Archive for Juli 2011

Interkulturelle Buchneuheiten Liste 16

Juli 25, 2011

Alle angeführten Titel können Sie bestellen über
Worms Verlag, Abt. Onlineshop, Kultur- und Veranstaltungs GmbH

Von Steuben Str. 5, 67549 Worms, Tel. 06241-2000-314

e-mail: berthold.roeth@kvg-worms.de

 

Thilo Sarrazin: Deutschland schafft sich ab

Wie wir unser Land aufs Spiel setzen

464 S., DVA 2010                                                                                       22,90 EUR

Der spektakulärste und nachhaltigste Sachbuchbestseller seit 1945 (nach weniger als zwei Monaten waren bereits über eine Million Exemplare verkauft) war diese umstrittene Deutschland-Analyse. Gespickt mit Fakten und Statistiken – aber zugleich ein Spiel mit Ressentiments und Zukunftsängsten. Vieles, was Sarrazin vorbringt, wurde in den letzten 30 Jahren bereits von anderen konservativen Autoren thematisiert, ohne dass solch ein Medienecho die Folge war. In der Resonanz ist das Buch wohl nur mit Spenglers „Untergang des Abendlandes“ zu vergleichen, dem Sachbuchbestseller aus der Weimarer Republik. Der Titel ist immer noch Nummer 1 der meistverkauften Sachbuchbücher auch im Jahr 2011. Im ersten halben Jahr wurden erneut 55.000 Exemplare ausgeliefert und somit bislang knapp 1,3 Millionen Mal verkauft.

 

Reinhard Pohl: Geht es um Integration? Die Sarrazin-Debatte 2010/2011

48 S., Magazin Verlag 2011                                                                     2,00 EUR

Ist Integration gescheitert? Argumentationshilfe für alle, die sich ernsthaft mit der Integrationspolitik in Deutschland befassen.

 

Götz Kubitschek / Michael Paulwitz: Deutsche Opfer, fremde Täter

Ausländergewalt in Deutschland. Hintergrund – Chronik – Prognose

270 S., Pb., Edition Antaios 2011                                                              19,00 EUR

Rechter Populismus gegen eine angeblich katastrophale Entwicklung. Gewalt gegen Deutsche sei ein Problem, von dem jeder wisse, aber fast niemand öffentlich spreche. Die Autoren widersprechen der Theorie, dass es sich bei der Gewalt junger Ausländer gegen Deutsche um ein soziales Problem handle. Wie weit dieser mittlerweile nicht mehr „stille Vorbürgerkrieg“ gediehen sei, zeigt eine Chronik, die hunderte Fälle aus den Jahren 2000 – 2010 versammelt. Unterstützt wird das Buch durch eine ständig aktualisierte Chronologie auf www.deutscheopfer.de

 

Günter Ederer: Träum weiter, Deutschland!

Politisch korrekt gegen die Wand.

366 S., geb., Eichborn 2011                                                                    21,95 EUR

Günter Ederer berichtete jahrzehntelang für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten aus aller Welt, war ZDF-Korrespondent in Tokio. Hier kritisiert er, dass eine offene Einwanderung unsere Bevölkerungsprobleme löse, denn er führt auf, dass immer mehr Hochqualifizierte auswandern und Platz für Ungebildete schaffen. Der Schwerpunkt des Buches ist aber nicht Multi-Kulti-Thematik, sondern eine deutsche Wirtschaftspolitik mit der er abrechnet.

 

Detlef Gürtler: Entschuldigung! Ich bin Deutsch – Eine Streitschrift

48 S., Pb., Murmann 2011                                                                       5,00 EUR

„Europäer aller Länder, wir bitten um Entschuldigung“. Lesen Sie in dieser Streitschrift, warum die Deutschen so sind, wie sie sind; warum sie wollen, dass die anderen so werden wie sie; warum sie darüber nicht mit sich reden lassen; warum ihnen die Folgen dieser Haltung egal sind und was Sie dagegen machen können.

 

Wolf-Dieter Vogel, Verona Wunderlich: Abenteuer DDR

Kubanerinnen und Kubaner im deutschen Sozialismus

184 S., geb., Dietz Berlin 2011                                                                    16,90 EUR

 

Leonel R. Cala Fuentes: Kubaner im realen Paradies

Ausländeralltag in der DDR. Eine Erinnerung

176 S., geb., Dietz Berlin                                                                             14,90 EUR

 

Reinhard Pohl: Interkulturelle Kompetenz

48 S., Magazin Verlag 2011                                                                     2,00 EUR

Was ist interkulturelle Kompetenz, wozu ist sie nützlich, wie kann man sie erlernen? Was ist Kulturalismus? Gibt es einen Kampf der Kulturen? Sind Menschen multikulturell? Oder transkulturell?

 

Reinhard Pohl: Überrascht und Enttäuscht.

Einwanderer berichten über ihre ersten Erfahrungen in Deutschland

48 S., Magazin Verlag 2011                                                                     2,00 EUR

Was hat mich an Deutschland positiv überrascht? Worüber war ich am meisten enttäuscht? 40 Einwanderer antworten, 40 fremde Blicke auf Deutschland – eine ganz eigene Landeskunde.

Kurt E. Becker :Minderheiten in Deutschland                                                       Assimiliert, integriert, diskriminiert? Erster Band des Nibelungen-Forum           Pb., Worms Verlag 2011                                                                             19,90 EUR                                                              Der Holocaust wirft seinen finsteren, langen Schatten auch in die deutsche Gegenwart. Das Verhältnis der Deutschen zu ihren Minderheiten bleibt, ob wir dies wollen oder nicht, über alle Zeiten hinweg durch die Nazi-Gräuel belastet. Die Hypothek unserer Vergangenheit ist untrennbar verbunden mit der je aktuellen Frage nach dem Verhältnis der Deutschen zu den hierzulande lebenden Minderheiten. „Wehret den Anfängen aller Diskriminierung“ lautet deswegen die Forderung an all jene, die Bürger dieses Staates und Angehörige dieser Gesellschaft sind. Vor dem Hintergrund einer schwerwiegenden historischen Dimension, und damit aber auch begleitet von einem gesellschaftspolitischen Imperativ, wird in Worms bei den Nibelungen-Festspielen „Die Geschichte des Joseph Süß Oppenheimer, genannt Jud Süß“ aufgeführt. Damit in den Fokus des Interesses rückt unser Verhältnis zu der Minderheit der in Deutschland lebenden Juden, aber auch zu den Minderheiten von Sinti und Roma, Türken, Indern oder Iranern – und nicht zu vergessen auch die Frage unseres Umgangs mit Behinderten in dieser Gesellschaft. Das übergreifende Thema also auch der Geschichte des „Jud Süß“ konzentriert sich in der Frage nach dem Verhalten der Mehrheit gegenüber den Minderheiten – konkret: Wie ist unsere Einstellung gegenüber Minderheiten in Deutschland? Ein Bestandteil des Herangehens an das Leitthema der diesjährigen Nibelungen-Festspiele ist auch dieses Buch, in dessen Mittelpunkt folgerichtig eine Repräsentativ- und Expertenbefragung, deren Ergebnis und Bewertung im gesamtgesellschaftlichen Kontext stehen. Komplettiert wird dieser erste Band des „Nibelungen-Forum“ durch Erfahrungs- und Erlebnisberichte von Angehörigen in Deutschland lebender Minderheiten, Lebensentwürfe und Schicksale somit, wie sie unterschiedlicher, beeindruckender und unter die Haut gehender kaum sein können. Auf die Studie selbst folgen biografische Erfahrungsberichte von in Deutschland lebenden Migranten. Die ideale Ergänzung zum „Manifest der Vielen“.

