Archive for März 2011

Besucherschwund in Museen Rheinland-Pfalz

März 28, 2011

In Rheinland-Pfalz hatten Museen und Ausstellungen 2010 mit minus 8,2 % mit dem größten Besucherschwund zu kämpfen. Allerdings ist dies zum Teil auch auf den Wegfall von Veranstaltungen zurückzuführen. Nicht viel besser sah es bei den Naturinfozentren aus, die einen Verlust in Höhe von 7,4 % zu verkraften hatten. Die Rückgänge der übrigen Kategorien fielen hingegen etwas moderater aus und bewegten sich zwischen minus 0,6 % bei den Burgen und Schlössern bis hin zu minus 2,9 % bei den Denkmälern und historischen Bauwerken. Lediglich die Zoos und Tierparks (plus 2,1 %) sowie die Freilichtmuseen und Besucherbergwerke (plus 2,9 %) konnten sich 2010 trotz ungünstiger Wetterverhältnisse über ein Besucherplus freuen.

Quelle: Tourismusbarometer des Sparkassenverbandes Rheinland-Pfalz

Interkulturelle Buchneuheiten Liste 12

März 24, 2011

Bücherangebot Interkultur Liste 12

Alle angeführten Titel können Sie bestellen über
Worms Verlag, Abt. Onlineshop, Kultur- und Veranstaltungs GmbH
Von Steuben Str. 5, 67549 Worms, Tel. 06241-2000-314
e-mail: berthold.roeth@kvg-worms.de

Andi Weiss
Heimat – oder die Kunst, bei sich selbst zu Hause zu sein
176 S., adeo Verlag 14,99 EUR
Wo sind wir wirklich zu Hause? Was macht in unserem Leben Sinn? Wir alle brauchen einen Halt in unserem Leben, eine Heimat, um wirklich bei uns selbst anzukommen. Dieses Buch hilft dabei, eine Standortbestimmung vorzunehmen. Die enthaltenen Impulse treffen mitten ins Herz.

Sandra Wöhe: Die indonesischen Schwestern
228 S., Pb., Verlag Claudia Gehrke 2011 9,90 EUR
Eine indonesische Familie in einem deutschen Dorf. Phyllis hat einen deutschen Ingenieur geheiratet. Das Paar lebt in Indonesien, sie bekommen drei Töchter. Dann stirbt der Mann..
Phyllis entschließt sich, in das Haus der Familie des Vaters in ein kleines Dorf in Nordrhein-Westfalen zu ziehen, sie hofft, dass ihre Töchter dort bessere Chancen haben. Im Dorf sind sie die einzigen „Schlitzaugen“. Fast vier Jahre leben sie nun dort. Der Roman beginnt an dem Tag, an dem eine der Schwestern, selbst noch lange nicht erwachsen, ein Kind bekommt. Je ein Tag im Jahr der folgenden vier Jahre wird erzählt. In dieser Zeit passiert viel im Leben der Schwestern, sie werden erwachsen, verlieben sich, eine von ihnen liebäugelt mit dem Islam, eine andere wird lesbisch, sie driften in unterschiedliche Richtungen und dann gerät eine in große Gefahr.. Sandra Wöhe, als Tochter einer Indonesierien und eines Holländers in den Niederlanden geboren, Ausbildung als Krankenschwester, lebt als Publizistin und freie Journalistin in Zürich.

Asia Maria Harwazinski
Ich bin keine Schlampe, ich bin Griechin!
180 S., Pb., EBVerlag Dr. Brandt 2011 16,80 EUR
Einblicke in die Lebenswelten jugendlicher Migranten in der Berufsvorbereitung. Ein ungeschönter Erfahrungsbericht aus dem Unterrichtsalltag. Klartext zur Sarrazin-Debatte.

Katja Schneidt: Gefangen in Deutschland
Wie mich mein türkischer Freund in eine islamische Parallelwelt entführte
200 S., mvg-verlag 2011 17,99 EUR
Sarrazin schreibt von Parallelwelten – Katja lebte darin. Katja Schneidt ist eine junge, moderne, selbstbewusste Frau, die ihr Leben liebt und jede Menge Spaß hat. Bis sie Mahmud kennen lernt. Sie verlieben sich, ziehen zusammen und Mahmud zeigt sein wahres Gesicht – das Gesicht eines Tyrannen. Katja Schneidt wird als Deutsche mitten in Deutschland Teil einer fundamentalistischen Parallelgesellschaft. Sie darf das Haus nur mit Einwillung Mahmuds verlassen, muss Kopftuch und lange Kleidung tragen und wird brutal misshandelt. Sie wird immer stärker in einen Abgrund gezogen, im dem sie Zeuge von Zwangshochzeiten, Hochzeiten mit minderjährigen Bräuten und schlimmsten Auswüchsen von Gewalt wird – vor allem gegen Frauen. Erst als sie zum wiederholten Mal halbtot geschlagen wird, sammelt sie all ihren Mut und flieht, um Mahmud anzuzeigen, gegen ihn vorzugehen und damit zur Geächteten zu werden, der bis heute die Blutrache von Mahmuds Familie droht. Eine erschütternde Geschichte aus der islamischen Parallelgesellschaft, in die plötzlich auch deutsche Frauen hineingezogen werden. Katja Schneidt, Jahrgang 1970, arbeitet hauptberuflich als private Arbeitsvermittlerin und teilt ihr Leben mit Tochter und Sohn sowie ihrem langjährigen Lebensgefährten, der ebenfalls einen Sohn und eine Tochter mit in die Beziehung brachte. Sie lebt in der Nähe von Frankfurt am Main.

Manifest der Vielen
Deutschland erfindet sich neu
232 S., Pb. .Blumenbaer Verlag 2011 12,90 EUR
Hilal Sezgin ist Deutsche mit Migrationshintergrund. Für die studierte Philosophin mit türkischen Wurzeln, geboren in Frankfurt, war Thilo Sarrazins „Deutschland schafft sich ab“ schwer zu ertragen. Im „Manifest der Vielen“ plädiert sie gemeinsam mit 30 Intellektuellen moslemischen Glaubens für eine vielfältige Gesellschaft ohne Ausgrenzung – und dafür, nicht ausschließlich als Muslimin gesehen zu werden. Die nächste Revolution kommt bestimmt.. da beginnt jetzt etwas, dieses Buch tut not. Deutsche und Migranten feiern das Manifest der Vielen. Der Clip „Manifest der Vielen“ auf http://www.youtube.com

Hülya Adak, Erika Glassen (Hrsg.)
Hundert Jahre Türkei. Zeitzeugen erzählen
544 S., geb., Unionsverlag 2010 24,90 EUR
Geschichtliche Entwicklungen einprägsam zu vermitteln – das gelingt dem Essayband „Hundert Jahre Türkei“ vortrefflich. Denn die Herausgeberinnen, eine Literatur- und Islamwissenschaftlerin, lassen Zeitzeugen erzählen, Politiker, Intellektuelle, Journalisten, Schriftsteller. So fügt sich aus Tagebüchern, Reden und Zeitungsartikeln mosaikartig ein authentisches Bild von der Entstehung des türkischen Staates und kulturellen Umbrüchen, das Probleme wie Nationalismus, Frauenemanzipation und Re-Islamisierung einschließt. Das Werk bildet den Abschluss der 20-bändigen „Türkischen Bibliothek“ des Unionsverlags, das Meilensteile türkischer Literatur von 1900 bis heute versammelt.

