Archive for Oktober 2011

Aktueller Blick ins Innere unseres Verlaglebens

Oktober 29, 2011

Bericht Worms Verlag                               Oktober 2011

Der Worms-Verlag ist von seinem Hauptanspruch ein „Regionalia“-Programm. Damit besetzt er als kleiner Verlag eine Nische, die ihm große Verlage von vorneherein auch gar nicht streitig machen. Diese Nische enthält natürlich großes Potential, das noch nicht komplett ausgenutzt ist, aber stetig wächst.

Der Verlag handelt nicht gewinnorientiert, was er als städtische Einrichtung auch gar nicht sein kann. Deswegen finden sich im Programm nicht unbedingt gut verkäufliche Bestseller, welche in der Titelplanung auch gar nicht nach diesem Kriterium ausgewählt werden. Der Verlag steht nicht in Konkurrenz zur übrigen Verlagswelt. Ganz im Gegenteil werden Titel produziert, die aus städtischer Sicht notwendig sind, die aber kein wirtschaftlich orientierter  Verlag produzieren würde. Falls doch nur über sehr hohe Zuschüsse von Seiten der Stadt, so dass der Schritt zu einem Verlag in eigener Zuständigkeit insgesamt finanziell günstiger ausfällt als diese Zuschüsse zahlen zu müssen und bei jedem Einzeltitel darüber lange Verhandlungen führen zu müssen.

Dass auf lange Sicht solche Titel dennoch gefragt sind und kontinuierlich Bestellungen verpackt und an den Buchhandel wie im geringerem Maß auch an Einzelkunden verkauft werden unterstreicht die positive Fortentwicklung des Verlages.

Der Worms Verlag pflegt eine umfangreiche Backlist. Bis auf wenige vergriffene Titel sind alle Veröffentlichungen lieferbar gehalten und werden bei Bedarf nachgedruckt. Bislang fanden noch keine Ladenpreisaufhebungen statt, es wurden somit keine Bücher in den Ramsch gegeben. Gerade diese umfangreiche Backlist macht das Verlagsprogramm für den Handel attraktiv und sorgt für Umsätze, denn im Gegensatz zu den Anfangsjahren des Verlages – wo Neuproduktionen sich nur bei Erscheinen gut verkauften und dann ohne weitere Nachfragen im Lager stapelten – ist mittlerweile der Verkauf der Backlist in kontinuierlich stetigen Zahlen gleichbleibend. Im Schnitt bewegt sich der Backlistverkauf in Vorjahreszahlen. Allerdings erhöht sich die Nachfrage nach älteren Nibelungen-Symposienbänden und auch einer der ersten Verlagstitel „Siegfried – Schmied und Drachentöter“ erfuhr eine Abverkaufsteigerung. Das starke umfangreiche Backlistprogramm ist inzwischen das Rückgrat unseres Verlages. Auch in vergleichbaren Verlagen dauert es mitunter zwei bis drei Jahre bis ein Titel nach seiner Veröffentlichung seinen Weg in den Markt gefunden hat, dann aber plötzlich hohe Auflagen erreichen kann. Jeder unabhängige kleine Verlag – der nicht auf Bestseller aufgestellt ist – arbeitet ganz bewusst mit der Backlist und setzt so auf dauerhafte Qualität. Der Worms-Verlag wandelt sich von einem Kleinverlag zu einem mittleren Verlag, was dieser immer umfangreicheren Backlist zu verdanken ist. Dieses breite Angebot bildet den Kronschatz des Verlages.

Zudem hat es sich bewährt die Verkaufspreise leicht anzuheben und da die Erfahrung gezeigt hat, dass auch höherpreisige Titel den Abverkauf nicht mindern wird diese Praxis fortgeführt. Dadurch können künftig die Kosten aufgrund höheren Einnahmen gemindert werden.

Der Verlag ist mittlerweile eine Institution, die innerhalb der Ämter und Verwaltungen der Stadt Worms, nicht mehr wegzudenken ist. Dadurch kommt es zu immer mehr Kooperationen bei Titelproduktionen. Beispielsweise veröffentlicht inzwischen das Stadtarchiv viele seiner Bücher nicht mehr in Eigenproduktion, sondern nutzt den Worms-Verlag als Vertrieb, auch mit der Stadtentwicklung oder den Hafenbetrieben wurde in solcher Form kooperiert. Der Worms Verlag kann also in Zukunft immer mehr auch mit  fremdfinanzierten Produkten rechnen, die den Etat nicht belasten und das Gesamtverlagsprogramm erweitern. Für die Kooperationspartner wiederum ist ein verlässlicher Vertrieb gewährleistet. Für diesen Vertrieb erhält der Verlag von seinen Partnern  Abverkaufsbeteiligung, die erst nach Verkauf fällig wird. Der Anteil, der dem Verlag zugute kommt, ist mittlerweile auch höher als in der Anfangszeit solcher Kooperationen.

Zunehmend nutzen auch andere den Verlag um auf eigene Kosten Titel zu produzieren, weil ein Vertriebssystem besteht, das selber nicht zu stemmen wäre und der Worms-Verlag immer bekannter wird und einen guten Ruf inzwischen genießt. Die Gewinne für den Verlag sind in diesen Fällen dieselbe Abverkaufsbeteiligung wie in den vorgenannten innerstädtischen Fällen (Stadtarchiv, Ämter, Hafenbetriebe, Nibelungenfestspiele). Beispiele: „Die Nibelungen – eine originale Geschichte“, „Der Nibelungensteig – Wanderweg durch den Odenwald“, „Paul Wans – Kunstbuch“. Als Nibelungenbuch-Verlag ist der Verlag überregional inzwischen „der“ anerkannte Fachverlag. Das Logo und der Verlagsname machen dabei zudem eine nicht zu vergessende Werbung für die Stadt Worms, gerade am Beispiel des genannten „Nibelungensteig“-Titels kann aufgezeigt werden wie interessant eine Veröffentlichung im Worms-Verlag für manche Partner wichtig sein kann. „Der Nibelungensteig“-Bildband wurde zweimal der Presse präsentiert – in Worms und im Odenwald und in beiden Fällen wurde auf politischer Ebene betont, dass dies ein Ergebnis des Kooperationsvertrages der Stadt Worms mit dem Nibelungenland sein. Das Presseecho auf dieses Buch war enorm – auf vielen Internetseiten und vor allem in der Presse des Odenwalds wurde in langen Artikeln darüber berichtet. Deswegen ist ungeachtet, dass der Verlag daran nur verdienen kann und keine Kosten hatte, die Nachhaltigkeit als Werbung für die Stadt hervorzuheben. „Bewusst wurde der Worms Verlag für die Herausgabe gewählt: bei der offiziellen Bildband-Vorstellung durch Berthold Röth vertreten. Zum einen sollte einem regionalen Buchverlag der Vorzug gegeben werden, zum anderen hängt die Stadt Worms eng mit den Nibelungen zusammen. Allein im Logo des Verlags, der einen Drachen zeigt, wird die Verbindung zum Nibelungen-Thema hergestellt“ (Presse Odenwald). Auch viele Bürgermeister aus dem Odenwald und Kommunalpolitiker waren bei der Vorstellung anwesend. Bei Präsentationen halten Gemeinde- und Landratspolitiker Reden und betonen die Wichtigkeit für sie in einem Verlag der Stadt Worms publiziert zu haben. Die Zusammenarbeit mit dem „Nibelungenland“ wird sich in Zukunft noch ausweiten, weitere Titel herauszugeben ist bereits anvisiert.

Auch gibt es genügend Titel, die zwar vom Verlag selbst finanziert und produziert sind, für die es aber ebenso Zuschüsse für die Herausgabe von außerhalb gibt. Beispiele dafür sind Bücher wie „Stolpersteine“ (die Verlegung der Steine an jüdische Opfer der NS-Zeit), „Rheinhessische Gemeinden im Nationalsozialismus“ – wo dann Organisationen wie Warmaisa, die Landeszentrale für politische Bildung oder auch die Gedenkstätte Osthofen Zuschüsse zahlen. Jüngstes Beispiel für dieses Segment ist der Titel „Ausländische Zwangsarbeiter in Osthofen“, finanziert und herausgegeben von der Stadt Osthofen.

Der Abverkauf des für Worms wichtigen „Heimatjahrbuches der Stadt Worms“ hatte sich auf eine bestimmte Abnehmerzahl eingependelt, die sich nicht wesentlich änderte. Mit dem Jahrbuch 2011 gingen die Verkaufszahlen hoch, aber die Umsätze blieben gleich, weil inzwischen weniger Endkundenverkauf stattfindet. Interessenten kaufen vermehrt über Wiederverkaufsstellen.

Umsatzentwicklungen

In den letzten Jahren waren Quartalsumsätze im Verlag sehr wechselhaft verlaufen.            Die gesamte Buchbranche hat seit einigen Jahren erheblichen Umsatzrückgang, was im Vergleich zum Worms-Verlag bislang noch nie in deren Höhe war. Zwar verzeichnete auch der Worms-Verlag 2008 – 2010 Umsatzrückgänge, diese begründeten sich allerdings in Projekten wie z.B. dem „Rhein-Neckar-Führer“ der Metropolregion, der – da ausverkauft – im Folgejahr dann nicht mehr einen hohen Ausnahmeertrag bringen konnte. Solch scheinbare Rückgänge waren gewissermaßen keine eigentlichen Rückgänge.

Inzwischen läuft der Worms-Verlag sehr deutlich gegen den allgemeinen rückläufigen Trend der Umsatz- und Absatzentwicklung des Buchhandels. Seit dem 4.Quartal 2010 liegt der Verlag in Folge mit Umsatzplus komplett gegen den Trend. Im ersten halben Jahr 2011 hat der Worms-Verlag entgegen den Rückgängen der Branche sogar satte 60 % Umsatz zugelegt In der Buchhandelswelt haben nur die größten Verlage auch die großen Erfolge, davon ist der Worms-Verlag weit entfernt, aber die steigenden Umsätze zeigen, dass das Potential noch nicht ausgeschöpft ist und die Werbe- und Vertriebsmaßnahmen erfolgreich verlaufen.

Seit Sommer 2010 sind wir einer Verlagsauslieferung angeschlossen, was sich auch in zusätzlichen Abverkäufen niederschlägt.

