Archive for September 2011

Caterina Rust: Das Mädchen vom Amazonas, Lesung 6.10. in Worms

September 22, 2011

Catherina Rust, Das Mädchen vom Amazonas

Meine Kindheit bei den Aparai-Wajana-Indianern

 

Lichtbilder-Vortrag und Lesung aus dem gleichnamigen Buch

 

Als Kind lebte Catherina Rust in Mashipurimo, einem Urwalddorf am Amazonas. Während ihre Eltern, beide Deutsche, die Lebensweise der Aparai-Wajana-Indianer erforschen, wächst sie wie ein Indianerkind auf. Ganz und gar im Einklang mit der Natur, geborgen in den Ritualen einer steinzeitlichen Stammesgemeinschaft.

 

Angefangen hat alles mit den Fragen ihrer kleinen Tochter: Womit hast du als Kind am liebsten gespielt? Dann erzählt Catherina Rust, dass ihr Spielplatz der Urwald gewesen ist, dass sie an Lianen schaukelte und im lauwarmen, lehmigen, Rio Paru schwimmen lernte. Dass sie an guten Tagen Affeneintopf aß und an schlechten Piranhas, und dass sie das Brüllen des Jaguars bis heute im Ohr hat. Sie erzählt von ihrer ersten Sprache Aparai, in der es kein Wort für „Einsamkeit“ gibt, von Geisterdörfern und Tamoko-Ungeheuern und davon, wie die Indianer aus Mashipurimo zu ihrer Familie wurden, deren Lebensweise und Kultur zu ihrer eigenen…

 

Wenn Catherina Rust heute an das Dorf am Fluss zurückdenkt, dann hat es ihr im Urwald an nichts gefehlt. Im Gegenteil. Obwohl das Leben fernab der westlichen Komfortzonen elementare Bedrohungen mit sich bringt, war es ein Paradies. Nirgendwo sonst hat sie mehr Nähe und Geborgenheit erlebt, und sie fragt sich heute, ob unsere mit Besitz-, Wohlstands- und Sicherheitsstreben einhergehende Selbstdefinition das einzig wahre Lebensmodell bieten kann.

 

Catherina Rust, geboren 1971 in Bonn, wuchs bis zu ihrem sechsten Lebensjahr bei den Aparai-Wajana-Indianern im brasilianischen Urwald auf, wo ihre Eltern ein ethnologisches Forschungs-projekt durchführten. Als erste Sprache lernte sie Aparai. Nach der Trennung der Eltern lebte sie bis zum 18. Lebensjahr mit der Mutter in den USA. Zurück in Deutschland, studierte sie Politik-wissenschaften, Ethnologie und Psychologie. Heute führt sie die Forschungen ihres Vaters weiter und wertet derzeit seine Sammlung aus, die bislang umfangreichste Dokumentation zur Kultur der Aparai-Wajana-Indianer. Catherina Rust lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Berlin.

 

Eine Veranstaltung des Nibelungenmuseum Worms im Rahmen der interkulturellen Woche am Donnerstag, 6.Oktober um 20 Uhr im Heylsschlösschen, Schlossplatz 1 (Nordportal Dom). Der Eintritt beträgt 10 EUR.

Interkulturelle Buchneuheiten Liste 17

September 6, 2011

Bücherangebot Interkultur Liste 17


Alle angeführten Titel können Sie bestellen über
Worms Verlag, Abt. Onlineshop, Kultur- und Veranstaltungs GmbH

Von Steuben Str. 5, 67549 Worms, Tel. 06241-2000-314

e-mail: berthold.roeth@kvg-worms.de

 

Frederic Delouche (Hrsg.): Das europäische Geschichtsbuch

Von den Anfängen bis ins 21.Jahrhundert

450 S., geb., Klett-Cotta (erscheint im Oktober)

Einführungspreis: 29,95 EUR, ab 1.4.2012: 34,95 EUR

Das erste grenzüberschreitende Geschichtsbuch – von Europäern für Europäer. Fünfzehn Historiker aus dreizehn Ländern Europas legen das erste grenzüberschreitende Geschichtsbuch von europäischem Format vor. In ihrem herausragenden Werk verortet sich das alte und neue Europa historisch und entwirft seine Leitlinien für das 21.Jahrhundert.

 

Amnesty International Report 2011.

Zur weltweiten Lage der Menschenrechte

559 S., S. Fischer 2011                                                                            14,95 EUR

 

Le Monde diplomatique:

Atlas der Globalisierung: Sehen und verstehen, was die Welt bewegt

Taz-Verlag

Geb., mit CD-ROM und herausnehmbarer Weltkarte                                23,00 EUR

Pb.-Ausgabe ohne CD-ROM, ohne Weltkarte                                           13,00 EUR

 

Le Monde diplomatique:

Atlas der Globalisierung spezial: Klima

Pb., Taz-Verlag                                                                                          10,00 EUR

 

Le Monde diplomatique:

Atlas der Globalisierung: Das 20.Jahrhundert. Der Geschichtsatlas

Pb., Taz-Verlag (erscheint am 27.September)                                          12,00 EUR

Der zweite Titel der Reihe. Das 20.Jahrhundert zusammengefasst auf 102 Seiten? Doch, das geht. Die thematischen Karten von Philippe Rakecewicz erläutern wieder sehr anschaulich Zusammenhänge und Entwicklungen der Globalisierung im 20.Jahrhundert: vom Zerfall der alten Reiche bis zu den Emanzipationsbewegungen des 20.Jahrhunderts, von der Russischen Revolution bis zum Nationalsozialismus, von den deutschen Kolonialkriegen in Afrika bis zur sowjetischen Besetzung Afghanistans, von der Funktechnik auf Kriegsschiffen bis zur Entschlüsselung des menschlichen Genoms.

