Archive for April 2011

Kalender „Rheinhafen Worms“

April 27, 2011

Kalender »Rheinhafen Worms«

»Als Wormser den Hafen durch andere Augen sehen«

Für den, der hier arbeitet oder seine Freizeit verbringt, ein vertrauter Anblick: Hafenanlagen und Rheinufer von Worms. Kaum mehr die Mühe wert, genauer hinzuschauen…
Nicht so die Künstlerin Ludowika Huber: Geboren und aufgewachsen in Worms, viele Jahre nicht mehr hier gewesen, machte sie sich mit den alten Erinnerungen neu bekannt und sammelte erst mal Eindrücke: Alles, was ihre Aufmerksamkeit erregte, – ein Detail an einem Kran, eine Treppe am Ufer, die Perspektive eines Speichers – wurde mit einer kleinen Kamera, fast schnappschussartig flüchtig und doch auch unbestechlich genau festgehalten. »Fotoerkundungen« nennt sie dies. So entstanden fast 1000 charakteristische Bilder, die Heinz J. Schollmeier, den langjährigen Vorstand der Rhenania AG und profunden Kenner der »Szene«, so faszinierten, dass er vorschlug, daraus einen immerwährenden Kalender zusammen zu stellen. Nun legen die eindrucksvollsten Bilder, zu thematischen Einheiten gebündelt, ein selten dichtes Zeugnis davon ab, wie anders und interessant, ja aufregend der neugierige, fast wertfreie Blick dieser Künstlerin Alltagsdinge sieht. Der »Insider« stutzt und staunt: Alles ist sattsam bekannt und erhält doch eine ganz andere Dimension, eine neue Lebendigkeit und »Tiefenschärfe«. Strukturen werden durchbrochen oder hervorgeholt. Formen ihrer Funktion beraubt und zu einer neuen Ästhetik verdichtet. Oder alte Anlagen sehen auf einmal aus wie bei den Impressionisten…
Zu lockeren Collagen auf zwölf Kalenderseiten zusammengestellt und von Buchgestalter Rudolf Paulus Gorbach grafisch einfühlsam in Szene gesetzt, werden Wirtschafts- und Kulturbereiche wie »Rhenania«, »Rheinufer«, »Umschlagplatz Hafen«, »Hafen und Technik«, »Hafenbahn« oder »Spuren der Arbeit« eindrucksvoll wiedergegeben und eben durch »ganz neue Augen« gezeigt.
Ein etwas anderes Seh-Erlebnis, das sich lohnt…

Rheinhafen Worms
Farbdruck mit 152 Fotos
14 Blätter
Format 34 x 49 cm
Spiralbindung mit Papprückwand
25,00 Euro
ISBN 978-3-936118-47-6
Worms Verlag

erscheint diesen Sommer, immerwährend verwendbares Kalenderschmuckstück

Minderheiten in Deutschland

April 27, 2011

Minderheiten in Deutschland: Assimiliert, integriert, diskriminiert?

Erster Band des Nibelungen-Forum

Von Kurt E. Becker

Der Holocaust wirft seinen finsteren, langen Schatten auch in die deutsche Gegenwart. Das Verhältnis der Deutschen zu ihren Minderheiten bleibt, ob wir dies wollen oder nicht, über alle Zeiten hinweg durch die Nazi-Gräuel belastet. Die Hypothek unserer Vergangenheit ist untrennbar verbunden mit der je aktuellen Frage nach dem Verhältnis der Deutschen zu den hierzulande lebenden Minderheiten. „Wehret den Anfängen aller Diskriminierung“ lautet deswegen die Forderung an all jene, die Bürger dieses Staates und Angehörige dieser Gesellschaft sind.

Vor dem Hintergrund einer schwerwiegenden historischen Dimension, und damit aber auch begleitet von einem gesellschaftspolitischen Imperativ, wird in Worms bei den Nibelungen-Festspielen „Die Geschichte des Joseph Süß Oppenheimer, genannt Jud Süß“ aufgeführt. Damit in den Fokus des Interesses rückt unser Verhältnis zu der Minderheit der in Deutschland lebenden Juden, aber auch zu den Minderheiten von Sinti und Roma, Türken, Indern oder Iranern – und nicht zu vergessen auch die Frage unseres Umgangs mit Behinderten in dieser Gesellschaft. Das übergreifende Thema also auch der Geschichte des „Jud Süß“ konzentriert sich in der Frage nach dem Verhalten der Mehrheit gegenüber den Minderheiten – konkret: Wie ist unsere Einstellung gegenüber Minderheiten in Deutschland?

Ein Bestandteil des Herangehens an das Leitthema der diesjährigen Nibelungen-Festspiele ist auch dieses Buch, in dessen Mittelpunkt folgerichtig eine Repräsentativ- und Expertenbefragung, deren Ergebnis und Bewertung im gesamtgesellschaftlichen Kontext stehen. Komplettiert wird dieser erste Band des „Nibelungen-Forum“ durch Erfahrungs- und Erlebnisberichte von Angehörigen in Deutschland lebender Minderheiten, Lebensentwürfe und Schicksale somit, wie sie unterschiedlicher, beeindruckender und unter die Haut gehender kaum sein können.

