Archive for April 2012

Interkulturelle Buchneuheiten Liste 22

April 25, 2012

Alle angeführten Titel können Sie bestellen über
Worms Verlag, Abt. Onlineshop, Kultur- und Veranstaltungs GmbH
Von Steuben Str. 5, 67549 Worms, Tel. 06241-2000-314
e-mail: berthold.roeth@kvg-worms.de

Fremde Welten 2012/2013
Baobak Books 2011, 19. Überarbeitete Aufl. 9,50 EUR
Das Verzeichnis beinhaltet 180 ausgewählte Bücher, Hörbücher und Materialien für den Unterricht, die Einblicke in fremde Welten ermöglichen und Menschen aus anderen Gesellschaften und Kulturräumen mit Respekt begegnen. Jeder Eintrag enthält eine Besprechung, Angaben zu Lesealter und Schauplatz sowie die bibliografischen Daten. Die Titel sind nach Lesestufen geordnet. Länder- und Stichwortregister ermöglichen die thematische Suche. Die Auswahl- und Beurteilungskriterien werden in der Einleitung vorgestellt.Die handliche Broschüre ist ein praktisches Hilfsmittel für Eltern, Lehrkräfte, Bibliothekare, Buchhändler und alle, die sich mit Literatur für Kinder und Jugendliche befassen.

Elena Taddai / Michael Müller / Robert Rebitsch (Hrsg.)
Migration und Reisen – Mobilität in der Neuzeit

Insbrucker Historische Studien Band 28
418 S., Studienverlag Universitätsverlag Wagner 2012 49,90 EUR

Dr. Sung-Hee Lee
Interkulturelles Asienmanagement: Thailand – Vietnam

163 S., expert Verlag 2012 29,80 EUR

Andreas Hauser, MBA
Interkulturelles Projektmanagement in der Arabischen Welt

ca. 150 S., expert Verlag 2012 ca. 28,00 EUR

Martina Hahn / Frank Herrmann: Fair einkaufen – aber wie?
Der Ratgeber für Fairen Handel, für Mode, Geld, Reisen und Genuss

Komplett überarbeitete 4.Auflage!
272 S., Pb., Brandes & Apsel 2012 24,90 EUR
Fairer Konsum boomt. Er entspricht einer Lebenseinstellung, die Konsum nicht verdammt, solange mit Herz und Verstand eingekauft wird. Das Buch ist eine Hilfe gegen Ausreden, man wisse zu wenig und könne daher keine fair gehandelten Produkte kaufen. Der exzellente Ratgeber ist eine nützliche Handreichung für den fairnessbewussten, ökosozial orientierten Verbraucher – und die, die es werden wollen. Er führt uns eindrucksvoll vor Augen, dass es oft gar nicht so schwer ist, mit dem Einkaufskorb zum Weltpolitiker zu werden.

Andreas Fischer-Lescano / Kolja Möller
Der Kampf um globale soziale Rechte – Zart wäre das Gröbste

96 S., geb., Wagenbach 2012 14,90 EUR
Die Weltgesellschaft ist in der Krise. Politik und Wirtschaft sind orientierungslos. Umso klarer artikulieren sich Gegenstimmen. Die Occupy-Bewegung, die Jugend von der Puerta del Sol, der Widerstand brasilianischer Landloser: An verschiedenen Orten vereinen sich Menschen zum Protest für ein gemeinsames Ziel – die Utopie globaler Gerechtigkeit: Erkämpft die Rechte, die euch zu stehen! Mit diesem Buch findet der Protest ein theoretisches Fundament. Die Autoren von der Universität Bremen schreiben an gegen die wachsende soziale Ungleichheit und irreparable ökologischen Schäden. Angesichts von Hunger, Flüchtlingsströmen, Klimakatastrophen und der Verelendung weiter Teile der Weltbevölkerung sind Antworten jenseits des Nationalstaats dringend erforderlich. Die Autoren zeigen eine Vielzahl konkreter Anknüpfungspunkte im Recht der Weltgesellschaft auf, um die neoliberale Globalisierung zu überwinden. Die Emanzipation kann gelingen in einer europäischen Sozial- statt Wirtschaftsunion, in einer Welt, die sich an die Regeln des UN-Sozialpaktes hält und in der Unternehmen für ihre sozialen und ökologischen Vergehen zur Verantwortung gezogen werden. Denn wie Adornos berühmter Ausspruch sagt: „Zart wäre einzig das Gröbste: dass keiner mehr hungern muss“.

Nahla Saimeh (Hg.): Kulturelle und therapeutische Vielfalt im Maßregelvollzug
240 S., Balance Buch und Medien Forensik 2011 29,95 EUR
Migration und kulturspezifische Hintergründe der Klienten waren Themenschwerpunkt der 26.Eickelborner Fachtagung 2011. Die Beiträge beschäftigten sich mit Migration im Maßregelvollzug, Fremdheit und Gefahrenzuschreibungen, Gewaltrisiken und Resourcen von Migranten. Hochaktuell war die Debatte zu den psychiatrischen Aspekten des Terrorismus. Der interdisziplinäre Dialog zwischen Jurisprudenz, Kriminologie und Psychiatrie bildet den aktuellen Stand der Forschung und der Diskussion um Methoden und Therapieformen, der Begutachtung und Behandlungsplanung in der Forensischen Psychiatrie umfassend ab. Besondere Beachtung wurde auf der Fachtagung 2011 der Organisationsentwicklung und der psychodynamischen Organisationsberatung geschenkt.

Lena Gorelik: „Sie können aber gut Deutsch!“
240 S., Pantheon 14,99 EUR
„Warum ich nicht mehr dankbar sein will, dass ich hier leben darf und Toleranz nicht weiterhilft“ lautet der Untertitel dieses Anti-Sarrazin-Buches. So menschenverachtend und pauschal dessen Thesen, so aufbauend und nuanciert sind Goreliks Argumente. Sie erzählt von eigenen Hoffnungen und Enttäuschungen und entkräftet dabei auf außerordentlich kluge Weise den Jargon der „Integrationsexperten“ aus Medien und Politik. Selten wurde der Umgang mit „Migranten“ so feinsinnig analysiert: Zu Deutschland gehört eine Vielzahl von Menschen, die weder Verachtung noch Toleranz verdient haben, sondern Neugier und Interesse.