 

Domenico Losurdo: Die Sprache des Imperiums

Ein historisch-philosophischer Leitfaden

340 S., Papyrossa 2011                                                                               18,50 EUR

Wie jeder Krieg wird auch der weltweite „Kampf gegen den Terrorismus“ und für die „Verbreitung der Demokratie“ von einer besonderen Ideologie begleitet. Während die heutige Kriegsideologie die islamische Welt des „Terrorismus“, des „Fundamentalismus“ und des „blinden Hasses gegen den Westen“ bezichtigt, nimmt sie auch europäische Länder ins Visier. Deren ungenügender Eifer sei oftmals vorurteilsbedingtem und regressivem „Antiamerikanismus“ geschuldet. Und eine kritische Haltung gegenüber den USA als dem mächtigsten Verbündeten des Staates Israel beweise zugleich, dass die Alte Welt nach wie vor anfällig sei für „Antisemitismus“. Wie sonst wäre der hier grassierende „Philoislamismus“ zu erklären? Was soll man aber unter diesen Kategorien verstehen? Indem Losurdo, Professor für Philosophie, sie in ihren historischen und aktuellen Zusammenhang stellt, ordnet er die großen Konflikte unserer Zeit in eine breite Langzeitperspektive ein. Er schafft Klarheit über Schlüsselbegriffe, die im öffentlichen Diskurs nahezu unausweichlich geworden sind. Der Autor beschäftigt sich in diesem Buch auch mit Autoren wie Oriana Fallaci, auf deren Muslim-Feindlichkeit und Ideologie sich der rechtsradikale norwegische Attentäter Anders Breivik in seinem „Manifest“  umfangreich bezogen hatte.

 

Thilo Sarrazin: Deutschland schafft sich ab

Wie wir unser Land aufs Spiel setzen

464 S., DVA 2010                                                                                       22,90 EUR

Der Beitrag am 22.Juli in der ZDF-Sendung „Aspekte“ hatte so hohe Wellen geschlagen, dass das Buch erneut in aller Munde ist. Fast 1,3 Millionen Exemplare sind verkauft. Spätestens nach den Attentaten in Norwegen auch als problematisch einzustufen.

Kurt E. Becker :Minderheiten in Deutschland                                                       Assimiliert, integriert, diskriminiert? Erster Band des Nibelungen-Forum           Pb., Worms Verlag 2011                                                                             19,90 EUR   Parallel zu den Nibelungenfestspielen Worms „Die Geschichte des  Joseph Süß Oppenheimer, genannt Jud Süß“ ist dieser Titel erschienen und betrachtet das Thema Zuwanderung und Minderheiten aus ganz verschiedenen Blickwinkeln. Neben einem Befragungs- und Statistik-Teil bietet das Buch viele persönliche Schicksale, Lebenslinien und Sichtweisen von Bürgern. „Ein hoch interessantes Buch, das für jeden, der sich mit dem Themenkomplex beschäftigt, ein absolutes Muss darstellt“ (Gernot Kirch, Nibelungen-Kurier)

Mehmet Gürcan Daimagüler: Kein schöner Land in dieser Zeit

Das Märchen von der gescheiterten Integration

240 S., geb., Gütersloher Verlagshaus 2011 (erscheint Oktober)        19,99 EUR

Warum ich Deutschland liebe, aber die Deutschen hasse! – Eine Provokation. Geschlossene Gesellschaft: Warum die Integrationsdebatte verlogen ist. Die Integrationsbereitschaft der Türken scheitert an der fehlenden Integrationsoffenheit der Deutschen. Auf der Suche nach einer tragfähigen Leitkultur. Die Auflehnung gegen die Doppelmoral in Politik und Gesellschaft. Er ist ein Mann auf der Suche nach einem Platz zwischen den Kulturen. Er spricht besser Deutsch als viele Deutsche, ist besser ausgebildet, war in Harvard und Yale und zahlt mehr Steuern. Trotzdem fühlt er sich nicht integriert. Woran liegt das? Wie steht es wirklich um die Integration von „Mitbürgern mit Migrationshintergrund?“ in Deutschland? Mehmet Daimagüler ist kein weinerlicher „Mich-hat-keiner-lieb“-Typ, sondern ein intelligenter, gebildeter und kämpferischer Mensch – ein „Paria mit Selbstbewusstsein“ -, der nichts weiter möchte, als in dem Land akzeptiert und geachtet zu werden, in dem er aufwuchs, in dem er seine Wurzeln hat, das seine Heimat ist. Doch dieses Land in der Mitte Europas ist dafür nicht geschaffen. In provokativen Thesen analysiert Daimagüler seine Situation und die vieler anderer. Eine Lösung scheint nicht in Sicht: Eigentlich müsste er – wie viele andere auch – seiner feindlichen Heimat den Rücken kehren. Aber genau das will er nicht. Deshalb hat er dieses Buch geschrieben, in dem er die Entwicklung einer tragfähigen deutschen Leitkultur einklagt. Mehmet Gürcan Daimagüler wurde 1968 als Sohn türkischer Gastarbeiter geboren, studierte Jura, Romanistik und VWL in Bonn und Harvard. Gastprofessur an der Yale University, vom Weltwirtschaftsforum in Davos als „Young Global Leader“ ausgezeichnet. Mehmet Daimagüler engagiert sich für den interreligiösen Dialog, insbesondere zwischen Juden und Muslimen. Er ist auch „German-Israeli Young Leader“ der Bertelsmann-Stiftung und war Mitglied im Bundesvorstand der FDP. Damit war er noch vor seinem WG-Partner Cem Özdemir der erste Türkischstämmige, der in das oberste Beschlussgremium einer deutschen Partei gewählt wurde. Seit seinem Austritt aus der FDP arbeitet Daimagüler als Rechtsanwalt in Berlin.

 

Bertelsmann Stiftung (Hrsg.)

Wer gehört dazu?

Zugehörigkeit als Voraussetzung für Integration

256 S., Pb., Bertelsmann Stiftung 2011                                                   25,00 EUR

 

Matthias Deiß / Jo Gold: Ehrenmord – ein deutsches Schicksal

256 S., Pb., Hoffmann & Campe 2011                                                   18,99 EUR

Das Buch erinnert an die 2005 Jahren erschossene Hatun Sürücü, die als alleinerziehende Mutter (von ihren Eltern mit 16 Jahren ohne Abschluss aus der Schule genommen und verheiratet wurde) selbstbestimmt leben wollte. Nach dem Scheitern der arrangierten Ehe in der Türkei wurde die schwangere Frau zunächst von ihrer Familie im Berlin-Kreuzberg aufgenommen, aber akzeptierte nicht die schrittweise Emanzipierung. Hatun zog mit ihrem kleinen Sohn in ein Mutter-Kind-Heim, holte ihren Schulabschluss nach und begann eine Ausbildung zur Elektroinstallateurin. Die kurdischstämmige Deutsche wurde mit 23 Jahren von einem ihrer Brüder auf offener Straße in Berlin erschossen. Dieser Mord trug zu einer heftigen „Integrationsdebatte“ bei. Die beiden Journalisten haben u.a. den inhaftierten Bruder, wie auch in Istanbul einen weiteren mit internationalem Haftbefehlt gesuchten weiteren Bruder interviewt.