Kurt E. Becker (Hrsg.): Assimiliert, integriert, diskriminiert? Minderheiten in Deutschland, erscheint am 17.5. im Worms Verlag, 2011, VK: 19,90 EUR

Interkulturelle Buchneuheiten Liste 13

April 26, 2011

Bücherangebot Interkultur Liste 13

Alle angeführten Titel können Sie bestellen über
Worms Verlag, Abt. Onlineshop, Kultur- und Veranstaltungs GmbH
Von Steuben Str. 5, 67549 Worms, Tel. 06241-2000-314
e-mail: berthold.roeth@kvg-worms.de

Fremde Welten 2010 / 2011
128 S., Arbeitskreis für Jugendliteratur 2011 9,50 EUR
Das Verzeichnis beinhaltet 180 ausgewählte Bücher, Hörbücher und Materialien für den Unterricht, die Einblicke in fremde Welten ermöglichen und Menschen aus anderen Gesellschaften und Kulturräumen mit Respekt begegnen. Jeder Eintrag enthält eine Besprechung, Angaben zu Lesealter und Schauplatz sowie die bibliografischen Daten. Die Titel sind nach Lesestufen geordnet. Länder- und Stichwortregister ermöglichen die thematische Suche. Die Auswahl- und Beurteilungskriterien werden in der Einleitung vorgestellt. Die handliche Broschüre ist ein praktisches Hilfsmittel für Eltern, Lehrkräfte, Bibliothekare, Buchhändler und alle, die sich mit Literatur für Kinder und Jugendliche befassen.

Heekyoung Kim: Wo geht`s lang? Karten erklären die Welt
48 S., Gerstenberg 2011 12,95 EUR
Wie sind Landkarten entstanden und wie liest man sie? Das Sachbilderbuch erklärt geografische Räume und zeigt, dass Menschen seit jeher nach Orientierung suchen. Für Kinder ab 6 Jahre.

Morten Dürr / Peter Bay Alexandersen : Lass Samiras Hand nicht los
52 S., Picus 2011 13,90 EUR
Eine Freundschaftsgeschichte über Angst überwinden. In knappen Worten und zahlreichen eindrucksvollen Bildern wird erzählt, wie der aus einem Kriegsgebiet entflohene kleine Nadim Angst hat, allein zur Schule zu gehen, und sich einschließt. Sein Onkel rät ihm, sich vorzustellen, seine kleine Schwester sicher zur Schule zu bringen: als großer Bruder. Der Trick gelingt – und Nadin schafft es später, anstelle der imaginären Schwester mit einem anderen Mädchen zu gehen und mit ihr Freundschaft zu schließen. Für Kinder ab 6 Jahre.

Materialdienst – Zeitschrift für Religions- und Weltanschauungsfragen 4/2011
Evangelisches Zentrum für Weltanschauungsfragen 2,50 EUR
u.a.: „Die Giordano Bruno Stiftung im kulturgeschichtlichen Kontext“ und „Aleviten in der deutschen Gesellschaft angekommen – zwei Veranstaltungen in Berlin signalisieren gelungene Integration“.

Blätter für deutsche und internationale Politik 4/2011
Blätter Verlag 9,50 EUR
u.a. „Das neue Afrika – Von der Abhängigkeit zur Vernetzung“, „Feindbild Muslim: Antimuslimismus oder Islamophobie – eine Begriffsklärung“ und im Themenschwerpunkt „Die Arabische Revolution: Von der Diktatur zur Demokratie?“ drei Berichte „Das Ende der Erstarrung“, „Die Stunde der Muslimbruderschaft?“ und „Israel in der Wagenburg“

Dominic Johnson: Afrika vor dem großen Sprung
108 S., Wagenbach 2011 9,90 EUR
Entgegen den vorherrschenden Prognosen und Vorurteilen beschreibt Dominic Johnson Afrikas Zukunft voller Hoffnung und zeigt die Möglichkeiten und Risiken eines eigenständigen Weges.

Afrika 2012. Taschenkalender
256 S., Pb., Brandes & Apsel 2011 9,90 EUR
Ein informativer und praktischer Wegbegleiter für den täglichen Gebrauch. Klein, aber oho! Ein ganzer Kontinent kompakt. Wissenswertes für engagierte Afrikakenner. Liebevoll ausgewählt und durchweg lesenswert. Wer ihn kennt, mag ihn nicht mehr missen. Ein wahre Fundgrube an Informationen. Handlich und hilfreich.

Helmut Schmidt: Religion in der Verantwortung
Gefährdungen des Friedens im Zeitalter der Globalisierung
256 S., geb., Propyläen (UllsteinBuchVerlag) 2011 19,99 EUR
Wider den Missbrauch der Religion. „Ich bin ein sehr distanzierter Christ“ (Helmut Schmidt). Immer wieder hat sich Helmut Schmidt mit dem Verhältnis von Religion und Politik beschäftigt. Seine wichtigsten Beiträge zu dieser hochaktuellen Frage hat er für das vorliegende Buch zusammengestellt und durch ein abschließendes Kapitel ergänzt.