Friedrich Johannsen: Die Menschenrechte im interreligiösen Dialog
200 S., Kohlhammer (erscheint 2.Quartal 2012) 24,00 EUR
Neben den christlichen Konfessionen versammelt der Band nicht nur islamische und jüdische Ansichten, sondern beispielsweise auch konfuzianische. Im Mittelpunkt steht dabei immer die Frage, die im Titel eines Beitrages von Peter Antes gestellt wird: „Ist Religionsfreiheit ein Menschenrecht oder ein gesellschaftlicher Störfaktor?“ Der Dialog zwischen den Religionen, vor allem mit dem Islam, da dieser Teil der deutschen Alltagswirklichkeit geworden ist, wird als öffentliches Phänomen wahrgenommen und gewinnt immer mehr an Bedeutung.

Henning Wrogemann:
Lehrbuch Interkulturelle Theologie / Missionswissenschaft
Band 1: Interkulturelle Theologie und Hermeneutik
Grundfragen, aktuelle Beispiele, theoretische Perspektiven

416 S., Pb., Gütersloher Verlagshaus 2012 29,99 EUR
Die neue Reihe unterstützt fremde Kulturen und Theologien verstehen zu lernen. Das Christentum ist heute ein ebenso globales wie interkulturelles Phänomen. Christliche Präsenz außerhalb Europas ist durch die kulturell-religiösen, sozialen und politischen Kontexte geprägt, gleichzeitig gehen von ihr bedeutende sozio-kulturelle Transformationsprozesse aus. Dies sind Inhalte des Faches Interkulturelle Theologie / Missionswissenschaft, die hier als Lehrbuch anhand von anschaulichen Beispielen behandelt werden, z.B.: Was bedeutet interkulturelles Verstehen ? Was bedeuten Begriffe wie Kultur, Synkretismus oder Identität ? Welchen Stellenwert haben Themen wie Heilung, Befreiung oder Versöhnung in Kontextuellen Theologien etwa im Bereich Afrikas oder Indiens? Abgerundet durch geschichtliche Längsschnitte und systematische Perspektiven führt das Buch in grundlegende Zusammenhänge Interkultureller Theologie und Interkultureller Hermeneutik ein. Ein unverzichtbares Arbeitsmittel für alle, die sich in Studium und Beruf mit Fragen christlicher Identität und Lebenspraxis im Kontext interkultureller und interreligiöser Beziehungen beschäftigen.

Materialdienst. Zeitschrift für Religions- und Weltanschauungsfragen 4/12
Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen 2012 3,00 EUR
u.a. Religiöse Feste in der Diaspora (Traditionsveränderung und öffentliche Präsens, Teil 1), Muslimische Jugendszenen in Deutschland, Muslimische Jugend gut vernetzt, MuslimTAXI: Mission, nicht nur auf Rädern

Folker Siegert: Kirche und Synagoge. Ein lutherisches Votum
479 S., Vandenhoeck & Ruprecht 2012 115,95 EUR
Der Sammelband beschäftigt sich auf selbstkritische Weise mit den antisemitischen Ausfällen Martin Luthers. Hier findet man Beiträge zur Historie dieses Konflikts, zur Neuauslegung bestimmter Schriften Luthers und zur Neupositionierung der evangelischen Kirche gegenüber Israel und dem Judentum.

Der stets größere Gott
259 S., Pustet 2012 19,90 EUR
Der theologische Band untersucht die Gottesvorstellungen in Christentum und Islam. Es geht darin um den Dialog zwischen Mensch und Gott sowie um mystische Gotteserfahrungen, wobei sich die Ansichten der Mystiker Meister Eckhart und Ibn `Arabi sehr nahekommen.

Samir Khalil Samir: Muslime und Christen
176 S., Sankt Ulrich Verlag 2012 19,95 EUR
Der Jesuit Samir zählt zu den gegenwärtig gefragtesten Islamwissenschaftlern. In seinem Buch wird zunächst sein Lebensweg beschrieben. Dann zeigt der Autor, welchen Einfluss das Christentum in der arabischen Welt hatte – ab dem 5.Jahrhundert bis zur Moderne. Wie fast alle Theologen setzt Samir auf den Dialog der Weltreligionen.

Manfred Böckl: Die kleinen Religionen Europas
168 S., Patmos 17,90 EUR
Höchst informativ stellt der Autor eine Bandbreite von vorchristlichen Religionsgemeinschaften über das keltische Christentum bis zum Arianismus vor. Böckl berichtet auch davon, wie einige dieser kleinen Religionen bis heute überlebt haben, etwa die Altkatholen oder die Aleviten und plädiert dafür, dass sie in den weltweiten religiösen Dialog einbezogen werden.

Oguzan Yazici: Jung, männlich, türkisch – gewalttätig?
Eine Studie über gewalttätige Männlichkeitsinszenierungen türkischstämmiger Jugendlicher im Kontext von Ausgrenzung und Kriminalisierung

Schriften zum Jugendrecht und zur Jugend-Kriminologie Bd. 8
210 S., Centaurus Verlag 2011 22,80 EUR
Der Diskurs der „Macho-Türken“ gehört zum gegenwärtigen Begriffsrepertoire der Analyse von Gewalt. Hier wird allerdings der Fokus auf den Modus der Herstellung von Geschlecht gerichtet. Mithilfe der angloamerikanischen Männlichkeitsforschung werden Gesprächsprotokolle mit türkischstämmigen jungen Gewalttätern analysiert.

Patrick Bahners: Die Panikmacher
Die deutsche Angst vor dem Islam. Eine Streitschrift

336 S., TB, dtv 2012 (erscheint Juni) 12,90 EUR
Menschen mit islamischer Glaubenszugehörigkeit und Migrationshintergrund bringen das Land in Gefahr! Diese Panikmache ist das Thema der brillanten Streitschrift von Patrick Bahners. Er verharmlost nicht die Herausforderungen der Integration, aber er korrigiert die falschen Behauptungen der Islamkritik und zeigt, wie sich unter dem Deckmantel der Geistesfreiheit in Wahrheit zunehmend eine Kultur der Intoleranz ausbreitet. Der dringend fällige Einspruch dagegen, dass in Deutschland fremdenfeindliche Stimmungsmache beim Thema Islam die Oberhand gewinnt. Im Sommer also nun die Taschenbuchausgabe.

Werner Ruf: Der Islam – Schrecken des Abendlands
Wie sich der Westen sein Feindbild konstruiert

129 S., Pb., Papyrossa 2012 9,90 EUR
Als »dem Westen« mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion sein liebstes Feindbild abhanden kam und der NATO eine Legitimationskrise drohte, fand sich bald Ersatz. Ihn lieferte Samuel P. Huntington. Die Konf likte des 21. Jahrhunderts, so Huntington, seien solche zwischen Kulturen, von denen eine besonders gefährlich sei: Der Islam. Der einst biologisch begründete Rassismus kommt seither mit Vorliebe im kulturellen Gewande daher. Die aus den aktuellen Krisen des Kapitalismus erwachsenden Ängste werden so instrumentalisiert gegen Minderheiten. Die Debatte um Thilo Sarrazin und Henryk M. Broder markiert nur die Spitze des Eisbergs einer sich europaweit formierenden Rechten. Der behauptete »Kampf der Kulturen« entpuppt sich dabei als faschistoides Instrument, das auch die Grundlagen bürgerlicher Demokratie bedroht.
Werner Ruf, Prof. Dr. phil., *1937. Promotion in Freiburg. Mehrjährige Forschungsaufenthalte in Nordafrika. Lehrtätigkeiten in den USA und Frankreich. Lehrte von 1982 bis 2003 an der Universität Kassel mit den Schwerpunkten internationale und intergesellschaftliche Beziehungen und Außenpolitik.

