Archive for Mai 2011

Interkulturelle Buchneuheiten Liste 14

Mai 26, 2011

Alle angeführten Titel können Sie bestellen über
Worms Verlag, Abt. Onlineshop, Kultur- und Veranstaltungs GmbH
Von Steuben Str. 5, 67549 Worms, Tel. 06241-2000-314
e-mail: berthold.roeth@kvg-worms.de

Kurt E. Becker :Minderheiten in Deutschland Assimiliert, integriert, diskriminiert? Erster Band des Nibelungen-Forum

Pb.,Worms Verlag 2011 19,90 EUR

Der Holocaust wirft seinen finsteren, langen Schatten auch in die deutsche Gegenwart. Das Verhältnis der Deutschen zu ihren Minderheiten bleibt, ob wir dies wollen oder nicht, über alle Zeiten hinweg durch die Nazi-Gräuel belastet. Die Hypothek unserer Vergangenheit ist untrennbar verbunden mit der je aktuellen Frage nach dem Verhältnis der Deutschen zu den hierzulande lebenden Minderheiten. „Wehret den Anfängen aller Diskriminierung“ lautet deswegen die Forderung an all jene, die Bürger dieses Staates und Angehörige dieser Gesellschaft sind. Vor dem Hintergrund einer schwerwiegenden historischen Dimension, und damit aber auch begleitet von einem gesellschaftspolitischen Imperativ, wird in Worms bei den Nibelungen-Festspielen „Die Geschichte des Joseph Süß Oppenheimer, genannt Jud Süß“ aufgeführt. Damit in den Fokus des Interesses rückt unser Verhältnis zu der Minderheit der in Deutschland lebenden Juden, aber auch zu den Minderheiten von Sinti und Roma, Türken, Indern oder Iranern – und nicht zu vergessen auch die Frage unseres Umgangs mit Behinderten in dieser Gesellschaft. Das übergreifende Thema also auch der Geschichte des „Jud Süß“ konzentriert sich in der Frage nach dem Verhalten der Mehrheit gegenüber den Minderheiten – konkret: Wie ist unsere Einstellung gegenüber Minderheiten in Deutschland? Ein Bestandteil des Herangehens an das Leitthema der diesjährigen Nibelungen-Festspiele ist auch dieses Buch, in dessen Mittelpunkt folgerichtig eine Repräsentativ- und Expertenbefragung, deren Ergebnis und Bewertung im gesamtgesellschaftlichen Kontext stehen. Komplettiert wird dieser erste Band des „Nibelungen-Forum“ durch Erfahrungs- und Erlebnisberichte von Angehörigen in Deutschland lebender Minderheiten, Lebensentwürfe und Schicksale somit, wie sie unterschiedlicher, beeindruckender und unter die Haut gehender kaum sein können. Auf die Studie selbst folgen biografische Erfahrungsberichte von in Deutschland lebenden Migranten. Die ideale Ergänzung zum „Manifest der Vielen“.

Heike Schneider: Schlüpf doch mal in meine Haut Alltäglicher Rassismus in Deutschland 224 S., Militzke Verlag 2011 19,90 EUR

Deutsche mit ausländischen Wurzeln erzählen, wie sie alltäglichen, weniger offensichtlichen Rassismus im Alltag erleben und Diskriminierung erfahren. Das beginnt mit Komplimenten, dass sie aber gut Deutsch sprächen, und der Verwunderung der Mitmenschen, dass z.B. eine schwarze Deutsche Anwältin ist.