Thilo Sarrazin: Deutschland schafft sich ab
Wie wir unser Land aufs Spiel setzen
464 S., DVA 2010 22,90 EUR
In seinem Schlusskapitel skizzierte Sarrazin bis ins Jahr 2100 folgende Entwicklung: Deutschland ist endgültig zu einem vorwiegend von Türken und Arabern besiedelten muslimischen Land geworden, dessen Lebensstandart weit hinter China zurückgefallen ist.

Mittlerweile sind einige in der Zukunft spielende Romane auf dem Markt, die von solchen Szenarien ebenfalls handeln und sehr zwiespältig in ihrer Ausrichtung beurteilt werden müssen:

Jean Raspail: Das Heerlager der Heiligen – Eine Vision
272 S., Pb., Hohenrain 17,80 EUR
Ein bereits 1973 erschienenes Buch wurde in diesem Frühjahr in Frankreich – angesichts der aktuellen Flüchtlingsbewegungen aus Nordafrika – mit 40 Jahren Verspätung Bestseller. Der Roman schildert wie eine Flotte von Hunderttausenden hungerleidenden Indern in ein reiches, aber seelisch entkerntes Europa einfällt. Die Massen vom Ganges bilden nur die Vorhut eines gewaltigen demographischen Tsunami, der unerbittlich auf Europa zurollt. Aufgestachelt durch die nahende Verstärkung aus der Dritten Welt erheben sich eine Million von farbigen Eingewanderten gegen die Weißen, die bald zu Menschen zweiter Klasse werden und ihren Reichtum und ihre Privilegien abgeben müssen.

Oliver Uschmann: Feindesland
Hartmut und ich in Berlin
400 S., geb., Scherz 2010 14,95 EUR
Im Roman übt in naher Zukunft ein „Moralministerium“ seinen Antidiskriminierungsterror aus und der Staat verdonnert seine Bürger zwecks besserer Kontrolle zur Zwangsmitgliedschaft auf einer Art Facebookseite. Ist es nicht angenehm, wenn man einfach Schutzgeld zahlt und nicht mehr vor der Haustür zusammengeschlagen wird? Ist es nicht praktisch, wenn die Regierung unsere Lebensgewohnheiten auf BürgerVZ öffentlich macht? Ist es nicht schön, wenn es im Büro statt Festgehalt eine Carrera-Bahn gibt? Ist es kein Grund zur Freude, wenn man in dieser Welt Vater wird? Der härteste »Hartmut und ich«-Roman seit Beginn der Kultserie: Der Philosoph und der Packer aus dem Ruhrpott gehen dahin, wo längst keine Gefangenen mehr gemacht werden – nach Berlin. Eine Achterbahnfahrt durch den Wahnsinn unserer Republik und die Herzen von Männern, die zur Rettung ihrer Liebe plötzlich echte Gefechtstürme bauen müssen. »Schlimm, wie wahr dieses Buch ist. Schön, wie zuversichtlich mich die Tatsache macht, dass es geschrieben wurde!« Bela B. Felsenheimer

Max Eichenhain: 2034 – der Abschied vom Abendland
322 S., Below Verlag 9,80 EUR

Volkmar Weis: Das Reich Artam – Die alternative Geschichte
340 S., Pb., Engelsdorfer Verlag 18,00 EUR
Artam – ein Reich, eine Rasse, ein Zehnter Führer; der aristokratische Gegenentwurf zu Orwells „1984“. Spannend und intellektuell tiefgründiger als Huxleys „Schöne neue Welt“.
Während 2084 das Alte Europa längst im Großen Chaos zerfallen ist, behauptet sich das neue Reich im Osten im ewigen Abwehrkrieg gegen die von Ostasien unterstützten Partisanen. In Reichsburg, der Hauptstadt (dem früheren Kiew), lebt Adrian Schwarz, Obersturmbannführer des Schwarzen Korps und Mitarbeiter im Reichssippenamt, verheiratet mit Godela und ihrer Schwester Gundula, beide blond, blauäugig und fruchtbar. Doch seit Jahren hat er ein Verhältnis mit der temperamentvollen Russin Ludmila. Sollte ihre Beziehung entdeckt werden, was geschieht dann mit ihrem unehelichen Sohn German? Schickt der Führer Adrian wegen Rassenschande in die Verbannung? Oder reißen zuvor die islamischen Handschar, die keine Rassen kennen, die Macht durch einen Militärputsch an sich?

Silke Schneider: Verbotener Umgang
Ausländer und Deutsche im Nationalsozialismus
Diskurse um Sexualität, Moral, Wissen und Strafe
208 S., geb., Nomos 2010 49,00 EUR
Die Autorin schildert die Kriminalisierung sozialer und intimer Beziehungen von Deutschen mit Kriegsgefangenen und „Fremdarbeitern“. Mit einem diskursanalytischen Ansatz werden dabei Ordnungsvorstellungen, Motive und Strategien dieses Teilbereichs der NS-Rassenpolitik deutlich. Damit wird das Delikt des „verbotenen Umgangs“ erstmals in den Mittelpunkt einer umfassenden Analyse gestellt.