Anja Hilscher: Imageproblem
Das Bild vom bösen Islam und meine bunte islamische Welt

160 S., Pb., Gütersloher Verlagshaus 2012 14,99 EUR
Von Machos, Terroristen und Kopftüchern – Wie ist der Islam wirklich? Von wegen, den Islam kennen! Hier wird all denen, die meinen, vom Islam nun wirklich alles zu wissen, einmal gehörig der Kopf gewaschen! Temporeich, frech und ausgestattet mit einem ziemlich anarchischen Humor zeigt Anja Hilscher, wie islamisches Denken und Leben wirklich geht. Ob sie über das Gottesbild erzählt oder über die islamischen Gebote, über religiösen Fanatismus, islamische Machos oder den Sinn des Lebens – so überraschend anders und bunt bekommt man diese Religion selten präsentiert. Und das Beste: Die vielen freundlichen Züge, die man in diesem Buch der ach so finsteren Lehre Mohammads entdecken kann, kann die Autorin auch noch aus der Tradition des Islam begründen! Über die Hälfte ihres Lebens ist Anja Hilscher, Jahrgang 1969, bereits Muslima. Der Übertritt war wohlüberlegt, doch ihre Auseindersetzung mit den Lehren der Weltreligion Islam hält bis heute an. Verständnislose Reaktionen der Umwelt und die wachsende Islamphobie veranlassten Anja Hilscher zu dem Versuch, ein lesbares Buch über den „ganz anderen Islam“ zu schreiben (-den „echten“ nämlich). Nach dem Studium des Lehramts an Grund- und Hauptschulen und einer Erziehungspause absolvierte Anja Hilscher eine Ausbildung zur „Beraterin für interkulturelle Fragen“ und arbeitet nun als Leiterin von Integrationskursen.

Michael Muhammad Knigt: Taqwacore
306 S., geb., Rogner & Bernhard 2012 19,95 EUR
Bereits vor neun Jahren erschien dieser Roman in den USA und löste eine neue Subkultur, den Islam-Punk, aus. 1977 geboren wächst Michael Knight in einer christlich fundamentalistischen Familie auf und konvertiert aus Protest zum Islam. Damit eckt er an und als einzige Freunde bleiben ihm die Punks. Die Ereignisse des 11.September 2001 erschüttern die Welt und er bricht mit dem Islam, schreibt aber seinen Roman „The Taqwacores“. Dort mietet sich ein pakistanischer Einwanderer in eine islamische Punk-WG ein in der gemischtgeschlechtlich gebetet, getrunken und gefeiert wird, Schwule gehen ein und aus und die gängigen Koranauslegungen sind zweitrangig. Es leben Schiiten, Sunniten, Sufisten, Menschen mit pakistanischem, sudanesischen und indonesischen Hintergrund auf engem Raum zusammen und alle legen den Koran unterschiedlich aus. Auch ein Rude-Boy, ein Riot Grrrl , ein Straight Edger , ein Pop-Punker und ein britischer Purist leben hier. Es herrscht somit ein erhebliches Konfliktpotential. Knight erzählt von muslimischen Pulp-Fiction-Autoren, sufistischen Beatniks und vor allem der islamischen Punkszene. Der Erfolg des Romans ist riesig, es gründen sich Punkbands mit islamischen Referenzen und der Autor geht mit diesen auf Amerikatournee. In muslimischen Ländern wird er beschlagnahmt, auch die britische Ausgabe wird zensiert: Nach den gewaltigen Ausschreitungen 2006 wegen der Mohammed-Karikaturen ist den dortigen Verlegern jeder Hinweis auf das Sexleben des Propheten zu heikel. Die nun sehr spät erschienene deutsche Übersetzung basiert auf der unzensierten amerikanischen Ausgabe. Tenor des Romans ist sich den gängigen Klischees eines Kampfes der Kulturen zu verweigern. Der Autor provoziert konservative Muslime und widersetzt sich zugleich der Vereinnahmung durch westliche Kulturkämpfer. Ein wunderbarer Roman zu Zeiten eines Thilo Sarrazin mit anti-migrantischen und anti-islamischen Ressentiments in Deutschland. Ein profaner Punkroman, der hart, schnell, rotzig und geradeaus erzählt Spass zu Lesen macht.

Agnes Hammer: Regionalexpress
270 S., script 5 Verlag 2012 12,95 EUR
Im April auf Platz 2 der Jugendbuchbestenliste des Deutschlandfunks. Max und Adil besuchen eine kleine Moschee in Düsseldorf und hören die Predigten des Imam Mohammad. Max versenkt sich nicht nur mit Eifer in den Koranunterricht und lernt arabisch – nach wenigen Wochen konvertiert er sogar zum Islam. Max fühlt sich als Auserwählter und zieht gegen die „Ungläubigen“ zu Felde. Doch der Verfassungsschutz ist ihm auf der Spur..
Lesealter ab 14 Jahren.

Sevinc Neumann: Moslem oder Müslüman
geb., 240 S., Silvercon 2012 14,95 EUR
In diesem Buch erzählt Sevinç Neumann ihre wahren Erlebnisse als in Deutschland geborenes Migrantenkind und die damit verbundenen Hürden. Der Zusammenprall von zwei Kulturen bringt so manche Verwirrung und zeigt sehr deutlich, dass jede Medaille eine Kehrseite hat. Mit unnachgiebigen Fragen macht sich Sevinc auf die Suche nach der Wahrheit zwischen Gott, Allah und den Unterschieden beider Kulturen. Kann es mehr als eine Wahrheit geben?
Dieses Buch zeigt auf eine sehr humorvolle, spannende und unterhaltsame Weise die Welt mit den Augen eines kleinen Mädchens, die sich mit zwei Weltkulturen auseinandersetzen muss. Sevinç Neumann ist 1972 in Deutschland geboren und stammt aus einer türkisch-persischen Familie. Ihr Vorname „Sevinc“ bedeutet übersetzt Freude, und genau das will sie auch ihren Lesern bereiten.