Cem Özdemir/Wolfgang Schuster: Mitten in Deutschland

Deutsch-Türkische Erfolgsgeschichten

327 S., Herder 2011                                                                                    19,95 EUR

Etwa drei Millionen türkischstämmige Menschen leben in Deutschland. Wie gut sind sie integriert? Darüber streiten die Politiker. Während die Debatten über Integration, Bau von Moscheen oder Islamunterricht an deutschen Schulen meist an der Oberfläche bleiben, bietet dieses Buch eine Innenperspektive: 50 Menschen mit türkischen Wurzeln erzählen, wie sie und ihre Familien hier aufgenommen wurden, welche Herausforderungen sie als Zuwanderer zu bestehen hatten und wie es ihnen gelungen ist, hier eine neue Heimat zu finden. Und sie erklären, wie ihre alte Heimat ihr Denken und Fühlen mit bestimmt.
Auch werden von dieser persönlichen Erfahrungsbasis her Perspektiven für das Verhältnis der Türkei zu Europa und besonders zu Deutschland sichtbar.

 

Michael Hofmann / Karin E. Yesilada

Kulturgeschichte der türkischen Einwanderung in Deutschland

300 S., Pb., Königshausen & Neumann 2011 (erscheint 4.Quartal)           29,80 EUR

Das fünfzigjährige Jubiläum des deutsch-türkischen Abwerbeabkommens (1961 – 2011) bedeutet ein halbes Jahrhundert Einwanderungsgeschichte für Türken in Deutschland. Durch die anhaltenden Debatten um Integration und Islam gerät dabei zu Unrecht die enorme Kulturleistung der größten in Deutschland lebenden Minderheit aus dem Blickfeld. Das vitale kulturelle Leben türkischer Einwanderer bringt nicht nur international anerkannte Filmregisseure wie Fatih Akin oder Bestsellerautoren wie Akif Pirincci hervor. Auch in anderen Bereichen wie etwa Musik, Bildhauerei, Comedy sind Deutsch-Türken kulturell produktiv. Diese Leistungen sind umso bemerkenswerter, als die deutsche Gesellschaft vor der Einwanderung lange die Augen verschloss und die „Fremden“ nur widerwillig und klischeehaft zur Kenntnis nahm. Das Kompendium präsentiert erstmals und umfassend eine beeindruckende Vielfalt von Fakten und Hintergründen türkisch-deutscher Kulturgeschichte in wissenschaftlicher und zugleich anschaulicher Weise. Chronologische Übersichtsartikel der jeweiligen Jahrzehnte, diachronische Themenbeiträge zu Politik, Wirtschaft und Kultur sowie zahlreiche Schlaglichter zur Kulturgeschichte bieten Kennern wie auch Interessierten spannende Einblicke in türkisch-deutsche Kultur. Damit trägt das Buch auch zu einem gemeinsamen kulturellen Gedächtnis des Einwanderungslandes Deutschland bei.

 

Birand Bingül: Der Hodscha und die Piepenkötter

Hörbuch, 4 CDs, Deutsche Grammophon Literatur (Mai 2011)                   16,99 EUR

Farce um Moscheebau – Deutsch-Türkische Freunde. Damit hat Ursula Piepenkötter nicht gerechnet: Einen Monat vor der Wahl kommt ein neuer Imam in die Stadt. Und Hodscha Nuri eröffnet ihr beim ersten Gespräch, dass er eine neue Moschee bauen will. Das muss Frau Piepenkötter verhindern, wenn sie Oberbürgermeisterin bleiben will. Und ihr fällt auch ein, wie sie den Hodscha ärgern kann. Die Konstellation erinnert an „Don Camillo und Peppone“: zwei halsstarrige Protagonisten, die sich näher sind, als sie ahnen. Birand Bingül erweitert das noch um eine „Romeo und Julia“-Story. Denn sowohl der Hodscha als auch Piepenkötter sind alleinerziehend, und selbstverständlich verlieben sich die Kinder ineinander. Der Autor selbst – mit schleppendem deutsch-türkischen Zungenschlag als Hodscha und erheblicher Bissigkeit als Piepenkötter.

 

Jochen Neubauer: Türkische Deutsche, Kanakster und Deutschländer

Identität und Fremdwahrnehmung in Film und Literatur: Fatih Akin, Thomas Arslan, Emine Sevgin Özdamar, Zafer Senocak und Feridun Zaimoglu

584 S., Pb., Königshausen & Neumann 2011                                        68,00 EUR

Die Arbeit bietet einen umfassenden Überblick über die thematische und ästhetische Neuausrichtung des deutsch-türkischen Kinos und der deutsch-türkischen Literatur zwischen 1990 und 2005. Im Zentrum stehen hierbei Werke, die sich dem Themenkomplex Migration, Identität und Fremdwahrnehmung aus sehr unterschiedlicher Perspektive annähern. Im Bereich des Films sind dies Fatih Akins „Gegen die Wand“ und Thomas Arslans „Geschwister – Kardesler“, im Bereich der Literatur Emine Sevgi Özdamars „Die Brücke vom Goldenen Horn“, Zafer Senocaks „Gefährliche Verwandtschaft“ sowie Feridun Zaimoglus „Liebesmale, scharlachrot“. Die in den Filmen und literarischen Texten ausgestalteten Identitätsentwürfe werden von Jochen Neubauer mit Hilfe soziologischer, sozialpsychologischer sowie xenologischer Kategorien und Konzepte beschrieben und mit einer historischen Kognitionsanamnese verknüpft. Durch die Herausarbeitung von historisch präformierten Verstehensvoraussetzungen und Deutungsmustern gelingt es, den Einfluss gesellschaftlicher Diskurse über Türken und Deutschtürken auf die Ausgestaltung der Identitätsproblematik innerhalb der Werke nachzuvollziehen.