Abbas Khider: Die Orangen des Präsidenten
160 S., geb., Edition Nautilus 16,00 EUR
Zwei Jahre verbringt der junge Mahdi unter Saddam Husseins Regime im Gefängnis, unschuldig, wie sogar die Polizei eingesteht. Mahdi rettet sich in dieser Hölle durch seine Begabung zum Geschichtenerzählen und seine Leidenschaft für Taubenzucht. Als er von Partisenen aus dem Gefängnis befreit wird, ist das Land nicht mehr dasselbe. Er beschließt zu fliehen. Kaum zu glauben, dass das geht: in einer anschaulichen und warmherzigen Sprache von Dingen zu erzählen, die unser Vorstellungsvermögen kaum fassen kann. Die Foltermethoden des Saddam-Regimes hat der deutsch-irakische Autor selbst erfahren. Im harten Wechsel von poetischen Alltagsszenen und Szenen aus der Gefangenschaft erzählt er von der Grausamkeit des Menschen, aber auch von seiner Widerstandskraft. Für sein Romandebüt erhielt der Autor 2010 den „Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis“.

Fernando Marias: Zara und der Buchhändler aus Bagdad
244 S., Baumhaus 2011 14,99 EUR
Schicksale nach dem Irakkrieg: Viele Geschichten werden in diesem flüssig geschriebenen Roman verwoben: die eines Schriftstellers in Madrid, dem ein alter Mann das Manuskript über sein Leben anbietet – ein Zeitzeugenbericht über den Spanischen Bürgerkrieg. Die eines Buchhändlers aus Bagdad, der im Chaos nach dem Irakkrieg versucht, mit seiner verstummten Tochter Zara zu seinem Bruder nach Madrid zu fliehen – vor einem skrupellosen Killer, der ihm und Zara auf den Fersen ist. Wie in einem Puzzle fügen sich die einzelnen Lebensgeschichten zu einem Ganzen zusammen, verschachtelt. Mit jeder Seite wird es temporeicher, spannender, bis es zum Showdown kommt.

Sinan Özbek
Schriften zur praktischen Philosophie am Beispiel der Türkei
Rassismus, Assimilation, Ehrenmord, Euthanasie, Macht und Moral
190 S., Verlag Westfälisches Dampfboot 2001 (erscheint im Mai) 24,90 EUR
In seinem Buch geht Sinan Özbek aktuellen und klassischen Fragen der praktischen Philosophie wie Rassismus, Assimilation, Ehrenmord, Euthanasie oder auch Macht und Moral auf den Grund. Er verarbeitet dabei sowohl europäische als auch türkische Quellen. Seine Synthese aus westlichem theoretischen Wissen und türkischem Gedankengut bringt frischen Wind in die die oft verfahrenen Debatten und spricht sowohl das allgemeine Publikum wie auch die akademische Forschung an. Sinan Özbek, geb. 1961, Prof. Dr. phil., Leiter des Fachbereichs Philosophie an der Koceali-Universität in der Türkei, Herausgeber der philosophischen Zeitschrift felsefelogos und Vorsitzender des philosophischen Vereins fesatoder.

Bihter Somersan: Feminismus in der Türkei
Die Geschichte und Analyse eines Widerstands gegen hegemoniale Männlichkeit
260 S., Verlag Westfälisches Dampfboot 2011 (erscheint im Mai) 29,90 EUR
In ihrem Buch widmet sich Bihter Somersan der Geschichte, Entwicklung und Analyse der feministischen Bewegung in der Türkei, wobei ihre Auseinandersetzung mit hegemonialer Männlichkeit im Vordergrund steht. Dabei hebt sich die politische Rolle der feministischen Bewegung im Spannungsfeld zwischen Staat und Zivilgesellschaft hervor und diskutiert, analysiert und konzeptualisiert sie die türkische Zivilgesellschaft geschlechterkritisch. Bihter Somersan, Dr. phil., geb. 1976, promovierte an der Goethe-Universität Frankfurt und ist Asst. Professorin an der Yeditepe Universität in Istanbul, Fachbereich Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Geschlechterforschung und Politische Soziologie. Arbeitsschwerpunkte: Frauenbewegungen, Zivilgesellschafts-, Staats- und Demokratietheorien.

Birand Bingül: Der Hodscha und die Piepenkötter
288 S., geb., Rowohlt Polaris (erscheint Mai 2010) 13,95 EUR
Der humorvollste Zweikampf seit Don Camillo und Peppone. Hohe Diplomatie in der deutschen Provinz! – Ein hervorragendes Buch: sehr wahr und witzig. Typisch deutscher Humor – mit echtem Migrationshintergrund. Nuri Hodscha ist der neue Imam der türkischen Gemeinde. Er will unbedingt eine neue Moschee. Er will eine große, prächtige neue Moschee. Und wenn der Hodscha etwas unbedingt will, dann ist ihm fast jedes Mittel recht.. Ursel Piepenkötter ist Oberbürgermeisterin. Das will sie bleiben. Und deshalb will sie auf gar keinen Fall eine neue Moschee. Vor allem keine große, prächtige neue Moschee. Und wenn Piepenkötter etwas auf gar keinen Fall will, dann ist ihr fast jedes Mittel recht..