Annemarie Schimmel: Allah, Koran und Ramadan.
Alltag und Tradition im Islam

208 S., geb., Patmos (Neuausgabe 2012) 14,90 EUR

Ingrid Pfluger-Schindlbeck (Ethonologische Museum Berlin)
Welten der Muslime

239 S., 144 farbige Abbl., Reimer 39,95 EUR
Der Koran als offener Text – Der Islam als Tradition des Buches – Die Sufi-Tradition im Islam – Verschleierung – Der Gast in islamischen Kulturen – Identität in West-Turkestan im 19.Jahrhundert – Geschlecht und Raum – Kunstinstallation: Shala Safarzadeh.

Muhammad Sameer Murtaza
Islamische Philosophie und die Gegenwartsprobleme der Muslime
Reflexionen zu dem Philosophen Jamal Al-Din Al-Afghani

Verlag Hans Schiler 2012 34,00 EUR
Der Autor ist Islamwissenschaftler, Mitarbeiter der Stiftung Weltethos und leitet beim Zentralrat der Muslime das Projekt „Das Grundgesetz im (Migrations)-Vordergrund. Es liegt ihm daran aufzuzeigen, dass die muslimische Welt auch in jüngerer Zeit immer wieder vor Fehlentwicklungen bewahrt werden musste – und konnte. So durch Persönlichkeiten wie Jamal Al-Din Al-Afghani (1838 – 1897), der dann auch in diesem Buch eine herausragende Rolle spielt. Die Lektüre führt nicht nur in islamische Philosophie ein, sondern auch in die Geschichte, Theologie und heutige politische Potenz des Islam und seine inner-konfessionellen Probleme. Aus gutem Grund ist das Buch dem katholischen Professor Dr. Hans Küng in Tübingen gewidmetet, atmet er doch die die brüderliche Toleranz seines Aufrufs zu einem Weltethos.

Erhard Oeser: Das Reich des Mahdi
Aufstieg und Untergang des ersten islamischen Gottesstaates 1885 – 1897

208 S., geb., Primus 2012 24,90 EUR
Der erste islamische Gottesstaat. 1885 erschütterte die westliche Welt die Nachricht vom Fall der Stadt Khartum und der brutalen Ermordung des britischen Generals Charles Gordon. Die Anhänger des Mahdi Mohammed Ahmed errichteten den ersten islamischen Gottesstaat und schotteten den Sudan über 12 Jahre gänzlich ab. Erst der Rachfeldzug Lord Kitcheners machte dieser historischen Episode ein Ende, die zu Recht als Geburtsstunde des islamischen Fundamentalismus gesehen werden kann. Erhard Oeser erzählt anschaulich Aufstieg und Fall des Mahdi-Reiches und analysiert differenziert die Anknüpfungspunkte für den heutigen politischen Islam. Erhard Oeser, geb. 1938, ist emeritierter Professor für Philosophie und Wissenschaftstheorie der Naturwissenschaften an der Universität Wien.

Rita Breuer: Im Namen Allahs? Christenverfolgung im Islam
160 S., Pb., Herder (erscheint im April 2012) 12,99 EUR
Bei allen lokalen Unterschieden, die Situation der Christen in der muslimischen Welt ist häufig gekennzeichnet von Diskriminierung, Gewaltexzessen, Willkür und Vertreibung. Oft wird das Christentum als bedrohlich empfunden und mit dem Westen und dessen Politik gegenüber der islamischen Welt assoziiert. Extreme muslimische Gruppierungen verfolgen daher das Ziel, den Nahen und Mittleren Osten zu entchristianisieren. Und ihnen wird wenig entgegengesetzt. Knapp und präzise weist Rita Breuer auf Brennpunkte und Strukturen islamischer Christenverfolgungen hin und beleuchtet die historischen und theologischen Hintergründe sowie die Lage heute, da ein politisierter Islam die Fronten verhärtet.
Rita Breuer, Dr. phil., geb. 1963, Islamwissenschaftlerin und Volkswirtin mit langjähriger Entwicklungshilfetätigkeit für den islamischen Kulturraum. Zahlreiche Publikationen, Lehraufträge und Artikel zum Islam und Islamismus in der Gegenwart.

Agnes Hammer: Regionalexpress
272 S., skript 5 Verlag, 2012 12,95 EUR
Ein Jugendbuch – Thriller ab 16 Jahren.
„Max ist Schulversager und dazu noch Sohn einer Mutter, die sich seit ihrer Erleuchtung als Engelmedium verdingt. Doch dann verteidigt er seinen Schulkameraden Adil vor einer Horde Neonazis und gewinnt damit nicht nur einen Freund, sondern auch neuen Lebenssinn: Max konvertiert zum Islam, schließt sich dem Prediger Mohammad an und plant seinen ganz persönlichen Dschihad – mit einer Kofferbombe im Regionalexpress von Köln nach Düsseldorf. Doch seine Schwester Paula und Kemper vom Bundesverfassungsschutz sind ihm auf den Fersen… Ein politischer Thriller der Extraklasse, der auf wahren Begebenheiten beruht, seine Protagonisten abwechselnd erzählen lässt und so ein lebendiges Bild ganz unterschiedlicher Intentionen, Gefühle und Hintergründe zeichnet. Packender Lesestoff mit Tiefgang.“ (Besprechung aus dem „Buch-Journal“).

Bettina Engels: Warum sie Rebellen sind
Motive nichtstaatlicher Gewaltakteure in der Cote d`lvoire

224 S., Pb., Brandes & Apsel 2012 24,90 EUR
Warlords, Milizen, Rebellen – nichtstaatliche Gewaltakteure spielen in den politischen und sozialwissenschaftlichen Debatten über bewaffnete Konflikte eine prominente Rolle. Was treibt die Akteure an, gegen staatliche Armeen, aber auch gegeneinander zu kämpfen? Typische Motive, die ihnen zugeschrieben werden, sind ethnische Diskrimnierung, ideologische Ziele, ökonomischer Profit oder die Macht im Staat.

Arabische Welt. Ölscheichs, B logger, Muslimbrüder
Edition Le Monde diplomatique Nr. 11 (erscheint Mai 2012) 8,50 EUR
Fußballfans auf dem Kairoer Tahirplatz, verschleierte Aktivistinnen auf den Straßen von Sanaa, junge Blogger in Tunis – der Arabische Frühling hat westliche Vorurteile widerlegt. Doch mit dem Sturz der Despoten ist die Hoffnung auf Demokratie noch nicht erfüllt. Berichte und Reportagen über die vielen Gesichter der arabischen Welt finden sich in dieser neuen Magazinausgabe.