Barbara Pusch / Ugur Tekin
Migration und Türkei
Neue Bewegungen am Rande der Europäischen Union
230 S., geb., Ergon 2011 42,00 EUR

Wir sitzen im Süden
Ein Film von Martina Prießner
DVD, 88 Minuten, Absolut Medien 2011 19,90 EUR
„ich habe in meinen Adern türkisches Blut, aber in meiner Seele habe ich Deutschland“. Sarrazin dürfte schwindlig werden bei so viel hoffnungslosem Integrationswillen. Sie melden sich mit Ralf Becker und Ilona Manzke. Sie sind freundlich, geduldig und kompetent. „Wir sitzen im Süden“, lautet die Antwort auf die Fragen der Kunden nach dem Standort der Firma. Die Callcenter-„Agents“, die fränkisch, badenserisch oder hochdeutsch sprechen, sitzen tatsächlich im Süden – in klimatisierten Großraumbüros mitten in Istanbul. Deutsche Firmen von Lufthansa bis Neckermann finden hier für wenig Lohn qualifizierte Arbeitsplätze. Was Bülent, Murat, Fatos und Cigdem miteinander verbindet, ist ihre Kindheit und Jugend in Deutschland. Für ein Leben in Istanbul haben sie sich nicht selbst entschieden. Der Film zur Debatte: Junge, in Deutschland aufgewachsene Türken sehnen sich nach dem Land, in das sie nicht zurückkehren dürfen.

Ian Johnson: Die vierte Moschee
Nazis, CIA und der islamische Fundamentalismus
360 S., geb., Klett-Cotta 2011 22,95 EUR
Johnson zeigt die weltweiten Verflechtungen der Muslimbruderschaft – auch in Deutschland. Ein unerhörter Faktenthriller von der Entstehung und Ausbreitung des islamischen Fundamentalismus mit Hilfe Nazi-Deutschlands und der CIA. Johnson enthüllt die Abgründe und die spektakuläre Geschichte der unscheinbaren Moschee in München-Freimann. Eines ist sicher: Ohne die Moschee am Rande Münchens ist der Aufstieg des Islam in Deutschland und Europa künftig nicht mehr zu erzählen. „Die vierte Moschee“ liest sich wie ein Kriminalroman. Ein höchst faszinierendes Werk. Johnson verbindet die Tugenden des investigativen Journalisten mit jenen des Historikers.

Patrick Bahners: Die Panikmacher.
Die deutsche Angst vor dem Islam. Eine Streitschrift
320 S., geb. C. H. Beck 2011 19,95 EUR
In Deutschland geht eine Panik um: Menschen mit islamischer Glaubenszugehörigkeit und Migrationshintergrund bringen das Land in Gefahr! Aber geben wirklich sie berechtigten Grund für diese Panik, oder ist nicht vor allem eine populistische Islamkritik dafür verantwortlich, dass sich die Stimmung im Land verändert? Sie argumentiert mit einem geschlossenen System von Vorurteilen, das die Verachtung ganzer gesellschaftlicher Gruppen salonfähig macht und Lösungen souffliert, die in Wahrheit praxisfern und menschenrechtswidrig sind. Diese Panikmache ist das Thema der brillanten Streitschrift von Patrick Bahners. Ayaan Hirsi Ali, Necla Kelek, Alice Schwarzer, Henryk M. Broder, Thilo Sarrazin, Ralph Giordano gehören zu den lautesten Beschwörern einer angeblichen Bedrohung, die von den in Deutschland lebenden Muslimen ausgeht. Doch sind ihre Argumente überhaupt empirisch belegt und schlüssig? Stehen ihre pauschalisierenden Angriffe auf eine andere Religion im Einklang mit dem Ideal einer liberalen und toleranten Gesellschaft, auf deren Verteidigung sich die gleichen Kritiker berufen? Und worauf genau wollen sie eigentlich hinaus? Patrick Bahners, Feuilletonchef der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, verharmlost nicht die Herausforderungen der Integration, aber er korrigiert die falschen Behauptungen der Islamkritik und zeigt, wie sich unter dem Deckmantel der Geistesfreiheit in Wahrheit zunehmend eine Kultur der Intoleranz ausbreitet. Sein Buch ist der dringend fällige Einspruch dagegen, dass in Deutschland fremdenfeindliche Stimmungsmache beim Thema Islam die Oberhand gewinnt. Das Buch war nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2011. Diese Streitschrift gegen Sarazzin & Co. legt Einspruch dagegen ein, dass in Deutschland fremdenfeindliche Stimmungsmache beim Thema Islam die Oberhand gewinnt. Im Buch sind die Gegenthesen zur Islamkritik.

Johannes Kandel: Islamismus in Deutschland
Zwischen Panikmache und Naivität
224 S., Herder 2011 14,95 EUR
In einer nüchternen Analyse zeigt der Politikwissenschaftler Kandel dass der islamische Terror hierzulande längst angekommen ist.

Lake Akgün: Aufstand der Kopftuchmädchen
Deutsche Musliminnen wehren sich gegen den Islamismus
280 S., Piper 2011 16,95 EUR
Die SPD-Politikerin, Medizinerin und Psychologin Akgün ist der Meinung, dass eine Modernisierung des Islam wesentliche Hürden für eine bessere Integration der Muslime in Deutschland beseitigt. Ihr Buch zeugt von ihrer Beunruhigung über die mangelhafte Integration ihrer Glaubensbrüder und Schwestern, die sie einer schonungslosen Kritik unterzieht. Die Ursachen sieht sie in einer unzeitgemäßen Auslegung des Korans, die sie vor allem von den Vorbetern (Imamen) und Vorständen der Moscheenvereine in Deutschland anlastet. Ihnen, aber auch den Nationalisten in Regierungsstellen in Istanbul wirft sie Missbrauch ihrer Macht über die meist ungebildeten Zuwanderer (schon der zweiten oder dritten Generation) vor. Sie ist eine Liberale, die Religion für eine Privatangelegenheit hält und erwartet von den Gläubigen im Westen eine Modernisierung des Islam. Für Menschen wie Thilo Sarrazin hat sie allerdings kein Verständnis und benennt dessen Thesen als rassistisch.

Dietmar Piper / Rainer Traub
Der Islam – 1400 Jahre Glaube, Krieg und Kultur
300 S., DVA (Mai 2011) 19,95 EUR
Die beiden „Spiegel“-Redakteure spannen einen Bogen von den Zeiten Mohammeds bis zur Integrationsdebatte und legen dar, dass es den „einen“ Islam nicht gibt.

Mariella Ourghi
Muslimische Positionen zur Berechtigung von Gewalt
Einzelstimmen, Revisionen, Kontroversen
Bibliotheca Academica – Reihe Orientalistik, Bd. 16
190 S., Pb., Ergon 2010 32,00 EUR
Spätestens seit dem 11.September verunsichern islamisch begründete Gewalttaten, insbesondere Selbstmordattentate, auch den Western. Mariella Ourghi demonstriert anhand von ausgewählten und kommentierten Fallbeispielen, wie muslimische Theoretiker und Akteure bestimmte Situationen definieren, so dass Gewaltanwendung in Form des militanten jihad als geeignetes Mittel erscheint. Das Buch gibt den Originalstimmen großen Raum und verdeutlicht die Relevanz der Situationsdiagnose, die wesentlich durch das Empfinden, bedroht oder eben nicht bedroht zu sein, beeinflusst wird. Somit wird auch klar, dass Islamisten je nach lokalem Kontext zu unterschiedlichem Vorgehen raten können. Analysiert wird ebenfalls der Umgang der Theoretiker mit den religiösen Basistexten Koran und Prophetenaussagen. Neben den Fallbeispielen, in denen Gewalt legitimiert wird, widmet sich ein Kapitel auch der Rechtfertigung einer friedlichen Koexistenz von Muslimen und Nichtmuslimen außerhalb islamischen Territoriums. Das Buch entstand im Rahmen des an den Universitäten Erfurt und Jena angesiedelten Forschungsverbundprojektes „Mobilisierung von Religion in Europa“.