Birand Bingül: Der Hodscha und die Piepenkötter
Hörbuch, 4 CDs, Deutsche Grammophon Literatur (Mai 2011) 16,99 EUR
Humorvoller Machtkampf der Superlative

Norbert G. Pressburg: Good Bye Mohammed
Das neue Bild des Islam
244 S., Pb., BoD Books on Demand 2011 19,80 EUR
Dass Koran und Lebensgeschichte des Propheten Mohammed unverfälscht überliefert sind, ist ein islamisches Dogma und Basis der Religion. Die moderne Islam-Forschung zeichnet nun ein ganz anderes Bild. Dieses Buch zeigt den neuesten Stand der Forschung und entlarvt traditionelle Dogmen als pure Legenden.

Siegfried Kohlhammer: Islam und Toleranz
Von angenehmen Märchen und unangenehmen Tatsachen
199 S., zu Klampen 2011 19,80 EUR

Stefan Meining: Eine Moschee in Deutschland
Nazis, Geheimdienste und der Aufstieg des politischen Islam im Westen
316 S., 34 Abb., geb., C. H. Beck 2011 19,95 EUR
Der Historiker und Fernsehredakteuer Meining findet nicht dass der Islam in der historischen Perspektive zu Deutschland gehört, aber inzwischen auf jeden Fall zur Geschichte und Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland. In seinem Buch schildert er das Islamische Zentrum München als Keimzelle des politischen Islam in Deutschland. München war im Kalten Krieg ein entscheidender Dreh- und Angelpunkt der US-Politik auf deutschem Boden. Dort befand sich eine äußerst wichtige CIA-Niederlassung wie auch eine für damalige Verhältnisse durchaus ansehnliche muslimische Minderheit. Und es gehörte zur Strategie des Westens, mit islamischen Kräften zusammenzuarbeiten, die zur Destabilisierung der Sowjetunion mit ihrer großen muslimischen Minderheit beitragen konnten. Das Buch ist die Vorgeschichte der Anschläge vom 11.September 2011, in deren Folge auch das Islamische Zentrum München unter Terrorverdacht geriet. Dieser Verdacht wurde nie nachgewiesen. Nach dem „Sieg“ über die Sowjetunion in Afghanistan richtete sich der Blick islamischer Terroristen allmählich auf den Westen. Diese Fundamentalopposition hatte sich über Jahrzehnte im Stillen vorbereitet – und wurde durch „09/11“ schlagartig für alle sichtbar. Die Quellen des Autors sind neben Augenzeugenberichten, Akten von CIA, KGB und Stasi, sowie Nachlässe von Zeitzeugen, Akten aus Vereinsregistern und vor allem aus dem Münchener Hauptstaatsarchiv.

Bernd Greiner: 9/11. Der Tag, die Angst, die Folgen
280 S., C. H. Beck 2011 19,95 EUR
Die Terroranschläge vom 11.September 2001 haben sich ins kollektive Gedächtnis der Amerikaner eingebrannt: als „9/11“. Zehn Jahre nach dem Einsturz der Twin Towers in New York ziehen Zeitzeugen und Historiker eine erste Bilanz. Der Philosoph und Geschichtswissenschaftler Bernd Greiner, der am Hamburger Institut für Sozialforschung den Arbeitsbereich „Theorie und Geschichte der Gewalt“ leitet, räumt in seinem Buch mit Legenden auf und leistet Aufklärungsarbeit im besten Sinne. Greiner zeigt, wie die Reaktion der USA auf die Anschläge Grundfesten der Verfassung beschädigt hat, die es eigentlich gegenüber dem Terror zu schützen gilt.

Michael Butter / Birte Christ / Patrick Keller:
9/11. Kein Tag, der die Welt veränderte
144 S., Schöningh 2011 16,90 EUR
Einen anderen Ansatz als Greiner verfolgen die Autoren dieses Bandes. Sie meinen, der Terroranschlag habe lediglich länger zurückliegende Entwicklungen verstärkt und sichtbar gemacht.