 

Studien zur deutsch-türkischen Literatur und Kultur

Fünfzig Jahre nach der Ankunft des ersten türkischen Gastarbeiters in Deutschland im Herbst 1961 ist deutsch-türkische Literatur und Kultur ein fester Bestandteil der deutschen literarischen und kulturellen Szene. Die interkulturelle Literaturwissenschaft hat sich als lebendiger Teil der Germanistik etabliert und stellt ein reichhaltiges Analyserepertoire zur Interpretation auch der deutsch-türkischen Literatur zur Verfügung. Dabei weist sie dem Bezug zu übergreifenden kulturellen Konstellationen einen besonderen Stellenwert zu. Die neue Reihe möchte originellen und gehaltvollen Studien zu Geschichte und Gegenwart deutsch-türkischer Kultur ein Forum bieten, das hohes wissenschaftliches Niveau und Aufgeschlossenheit für innovative kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen verbindet.

 

Michael Hofmann: Deutsch-türkische Literaturwissenschaft

Band 1 der Studien zur deutsch-türkischen Literatur

220 S., Königshausen & Neumann 2011 (erscheint 4.Quartal)                    29,80 EUR

Der erste Band der neuen Reihe bietet methodische Grundlagen und exemplarische Studien zu einer systematischen Erarbeitung wesentlicher Momente der deutsch-türkischen Literatur in interkulturellem Kontext. Nach einer Diskussion von grundlegenden methodischen Fragen werden historische Perspektiven des deutsch-türkischen und deutsch-osmanischen Kulturtransfers skizziert. Im Zentrum des Bandes stehen dann Analysen zur deutsch-türkischen Literatur und Lektüren türkischer Gegenwartsliteratur aus germanistischer und interkultureller Perspektive. Auf diese Weise werden programmatische Grundlagen für die weiteren Bände der Reihe gelegt, die in Überblicksdarstellungen und Einzelanalysen wesentliche Aspekte der deutsch-türkischen Literatur und Kultur verdeutlichen werden.

 

Karin E. Yesilada: Kontexte der türkisch-deutschen Literatur

Band 2 der Studien zur deutsch-türkischen Literatur

200 S., Königshausen & Neumann 2011 (erscheint 4.Quartal)                 29,80 EUR

Der zweite Band eröffnet das kontextuelle Feld der türkisch-deutschen Literatur. Dazu gehören die Einflüsse der Türkei-türkischen Literaturtraditionen, von der Volksliteratur über die osmanische Klassik bis hin zur türkischen Moderne, ebenso wie Aspekte deutsch-türkischer Geschichte, wie etwa die Anwesenheit türkischer Eliten in Berlin Anfang des 20.Jahrhunderts, das deutsche Exil am Bosporus während des Dritten Reichs, die Arbeitsmigration der 1960er Jahre und die Emigration türkischer Intellektueller nach Deutschland seit 1980. Vor dem Hintergrund historischer Ereignisse wie der deutsch-deutschen Wiedervereinigung und den gesellschaftlichen Debatten entfaltet sich das literarische Schaffen türkisch-deutscher Intellektueller in seiner gesamten Bandbreite.

 

Theresa Specht: Transkultureller Humor in der türkisch-deutschen Literatur

Band 3 der Studien zur deutsch-türkischen Literatur

208 S., Königshausen & Neumann 2011 (erscheint 4.Quartal)                 29,80 EUR

Was ist deutsch? Diese Fragen stellen die Texte der türkisch-deutschen Gegenwartsliteratur. Thematisch stehen sie in der Tradition der Migrationsliteratur, sie beziehen sich jedoch nicht auf den Aspekt der Migration selbst, sondern auf ein spezifisches nachmigratorisches Szenario in der deutschen Einwanderungsgesellschaft. Diese Literatur der Postmigration zeichnet sich zum einen durch eine humorvolle Sichtweise auf den Migrationshintergrund aus, die in verschiedenen Komikformen Ausdruck findet: Das Spektrum reicht von überzeichneter Sprach- und Typenkomik wie in der Comedy Kaya Yanars über einen subtilen Humor in den Glossen von Dilek Güngör bis zur grotesken Provokation in den Performances Serdar Somuncus. Zum anderen lässt sich ein Wandel im Kulturverständnis ausmachen, das den Texten zugrunde liegt: Das Türkische und das Deutsche werden nicht mehr als Gegenpositionen inszeniert, vielmehr werden traditionelle Grenzziehungen zunehmen verwischt und die Eindeutigkeit kultureller Prägungen wird in Frage gestellt.

 

Vishakha Sagdeo: Frauen schreiben dazwischen

Eine interkulturelle Studie über die Migration von Frauen und die Globalisierung der Literatur am Beispiel des Romanwerks von Anita Desai und Emine Sevgi Özdamar

482 S., Pb., Königshausen & Neumann 2011                                         58,00 EUR

Die Vergleichbarkeit von interkultureller Literatur liegt in den Romanbeispielen Özdamars und Desais darin, dass beide Autorinnen unterschiedliche Schreibtraditionen miteinander verbinden und sich zugleich in ihren Büchern mit der Situation der unterdrückten Frauen in den Gesellschaften ihrer Herkunft beschäftigen. Beide haben in ihrer Darstellung die Anregungen einer anderen Literatur aufgenommen, die sich von ihrer heimischen Literatur unterscheidet: bei Desai ist es die englische Literatur, bei Özdamar die deutsche Literatur. Die Untersuchung des Romanwerks beider Autorinnen beschäftigt sich mit den Fragen: Was sind die Voraussetzungen ihres Schreibens, welche Figuren, Motive und Stoffe bestimmen die Literatur? Welche Schreibstrategien und ästhetische Mittel werden bei beiden Autorinnen eingesetzt? Entsteht dabei eine neue Art von Literatur? Der zentrale Schwerpunkt im Werk beider Autorinnen ist die Auseinandersetzung mit den sozialgeschichtlichen Rollenbildern der Frauen in der jeweiligen Gesellschaft. Im Ergebnis wird damit ein umfassender Überblick über die Situation der Frauen in beiden Gesellschaften vermittelt.