 

Haci Halil Uslucan: Dabei und doch nicht mittendrin

Die Integration türkischstämmiger Zuwanderer

96 S., geb., Wagenbach 2011  (erscheint im September)                     14,90 EUR

31.Oktober 2011: 50 Jahre Deutsch-Türkisches Anwerbeabkommen: „Alles verstehen heißt nicht, mit allem einverstanden sein. Aber Verstehen ist die Voraussetzung, um überhaupt zu urteilen“. „Jetzt sind sie schon über 40 Jahre hier und können immer noch kein Deutsch“ – „Türken sind am schlechtesten integriert“, so oder ähnlich lauten die medial-populistischen Diagnosen zur gesellschaftlichen Integration der Menschen aus der Türkei, und selbst bei Zuwanderungsbefürwortern finden sich solche Vorurteile zuhauf. Haci Halil Uslucan, Wissenschaftler von hoher Reputation, hat viele Jahre Integrationsforschung betrieben. In seinem Buch fragt er zunächst, welche unterschiedlichen Motive zur Migration geführt haben, um die damit einhergehenden Anpassungsprozesse in der „neuen Heimat“ herauszuarbeiten. Und er fragt, wie eine Integrations- und Bildungspolitik aussehen muss, damit sie nicht – wie so oft in Deutschland – zum Scheitern verurteilt ist, sondern die Potentiale derjenigen entdeckt – und nutzt -, die zwischen zwei Kulturen aufgewachsen sind. Uslucan thematisiert aber vor allem auch die Veränderungen in der Aufnahmegesellschaft, denn: Die Präsenz des „Anderen“, des vermeintlich „Fremden“, wirkt auf die „Einheimischen“ ein und löst bei ihnen Fragen nach der eigenen kulturellen Identität aus. Haci Halil Uslucan, geboren 1965 in Kayseri/Türkei, Grundschule in Kayseri, ab 1973 in Berlin; Lehre als Maschinenschlosser, Studium der Psychologie, Philosophie und Allgemeinen Literaturwissenschaft an der FU, Berlin; Diplom in Psychologie, Promotion in Literaturwissenschaft; Leiter verschiedener Studien, Vertretungsprofessuren; seit 2010 Leiter des Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung und Professor für Moderne Türkeistudien an der Universität in Duisburg-Essen.

 

SAPHIR 7/8. Religionsbuch für junge Muslime

216 S., Kösel 2011                                                                                 14,99 EUR

Ende August erscheint der zweite Band der deutschsprachigen Schulbuchreihe für muslimische Schülerinnen und Schüler und steht dem Schuljahr 2011/2012 zur Verfügung. Saphir 7/8 ist dann in NRW, Niedersachsen und Bayern als lernmittelfreies Unterrichtswerk zugelassen. Saphir ist die erste deutschsprachige Unterrichtsreihe für Islamkunde bzw. Islamischen Religionsunterricht in Deutschland. Saphir informiert über den islamischen Glauben und seine Praxis in Deutschland. Dadurch fördert es die Beheimatung der jungen Musliminnen und Muslime in der Schule und ihre Integration in Deutschland. Hinweise zur Schulbuchreihe, Leseproben und ausführliche Informationen zu den Herausgeberinnen finden sich auch unter www.koesel.de

 

SAPHIR 5/6. Religionsbuch für junge Muslime

192 S., Kösel 2008                                                                                14,99 EUR

Die interreligiöse Arbeitsstelle INTRA (Reinhard Kirste) schrieb dazu: „Endlich! So möchte man sagen, denn mit Saphir 5/6 ist endlich ein Religionsbuch für islamische SchülerInnen der 5. und 6. Klasse auf dem Markt, das sich nicht nur sehen lassen kann. Vielmehr entspricht es den Standards, die mit den religionspädagogischen Konzeptionen in evangelischen und katholischen Religionsbüchern schon lange gesetzt sind.“

 

Materialdienst der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen

Ausgabe 8/2011                                                                                      2,50 EUR

u.a. „Was ist vehemente Islamkritik – Gegen die Verwilderung der Streitkultur“, „Das christliche Zeugnis in einer multireligiösen Welt – Empfehlungen für einen Verhaltenskodex“

 

Patrick Bahners: Die Panikmacher

Die deutsche Angst vor dem Islam. Eine Streitschrift

320 S., geb., C.H. Beck Verlag                                                                  19,95 EUR

Thilo Sarrazin hatte sein Buch veröffentlicht mit Thesen wie einem jüdischen Gen und der „Produktion von Kopftuchmädchen“. Patrick Bahners, Feuilletonchef der FAZ, bezieht die Gegenposition zu Sarrazin, ohne sich explizit mit ihm auseinanderzusetzen. Im Zentrum seines Buches dagegen steht Necla Kelek mit ihren Büchern „Die fremde Braut“ und „Die verlorenen Söhne“. Panik oder deutsche Angst bereitet diese Autorin allerdings nun wirklich nicht. Es wird zu wenig differenziert zwischen Autoren die kritische Themen des Islam aufgreifen, selbst der Vertreter des Euro-Islam Bassam Tibi wird da aufgeführt. Auch er ist sicherlich kein „Panikmacher“. Bei näherem Hinsehen erweist sich dieser „Anti-Sarrazin“ dadurch leider etwas mangelhaft.

 

Michael Thumann: Der Islam-Irrtum

Europas Angst vor der muslimischen Welt

330 S., Eichborn 2011                                                                             32,00 EUR

Spätestens seit dem 11.September neigt der Westen dazu, den Islam fälschlicherweise in erster Linie mit Terroranschlägen und Gewalt in Verbindung zu bringen. Der Autor zeigt auf, dass das nicht ausreicht. Es handelt sich dabei nicht um ein Plädoyer für mehr Toleranz gegenüber dem Islam, sondern um ein sehr persönliches Buch. Er besucht Hisbollah und Hamas, geht auf die Ängste des Westens (Kopftuch) ein.