Michael Thumann:
Der Islam-Irrtum – Europa und die muslimische Welt
300 S., Eichborn (Juli 2011) 32,00 EUR
Der Reporter Thumann zeigt welche Gefahren und Chancen im Zusammentreffen mit dem Islam liegen und wer die Gegner und die Verbündeten des Westens sind.

Sarah Albrecht
Islamisches Minderheitenrecht
Yusuf al-Qaradwis Konzept des „fiqh al-aqalliyat“
Kultur, Recht und Politik in muslimischen Gesellschaften, Bd. 17
119 S., Pb., Ergon 2010 24,00 EUR
Etwa 20 % aller Muslime leben gegenwärtig in mehrheitlich nicht-muslimischen Gesellschaften. In Europa und Nordamerika bilden heute neben sogenannten Gastarbeitern, hochqualifizierten Zuwanderern und deren Nachkommen auch jene, die als Studenten oder Flüchtlinge aus islamisch geprägten Ländern kamen, sowie Konvertiten einen festen Bestandteil der Bevölkerung. Mit der Frage, ob das islamische Recht für diese Muslime grundlegend anders ausgelegt werden muss als für jene, die in muslimischen Mehrheitsgesellschaften leben, beschäftigen sich islamische Gelehrte seit den 1990er Jahren. Yusuf al-Qaradawi, der wohl populärste sunnitische Gelehrte der Gegenwart, ist einer der ersten, die sich intensiv mit der Rechtsauslegung für muslimische Mehrheiten befasst haben. Sein Konzept des Minderheitenrechts (fiqh al-aqalliyat) steht im Zentrum der vorliegenden Untersuchung. Sowohl seine theoretischen Ausführungen als auch die praktische Anwendung in Form von Rechtsgutachten (fatawa) werden hinsichtlich der Frage analysiert, wie al-Qaradawi muslimische Minderheiten im Kontext westlicher, mehrheitlich nicht-muslimischer Gesellschaften verorten. Die Studie leistet somit einen Beitrag zur aktuellen Debatte um Muslime im Westen und bildet zugleich den Ausgangspunkt für eine Einordnung des Untersuchungsgegenstandes in den weiteren Diskurs um gegenwärtige Entwicklungen des islamischen Rechts.

Martin Kellner
Islamische Rechtsmeinungen zu medizinischen Eingriffen an den Grenzen des Lebens. Ein Beitrag zur kulturübergreifenden Bioethik
343 S., Pb., Ergon 2010 44,00 EUR

Paula Schrode
Sunnitisch-islamische Diskurse zu Halal-Ernährung
Konstituierung religiöser Praxis und sozialer Positionierung unter Muslimen in Deutschland 388 S., Ergon 2010 45,00 EUR

Miriam Younes
Diskussion schiitischer Gelehrter über juristische Grundlagen von
Legalität in der frühen Safawidenzeit
Das Beispiel der Abhandlungen über das Freitagsgebet
Arbeitsmaterialien zum Orient, Bd. 22
140 S., Pb., Ergon 2010 24,00 EUR
In der vorliegenden Arbeit beschäftigt sich die Autorin mit den Abhandlungen dreier schiitischer Gelehrter zum Status des Freitagsgebets in der Zeit der Großen Abwesenheit des 12.Imams. Die Frage nach der Verpflichtung zum Freitagsgebet wird exemplarisch für ein verändertes religiöses und politisches Selbstverständnis nach Ausrufung der Schia zur Staatsreligion im Jahre 1501 im safawidischen Reich behandelt. In den Abhandlungen der aus der – im heutigen Südlibanon gelegenen – Region Gabal Amil stammenden Gelehrten werden neue Konzepte und Ideen diskutiert, die eine veränderte Stellung der Gelehrten innerhalb der 12er-schiitischen Gemeinschaft aufzeigen. Gleichzeitig zeigen sich auch neue Interaktionsdynamiken mit den sunnitischen Rechtsschulen sowie ein verändertes politisches Verhältnis zur Macht; beide Aspekte haben sich als wegweisend für der weitere Entwicklung der 12er-Schia erwiesen. Im safawidischen Reich erhob erstmals eine Großdynastie Anspruch auf eine direkte schiitische Abstammung und Legitimation. Es positionierte sich dadurch als direkte Konkurrenz zum islamischen (sunnitischen) Alleinvertretungsanspruch des benachbarten Osmanischen Reiches und eröffnete der Schia zum erstenmal die Chance auf eigene Repräsentation innerhalb eines Großreiches. In Folge dieser historischen Umstände veränderte sich das Selbstverständnis der schiitischen Rechtsgelehrten im safawidischen ebenso wie im Osmanischen Reich in den folgenden Jahrzehnten. Der vorliegende Band verdeutlicht diese Veränderungen anhand der neu aufkommenden Rechtsdiskussionen, in denen sich der veränderte Status sowohl der Schia als auch der Gelehrten niederschlug.

Barbara Köster: Der missverstandene Koran
Warum der Koran neu begründet werden muss
260 S., Verlag Hans Schiler 2010 34,00 EUR
Wer dieses Buch lesen will, muss nicht Islamwissenschaften studiert haben. Es ist es keine wissenschaftliche Arbeit, sondern ein Bericht über Wissenschaft. Er stellt Theorien zum frühen Islam vor, die bisher noch als Außenseiterpositionen gehandelt werden. Jedoch ist anzunehmen, dass sich dies ändern wird. Experten fordern, dass europäische Nichtmuslime endlich mehr über den Islam wissen sollten. Zum Lehrplan werden die Epochen von Mohammeds Geburt über sein Wirken in Mekka und Medina bis mindestens zu den Kreuzzügen und der Kolonisierung plus deren Folgen gezählt. Neue Theorien zur Frühzeit des Islams gewinnen an Einfluss. Auslöser dieser Entwicklung sind Wissenschaftler verschiedener Disziplinen, die in den letzten Jahren einen völlig neuen Blickwinkel auf die Frühzeit des Islams eröffneten. Sie stellen den Islam in einen engen Zusammenhang mit dem Christentum, wobei besonders das frühe syrische Christentum eine Rolle spielt.
Auch das Aushängeschild der Islamwissenschaft, die Philologie des Arabischen, bekommt Schrammen. Es sieht so aus, als ob man auch dort Arabisch liest, wo gar kein Arabisch ist. So gilt der Koran als auf Arabisch geschrieben, ja sogar als das arabische Buch schlechthin! Dies ist der fundamentale Irrtum, auf dem alle anderen Irrtümer über den Islam aufbauen.
Dieses Buch handelt von einem anderen Blick auf den Islam, der sämtliche herkömmlichen Vorstellungen vom Islam umkrempelt.

Angelika Neuwirth
Der Koran als Text der Spätantike. Ein europäischer Zugang
859 S., geb., Verlag der Weltreligionen 2011 39,90 EUR
Mit Angelika Neuwirth wird der Koran von der späteren islamischen Tradition befreit und in seinem Entstehungsprozess sichtbar… Die Leistung dieses Ansatzes besteht darin, mit all den Legenden und Missverständnissen aufzuräumen, die sich im Laufe der Jahrhunderte bei der Koranauslegung eingeschlichen haben – von Seiten der Muslime ebenso wie von Seiten der Islamwissenschaftler.