Allein durch Produzieren verkauft sich noch nichts, es muss auch Werbung gemacht werden. Für 2012 ist vorgesehen den Werbeetat zu erhöhen, da dass eine Notwendigkeit darstellt. Das wäre aber immer noch im unteren Bereich der Werbeausgaben vergleichbarer Verlage.

Seit Herbst 2010 erstellen wir halbjährlich ein kleines Verlagsverzeichnis. Verlagsvorschauen  wie bei anderen Verlagen können wir nicht erstellen. Titel bei uns erscheinen – aufgrund Anfragen von fremdfinanzierten Kooperationen – mitunter ohne eingeplant zu sein oder verzögern sich. Seit Herbst 2011 kennzeichnen wir in unseren Verzeichnissen allerdings die Neuheiten. Der kleine Werbeetat erlaubt nur Werbeausgaben auf niedriger Ebene, allerdings werden seit 2010 auch gezielt wenige Anzeigen in Branchenfachzeitungen geschaltet und 2011 beteiligte sich der Verlag erstmals an einem Gemeinschaftsstand mit seinem Verlagsprogramm auf der Frankfurter Buchmesse.

Der Verlag ist im Internet www.worms-verlag.de vertreten sowie im Web 2.0 auf den Social Media Seiten (Facebook, Twitter und Blogg).

Der Verlag beschäftigt keine Vertreter, die Buchhandlungen bereisen und den direkten Kontakt zum Sortiment pflegen. Eigene Vertreterreisen, die früher durchgeführt wurden, können zeitlich und personell nicht mehr geleistet werden.

Ein Verlag braucht gute branchenübliche Vertriebserfahrungen. Der Vertrieb ist nun mal im Verlag das A und O. Dadurch ist die Personalstelle durch einen erfahrenen Verlags- und Sortimentsbuchhändler ideal besetzt.

Rezensionen Heimatjahrbuch 2012

Oktober 29, 2011

Am 21.11. erscheint das neue Heimatjahrbuch der Stadt Worms im Worms Verlag. Schon jetzt sind vorab die Buchvorstellungen im Netz zu lesen. Alle Titel sind bestellbar unter berthold.roeth@kvg-worms.de

Worms und Region

Günter Lindner: Schritt für Schritt mit einem Fußgänger auf Tour                    182 S. Li-Verlag 2011, ISBN 978-3-00-034567-8                              19,80 EUR            Als Fußgänger lässt uns Günter Lindner, der von der Stadt Mainz die Gutenberg-Büste (die höchste Auszeichnung für kulturelle Verdienste) erhalten hat und die monatlichen Jour Fixe des Gutenbergmuseums initiierte, unsere Heimat Rheinhessen und Rheingau auf ganz ungewöhnliche abenteuerliche Art erleben. Die hier vorgestellten Touren sind keine gewöhnlichen Wanderwegbeschreibungen, sondern leben vom individuell Erlebten und den Begegnungen mit Menschen auf der Strecke. Sechs Wanderungen sind dargestellt und überaus reich bebildert. Einer der Touren führt von Bodenheim auch nach Worms. Günter Lindner wird 2012 im Nibelungenmuseum mit einem Lichtbildervortrag sein Buch vorstellen.

Volker Gallè: Kunstreiseführer Rheinhessen – Kunst und Geschichte im Hügelland zwischen Worms und Bingen, Alzey und Mainz                                                                     455 S., Leinpfad 2010, ISBN 978-3-942291-03-3                                  24,00 EUR      Der einzigartige Kunstreiseführer ist nunmehr mit seiner 4.Auflage in den regionalen Leinpfad-Verlag übergegangen. Beginnend mit Worms führt Gallè durch Rheinhessen, seine Sehenswürdigkeiten, Persönlichkeiten, seine Sagen und Geschichte. Unverzichtbar für touristisches Reisen, aber auch eine umfangreiche Möglichkeit die Heimat neu zu erschließen.

Heinz Stade / Thomas A. Seidel: Unterwegs zu Luther                                         268 S., geb., Wartburg 2011, ISBN 978-3-86160-196-8                      14,90 EUR             Worms und andere Städte rüsten sich für das Reformationsjubiläum 2017. Für nächstes Jahr plant der Worms Verlag eine überarbeitete Neuauflage der Lutherbroschüre für den Tourismus in Worms. Im Wartburg Verlag ist bereits in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit der Internationalen Martin Luther Stiftung ein Reiseführer zu 50 Lutherstädten erschienen. Der Europäische Tourismusverband unterstützt die Luthertour unter dem Namen „Stätten der Reformation e.V.“ mit großem Engagement.

Sabine Kübler / Irmelin Dörnfeld u.a.: Stachelige Schönheiten                                Rosengärten in Frankfurt Rhein Main                                                                   146 S., Societäts Verlag 2011, ISBN 978-3-7973-1260-0                        14,80 EUR Herausgegeben von der Kulturregion RheinMain GmbH werden zwölf unterschiedliche Rosengärten portraitiert. Das Spektrum reicht von der wissenschaftlichen Rosensammlung im Botanischen Garten Mainz über adelige Gründungen wie im Schlosspark Kronau und auf der Rosenhöhe in Darmstadt, von Rosengärten in der Kuranlage in Bad Nauheim bis zur Sammlung alter Rosen am Rosenhang in Karben. Die Wormser Germanistin Ellen Bender fügt in einem Beitrag auch einen mythischen Rosengarten aus der Sagenwelt bei: Kriemhilds sagenhafter Rosengarten in Worms nach dem Rosengartenlied von 1250.

Nibelungen

Das „Nibelungenlied“ und „Das Buch des Dede Korkut“                                         Imagines Medii Aevie – Interdisziplinäre Beiträge zur Mittelalterforschung         192 S., Reichert Verlag 2011; ISBN 978-3-89500-811-5              59,00 EUR               In Aserbaidschan fand 2009 ein interkulturelles Symposium des Vergleiches des Nibelungenliedes zur ältesten prä-osmanischen Heldendichtung Dete Korkut statt, die sich in der Staatsbibliothek Dresden befindet. Die nun veröffentlichten Beiträge stellen ein Novum für deutsche Forschungen zum Nibelungenlied dar. Behandelt wird neben dem Dede Korkut das römische Erbe im Nibelungenlied, das Nibelungenlied und die Zukunft der Germanistik im globalen Wettbewerb der Kulturen, die Strophik und Melodie des Nibelungenliedes, seine syntaktischen Strukturen, die narrativen Techniken und szenische Gestaltung, sprachliche Besonderheiten und natürlich die Parallelen beider Sagas.

Kai Ehlers / Mario Bauch / Christoph Sträßner: Attil und Krimkilde                    Das tschuwaschische Epos zum Sagenkreis der Nibelungen                                 274 S., geb., Rhombos Verlag 2011, ISBN 978-3-941216-50-1            42,00 EUR          Attil und Krimkilte ist die Geschichte der tragischen, am Ende tödlichen Begegnung mit dem Hunnenzar Attila und seiner schönen Gefangenen Krimkilte, beide bei uns besser bekannt als König Etzel und die Burgunderkönigin Kriemhild. Ihre Geschichte wird hier erstmals aus östlicher, aus hunnischer Sicht erzählt. Der Russlandforscher Kai Ehlers entdeckte das Epos 1992 in den Truhen des tschuwaschischen Nationaldichters Mischi Juchma, wo es die Zeiten der stalinistischen Repression überstanden hatte. Das Epos wurde Jahrhunderte lang im tschuwaschischen Volk von Mund zu Mund weitergegeben und eröffnet uns einen unbekannten Einblick zum Sagenkreis der Nibelungen. Die Kulturen von Asien und Europa verbinden sich in miteinander verwobenen Mythen-, Helden- und Sagenwelt in einer gemeinsamen eurasischen Geschichte.

Tobias Janz (Hrsg.): Wagners Siegfried und die (post-)heroische Moderne       378 S., Königshausen & Neumann 2011 , ISBN 978-3-8260-4234-8     49,80 EUR    Thema eines Hamburger Symposiums war die Figur des Siegfried bei Richard Wagner. Eigentlich hätte Siegfried Parsifal werden sollen, aber der Held des Nibelungenliedes eignete sich in einer Zeit in der auch Friedrich Nietzsche seine Gedanken verfasste als bessere Figur für eine aufkommende Moderne. Alle Beiträge zu benennen wäre zu umfangreich, behandelt werden Heldenfiguren und die Charakteristik bei den Aufführungen Wagners. Für die Nibelungenforschung interessant sind Wagners Vorstellungen von den Nibelungen, die Einblicke in das Mittelalter-Gedächtnis des 19.Jahrhunderts erlauben.

Gunter E. Grimm (Hg.): Nibelungen-Gedichte. Ein Lesebuch                               350 S., geb., Tectum 2011, ISBN 978-3-8288-2365-5                                 34,90 EUR     Prof. Dr. Gunter E. Grimm ist Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Duisburg-Essen und zudem ein Fachmann der Nibelungen-Rezeption. Das vorliegende Lesebuch versammelt Gedichte, die in irgendeiner Weise vom Nibelungenstoff handeln. Die Reihe der Autoren beginnt kurz nach der Wiederentdeckung des Nibelungenliedes durch Jacob Hermann Obereit 1755 mit Johann Heinrich Füssli und endet mit Franz Fühmann. Den Gedichten vorangestellt sind ausführliche Portraits der jeweiligen Autoren. Dr. Grimm hat mit dieser außergewöhnlichen Herausgabe eine wirkliche Lücke geschlossen, da es eine solche Sammlung bislang nicht gab. Auf Einladung der Nibelungenlied-Gesellschaft stellte er sein Buch während den Vorträgen zu den Nibelungenfestspielen 2011 im Nibelungenmuseum vor.