Doug Sanders: Arrival City
Über alle Grenzen hinweg ziehen Millionen Menschen vom Land in die Städte.
Von ihnen hängt unsere Zukunft ab
400 S., geb., Karl Blessing Verlag 2011 (erscheint August) 22,95 EUR
Die Menschheit erlebt aktuell die größte Völkerwanderung ihrer Geschichte. Ein Drittel der Weltbevölkerung zieht – über Provinzen, Länder, Kontinente hinweg – vom Land in die Städte. In unserer Zeit leben zum ersten Mal mehr Menschen in der Stadt als auf dem Land. Die These, dass diese radikale, unumkehrbare Entwicklung eine positive ist – sowohl für die Migranten als auch für die Städte, in den sie ankommen -, setzt Sanders Buch von gern beschworenen Untergangsszenarien ab. Ob Migration funktioniert oder nicht, hat wenig mit kulturellen Klüften oder religiösen Gegensätzen zu tun. Die Ziele der Neuankömmlinge sind – egal aus welchem Land sie stammen oder in welche Stadt sie gehen – die gleichen. Doch ob sie Arbeit finden, soziale Netzwerke aufbauen, ihren Kindern Schulbildung und eine Zukunft ermöglichen können, hängt stark davon ab, ob die Stadt auf sie vorbereitet ist. Drei Jahre lang hat Sanders in Berlin-Kreuzberg, im Londoner East End und den Banlieues von Paris, in den Favelas von Rio de Janeiro und den Barrios in Los Angeles mit Menschen über ihre Lebenspläne und –wirklichkeiten gesprochen. Über zwanzig solcher Viertel, Rand- und Außenbezirke, diese Orte der Ankunft – Arrival Citys -, portraitiert Sanders in seinem Buch. Sein Fazit: scheitert die Arrival City, wird sie zum sozialen Brennpunkt, zur Brutstätte von Kriminalität und hybridem Extremismus, zum Elendsviertel. Blüht sie auf, wird die Arrival City zur Geburtsstätte der neuen Mittelschicht, der stabilen Wirtschaft und des sozialen Friedens einer Stadt. Aufsehenserregende Vorschläge – ein höchst lesenswertes Buch. Pflichtlektüre für Politiker. Eine aufrüttelnde Reportage und debattenträchtige Analyse: Wer und was entscheidet über die Zukunft unserer Städte?

Helmut Schmidt: Religion in der Verantwortung
Gefährdungen des Friedens im Zeitalter der Globalisierung
256 S., geb., Propyläen (UllsteinBuchVerlag) 2011 19,99 EUR
Wider den Missbrauch der Religion. „Ich bin ein sehr distanzierter Christ“ (Helmut Schmidt). Immer wieder hat sich Helmut Schmidt mit dem Verhältnis von Religion und Politik beschäftigt. Seine wichtigsten Beiträge zu dieser hochaktuellen Frage hat er für das vorliegende Buch zusammengestellt und durch ein abschließendes Kapitel ergänzt.

Hilal Sezgin: Typisch Türkin
Portrait einer neuen Generation
191 S., Pb. , Herder 2010 8,95 EUR
Verkaufte Bräute und Opfer von Ehrenmorden? Hilal Sezgin zeigt das bunte Panorama einer Generation, die den Spagat wagt zwischen Integration und Tradition – mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Ohne die Schattenseiten zu unterschlagen, wird aufgeräumt mit dem Mythos der Parallelgesellschaften. Ein mitreißend geschriebenes Plädoyer für eine offene Gesellschaft. Hilal Sezgin, Publizistin, schreibt u.a. für „Die Zeit“ und die „Tageszeitung“. Mehrere Buchveröffentlichungen. Beim SWR gehört sie zu den regelmäßigen Autoren der Online-Reihe „Wort zum Freitag“.

Hilal Sezgin: Mihriban pfeift auf Gott
352 S., Pb., Dumont Buchverlag 2010 16,95 EUR
Roman: Terror, Liebe und Familie: ein unterhaltsamer Roman über das Zusammenleben in einer nervösen Gesellschaft, die in jedem Muslim einen potentiellen Attentäter vermutet.
Mihriban Erol ist Deutsch-Türkin, 32 Jahre alt, hat Lippen zum Knutschen, aber kaum Erfahrung mit Männern. Sie lebt in Berlin-Kreuzberg, döst bei der ›tagesschau‹ regelmäßig ein und ist von Beruf Nichtskönnerin auf allerhöchstem Niveau. Als sie zusammen mit ihrem Bruder Mesut und der Nichte Suna über Silvester Urlaub in Ägypten macht, erreichen Nachrichten von einem Terroranschlag in Deutschland die Ferienanlage. Und plötzlich ist die Bedrohung ganz nah und Mihriban mittendrin … Kurzweilig und leichtfüßig spürt Hilal Sezgin den zentralen Fragen unserer Zeit nach und steckt wie nebenbei die Werte einer aufgeklärten Gesellschaft ab.