Armin Geus: Die Krankheit des Propheten
220 S., Basilisken-Presse 2011 36,00 EUR
Zeitgenossen behaupteten, Mohammed sei wahnsinnig oder besessen und müsse ärztlich behandelt werden. Diese Ansicht reiht sich über Krankheitsdiagnose-Versuche bis in die heutige Zeit. Der Marburger Medizinhistoriker geht den historischen und neuzeitlichen Bewertungen in seiner Pathologie nach.

Hamideh Mohagheghi / Dietrich Steinwede
Sein sind die schönsten Namen
Texte aus dem Koran in einfacher Sprache
168 S, vierfarbig, geb., Patmos 2011 16,90 EUR
Die wichtigsten und schönsten Texte aus dem Koran, übertragen in eine einfache und gleichermaßen poetische Sprache. Ein Buch in bibliophiler Gestaltung, das einlädt, die Schönheit und Poesie der Texte immer wieder aufs Neue zu genießen.

Luise Ossenbach: Versmaß des Glaubens
Ein arabisches Gedicht zum Lob des Propheten
von „Alam ad-Din as-Sahawi (st. 1245)
Bibliotheca Academica – Reihe Orientalistik, Bd. 15
71 S., Pb., Ergon 2009 18,00 EUR
„Und als der Sehnsüchtige sich näherte dem Boden von Tayba, da strömte Moschus aus vom Erdboden und Ambra“. Die zunehmende Verehrung des Propheten Muhammads findet ihren Ausdruck im 13.Jahrhundert u.a. in der Entstehung der Gattung der Prophetenlobdichtung (madhih nabawi). Es handelt sich hierbei um eine sprachlich anspruchsvolle Dichtung, in der sämtliche Bereiche des islamischen Glaubens thematisiert werden, und die sich bis heute in der muslimischen Welt großer Beliebtheit erfreut. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem ersten Gedicht einer Sammlung von sieben Gedichten zum Lob des Propheten (al-Qas`id as-saba fi mada`aih an-nabiy), die im frühen 13.Jahrhundert von dem ägyptischen Gelehrten Sahawi verfasst wurde. In diesem Gedicht thematisiert der Dichter neben dem Lobpreis Muhammads wichtige Glaubensgrundsätze und –pflichten des Islam wie Pilgerfahrt, den Glauben an den Jüngsten Tag, den Glauben an die Einzigkeit Gottes und an die Propheten sowie Ereignisse und Protagonisten früher islamischer Geschichte. Die Publikation liefert den arabischen Text des bisher nur als Handschrift vorliegenden Gedichts, dessen Übertragung ins Deutsche, einen allgemeinen Kommentar zu Gedicht und Autor sowie einen ausführlichen Stellenkommentar, in dem sowohl auf inhaltliche als auch auf philologische Aspekte eingegangen wird.

Materialdienst
Zeitschrift für Religions- und Weltanschauungsfragen 3/11
Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen 2,50 EUR
u.a. „Die politische Moderne als Herausforderung für die islamische Theologie“, Rechtliche Herausforderungen in einer sich wandelnden religiösen Landschaft“ (aufgegliedert in Bereiche wie staatliche Neutralität, Religiöse Konfliktlinien, Islam als Körperschaft des öffentlichen Rechts?, Islamischer Religionsunterricht). „Islamdossier des Kulturrats“. „Erklärung der Gemeindeleiter deutscher messianischer Juden“.

Manja Stephan: Das Bedürfnis nach Ausgewogenheit
Moralerziehung, Islam und Muslimsein in Tadschikistan zwischen Säkularisierung und religiöser Rückbesinnung
Kultur, Recht und Politik in muslimischen Gesellschaften, Bd. 16
332 S., Pb., Ergon 2010 39,00 EUR
Das Buch präsentiert eine ethnologische Studie über die moralische Erziehung adoleszenter sunnitischer Muslime in Duschanbe, der Hauptstadt Tadschikistans. Die Studie ist im Spannungsfeld zwischen sowjetischer Vergangenheit, Postsozialismus und Moderne verortet und integriert erziehungswissenschaftliche Ansätze. Im Mittelpunkt stehen Prozesse moralischer Erziehung, wie sie in muslimischen Familien, staatlichen Mittelschulen und im Rahmen religiöser Kurse, die in privaten Räumlichkeiten oder der Nachbarschaftsmoschee stattfinden, erfolgen. Diese Prozesse zeigen, dass Moralerziehung im städtischen Tadschikistan eng verzahnt ist mit der islamischen Religion. Auf der einen Seite ist die wichtigste Rolle, die dem Islam bei der Erziehung heranreifender Jugendlicher zufällt, Ausdruck eines neu erwachten religiösen Bewusstseins. Auf der anderen Seite lassen die Erziehungsvorstellungen und –praktiken ein muslimisches Selbstverständnis erkennen, das sich als Vermächtnis sowjetischen Alltagslebens insbesondere im Denken und Handeln der Elterngeneration Raum bricht. Die gegenwärtige Popularität privater religiöser Kurse in ihrer Funktion als Erziehungs- bzw. Disziplinierungsmethode und alternative Freizeitgestaltung für junge städtische Muslime bezeugt die Entsäkularisierung öffentlicher Güter wie Erziehung. Gleichzeitig aber wird der Islam als moralische Ressource in die weltlichen Koordinaten des tadschikischen Nationalstaates eingepasst und findet als säkularisierte Religion Eingang in die Lehrpläne staatlichen Ethikunterrichtes.

Ursula Kowanda-Yassin
Mensch und Naturverständnis im sunnitischen Islam
Ein Beitrag zum aktuellen Umweltdiskurs
208 S., Pb., Ergon 2011 28,00 EUR

Johannes Thonhauser: Das Unbehagen am Monotheismus
Der Glaube an den einen Gott als Ursprung religiöser Gewalt?
Eine aktuelle Debatte um Jan Assmanns Thesen zur „Mosaischen Unterscheidung“
146 S., Pb. Tectum Verlag 24,90 EUR
Ist der eine Gott der Juden, Moslems und Christen ein gewalttätiger Gott? War der Polytheismus friedlicher und damit besser als der Monotheismus? Bedeutet der Glaube an den einen Gott den Ursprung von religiöser Ausgrenzung, Intoleranz und Gewalt? Es sind die Thesen des Ägyptologen Jan Assmann, die in den letzten Jahren für Empörung und Kritik sorgten und die Assmann unzählige Einwände und Vorwürfe aus verschiedensten wissenschaftlichen Fachbereichen beschert haben. Seine Stellungsnahmen konnten den Disput nicht befrieden und so entwickelte sich eine lebhafte und mitunter leidenschaftliche Auseinandersetzung. Johannes Thonhauser gelingt es mit seinem Buch die mittlerweile ausufernde Diskussion in einen Rahmen zu bringen und Positionen wie Gegenpositionen nachvollziehbar und anschaulich darzustellen.