Georg Dattenböck:                                                                                           Heinrich von Hag/Ofterdingen – Verfasser des Nibelungenliedes                            364 S., Verlag Traugott Bautz 2011, ISBN 978-3-88309-640-7                   35,00 EUR  Ausgehend von der Auseinandersetzung mit der Tidrek-Saga und den Arbeiten von Ulrike Ritter, die in Mehring auf eine unbekannte alte Handschrift des Nibelungenliedes gestoßen war, versucht Dattenböck einmal mehr den Dichter ausfindig zu machen. Er vertritt dabei keinen dogmatischen Alleinvertretungsanspruch auf Wahrheit, sondern sieht seine akribische Dokumentation als Gedankenanstöße für die Forschung. Ein überaus umfangreiches Werk zur historischen Geschichte. Worms betreffend vermutet er, dass wenn sich die Urschrift des Liedes in der Bibliothek des Domes befunden hätte, sie mit dem großen Stadtbrand von 1689 verloren gegangen ist.                                                                                 

Bernd Frenz: Das  Blut der Nibelungen                                                                      306 S., Panini 2011, ISBN 978-3-8332-2255-9                                      12,95 EUR                   Fantasyautor Bernd Frenz erzählt die Nibelungensage aus einem völlig neuen Blickwinkel, in dem er die Draugur, die lebenden Toten aus der nordischen Mythologie in den Handlungsverlauf der Geschichte einbezieht. Im Roman wird der Niedergang der Burgunder in ungewohnter Form dargestellt. Es beginnt mit der Erschlagung des Drachen Fafnir durch Siegfried und die Burgunder wissen dass nun dunkle Zeiten anbrechen werden, denn die Legende besagt, dass jeder, der im Drachenblut badet, zum unbesiegbaren Gegner wird. Im Roman sind alle bekannten Charaktere der Nibelungensage enthalten. Siegfried ist auch hier der Held, der sich an der Seite der Burgunder als „Draugar-Schlächter“ den schrecklichen Horden entgegenstellt. Bernd Frenz liest 2012 im Nibelungenmuseum aus seinem Roman.

Bernd Schumacher: Das Nibelungenkomplott                                                          210 S., KBV 2011, ISBN 978-3-942446-02-0                                             9,50 EUR          Bernd Schumacher ist Lehrer, Schriftsteller und Rockmusiker und las mit unterhaltsamen Liedermachereinschüben zum zehnjährigen Nibelungenmuseumsjubiläum aus seinem jüngsten Kriminalroman. Darin verwebt er auf mehreren Zeitebenen die Geschichte des Nibelungenliedes und der Tidreksage (aufgrund der manche Forscher den Ort der  Geschehnisse in der Eifel vermuten) mit einer aktuellen Kriminalgeschichte, die an Stoffe wie den „Da Vinici-Code“ von Dan Brown erinnern.

Judith Merchant: Nibelungen Mord                                                                               386 S., knaur 2011, ISBN 978-3-426-50863-3                                             9,99 EUR     In einer sagenumwobenen Höhle des Siebengebirges, wo Siegfried einst den Drachen tötete, wird eine Frauenleiche gefunden. Inspirationsquelle für dieses komplizierte Verbrechen war das Nibelungenlied. Die Autorin, Germanistin und Dozentin für Literatur, lebt in Königswinter, wo die Nibelungengeschichte mit dem Schloss Drachenburg touristisch vermarktet wird. Auch die Eindrücke von der Nibelungen-Ausstellung der Universität Bonn haben sich vermengt und daraus entstand der Roman.

Wiechmann / Mendez: Dietrich von Bern                                                           Cross-Cult 2011                                                                                        je 22,00 EUR Das herausragende Comic-Meisterwerk von Peter Wiechmann und Rafael Mendez liegt mittlerweile als dreibändige gebundene Gesamtausgabe vor. Der frühmittelalterlichen Tidrek-Saga wird hier mit kraftvoller Auslegung und unverwechselbaren Zeichenstil Gesicht und Gestalt gegeben. Mit epischer Wucht entführen die Bände in die geheimnisvolle Welt der überlieferten Heldenlieder. Zuletzt erschienen sind Bd. 2 „Verrat“ (ISBN 978-3-941248-98-4) und Bd. 3 „Rache“ (ISBN 978-3-941248-99-1)

Francois Craenhals: Roland, Ritter Ungestüm                                                            Cross-Cult 2011                                                                                        je 29,80 EUR Nach über 30 Jahren ist die beliebte an Prinz Eisenherz erinnernde belgische Comic-Jugendserie mit neun Geschichten in einer opulenten dreibändigen Gesamtausgabe wieder erhältlich. Der Knappe Roland erlebt am Hofe des legendären König Artus fantastische Abenteuer, die ihn in alle Gebiete der damals bekannten Welt führen. Im Grunde versucht er dabei seinen Platz im Leben zu finden und der ehrbare und gerechte Mann zu werden, der er immer sein wollte. Aber auch das Herz von König Artus Tochter Gwendoline ist zu gewinnen. In einer der beliebtesten Ritterserie der 70er und 80er Jahre gibt es auch einen Charakter aus Worms. Der germanische Adelsmann Siegbert von Worms wird wegen seiner außergewöhnlichen Statur auch einfach der „Hüne von Worms“ genannt.

Foster & Murphy: Prinz Eisenherz                                                                              Bocola 2011                                                                                               24,90 EUR       Der Bocola-Verlag veröffentlicht seit einigen Jahren die Prinz Eisenherz-Comics von Hal Foster in einer digital überarbeiteten und den Originalfarben entsprechenden Edelausgabe. Da Foster 34 Jahre lang Woche für Woche das Epos gezeichnet hat und erst mit 78 Jahren die Weiterführung an John Cullen Murphy übergab hat sich der Verlag entschlossen die einzelnen Bände parallel herauszugeben. Mit Murphy hatte Foster einen würdigen Nachfolger gefunden. Aktuell liegt nun der dritte Band mit dem von Murphy gezeichneten Jahrgang 1975/1976 vor. (ISBN 978-3-939625-24-7)

Martin Clauss: Die Salier                                                                                          CD, 78 Min., Auditorium Maximum 2011, ISBN 978-3-654-60199-1            12,90 EUR  Wer waren die Salier und was ist von ihnen geblieben? Martin Clauss bietet einen leicht verständlichen Überblick über die Zeit der Salier und ihre historische Bedeutung: vom sprichwörtlich gewordenen Gang nach Canossa bis zum Investiturstreit, der Trennung von Kirche und Staat (Wormser Konkordat 1122) bis zu den Anfängen einer deutschen Geschichte. Fundiert und kompakt. Hörbücher gibt es immer auch als gedrucktes Buch. In diesem Fall bei Primus Verlag für 14,95 EUR (ISBN 978-3-89678-844-3)

Jörg Koch: Joseph Süß Oppenheimer, genannt „Jud Süß“                                Seine Geschichte in Literatur, Film und Theater                                                           154 S., WGB 2011, ISBN 978-3-534-24652-6                                              14,90 EUR Kurz vor den Nibelungenfestspielen 2011 zu „Jud Süß“ erschien diese Dokumentation des Frankenthaler Germanisten Dr. Koch, die ein differenziertes Bild des bekannten Stoffes bietet. Sie macht mit den historischen Fakten bekannt und behandelt die wichtigsten künstlerischen Bearbeitungen. Im Zentrum stehen dabei die Novelle von Wilhelm Hauff, der Roman von Lion Feuchtwanger und die Filme von Veit Harlan und Oskar Roehler. Die Novelle von Hauff ist vollständig im Buch enthalten. Das Schlusskapitel von Joern Hinkel, dem Regieassistenten von Dieter Wedel, widmet sich der Inszenierung bei den Nibelungenfestspielen 2011 in Worms.

Harald Reinl – Der Regisseur, der Winnetou, Edgar Wallace und die Nibelungen ins Kino brachte. Eine Bio- und Filmografie                                                             194 S., geb., Reinhard Weber 2011, ISBN 978-3-9809390-9-6                26,00 EUR  Eine wunderbare Biografie des großen deutschen Kinoregisseurs, dem sich die komplette Filmografie seiner Werke von 1948 bis 1986 anschließt. Begonnen als Heimatfilmer wurde er vor allem bekannt durch Krimis wie Dr. Mabuse und die Edgar Wallace-Reihe, Winnetou wie auch „Die Nibelungen“. Durchgehend viele schwarz-weiß Fotos. Die Filmografie beschränkt sich aber nicht auf eine reine Auflistung. Zu jedem Film gibt es Hintergrundinformationen, Geschichten von den Schauspielern und den Dreharbeiten. Die Nibelungenfilme werden z.B. auf zehn Seiten abgehandelt.

Wormser Autoren

Monika von Krogh: Eifelwind                                                                                    194 S., Rhein-Mosel-Verlag 2011, ISBN 978-3-89801-051-1                         9,90 EUR             Die in der Wormser Innenstadt lebende Autorin hat bereits mehrere Bücher verfasst. Ihr neuester Roman handelt von einer Familientragödie eines siebten Kindes das ganz anders ist und auch anders sieht als die Leute im Dorf. Sein Leben verläuft auch ganz anders als das anderer Menschen. Geboren 1921 erlebt er das Aufkommen des Nationalsozialismus und das was mit dem Angriff auf Polen Geschichte schreibt. Der literarisch anspruchsvolle spannende Roman reicht bis in die Nachkriegszeit.

Klaus Fischer: Der Nibelungen Not , 1933 – 1945                                                      520 S., Battert-Verlag ,ISBN 978-3-87989-413-0                                         19,80 EUR  Die Mutter des Autors reiste 1929 nach Worms um hier die Fastnacht kennenzulernen und verliebte sich in einen Realschullehrer. Ein Jahr später kam Klaus Fischer in der Alzeyer Str. zur Welt. In dieser großen Biografie erzählt er aus dem Blickwinkel seiner Jugend in  spannender Weise wie die Wormser Nachfahren der Nibelungen die Zeit des Dritten Reiches erlebten und überlebten. Immer wieder greift er dabei auf die Nibelungendichtung des Mittelalters bis zu Wagners „Götterdämmerung“ zurück und stellt sie in Verbindung zur Erziehung der deutschen Jugend für den Heldentod des „geliebten Führers Adolf Hitler“.