 

Nedjma: Wilde Feigen

240 S., Droemer 2011                                                                             16,99 EUR

Leila wird an einen Mann verschachert, den ihre Familie ausgesucht hat. Doch der eheliche Beischlaf will nicht klappen, und so wird sie vom Gatten und den eigenen Eltern aus dem Haus geprügelt. Da trifft sie auf Zobida, eine angesehene Witwe, die die Verstoßene in ihre Obhut nimmt. Eine wundersame Reise in das Reich der Sinne und der Lust beginnt. „Wilde Feigen“ ist ein provozierender erotischer Roman, der das Recht muslimischer Frauen auf ein selbstbestimmtes Liebesleben einklagt. Hinter dem Pseudonym Nedjma verbirgt sich eine Autorin, die in Nordafrika lebt und anonym bleiben muss, weil ihre Bücher aufmerksam machen auf das sprachlose Sklavendasein muslimischer Frauen, denen sie in ihren Geschichten eine Stimme gibt. Erotisch und provozierende Lustreise einer Muslimin.

 

Religion und Religiosität im vereinigten Deutschland

Zwanzig Jahre nach dem Umbruch

358 S., VS Verlag für Sozialwissenschaft 2010                                      49,95 EUR

Wissenschaftler haben die Bedeutung religiöser Überzeugung untersucht. Besonders aufschlussreich: die Beiträge zum Islam. Ein Drittel der Deutschen sieht den Islam nicht als Teil der deutschen Gesellschaft.

 

Carsten Wippermann / Matthias Sellmann

Milieus in Bewegung – Werte, Sinn, Religion und Ästhetik in Deutschland

580 S., geb., Echter Verlag 2011   (erscheint Oktober)                         78,00 EUR

 

Karl Josef Kuschel: Leben ist Brückenschlagen

Vordenker des interreligiösen Dialogs

560 S., geb., Patmos 2011 (erscheint September)                                34,90 EUR                           

 

Lale Akgün: Aufstand der Kopftuchmädchen.

Deutsche Musliminnen wehren sich gegen den Islamismus

277 S., Piper 2011                                                                                 16,95 EUR

Lale Akgün, in Istanbul geborene Diplom-Psychologin, Muslimin und SPD-Politikerin setzt sich mit dem Islam in Deutschland auseinander und zeigt sehr schnell, dass es „den Islam“ gar nicht gibt. Sie unterscheidet klar zwischen Islam und Islamismus. Sie selbst spricht sich für einen modernen Islam aus und betont, dass sie nicht bereit sei, diese Religion den „Ewiggestrigen“ zu überlassen. Ihre Themen umfassen ein weites Spektrum: Es geht um Ökologie, das Verhältnis von Mann und Frau, die fünf Säulen des Islam sowie vermeintlich islamische Speisevorschriften und deren lukrativen Markt. Ihre Sicht des Korans deckt sich mit der sogenannten „Ankara-Schule“, die den Koran in seinem historischen Kontext interpretiert. Mit Hilfe aufgeklärter Theologinnen dieser Schule wendet sie sich gegen die von „Ultraorthodoxen“ erhobenen Vorschriften. Sie versucht, die modernen Musliminnen und Muslime aufzuwecken und ihnen eine Stimme zu geben.

 

Irene Schneider: Der Islam und die Frauen

304 S., C.H. Beck 2011                                                                         14,95 EUR

Die Islamwissenschaftlerin bietet einen genauen Einblick in den „Islam und die Frauen“. Sie behandelt Themen wie Ehe- und Scheidungsrecht, die Furcht vor Ausschweifung und Homosexualität, Jungfräulichkeit und Keuschheit, die Macht des Mannes sowie Frauen an der Macht.

 

Wolfgang Rainer Brunner: Mohammed. Wissen, was stimmt

128 S., Herder 2011     (erscheint im November)                                     8,99 EUR

Der Islamforscher zeigt wie mithilfe dieser Figur ein religiös motivierter Kampf um die „Wahrheit“ geführt wird. Und Brunner stellt unliebsame Fragen: Wie ist die Wirkung Mohammeds auf das islamische Recht und die Volksfrömmigkeit einzuschätzen? Welche Bilder und Klischess gibt es von ihm? Die Antworten stehen im Buch.

 

Gudrun Krämer: Demokratie im Islam.

Der Kampf für Toleranz und Freiheit in der arabischen Welt.

240 S., C. H. Beck 2011                                                                          14,95 EUR

Ein wichtiges Buch um sich eine eigene Meinung zu bilden.

 

Materialdienst – Zeitschrift für Religions- und Weltanschauungsfragen  7/11

Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen                          2,50 EUR

u.a. „Der Glaube an den einen Gott im Judentum, Christentum und Islam“, „Die zehn verlorenen Stämme Israels – Der Antisemitismus von Christian Identity“, „Die Gülen-Bewegung – Das Bildungsnetzwerk um Fethulla Gülen“

 

Blätter für deutsche und internationale Politik   Ausgabe 7/2011

130 S., Blätter Verlag 2011                                                                      9,50 EUR

u.a. „Griechenland in Schuldknechtschaft“, „Russischer Winter im arabischen Frühling“, „Nordafrikanische Erfolgsgeschichten?“, „Störfaktor Gaddafi“, „Der deutsch-amerikanische Bindestrich – Eine Lektion in Multikulti aus der Geschichte der USA“

 

Tom Koenigs: Machen wir Frieden oder haben wir Krieg?

Auf UN-Mission in Afghanistan

264 S., geb, Wagenbach 2011   (erscheint September)                          19,90 EUR

Afghanistan – Geschichte von Wiederaufbau und Befriedung oder Beispiel des Scheiterns westlicher Einmischung? Tom Koenigs Aufzeichnungen als höchster UN-Vertreter in den entscheidenden Jahren erlauben einen bisher unbekannten – und ungeschönten – Blick hinter die Kulissen. – Und sie sind eine stilistische Seltenheit: Frisch, witzig, fast literarisch und vollkommen unbefangen.

 

Boualem Sansal – Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2011

Die Bücher des algerischen Schriftstellers in deutscher Übersetzung:

 

Boualem Sansal: Der Schwur des Barbaren

468 S., Pb., Merlin Verlag                                                                         18,90 EUR

Roman. Sansals Erstlingsroman: 1999 nach fast einem Jahrzehnt des Grauens Situationsbeschreibungen von unvergesslicher Eindringlichkeit und schrillem Sarkasmus aus Algerien zu uns herüberklangen, horchte die Kritik in Europa auf. Sollte aus diesem Land nach dem monströsen Kurzschluss von Bürgerkrieg und Völkermord mit 200 000 Toten denn noch etwas anderes zu erwarten sein als Trauergesang? Offenbar ja. Zum Beispiel die Schilderung dessen, was die dereinst in ein befriedetes Algerien zurückkehrenden Touristen vorgesetzt bekommen würden: „Hausstaub und Staublunge, Schlaglöcher und wilde Mülldeponien, Terrorismus und Wirtschaftskrise“. Der Politkrimi, der in der Aufklärung zweier Mordfälle – der Mord an einem einflussreichen Regionalpotentaten und der an einem belanglosen Landarbeiter – die Grundübel eines ganzen Landes aufarbeitete, war aber erst der fulminante Anfang eines Werks von bisher fünf Romanen.