Hilal Sezgin: Landleben
Von einer, die rauszog
272 S., geb., Dumont Buchverlag 2011 19,99 EUR
Früher war Hilal Sezgin eine Stubenhockerin: Großstadt, Bürojob, am Wochenende schlief sie gerne aus. Heute hat sie nicht nur gülleresistente Stiefel, sondern auch Schafe, Ziegen, Gänse, Hühner und Katzen. Und vor allem: ein Haus auf dem Land. Sie nimmt den Leser mit auf ihre ganz persönliche Reise ins Glück. Sie berichtet von den erhofften Vorzügen und den unerwarteten Problemen des Landlebens; angefangen bei der Suche nach dem perfekten Haus über den Bau von Stallungen und das Einmachen von Obst bis hin zur korrekten Tierhaltung. Dem Verzicht auf gewohnte Bequemlichkeiten steht eine neue Form von Selbstbestimmung gegenüber. Aus dem »Leben ohne« ist vor allem ein »Leben mit« geworden: »Ein Leben mit weitem Blick aus allen Fenstern, ein Leben mit den Jahreszeiten, ein Leben mit Tieren, ein Leben mit Schnee im Winter, Kuckucksrufen im Frühjahr, Faulenzen im eigenen Garten im Sommer und Pilzsammel- und Einkochorgien im Herbst.«

Udo Oscar Rabsch: Der gelbe Hund
320 S., geb., Konkursbuch Verlag 2011 (erscheint August) 12,90 EUR
Roman. Eine Vulkaninsel im Atlantik. Die Vulkane sind unruhig. Fünfziger Jahre. Michelangelo Guerra möchte der Insel zu Reichtum verhelfen und lässt riesige neue Plantagen in den Fels sprengen. Gegen die deutschen Auswanderer, die nach und nach Asyl im Franco-Spanien und besonders auf dieser Insel fanden, hat er nichts. Einige leben in einer eigenen abgeschlossenen Siedlung, andere mitten unter den Einheimischen. Eine winzige Häuseransammlung am Meer, Plantagenarbeiter, Fischer, Ziegenhirten, ihre weitverzweigten Familien, viele Hunde und einige der Auswanderer. Nike Herzsieg, Künstlerin, von den Männern des Dorfes angehimmelt, war vor Jahren aus Deutschland geflohen und hier untergebracht worden, später der Chemiker mit seinen Töchtern. Und nun wieder ein Mann, A. D. Adams, angeblich Amerikaner, in einer der leerstehenden Hütten untergebracht. Nike Herzsieg glaubt, in ihm den Mörder ihrer Schwestern zu erkennen. Sie dreht durch. Die Künstlerin hat nur noch einen Gedanken: Rache. Hannibal, einer ihrer Liebhaber und Rebell, gibt ihr Waffen. Sie beobachtet den Neuankömmling durch das Zielfernrohr. A. D. Adams, des Lebens überdrüssig, schläft dauernd und erinnert sich zunächst an nichts. Nike Herzsieg beginnt – vielleicht um Wut und Erinnerungen zu erschlagen – in der Nähe der Companarios, der drei großen Basaltobelisken inmitten schwarzer Lava, besessen an einem Kunstwerk zu arbeiten: einem absurden Schiff aus Stein. Wie die Steinbrucharbeiter wandert sie Tag für Tag in den Berg. Doch nichts lässt sich betäuben… Bilder tauchen auf, Kindheit in Buttenhausen, einem schwäbischen Dorf in einer einst großen jüdischen Gemeinde… und auch A. D. Adams muss sich seinen Erinnerungen stellen.

Blätter für deutsche und internationale Politik 5/2011
130 S., Pb., Blätter Verlag 2011 9,50 EUR
u.a. Kommentare und Berichte zu Fukushima, Themenschwerpunkt „Arabische Revolution – Demokratie oder Bürgerkrieg“ mit „Libyen: Intervention mit Fallstricken“, „Bahrain im Ausnahmezustand“ und „Der arabische Frühling“

Jörg Armbruster: Der arabische Frühling
Als die islamische Jugend begann, die Welt zu verändern
240 S., Westend-Verlag 2011 (erscheint am 18.August) 16,99 EUR
Wohin entwickeln sich die arabischen Staaten? Kann der demokratische Aufbruch noch scheitern?