Zöhre Kurun: Ein Viertel des Lebens                                                                         146 S., Edition Araki 2011, ISBN 978-3-941848-08-5                             9,90 EUR  Zöhre Kurun ist eine Frau, die jeder in Worms zu kennen scheint aufgrund ihrer herzlichen Art mit der sie an ihrer früheren Arbeitsstelle am Info-Schalter im Media-Markt jeden, der hereinkam, begrüßte. Anfang des Jahres ist ihre autobiografische Geschichte erschienen. Nach einer unbeschwerten Kindheit in Anatolien wurde sie zur Familie in Deutschland geholt. Innerhalb der traditionellen Zwänge beginnt mit der ersten Monatsblutung ihre Entmündigung. Es schließt sich die Zwangsheirat an, aus der sie sich nach langem  Martyrium befreit. Zöhre Kurun hat mit den mittelalterlichen Strukturen ihrer Herkunft gebrochen, sie fühlt sich als Deutsche und lebt mittlerweile nach unseren westlichen Werten. Mehrfach und jedesmal gut besucht las sie aus ihrem Buch in Worms, tritt für die Rechte der Frauen ein und ist ein Vorbild für türkische Frauen geworden sich ebenfalls aus der Willkür solcher traditionellen Strukturen zu befreien.

Steven O. Guth: Message Stone – Die Queste                                                           258 S., Edition Araki 2011    , ISBN 978-3-941848-11-5                              14,80 EUR                                                                                         Der frühere Wormser Buchhändler und Heimatjahrbuchautor Georg Dehn veröffentlicht in seinem Verlag in Leipzig den dreibändigen Mystery-Roman von Steven Guth aus Australien. In dieser Trilogie, die auf wahren Erlebnissen des Autors beruht, treten die Gestalten unter den Namen in ihrem realen Leben auf, was besonders denjenigen die sie kennen ein Vergnügen bereitet. Steven Guth, jüdischer Abstammung und in die magische Welt der australischen Traumzeit eingeweiht, reist im zweiten Band der Geschichte um den „Message Stone“, ein heiliger Stein der Zeit und Raum öffnet, nach Deutschland auf den Spuren des Holocaust und Nationalsozialismus. In Form eines Romans analysiert Guth dabei auch den politischen Kult des Nationalsozialismus als magisches Phänomen. Die spannende Handlung, weit besser noch als die einführende Geschichte  im ersten Band, führt durch Deutschland auf den Spuren einer machtbesessenen Elite, die ihrem Größenwahn ein ganzes Volk opferte. Beeindruckend dabei die emotionalen Schilderungen der Eindrücke an Orten wie Ausschwitz, den Externsteinen, der Wewelsburg oder Hitlers Hauptquartier. Der Roman ist bebildert mit Schwarz-Weiß-Fotos, die auch einige seltene Fotografien des Stadtarchives Worms aus der NS-Zeit enthalten.

Susanne Bonn: Der Jahrmarkt zu Jakobi                                                                   336 S., Gmeiner 2008, ISBN 978-3-89977-766-6                                         12,90 EUR Susanne Bonn: Die Schule der Spielleute                                                                    334 S., Gmeiner 2010, ISBN 978-3-8392-1073-4                                         12,90 EUR Die Romane von Susanne Bonn sind mittelalterliche Krimis, die in Worms spielen. Die ermittelnde Hauptfigur ist die Spielfrau Alheit, die im ersten Roman im Jahre 1338 einen Mord an einem Gaukler in Lindenfels aufklärt. Ihr zweiter Roman handelt ein Jahr später 1339 wiederum in Worms, wo sich Fahrende aus allen Teilen Europas zusammenfinden um Wissen und Erfahrungen auszutauschen. Natürlich kommt es auch hier bald zur tödlichen Tragödie. Das mittelalterliche Worms macht sich gut als Schauplatz der historischen Kriminalromane. Susanne Bonn lebt im Odenwald und hat für ihre Romane im Stadtarchiv Worms genauestens historisch recherchiert. Die Spielmannsschule hat es tatsächlich gegeben.

Mechthild Zimmermann / Regina Schleheck: Mordsmütter                                    320 S., ViaTerra Verlag 2011, ISBN 978-3-941970-06-9                             14,95 EUR    Eine Anthologie mit Frauenkrimikurzgeschichten von 29 Autorinnen und Autoren, zu der auch die in Osthofen lebende Antje Fries den Beitrag „Unterer Totpunkt“ beigesteuert hat. Spannend und unterhaltsam zu lesende Geschichten von den bekannten Krimiautorinnen Sabine Deitmar und Ingrid Noll bis hin zu unbekannteren Schriftstellerinnen.

Hartmut Keil / Hans-Peter Ranz: Kumm, geh fort!                                                    80 Anekdoten und Schwänke aus Worms                                                                   120 S., Iatros 2011, ISBN 978-3-86963-030-4                                             13,90 EUR  Der bekannte Wormser Mundart-Schreiber Hartmut Keil veröffentlicht zusammen mit Hans-Peter Renz Anekdoten und Schwänke mit Worms-Lokal-Bezug über Wormser Persönlichkeiten, die nicht in Vergessenheit geraten sollten. Das Buch ist – von Beispielsätzen abgesehen – nicht in Mundart verfasst und bereitet beim Lesen jede Menge Spass.

Volker Gallè: Flügelschlag des Raben                                                                       94 S., Geest-Verlag 2010, ISBN 978-3-86685-274-7                                   11,00 EUR       Worms-Verlagsleiter und Kulturkoordinator der Stadt Volker Gallè ist auch als Mundartliedermacher viel unterwegs. Weniger bekannt sind seine Gedichte, die hier in einer Auswahl vorgestellt sind. Es sind keine eingängigen Werke, sie bedürfen des Innehaltens und emotionalen Einlassens. Gallè führt den Leser in eine reichhaltige Gedankenwelt, im Nachwort erläutert er seine Ansicht zu Poesie. Belehrend wird er in seinen Gedichten nie, wie zwei Beispielszeilen aufzeigen: „doch scheue ich den priester- und den herrenton. die freiheit will ich: frei sei jedermann!“

John von Düffel: Goethe ruft an                                                                              324 S., Dumont 2011, ISBN 978-3-8321-9649-3                                          19,99 EUR  Der Dramaturg am Deutschen Theater Berlin und Professor für Szenisches Schreiben an der Berliner Universität der Künste ist in Worms vor allem durch seine Mitarbeit bei den Nibelungenfestspielen bekannt. Dort schrieb er u.a. „Das Leben des Siegfried“, die Verwechslungskomödie und neue freie Version des Stoffes. In der Literatur ist der Nicolas-Born-Preisträger vor allem aufgrund seiner Romane „Houweland“ und „Hotel Angst“ bekannt geworden. Sein neuer Roman ist nunmehr auch eine Komödie. Natürlich ruft nicht Goethe an, sondern ein Charakter der in der Literaturwelt das Format eines Goethe hat. Der Roman  ist eine rasante und charmante Jagd nach dem Geheimnis des Erfolgs.

Max Otte: Stoppt das Euro-Desaster                                                                               50 S., Ullstein 2011, ISBN 978-3-550-08896-4                                               3,99 EUR     Der Professor für BWL an der FH Worms sah schon 2006 die globale Finanzkrise voraus und sein Buch „Der Crash kommt“ stand monatelang auf der Bestsellerliste. In dieser kleinen Streitschrift stellt er die von Hochfinanz und Politik verlogenen Diskussionen um Griechenland und den Euro vor und fordert klare Finanzregeln, die Staatsinsolvenzen zulassen und auch den Austritt aus der Euro-Zone ermöglichen. Vor allem fordert er die Beteiligung der Hochfinanz an der Behebung der von ihr selbst hervorgebrachten Krisen anstatt auf Bürgerkosten zu spekulieren und unser Geld und Land zu ruinieren.

Interkulturelle Buchneuheiten Liste 18

Oktober 19, 2011

Bücherangebot Interkultur Liste 18

 

Alle angeführten Titel können Sie bestellen über
Worms Verlag, Abt. Onlineshop, Kultur- und Veranstaltungs GmbH

Von Steuben Str. 5, 67549 Worms, Tel. 06241-2000-314

e-mail: berthold.roeth@kvg-worms.de

 

Le Monde diplomatique:

Atlas der Globalisierung: Das 20.Jahrhundert. Der Geschichtsatlas

Pb., Taz-Verlag                                                                                        12,00 EUR

Der zweite Titel der Reihe. Das 20.Jahrhundert zusammengefasst auf 102 Seiten? Doch, das geht. Die thematischen Karten von Philippe Rakecewicz erläutern wieder sehr anschaulich Zusammenhänge und Entwicklungen der Globalisierung im 20.Jahrhundert: vom Zerfall der alten Reiche bis zu den Emanzipationsbewegungen des 20.Jahrhunderts, von der Russischen Revolution bis zum Nationalsozialismus, von den deutschen Kolonialkriegen in Afrika bis zur sowjetischen Besetzung Afghanistans, von der Funktechnik auf Kriegsschiffen bis zur Entschlüsselung des menschlichen Genoms.

 

Heimatkunde

28 Künstler aus 41 Ländern

240 S., 100 farbige Abb., Hirmer Verlag 2011                                          34,90 EUR

Katalogbuch zur Ausstellung zum zehnjährigen Jubiläum des Jüdischen Museums Berlin. Zeitgenössische Künstler zeigen ihre Sicht auf Deutschland. „Gibt es eine kollektive nationale Identität?“, fragt das Jüdische Museum Berlin angesichts seines zehnjährigen Bestehens. Eine Antwort suchen 28 zeitgenössische Künstler aus unterschiedlichen Kulturen, die mit ihren Positionen unsere gegenwärtige Befindlichkeit als Bürger und Einwohner Deutschlands beschreiben und hinterfragen. In den vergangenen zwanzig Jahren hat sich die deutsche Gesellschaft sichtbar verändert: Deutschland erkennt sich als Migrationsgesellschaft. Der globale Wandel produziert fundamentale Umwälzungen im Ökonomischen wie im Privaten. Religiöse und säkulare Denk- und Lebensweisen prallen aufeinander, Lebensräume verändern sich. Wie verweben Zugewanderte ihre mitgebrachte Kultur mit einer für sie neuen Realität? Wie verändert Zuwanderung sowohl die Migranten wie auch die Einheimischen? Alle im Katalogbuch präsentierten zeitgenössischen Arbeiten nähern sich diesen Fragen aus der subjektiven Sicht von Künstlern unterschiedlicher Herkunft, die in Deutschland leben bzw. lebten. Thematisiert werden zentrale Aspekte ihrer Wahrnehmungen, darunter persönliche und kollektive Erinnerungen, nationale Mythen und ihre Brechung, Sprache, Religion und die Erfahrung der Migration. Das Spektrum der vorgestellten Positionen umfasst Installationen, Video- und Filmarbeiten, Fotografie-Serien, Gemälde, Druckgrafik und Performances. Sechs Arbeiten von Arnold Dreyblatt, Via Lewandowsky und Durs Grünbein, Julian Rosenfeldt, Misha Shenbrot, Anny und Sibel Öztürk, Raffael Rheinsberg und Lilli Engel wurden eigens zu diesem Thema in Auftrag gegeben.

