vertragen, und andere, deren Ambiguitätstoleranz eher gering ist. Die islamische Kultur in der Gestalt, in der sie ihre Begegnung mit der Moderne haben sollte, zeigt eine ausgesprochen hohe Ambiguitätstoleranz. Der Westen hingegen, die europäische Kultur in ihrer modernen Gestalt, verträgt Mehrdeutigkeit ausgesprochen schlecht. Das Buch ist geeignet, unser Bild vom Islam vor seiner umstürzenden Begegnung mit westlichem Denken vom Kopf auf die Füße zu stellen.

Sadi Aydin
Vertrauensbildende Maßnahmen der Muslime und Muslimischen
Gruppierungen in Deutschland – Ein Beitrag zur Friedensgeographie

459 S., Edition Avicenna 2012 39,90 EUR
Diese Dissertation gehört in die Hände all derer, denen an einer Integration der Muslime in Deutschland gelegen ist. Auch wenn sich in Deutschland die wirkliche Feindseltigkeit gegenüber Islam und Muslimen, die sogenannte Islamophobie, immer noch im einstelligen Bereich bewegt, finden sich Tendenzen, dieser Religion und ihren Anhängern zu misstrauen. Grund genug, endlich die „Vertrauensfrage“ ins Zentrum der Integrationsdebatte zu stellen.

Blätter für deutsche und internationale Politik 6/2012
Blätter Verlag 2012 9,50 EUR
enthält u.a.: Mit Aufklärung gegen Salafismus, Palästina denken ohne Staat

Eugene Rogan: Die Araber
Eine Geschichte von Unterdrückung und Aufbruch

736 S., Propyläen Verlag 2012 26,99 EUR

Petra Ramsauer: Mit Allah an die Macht
So verändern Arabiens Revolutionen unsere Welt

200 S., geb., Ueberreuter 2012 (erscheint Oktober) 19,95 EUR
Dezember 2010: Beginn des Arabischen Frühlings, eine historische Serie an Revolutionen. Die Machthaber in Tunesien, Ägypten und Libyen wurden gestürzt, es kommt zu einer politischen Neuordnung. Als einzige organisierte Opposition zu den alten Regimen kommt nun der politische Islam an die Macht. Die neue Ära des politischen Islam. Die Folgen des Arabischen Frühlings aktuell recherchiert. Was die neue Ordnung für Europa bedeutet. Aktuelles Medienthema: Wahlen in Tunesien und Libyen. „Allah-U-Akbar“, Gott ist Groß: Mit diesem Ruf ziehen libysche Rebellen in Turnschuhen todesmutig in den Bürgerkrieg. Die ersten freien Wahlen in Ägypten hieven Islamisten, die Bikinis verbieten wollen, an die Hebel der Macht. Wer sind die neuen politischen Kräfte im Nahen Osten, die von ihrer Religion angetrieben werden? Welche Ziele verfolgen sie? Petra Ramsauer war an den Frontlinien der Bürgerkriege und in den neuen Machtzentren Nordafrikas. Sie vermittelt aus erster Hand Hintergründe und Analysen der neuen politischen Konstellationen in der arabischen Welt. Ramsauer wurde 1969 in Vöcklabruck geboren. Die Politikwissenschaftlerin ist seit 15 Jahren als Krisenreporterin für zahlreiche Medien tätig. Sie arbeitet für „Die Welt“, „ZEIT online“, „NZZ am Sonntag“, „Ha`aretz“ u.a. Sie berichtete über den Arabischen Frühling und die darauf folgenden Unruhen aus Ägypten, Libyen und Syrien. Die Journalistin ist regelmäßiger Gast in TV-Diskussionen über den Islam und Nahost.