Ingo Resch: Islam und Christentum – Ein Vergleich
72 S., Resch Verlag 2011 8,90 EUR
Mit einem Vorwort von Nassim Ben Iman. Noch vor 10 Jahren wurde in der Mehrheit der Bevölkerung der Islam mehr oder weniger als eine Variante der drei monotheistischen Religionen verstanden. Varianten, die sich nur unwesentlich unterscheiden. Doch die Konflikte zwischen Moslems und Andersgläubigen in der islamischen Welt und in manchen europäischen Ballungszentren verlangt ein Auseinandersetzen mit den Inhalten der Religionen, dem auch immer mehr Menschen nachkommen. Bei einer Darstellung des Islam ist es hilfreich ihn mit Eckpunkten des christlichen Glaubens zu vergleichen. In dieser Schrift soll nicht nur der Islam, sondern auch die christliche Botschaft verdeutlicht werden. Das Auflisten von Ähnlichkeiten, von denen es viele gibt, würde nur bedingt weiterhelfen. Deshalb hat sich der Autor auf einige, wesentliche Aussagen des christlichen Glaubens beschränkt und die Unterschiedlichkeit zum Islam herausgearbeitet. Damit wird nicht nur das Besondere und Spezifische des Islam gezeigt, sondern auch und gerade das Proprium christlichen Glaubens. Die Argumentation baut auf einer Grundthese auf: Das in einer Kultur akzeptierte und praktizierte Menschenbild hat damit etwas zu tun, wie der Ursprung des Menschen und seine Bestimmung zu sehen ist, konkret ob es einen Gott gibt und wie dieser Gott verstanden wird. Aus einem so abgeleiteten Menschenbild lässt sich die Religion oder Ideologie bewerten. Ein Vergleich zwischen Christentum und Islam stößt insofern schnell an Grenzen, weil der Islam eine Lehre ist, die ein bestimmtes Gesellschaftssystem anstrebt, während der christliche Glaube sich an eine Person, also Jesus, bindet, die durch Tod und Auferstehung eine neue Wirklichkeit begründet hat. Dieses Buch besticht durch knappe, übersichtliche und klar formulierte Gedanken, die auch vom Leser nachvollzogen werden können. Die Verbindung zwischen Lehre und Wirkung auf das Verhalten der Menschen wird an einigen, relevanten Stellen verdeutlicht.

Sarah Glidden: Israel verstehen – in 60 Tagen oder weniger
208 S., Panini Verlag (erscheint am 21.Juni 2011) 24,95 EUR
Als die amerikanisch-jüdische Autorin und Zeichnerin Sarah Glidden an einer „Birthright Israel“-Tour teilnahm, dachte sie, sie wüsste, worauf sie sich einlassen würde! In der Graphic-Novel schildert sie ihre Erinnerungen an die Ausflüge durch Tel Aviv, Jerusalem, die Golan-Höhen, Masada und andere berühmte Orte. Eine emotionale Reise und eine Geschichte des Erwachsenenwerdens: Hier treffen Herz und Humor auf ein hoch politisches Thema. Präsentiert wird der Titel im Jüdischen Museum im Rahmen des Münchner Comicfestivals.

Anne Laurel Carter: Amani, das Hirtenmädchen
160 S., Jungbrunnen 2011 13,90 EUR
Anne Laurel Carter berichtet über die israelische Siedlungspolitik, indem sie über den Alltag der jungen palästinensischen Hirtin Amani und ihrer Familie erzählt. Immer beengter wird deren Lebensraum durch Zäune, Siedlungen und Straßen, die den Zugang zu Weideplätzen und Olivenhainen verwehren; aus Sicherheitsgründen wird das Haus abgerissen, die Ohnmacht wird immer erfahrbarer. Als Kontrapunkt fungiert ein israelischer Junge, der mit der Landnahme seines Vaters nicht einverstanden ist. Ein Roman, der betroffen macht. Für Kinder ab 10 Jahre.

Moustafa Bayoumi (Hg.)
Mitternacht auf der Mavi Marmara
304 S., Laika Verlag 2011 19,90 EUR
Das Entern der sechs Schiffe der Gaza-Solidaritäts-Flottille mit neun Toten am 31.Mai 2010 durch israelische Kommandos löste weltweit Empörung aus. Das Buch mit Texten von Moshe Zuckermann, Noam Chomsky, Henning Mankell, Norman Finkelstein u.v.a. ist das aktuellste zum Thema Israel/Palästina.

Simon Zawalinski: Der Ostpark-Blues
196 S., geb. , BoD Books on Demand 2011 22,90 EUR
Die außergewöhnliche Geschichte einer jüdischen Familie, die in den 60er Jahren ihre Heimat Polen aufgrund antijüdischer Exzesse verließ und in Israel einen Neuanfang machte. Eine offene Rechnung aus der Vergangenheit führt sie nach Frankfurt. Der Leser erlebt hautnah, was es heißt, fremd zu sein.

Dirk Rupnow: Judenforschung im Dritten Reich
Wissenschaft zwischen Politik, Propaganda und Ideologie
494 S., geb., Nomos 2011 69,00 EUR
Die Studie nimmt erstmals umfassend die sogenannte „Judenforschung“ im „Dritten Reich“ in den Blick. Die geistes-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Arbeiten, die sich aus antisemitischer Perspektive mit Geschichte und Kultur des Judentums beschäftigten, stellen den markantesten Schnittpunkt von Wissenschaft und antisemitischer Propaganda sowie antijüdischer Ideologie und nationalsozialistischer Politik dar.