 

Margot Kässmann: Vergesst die Gastfreundschaft nicht

48 S., Ullstein Streitschrift 2011 (erscheint am 10.10.)                                3,99 EUR

Die neue Streitschrift der Bestseller-Autorin, erscheint von ihr selbst gelesen zeitgleich als Hörbuch für 4,99 EUR.

Kurt E. Becker :Minderheiten in Deutschland                                                       Assimiliert, integriert, diskriminiert? Erster Band des Nibelungen-Forum           Pb., Worms Verlag 2011                                                                             19,90 EUR                                                              Der Holocaust wirft seinen finsteren, langen Schatten auch in die deutsche Gegenwart. Das Verhältnis der Deutschen zu ihren Minderheiten bleibt, ob wir dies wollen oder nicht, über alle Zeiten hinweg durch die Nazi-Gräuel belastet. Die Hypothek unserer Vergangenheit ist untrennbar verbunden mit der je aktuellen Frage nach dem Verhältnis der Deutschen zu den hierzulande lebenden Minderheiten.Parallel zu den Nibelungenfestspielen Worms „Die Geschichte des  Joseph Süß Oppenheimer, genannt Jud Süß“ ist dieser Titel erschienen und betrachtet das Thema Zuwanderung und Minderheiten aus ganz verschiedenen Blickwinkeln. Neben einem Befragungs- und Statistik-Teil bietet das Buch viele persönliche Schicksale, Lebenslinien und Sichtweisen von Bürgern. „Ein hoch interessantes Buch, das für jeden, der sich mit dem Themenkomplex beschäftigt, ein absolutes Muss darstellt“ (Gernot Kirch, Nibelungen-Kurier)

Susanne Stemmler: Multikultur 2.0                                                        Willkommen im Einwanderungsland Deutschland                                               336 S., Wallstein 2011                                                                           19,90 EUR   Der aktuelle Sammelband von Susanne Semmler, Leiterin der Abteilung Literatur, Gesellschaft, Wissenschaft im Berliner „Haus der Kulturen der Welt“ vermittelt mit 36 Beiträgen kritisch, anregend und vielstimmig die Lage der „Multikultur“ im Jahr 2011. Das Buch, quasi ein multikulturelles Update für Theorie und Praxis, macht klar, dass es keine einfachen Lösungen für die Herausforderungen moderner Gesellschaften geben wird, dass die real existierende Vielfalt widersprüchlich ist und der Dialog konfliktreich.

Thilo Sarrazin: Deutschland schafft sich ab

Wie wir unser Land aufs Spiel setzen

464 S., DVA 2010                                                                                       22,90 EUR

Der Sarrazin-Effekt wirkt offensichtlich bis heute. Mit 1,3 Millionen Exemplaren ist sein Buch September 2010 – also seit seinem Erscheinungstermin – das meistverkaufte Sachbuch.

Das Skandalbuch, das es in Windeseile schaffte, den Kulturteil der Zeitungen zu verlassen und als talkshowtauglich zu gelten. Thilo Sarrazin hat es für den Sachbuch-Markt vorgemacht. Nicht nur, weil er wochenlang die Plasbergs und Wills der Republik in Atem hielt, sondern weil seine statistikgesättigte Provokation einen gesellschaftlichen Nerv traf. Die künstlich erregte Debatte um Sarrazin zeigte zudem auch in Deutlichkeit auf, dass viele nicht zur Sofortvermarktung tauglichen Romane und Sachbuchtitel mittlerweile chancenlos sind. Wo kein Hype, da kaum Verkauf. Darum durchaus auch mal einen der weniger bekannten – hier gelisteten Titel – bestellen.

 

Haci Halil Uslucan: Dabei und doch nicht mittendrin

Die Integration türkischstämmiger Zuwanderer

96 S., geb., Wagenbach 2011                                                                    14,90 EUR

31.Oktober 2011: 50 Jahre Deutsch-Türkisches Anwerbeabkommen: „Alles verstehen heißt nicht, mit allem einverstanden sein. Aber Verstehen ist die Voraussetzung, um überhaupt zu urteilen“. „Jetzt sind sie schon über 40 Jahre hier und können immer noch kein Deutsch“ – „Türken sind am schlechtesten integriert“, so oder ähnlich lauten die medial-populistischen Diagnosen zur gesellschaftlichen Integration der Menschen aus der Türkei, und selbst bei Zuwanderungsbefürwortern finden sich solche Vorurteile zuhauf. Haci Halil Uslucan, Wissenschaftler von hoher Reputation, hat viele Jahre Integrationsforschung betrieben. In seinem Buch fragt er zunächst, welche unterschiedlichen Motive zur Migration geführt haben, um die damit einhergehenden Anpassungsprozesse in der „neuen Heimat“ herauszuarbeiten. Und er fragt, wie eine Integrations- und Bildungspolitik aussehen muss, damit sie nicht – wie so oft in Deutschland – zum Scheitern verurteilt ist, sondern die Potentiale derjenigen entdeckt – und nutzt -, die zwischen zwei Kulturen aufgewachsen sind. Uslucan thematisiert aber vor allem auch die Veränderungen in der Aufnahmegesellschaft, denn: Die Präsenz des „Anderen“, des vermeintlich „Fremden“, wirkt auf die „Einheimischen“ ein und löst bei ihnen Fragen nach der eigenen kulturellen Identität aus. Haci Halil Uslucan, geboren 1965 in Kayseri/Türkei, Grundschule in Kayseri, ab 1973 in Berlin; Lehre als Maschinenschlosser, Studium der Psychologie, Philosophie und Allgemeinen Literaturwissenschaft an der FU, Berlin; Diplom in Psychologie, Promotion in Literaturwissenschaft; Leiter verschiedener Studien, Vertretungsprofessuren; seit 2010 Leiter des Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung und Professor für Moderne Türkeistudien an der Universität in Duisburg-Essen.

 

Fatih Akin: Im Clinch

256 S., Rowohlt 2011                                                                                24,95 EUR

Mehrere Monate haben Volker Behrens und Michael Töteberg Gespräche mit dem Regisseur Fatih Akin geführt. Mit bemerkenswerter und unverstellter Aufrichtigkeit erzählt Akin in erster Linie von der Entstehungsgeschichte seiner Filme und seinem Werdegang als Regisseur, aber auch von seiner Kindheit als Sohn türkischer Einwanderer in Hamburg. Dabei spricht er über eigene Fehler und Erfolge, über Integration, Identität und Globalisierung. „Im Clinch“ ist eine spannende Fundgrube für filminteressierte Leser, die Akins Filme bestenfalls kennen. Sie erfahren sehr viel über seine Arbeitsweise, seine Begeisterung für das Geschichtenerzählen und die nationale Filmlandschaft.

 

Blätter für deutsche und internationale Politik  September 2011

Blätter Verlag 2011                                                                                   9,50 EUR

u.a. Großbritannien – Riot oder Revolte, Hunger in Afrika – unsere Katastrophe, Somalia zwischen Bürgerkrieg und Hungersnot, Simbabwe – der ewige Mugabe?, Libyen: Dilemma der Intervention, Krise und Zukunft globaler Ordnungspolitik, Epochenjahr mit Fallstricken: Was die Arabellion dem Westen abverlangt und was sie ihm eröffnet, Palästina vor der Unabhängigkeit

 

Blätter für deutsche und internationale Politik  Oktober 2011

Blätter Verlag 2011                                                                                   9,50 EUR

u.a.: Demokratische Republik Kongo: Staat ohne Recht, Arabische Revolution: Meer und Sonne für Europa – ein neues Generationsprojekt, Afghanistan – der endlose Krieg, Festung Europa: Flüchtlingsschutz in Not, Der humanistische Zionismus

 

Tahar Ben Jelloun: Arabischer Frühling

Vom Wiedererlangen der arabischen Würde

128 S., Berlin Verlag 2011                                                                    10,00 EUR

 

Peter Scholl-Latour: Arabiens Stunde der Wahrheit

Aufruhr an der Schwelle Europas

430 S., Propyläen 2011 (erscheint am 10.10.)                                     24,99 EUR

Hochaktuell: Peter Scholl-Latour über die arabische Revolution. Zeitgleich als Hörbuch eine gekürzte Lesung auf 4 CDs für 19,99 EUR.

 

Lars Gaiser: Leben und Handeln im Kairorer Alltag

Sozialwissenschaftliche Analysen einer Gesellschaft im Umbruch

604 S., geb., Dr. Ludwig Reichert  2011                                                    148,00 EUR

Unter dem Eindruck des politisch-gesellschaftlichen Diskurses infolge des 11.September 2001 und der Orientalismusvorwürfe von Seiten arabischer Intellektueller hat Lars Gaiser einen neuen handlungsorientierten Forschungsansatz entwickelt, den er am Beispiel der vier Alltagssituationen – Bildung ermöglichen – Nachbarschaft gewähren – Wohnraum beschaffen – sowie Wohnraum gewähren getestet hat. Durch die Analyse sämtlicher mit diesen Alltagssituationen verbundenen Handlungsoptionen und unter Verwendung zahlreicher Fallbeispiele verschafft er dem Leser einen Einblick in die disparaten gesellschaftlichen Verhältnisse in Kairo unmittelbar vor den Massenaufständen.