Matthias Hofmann: Schall und Rauch
Der Arabische Frühling in seinen politischen Farbe
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200 S., Königshausen & Neumann 2012 (erscheint Herbst) 19,80 EUR
Seit Anfang des Jahres 2011 dauern nun schon die politischen Umwälzungen in der „Arabischen Welt“ an. In einigen Staaten hat die dortige Bevölkerung mit der Absetzung der jeweiligen Diktatoren schon den ersten Schritt hin zum Wechsel der politischen Ordnung vollzogen, in anderen Staaten wird um den Machtverzicht des Diktators noch gerungen und wiederum in anderen haben Diktatoren und Monarchien ihrerseits damit begonnen einen politischen Wandel einzuläuten. Da es sich aber bei den arabischen Staaten um eine Weltregion handelt, die auf Grund ihrer reichhaltigen Ölvorkommen ein großes internationales Interesse genießt, wurde ihre jeweilige Politik schon in den letzten Jahrzehnten immer von „Außen“ mitbeeinflusst. Nicht unbedingt zum Wohle des jeweiligen Volkes, sondern primär, um die Wirtschaftsinteressen Dritter befriedigen zu können. Diesen außenpolitischen „Beziehungen“ werden die einzelnen Staaten auch in der Zukunft ausgesetzt sein, da diese sich nicht so schnell ändern werden wie die innenpolitischen Situationen. Das Buch wagt einen Blick hinter die politischen Kulissen und zeigt die Beziehungen und Interessen der beteiligten Staaten sowie der wichtigsten Weltstaaten auf. Matthias Hofmann studierte an den Universitäten Stuttgart und Tübingen Geschichte und Orientalistik (MA), sowie im Aufbaustudiengang Medienwissenschaften an der Universität Tübingen (Diplom). Er ist freischaffender Referent zu politischen wie historischen Themenfeldern verschiedener Bildungseinrichtungen und Autor.

Margaret Mazzantini: Das Meer am Morgen
128 S., geb., Dumont 2012 (erscheint August) 16,99 EUR
Farids Weg über das Meer – ein Schicksal. Der neue Roman der italienischen Bestsellerautorin, hochaktuell und brillant erzählt. Über 300.000 verkaufte Exemplare in Italien, seit 20 Wochen auf der Bestsellerliste. In eindringlichen Bildern erzählt Margaret Mazzantini von den individuellen Schicksalen, die sich hinter den Ereignissen in der arabischen Welt verbergen.

Jonathan Littell: Notizen aus Homs
240 S., geb., Hanser Berlin Verlag 2012 (erscheint August) 18,90 EUR
Ohne Erlaubnis und unter größter Gefahr: ein Bericht aus der Hochburg des syrischen Widerstands. „Jonathan Littell ist ein Autor, vor dem man sich verneigen muss“ schreibt Andreas Isenschmid in NZZ am Sonntag. Diese Notizen erstatten Bericht über einen Moment, der quasi ohne Zeigen von außen stattgefunden hat: Die letzten Tage der Erhebung eines Teils der Stadt Homs gegen das Regime Baschar al Assads.

Christina Hellmich: al – Qaida
Vom globalen Netzwerk zum Franchise-Terrorismus

176 S., Pb., Primus 2012 (erscheint September) 19,90 EUR
Was ändert der Tod Osama bin Ladens? Seit dem 11.September 2001 steht al-Qaida für einen Terrorismus, der alle nationalen und internationalen Diskussionen über Sicherheit beherrscht. Doch trotz der hohen Aufmerksamkeit bleiben die Annahmen darüber, wer oder was sich hinter al-Qaida verbirgt, höchst vage und widersprüchlich. Handelt es sich um eine straff strukturierte Organisation, ein globales Netzwerk oder um unabhängige Zellen einer Art „Franchise-Unternehmen“? Was sind die Ziele des Terrornetzwerkes? Was ist nach dem Tod von Osama bin Laden zu erwarten? Christina Hellmich analysiert mit forensischem Scharfsinn die heute verbreiteten Thesen über al-Qaida und wagt einen Blick in die Zukunft. Sie ist Dozentin für internationale Beziehungen an der University of Reading, Großbritannien. Sie ist Spezialistin für die Politik des Nahen Ostens mit einem besonderen Schwerpunkt auf dem politischen Islam und der Internationalen Sicherheit. Bei Feldstudien im Irak und Jemen leitete sie ein Forschungsprojekt über den Zusammenhang zwischen den islamischen Predigten und dem Prozess der Radikalisierung.