Christfried Böttrich / Beate Ego / Friedmann Eißler
Mose in Judentum, Christentum und Islam
181 S., geb., Vandenhoeck & Ruprecht 2010 19,95 EUR
Diese Reihe ist wichtig für den interreligiösen Dialog. An Mose, der Gottes Weissagung vermittelt, orientiert sich der Alltag eines jeden Frommen. Wie aber ist das Verhältnis zu Jesus Christus? Worauf gründet sich christliche Ethik? Ähnliche Fragen richten sich auch an die islamische Tradition. Wie ordnet der Koran den „Gesetzgeber“ in seine Offenbarungsgeschichte ein? Welche Rolle spielt Mose in der volkstümlichen Überlieferung? Auf diese und andere Fragen geben die Autoren eine Antwort. Ohne die Unterschiede und Spezifika zu verwischen, lassen sie Mose und seine Geschichte als Teil eines gemeinsamen Erbes sichtbar werden.

Ebenfalls in dieser Reihe erschienen:

Abraham in Judentum, Christentum und Islam 19,95 EUR
Jesus und Maria in Judentum, Christentum und Islam 19,95 EUR
Adam und Eva in Judentum, Christentum und Islam (Juni 2011) 19,95 EUR

Christ Khalil Samir / Michaela Koller
Muslime und Christen
176 S., Sankt Ulrich Verlag 2011 19,95 EUR
Mit dem Verhältnis von Christentum und Islam beschäftigen sich der Jesuit, Islamwissenschaftler und orientalische Christ Samir. Im Dialog mit der Journalistin Koller berichtet er, wie das Christentum im Orient die islamische Kultur mitprägte und was die Christen Europas von denen des Orients in Sachen Dialog lernen können.

Peter Hunsele: Hat Jesus Mohammed angekündigt?
80 S., Pustet 2011 14,90 EUR
Lässt sich die im Islam verbreitete Annahme, Jesus habe Mohammed als letzten Propheten vorhergesagt, tatsächlich aus dem Johannesevangelium ableiten? Dieser Frage widmet sich das erste Werk der neuen Schriftenreihe der Christlich-Islamischen Begegnungs- und Dokumentarstelle CIBEDO.

Karl Albrecht Schachtschneider
Grenzen der Religionsfreiheit am Beispiel des Islam
140 S., Duncker & Humblot Berlin 18,00 EUR
Der Islam ist eine verbindliche Lebensordnung, die mit westlicher Kultur schwerlich vereinbar ist. Die Säkularität ist ihm fremd. Der aufklärerische Vorrang des Staatlichen vor dem Religiösen ist religionspluralistisch zwingend.

Libero Gerosa
Die weltliche Identität der Europäer: unvereinbar mit dem islamischen Monismus? Rechtliche Implikationen des interkulturellen Dialogs
96 S., LIT Verlag 2011 18,90 EUR

Leila Marouane: Das Sexleben eines Islamisten in Paris
Edition Nautilus 2010 18,90 EUR
Der ökonomisch erfolgreiche Sohn algerischer Einwanderer, aufgewachsen in einer Pariser Banlieue, versucht mit 40 Jahren die Befreiung aus den Fängen seiner religiösen Mutter. Dass er bei den zahlreichen Versuchen, „freie“ Europäerinnen zu erobern, seine Herkunft verleugnet, ist nicht wirklich hilfreich. Ein ernstes Thema mit Leichtigkeit und Witz erzählt.

Birand Bingül: Der Hodscha und die Piepenkötter
288 S., geb., Rowohlt Polaris (erscheint Mai 2010) 13,95 EUR
Der humorvollste Zweikampf seit Don Camillo und Peppone. Hohe Diplomatie in der deutschen Provinz! – Ein hervorragendes Buch: sehr wahr und witzig. Typisch deutscher Humor – mit echtem Migrationshintergrund. Nuri Hodscha ist der neue Imam der türkischen Gemeinde. Er will unbedingt eine neue Moschee. Er will eine große, prächtige neue Moschee. Und wenn der Hodscha etwas unbedingt will, dann ist ihm fast jedes Mittel recht.. Ursel Piepenkötter ist Oberbürgermeisterin. Das will sie bleiben. Und deshalb will sie auf gar keinen Fall eine neue Moschee. Vor allem keine große, prächtige neue Moschee. Und wenn Piepenkötter etwas auf gar keinen Fall will, dann ist ihr fast jedes Mittel recht..

Birand Bingül: Der Hodscha und die Piepenkötter
Hörbuch, 4 CDs, Deutsche Grammophon Literatur (Mai 2011) 16,99 EUR
Humorvoller Machtkampf der Superlative

Mein Vater. Mein Onkel
Ein Film von Christopher Heller
DVD, 80 Minuten, Absolut Medien 2011 19,90 EUR
Das Aufeinandertreffen zweier Kulturen innerhalb einer Familie bringt unterschiedliche Religionen, Kulturen und Lebensentwürfe zusammen – wirklich sehenswert! „Du bekommst eine e-mail.. und dann sagt dir jemand, den du nicht kennst, er sei dein Bruder und die Leute auf den Fotos sind deine Eltern.“ Der Film erzählt die Geschichte des adoptierten Sinan, der – in Deutschland aufgewachsen und sozialisiert – nach 28 Jahren seine leibliche Familie aus dem Irak in den Vereinigten Arabischen Emiraten kennenlernt. Für die Familie findet eine lange Suche ihr Ende. Sie schmieden für ihn Pläne, träumen von einem gemeinsamen Leben und denken über eine geeignete Heiratskandidatin nach. Sinan wird mit Liebe überschüttet, aber auch mit den Erwartungen seiner leiblichen Familie und einer ihm bisher fremden Kultur konfrontiert. Ein feinfühliger Film, mit viel Witz und Respekt erzählt.

Hans Georg Ziebertz
Gender in Christentum und Islam
Theoretische und empirische Studien
304 S., LIT Verlag 2011 29,90 EUR

Arthur Manukyan: Konstantinopel und Kairo
Die Herrnhuter Brüdergemeinde im Kontakt zum Ökumenischen Patriarchat und zur Koptischen Kirche. Interkonfessionelle und interkulturelle Begegnungen Orthodoxie, Orient und Europa Bd. 3
431 S., geb. Ergon 2010 68,00 EUR
Die Monographie behandelt anhand zahlreicher Quellen die Begegnungen des deutschen Pietismus Herrnhuter Prägung mit dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel und der Koptischen Kirche in Ägypten in der Zeit zwischen 1739 und 1983. Sowohl die Herrnhuter Hauptakteure Arvid Gradin in Konstantinopel und Friedrich Wilhelm Hocker in Kairo als auch ihre Gesprächspartner, der Ökumenische Patriarchat Neophytos VI., Metropolit Samuel von Derkos und der koptische Patriarch Markos VII., sind Gegenstand der Untersuchung. Die interkonfessionellen und interkulturellen Aspekte dieser Begegnungen im Geiste früher Ökumene werden beleuchtet. Ort der Handlung ist jeweils der Orient. Das Osmanische Reich mit seiner Rechtsordnung, politischen und gesellschaftlichen Struktur, sowie die Lage der orthodoxen und orientalischen Christen unter der Herrschaft des Islams stellen den unmittelbaren Rahmen der Begegnungen dar. Die vielfältigen Interaktionen der Herrnhuter Brüder und die Situation ihrer Gesprächspartner werden unter verschiedenen Gesichtspunkten (Mission, Ökumene, theologische Verständigung, interkulturelle Begegnungen) untersucht. Die Monographie stellt die erste umfassende Veröffentlichung zum Thema dar. Für Historiker, Theologen, Kulturwissenschaftler und Orientalisten eine bereichernde Veröffentlichung auf der Grundlage fundierter Quellenauswertung.