 

Michael Axworthy: Iran. Weltreich des Geistes

Von Zoroaster bis heute

320 S., geb., Wagenbach 2011                                                            24,90 EUR

Die Griechen zählten die Perser zu den kulturlosen Barbaren – aus reiner Eifersucht und Konkurrenzgefühlen, denn sie waren ihnen militärisch oft unterlegen. Trotzdem prägt diese Klassifizierung unser Geschichtsbild bis heute. Dabei ist der Iran ein Weltreich des Geistes von ungeahnter Vielfalt und anhaltender Bedeutung. Schon früh entwickelten sich dort ein ausgeklügeltes Handelssystem, eine differenzierte Religion und eine reichhaltige Literatur. Gerade die exponierte geografische Lage zwischen zwei Kontinenten führte historisch zu einem starken Einfluss auf Europa und Zentralasien. Der Autor unternimmt eine faszinierende Reise durch die Geschichte dieses unterschätzten Kulturlandes und lässt uns am Aufstieg und Niedergang der Dynastien genauso teilhaben wie an den wegweisenden Umwälzungen etwa der großen Revolution 1979 unter Khomeini. An vielen Beispielen – wie der Stellung der Frau, der hochentwickelten Medizin und Astronomie, des Seidenhandels und der Setzung juristischer Begriffe – zeigt er die Vorreiterrolle des Iran. Drei Jahrtausende Geschichte auf etwa dreihundert lesbaren Seiten zu komprimieren wäre schon ein beeindruckendes Kunststück bei einem weniger wildwuchernden Sujet als der Vergangenheit des Iran. Axworthys geschichtliche Entwirrung der Geschichte des Landes ist eine erstaunliche Leistung. Er führt in großem Bogen und zugleich detailreich durch drei Jahrtausende iranischer Kulturgeschichte. Ein längst fälliger Einblick in eine wenig bekannte Region. Axworthy war über mehrere Jahre lang Leiter der iranischen Abteilung des British Foreign Office. Er hat bereits zahlreiche Texte und Bücher zum Iran veröffentlicht und lehrt heute arabische und islamische Studien an der Universität von Exeter.

 

Kosmos Verlag hat eine Reihe „21st Century Thrill“ mit brisanten Themen unserer Zeit für jugendliche Leser gestartet:

 

Sam Mills: State of Terror

352 S., Kosmos 2011                                                                          12,95 EUR

Ab 14 Jahre über Menschenrechte, Überwachungsstaat, Terrorismus

 

Eric Walters: We all fall down

208 S., Kosmos 2011                                                                          12,95 EUR

Ab 14 Jahre über die Terroranschläge vom 11.September 2001

 

Michael Butter/Birte Christ/ Patrick Keller (Hrsg.)

9 / 11. Kein Tag, der die Welt veränderte

169 S., Ferdinand Schöningh 2011                                                       16,90 EUR

Zehn Jahre nach den Terroranschlägen in New York und Washington D.C. ist es Zeit, Bilanz zu ziehen: Stellt der 11.September 2001 tatsächlich eine historische Wende dar?

 

Elmar Theveßen: Nine Eleven – der Tag der die Welt veränderte

346 S., Ullstein 2011                                                                             19,90 EUR

Diese Sicht auf die Dinge deckt sich mit derjenigen, der meisten Beobachter – geht aber in einem Punkt über andere Darstellungen hinaus. Die Terrorzellen unter Führung von Mohammed Atta hätten die Türme des World Trade Center auch deshalb gewählt, um den gesamten New Yorker Finanzdistrikt rund um die Wall Street zu treffen. Ziel sei es auch gewesen, auf den internationalen Finanzmärkten Turbulenzen auszulösen. Auch wenn es gelang, eine finanzielle Katastrophe zu verhindern, sind die langfristigen ökonomischen Folgen desaströs. Die Kriege und Anti-Terror-Operationen im Gefolge des 11.September sind mitursächlich für die immense Schuldenlast der USA.

 

Bernd Greiner: 9 / 11. Der Tag, die Angst, die Folgen

280 S., C. H. Beck 2011                                                                        19,95 EUR

Diese ausgewogene Bewertung der Ereignisse bindet zahlreiche Originaldokumente wie etwa Cockpitprotokolle der entführten Flugzeuge ein und spiegelt damit durchaus die Dramatik der Ereignisse wider. Greiner räumt aber auch mit zahlreichen Legenden auf, die um „9/11“ gestrickt wurden.

 

Mathias Bröckers / Christian C. Walter: 11.9. – zehn Jahre danach

Der Einsturz eines Lügengebäudes

320 S., Westend Verlag 2011                                                               16,99 EUR

Die beiden Journalisten melden erhebliche Zweifel an der offiziellen Version der Anschläge an – vor allem an dem „9/11“-Bericht der Regierungskommission. Zu viele Ungereimtheiten, sich widersprechende Zeugenaussagen, keine hieb- und stichfesten (Bild-)Beweise. Z.B.: Das von der US-Regierung präsentierte Video, in dem Osama Bin Laden sich zu den Anschlägen bekennt, enthält falsche Koranzitate, die dem „echten“ Al-Qaida-Chef nie über die Lippen gekommen wären.

 

Marcus B. Klöckner: 9 /11 – Der Kampf um die Wahrheit

212 S., Heise Verlag 2011                                                                    16,90 EUR

 

Paul Schreyer: Inside 9 / 11

Neue Fakten und Hintergründe zehn Jahre danach

120 S., Kai Homilius Verlag 2011                                                             8,80 EUR

 

Gerhard Wisnewski: Operation 9/11 – Der Wahrheit auf der Spur

480 S., knaur TB 2011                                                                           12,99 EUR

 

Stephanie Hoth: Medium und Ereignis

9/11 im amerikanischen Film, Fernsehen und Roman

309 S., geb., Universitätsverlag Winter 2011                                        49,00 EUR

 

Kate Brooks: Im Licht der Dunkelheit

Ein fotografisches Tagebuch seit 9/11

252 S., 100 Farbfotos, geb., Benteli Verlag 2011                                 49,80 EUR

Eine ergreifende Chronik der Ereignisse seit 9/11. Kurz nach dem 11.September 2001 brach die amerikanische Fotografin Kate Brooks, damals 23 Jahre alt, in die arabische Welt auf. Ihre Reise führte sie übere Pakistan und Afghanistan in den Irak, Iran, nach Gaza, in den Libanon, bis nach Ägypten und Libyen. Brooks Bilder zeigen sowohl die raue Schönheit als auch den schneidenden Schmerz einer konfliktgebeutelten Region.

 

Bernd Wohlgut: Afghanistan

30 Jahre Krieg am Hindukusch

292 S., Pb., Shaker Media 2011                                                             24,90 EUR

Über die historische Entwicklung von 1979 bis 2009 mit Einsätzen und Hintergründen. Über Warlords, Gewalt, Erfolge und Fehler. Der Autor recherchierte eineinhalb Jahre und zeigt die Entwicklung von Afghanistan in den letzten 30 Jahren auf. Er beleuchtet die sowjetische Okkupation, den Bürgerkrieg und die Versuche der UNO, diesen zu stoppen, sowie die Herrschaft der Taliban. Detalliert zeichnet er den amerikanischen Sturm auf Afghanistan im Jahre 2001 nach und widmet sich den Problemen, welche das Land seither hat. Besonderes Augenmerk richtet er dabei auch auf die Warlords, die heute als Minister und Abgeordnete die Geschicke des Landes beeinflussen. Er liefert Hintergrundsinformationen zu den Interessen von Pakistan, Saudi-Arabien sowie den wirtschaftlichen und strategischen Interessen der Welt in dieser Region.

 

Götz Aly: Warum die Deutschen? Warum die Juden?

Fischer Verlag 2011                                                                               22,95 EUR

„Der Holocaust hat seine Ursache im Sozialneid“ lautet die durchaus streitbare Kernthese von Götz Alys neuestem Buch. In seinem Essay begibt sich der Heinrich-Mann-Preisträger auf die Suche nach den Wurzeln des nationalsozialistischen Rassenwahns. Besprechungen gab es bereits in der „Zeit“, in der „Süddeutschen Zeitung“ und im „Stern“.

 

Hans-Georg Glaser: Warum denn nicht endlich Frieden?

Der israelisch-palästinensische Konflikt. Krisenzone Nahost

134 S., Pb., Shaker Media 2011                                                            14,80 EUR

Mehr als ein Jahrhundert sind seit der 1. Alija – der ersten jüdischen Einwanderungswelle nach Palästina – 1882 – 1903 – vergangen, rund 60 Jahre nach der Gründung des Staates Israel und mehr als 30 Jahre nach dem Krieg von 1967. Und noch immer gibt es keinen Frieden. Wird es der neuen amerikanischen Administration unter dem Präsidenten Obama gelingen, einen „internationalen Konsens“ durchzusetzen? Die historische Rede des neugewählten USA-Präsidenten in Kairo unter dem Titel „Der Kreislauf der Verdächtigen und Zwietracht muss enden“, die nicht nur bei den Konfliktparteien im Nahen Osten, sondern in der ganzen Welt mit viel Zustimmung aufgenommen wurde, weckte neue Hoffnungen für die Fortsetzung des Friedensprozesses.

 

Uri Orlev: Ein Königreich für Eljuscha

286 S., Gerstenberg 2011                                                                      16,95 EUR

Für Jugendliche ab 14 Jahre, aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler übersetzt. Die ergreifende Geschichte des großen israelischen Autors spielt zwischen 1941 und 1944 in einem Dorf in der Steppe von Kasachstan. Es ist nicht nur der Zufluchtsort für den jüdischen Jungen Eljuscha, sondern sein Paradies. Sein bester Freund wird ein moslemischer Junge. Als der Krieg endlich zu Ende ist, zieht es den Jungen und seine Mutter nach Palästina. Abschied und Neuanfang zugleich. Das Buch steht auf der Bestenliste für junge Leser vom Deutschlandfunk.