Boulem Sansal: Rue Darwin
320 S., Merlin Verlag 2012 (erscheint September) 24,90 EUR
Nach dem Tod der Mutter folgt Yazid dem Ruf der Vergangenheit und kehrt nach Algier in die Rue Darwin zurück. Hier beginnt eine außergewöhnliche Familiengeschichte: Großmutter Djeda ist Partonin des dörflichen Gutes, auf dem Yazid seine Kindheit verbracht hat. Djeda ist auch die Herrin des Bordells nebenan, das ihr Wohlstand und Einfluss sichert. So übersteht die Familie die bewegten Zeiten von den 50er Jahren bis in die Gegenwart…

Etel Adnan: Arabische Apokalypse
80 S., Pb., Suhrkamp 2012 22,95 EUR
Der Gedichtzyklus, 1980 im Original erschienen, ist Adnans persönliche Verarbeitung des libanesischen Bürgerkriegs. Der Irrsinn des Tötens im Namen der Religion ist in grellen, bruchstückartigen Bildern eingefangen. Ein so poetisches wie verstörendes Theater der Grausamkeit – und ein Requiem für jene, deren Stimmen in Gräbern versiegten, das mit Blick auf die Arabellion noch immer bestürzend aktuell ist (Besprechung von Claudia Kramatschek)

Abdella Taia: Der Tag des Königs
200 S., geb., Suhrkamp 2012 19,95 EUR
Khalid ist reich, und Omar ist arm. Trotzdem sind die beiden beste Freunde. Ihre Freundschaft aber zerbricht, als König Hassan II. seinen Besuch ankündigt. Denn Khalid verschweigt Omar, dass er ausgewählt wurde, dem König die Hand zu küssen. Ein poetischer Roman aus Marokko über eine innig-zärtliche Jungenfreundschaft, die den politischen Umständen der 1980er Jahre jedoch nicht standhält. (Besprechung von Katharina Borchardt)

Ralph A. Austen: Sahara
Tausend Jahre Austausch von Ideen und Waren

240 S., geb., Wagenbach 2012 (erscheint September) 24,90 EUR

Robert Scheer: Der Duft des Sussita
160 S., geb., Hanser Berlin Verlag 2012 (erscheint August) 15,90 EUR
Mit ganz eigenem Humor erzählt Robert Scheer in seinem Debüt vom Leben in Israel mit all seinen Widersprüchlichkeiten und Verwerfungen. Robert Scheer ist ein geborener Geschichtenerzähler.

Bahman Nirumand: Menschenrechte als Alibi
Die Nahostpolitik des Westens muss glaubwürdig werden

100 S., Körber Stiftung 2012 (erscheint Oktober) 10,00 EUR
Leidenschaftlich fordert Nirumand den Westen auf, seine Nahostpolitik konsequent an den eigenen Werten auszurichten. Erst wenn er die Kräfte unterstützt, die sich für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte einsetzen, kann er sich glaubwürdig an der Befreiung der Region beteiligen.

Breaking the Silence (Hrsg.) : Breaking the Silence
Israelische Soldaten berichten von ihrem Einsatz in den besetzten Gebieten

500 S., geb. , Econ 2012 (erscheint September) 19,99 EUR
Sie patrouillieren nachts durch die Siedlungen im Gaza-Streifen und brechen in Häuser ein, verwüsten die Räume und bestehlen die Bewohner. Sie führen wahllos Menschen in Handschellen ab und missbrauchen Palästinenser als menschliche Schutzschilder. Sie tun all das im Namen der Regierung – der israelischen Regierung. Veteranen der israelischen Armee berichten von Grausamkeiten, die sie erlebt oder selbst begangen haben. Und sie berichten von Kriegssituationen, in denen man bereit ist, Grenzen zu überschreiten. Die Originalaussagen der Soldaten werden ergänzt um eine kritische Analyse der israelischen Politik und der Operationsmethoden. Ein schockierendes Dokument über die Taten der israelischen Armee und einen Konflikt, der die Weltöffentlichkeit noch lange beschäftigen wird. Breaking the Silence ist eine NGO, die 2004 von Veteranen der israelischen Armee gegründet wurde. Über 700 Soldaten wurden interviewt, um die Zuspitzung der Besatzung und ihrer Methoden zwischen 2000 und 2010 zu dokumentieren. Für das Buch haben die Herausgeber 185 Augenzeugenberichte ausgewählt. Es gibt dazu eine große Ausstellung im Berliner Willy-Brandt-Haus.