Wael Ghonim: Revolution 2.0
Wie wir mit der ägyptischen Revolution die Welt verändern

384 S., Econ 18,00 EUR
„Wohl nie zuvor hat die Generation Web 2.0 ihren politischen und technologischen Geltungsanspruch so nachhaltig und anrührend dokumentiert wie im Arabischen Frühling. Wael Ghonim, ägyptischer Protagonist dieser Bewegung, gefährdete dabei Leib und Leben: Sein mutiger Entschluss, eine Facebook-Seite namens „We are Khaled Said“ zu etablieren, sorgte für den wichtigen Schulterschluss zwischen aufbegehrender Internet-Jugend und reformhungriger Bevölkerung. So viele Menschen zwischen Internet-Cafe und Straße mobilisierte der Informatiker mit diesem Akt des Widerstands, dass ihn das Mubarak-Regime zum Staatsfeind deklarierte – und vom Geheimdienst festsetzen ließ. In „Revolution 2.0“, einem klugen Erfahrungsbericht, der sich ähnlich spannend wie ein Thriller liest, erzählt Wael Ghonim von dem unbändigen Freiheitswillen der Ägypter und dem Weg zur Demokratie, der reich an Fallstricken ist.“ (`wer`in `buchjournal`)

Parker Bilal: Die dunklen Straßen von Kairo
448 S., Rowohlt-Taschenbuch 2012 9,99 EUR
Der Moloch am Nil frisst Menschen. Im Sudan war er Kriminalkommissar und ein glücklicher Mann. Bis er Ärger mit den Islamisten bekam und auf der Flucht seine Familie verlor. Nun lebt Makana in Kairo, in einem Hausboot auf dem Nil, und hält sich mühsam als Detektiv über Wasser. Makanas neuer Klient indes hat Geld, viel Geld. Saad Hanafi kann sich sogar einen eigenen Fußballclub leisten. Dessen wichtigster Spieler ist verschwunden. Hanafi will ihn unbedingt wiederhaben. Je länger Makana sucht, desto mehr Dreck und Leichen fördert er zutage, und desto mehr bringt er sich selbst in Gefahr.

Sherko Fatah: Ein weißes Land
480 S., geb., Luchterhand Literaturverlag 2011 21,99 EUR
Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2012 in der Sparte Belletristik. Von Bagdad nach Berlin: Die Reise eines jungen Arabers durch eine Welt, die ihre Unschuld verliert
Bagdad in den 1930er Jahren. Der junge Araber Anwar versteht nichts von den politischen Wirren seiner Zeit. Er träumt von schönen Häusern, von fernen Reisen und vielleicht ein bisschen von der Schwester seines jüdischen Freundes. Er träumt davon, ein »Jemand« zu werden. Doch dann gerät er mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs unter den Einfluss der »Schwarzhemden«, der faschistischen Jugendorganisation im Irak. Ein bitter wahres Märchen nimmt seinen Lauf, ein Abenteuerroman mitten durch die Katastrophen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der junge Araber Anwar wächst im Bagdad der 30er Jahre zwischen allen Stühlen auf. Er kommt aus einfachen Verhältnissen, aber die Tagelöhner mit ihrer schweren Arbeit sind ihm fremd – genauso fremd wie die verlockenden Paläste der Reichen. Er träumt davon, sein Glück zu machen, und die Cafés mit den unverschleierten Frauen und dem Zigarettenrauch ziehen ihn unwiderstehlich an. Als der Zweite Weltkrieg ausbricht, scheint Anwars Traum von den »schönen Häusern« und von Reisen in ferne Länder in Erfüllung zu gehen. Im Gefolge des Großmuftis von Jerusalem, eines Bundesgenossen der Nationalsozialisten in Deutschland, flieht er 1941 nach Berlin.
Doch es ist ein geisterhaftes Exil, das ihn erwartet, und statt sein Glück zu finden, verliert er sich im Labyrinth der Geschichte und im Räderwerk des Krieges. Anwars Weg führt in die muslimischen Verbände der Waffen-SS, führt nach Weißrussland und endet bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes. Anwar wird überleben, wird in die Heimat zurückkehren, aber seine Träume sind alle grausam zerstört. Sherko Fatah wurde 1964 in Ost-Berlin als Sohn eines irakischen Kurden und einer Deutschen geboren. Er wuchs in der DDR auf und siedelte 1975 mit seiner Familie über Wien nach West-Berlin über. Er studierte Philosophie und Kunstgeschichte. Für sein erzählerisches Werk hat er zahlreiche Auszeichnungen erhalten, „Ein weißes Land“ ist sein vierter Roman.

Mahi Binebine: Die Engel von Sidi Moumen
157 S., geb., Lenos Verlag 2011 19,90 EUR
Jaschin erzählt die Geschichte seines Lebens – und wie er es beendete. Mit seinen zehn Brüdern wächst er in Sidi Moumen auf, einem Elendsviertel vor den Toren Casablancas. Den Tag verbringt er mit den »Etoiles«, seinen Freunden im örtlichen Fußballklub. Die Buben schlagen sich mit allerlei Gelegenheitsarbeiten durch: Sie durchwühlen die Abfallberge und verkaufen das Brauchbare, putzen Schuhe von Touristen, stehlen auch mal und prügeln sich. Der Fußball ist einer der wenigen Lichtblicke in ihrem Leben.In dieser Lage kommt Abu Subair gerade recht: Er unterstützt die Jungen mit Geld und Jobs. Sie freunden sich mit ihm an und lauschen seinen Einflüsterungen. Abu Subair verheißt ihnen das Paradies, dessen Pforte ganz nahe sei – was hätten sie denn schon zu verlieren? Angesichts von Armut und Gewalt, von unerfüllten Träumen, von Enttäuschungen, Wut und Trauer hat der Fanatismus der bärtigen Extremisten leichtes Spiel.Inspiriert von der Geschichte um die Attentäter von Casablanca vom 16. Mai 2003, hat Mahi Binebine einen Roman voller Humor und voller Tragik geschrieben, der zum Nachdenken anregt.»Die Engel von Sidi Moumen« wurde 2010 mit dem Prix du Roman arabe und dem Prix littéraire de La Mamounia ausgezeichnet und wird derzeit vom französisch-marokkanischen Regisseur Nabil Ayouch verfilmt. Mahi Binebine, geboren 1959 in Marrakesch (Marokko). Studium der Mathematik in Paris. Lehrer. Hinwendung zur Literatur und Malerei. Heute gilt er als bekanntester Maler Marokkos, seine Bilder hängen u.a. im New Yorker Guggenheim-Museum. Sein schriftstellerisches Werk – er schrieb sieben Romane – wurde in mehrere Sprachen übersetzt und u.a. mit dem Prix de l’Amitié Franco-Arabe ausgezeichnet. Nach Jahren in Frankreich und den USA lebt Binebine seit 2002 wieder in Marrakesch. http://www.mahibinebine.com.