Martin Tamcke / Arthur Manukyan
Kulturbegegnung zwischen Imagination und Realität
Orthodoxie, Orient und Europa, Bd.2
195 S., geb., Ergon 2010 32,00 EUR
Wo immer Kulturen miteinander in Kontakt kommen, entstehen zunächst Bilder der Einen über die Anderen. Anhand deutscher Wahrnehmungen zum Orient zeichnet der Band nach, welche Bilder warum seitens der Deutschen entstanden, die sich im Orient aufhielten. Ein türkischer und ein ägyptischer Beitrag komplettieren die Perspektive um Beispiele in umgekehrter Blickrichtung. Das Spektrum reicht von den Herrnhutern, die im 18.Jahrhundert in Ägypten wirkten, bis zu den deutschen Militärmedizinern in Aleppo zur Zeit des Ersten Weltkrieges. Für alle Orientalisten ein bereichernder Band, der Material zur Verfügung stellt für eine historisch fundierte Sicht der Interaktion zwischen Europa und dem Orient des 18. – 20.Jahrhunderts.

Blätter für deutsche und internationale Politik 3/2011
130 S., Blätter Verlag 2011 9,50 EUR
u.a. „Italia desolata“ zum 150.Gründungstag des Landes, „Kaukasischer Krisenkreis“ über den Vormarsch des Islamismus, dem Schwerpunktthema „Diktatorendämmerung: Die arabische Revolution“ mit den Beiträgen „Ägyptische Zeitenwende“, „Das arabische 1989“, Tunesien: Fanal für den Maghreb?“, „Jemen: Protest und Dialog“, „Das Militär ist nicht die Lösung“, sowie als weiterem Schwerpunktthema zur Konferenz „Deutschlands Muslime und europäischer Islam“ unter Obertitel „Ein neues Wir – Der Islam und Europa“ mit folgenden Beiträgen „Europa und die Herausforderung muslimischer Präsenz“, „Kommentare und Diskussionsbeiträge zu Tariq Ramadan“.

Karam Khelta: Ägypten und Revolution – von 1952 bis heute
Eine aktuelle Analyse
74 S., Theorie und Praxis Verlag 2011 5,00 EUR
Ein Abriss der letzten 60 Jahre ägyptische Geschichte.

Mohamed ElBaradai: Wächter der Apocalypse
Im Kampf für eine Welt ohne Atomwaffen
366 S., geb., Campus 2011 (erscheint am 26.4.2011) 24,90 EUR
Ein historischer Moment. Zwölf Jahre war der Friedensnobelpreisträger Mohamed ElBaradai Chef der UNO-Atomwaffenkontrolleure. Es waren zwölf dramatische Jahre der internationalen Politik: vom 11.September über die Kriege im Irak und in Afghanistan bis hin zum heftig umstrittenen iranischen Atomprogramm. In seinem Buch spricht ElBaradai jetzt erstmals öffentlich über seine historische Rolle und seine persönlichen Erlebnisse in dieser Zeit. Er wurde 1942 in Kairo geboren. Als Generaldirektor verwandelte er die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) in ein politisch wirksames Forum. Für seine Arbeit erhielt er 2005 den Friedensnobelpreis. Der promovierte Jurist blickt auf eine jahrzehntelange Karriere im diplomatischen Dienst zurück. Als unermüdlicher Fürsprecher für Toleranz, Menschlichkeit und Freiheit erhielt er zahlreiche internationale Auszeichnungen, darunter den Indira-Gandhi-Preis für besondere Leistungen im Kampf für Frieden, Entmilitarisierung und Entwicklung sowie das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Heute ist der Ägypter eine Schlüsselfigur des demokratischen Wandels in seinem Heimatland.

Abbas Khider: Die Orangen des Präsidenten
160 S., geb., Edition Nautilus 16,00 EUR
Pressestimmen zum Buch: „Das ist das richtige Buch zur richtigen Zeit! Jetzt, in den Tagen arabischer Demokratiebewegungen. Ein ungewöhnliches Buch, das einen ergreift…“, „Ein starker, ein bewegender Text, ein Auge öffnendes Buch“, „Ein schmaler Roman, der die Türen weit öffnet in die jüngste Geschichte des Irak. Hoch politisch, aber auch anrührend..“

Abdelkader Rafoud
50 Jahre Marokkanische Migration
187 S., Dokumentation mit Abb. Donata Kinzelbach Verlag 2011 15,00 EUR

Jimmy Carter
Palästina – Frieden, nicht Apartheid
337 S., Melzer Verlag 2010 24,95 EUR
In Deutschland herrscht ein Klima der Angst, wenn es darum geht, Israel zu kritisieren und an die Respektierung der Menschenrechte zu erinnern. Der frühere Präsident der USA berichtet über seine eigenen Erfahrungen mit dem Nahost-Konflikt seit 1973 und fordert die Zweistaatenlösung auf der Basis der Grenzen vor dem Siebentagekrieg 1967. Sie allein könne die Stabilität in der Region dauerhaft sichern. Ein gut geschriebenes und lesenswertes Buch.

Norman G. Finkelstein: Invasion in Gaza
220 S., Edition Nautilus 2011 18,00 EUR
„Wir haben auf alles geschossen, was sich bewegte“ – Finkelsteins Buch über Israels Invasion in Gaza im Dezember 2008.

Robert Fisk: Sabra und Schatila
96 S., Pro Media 9,90 EUR
Ein Augenzeugenbericht. Libanon 1982: „Ein junger israelischer Offizier kam auf mich zu. Presse, sagte ich. `Sie haben keine Erlaubnis hier zu sein. Verschwinden Sie!`. Ich weigerte mich. Ich hatte einfach schon zu viel gesehen“.

Alfred Paffenholz: Tora, Sabbat und Schalom
180 S., Patmos 2011 14,90 EUR
Für einen Einstieg in Alltag und Tradition des Judentums erläutert der Journalist Paffenholz heilige Schriften, Sabbat und Feiertage und zeigt, wie gläubige Juden ihren Alltag gestalten. Umfassende und klar gegliederte Einführung in das Wesen des jüdischen Glaubens: von der Geschichte der Juden, ihren heiligen Schriften über die Bedeutung des Sabbats und der jüdischen Fest- und Feiertage bis hin zur Gestaltung des jüdischen Alltags.

Jacob Neusner
Ein Rabbi spricht mit Jesus
176 S., Herder 2011 9,95 EUR
Der Professor für Theologie des Judentums vergleicht die jüdische und christliche Religion und hat hier einen Dialog zwischen Jesus und seiner eigenen Person entworfen. Auf der Basis von Matthäus-Evangelium und Thora beschreibt er die Unterschiede der Religionen.

Susanne Talabardon: Unterm Feigenblatt
Rekonstruktionen zu einem jüdisch-christlichen Thema
219 S., Pb., Ergon 2011 32,00 EUR

Tülay Gürler: Jude sein in der Türkei
Erinnerungen des Ehrenvorsitzenden der Jüdischen Gemeinde
der Türkei Bensiyon Pinto
Istanbuler Texte und Studien, Bd. 23
442 S., geb., Ergon 2010 78,00 EUR
Mit der deutschsprachigen Veröffentlichung der Lebenserinnerungen von Bensiyon Pinto soll das Selbstzeugnis eines langjährigen bedeutenden Repräsentanten der Jüdischen Gemeinde in der Türkei einer deutschsprachigen Leserschaft zugänglich gemacht und somit als Quelle für die Forschung erschlossen werden. Es handelt sich hierbei um das erste Selbstzeugnis eines Repräsentanten einer nicht-muslimischen Religionsgemeinschaft in der Geschichte der Republik Türkei. Mehr als ein Vierteljahrhundert hatte Bensiyon Pinto unterschiedliche Ämter, einschließlich des Gemeindevorsitzes und seiner jetzigen Funktion als Ehrenvorsitzender der Jüdischen Gemeinde in der Türkei, inne. Die Memoiren von Bensiyon Pinto eröffnen dadurch eine reiche Quelle für die Auseinandersetzung mit einer Vielzahl von Aspekten der türkischen Geschichte und Gegenwart. Hierbei bieten sich dem Leser zum einen die Schilderungen persönlicher Einblicke und Wahrnehmungen geschichtlicher Ereignisse des „Privatmanns“ Bensiyon Pinto, zum anderen aber auch – aus der Sicht eines offiziellen Vertreters seiner Religionsgemeinschaft -, Erkenntnisse über das Selbstverständnis der Jüdischen Gemeinde innerhalb der muslimischen Mehrheitsgesellschaft der Türkei und ihrer Positionierung gegenüber dem türkischen Staat und seiner Repräsentanten.