 

Boualem Sansal: Das verrückte Kind auf dem hohlen Baum

280 S., geb., Merlin Verlag                                                                        23,00 EUR

Roman

 

Boualem Sansal: Erzähl mir vom Paradies

280 S., geb., Merlin Verlag                                                                       22,90 EUR

Roman. In der verrauchten „Bar des Amis“ in Algier, dem Handlungsort des dritten Romans , erfinden die Stammgäste ihr Algerien allabendlich neu. Seine besondere Art, Stimmungen und Szenen über Anführungszeichen hinweg fließend aus den Sprachticks, Traumfluchten und fixen Ideen seiner Figuren zu entwickeln, treibt der Autor dort soweit, dass uns mitunter schwindlig wird und das Paradies wie ein Gespensterhaus klappert.

 

Boualem Sansal: Harraga

288 S., geb., Merlin Verlag                                                                       22,90 EUR

Dieser Roman von 2005 bietet erstmals Vertiefung in eine Einzelfigur. Der Titel spielt auf jene afrikanischen Migranten an, die auf dem Weg nach Europa ihre Papiere verbrennen, um einer Abschiebung zu entgehen. Wo andere Autoren wie Tahar Ben Jelloun in „Verlassen“ dieses Thema ins Spektrum vieler Einzelschicksale spreizen, bündelt Sansal es in seiner Hauptfigur Lamia, einer Kinderärztin in Algier. Deren Familie und deren Freunde sind gestorben oder abgereist, sie hängt ganz ihren Erinnerungen nach, bis die 16jährige Cherifa schwanger vor ihrer Tür steht. Die Begegnung der beiden Frauen ist kurz und heftig, Lamias Suchen nach dem bald wieder verschwundenen Mädchen lang und aufregend. Die chaotische Migrantin verblühter Traumwelten bringen erstmals so etwas wie Hoffnung in Sansals Werk.

 

Boualem Sansal: Das Dorf der Deutschen

288 S., Pb., Merlin Verlag  2009                                                                  15,80 EUR

Roman. Ein Tabubruch. Der Roman beruht auf der Geschichte eines Mannes, von dem Sansal in frühen Jahren tatsächlich gehört hatte: ein aus Deutschland Zugewanderter, der es in seinem algerischen Dorf zu Ansehen gebracht hat, ungeachtet – oder vielleicht dank seinem früheren Einsatz bei der SS und im KZ. Die Darstellung unterschwelliger Zusammenhänge zwischen Nationalsozialismus und arabisch-islamischen Nationalismus löste heftige Reaktionen auf dieses Buch aus. Sansal antwortet mit dem Hinweis, so lange über solche Themen nicht offen gesprochen werden könne, sei ein Aufbruch in der arabischen Welt ein frommer Wunsch.

 

Boualem Sansal: Postlagernd: Algier

84 S., Pb., Merlin Verlag                                                                            9,90 EUR

Gefolgt von „Unser Herz schlägt in Tunis“, vier Essays und ein Interview zum arabischen Frühling. Sansals 2006 verfasster Brief an seine Landsleute mit dem Titel „Postlagernd: Algier“ prägte Hoffnung. Er ist eine Abrechnung mit den kollektiven Legenden: Nein, Algerien ist nicht arabisch, sondern ein Völker- und Sprachgemisch, seine Bewohner seien nicht von Natur aus, sondern allenfalls aus Überzeugung muslimisch – was den Autor und sein Werk im Land endgültig auf den Index brachte. Wieder aufgelegt und ergänzt mit aktuellem.

 

Boualem Sansal: Literatur, kein Krieg

Ein Filmportrait von Alain de Sèdouy

ARTE-DVD, 52 Min.                                                                                20,00 EUR

 

Hans Erler: Zur Aktualität des Judentums

Vorträge 1997 – 2010

220 S., Pb., Königshausen & Neumann 2011 (erscheint 3.Quartal)       28,00 EUR

Der Band ist ein für Deutschland einzigartiges Dokument der Annäherung und Identifikation mit jüdischem Denken. Er besteht aus Beiträgen zu vom Autor herausgegeben Publikationen zum Judentum in Deutschland aus den Jahren 1997 – 2003, der zweite Teil enthält Vorträge aus der Zeit 2004 – 2010. Was alle Texte verbindet ist das Interesse, den politischen Gehalt jüdischen Denkens herauszustellen. Sie unterscheiden sich damit von jeder anderen Art der Auseinandersetzung mit Judentum in Deutschland vor und nach der Vernichtung des europäischen Judentums. Judentum erscheint in allen Texten als eine ganz und gar gegenwärtige autoritäts-, herrschafts- und gewaltkritische Antwort auf die verbrecherischen Irrwege der Geschichte. Ihr Fazit: „Keine Humanität ohne Aufklärung – Keine Aufklärung ohne Humanität“. Der Band zeigt, dass die Aktualität des Judentums darin besteht, dass sein Denken kein Tabu gelten lässt und gerade damit zur Umkehrung des Blicks weg von der Anerkennung jeden irrationalen Geltungs- und Herrschaftsanspruchs verführt. Diese Umkehrung des Blicks verdichtet sich in einem Begriff: Ungehorsam. Er erweist sich als der politische Schlüsselbegriff zu einer dem Menschen angemessenen Welt des Dialogs im Privaten und Gesellschaftlichen, der Wirtschaft und der Politik.

 