Carsten Schliwiski: Geschichte des Staates Israel

184 S., Reclam 2012 6,00 EUR

David Van Reybrouck: Kongo. Eine Geschichte

432 S., Suhrkamp 29,95 EUR
Besprochen vom „Buch-Journal“: Joseph Conrad hat den vom belgischen Kolonialregime ausgeplünderten Kongo 1092 in seinem Roman „Das Herz der Finsternis“ beschrieben. Der 1971 in Brügge geborene Schriftsteller David Van Reybrouck schreibt die Geschichte des zentralafrikanischen Riesenlands jetzt bin in die Gegenwart fort. Auf die brutale Ausbeutung und forcierte Industrialisierung der Kolonialzeit folgte ein kurzer Rausch der Freiheit, der in die 32-jährige Diktatur Mobutus und einen mörderischen Krieg mündete. Wie Conrad kennt auch Reybrouck das Land nicht nur aus Büchern und Archiven, sondern aus eigener Anschauung. Er hat Hunderte von Gesprächen mit Kongolesen geführt – vom 100jährigen bis zum Kindersoldaten. So erzählt sein monumentales Werk afrikanische Geschichte auf faszinierende Weise von unten und von innen. Europäische Historiografie verbindet sich hier mit eigener Anschauung und der mündlichen Überlieferungstradition Afrikas.

Lawrence Hill: Ich habe einen Namen
600 S., Dumont 2012 (erscheint August) 9,99 EUR
Westafrika, Mitte des 18. Jahrhunderts. Die kleine Aminata lebt mit ihren Eltern in einer friedlichen Dorfgemeinschaft. Doch der Sklavenhandel blüht, auf den Plantagen der neuen Kolonien braucht man Arbeitskräfte, und die britischen Machthaber sind skrupellos. Als Aminata elf Jahre alt ist, wird ihr Dorf überfallen und sie gefangengenommen. Auf einem Frachter bringt man sie mit vielen anderen Sklaven nach Amerika, wo sie an einen Großgrundbesitzer verkauft wird. Während der Wirren des Unabhängigkeitskriegs gelingt Aminata die Flucht. Sie folgt ihrem Herzen zurück nach Afrika und von dort nach London, um für die Befreiung der Schwarzen zu kämpfen. Ihre Geschichte ist das eindrückliche Porträt einer unglaublich starken Frau, die es geschafft hat, schwierigste Bedingungen zu überleben und dabei anderen zu helfen. Es ist eine Geschichte, die man nicht wieder vergisst, voller Hoffnung und Zuversicht. »Wunderbar geschrieben, mit lebendigen Charakteren und faszinierenden Details.« New York Times. Die deutsche Erstausgabe des Nr.1 Bestsellers aus Kanada.

Chinua Achebe: Alles zerfällt
220 S., S. Fischer Verlag 2012 19,99 EUR
Ein großartiges Panorama einer verlorenen Kultur. Der Roman des Nigerianers Achebe erzählt vom archaischen Leben eines Dorfes tief im Regenwalt Nigerias. Mit dem autoritären Häuptling stirbt die Stammeskultur der Ibo. „Alles zerfällt“ mit der Moderne. In neuer Übersetzung, auch 50 Jahre nach dem ersten Erscheinen, ist der afrikanische Klassiker ein Meisterwerk. (Besprechung von Cornelia Zetsche)

Chimamanda Ngozi Adichie: Heimsuchungen

320 S., S. Fischer Verlag 2012 19,99 EUR
Eine junge begnadete nigerianische Autorin, die sich als Wanderin zwischen zwei Welten auskennt und beide in ihren Geschichten zusammenbringt. Es geht um die politischen Wirren in Nigeria oder die Enttäuschungen im gelobten Land Amerika, die das Leben und Lieben der Menschen bestimmen. Doch die erzählerische Strahlkraft geht weit über alle geographischen Grenzen hinaus. (Besprechung von Anita Djafari)

Susan N. Kiguli: Zuhause treibt in der Ferne
Reihe für zeitgenössische afrikanische Literatur

Gedichte, geb., Verlag das Wunderhorn 2012 18,90 EUR
Susan N. Kiguli, geboren 1969 im Luweero District, Uganda, gilt als wichtige poetische Stimme ihres Landes. Sie ist eng mit dem ugandischen Autorinnen-Netzwerk FEMRITE verbunden. Nach Studium und Promotion in Großbritannien unterrichtet sie heute Literatur an der Makerere-Universität in Kampala, Uganda.