 

Boualem Sansal – Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2011

Die Bücher des algerischen Schriftstellers in deutscher Übersetzung:

 

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2011 – Boualem Sansal

Hrsg: Börsenverein des Deutschen Buchhandels

104 S., MVB Service 2011   (ab 31.10.2011 erhältlich)                           14,90 EUR

Boualem Sansal sitzt seit Wochen an seiner Rede, mit dem Ziel, dass sie auch über den Tag der Verleihung am 16.Oktober während der Frankfurter Buchmesse in der Frankfurter Pauslkirche hinaus ihre Wirkung behält – so wie es zum Beispiel auch bei den Reden von David Grossman, Susan Sonntag oder Saul Friedländer der Fall war, um nur einige zu nennen. Das schön gestaltete Buch wird dem gewichtigen Inhalt gerecht. Der Börsenverein ehrt mit der Verleihung den algerischen Schriftsteller, der als leidenschaftlicher Erzähler, geistreich und mitfühlend, die Begegnung der Kulturen in Respekt und wechselseitigem Verstehen befördert. Boualem Sansal gehört zu den wenigen in Algerien verbliebenen Intelektuellen, die offene Kritik an den politischen und sozialen Verhältnissen üben. Mit seinem hartnäckigen Plädoyer für das freie Wort und den öffentlichen Dialog in einer demokratischen Gesellschaft tritt er gegen jede Form von doktrinärer Verblendung, Terror und politischer Willkür auf. Dabei richtet sich sein Blick nicht nur auf die Heimat, sondern auf die ganze heutige Welt.

 

Boualem Sansal: Der Schwur des Barbaren

468 S., Pb., Merlin Verlag                                                                         18,90 EUR

Roman. Sansals Erstlingsroman: Unter dem Eindruck der Ermordung des algerischen Präsidenten Boudiaf (1992) und der politischen Realität des vom Bürgerkrieg gebeutelten Landes, in der die Islamisierung der Gesellschaft zunimmt, beginnt Sansal 1996 mit seinem ersten Roman „Der Schwur des Barbaren“. Die in der als Kriminalroman angelegten Geschichte offen geäußerte Kritik an der politischen Situation in Algerien veranlasst seinen Verlag, Sansal zu raten, den Roman unter Pseudonym zu veröffentlichen, was dieser jedoch ablehnt. In Frankreich wird der Roman mit großer Begeisterung aufgenommen. Sansal selbst wird mit der Veröffentlichung des Romans von seiner Arbeit im Ministerium beurlaubt.

 

Boualem Sansal: Das verrückte Kind auf dem hohlen Baum

280 S., geb., Merlin Verlag                                                                        23,00 EUR

2000 erscheint sein zweiter Roman. Die von der Kritik hoch gelobte Geschichte handelt von zwei Gefangenen, die in einer Zelle auf die Vollstreckung der Todesstrafe warten. Sie führen stellvertretend, über ihre unterschiedlichen Wertesysteme und Weltanschauungen hinweg, den Dialog zwischen der westlichen und nordafrikanischen Welt.

 

Boualem Sansal: Erzähl mir vom Paradies

280 S., geb., Merlin Verlag                                                                       22,90 EUR

Nach kritischen Äußerungen über den autokratischen Führungsstil des algerischen Präsidenten Bouteflika wird Sansal 2003 endgültig aus dem Staatsdienst entlassen. Es folgt im gleichen Jahr dieser Roman über eine Bar in Algier, in der allabendlich die Stammgäste zusammen kommen und sich in ihren Geschichten über Algerien gegenseitig übertreffen, wobei die Grenzen zwischen einem erträumten neuen Algerien und der Realität des alltäglichen Elends mit Machtmissbrauch, Korruption und Misstand immer mehr verwischen.

 

Boualem Sansal: Harraga

288 S., geb., Merlin Verlag                                                                       22,90 EUR

Der vierte Roman von Sansal ist eine Hommage an die Frauen Algeriens, in dem er die Isolation seiner beiden Hauptprotagonistinnen in der algerischen Gesellschaft beschreibt. So wird sein Roman zu einer Auseinandersetzung mit der Rolle der Frau in einer islamisch geprägten Welt, in der es letztlich nicht um einen Konflikt der Weltreligionen, sondern um ein entschiedenes Handeln gegen überkommene Traditionen geht.

 

Boualem Sansal: Postlagernd: Algier

Zorniger und hoffnungsvoller Brief an meine Landsleute

84 S., Pb., Merlin Verlag                                                                            9,90 EUR

Ein Jahr nach dem Roman „Harraga“ folgt ein offener Brief, mit dem Sansal, weit über den algerischen Kontext hinaus, seine Forderung nach einer wahrhaftigen Demokratie formuliert, in der die Vision einer aufgeklärten Weltbevölkerung Gestalt annehmen könnte. Nach der Veröffentlichung werden seine sämtlichen Bücher in Algier auf den Index gesetzt. Trotz des politischen Drucks auf ihn entscheidet er sich, in seinem Heimatland zu bleiben.

Gefolgt von „Unser Herz schlägt in Tunis“, vier Essays und ein Interview zum arabischen Frühling. Sansals 2006 verfasster Brief an seine Landsleute mit dem Titel „Postlagernd: Algier“ prägte Hoffnung. Er ist eine Abrechnung mit den kollektiven Legenden: Nein, Algerien ist nicht arabisch, sondern ein Völker- und Sprachgemisch, seine Bewohner seien nicht von Natur aus, sondern allenfalls aus Überzeugung muslimisch – was den Autor und sein Werk im Land endgültig auf den Index brachte. Wieder aufgelegt und ergänzt mit aktuellem.

 

Boualem Sansal: Das Dorf der Deutschen

288 S., Pb., Merlin Verlag  2009                                                                  15,80 EUR

Sansals jüngster Roman erzählt von zwei in Frankreich aufgewachsenen algerischen Brüdern, die nach dem Tod ihrer Eltern mit der Nazi-Vergangenheit ihres deutschen Vaters konfrontiert werden. Sansal verbindet in der Geschichte die Tabuisierung der Shoah in der arabischen Welt mit der tristen Realität von Einwanderern in den europäischen Vorstädten. Der Roman löst bei seinem Erscheinen in Frankreich eine große Debatte aus, da Sansal die Methoden der Islamisten mit denen der Nationalsozialisten in Relation setzt. Seit der Veröffentlichung hat in Algerien der gesellschaftliche und politische Druck auf ihn zugenommen.

 

Boualem Sansal: Literatur, kein Krieg

Ein Filmportrait von Alain de Sèdouy

ARTE-DVD, 52 Min.

Die Leser von Sansal versuchen, seine in Algerien auf den Index gesetzten Bücher im Ausland zu kaufen oder bei den Buchhändlern im Lande, die es wagen, sie heimlich unter dem Ladentisch zu verkaufen. Kopien seiner Texte werden auch im Internet verbreitet, um mit ihnen über die Möglichkeiten eines demokratischen Wandels zu diskutieren. Mit Beginn der Demonstrationen und Demokratisierungsprozesse in der Arabischen Welt Ende 2010 wird Sansal auch im Ausland zu einem wichtigen Gesprächspartner. In zahlreichen Veröffentlichungen und Interviews unterstützt er die Reformbewegungen und warnt vor immer mehr an Einfluss gewinnenden fundamentalistischen Islamismus. Mit Skepsis setzt er sich auch mit dem aufkommenden arabischen Nationalismus auseinander, der den Weg zur Demokratie behindern könnte. Für seine Romane erhält Sansal neben dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels zahlreiche Auszeichnungen.

 

Fabien Didier Yene: Bis an die Grenzen. Chronik einer Migration

280 S., geb., Drava Verlag 2011                                                          19,80 EUR

Europa, das gelobte Land – dort will der Autor hin und erzählt uns seine Geschichte einer Migration: vom Durchqueren der Wüste, von den Methoden der Schlepper, der allgegenwärtigen Angst vor Entdeckung, vom Scheitern und immer neuen Versuchen, endlich auf der „Zielgeraden“ anzukommen. Von verlorenen Illusionen, aber auch von Hoffnung, Freundschaft und Solidarität.

 

Ngugi wa Thiong`o: Herr der Krähen

944 S., geb., A 1 Verlag 2011                                                                29,90 EUR

Ein fulminantes Epos, ein Märchen von der Wirklichkeit, eine Satire auf Diktatoren im fiktiven Staat Aburiria. Ein Burlesque auf politische Eliten, Gewalt, Korruption, Arm und Reich und die ganze Misere des geschundenen Afrika; geschrieben nicht in der Sprache der einstigen Kolonisatoren, sondern in Gikuyu; ohne Happy End, aber mit Hoffnung, gewitzt, intelligent und poetisch.

 

Chirikure Chirikure: Aussicht auf eigene Schatten

120 S., dreisprachig, Verlag das Wunderhorn 2011                              18,90 EUR

Einer der wenigen Dichter, die in einer afrikanischen Sprache schreiben und trotzdem international wahrgenommen werden. Ein mehrsprachiger Band (Shona, Englisch und Deutsch) voller rhythmischer Gedichte, deren Thematik von Mythen bis hin zu Maschinengewehren reicht; eine Stimme, die eigen und anders ist.

 

Malla Nunn: Lass die Toten ruhen

383 S., geb. , Rütten und Loening 2011                                                 19,95 EUR

Emanuel Cooper ist wieder da: Dieses Mal bekommt es der Ermittler im Südafrika der 1950er Jahre mit dem russischen und dem amerikanischen Geheimdienst zu tun. Und natürlich mit dem ganz alltäglichen Rassismus der noch jungen Apardheid, der schließlich aber zur Aufklärung von Coopers zweitem Fall beiträgt. Ein hochpolitischer, spannender und temporeicher Roman.

 

Imraan Coovadia: Gezeitenwechsel

288 S., Verlag das Wunderhorn 2011                                                    24,80 EUR

Durban, Südafrika: Der indischstämmige Arzt Arif wurde ermordet. War er den Obrigkeiten des Landes ein Dorn im Auge, weil er einen afrikanischen Virusstamm von Aids erforscht hatte? Der Form nach ein Krimi, liefert „Gezeitenwechsel“ eine aufregende Innensicht in ein Land im Umbruch: Denn Coovadia erzählt jenseits üblicher Klischees von großen Themen wie Rassismus und Afrikanismus, von Aids und Organhandel.

 

Haley Tanner: Vaclav und Lena

340 S., dtv 2011                                                                                     14,90 EUR

Roman. Eine Lüge, stärker als die Wahrheit. Vaclav, der Zauberer, liebt Lena, die kleine Lebenskünstlerin – bis sie eines Tages plötzlich verschwindet. Die mitreißende, märchenhafte Geschichte einer großen Liebe im russischen Immigrantenmilieu in Brooklyn, New York.