Sabine Schiffer / Constantin Wagner
Antisemitismus und Islamophobie – Ein Vergleich
260 S., HWK Verlag 2011 24,80 EUR
Erinnern alleine reicht nicht… Auch könnte man die Auseinandersetzung in diesem Buch beschreiben. Denn offensichtlich verhindert die Erinnerungskultur um den Holocaust nicht, dass der Antisemitismus weiterlebt und neue Formen von Rassismus am Horizont aufscheinen. Etwa das Feindbild Islam. Immer wieder ergibt sich die Diskussion, ob die heute feststellbare Islamfeindlichkeit mit dem Antisemitismus früherer Zeiten vergleichbar sei. Meist aufgeregt und unsachlich kochen die Polemiken hoch. Natürlich kann es bei einem Vergleich dieser beiden Phänomene nicht darum gehen, den Holocaust und die die Verbrechen des Nationalsozialismus in irgendeiner Form mit heutigen islamfeindlichen Tendenzen zu vergleichen. Wenn man aber davon ausgeht, dass die grausame Vernichtung von Juden während der Nazi-Zeit nicht ohne historisch-diskursive Vorläufer hätte stattfinden können, lohnt es sich, sowohl die lange Tradition des Antisemitismus vor der NS-Zeit zu analysieren als auch diesen – bereits relativ gut erforschten – rassistischen Diskurs als Ausgangspunkt zu nutzen, heutige Diskurse über „Andere“ zu verstehen. Dieses Buch beginnt damit, systematisch Gemeinsamkeiten, als auch Spezifika von Antisemitismus und Islamophobie herauszuarbeiten.

Heinrich C. Olmer: „Wer ist Jude?“
Ein Beitrag zur Diskussion über die Zukunftssicherung der jüdischen Gemeinschaft 243 S., geb., Ergon 2010 34,00 EUR

Alexia Weiss / Friederike Großekettler
Dinah und Levi
32 S., Anette Betz 2011 12,95 EUR
In dem Kinderbuch schildern die beiden Autoren das Leben zweier jüdischer Kinder – eines wächst in einer streng religiösen, eines in einer liberalen Familie auf. Auf unterhaltsame Weise erfahren junge Leser viel über jüdische Bräuche.

Myriam Halberstam: Ein Pferd zu Chanukka
32 S., Ariella Verlag 2011 12,95 EUR
Um Kindern die jüdische Religion zu vermitteln hat Halberstam 2010 den Ariella Verlag gegründet. Aus ihrer eigenen Feder stammt dieses Buch, eine turbulente Geschichte, die auch das jüdische Lichterfest erklärt.

Werner Tiki Küstenmacher / Klaus-Rüdiger Mai
Weltreligionen – Woran die Menschen glauben
320 S., cbj 2011 24,99 EUR
Ein anschaulich-unterhaltsamer Wegweiser durch die verschiedenen Glaubenslehren – nicht nur für jugendliche Leser. Das kurzweilige Nachschlagewerk sorgt durch viele Fotos, übersichtliche Infokästen und umfassendes Kartenmaterial für echtes Lesevergnügen.

Stephen Prothero
Die neun Weltreligionen – Was sie eint, was sie trennt
608 S., Diederichs (Juni 2011) 22,99 EUR
Eine vergleichende Analyse, verfasst von einem Religionswissenschaftler. Er zeigt, dass unterschiedliche Glaubenswelten auch unterschiedliche Lebensordnungen bedingen.

Peter Egger
Die Weltreligionen. Mit einer kritischen Würdigung aus christlicher Sicht
215 S., geb., Media Maria 16,90 EUR
Das Christentum verliert immer mehr an Einfluss und viele Menschen stehen dem christlichen Glauben kritisch gegenüber. Sie suchen ihr Glück in anderen Glaubensrichtungen. In diesem Buch stellt der Autor die großen Weltreligionen vor mit den entsprechenden Hintergründen und Philosophien.

Christoph Peter Baumann: Knigge der Weltreligionen
190 S., Herder (Juli 2011) 8,95 EUR
Ganz praktische Hinweise für einen fettnäpchen-freien Umgang mit Anhängern der einzelnen Religionen.

Christa Holtei: Großes Familienbuch der Weltreligionen
96 S., Sauerländer 2011 16,95 EUR
Die Autorin stellt fünf große Glaubensrichtungen anschaulich nebeneinander – mithilfe der im Jahreslauf stattfindenden Feiern. Für Kinder im Vor- und Grundschulalter.

Georg Schwikart: Viele Wege führen zum Himmel
24 S., Kaufmann 2011 8,90 EUR
Der Autor erläutert für Vor- und Grundschulaltersklasse neben den Weltreligionen auch die Naturreligion und die Glaubenswelt der Antike.

Klaus Ebeling: Orientierung Weltreligionen
214 S., Pb., 2., durchgesehene Auflage, Kohlhammer 2011 18,90 EUR

Staf Hellemans
Das Zeitalter der Weltreligionen
Religion in agrarischen Zivilisationen und modernen Gesellschaften
Religion und Gesellschaft, Bd. 27
212 S., Festeinband, Ergon 2010 32,00 EUR
In Sachen Religion fällt auf, dass einige wenige Religionen – Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus – seit langem und noch immer das religiöse Feld dominieren. Wie ist es möglich, dass diese kleine Anzahl an Weltreligionen in den fortgeschrittenen agrarischen Zivilisationen einen solchen Aufstieg erfahren haben? Mehr noch: Wie ist es möglich, dass sich die meisten dieser Religionen in der Moderne sogar noch ausbreiten konnten? Und wie lassen sich die religiösen Umbrüche im Westen nach 1960 in diese Entwicklung einordnen? Auf solche Fragen liefern die herkömmlichen Perspektiven – wie das Säkularisierungsparadigma – keine adäquaten Antworten. Bedingung dafür ist, dass Religion als – spezifischer – Teil und nicht als Gegenteil der Gesellschaft aufgefasst wird und dass die Flexibilität der Religion und die Brüche innerhalb religiöser Traditionen zum Ausgangspunkt der Analyse gemacht werden. Die Perspektive religiöser Modernisierung versucht eben dies zu tun.

Manfred Böckl
Die kleinen Religionen Europas
Woher sie kommen und welchen Einfluss sie haben
168 S., geb., Patmos 2011 17,90 EUR
Manfred Böckl stellt die interessantesten kleinen Religionen und Konfessionen unseres europäischen Kulturkreises vor und erzählt von ihrer Herkunft und Entwicklungsgeschichte, stellt ihre Begründer vor und skizziert die Glaubensinhalte. Adventisten, Aleviten, Altkatholiken, Bahai, Baptisten, Die Hussitische Kirche, Mennoniten, Die Naturreligion der Samen, Die Neuapostolische Kirche, Waldenser, Wicca, Zeugen Jehovas und viele mehr.