Alice Pung: Ungeschliffener Diamant
328 S., geb., Edition 5 Verlag (erscheint August) 19,90 EUR
Roman. Über das Erwachsenwerden in einer globalisierten Welt im Wunderland Australien. Ausgezeichnet als bestes australisches Debüt 2007. „Ungeschliffener Diamant“ ist das kluge und berührende Debüt einer jungen Autorin, der das Kunststück gelingt, mit augenzwinkernder Leichtigkeit und sehr eigenem Humor von den Schwierigkeiten zu erzählen, denen Migrantenkinder in einer globalisierten Welt begegnen: Alice kommt als Tochter chinesisch-kambodschanischer Einwanderer kurz nach deren Ankunft in Melbourne zur Welt und wächst dort zwischen zwei Kulturen auf, wie sie gegensätzlicher nicht sein können: hier die strenge Tradition der chinesischen Enklave, Hausgötter, Aberglauben und Alltagszeremonien, dort die Freiheit des westlichen Wunderlands, in dem alles möglich scheint. Schon bald kommt ihr die Welt der Eltern exotischer vor als die neue Heimat, wo der Vater einen Elektrohandel betreibt und sich in Arbeit stürzt, während die Mutter Goldschmuck fertigt und an der neuen Sprache scheitert. Irgendwann gehen Alice die Worte aus, um sich mit ihrer Mutter zu verständigen. Mal ernst und verzweifelt, dann wieder leichtfüßig ironisch entfaltet dieses erzählerisches Juwel seinen unwiderstehlichen Charme. Alice Pung gelingt mit großer Stimme ein ganz großes Geschichtenerzählen zum Lachen, zum Weinen und erstaunlich weise. Geboren 1981 lebt sie als Anwältin und Schriftstellerin in Melbourne, engagiert sich an Schulen und hält zahlreiche Vorträge an Universitäten in aller Welt.

Beryl Fletcher: Pixels Ahnen
352 S., geb., Edition 5 Verlag (erscheint August) 19,90 EUR
Eine der wichtigsten Autorinnen Neuseelands erzählt von Waisen und Wunschkindern zwischen Kolonialgeschichte und digitaler Zukunft. Der Feministische Schmöker in neuem Gewand. Die Geschichte von Pixels Ahnen nimmt ihren Anfang in London, Anfang des 20.Jahrunderts, wo Alice als uneheliche Tochter eines Dienstmädchens zur Welt kommt. Sie wächst im Waisenhaus auf und wird schließlich nach Neuseeland geschickt. Dort wird – das 20.Jahrhundert neigt sich dem Ende zu – Alice als alte Frau von einer jungen Historikerin interviewt, die an einem Buch über die Schicksale der Migrantinnen arbeitet. Währendessen macht sich Alices Tochter Joy auf die Suche nach ihrer eigenen Wahrheit. Mithilfe eines Privatdetektivs und einer Computerhackerin stößt sie auf Familiengeheimnisse, die mehr Fragen aufwerfen als beantworten: Wer sind unsere Ahnen? Was prägt uns im Leben? Wessen Kinder sind wir? Mit großer erzählerischer Virtualität entwirft Beryl Fletcher eine weibliche Ahnenreihe, die von der Alten Welt bis in virtuelle Welten reicht, nach Neuseeland, das unter der britischen Kolonialmacht als erstes Land der Welt 1893 das Frauenwahlrecht einführte. Die Konfliktthemen des Romans von 1966 sind bis heute brisant. Pixels Ahnen erschien früher bei btb unter dem Titel „So weit war das Land“. Beryl Fletcher, geboren 1938, studierte Soziologie und lebte in Neuseeland, Australien, England und den USA. 1991 erhielt sie für ihren Roman „The Word Burners“ den Commonwealth Writer`s Prize für das beste Debüt im asiatisch-pazifischen Raum. Sie ist eine der beliebtesten und erfolgreichsten Autorinnen Neuseelands.