Fabio Geda: Im Meer schwimmen Krokodile
Eine wahre Geschichte
192 S., geb., Roman, Knaus 2011 16,99 EUR
Die wertvollsten und erhabensten Geschichten schreibt das Leben. Zehn Jahre braucht der junge Enaiat, um sich von Quetta in Pakistan nach Italien durchzuschlagen. Wer seiner Geschichte lauscht, bekommt eine Ahnung vom schieren Glück, am Leben zu sein. Auch als Hörbuch bei Random House Audio (gelesen von Robert Stadtlober).

Melinda Nadj Abonji: Tauben fliegen auf
Autorenlesung, 6 CDs, 430 Min, Random House Audio 24,99 EUR
Eine sehr poetische Autorenlesung bietet Melinda Nadj Abonji. Ihr mit dem Deutschen Buchpreis 2010 ausgezeichneter Roman „Tauben fliegen auf“ ist zwischen der beschaulichen Schweiz und dem friedlosen Balkan unterwegs, zwischen dem Stimmungszauber der jugoslawischen Kindheitswelt und der Cafeteria am Zürichsee: eine sehr persönliche und zugleich, vor dem Hintergrund der Migrationsdebatte, doch auch repräsentative Geschichte, die von der 42jährigen Schriftstellerin in einem schmeichelnden, weichen, die Stöße und Prellungen der Zwei-Welten-Konfrontation gleichsam abpolsternden Ton vorgetragen wird. Kein väterlicher Fluch lässt die Stimme der Vorleserin laut werden.

Susanne Schädlich: Westwärts, so weit es nur geht. Eine Landsuche
208 S., Droemer Knaur 2011 16,99 EUR
„Amerika war der Beginn meines dritten Lebens.“ Susanne Schädlich war, als sie im Jahr 1987 nach Los Angeles aufbrach, gerade 32 Jahre alt. Zwölf Jahre DDR und zehn Jahre West-Berlin lagen hinter der Tochter des Schriftstellers Hans-Joachim Schädlich. Doch sie wollte nur eines: „weg, bloß weg, nach Westen, so weit es geht, bevor es wieder Osten wird“. Fast zwölf Jahre blieb Susanne Schädlich in Kalifornien. Erst zehn Jahre später flog sie wieder dorthin. Um multiplizierte Fremde, Ferne und Emigration, auch die literarische Emigration nach 1940 kreist ihre exzellent geschriebene „Landsuche“ – eine eindringliche Selbstlebenserforschung inklusive vieler Begegnungen und sensibler Portraits. Eine kluge Annäherung an das, was Heimat heißt.

Haylo Karres: Den Himmel täuschen um übers Meer zu gehen
Kriminalroman aus dem Reich der Mitte. 1.Fall von Detektiv Jang Guan Long
220 S., Pb., BoD Books on Demand 2011 12,00 EUR
Polizisten aus China lernen in Frankreich deutsche Polizeiarbeit kennen, als ein Verbrechen in einem chinesischen Lokal geschieht. Nun sind die Chinesen ihren deutschen Kollegen behilflich – in Bezug auf die Besonderheit chinesischer Kultur. Wird es ihnen gemeinsam gelingen, die Mörder zu finden?

Sewjan I. Weinshtein
Geheimnisvolles Tuwa – Expeditionen in das Herz Asiens
264 S., Alouette Verlag 2011 39,90 EUR
Dieses Buch mit DVD (Dokumentarfilm, Fotos, Musik) ist das völkerkundliche Meisterwerk über die Geschichte und Kultur des ältesten Nomadenvolkes im Zentrum Asiens, von den Skythen über die Hunnen, Kirgisen, Mongolen und Chinesen bis zur Russischen Förderation.

Bestelladresse:

Worms Verlag
Abt. Onlineshop
Kultur- und Veranstaltungs GmbH,
Von Steuben Str.5, 67549 Worms
Berthold Röth Tel. 06241-2000-314
e-mail: berthold.roeth@kvg-worms.de

Frühe Migration – Schicksal von Menschen mitten unter uns

April 26, 2011

Die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) im SPD Unterbezirk Worms lädt auch in diesem Jahr wieder zur traditionellen Vorabendveranstaltung zum 1. Mai ein.
Die Autorenlesung mit Abu Sehmuz Demir, findet aus organisatorischen Gründen schon am Freitag, 29. April um 19:30, im Gewerkschaftshaus Siegfriedstraße 22 in Worms statt.
Sie knüpft an die Veranstaltung an, die der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) des Stadtverbands Worms schon im Sept. 2010 mit Demir durchführt hat. Damals ging es um die Geschichte und das Leben einer türkischen Einwandererfamilie.
Die heutige Autorenlesung erzählt von 50Jahren Migrationsarbeit in Worms, die unser Autor nach umfangreicher Recherche zu dem Artikel „Frühe Migration“ verfasste, was im Heimatjahrbuch der Stadt Worms 2008 veröffentlicht wurde.
Abu Sehmuz Demir wurde vor 48 Jahren in der Türkei (Kurdistan) geboren. Dort hat er sich schon als Jugendlicher politisch engagiert und wurde besonders nach dem Putsch 1980 wie andere Demokraten, Sozialisten und Kommunisten verfolgt.
Deshalb musste er Anfang der 90iger Jahre flüchten und kam 1991 nach Worms.
Seither ist er in der Friedensbewegung, der Gewerkschaft Ver.di, in Migrantenorganisationen, dem Wormser Bündnis gegen Naziaufmärsche und in anderen Bewegungen aktiv.
Wir freuen, uns, so der Vorsitzende der AfA –Worms Hans Herbert Rolvien, dass Demir, Journalist und Autor, unsere Einladung angenommen hat und uns zum Thema „Frühe Migration – Schicksal von Menschen mitten unter uns“, seine Einschätzungen übermitteln wird .