 

Wolf Ahmed Aries: Der christlich-islamische Dialog

Chancen und Grenzen

214 S., Tectum 2011                                                                                24,90 EUR

Aries, Mitbegründer der Gesellschaft Muslimischer Sozial- und Geisteswissenschaftler, als Deutscher im christlichen Glauben aufgewachsen und seit Jahren Muslim plädiert für den Dialog zwischen Christen und Muslimen. Barrieren abbauen lautet seine Grundforderung. Und das gilt für den Westen wie auch für die arabische Welt.

 

Khaled Hroub: Hamas – Die islamische Bewegung in Palästina

256 S., Pb., Palmyra 2011                                                                       17,90 EUR

Zur großen Überraschung gewann die Hamas im Jahr 2006 die Wahlen zur Palästinensischen Nationalbehörde. Das vorliegende Buch behandelt die Geschichte und politische Entwicklung der Organisation mit all ihren entscheidenden Aspekten, die sie seit ihrer Gründung bestimmt haben. Es möchte damit der verzerrten und einseitigen Darstellung und Wahrnehmung dieser palästinensischen Widerstandsbewegung, die in der westlichen Welt meist nur als „Terrororganisation“ bezeichnet wird, entgegenwirken. Das Buch ist jedoch keine Verteidigungsschrift für die Hamas. Es bleibt vielmehr dem Leser überlassen, sich eine eigene Meinung zu bilden. In einer informativen Frage-Antwort-Form behandelt der Autor im Einzelnen: die Geschichte und religiöse Haltung der Hamas, ihre politische Programmatik, Strategie und Organisationsstruktur, ihre weitreichendes soziales Engagement, ihre Stellung gegenüber anderen palästinensischen Organisationen, die kritische Frage der Selbstmordattentate (die für viele fast synonym für die Hamas stehen), ihre Haltung zum Staat Israel sowie die Frage, ob mit der Hamas ein Frieden zwischen Israel und den Palästinensern möglich ist. Dabei wird deutlich, wie die Organisation durch die israelische Besatzungspolitik in den palästinensischen Gebieten und das Scheitern des 1993 initiierten Osloer Friedensprozesses immer mehr an Bedeutung gewann. Der Einfluss der Hamas in Palästina führt den Autor zu dem Schluss, dass der Westen sich ernsthafter mit ihr auseinandersetzen muss, wenn ein Frieden verwirklicht werden soll. Hroubs Buch liefert somit einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis der aktuellen Situation im Nahostkonfllikt. Interessant, kenntnisreich und völlig konträr was im Westen über die Hamas gedacht wird, meisterhafte Darstellung der Geschichte und Ideologie der Hamas. Khaled Hroub, geboren 1965, stammt aus einem palästinensischen Flüchtlingslager in Bethlehem. Er ist Direktor des Arabischen Medienprojektes an der Universität in Cambridge. Zudem arbeitet er als Journalist für den Fernsehsender „Al-Jazira“.

 

Boualem Sansal: Postlagernd: Algier

84 S., Pb., Merlin Verlag                                                                            9,90 EUR

Der diesjährige Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels gehört zu den wenigen Intellektuellen, die ihrem Land Algerien noch nicht den Rücken gekehrt haben. In seinem bereits 2006 erschienenen Brief „Postlagernd: Algier“ an seine Landsleute rechnet er mit den dortigen Machthabern ab und analysiert zugleich treffend die politische Lage in Algerien.

 

Karim El-Gwahary: Tagebuch der arabischen Revolution

240 S., Kremayr & Scheriau 2011                                                          22,00 EUR

Der Autor ist hautnah an den gegenwärtigen Umbrüchen: Der Sohn einer deutschen Mutter und eines ägyptischen Vaters leitet das Nahostbüro des ORF in Kairo. El Gwahary hat über sämtliche Nachrichtenkanäle vom Aufstand in Ägypten berichtet und legt nun sein Tagebuch der arabischen Revolution in Buchform vor. Es nimmt die Leute noch einmal mit nach Tunis, Kairo und Libyen, führt ihnen die unruhigen Monate plastisch vor Augen.

 

Kristina Bergmann: Tausendundeine Revolution

Die arabische Welt im Umbruch

150 S., Lenos 2011                                                                                14,90 EUR

Die Journalistin Bergmann hat ein Kaleidoskop von Eindrücken gesammelt. Als „NZZ“-Korrespondentin für den Nahen Osten hat sie Stimmen aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Gruppen und Schichten zusammengetragen – Junge und Alte, Männer und Frauen, Christen und Muslime bekommen eine authentische Stimme. Was die Gruppierungen eint, ist der Protest gegen das Mubarak-Regime.

 

Judith Hornok: Moderne arabische Frauen

Die neue Generation der Vereinigten Arabischen Emirate

160 S., Molden 2011                                                                                22,99 EUR

Kommunikationsexpertin Hornok, die für Unternehmen Cross-Culture-Seminare gibt, hat den Fokus auf die neue Generation der Frauen in den Arabischen Emiraten gelegt. In vielen Gesprächen mit ihnen arbeitet sie heraus, wie sie denken, wie ihre Karrieren verlaufen, welche Veränderungsprozesse im Gang sind.

 

Frank Nordhausen / Thomas Schmid: Die arabische Revolution

Demokratischer Aufbruch von Tunesien bis zum Golf

216 S., Ch. Links Verlag 2011                                                                   16,90 EUR

Einen weniger unmittelbaren, distanzierten Blick auf die Ereignisse in Nordafrika wirft dieser Sammelband, in dem Politologen, Historiker und Journalisten jeweils kapitelweise eines der Länder der arabischen Welt behandeln. Detailliert werden die zahlreichen Verflechtungen dargestellt, die das Themenfeld so komplex werden lassen: Religiöse, wirtschaftliche und territoriale Ansprüche bilden eine schwer trennbare Einheit. Trotzdem erscheint jedes Land als Sonderfall, sei es Syrien, Marokko oder Saudi-Arabien.