Alan Hart: Zionismus – Der wahre Feind der Juden

Band 1: Der falsche Messias

400 S., Pb., Melzer Verlag (erscheint Herbst)                                        19,99 EUR

Der falsche Messias ist der Titel des ersten Bandes von „Zionismus – Der wahre Feind der Juden“, einer epischen Reise durch die Propagandalügen und die dokumentierte Wahrheit der Geschichte von Entstehung und Aufrechterhaltung dessen, was als der israelisch-palästinensische Konflikt bezeichnet wird. Was ist Alan Harts Botschaft an alle Bürger der westlichen Welt, hauptsächlich der USA und hierbei insbesondere an die jüdischen Amerikaner? – So gut wie alles, was euch über die Entstehung und Aufrechterhaltung des Nahostkonfliktes zu glauben beigebracht worden ist, ist nicht wahr. Israels Existenz hat sich niemals durch irgendeine Kombination arabischer Militärkraft in Gefahr befunden. Die Behauptung des Zionismus, die israelischen Juden hätten in der anhaltenden Gefahr, „ins Meer getrieben“ zu werden, gelebt, diente als Propagandawerkzeug, das es dem – zionistischen, nicht jüdischen – Staat Israel erlaubte, dort durchzukommen, wo es am meisten zählte – nämlich in Europa und Amerika -, indem er seine eigene Aggression als Selbstverteidigung und sich selbst als Opfer darstellte, obwohl eigentlich Israel der Unterdrücker war und es noch immer ist. Als früherer Korrespondent von ITN und BBC Panorama besitzt Alan Hart aus erster Hand eine riesige Menge an Wissen über den Konflikt in und um Palästina, wo ein implantiertes, kleines Israel zu einem Großisrael expandiert ist. Über mehr als drei Jahrzehnte genoss er intimen Zugang zu, und auf menschlicher Ebene auch Freundschaften mit, vielen Führern auf beiden Seiten, im Besonderen mit Golda Meir, der Mutter Israels, und Jassir Arafat, dem Vater Palästinas. In seinem Buch „Arafat, Terrorist oder Friedensstifter?“, 1984 zum ersten Mal publiziert, bot Alan Hart seinen Lesern den Anreiz darüber nachzudenken, ob der Führer der PLO nicht bereit, willens und fähig sein könnte, zu Bedingungen Frieden zu schließen, die jede rationale Regierung und Bevölkerung in Israel mit Erleichterung akzeptieren würden. Hart nahm auch als Vermittler zwischen Arafat und dem damaligen israelischen Oppositionsführer Shimon Peres an den geheimen Friedenssondierungen auf Führungsebene teil, als sich abzeichnete, dass Peres Ministerpräsident werden und damit Menachem Begin eine zweite Amtszeit verwehren könnte.

 

Der Semit – Unabhängige jüdische Zeitschrift  Sondernummer 1 / 2011

Melzer Verlag 2011                                                                                      5,00 EUR

Abdruck mit Zwischenkommentaren der aktuellen Stunde im Deutschen Bundestag vom 25.Mai 2011 zu „Aktuelle sozialwissenschaftliche Untersuchungen zu möglichen antisemitischen und israelfeindlichen Positionen und Verhaltensweisen in der Partei DIE LINKE sowie weiteren Artikeln dazu (u.a. Felicia Langer und Rolf Verleger)

 

Rupert Neudeck: Das unheilige Land

Brennpunkt Naher Osten – Warum der Frieden verhindert wird

240 S., Herder 2011                                                                                  18,95 EUR

Rupert Neudecks kritischer Blick auf den Nahen Osten. Ein thesenstarkes und eindringliches Plädoyer für eine neue Einschätzung Israels.

 

Martin Schäuble: Black Box Dschihad

224 S., Hanser 2011                                                                                14,90 EUR

Unterschiedlicher kann das Leben für die beiden Hauptfiguren kaum sein. Daniel, Gymnasiast und Hip-Hop-Fan, wächst in einer gutbürgerlichen Familie im Saarland auf, Sa`ed mit acht Geschwistern im krisengeschüttelten Gebiet der Palästinenser. Beide wollen Gotteskrieger werden und im Dschihad kämpfen. Warum? Für junge Leser ab 14 Jahren.

 

Ortwin Ramadan: Der Schrei des Löwen

288 S., Carlsen 2011                                                                                9,95 EUR

Der 16jährige Yoba und sein vier Jahre jüngerer Bruder fliehen aus einem Slum in Aba, einer Stadt in Nigeria, Richtung Europa. Denn Yoba muss sich vor Gangstern in Sicherheit bringen und für seinen autistischen Bruder einen Arzt finden. Die Reise führt durch die Sahara, vorbei an den Soldaten, die Flüchtlinge verprügeln, ausbeuten oder vergewaltigen, und übers Meer mit seinen vielen Gefahren. Immer wieder erlebt man fast hautnah die Qualen, die die beiden Brüder durchstehen müssen und die Yoba in seinem Tagebuch schildert. Eine Junge, der auf Sizilien Urlaub macht, findet es und macht sich auf die Suche nach Yoba. „Der Schrei des Löwen“ ist ein packendes Drama, das auch viele schockierende Passagen enthält – und uns lehrt, wie klein unsere Probleme im Vergleich zu denen der Flüchtlingskinder aus Afrika sind. Ab 13 Jahren.

 

Kuwana Haulsey: Der Engel von Harlem

Die Lebensgeschichte der ersten farbigen Ärztin in New York

416 S., geb., Urachhaus                                                                          22,90 EUR

Eine faszinierende Biografie! Jahrelang kämpft May Chinn darum, als Ärztin arbeiten zu dürfen. Nach langem Ringen absolviert sie erfolgreich die medizinische Ausbildung am Harlem Hospital und startet schließlich ihre Karriere als erste farbige Ärztin New Yorks. Es beginnt ein Leben des leidenschaftlichen Kampfes für die Ärmsten der Armen in Harlem. Immer wieder setzt sie ihr eigenes Leben aufs Spiel, um andere zu retten, führt Operationen auf Küchentischen durch und kämpft darum, junge Mädchen vor einem Leben auf der Straße zu bewahren. Die preisgekrönte Journalistin Kuwana Haulsey hat dem außergewöhnlichen Leben der Ärztin May Edward Chinn (1896 – 1980) ein poetisches Denkmal gesetzt und zugleich ein beeindruckendes Stimmungsbild der stürmischen Rassenunruhen im New York der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts geschaffen.

 

Eva C. Schweitzer: Tea Party: Die weiße Wut

218 S., dtv 2012        (erscheint Januar 2012)                                            14,90 EUR

Auf radikales Denken in der westlichen Welt weist Eva C. Schweitzer hin: In ihrem Buch zeigt sie, was die erstarkte Neue Rechte in den USA so gefährlich macht.

 

Alexander Dorin: Srebrenica

Die Geschichte eines salonfähigen Rassismus

254 S., Edition Zeitgeschichte 45, 2011                                                      19,90 EUR

 

Alexander Dorin / Zoran Jovanovic

Srebrenica – Wie es wirklich war

Unterdrückte Tatsachen über die an Serben begangenen Massaker 1992-1995

121 S., geb., Ahriman 2010                                                                                    28,90 EUR

Alexander Dorin, in der Schweiz aufgewachsener Sohn bosnischer Eltern, wirft in den beiden Büchern der NATO vor bewusst Falschinformationen über den angeblichen Massenmord verbreitet zu haben. 1995 soll das bosnisch-serbische Militär bis zu 8000 bosnisch-muslimische Männer umgebracht haben. Diese Version werde nicht durch Fakten gestützt, es seien nicht mehr als 2000 Tote gewesen die nicht durch ein Massaker, sondern im Gefecht gefallen seien. Solche Positionen sind nicht gern gesehen, auch der Schriftsteller Peter Handke erntete massive Kritik auf sein Buch „Gerechtigkeit für Serbien“.