Johann Philipp Bandel (1785 – 1866)

April 18, 2011

Ein Wormser Demokrat und Kunstsammler. Publikation zur Ausstellung im Museum der Stadt Worms.

Das Museum der Stadt Worms im Andreasstift zeigt vom 16.4. bis 14.6.2011 eine Ausstellung über Familie, Leben und Kunstsammlung des bedeutenden Wormser Demokraten Johann Philipp Bandel. Leihgaben aus Familienbesitz in der Schweiz werden ergänzt um Dokumente zur Biographie des streitbaren Mannes.

Vor allem für Historisch Interessierte ist Bandels Lebensgeschichte spannend: 1848er Revolution, Hambacher Fest, Nationalversammlung, Freimaurer, Deutschkatholische Bewegung. http://www.wormser-zeitung.de/region/worms/meldungen/10644516.htm

Zu der Ausstellung ist im Worms Verlag eine bebilderte Biographie Bandels erschienen, verfasst von dem Historiker Dr. Gunter Mahlerwein (Gimbsheim). Die Arbeit über eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Wormser Geschichte des 19.Jahrhunderts ist ein wichtiger Beitrag zum Verständnis der demokratischen Bewegung und der politisch-gesellschaftlichen Verhältnisse im Raum Worms zwischen etwa 1820 und 1860. Die Publikation ist im Worms-Verlag erschienen, umfasst 90 durchgängig farbig illustrierte Seiten und ist über den Buchhandel zu beziehen. ISBN 978-3-936118-46-9, 7 Euro.

Goethes Faust zwischen Magie und Mythos

April 7, 2011

Wolfram Frietsch
Was die Welt im Innersten zusammenhält. Goethes Faust zwischen Magie und Mythos

Im Mittelpunkt des Fausts steht die Suche nach sich selbst. Faust steht für jemanden, der alles Erkenntnismöglichkeiten ausgeschöpft hat und sich nun Magie und Mythos hingibt, um dort Erkenntnis und Wissen über den Sinn in der Welt zu erlangen. Dabei verschmelzen und durchdringen sich Magie und Mythos auf ganz eigene Weise. Mephisto, der dem Gelehrten Faust zur Seit gestellt ist, wirkt dabei als faszinierender und dämonischer Antreiber. Er stellt aber auch eine dunkle, bedrohliche und unheimliche Seite dar, die sich im „Faust“ als rücksichtslose Allmachtsphantasie und unmenschliche Rationalisierung ausdrückt.

Für den Leser liegt der Weg des „Faust“ offen dar, dennoch verbirgt er vieles, gerade in seiner Offenheit. So bleibt er nach wie vor rätselhaft. Gerade das aber kann uns Antworten auf unsere eigenen Fragen geben und Hinweise auf zukünftige Handlungsweisen.

Neben einer inhaltlichen Klärung des Faust soll auch gefragt werden: wer wir sind und wer wir nicht sein sollten. Wir erfahren, wer wir sein können aber auch wie wir zugrunde gehen können. Wir haben die Wahl. Goethes Faust ist ein ideales Probierfeld dafür.

Wolfram Frietsch, Dr. phil., M. A., Autor, Redakteur, Vortragender, Dozent in der Erwachsenenbildung. Buchveröffentlichung (u. a.): Die Geheimnisse der Rosenkreuzer. Rowohlt Verlag 1998. Peter Handke – C. G. Jung : Selbstsuche – Selbstfindung – Selbstwerdung. Der Individuationsprozess in der modernen Literatur am Beispiel von Peter Handkes Texten. Gaggenau 2006. Vom Zauber der Zauberflöte. Die Zauberflötenwelt aus der Sicht der analytischen Psychologie C. G. Jungs. Anfang 2011 erschien im Verlag F. Samler, Graz.: Sind die Illuminaten mitten unter uns? Über Geschichte, Herkunft, Ziele und Absichten, Missverständnisse und Weltverschwörung. Über letzteres Thema referierte Frietsch bereits im letzten Jahr fürs Nibelungenmuseum Worms.
Eine Veranstaltung des Nibelungenmuseum Worms am 10.11. um 20 Uhr im Heylsschlösschen (Schlossplatz / Nordportal Dom) in Worms. Der Eintritt beträgt 8 Euro.

Termine
10.11.2011 20:00 Uhr – Heylsschlösschen