Marilynne Robinson: Haus ohne Halt
256 S., geb., Edition 5 Verlag (erscheint August) 19,90 EUR
Ein Klassiker der amerikanischen Literatur von einer Autorin von Weltruhm in einer sorgältig überarbeiteten Neuausgabe. Von Landstreicherinnen und Heimatlosen – ein Buch über Fremdheit, Stille, Anderssein. Ein kleiner Ort inmitten grandioser, übermächtiger Natur an einem Gebirgssee in den Rocky Mountains, Mitte der 1950er. Hier wachsen im Haus ihrer Großeltern die Schwestern Ruth und Lucille auf, die beide Eltern verloren haben. Nach dem Tod ihrer Großmutter kehrt ihre exzentrische Tante Sylvie zurück, um die Erziehung der Mädchen zu übernehmen. Trotz aller Bemühungen ihnen ein Heim zu bereiten, ist es ihr nicht gegeben, einen Haushalt zu führen, wie es sich gehört – das Haus selbst scheint sich gegen alle Ordnung aufzulehnen, und im Ort werden die drei zunehmend zu Außenseiterinnen. Doch während die träumerische Ruthie sich vom unkonventionellen Vagabundenleben der Tante angezogen fühlt, sehnt sich die jüngere Lucille nach einem geregelteren Leben. Die beiden Schwestern werden einander immer fremder.. Eine gefühlskluge Geschichte über Heimatlosigkeit und Zugehörigkeit, voller Magie und Poesie. Die Pulitzer-Preisträgerin Marilynne Robinson, hierzulande noch nahezu unbekannt, ist eine der wichtigsten Schriftstellerinnen der Gegenwart. Robinson wurde 1943 in Sandpoint, Idaho, am See aus „Haus ohne Halt“ geboren. Sie studierte in Rhode Island Englische Literatur, promovierte in Washington und lehrte als Writer-in-Residence und Gastprofessorin an zahlreichen Universitäten. Heute unterrichtet sie am Writers`s Workshop in Iowa.

Suzanne Joinson
Kashgar oder mit dem Fahrrad durch die Wüste

464 S., geb., Bloomsbury Berlin 2012 (erscheint September) 19,99 EUR
Erscheint zeitgleich in Deutschland, USA, Großbritannien und Australien. Eine Reise durch Zeit und Raum vom London des 21.Jahrhunderts nach Kashgar an der alten Seidenstraße. Ein berauschendes, originell und wunderschön geschriebenes Märchen über fremde Welten und Wirklichkeiten.

Christel Mouchard: Devi – Die Rebellin mit den sanften Augen
210 S., geb., Urachhaus 2012 (erscheint August) 14,90 EUR
Lesealter ab 12 Jahre. Die wahre Geschichte der indischen „Banditenkönigin“ Phoolan Devi, der es gelang, ihr Dasein als Verbrecherin hinter sich zu lassen: Sie avancierte nicht nur zur „Heldin der Armen“, sondern kämpfte als Menschenrechtlerin für die Befreiung der indischen Frauen aus menschenunwürdigen Zwängen einer patriarchalischen Gesellschaft. Ein Leben als Banditin, als Verstoßene? Devi hat keine Angst davor. Sie gehört einer niederen Kaste an, und seit sie sich geweigert hat, sich mit einem viel älteren, unsympathischen Mann verheiraten zu lassen, wird sie in ihrem Dorf ohnehin wie eine Rechtlose behandelt. Für Frauen und Mädchen, die sich den Sitten ihres Landes widersetzen, gibt es in der indischen Gesellschaft keinen Platz. Was kann sie schon verlieren? Devis Bande wird bald zum Schrecken der Reichen. Doch dann erkennt Devi die Chancen, die dieses Leben bietet: Mit der Beute ihrer Raubzüge kann sie den Armen helfen, um wenigstens hier und da ein wenig Not zu lindern. Der Roman versetzt den Leser in eine dem Westen nahezu unbekannte Welt, ein schwieriges Kapitel auf dem Weg Indiens in die Moderne. Ein Buch, das den eigenen Horizont erweitert. Die 1954 geborene Christel Mouchard arbeitete als Journalistin für eine historische Zeitschrift, bevor sie ins Verlagswesen wechselte. Sowohl in ihren Büchern für Erwachsene als auch in ihren Jugendromanen schildert sie das Leben mutiger, idealistischer, oft in fernen Kulturen lebenden Frauen, die sich jenseits aller Normen für ihre Ziele einsetzten: Entdeckerinnen, abenteuerlustige Reisende, Frauen auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück oder dem der anderen.