 

Roland Merk: Arabesken der Revolution

Zornige Tage in Tunis, Kairo…

176 S., Edition 8 2011                                                                                  17,80 EUR

Schriftsteller, Filmemacher und andere Intellektuelle aus Tunesien und Ägypten werfen einen mal persönlichen, mal kritisch-analytischen Blick auf ihre Heimatländer.

 

Bernhard Schmid: Die arabische Revolution?

Soziale Elemente und Jugendprotest in den nordafrikanischen Revolten

120 S., Edition Assemblage 2011                                                                  9,80 EUR

Bewegt hat sich in Tunesien und Ägypten zunächst einmal die Jugend. Von einer „Facebook-Revolution“ war nicht selten die Rede. Der Autor nimmt keine oberflächliche Bestandsaufnahme vor; ihm geht es zugleich um eine Herleitung der Revolution aus der Geschichte, um die historischen Wurzeln des Islamismus und um die disparaten Interessen der Revolutionäre. Nicht zuletzt weist er auf die Tatsache hin, dass der eine oder andere Diktator von westlichen Staaten nicht nur geduldet, sondern aktiv unterstützt wurde.

 

Michael Lüders: Die arabische Revolution

Ein Aufstand erschüttert die Welt

240 S., C. H. Beck 2011                                                                               19,95 EUR

Gründlich analysiert der Nahost-Experte Lüders, lange Korrespondent der „Zeit“, die Ursprünge und Auslöser für die zornigen Ausbrüche gegen die diktatorischen Regime. Er führt eben diese auf politische Fehlkalkulationen in der westlichen Welt zurück.

 

Hamed Abdel-Samad: Krieg oder Frieden

Die arabische Revolution und die Zukunft des Westens

240 S., Droemer-Knaur 2011                                                                       18,00 EUR

Nun, nachdem der Aufstand ausgebrochen ist, muss auch der Westen eine Haltung finden, eine politische, aber auch eine geistige. Hamed Abdel-Samad, Mitarbeiter der Unesco und Mitglied der deutschen Islamkonferenz, stellt die provozierende Frage „Krieg oder Frieden“ und macht deutlich, dass die Antwort auf diese Frage auch außerhalb der arabischen Welt liegt. Entscheidend sei, wie der Westen sich gegenüber den zu erwartenden Flüchtlingsströmen verhalte und welche Rolle er im Kampf der destabilisierten System spielen wolle.

 

Jim Al-Khalili: Im Zeichen der Weisheit

Die arabischen Wissenschaften als Fundament unserer Kultur

432 S., S. Fischer 2011                                                                           22,95 EUR

 

Vita Sackville-West: Zwölf Tage in Persien

Reise über die Bakhtiari-Berge

144 S. mit Fotografien, geb., Wagenbach 2011                                      15,90 EUR

Zwölf Tage durch eine fremde Welt in einer Zeit, als das Reisen in unbekannte Regionen noch ein Abenteuer war. Vita Sackville-West, die englische Exzentrikerin, ist mit ihren Büchern über die Gartenkunst bis heute weltberühmt. Klassiker sind aber auch ihre Reportagen über die vielen Reisen, die die neugierige und weltoffene Globetrotterin unternahm. Sackville-West (1892 – 1962) gehörte zum berühmten Bloomsbury-Kreis um Virginia Woolf und schrieb seit ihrem 14.Lebensjahr zahlreiche Romane. Nach vielen Auslandsreisen mit ihrem Ehemann, dem Schriftsteller und Diplomaten Sir Harald Nicholson, lebte sie später auf Sissinghurst Castle in Kent. Vorliegendes Buch ist ein farbiger Bericht über die Reise von Vita Sackville-West, ihrem Ehemann und drei weiteren englischen Gentlemen in den zwanziger Jahren über die Bakhtiari-Berge im Südiran. Die Landschaft dort ist unwirtlich (abewechselnd „Wüste mit Steinen oder Wüste ohne Steine“), und dennoch entdeckt die passionierte Botanikerin versteckte Blumen und die karge Schönheit dieser Gegend. Mit viel Selbstironie schildert sie, wie sie als englische Lady ihrem Anspruch als Abenteuerin auf ihrer beschwerlichen Reise mit Mauleseln nicht gerecht wird, da sie unmöglich auf ihren Fünf-Uhr-Tee verzichten kann. Ebenso verquer misslingt ihre Kontaktaufnahme mit einem wandernden Derwisch. Gegen Ende der Reise stellt sie Überlegungen darüber an, ob die ärmliche Abgeschiedenheit der Bergbewohner nicht zu schützen wäre vor dem Einbruch der Moderne. Aber die letzte Wegetappe zu den Ölfeldern der Anglo-Persian-Oil-Company führen sie und die Leser zurück in die Realitäten.

 

Amir & Khalil: Zahra`s Paradise

Die grüne Revolution im Iran und die Suche einer Mutter nach ihrem Sohn

160 S., durchgehend s/w illustriert, geb., Knesebeck 2011 (September)  16,95 EUR

Dramatische Geschichte vor dem Hintergrund der politischen Situation im Iran und in der arabischen Welt. Die bedeutendste Graphic Novel über den Iran seit „Persepolis“. Nominiert für den Eisner Award 2011. Terror, schwarz auf Weiß. Während der Proteste gegen die gefälschten Wahlen vom 16.Juni 2009 im Iran verschwindet der junge Mann Mehdi spurlos. Seine Mutter und sein Bruder – ein Blogger – machen sich auf eine verzweifelte Suche nach ihm: im Internet, in den Krankenhäusern, in den Gefängnissen und auf den Friedhöfen der islamischen Republik. Sie geben die Hoffnung nicht auf und versuchen, die Erinnerung an den verlorenen Sohn und Bruder wachzuhalten. Dabei kämpfen sie mutig gegen die Institutionen, um die Wahrheit zu erfahren, und stoßen auf eine dunkle Welt des Grauens. Die fiktive Geschichte um Mehdi ist exemplarisch für das Schicksal vieler Iraner und schildert eindringlich die politische Situation des Landes. Sie vermittelt einen Eindruck der unmenschlichen Umstände und der Repression, unter denen die Menschen dort leiden, aber auch des engagierten und von Hoffnung getragenen Kampfes gegen das Regime. Die Geschichte erscheint bis September 2011 auch als Internet-Comic in Fortsetzungen auf www.zahrasparadise.com und verbreitet sich in vielen Foren auf der ganzen Welt. Amir ist iranisch-amerikanischer Menschenrechtsaktivist, Journalist und Dokumentarfilmer. Er lebt und arbeitet in den Vereinigten Staaten, Kanada, Europa und Afghanistan. Khalil ist Künstler und Illustrator mit einem einfühlsamen und ausdrucksvollem Zeichenstil. Er schafft seit Jahren Kunstwerke auf Keramik und zeichnet Cartoons und Comics. Zahra`s Paradise ist seine erste Graphic Novel. Aus politischen Gründen arbeiten beide Autoren unter Pseudonymen.