Frank Nordhausen / Thomas Schmid
Die arabische Revolution
Demokratischer Aufbruch von Tunesien bis zum Golf
240 S., Pb., Ch. Links Verlag 2011 16,90 EUR
Zehn ausgewiesene Kenner der jeweiligen Länder stellen die Ursachen der „arabischen Revolution“ dar, zeichnen ihren Verlauf nach, stellen die Akteure vor und zeigen mögliche Perspektiven auf. Die Herausgeber arbeiten die Gemeinsamkeiten der Bewegungen heraus und stellen zugleich die Besonderheit der Staaten dar. Behandelt werden die Länder Marokko (ARD-Korrespondent Marc Dugge), Algerien (DAAD-Dozent Helmut Dietrich), Tunesien (Thomas Schmid, leitender Redakteur der „berliner zeitung“), Libyen (Thomas Schmid), Ägypten (Frank Nordhausen), Jordanien (Heiko Flottau, langjähriger Nahostredakteur der „süddeutschen zeitung“), Syrien (Martina Doehring, Nahostredakteurin der „berliner zeitung“), Libanon (Markus Bickel, FAZ), Bahrain und die Golfstaaten (Spiegel-Korrespondent Alexander Smoltcyk), Saudi-Arabien (Henner Fürtig, Giga-Institut für Nahost-Studien) und Jemen (Jens Heibach, Universtität Marburg).

Jürgen Bellers, Markus Porsche-Ludwig (Hg.)
Christenverfolgung in islamischen Ländern – Reihe LIT aktuell Bd.3,
120 S., Pb., LIT Verlag 2011 19.90 EUR
Die Verfolgung von Christen im islamischen Raum gehört zu den verdrängten Themen der westlichen Informationsgesellschaften. Die Verfolgung ist aktuell: sie nimmt zu, von der Diskriminierung, Vertreibung bis zum Massenmord. Die mögliche Demokratisierung der islamischen Welt wird daran zunächst wenig ändern. Die gesellschaftlichen Konflikte werden eher zu einem Ansteigen führen, wie Berichte aus Ägypten zeigen. In zahlreichen islamischen Ländern ist das Verschwinden der christlichen Minderheiten abzusehen. Ein Blick auf die Christenverfolgung im kommunistischen China rundet den Band ab.

Bernd Greiner: 9/11. Der Tag, die Angst, die Folgen
280 S., C. H. Beck 2011 19,95 EUR
Der 11.September 2001, die Bilder der einstürzenden Wolkenkratzer, sie werden im Gedächtnis der Menschheit haften bleiben. Nach zehn Jahren ist es Zeit, aus den Attentaten und seinen Folgen ein Fazit zu ziehen. Bernd Greiner, Historiker am Hamburger Institut für Sozialforschung, tut dies in „9/11“ mit kühlem Blick und einer beeindruckenden Faktenfülle. Er zeichnet den Tag minutiös nach – Vizepräsident Cheney begeht mit dem eigenmächtigen Befehl zum Abschuss der Flugzeuge einen klaren Rechtsbruch -, er zeigt Hintergründe und internationale Zusammenhänge auf. Und er korrigiert Stereotype. Etwa dass die Attentäter vor allem von religiösem Fanatismus getrieben waren. Säkulare Motive wie der Hass auf Amerika und Israel spielten eine mindestens ebenso große Rolle, so Greiner. Ausführlich widmet er sich der Herkunft des Terrors, dem Werdegang Osama Bin Ladens, seinen Motiven und der Organisation des Terrornetzwerks al-Quaida, das sich Ende der 1980er Jahre gebildet hatte. Die Folgen des 11.Septembers sind, so Greiners Fazit, noch aus einem anderen Grund bitter: Der von den USA ausgerufene „Krieg gegen den Terror“ habe den Rechtsstaat beschädigt und „die Wahrscheinlichkeit künftiger Anschläge nicht reduziert, sondern erhöht“.

Mathias Bröckers / Christian C. Walther: 11.9. – Zehn Jahre danach
Der Einsturz eines Lügengebäudes – die offizielle 9/11 – Akte
320 S., Westend-Verlag 2011 (erscheint am 14.Juli) 16,99 EUR
„Was bleibt von der Wahrheit übrig?“ Die vollständige Widerlegung der offiziellen 9/11- Verschwörungstheorie