 

Anushka Gokhale: Indien erzählen

Eine Studie zur deutschsprachigen Reiseliteratur

184 S., Pb., Königshausen & Neumann 2011 (erscheint 3.Quartal)            28,00 EUR

Nehrus Neutralitätspolitik nach der indischen Unabhängigkeit, die Solidaritätsbewegung der 68er Generation, die Öffnung des indischen Marktes: immer wieder hat sich der Blick des Westens auf Indien grundlegend verändert. Die deutschsprachige Reiseliteratur zu Indien, die nach 1945 entstand, bildet als Spiegel des europäischen Selbstbildes den Gegenstand der vorliegenden Studie. Die Untersuchung zielt darauf, charakteristische Themenkomplexe, Deutungsmuster und Darstellungsverfahren herauszuarbeiten. Anstatt die „Indienbilder“ der Reisenden als solche zu rekonstruieren oder zu bewerten, werden die sie bedingenden Motivationen, Erwartungen und ideologische Prägungen in den Vordergrund gestellt. Untersucht werden Texte von etwa 15 Autorinnen und Autoren; der älteste Text ist 1961 erschienen, der jüngste 2009. Die Studie berücksichtigt auch Reiseberichte von Autorinnen und Autoren der DDR, die in der bisherigen Forschung noch keine Beachtung gefunden haben. Die Autorin, geb. 1981, hat an der University of Pune (Indien) Germanistik studiert. 2010 hat sie mit der vorliegenden Studie an der Albert Ludwigs Universität Freiburg promoviert. Seit ihrer Kindheit studierte sie insgesamt 16 Jahre klassische indische Musik (Gesang). Dazu lernte sie auch andere Musikrichtungen: Bhajans (hinduistische religiöse Lieder), Ghazals (vertonte Urdu-Gedichte aus dem muslimischen Kulturkreis), indische Folklore und anspruchsvolle Lieder aus indischen Filmen, die in ganz Asien äußerst beliebt sind. Sie hat einen Abschluss als Musiklehrerin für indische Musik. Anushka gab schon in Indien etliche Konzerte. 2006 führte sie eine Tournee mit einer indischen Theatergruppe nach Deutschland.

 

Fidel Castro wird am 13.August 2011 85 Jahre alt. Im Rotbuch Verlag liegen drei thematische Titel vor:

 

Fidel Castro / Ignacio Ramonet: Mein Leben

784 S., Rotbuch 2011                                                                                  14,95 EUR

Einen umfassenden Einblick in das Denken eines der wichtigsten Staatsmännder der Weltgeschichte bietet das viel gelobte Buch „Mein Leben“. Mehr als 100 Stunden interviewte Ignacio Ramonet den „Commandante en Jefe“ für diese Memoiren.

 

Fidel Castro: Die Geschichte wird mit freisprechen

128 S., Rotbuch 2009                                                                                    9,90 EUR

Castros berühmte Verteidigungsrede vor Gericht am 16.Oktober 1953 liegt in ungekürzter Neuübersetzung im Rotbuch Verlag vor.

 

Harald Neuber: Das neue Kuba

192 S., geb., zahlr. Abb., Rotbuch 2011                                                      19,95 EUR

Zahlreiche Fotos aus den Archiven der Nachrichtenagentur „Prensa Latina“ zeugen vom Kuba der sechziger Jahre und vom Geist des dynamischen Neuanfangs nach der Revolution.

 

Zauber und Wunder – Die Märchen der Welt

970 S., geb., Reclam 2011  (erscheint Oktober)                                          29,95 EUR

Märchen aus 111 Ländern – eine Wanderung durch die Kulturen der Welt

 

Worldwatch-Institut: Zur Lage der Welt 2011

Hunger im Überfluss – Neue Strategien gegen Unterernährung und Armut

288 S., oekom 2011                                                                                    19,95 EUR

Das renommierte Worldwatch-Institut veröffentlicht jedes Jahr einen kritischen und lesenswerten Überblick „zur Lage der Welt“. Das neueste Jahrbuch hat das Problem der Nahrungsmittelversorgung in den Mittelpunkt gestellt. Weltweit werden mehr Lebensmittel produziert als je zuvor. Doch noch immer hungert jeder sechste Mensch. Die Preise für Nahrungsmittel sind in den letzten Jahren rasant angestiegen. Wie kann eine Landwirtschaft der Zukunft die Weltbevölkerung ausreichend ernähren, ohne unsere Lebensgrundlage zu zerstören? Die deutsche Ausgabe ist jetzt in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung und Germanwatch erschienen.

 

Jean Ziegler: Wie kommt der Hunger in die Welt?

Ein Gespräch mit meinem Sohn

176 S., cbt 2002                                                                                              6,00 EUR

»Hunger ist kein Schicksal, sondern gemacht.« Warum sterben Menschen an Hunger, während andere Nahrungsmittel vernichten? Jean Ziegler stellt sich den Fragen seines Sohnes und erklärt prägnant und anschaulich eine der größten Ungerechtigkeiten unserer Zeit.

 

Bestelladresse:

 

Worms Verlag

Abt. Onlineshop

Kultur- und Veranstaltungs GmbH,

Von Steuben Str.5, 67549 Worms

Berthold Röth Tel. 06241-2000-314

e-mail: berthold.roeth@kvg-worms.de

 

 

Resümee Nibelungenfestspiele 2011

Juli 11, 2011

Zum Thema in unserem Verlag erschienen:

Programmheft Festspiele 2011 (Jud Süß)       5  EUR   978-3-936118-57-5

Joseph Süß Oppenheimer – ein Justizmord. Zur Situation der Juden im Südwesten und der Hofjuden im 18.Jahrhundert           16,50 EUR 978-3-936118-73-5

Minderheiten in Deutschland. Assimiliert? Integriert? Diskriminiert? 19,90 EUR  978-3.936118-23-0

10 Jahre Nibelungen-Festspiele Worms

 Hervorragendes Ergebnis der Nibelungen-Festspiele: Auslastung bei fast 90 Prozent

Worms. Die Nibelungen-Festspiele konnten mit dem Stück „Die Geschichte des Joseph Süß Oppenheimer, genannt Jud Süß“ von Dieter Wedel und Joshua Sobol ein großartiges Ergebnis erzielen. „Es gab noch nie in der zehnjährigen Festspiel-Geschichte so viele Reaktionen und E-.Mails, die ihrer tiefen Bewegung über das Stück und die Aufführung Ausdruck gegeben haben“, erklärt Festspiel-Intendant Dieter Wedel. „Das hat mich sehr beeindruckt.“ Trotz der problematischen Wettersituation seien viele Menschen von weither angereist.