 

Liao Yiwu: Für ein Lied und hundert Lieder

Ein Zeitzeugenbericht aus chinesischen Gefängnissen

592 S., Fischer 2011                                                                               24,95 EUR

Dreißig Männer in einer Zelle, Hitze bis 40 Grad, Hunger, Madennester in verwahrlosten Mündern – das ist der Alltag für einen politischen Häftling wie Liao Yiwu in Chinas Gefängnissen. Der Dichter beantwortet das unfassbare Grauen mit der Klarheit seines Berichts, mit Komik, vor allem aber mit der Poesie seiner Gedichte. Ein Lebenswerk und ein Buch, das man nicht vergisst. Der Autor wurde nun mit dem Geschwister-Scholl-Preis 2011 ausgezeichnet, der vom Bayrischen Landesverband des Börsenvereins und der Stadt München vergeben wird.

 

Ai Weiwei: Macht euch keine Illusionen über mich

478 S., Galiani Berlin 2011                                                                     19,90 EUR

Die über hundert kurzen Essays stammen aus Ais Blog „Schwachsinn ist gratis“, in dem er seit 2006 jeden Tag mindestens einen Text postete, bis die chinesische Regierung es am 28.Mai 2009 löschen ließ. Der Künstler äußert sich klug, präzise, humorvoll und oft drastisch zur chinesischen Gegenwartspolitik. Außerdem organisiert er die Untersuchung, die er organisierte, als über 1500 Kinder starben, weil ihre Schulen nicht erdbebensicher gebaut waren und eine Liste der Opfer fehlte. Ergänzt werden die Einträge durch Tweets und Interviews aus den letzten Jahren. Dass all diese Texte in gedruckter Form erhältlich sind, ist ein kleiner Sieg.

 

Anna Vovsova: Josef und Li

320 S., Heyne 2011                                                                               12,99 EUR

Für Kinder ab 10 Jahre. Die elfjährige Li ist mit ihrer Familie nach Prag gekommen. Die Eltern wollen eine vietnamesische Teestube eröffnen. In der Wohnung über ihnen lebt Josef, Lis Mitschüler. Zwischen den Beiden entwickelt sich eine wunderbare Beziehung. In schwieriger Zeit erkennt Josef, dass Li die Einzige ist, die ihn versteht. Ein anrührender Jugendroman über Fremdsein, Familie und den Sieg einer Freundschaft. Das Buch steht auf der Bestenliste für junge Leser vom Deutschlandfunk.

 

Fransisco Goldman: Die Kunst des politischen Mordes

512 S., Rowohlt 2011                                                                             24,95 EUR

Der Mord an dem guatemaltekischen Bischof Juan Gerardi im Jahr 1998 war für Goldman der Anlass, ein politisches Verbrechen Faser für Faser zu sezieren. Methodisch als investigativer Journalismus, inszeniert mit literarischen Mitteln. Am Ende steht das große, bitter-komische absurde Theater, die Realität als Groteske.

 

Hans-Georg Glaser: Ich habe den Schrei meines Volkes gehört

Lateinamerika und die Theologie der Befreiung

82 S., Pb., Shaker Media 2011                                                                14,80 EUR

Lateinamerika ist seit jeher von einer starken Ungleichheit der Einkommen gekennzeichnet. Trotz einer leichten Verbesserung durch einige Jahre des Wirtschaftsaufschwungs und gestiegener öffentlicher Sozialausgaben in einigen Ländern wie Brasilien, Venezuela und Nicaragua blieben die Einkommensunterschiede sehr hoch. Die politischen Unruhen in Lateinamerika haben ihre Ursache vor allem in der schreienden Ungleichheit, basierend auf der ungerechten Verteilung des Grundbesitzes, die ein Erbe der 300-jährigen Kolonialherrschaft darstellt.

 

Maya, Inka und Atzeken – Was ist was, Band 130

48 S., geb. Tessloff 2011                                                                        9,95 EUR

Die Welt der Maya, Inka und Azteken entdecken (Kinder- und Jugendbuch)

Als Hörbuch (ca. 60 Min.) ebenfalls erhältlich                                                    7,99 EUR

 

Auch Dorling Kindersley startet eine ähnliche Reihe für Kinder und Jugendliche mit 50 Bänden „Memo – Wissen ist grün“, jeweils 72 S., geb. incl. Poster                  9,95 EUR

 

Auswahl:

 

Bd. 8: Das alte Ägypten

Bd.28: Azteken, Inka und Maya

Bd. 34: Christentum

Bd.21: Das alte Griechenland

Bd.18: Indianer

Bd.11: Klimawandel

Bd.31: Mythologie

 

Linda Polman: Die Mitleidsindustrie

Hinter den Kulissen internationaler Hilfsorganisationen

267 S., Campus 2010                                                                            19,90 EUR

Humanitäre Hilfe hat viele Seiten. Hier kommen die unbequemsten! Linda Polmans kritischer Bericht über den milliardenschweren Apparat der Nothilfe und die Frage ob sie Leid wirklich mindert – oder Krieg und Gewalt noch verlängert.

 

Stefan Bonner / Anne Weiss

Heilige Scheiße – Wären wir ohne Religion wirklich besser dran?

258 S., TB, Bastei-Lübbe 2011                                                                  8,99 EUR

Jule glaubt an Gott, findet Kirche aber doof. Marc glaubt nicht, dass Dornbüsche sprechen, liest jedoch täglich sein Horoskop. Und Tobias denkt: Wenn Gott uns liebt, warum gibt es dann die Flippers? Wir können mit Religion nicht mehr viel anfangen und halten ALDI für glaubwürdiger als den Papst. Sonntägliche Gottesanbetung passt nicht mehr zum Lifestyle, und Gott hat bei Facebook nur 137 Freunde. Sind wir von allen guten Geistern verlassen? Die beiden Autoren nehmen Ahnungslose und Erleuchtete unter die Lupe und stellen fest: Immer mehr Menschen finden, dass sie auch als Heidenkinder einen Heidenspaß haben können. Wären wir denn ohne Religion wirklich besser dran? Witzig, intelligent, tabulos.

 

Alfons Schuhbeck: Meine Reise in die Welt der Gewürze

Von Marrakesch bis Istanbul: 150 neue Rezepte

Die Geschichte und die Heilkraft der Gewürze neu entdeckt

384 S, geb., Zabert Sandmann 2011 (erscheint Ende Oktober)                24,95 EUR

Seit über zehn Jahren beschäftigt sich der bekannte Koch aus dem TV mit Gewürzen, und je mehr er über sie erfährt, desto größer wird seine Neugier nach den Anfängen und Heilkräften dieser Kostbarkeiten. Der große Erfolg seines ersten Gewürzbuches zeigte, dass er mit dieser Neugier nicht alleine ist. Für sein zweites Gewürze-Buch hat er sich einen lang gehegten Wunsch erfüllt, ist auf Spurensuche gegangen und zu den Ursprüngen der Gewürze gereist. In Marrakesch, Damaskus, Jerusalem, Beirut und Istanbul hat er Menschen getroffen, die noch jahrhundertealtes Wissen vermitteln konnten, das in unserer heutigen Zeit oftmals unbeachtet oder sogar verloren gegangen ist. Gespräche mit einheimischen Köchen, Händlern, Apothekern und anderen haben ihn zu vielen neuen Rezepten inspiriert. Für das Wissen über Gewürze unerlässlich wird in diesem Buch auch erstmals über die faszinierende, kaum bekannte Kulturgeschichte und die Heilkraft der Gewürze zu lesen sein. Die Reiseberichte von Schuhbeck kann man auch online miterleben:

www.gewuerzreise.de

 

Florian Harms / Lutz Jäkel: Kulinarisches Arabien

Marokko – Tunesien – Libyen – Ägypten – Dubai – Jordanien – Syrien –Libanon

272 S., geb., Umschau 2011 (erscheint im Oktober)                                29,90 EUR

Vollständig überarbeitete Sonderausgabe zum Spitzenpreis des gut geschriebenen und illustrierten Kochbuchs. Es liest sich so spannend wie sonst nur eine gute Reisebeschreibung.

 

Silvena Rowe: Granatapfel, Sumach & Zitrusduft

Die schönsten Rezepte aus der orientalischen Küche

254 S., AT Verlag 2011                                                                             24,90 EUR

War im August Kochbuch des Monats.

 

Puerto Ricanische Küche

Kochrezepte aus der kleinsten Insel der Großen Antillen

128 S., Nader Asfahani Verlag Hamburg 2011                                           8,70 EUR

 

Tapas

Kleine Geschichte der mediterranen Küche

128 S., Pb., Umschau 2011                                                                       16,90 EUR

So schmeckt der Sommer – auch im Winter ! Über 100 raffinierte Rezepte für spanische Tapas, italienische Antipasti und arabische Mezze.

 

Yotam Ottolenghi: Genussvoll vegetarisch

Mediterran, orientalisch, raffiniert

287 S., Dorling Kindersley 2011                                                              24,95 EUR

Glamouröse Gemüscheküche aus London

 

Tom Vandenberghe: Vietnam Street Food.

Kulinarische Reiseskizzen aus Hanoi und Vietnam

208 S., Hädecke Verlag 2011                                                                   18,00 EUR

40 Originalrezepte aus den Straßenküchen Vietnams und dazu Geheimtipps und Adressen rund um die quirlige Hauptstadt Hanoi machen auch den zweiten Band der Reihe für kulinarische Globetrotter zu einem verführerischen Koch- und Reisebuch in einem.

 

David Thompson: Thai Food

672 S., Collection Rolf Heyne 2010                                                         75,00 EUR

Opus Magnum zur Thai-Küche, vom renommierten Küchenchef aus Sydney.

 

Eine kulinarische Weltreise, 225 köstliche Rezepte

384 S., 800 Fotos, National Geographic 2011                                         39,95 EUR

Dieses opulente Nachschlagewerk liest sich so genüsslich wie ein Fünf-Sterne-Menü. Durch seine vielfältigen Zutatenlisten und seine hochklassigen Fotos ist das Buch eine unerschöpfliche Inspirationsquelle. Aber bitte nicht mit leerem Magen durchblättern.

 

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