Christian Springer: Wo geht`s hier nach Arabien?
200 S., geb., Karl Blessing Verlag 2011 (erscheint August) 17,95 EUR
Satirische Geschichten einer deutschen Obsession, die nicht beim Döner endet. Franz Josef Strauß, Kaiser Wilhelm, Andreas Baader, Karl Marx, Jogi Löw? Was haben sie gemeinsam? Sie alle gingen nach Arabien und wandelten unter Palmen. Ob zu Trainingszwecken, in geheimer Mission oder nur zum Sonnenbaden. Der sagenumwobene Orient zwischen schwüler Tausendundeiner Nacht und wildem Berberkrieger kam dem deutschen Sinn für Romantik schon immer sehr entgegen. Der Schleier im Basar erregt unsere Fantasie, die Burka in der Fußgängerzone weniger. Wir begleiten in diesem Buch über dreißig deutsche Prominente (sowie Österreicher und Schweizer) auf ihren absurden und lehrreichen, größenwahnsinnigen und banalen, erfolgreichen und desaströsen Orientreisen: im Tropenanzug oder in Sandalen, individuell oder mit Hofschranzen, per pedes, Motorrad oder Luxusdampfer. Ihre „schönsten Urlaubserlebnisse“ prägten und prägen noch heute unser Bild der arabischen Welt und werden hier vom Kabarettisten und Arabienkenner Christian Springer (bekannt als „Fonsi“ aus Scheibenwischer, Ottis Schlachthof, den Mitternachtsspitzen, dem Aschermittwoch der Kabarettisten und vielen anderen TV- und Radiosendungen). Satirisch, politisch, orientalisch: Warum es die Deutschen schon immer nach Arabien zog. Skurril-valentinesk deckt er die Absurditäten des Lebens und vor allem der gesellschaftlichen Bewertungen auf.

Rafik Schami: Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte
176 S., geb., Hanser 2011 (erscheint am 29.August) 17,90 EUR
„Rafik Schami schafft es, uns an die Hand zu nehmen, uns ins Ohr zu flüstern: …und es begab sich…. Und siehe, wir folgen ihm“ (Fritz. J. Raddatz). Startauflage 50.000 Exemplare!

Werner Bergmann / Ulrich Wyrwa: Antisemitismus in Zentraleuropa
Vom 18.Jahrhundert bis zur Gegenwart
Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2011 14,90 EUR
Antisemitismus ist zugleich in aktuelles Problem wie ein Phänomen von langer Dauer. Trotz einer Phase der scheinbaren Integration der Juden in die bürgerliche Gesellschaft entwickelte sich im 19.Jahrhundert aus dem christlichen Antijudaismus eine neue Form der Judenfeindschaft: der säkulare Antisemitismus. Diese ist als politische Einstellung, soziale Haltung und weltanschauliche Orientierung zu verstehen. Er war Ausdruck der kulturellen Krise am Ende des 19.Jahrhunderts und wurde zu einer zivilisationskritischen Sammelbewegung, die den Juden die Schuld an gesellschaftlichen Umwälzungen der Zeit gab. Der Zivilisationsbruch durch den 1.Weltkrieg und die verheerenden moralischen Folgen der Kriegsniederlage bewirkten in Deutschland eine Radikalisierung des Antisemitismus, die in den nationalsozialistischen Holocaust kulminierte. Doch der Untergang des 3.Reichs hatte keineswegs das Ende des Antisemitismus zur Folge. Antisemitismus nahm nach 1945 neue Züge an und äußert sich heute als Holocaust-Leugnung, Antizionismus oder auch in Globalisierungs- und Kapitalismuskritik.

Horst Junginger: Die Verwissenschaftlichung der „Judenfrage“ im Nationalsozialismus. Eine Einführung
432 S., Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2011 59,90 EUR
Kein Staat, auch kein totalitäres Unrechtssystem kann es sich leisten, zentrale Felder seiner Politik auf rassistischen Aversionen zu gründen. So war es auch dem Nationalsozialismus ein dringendes Anliegen, seinem kruden Antisemitismus eine vermeintlich wissenschaftliche Legitimation zu geben. Eifrig wurde daher an Instituten und Universitäten daran gearbeitet, das neue Forschungsfeld der „Judenforschung“ zu etablieren. Erstaunlicherweise stieß diese nationalsozialistische „Judenforschung“ in der wissenschaftlichen Aufarbeitung bislang auf wenig Interesse. Welche Fachgebiete sich zu diesen Bemühungen in den 30er und 40er Jahren missbrauchen ließen, welche sich aktiv daran beteiligten, welche Lehrstühle gegründet und welche Konsequenzen abgehalten wurden, das zeichnet Horst Junginger in seiner brillanten Studie hier erstmals umfassend nach. Dabei wird deutlich, dass der rassistische Antisemitismus keineswegs antithetisch mit dem religiös grundierten Antisemitismus kontrastierte, sich beide vielmehr verhängnisvoll ergänzten.