 

Mark Braverman: Verhängisvolle Scham                                                          Israels Politik und das Schweigen der Christen

320 S., geb., Gütersloher Verlagshaus 2011 (erscheint Oktober)             24,99 EUR

Kann man Israel kritisieren, ohne antisemitisch zu wirken? Eine prophetische jüdische Stimme im verfahrenen Konflikt um Palästina. Ein erhellendes Buch – provozierend und unerhört! Mark Braverman wuchs in einem traditionellen jüdischen Zuhause in den USA auf. Als Jude hat er starke familiäre und emotionale Bindungen an das Heilige Land. Doch: je häufiger er das Land besucht, desto größer werden seine Zweifel. Warum tut Israel, was es tut? Hat es ein Recht dazu? Und warum gibt es weltweit so wenig Widerspruch? Braverman stellt die Antworten vor, die er auf seine Fragen gefunden hat. Die Motive, die den Konflikt anheizen, entdeckt er in der fatalen gemeinsamen Geschichte von Juden und Christen. Mit Leidenschaft und genauer Analyse zeigt Braverman, wie Chauvinismus und Scham den Konflikt in Palästina nur vertiefen und Israel in die Katastrophe führen. Gibt es einen Ausweg? Vielleicht. Wenn Juden und Christen sich auf ihre gemeinsame prophetische Tradition der Gerechtigkeit besinnen, sind neue Wege denkbar. Mark Braverman, geboren 1948, arbeitet als klinischer Psychologe und entwickelte neue Behandlungsansätze in den Bereichen Krisenintervention und Traumatherapie. Er ist Jude mit starken Bindungen ins Heilige Land. Gegenwärtig widmet er seine ganze Zeit der Arbeit für den Frieden in Palästina. Braverman ist Mitbegründer der Organisation Friends of Tent of Nations North America und gehört zum Vorstand des Israeli Committee Against House Demolitions-USA; Mitglied des Leitungsgremiums der Friends of Sabee North-America, einer ökumenischen Friedensbewegung, die palästinensische Christen im Heiligen Land unterstützt. www.mark-breverman.de

 

Andrea von Treuenfeld: In Deutschland eine Jüdin, eine Jeckete in Israel

Geflohene Frauen erzählen ihr Leben

240 S., geb., Gütersloher Verlagshaus 2011 (erscheint September)        19,99 EUR

Bewegende Schicksale vertriebener deutscher Jüdinnen in Israel. Lebensbilder von ergreifender Dichte und Intensität. Mit zahlreichen Fotos und Zusatzinformationen sowie einem Vorwort von Günter Jauch. Als sie flohen, waren sie kleine Mädchen oder junge Frauen. Man nahm ihnen die Heimat, die Familie und ihre Würde. In Palästina wurden sie die „Jeckes“: Deutsche, die nicht willkommen waren, denn ihre Sprache war die der Mörder. Jetzt, im Alter, kommen die Erinnerungen zurück: Mit ihren sehr persönlichen Geschichten geben in diesem Buch 16 Jüdinnen, die dem Naziregime entkamen, Auskunft über ihr Leben. Sie erzählen von einer fröhlichen Kindheit, die abrupt endete. Sie berichten von ihrem Weg nach Palästina, der Not der ersten Jahre, dem Aufbau und der Beheimatung in Israel mit all seinen frohen und traurigen Seiten. In Lebensbildern von ergreifender Dichte werden hier jüdische Frauenschicksale im Horizont des Holocaust sichtbar und Erfahrungen aufbewahrt, die erinnert und nacherzählt werden müssen. Die Autorin Andrea von Treuenfeld, geboren 1957, hat in Münster Publizistik und Germanistik studiert und nach einem Volontariat bei einer Tageszeitung lange als Kolumnistin, Korrespondentin und Leitende Redakteurin für namhafte Printmedien, darunter WELT am SONNTAG und WIRTSCHAFTSWOCHE gearbeitet. Heute lebt sie in Hamburg und schreibt als freie Journalistin Biografien und Reportagen mit Schwerpunkt Israel, das sie regelmäßig bereist.

 

Christfried Böttrich / Beate Ego / Friedmann Eißler

Adam und Eva in Judentum, Christentum und Islam 

199 S., geb., Vandenhoeck & Rupprecht 2011                                            19,95 EUR    

In welchem Verhältnis steht der Mensch zu seiner Umwelt? Wie ist die Beziehung zwischen Mann und Frau geprägt? Wie kommt der Tod in die Welt? Anhand der Paradiesgeschichte beschreiben die Autoren die unterschiedlichen Traditionen, die sich in den drei monotheistischen Religionen mit ihr verbinden. Bei der Frage nach der Herkunft des Bösen, der Macht der Sünde und der Möglichkeit des Menschen, sich aus diesen Schuldzusammenhängen zu befreien, werden Adam und Eva als Teil eines gemeinsamen Erbes sichtbar gemacht, ohne die Unterschiede und Spezifika zu verwischen.

 

Ebenfalls in dieser Reihe erschienen:

 

Abraham in Judentum, Christentum und Islam                                       19,95 EUR

Jesus und Maria in Judentum, Christentum und Islam                          19,95 EUR

Mose in Judentum, Christentum und Islam                                             19,95 EUR

 

Dambisa Moyo: Dead Aid

Warum Entwicklungshilfe nicht funktioniert und was Afrika besser machen kann  236 S., Pb., Haffmans & Tolkemitt 2011                                           14,95 EUR

Eine Afrikanerin fordert das Ende der Entwicklungshilfe! Der New-York-Times-Bestseller endlich auf deutsch. Provokativ… eine Bombe von einem Buch. Dambisa Moyo gilt nach dem Time Magazine als eine der 100 einflussreichsten Frauen der Welt. Sie ist 41 Jahre, wurde in Sambia geboren und ist dort aufgewachsen, Flucht 1990 nach einem Putschversuch, Studium der Chemie und Ökonomie in Washington und Harvard, 2002 Promotion in Oxford, 1993 – 1995 als Beraterin bei der Weltbank, 2001 – 2008 als Ökonomin bei Goldman Sachs, seither freie Autorin und Referentin. Als das Times Magazine 2009 sie zu einer der hundert einflussreichsten Persönlichkeiten weltweit wählte, wurde sie im selben Jahr auch vom Wirtschaftsforum als eine der „Young Global Leaders“ geehrt.