Maria Blumencron / Chime Yangzom: Kein Pfad führt zurück
Aufbruch in ein neues Leben

304 S., Südwest Verlag 19,99 EUR
Maria Blumencron erzählt gemeinsam mit ihrer Patentochter Chime vom Weg des neunjährigen Flüchtlingsmädchens zur modernen Exil-Tibeterin. Von einer Kindheit mit Höhen und Tiefen, Ängsten und Rückschlägen, aber auch von glücklichen und lustigen Momenten und von der Chance, im Exil eine Perspektive für das Leben bekommen zu haben, trotz immer wieder aufbrechender Sehnsucht nach der Mutter, der Familie und der Heimat Tibet. Maria Blumencron ist Filmemacherin und Autorin. Ihre Filmdokumentation „Flucht über den Himalaya“ wurde vielfach ausgezeichnet. Chime Yangzom wurde in Lhasa geboren. Als sie neun Jahre alt war, entschloss sich ihre Mutter, sie und ihre Schwester ins indische Exil zu schicken. Chime wuchs in einem tibetischen Kinderdorf auf.

Boris Fausto: Kurze Geschichte Brasiliens
280 S., Königshausen & Neumann 2012 (erscheint Herbst) 29,00 EUR
Dem Autor gelingt es, auf synthetische Weise und anhand aktueller statistischer Daten die Grundzüge der brasilianischen Geschichte zu verdeutlichen und eine Bilanz der jüngsten Jahre zu erstellen. Die Grundannahmen dieses Buches sind die Überzeugungen, dass es möglich ist, einem breiteren Publikum Geschichte in einer zugänglichen Sprache näher bringen zu können, ohne dass die analytische Qualität darunter leiden muss, und dass die Kenntnis und die Interpretation der Vergangenheit unverzichtbare Voraussetzung für den Bürger bleibt, um sich in der Gegenwart zu verörtern, sowie Möglichkeiten und Grenzen der Zukunft zu evaluieren. Es gibt im deutschsprachigen Sprachraum keine vergleichbare Arbeit, die eine solch interessante Reise in Brasiliens Vergangenheit bietet.

Augusto Monterroso: Das schwarze Schaf und andere Fabeln
71 S., Insel Verlag 2012 (erscheint August) 14,90 EUR
Fabeln ohne moralisierenden Zeigefinger. Die bitteren Erfahrungen des Autors aus Guatemala verleihen den Texten ihre Würze und auch einen gewissen Sarkasmus, an anderer Stelle gewinnen sie wieder an Leichtigkeit und Humor. Außerdem glänzen sie durch ihre fabelhafte Kürze. So pointiert kann kaum einer Schreiben. Absolut lesenswert, ein Hochgenuss. (Besprochen von Ruthard Stäblein).

Kettly Mars: Wilde Zeiten
214 S., Litradukt 2012 13.80 EUR
Roman einer Autorin aus Haiti. Haiti, 1962. Eine schöne Mulattin lässt sich im Terror des Duvalier-Regimes mit der Macht ein, um ihre Familie zu schützen. Eine gnadenlose Vivisektion von moralischer Korruption, Überlebenswillen und Kooperation, Selbstbetrug und Hoffnung – unter den Vorzeichen von Rassismus, Sexismus, Totalitarismus und Realpolitik. Literarisch raffiniert, ein Psycho-Polit-Thriller, noir (Besprechung von Thomas Wörtche)