Uwe Schulte-Varendorff: Krieg in Kamerun
Die deutsche Kolonie im Ersten Weltkrieg
240 S., 40 Abb., Pb., Ch. Links Verlag 2011 (erscheint September) 29,90 EUR
Von den Kriegsschauplätzen des Ersten Weltkriegs außerhalb Europas ist kaum die Rede. Dabei wurden gerade unter den europäischen Kolonialmächten zum Teil brutale Stellvertreterkriege in der „dritten Welt“ ausgetragen, zumeist mit fürchterlichen Folgen für die einheimische Bevölkerung. So auch in der deutschen Kolonie Kamerun, die mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs von Franzosen und Engländern angegriffen wurde. Uwe Schulte-Varendorff hat sich mit diesem sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der wissenschaftlichen Literatur kaum gewürdigten Kriegsschauplatz beschäftigt. Er schildert die grausame Art der Kriegsführung, die Leiden der Afrikaner und die Auswirkungen auf die sogenannten Kolonialdeutschen. Das schließt auch die kritische Überprüfung der Legende von den „treuen Askari“ ein, also das Verhältnis zwischen den einheimischen Soldaten und der deutschen Truppe. Ein erhellendes und zugleich bedrückendes Buch.

Martin Walker: Schwarze Diamanten
Der dritte Fall für Bruno, chef de police
352 S., geb., Diogenes 2011 22,90 EUR
Was haben Trüffeln mit Frankreichs Kolonialkrieg in Vietnam und den chinesischen Triaden zu tun? Die Lösung zu Bruno Courreges` drittem Fall liegt so tief vergraben wie die schwarzen Diamanten unter den alten Eichen im Perigord. Bereits die ersten beiden Bruno-Krimis wurden auf Anhieb zu Bestsellern.

Catherina Rust: Das Mädchen vom Amazonas
Meine Kindheit bei den Aparai-Wajana-Indianern
300 S., Knaus 2011 (erscheint im September) 19,99 EUR
„Sind Sie eine weiße Indianerin, Catherina Rust?“. Catherina Rust verbrachte ihre ersten Lebensjahre in einem Indianerdorf am Amazonas. Sie lebte im Einklang mit der Natur, geborgen in den Ritualen einer steinzeitlichen Stammesgemeinschaft. Denkt sie heute an ihr Dorf am Fluss zurück, hat es ihr im Urwald an nichts gefehlt. In ihrer Geschichte spiegelt sich ein faszinierender Gegenentwurf zu unserer wachstumssüchtigen, individualistischen und gehetzten Gesellschaft.

Carolyn und Chris Caldicott: World Food Cafe
192 S., geb., durchgehend farbig illustriert, Verlag Freies Geistesleben 19,90 EUR
Mit 15.000 verkauften Exemplare bereits in der 5.Auflage. Die Kombination aus landeskundlichen Informationen, atmosphärisch dichten Reisefotografien und schmackhaften Rezepten ist ein echter Hingucker und eignet sich durch seine Coffee-Table-Qualitäten hervorragend auch als Geschenk.

Carolyn und Chris Caldicott: Auf den Gewürzstraßen der Welt
Rezepte und Geschichten aus dem World Food Cafe
192 S.,geb., durchgehend farbig illustriert, Verlag Freies Geistesleben 2011 19,90 EUR
Lassen Sie sich inspirieren von den Gerüchen und der Geschmacksvielfalt aromatischer, erlesener Gewürze aus aller Welt! Carolyn und Christ Caldicott, Inhaber des berühmten World Foot Cafe in London, entführen Sie in die exotische Küche ferner Länder und fremder Kulturen und stellen Ihnen ihre Lieblingsrezepte aus vier Kontinenten vor. Eine äußerst gelungene Mischung von Reiseberichten, raffiniert gewürzten Speisen und interessantem historischem Hintergrundwissen.