Afrika braucht unsere Hilfe, so der westliche Konsens, Entwicklungshilfe ist eine gute Sache. In den letzten 50 Jahren sind zwei Billionen Dollar in den vermeintlich verlorenen Kontinent geflossen, Bono und Bob Geldof trommeln immer wieder für zusätzliche Mittel. Jetzt erhebt sich erstmals eine Stimme Afrikas – die Stimme einer Frau, einer Schwarzen – und sagt: Nein! Entwicklungshilfe hat den Kontinent und die Lebensumstände der Afrikaner kein Stück verbessert. Entwicklungshilfe ist keine Lösung, sie ist das Problem. Sie ist für die meisten Staaten des Kontinents ein einziges Desaster: Sie macht abhängig. Sie zementiert die bestehenden Gegebenheiten. Sie fördert die Korruption und finanziert Kriege. Sie zerstört jeden Anreiz, gut zu wirtschaften und aus eigenen Stücken die Armut zu bekämpfen. Dambisa Moyo entwirft stattdessen einen Weg, wie sich Afrika selbstbestimmt entwickeln kann. In den USA und Großbritannien löste „Dead Aid“ eine hitzige Debatte aus. Es stand mehrere Wochen auf der Bestsellerliste der „New York Times“ und wurde vom „Sunday Herold“ zum Buch des Jahres gewählt. Eine gnadenlose Abrechnung mit den Hilfsprogrammen der vergangenen 60 Jahre.

 

Juan Josè Saer: Der fremde Zeuge

192 S., TB, Wagenbach 2011                                                               10,90 EUR

Roman. Saer ist ein Meister des sprachlichen Ausdrucks und der imaginären Gestaltung historischer Realität. Eben noch unter Menschenfressern, jetzt auf der Theaterbühne: In seinem wichtigstem Roman kommen Schein und Sein zusammen. Zur Zeit der großen Eroberungen im 16.Jahrhundert überfallen Indianer im Norden des heutigen Argentiniens eine Gruppe spanischer Konquistadoren. Als einziger Überlebender gliedert sich der anonyme Ich-Erzähler dieses außergewöhnlichen Romans in die Stammesgesellschaft der Colastine ein, nimmt deren Sprache und kannibalische Sitten an. Die Indianer respektieren ihn, nennen ihn def-ghi – doch was sein neuer Name eigentlich bedeutet, bleibt ihm zeit seines Lebens ein Rätsel. Es vergehen Jahre, bis abermals ein Häufchen Spanier zu den Colastine vordringt und den Helden aus seiner Gefangenschaft befreit. Zurück in Europa, schließt sich dieser einer fahrenden Schauspieltruppe an, mit der er von nun an seine Erlebnisse bei den Menschenfressern landauf, landab inszeniert – bis er seine Lebensgeschichte im hohen Alter schließlich niederschreibt. Saer zeigt in seinem Roman, wie sehr sich Ethnographie und literarische Fiktion ähneln – und wie brüchig die Bilder unserer Selbst sind. Juan Josè Saer zählt zu den besten Schriftstellern Südamerikas. Er wurde als Sohn syrischer Einwanderer 1937 im argentinischen Serodino geboren, studierte Jura und Philosophie. Ab 1968 lebte er in Frankreich im Exil, wo er 2005 starb.

 

Juan Jose Saer: Die Gelegenheit

208 S., TB, Wagenbach 2010                                                             10,90 EUR

Als ihn Pariser Wissenschaftler öffentlich bloßstellen, macht sich der mit telepathischen Fähigkeiten begabte Ex- Spion und Löffelbieger Bianco 1855 auf nach Argentinien, um dort in der Pampa ein neues Leben als Viehhändler zu beginnen. Bald heiratet er die mehr sinnliche als übersinnliche Gina. Das Leben in der Neuen Welt scheint eine einzige Verheißung – wäre da nur nicht diese rasende Eifersucht, Biancos dumpfer Verdacht, Gina könnte ihn betrügen … Saers Roman bietet die einmalige Gelegenheit, die Anfänge des modernen, multikulturellen Argentiniens hautnah mitzuerleben.

 

Margaret Mazzantini: Das schönste Wort der Welt

800 S., Dumont 2011                                                                         22,99 EUR

Das Glück im Krieg – Rückkehr nach Sarajevo. Die große Liebe trifft die Studentin Gemma und den Fotografen Diego wie der sprichtwörtliche Blitz aus heiterem Himmel – und die jungen Leute leben ihr Glück, dem Grauen des jugoslawischen Bürgerkriegs zum Trotz. Viele Jahre später kehrt Gemma zurück nach Sarajevo, begleitet von ihrem Sohn Pietro. Sie will ihm die Stadt zeigen, jene „Grenze zwischen Orient und Okzident, das Jerusalem des Ostens, den Kreuzweg jahrtausendalter Kulturen und Avantgarden“; all die Orte, die sein Vater fotografiert hat. Jener Vater, den Pietro nie kennenlernen konnte. Denn Diego, Gemmas große Liebe, lebt nicht mehr. Und so wird ihr Besuch in Sarajevo eine schmerzvolle, erinnerungsschwere Reise in die Vergangenheit – und zu ihrem höchst eigenen Gewordensein. Margaret Mazzantini hat einen poetischen, melancholischen Roman geschrieben – eine Geschichte wie eine Umarmung, voller Liebe, Weisheit, Schmerz und Hoffnung. Der neue grandiose Roman von Margaret Mazzantini schildert die große bedingungslose Liebe – und einen Schicksalsschlag, der alles verändert. „Eine Geschichte von Liebe und Schmerz, von Mut und Angst. Grandios und bezaubernd. Seite für Seite Bilder, Rhythmus, Spannung, Leiden, pure Energie“ (La Nazione)