Tschingis Aitmatow: Dshamilja
Unionsverlag 2012 12,95 EUR
Die Neuausgabe eines literarischen Klassikers zu einem günstigen Preis, denn in Leinen und mit Lesebändchen. Louis Aragon bezeichnete den Roman als „Die schönste Liebesgeschichte der Welt“. Enthalten in dieser Neuausgabe ist die Erinnerung von Tschingis Aitmatow: Die wahre Geschichte hinter „Dshamilja“.

Mohammed Hanif: Alice Bhattis Himmelfahrt
280 S., A1 Verlag 2012 19,90 EUR
Im Zentrum des Romans steht das Herz Jesu Krankenhaus in Karachi. Alice Bhatti, eine junge Christin, bekommt eine Stelle als Assistenzkrankenschwester. Erst kurz zuvor aus der Besserungsanstalt entlassen und in das Haus ihres Vaters im Christenghetto French Colony zurückgekehrt, gelingt es ihr mit ihrem unerschrockenen, zupackenden Auftreten schon bald, im chaotischen Alltag des vollkommen überfüllten und desolaten Krankenhauses Fuß zu fassen. Unterstützung erhält sie von dem 17jährigen Jungen Noor, der dort als Schreiber angestellt ist und Alice vergöttert, sowie von der anfangs harschen, unzugänglichen Oberschwester Hina Alvi. Teddy Butt, muslimischer Herkunft, Bodybuilder und Scherge der infoffiziellen Polizeieinheit Gentlemen-Korps, die auf brutale Weise mit „Verdächtigen“ umgeht, wird auf Alice aufmerksam. Er umgarnt sie, und die kämpferische Alice fühlt sich schließlich von ihm angezogen. Sie verlieben sich: Teddy mit unvermittelter Heftigkeit, Alice mit vorsichtigem Optimismus, doch ihr neues, gemeinsames Leben steht auf wackligen Fundamenten. Ein tragikomischer Roman über Fanatismus, Willkür und patriarchale Strukturen, aber auch über die zweite Chance, Selbstbehauptungswillen und Liebe. Mohammed Hanifs zutiefst menschlicher Zugang und der eindringliche und temporeiche Erhzählstil bestätigen seinen Ruf als herausragende literarische Stimme Pakistans. „Eines der überzeugendsten Talente des Subkontinents“. Hanif hat sich in seinem zweiten Roman mit großer Schärfe einer gewalttätig umkämpften Thematik in Pakistan angenommen: der Frage der religiösen Identität. Mit der Wahl einer christlichen Frau als Protagonistin setzt er sich mit einer Handvoll Honig in einen Bienenstock und hat erneut einen tragikomischen bitterbösen Roman über die pakistanische Gesellschaft geschrieben. Geboren 1965 in Okara / Pakista war er Pilot der pakistanischen Luftwaffe, bevor er eine Karriere als Journalist einschlug. Ende der neunziger Jahre übersiedelte er nach London. Er schrieb Theaterstücke und Drehbücher und seinen ersten Roman „Eine Kiste explodierender Mangos“, der bereits kurz nach Erscheinen für den Man Booker Price nominiert wurde. Im Herbst 2008 kehrte er mit seiner Familie nach Pakistan zurück und arbeitet dort als Korrespondent der BBC. Er lebt in Karachi.

Indra Sinha: Menschentier
368 S., geb., Edition Büchergilde 2011 19,99 EUR
„Früher war ich ein Mensch. Erzählt man mir. Ich erinnere mich selbst nicht daran, aber Leute, die mich kannten, als ich klein war, sagen, ich ging auf zwei Beinen wie ein Mensch. (…) Die Welt der Menschen ist dazu gedacht, in Augenhöhe betrachtet zu werden. Deiner Augen. Hebe ich meinen Kopf, starre ich jemandem auf den Schritt. (…) Ich sei früher aufrecht gegangen, sagt Ma Franci, warum soll sie lügen? Nicht, dass mich das tröstet. Ist es nett, einen Blinden daran zu erinnern, dass er mal sehen konnte?“
Dies sind drei tongebende Sätze der Hauptfigur und des Ich-Erzählers aus dem ersten Kapitel. Animal, so genannt, weil er sich nur auf allen Vieren fortbewegen kann, ist ein 19-jähriges verkrüppeltes Opfer des Unglücks von Bhopal. Er lehnt Mitleid ab, flucht wie ein Seemann, und giert nach körperlicher Zuwendung. Animal spricht seine Geschichte auf Tonkassetten eines Journalisten, und er redet, wie ihm der Schnabel gewachsen ist: die Sprache der Straße; bei Animal ein charmanter Mix aus Hindi, Englisch und Französisch.
Als eine junge amerikanische Ärztin eine Klinik für die Opfer der Chemiekatastrophe eröffnet, wird Animal zu ihr geschickt, um herauszufinden, auf welcher Seite sie steht. Ein Netz von Intrigen und Verdächtigungen treibt die Handlung voran, bis zu ihrem dramatischen Ende. Eine Reihe von bemerkenswerten Figuren, etwa die köstlich schräge französische Nonne Ma Franci, die das Findelkind Animal aufgezogen hat, oder Chunaram, windiger Vermittler und Teeladenbesitzer, werden mit wenigen Strichen meisterhaft zum Leben erweckt. Die Geschichte bleibt trotz aller Leiden und Schrecken stets anrührend. Sinha balanciert zwischen Komödie und Tragödie und bringt seinen Figuren stets Respekt und Zuneigung entgegen. In einer aus den Fugen geratenen Welt ergibt nur noch die groteske Übertreibung einen Sinn. Ein sehr bewegender Roman. Indra Sinha, geboren 1950 in Colaba, Indien, ist Sohn eines indischen Marineoffiziers und einer englischen Schriftstellerin. 1967 zog er mit seiner Familie nach England und studierte dort Literaturwissenschaften. Sinha arbeitete als Werbetexter und begann daneben zu schreiben. 1980 erschien Sinhas Übersetzung des „Kama Sutra“ ins Englische, ab 1995 konzentrierte er sich ganz auf seine schriftstellerische Arbeit. Für die Opfer von Bhopal engagiert Indra Sinha sich seit 1993. Er ist Mitgründer des Bhopal Medical Appeal, das den Bhopal-Opfern freie medizinische Versorgung bietet. Sein Roman „Animal’s People“ (2007) basiert auf dieser Katastrophe. 2007 kommt er auf die Shortlist des Man Booker Prize und 2008 gewinnt „Animal’s People“ den Commonwealth Writers Prize in der Sparte Eurasia Region: Best Book. Indra Sinha lebt heute mit seiner Familie in Südfrankreich.