Tom Vandenberghe, Eva Verplaetse: Thai Street Food
Kulinarische Reiseskizzen aus Bangkok und Thailand
208 S., 370 Farbfotos, Pb., Hädecke 2011 19,90 EUR
Authentische Rezepte und Insider-Tipps für kulinarische Globetrotter

Oliver Lutz Ratke: Fünfzig Mal Mund auf in China
Was man gegessen haben muss
110 S., vierfarbig, 60 Abb., Dryas 2011 (September 2011) 11,95 EUR
Riskier es – probier es! Ein kulinarischer Reiseführer. Diese neue Reihe präsentiert landestypische Speisen, die Reisende nur entdecken können, wenn sie wissen, dass es sie gibt. Ja doch, auch Hühnerfüße, hundertjährige Eier und selbst Schweineohren gehören dazu – aus einem einfachen Grund: sie schmecken! Oliver Lutz Ratke, Journalist und China-Reisender, hat für diesen Band zehn Jahre Leben und Arbeiten mit China aus einer ganz besonderen und leckeren Perspektive zusammengefasst. Weitere Reihentitel in Vorbereitung (Brasilien, Schweiz, Indien u.a.).

Bestelladresse:

Worms Verlag
Abt. Onlineshop
Kultur- und Veranstaltungs GmbH,
Von Steuben Str.5, 67549 Worms
Berthold Röth Tel. 06241-2000-314
e-mail: berthold.roeth@kvg-worms.de

The Age of Stupid – Warum tun wir nichts? 15.6.2011

Mai 17, 2011

Wir schreiben das Jahr 2055. London ist überflutet, Sydney in Flammen, Las Vegas von der Wüste verschluckt. Der letzte Mensch der Erde sitzt in der geschmolzenen Arktis in einem riesigen Weltarchiv, das die Überreste der Zivilisation enthält und fragt sich: „Warum haben wir die Klimakatastrophe nicht verhindert, als wir noch die Chance dazu hatten?“. Sechs wahre Geschichten, angereichert mit Originalfernsehbeiträgen der Zeit zwischen 1950 und 2008, dokumentieren den alltäglichen Wahnsinn unserer Zeit und zeigen auf, wie wir dabei sind, unsere Lebensgrundlagen zu zerstören. Gleichzeitig zeigt die Regisseurin Franny Armstrong aber auch alternative Ansätze, erzählt von gewöhnlichen Menschen, die im eigenen Umfeld mit einem großen Umbruch beginnen, der zu einem völlig neuen Umgang mit den Ressourcen der Erde führt.

Während Al Gores „Eine unbequeme Wahrheit“ das Interesse vieler Menschen an Klimafragen geweckt hat, geht „The Age of Stupid – warum tun wir nichts?“ einen Schritt weiter und hinterfragt den moralischen, psychologischen Nährboden, auf dem heutzutage jeder einzelne Weltenbürger das Klima betreffende Entscheidungen fällt.

Am 15.Juni um 20 Uhr im Mythenlabor des Nibelungenmuseum in Worms, Fischerpförtchen 10. Der Eintritt beträgt 4 Euro.

25.5. Nibelungensteig-Odenwald Dia-Vortrag

Mai 17, 2011

Bilderreise durch den Odenwald
– Vortrag des Autorenpaares Rothenheber/Gölz im Mythenlabor

Worms. Der Worms-Verlag hat sich in den letzten Jahren gerade durch die Veröffentlichung von Publikationen zum Thema „Nibelungen“ sowie über diverse Themen um die Stadt Worms einen Namen gemacht. Vor wenigen Monaten ist beim Worms-Verlag eine neue Publikation erschienen, die diesmal das große Mittelgebirge östlich von Worms, den Odenwald, behandelt. In dem 112 Seiten starken Bildband beschreiben die Autoren Bettina Rothenheber und Lars Gölz eine 124 Kilometer lange Route quer durch den Odenwald von seinem Westhang an der Bergstraße bis ins Maintal im Osten. Die Tour verläuft über den Nibelungensteig, einem vom Deutschen Wanderverband ausgezeichneten Wanderweg, der in seiner jetzigen Länge seit 2010 besteht.
Am 25. Mai werden die Beiden ab 19:00 Uhr ihre Reise entlang des Nibelungensteigs im Mythenlabor des Nibelungenmuseums Worms im Rahmen eines Bildervortages vorstellen. Dabei zeigen sie den interessierten Besuchern, welche vielfältigen Eindrücke man bekommt, wenn man sich auf den Weg quer durch den Odenwald begibt. Viele beeindruckende Dinge präsentieren sich da dem Auge des Betrachters: geologische Formationen wie das Felsenmeere im Lautertal bringen den Wanderer ebenso zum Staunen wie Biotope zu denen das Moorgebiet „rotes Wasser“ bei Olfen zählt. Ebenso begegnen dem Wanderer allerhand historische Bauten, wie zum Beispiel das Watterbacher Haus, welches als das älteste erhaltene Fachwerkhaus des Odenwaldes gilt, die imposante Burgruine Wildenberg bei Preunschen, der berühmte Schnatterlochturm in Miltenberg oder aber die Martinskapelle von Bürgstadt. Da die Wanderung auf dem Nibelungensteig praktisch zu allen Jahreszeiten ein Erlebnis darstellt, zeigen Rothenheber und Gölz auch Aufnahmen, die beispielsweise im Winter entstanden sind.
Insgesamt ein dreiviertel Jahr haben die beiden an ihrer Bilderreise durch den Odenwald gearbeitet. Während Bettina Rothenheber sämtliche Fotografien der Tour fertigte und später auch das Layout des Buches erarbeitete, recherchierte Lars Gölz die begleitenden Texte und ergänzte diese an einigen Stellen noch um die eine oder andere erläuternde Zeichnung.