 

Yiwu Liao: Für ein Lied und hundert Lieder

544 S., geb., Fischer Verlag 2011                                                      24,95 EUR

Ein großes literarisches Zeugnis über das Menschsein in widrigsten Umständen.Bis zum Vorabend des 4. Juni 1989 führt Liao Yiwu das Leben eines so unbekannten wie unpolitischen Hippie-Poeten. Doch mit dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens ist schlagartig alles anders. Nachdem Liao ein kritisches Gedicht verfasst hat, wird er zu vier Jahren Haft im Gefängnis und in einem Arbeitslager verurteilt. In seinem großen Buch schildert Liao auf literarisch höchst eindringliche Weise die brutale Realität seiner Inhaftierung. Dabei ist er schonungslos, auch sich selbst gegenüber: Er beschreibt, wie er und seine Mithäftlinge zu Halbmenschen degradiert werden und dabei manchmal selbst vergessen, was es bedeutet, Mensch und Mitmensch zu sein. Liao Yiwu zeigt sich in diesem eindrucksvollen Buch abermals als einer der ganz großen Autoren Chinas, als einer der sprach- und bildmächtigsten Schriftsteller unserer Zeit. Um neuen Repressionen zu entgehen, reiste er Anfang Juli nach Berlin aus. Der Titel schaffte es gleich bei Erscheinen in die Sachbuchbestsellerliste.

 

Marjane Satrapi: Persepolis – Eine Kindheit im Iran & Jugendjahre

352 S., Süddeutsche Zeitung Comic Edition 2011                                 19,90 EUR

Pro-islamische Indoktrination, Folterungen und der unerfüllte Wunsch nach westlichen Dingen – das Leben der kleinen Marjane ist voll von grauenhaften, teils absurden Episoden. „Persepolis“ zeigt die Geschichte dieses Mädchens, das die Islamische Revolution und

den Krieg miterlebt und nach ihren Jugendjahren in Wien wieder nach Teheran zurückkehrt.

 

Art Spiegelmann: Maus – Die Geschichte eines Überlebenden

300 S., Süddeutsche Zeitung Comic Edition, 2011                                      14,90 EUR

In „Maus“ schildert Art Spiegelman die Lebensgeschichte seines Vaters, eines polnischen Juden, der die Shoah überlebte und nach dem Zweiten Weltkrieg als Emigrant in die USA ging. „Maus“ ist eine der berühmtesten Graphic Novels unserer Zeit und wurde als erster Comic verdient 1992 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

 

Joe Sacco: Palästina

288 S., Süddeutsche Zeitung Comic Edition 2011                                       14,90 EUR

In eindringlichen Schwarz-Weiß-Zeichnungen skizziert Joe Sacco die beklemmende Situation der Menschen in den besetzten Palästinensergebieten, die er 1991 bereist

hat. Die Eindringlichkeit seiner Bilder und die teils chaotisch anmutenden Textfelder verstärken diesen Eindruck. Ausgezeichnet wurde „Palästina“ 1996 mit dem „American Book Award“.

 

Ari Folman / David Polonsky: Waltz with Bashir

121 S., Süddeutsche Zeitung Comic Edition 2011                                       14,90 EUR

Ari Folman und David Polonsky schufen mit „Waltz with Bashir“ in magischen, fast fotorealistischen Bildern eine packende und authentische Schilderung der Ereignisse des ersten Libanonkrieges. 2008 wurde der gleichnamige Dokumentarfilm mit dem Golden Globe ausgezeichnet.

 

Wie wichtig der Spracherwerb für die Integration von Einwandererkindern ist, predigen Bildungsforscher schon lange. Der Hueber Verlag hat dazu die Reihe Spielerisch Deutsch lernen herausgebracht, die jetzt um neue Titel ergänzt worden ist:

 

Spielerisch Deutsch lernen: Spaß mit ersten Wörtern
48 S., Hueber 2011                                                                                        7,95 EUR

Das Arbeitsheft Spielerisch Deutsch lernen – Spaß mit ersten Wörtern mit 46 farbig illustrierten Aufgaben fördert Kinder im Kindergarten- und Vorschulalter in den Bereichen Sprach- und Wortschatzentwicklung, Geschicklichkeit und trainiert Stiftführung und Konzentration. Es fördert die Sprachentwicklung vor allem durch das Ausmalen und Aussprechen von Wörtern.

 

Spielerisch Deutsch lernen: Lustige Sprachspiele

48 S., Hueber 2011                                                                                        7,95 EUR

Mit dem illustrierten Arbeitsheft Spielerisch Deutsch lernen – Lustige Sprachspiele erweitern Kinder ab 4 Jahren mit Migrationshintergrund ihren Wortschatz und trainieren ihre sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten. Die ideale Vorbereitung auf schulische Anforderungen.

 

Mensch Klima! Wer bestimmt die Zukunft?

480 S., Lars Müller Publishers 2011                                                             45,00 EUR

Die Erde erwärmt sich unaufhaltsam – doch mit welchen Folgen? „Mensch Klima!“ liefert einen Situationsbericht und gibt Antworten. Die Katastrophe vor Augen. Wir kennen alle die Bilder von allen zerstörenden Hurrikans, von Regionen, die nach wochenlangen Regenfällen unter Wasser stehen, von brennenden Wäldern und von Landstrichen, in denen es seit Jahren nicht mehr regnet. Und immer stellt sich die Frage, ob der Klimawandel Grund für die katastrophalen Naturereignisse ist – und ob dieser Wandel von Menschen gemacht und daher vielleicht noch aufzuhalten ist. Kein Experte leugnet mehr die fortschreitende Erderwärmung und doch tut Aufklärung not. Denn die Folgen des Klimawandels sind ebenso umstritten wie die Frage, wie eine globale Klimapolitik aussehen muss. Mit all diesen Themen beschäftigt sich der Band „Mensch Klima!“ in umfassender, systemischer und gleichzeitig höchst lesbarer und verständlicher Form. Die Stärke des ziegeldicken Wälzers liegt aber nicht nur in der Theorie: Die verheerenden Folgen des Klimawandels sind in teilweise grandiosen Fotos dokumentiert.

 

 

 

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