Choukitsu Kurumatani: Versuchter Liebestod
224 S., Cass Verlag 2012 22,00 EUR
Japan, wie man es nicht kennt. Ein Geschäftsmann will eines Tages nicht mehr bis zur Selbstaufgabe arbeiten – und stürzt ins Bodenlose ab. Er wird obdachlos, verdingt sich als Fleischaufspießer in einer grindigen Imbissbude, gerät mit Tätowierern und Prostituierten in Kontakt und Konflikt. Düster und faszinierend, die literarische Erkundung einer privaten Depression und eines gesellschaftlichen Skandals (Besprechung von Karl-Markus Gauß)

Rita Menge / Nadine Steiger
Eiche und Bambus – Oak Tree and Bamboo
Japaner sind anders – Deutsche auch

96 S., Königshausen & Neumann 2012 (erscheint Herbst) 9,80 EUR
Wie sieht Deutschland Japan und wie sieht Japan Deutschland? Anhand von gegenübergestellten Piktogrammen wird hier dieser Frage nachgegangen und eine humorvolle Kulturvermittlung geschaffen. Es gibt trotz der allgegenwärtigen Globalisierung grundlegende kulturelle Unterschiede im Denken und Handeln von Japanern und Deutschen. In diesem Buch werden sie dem Betrachter anregend und schnell verständlich näher gebracht werden. Viele Themen aus Beruf und Freizeit finden Raum: z.B. Wie wird mit Kunden umgegangen? Welche Stellung hat der Chef? Werden Gefühle gezeigt? Wie wichtig ist der Schlaf? Wie ist der moderne Wohnungswunsch? Was versteht man unter Wellness? Lassen Sie sich von den gelungenen Zeichnungen überraschen, amüsieren, irritieren und zum Nachdenken anregen. Rita Menge studierte Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte und war als Produktmanagerin im Verlagswesen erfolgreich. Im Anschluss daran arbeitete sie fünf Jahre in Japan als Dozentin an Universitäten und in Firmen und entdeckte ihre Leidenschaft für die japanische Sprache und Kultur. Ihr sensibles Gespür für die soziokulturellen Besonderheiten ihres Gastgeberlandes ermöglichten ihr den Blick hinter die Kulissen Japans. Die Grafikerin Nadine Steiger (Diplomdesignerin, FH), studierte Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt Visuelle Kommunikation. Die Leidenschaft zu Büchern und die Liebe zum Detail zeichnen ihren Stil aus.

Weltatlas für Kinder – Was ist Was junior
26 S., Tessloff Verlag 2012 (erscheint August) 14,95 EUR
Ferne Länder, fremde Kulturen, und, und, und….. – Wenn kleine Entdecker auf Weltreise gehen, wird es spannend! Wer lebt wo? Wie sieht es auf den fünf Kontinenten aus? Mit Land- und Memokarten ausgestattet, tauchen Kinder in eine faszinierende Erlebniswelt ein. Ein pures Spiel- und Lesevergnügen mit großem Lerneffekt.

Diercke – Die Welt im Wandel
224 S., Georg Westermann 29,95 EUR
Der Satellitenbildatlas zeigt anhand von vielen anschaulichen Beispielen den vielfältigen und rasanten Wandel der Erde zu Beginn des 21.Jahrhunderts. Topaktuelle Satellitenbilder werden in interessanten Zeitvergleichen mit älteren Aufnahmen und abgestimmten Karten und Grafiken kombiniert und erläutert.

Diercke – Die Welt in Karten

240 S., Georg Westermann 26,00 EUR
Der beliebte Atlas für zuhause aus der bewährten Diercke-Kartografie bietet zu allen Regionen der Erde physische und politische Karten. Vorangestellt ist eine Aufstellung aller Staaten mit ihren Flaggen incl. Amtssprache und Rangfolge bei Staatsfläche und Einwohnern. Jetzt komplett überarbeitet.

Diercke – Die Welt im 21.Jahrhundert
456 S., Georg Westermann 49,95 EUR
Dieser Atlas bietet weit mehr als ein Weltatlas! Über das Kartenmaterial hinaus enthält er eine Fülle von Zusatzinformationen: Ausführliche Begleittexte, Grafiken und Bilder erläutern umfassend die in den Karten dargestellten aktuellen ökologischen, ökonomischen, sozialen und politischen Inhalte.

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