Infobox:
Der Bildervortrag findet am 25. Mai um 19:00 Uhr im Mythenlabor des Nibelungenmuseums Worms, Fischerpförtchen 10 statt. Der Eintritt ist frei.
Im Anschluss daran besteht auch Gelegenheit, den Bildband „Der Nibelungensteig – Eine Bilderreise durch den Odenwald“ (ISBN 978-3-936118-32-2) zu erwerben. Dieser ist aber auch im örtlichen Buchhandel sowie in den Tourist-Informationen am Nibelungensteig zum Preis von 24,80 € erhältlich.

Die Gartenkunst in Worms (Bucherscheinung 6.8.2011)

Mai 4, 2011

Anlässlich des Wormser Parkevents präsentieren wir unseren neuen Titel:

• Karl Bittel zur Ehre
Ein großer Mäzen der Wormser Stadtgeschichte hat im Westend seine deutlichen Spuren hinterlassen. Der Wormser Karl Bittel legte 1898 den Grundstein für die hochwertige Bebauung des Wormser Westends mit der Anlage eines Parks zur Erholung der Bevölkerung, dem sogenannten
Pfrimmpark. Diese ungewöhnliche Vorgehensweise, einen Park vor der Bebauung anzulegen, ist seinem ungewöhnlichen Leben mit langjährigen Auslandsaufenthalten in New York und Paris geschuldet. Er kehrte als vermögender Mann nach Worms zurück und schuf diese 3,5 Hektar große, von der Pfrimm durchflossene Parkanlage im Stil eines Englischen Landschaftsgartens zum Flanieren und Erholen. Anlässlich seines 100. Todestages wird mit dieser Veranstaltung an die bedeutende Wormser Persönlichkeit erinnert. Die Stationen seines Lebens werden auf einem Parkspaziergang mittels eines Dialogs zwischen Karl Bittel und seiner Frau nachgezeichnet und musikalisch untermalt.

6. August »Bittels Zeit in Paris« ab 14.30 Uhr Der Heimatverein Worms-Pfiffligheim versorgt Sie mit Kaffee und Kuchen, später auch mit ›Deftigem‹. Stimmungsvoller Ausklang am Abend. 15–16.30 Uhr Promenade mit Karl und Hedwig Bittel, dargestellt von Arnulf Kuja Kienast und Stella Junker-Mielke und musikalisch begleitet von der Gruppe Rouge Baiser mit französischen Chansons. Treffpunkt am Mausoleum (Eingang Donnersberg-/Ecke Nievergoltstraße).

17 Uhr Buchvorstellung des im Worms-Verlag publizierten neuen Gartenbuchs Die Gartenkunst in Worms von Stella Junker-Mielke.

7. August »Karl Bittel’s Central Park in New York« 11–12 Uhr Belt Walk mit Karl und Hedwig Bittel und musikalisch begleitet vom Duo Gernot Kögel / Gary Fuhrmann mit Interpretationen früher Jazzklassiker. Treffpunkt am Mausoleum (Eingang Donnersberg-/Ecke
Nievergoltstraße). • Für das leibliche Wohl ist wieder ab 11 Uhr gesorgt