Thoppil M. Meeran: Die Geschichte eines Dorfes am Meer
188 S., Draupadi Verlag 2011 16,00 EUR
Ein muslimisches Dorf im äußersten Süden Indiens, kurz nach dem Ersten Weltkrieg: Der Alltag seiner Bewohner wird jäh durch die Ankunft eines Tangal, eines Nachfahren des Propheten Muhammad, unterbrochen. Der mächtigste Mann im Ort, Ahmadkannu Mudalali, nimmt den Tangal in seinem Haus auf, um seine Autorität und sein Prestige zu steigern. Doch es fällt nicht immer leicht, den Tangal zufrieden zu stellen. Zusätzlich wird die Autorität Ahmadkannus wiederholt von dem einfachen Haifischflossenhändler Mahmud herausgefordert. Und dann gründet die Regierung gegen seinen Willen auch noch eine englische Schule im Dorf …

Mike Nicol: Payback
576 S., TB, btb Verlag 2011 9,99 EUR
Cool, böse, abgebrüht. Platz 1 KrimiZeit-Bestenliste! Postkartenidylle am Kap der guten Hoffnung? Das Ende der Apartheid ist besiegelt. Seit über einem Jahrzehnt. Die früheren Waffenschmuggler Mace Bishop und Pylon Buso wollen ihr Leben ruhig angehen. Ein entspanntes Kapstadt-Dasein, danach sehen sie sich. Ihr Sicherheitsservice für wohlhabende Touristen, die Schönheits-OPs mit anschließender Safari buchen, floriert. Denn wer nach Südafrika kommt, der hat Angst. Doch Mace schuldet einem alten Bekannten noch einen Gefallen. Und plötzlich ist ihm Sheemina February auf den Fersen, Anwältin einer islamistischen Antidrogen-Gruppe. Sie beobachtet Mace. Schickt seiner Frau Oumou Blumen. Stiehlt den heißgeliebten Teddy seiner Tochter. Kennen sie sich von früher? Maces Vergangenheit ist düster, bewegt, zwielichtig. Und Rache ist süß. Mike Nicol lebt als Autor, Journalist und Herausgeber in Kapstadt, wo er geboren wurde, und unterrichtet an der dortigen Universität. Er ist der preisgekrönte Autor international gefeierter Romane, Gedichtbände und Sachbücher, zuletzt einer autorisierten Biografie über Nelson Mandela, mit einem Vorwort von Kofi Annan. Vor einigen Jahren begann er sich intensiv für die südafrikanische Kriminalliteratur einzusetzen und beschloss, selbst Thriller zu schreiben: Seine Rache-Trilogie wird parallel in Südafrika und England veröffentlicht. 1997 verbrachte er ein Jahr als Stipendiat des renommierten Berliner Künstlerprogramms in Deutschland, 2002 hatte er eine Gastprofessur als poet in residence an der Universität Essen inne.

Claire A. Nivola: Bäume für Kenia
Die Geschichte der Wangari Maathai

32 S., geb., Verlag Freies Geistesleben 2012 14,90 EUR
Bilderbuch. Mama Miti – Mutter der Bäume. Als Wangari Maathai auf einer Farm in den Bergen mitten in Kenia aufwuchs, war die Erde noch in ein grünes Kleid gehüllt. Dann ging Wangari für fünf Jahre zum Studium nach Amerika. Und als sie zurückkam, kannte sie ihr Land nicht wieder. Die Bäume waren abgeholzt, die kleinen Bäche ausgetrocknet und in den Flüssen gab es keine Fische mehr. Da hatte Wangari eine großartige Idee: „warum pflanzen wir nicht Bäume?“, sagte sie zu den Frauen. „Mutter der Bäume“ wird die Kenianerin Wangari Maathai genannt, die den Frauen ihres Landes beibrachte, ihr Land wieder aufzuforsten. 30 Millionen Bäume wurden durch sie neu gepflanzt. 2004 erhielt sie als erste Afrikanerin den Friedensnobelpreis. Claire A. Nivola erzählt in fließender Sprache und leuchtenden Aquarellbildern die einzigartige Geschichte dieser Frau. Ein wunderschönes Buch, das zeigt, wie jeder dabei mithelfen kann, die Erde zu pflegen und zu erhalten. Felix Finkbeiner, der 2007 als 9jähriger den Anstoß zur Gründung der Schülerinitiative Plant-for-the-Planet gab schrieb an Wangari: „Liebe Wangari, dein Vermächtnis wird in der jungen Generation weiterleben. Wir Kinder der Welt werden deine Vision erfüllen. Du warst eine so inspirierende Persönlichkeit. Du wirst in Tausenden von Kindern weiterleben…Wangari, du wirst stolz auf uns sein, wenn du auf die Erde schaust.“

Ute Schaffer: Afrikas Macher – Afrikas Entwickler
Reportagen zur afrikanischen Gegenwart

248 S., Brandes & Apsel 2012 24,80 EUR
Schaeffer verknüpft aktuelles Hintergrundwissen mit Berichten aus dem Alltagsleben von Afrikanern und Afrikanerinnen quer über den Kontinent. Sie traf Menschen, die an ihre Zukunft glauben, die nicht auf Hilfe von außen warten und sich kritisch mit den Eliten ihrer Gesellschaft auseinandersetzen. Ihr Buch schärft den Blick für die ungleichen afrikanischen Realitäten und stellt uns das junge kreative Afrika vor, das nach eigenen Wegen in die Globalisierung sucht. Ute Schaeffer, 43, ist Chefredakteurin der Deutschen Welle. Sie leitete bis 2011 die Programme für Afrika und Nahost des Deutschen Auslandrundfunks. Schwerpunkte ihrer journalistischen Berichterstattung sind unter anderem die europäische und deutsche Afrikapolitik sowie die politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung in Afrika.

Marc Engelhardt: Somalia: Piraten, Warlords, Islamisten
240 S., Pb., Brandes & Apsel 2012 24,90 EUR
Wie erleben Somalis, die meisten jünger als achtzehn Jahre, ihre Heimat? Warum ist Somalia – gegen alle Wahrscheinlichkeit – noch nicht zusammengebrochen? Und weshalb geben so viele Somalis nicht auf und kämpfen für ein besseres Somalia – nicht mit der Kalaschnikow, sondern mit ihren Händen und Ideen? Marc Engelhardt liefert ein facettenreiches Bild eines der spannendsten Länder Afrikas. Geboren 1971 in Köln lebt er seit 2011 als freier UN-Korrespondent in Genf. Nach dem Studium von Geographie, Meeresbiologie und Öffentlichem Recht volontierte er beim Norddeutschen Rundfunk und arbeite mehrere Jahre bei der ARD Tagesschau. 2004 bis 2010 berichtete er als Afrika-Korrespondent in Nairobi für diverse Zeitungen sowie den ARD Hörfunk.