Die Verantwortlichen rechnen bei den Festspielen, die heute Abend zu Ende gehen, mit einer Auslastung von annähernd 90 Prozent. Dieter Wedel weiter: „Ein wunderbares Ergebnis, ganz besonders, wenn man bedenkt, dass wir keine leichte Kost bieten. Ich hoffe zwar, es ist gute Unterhaltung, aber von heiterer Zerstreuung ist es weit entfernt. Wir haben den Menschen in diesem Jahr etwas zugemutet, und das wurde belohnt.“

Michael Kissel, Oberbürgermeister der Stadt Worms und Vorsitzender des Gesellschafterausschusses der Nibelungen-Festspiele, ist mit dem Verlauf der diesjährigen Festspiele sehr zufrieden. „Ich habe den Eindruck, dass es gelungen ist, die Berührungsängste, die viele mit der deutsch-jüdischen Thematik hatten, abzubauen. Dies war mein größter Wunsch, ich bin von Anfang an der Überzeugung gewesen, dass es richtig ist, „Die Geschichte des Joseph Süß Oppenheimer, genannt Jud Süß“ in Worms aufzuführen. Wir haben grandiose Schauspieler gesehen und ein bewegendes Stück.“

Mit der „Geschichte des Joseph Süß Oppenheimer, genannt Jud Süß“ wurde im Jubiläumsjahr der Festspiele ein Stoff aufgeführt, der ähnlich wie die Nibelungen von den Nazis missbraucht wurde. Schon zu Beginn seiner Amtszeit im Jahr 2004 kündigte Dieter Wedel an, neben dem Nibelungen-Thema auch andere Stoffe auf die Bühne zu bringen, die mit der Wormser Geschichte verbunden sind. Im vergangenen Sommer machte er mit der Geschichte über den Stauferkaiser Friedrich II. in „Teufel, Gott und Kaiser“ erfolgreich den Anfang. Worms ist seit dem Mittelalter eng mit der Geschichte der Juden in Deutschland verknüpft. In Worms befindet sich der älteste jüdische Friedhof Europas. – seit vielen Jahrzehnten Anziehungspunkt für Besucher aus aller Welt.

Die Geschichte des jüdischen Finanziers Joseph Süß Oppenheimer ist ein Mythos, der über die Jahrhunderte hinweg die Menschen bewegt hat. Auf Verteidigungsschriften folgten hasserfüllte Pamphlete, die in dem antisemitischen Hetzfilm „Jud Süß“ von Veit Harlan gipfelten.

Zum zehnten Geburtstag der Nibelungen-Festspiele ist das Star-Aufgebot besonders groß gewesen. Neue Schauspieler sowie bekannte Namen aus zehn Jahren Festspiele konnte Intendant Dieter Wedel für die diesjährige Uraufführung engagieren: Rufus Beck, Felicitas Woll, Jürgen Tarrach, Manfred Zapatka, Teresa Weißbach, Peter Striebeck, Walter Plathe, André Eisermann, Anouschka Renzi und andere.

Vom 25. Juni bis 10. Juli wurde an insgesamt 16 Abenden vor der Westseite des Wormser Kaiserdoms „Die Geschichte des Joseph Süß Oppenheimer, genannt Jud Süß“ aufgeführt, jeden Abend standen 1244 Plätze zur Verfügung.

Sascha Kaiser, der Kaufmännische Geschäftsführer der Nibelungen-Festspiele, erklärt: „Es hat sich herausgestellt, dass im Rahmen der Nibelungen-Festspiele auch andere Stoffe sehr gut vor dem Wormser Kaiserdom funktionieren und vom Publikum mit großer Begeisterung angenommen werden. Die Nachfrage an Tickets war gerade gegen Ende der Festspiele nochmal besonders groß. Ich glaube, wir hätten noch länger spielen können.“

Ulrich Mieland, der Technische Geschäftsführer der Nibelungen-Festspiele betont, dass der romantische Heylshofpark, den Kritiker als eines der schönsten Theater-Foyers in Deutschland bezeichnen, von den Besuchern hervorragend angenommen wurde. „Er ist längst eine Attraktion für Tausende von Gästen und ein Markenzeichen der Nibelungen-Festspiele.“

Erfolgreich war auch das Kulturprogramm der Nibelungen-Festspiele, das in diesem Jahr ganz im Zeichen des Stückes „Die Geschichte des Joseph Süß Oppenheimer, genannt Jud Süß“ stand. Zum ersten Mal wurde in Kooperation mit den Nibelungen-Festspielen ein Buch veröffentlicht und eine Umfrage zum Thema „Minderheiten in Deutschland“ in Auftrag gegeben. „Assimiliert, integriert, diskriminiert? Minderheiten in Deutschland“, so der Titel des Buches, das von Dr. Kurt E. Becker herausgegeben wurde.

Weitere Highlights des Kulturprogramms waren: die musikalische Lesung von Nina Petri mit Texten von Else Lasker-Schüler, das Konzert „Berlinoise“ mit Meret Becker, das Filmwochenende, an dem vier Filme über die Figur Joseph Süß Oppenheimer in der Kinowelt Worms gezeigt wurden, darunter auch „Jud Süß“ von Veit Harlan, die Sonderveranstaltung zu „Jud Süß“ im Nibelungenmuseum sowie die Theaterbegegnungen mit dem Thema „Die Wahrnehmung des Anderen“. Im Heylshofpark referierten und diskutieren: der Literaturwissenschaftler und Vorsitzende der Jüdischen Gemeinden Rheinland-Pfalz. Dr. Peter Waldmann, Sandra Kreisler, die auch jiddische und kabarettistische Chansons präsentierte, Dr. Michel Friedman, der einen Vortrag über die multi-kulturelle Gesellschaft hielt sowie Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma. Die Autoren Joshua Sobol und Dieter Wedel beantworteten Fragen zum Stück. Gut besucht waren auch die Aufführungen der Nibelungenhorde, der Kindertag und der „Tag der offenen Tür“.

Vom 3. bis zum 19. August 2012 finden die elften Nibelungen-Festspiele vor der Westseite des Wormser Kaiserdoms statt. Wegen des großen Interesses an „Die Geschichte des Joseph Süß Oppenheimer, genannt Jud Süß“ überlegen der Intendant und das Festspiel-Team, im nächsten Jahr das Stück wieder aufzunehmen. Wie bei den Nibelungen wird es dann natürlich nicht einfach eine Wiederholung geben, sondern es werden neue Blickwinkel auf das Stück erarbeitet werden.

Weitere Informationen unter www.nibelungenfestspiele.de