Muepu Muamba (Hrsg.): Moyo! Der Morgen bricht an
Stimmen aus dem Kongo

260 S., Pb., Brandes & Apsel 2012 24,90 EUR
Der Kongo wird im Ausland meist als unregierbares Bürgerkriegsland wahrgenommen. Das Buch ist eine Einladung, den anderen, „unbekannten“ Kongo kennenzulernen und sich von der Vitalität und Kreativität kongolesischer Künstler und Denker inspirieren zu lassen. Über die vielschichtige Kultur, die sich in Kunst, Literatur, Musik und Film niederschlägt, über die kreative Szene, die sich in Kinshasa und in anderen kongolesischen Großstädten etabliert hat oder sich auch in der Diaspora zu Wort meldet, ist hierzulande recht wenig bekannt.

Afrika 2013
256 S., 17.Jahrgang, Brandes & Apsel 2012 (ab Ende August) 9,90 EUR
Ein informativer und praktischer Wegbegleiter für den täglichen Gebrauch. Eine Fülle von Daten, Texten und Bildern, Tipps und Informationen zu Afrika. Liebevoll ausgewählt und durchweg lesenswert.

Zeruya Shalev: Für den Rest des Lebens
500 S., Bloomsbury Berlin Verlag 2012 22,90 EUR
„Chemda Horovitz liegt in ihrem Bett und blickt mit schwindendem Bewusstsein
auf ihr Leben zurück. Sie denkt an ihre Kindheit im Kibbuz, an ihre Ehe und ihre
zwei Kinder, von denen sie eines zu sehr und das andere zu wenig liebte. Ihr geliebter Sohn Avner ist zu einem Mann herangewachsen, dessen Erfolg als Anwalt ihn nicht von seiner tiefen Verbitterung erlösen kann. Er verfällt einer geheimnisvollen Frau, die seine Liebe nicht erwidert. Chemdas Tochter schenkt alle Liebe und Aufmerksamkeit ihrer Tochter. Als diese
sich immer weiter von ihr entfernt, entsteht in ihr das mächtige Verlangen, ein Kind zu adoptieren und noch einmal von vorne zu beginnen. Doch der Widerstand ihrer Familie treibt sie in eine Sackgasse. Sie kann den Traum nicht überwinden, der das zu sprengen droht, was er eigentlich retten soll: ihre Familie. In Für den Rest des Lebens erzählt Zeruya Shalev von den elementaren Kräften zwischen Eltern und Kindern, von Wut, Enttäuschung und Sehnsucht, von Verletzungen und Liebe und davon, wie sich die Familienbande als stärker und beständiger erweisen als alles Sehnen und Streben, diese zu zerschneiden, und stärker als alle Kräfte, die uns trennen.“ Zeruya Shalev, 1959 in einem Kibbuz am See Genezareth geboren, lebt mit ihrer Familie in Jerusalem. Sie studierte Bibelwissenschaften.Mirjam Pressler, 1940 in Darmstadt geboren, ist eine der beliebtesten Kinder- und Jugendbuchautorinnen Deutschlands, sie arbeitet zudem als Übersetzerin aus dem Hebräischen und Niederländischen. In 2004 erhielt sie den Deutschen Bücherpreis für ihr Lebenswerk.

Zeruya Shalev: Für den Rest des Lebens
6 CD-Hörbuch, 6 Std. 26 Min., Random House Audio 19,99 EUR
Die 46-jährige Chemda Horowitz liegt auf ihrem Bett und denkt an ihre Kinder, ihre eigene Jugend im Kibbuz, die oft abwesende Mutter, ihre seelischen Verletzungen, und ihren Wunsch, alle eigenen Fehler an einem adoptierten Kind gut zu machen. Wir folgen ihren Erinnerungen besonders gern dank der Stimme von Maria Schrader, die uns mit sanftem Ton auf die Reise in die Geschichte Israels nimmt. Kam auf Platz 3 der „hr2 – Hörbuchbestenliste“.

Ivana Bodrozic: Hotel Nirgendwo
222 S., Zsolnay 2012 18,90 EUR
Einfühlsam, aber mit charmantem Witz brilliert die kroatische Schriftstellerin Ivana Bodrozic in ihrem Romandebüt. Ihre junge Ich-Erzählerin berichtet über das Leben in einem zum Flüchtlingslager umfunktionierten Hotel, über eine Jugend ohne einen Vater, der verschollen ist, und darüber, wie sie die Pubertät in diesem Chaos meistert – eine berührende Coming-of-Age-Geschichte.


Tamta Melaschwilis: Abzählen

120 S., Unionsverlag 2012 16,90 EUR
In diesem Roman geht es komprimiert und trostlos zu. Die 13jährigen Freundinnen Ninzo und Zknapi wollen im kriegsgebeutelten Georgien überleben. Dabei erfahren sie nicht nur Gewalt, sondern werden auch selbst zu Täterinnen.

Téa Obreht: Die Tigerfrau
416 S., Rowohlt 2012 19,95 EUR
Dieser Roman spielt mit magischen Elementen: Die Hauptfigur Natalia, von Beruf Ärztin, fügt die Erinnerungen an ihren verstorbenen Großvater zusammen. Die geheimnisvolle taubstumme Tigerfrau ist dabei nur ein Kuriosum von vielen. In den USA, wo die in Belgrad geborene 26jährige Autorin lebt, wurde das Buch bereits zum Bestseller.

Ai Weiwei: Macht euch keine Illusionen über mich – Der verbotene Blog
2 CD-Hörbuch, 1 Std. 52 Min., Hörbuch Hamburg 14,99 EUR
Die Hörbuchfassung des Buches kam auf Platz 2 der „hr2 – Hörbuchbestenliste“. Vier Jahre dokumentierte der Künstler Ai Weiwei seine Ansichten über China in einem Internetblog. 2009 schlossen die chinesischen Behörden den Blog, zwei Jahre später wurde Ai Weiwei für Monate inhaftiert. Die Auswahl der Blogeinträge aus den Jahren 2006 bis 2009, gelesen von Schriftstellern und Schauspielern, zeigen Ai Weiwei als eindrucksvollen, hoch politischen Küntler. Die Sprecher auf der CD sind Matthias Brandt, Jürgen Flimm, Margot Käßmann, Eva Mattes, Herta Müller, Ulrich Noethen, Andrea Sawatzki, Elisabeth Schwarz u.v.a.

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