Frederike Böllmann
Organisation und Legitimation der Interessen von Religionsgemeinschaften in der europäischen politischen Öffentlichkeit
Eine quantitativ-qualitative Analyse von Europäisierung als Lernprozess in Religionsorganisationen
Bibliotheca Academica – Reihe Soziologie, Bd.8
416 S., Pb., Ergon Verlag 2010 49,00 EUR
Die Untersuchung von religiösen Organisationen in der europäischen politischen Öffentlichkeit kombiniert aktuelle Fragen der Europaforschung, der Religions- und der Organisationssoziologie: Was sind öffentliche Formen von Religion in der spätmodernen Gesellschaft unter den Bedingungen von Globalisierung und Pluralisierung? Wie verändern sich Überzeugungen und Strukturen in religiösen Organisationen infolge der Interaktion mit ihrer säkularen Umwelt? Eine Vollerhebung der Lobbying-Aktivisten zum Europäischen Grundrechte-Konvent und dem Verfassungskonvent belegt, dass sich die politische Präsenz religiöser Organisationen innerhalb kürzester Zeit signifikant verstärkt hat. Auf der Basis qualitativer Daten werden typische Wege, die nach „Brüssel“ führen, und verschiedene Tiefen von Wandel rekonstruiert. Professionalisierungs- und Profilierungstendenzen innerhalb des religiösen Felds sind Indikatoren für tatsächlich geltende Regeln in der EU-Politik: Wenn sich Organisationen einerseits als NGOs auf der Ebene der Zivilgesellschaft präsentieren, und andererseits auf die symbolische Legitimation von Religion oder traditionellen religiösen Institutionen zurückgreifen, dann markiert dieses Oszillieren die vom politischen und vom organisationalen Kontext doppelt selektierten Handlungsmöglichkeiten im Spannungsfeld zwischen Immanenz und Transzendenz, in dem sich religiöse Organisationen sehen.

Das interreligiöse Gebetsbuch
The interreligious Prayerbook
120 S., 36 Fotos, asu poleng e.K. 12,00 EUR
Gemeinsames Beten bedeutet Harmonie zwischen den Religionen.

Jürgen Werbick
Vergewisserungen im interreligiösen Feld
360 S., LIT Verlag 2011 39,90 EUR

Johanna Rahner, Mirjam Schambeck
Zwischen Integration und Ausgrenzung
Migration, religiöse Identität(en) und Bildung – theologisch reflektiert
264 S., LIT Verlag 2011 24,90 EUR

Wolfgang Gieler: Afrika-Lexikon
Geographie, Geschichte, Kultur, Politik und Wirtschaft
541 S., zahlr. Abb., Peter Lang Verlag 2010 69,80 EUR
Das Grundlagenwerk für alle Afrika-Interessierten: Hintergrundsinformationen zur Geschichte und Gegenwart der unabhängigen afrikanischen Staatenwelt, detaillierte Länderdarstellungen, gegenwärtige gesellschaftspolitische und ökonomische Entwicklungen, Geschichte des Kontinents von der vorkolonialen Zeit bis zur Unabhängigkeit.

Werner Both
Die Zähne des Elefanten
Von Woche zu Woche – 52 afrikanische Sprichwörter
120 S., 52 Farbfotos, 2 Karten, geb., Erlanger Verlag 2010 9,80 EUR
Sprichwörter aus dem Nordwesten Tansanias in Kihaya, Deutsch, Kiswahili und Englisch regen zusammen mit den eindrücklichen Farbbildern zum Nachdenken an. Sie vermitteln einen Einblick in traditionelle Weisheit und Denkweise afrikanischer Völker. Ein schöner Geschenkband!

Towe Simpfendörfer
Fremde treffen auf Fremde
Lutherische Missionare und australische Aborigines im 19.Jahrhundert
Missionswissenschaftliche Forschungen, Bd. 26
452 S., Pb., Erlanger Verlag 2009 30,00 EUR
Welches Bild von den fremden Menschen und dem fremden Land brachten die Missionare nach Australien mit? Wie und warum veränderte sich dieses im Laufe ihres mehrjährigen Wirkens? Der Autor untersucht an Hand von zum Teil unveröffentlichten Briefen von Missionaren, was in ihren Köpfen geschah, als diese auf die für sie völlig fremden Aborigines trafen. Umgekehrt war für die Aborigines die Europäer Fremde. Deswegen wird der Versuch gewagt, aufzuzeigen, wie die Aborigines die fremden Missionare wahrnahmen. Diese Aufgabe ist gleichermaßen faszinierend wie schwierig. Hier wird Neuland betreten, denn die Kultur der Aborigines ist schriftlos.

Sewjan I. Weinshtein
Geheimnisvolles Tuwa – Expeditionen in das Herz Asiens
264 S., Alouette Verlag 2011 39,90 EUR
Dieses Buch mit DVD (Dokumentarfilm, Fotos, Musik) ist das völkerkundliche Meisterwerk über die Geschichte und Kultur des ältesten Nomadenvolkes im Zentrum Asiens, von den Skythen über die Hunnen, Kirgisen, Mongolen bis zur RF.

Kim Young-Ha: Schwarze Blume
448 S., Pb., Verlag Claudia Gehrke 2010 12,90 EUR
Historischer Roman. Ihnen werden schöne Wohnungen versprochen und jeden Tag warmes Essen versprochen, doch dann schuften sie wie die Sklaven. Der Roman handelt von Koreanern, die 1905 nach Mexiko auswanderten und hofften dort Geld und Glück zu finden. Kim Young-ha verbindet das Migrationsthema mit einer Liebesgeschichte zwischen einem armen Waisen und einem Mädchen aus gutem Hause. Es ist ein dialog- und gedankenreiches Buch mit starken Bildern. Kim Young-ha liest in Worms am Samstag, 16.April um 19.30 Uhr aus dem Roman, Heylsschlösschen Schlossplatz am Nordportal Dom: https://wormsverlag.wordpress.com/2011/02/28/schwarze-blume-lesung-mit-kim-young-ha-am-16-4-2011/

Daniel Everett: Das glücklichste Volk
Sieben Jahre bei den Piraha-Indianern am Amazonas
414 S, geb. mit Abb., Deutsche Verlagsanstalt 2010 24,95 EUR
Ein Missionar versucht Indios sieben Jahre lang zum Christentum zu bekehren und muss dafür erstmal deren Sprache erlernen. Die Piraha leben völlig in der Gegenwart, Zukunft oder Vergangenheit interessiert sie wenig. Ein Wort für „Gott“ besitzen sie auch nicht. Sie haben weder Angst vor dem Tod noch wissen sie was „Besitz“ bedeutet. Zuerst hören sie der Missionierung neugierig zu, aber als sich herausstellt dass der Pfarrer Jesus gar nicht persönlich begegnet ist, interessiert es sie gar nicht mehr. Als der Pfarrer erzählt, wie wichtig Jesus für sein Leben war, weil sich seine Schwiegermutter umbrachte und der dadurch auf die schiefe Bahn kam woraus ihn der christliche Glaube wieder errettete brachen sie in Gelächter aus. Im zweiten Anlauf übersetzt er das Markusevangelium und spricht es auf Tonband. Nur die Kinder wollen das hören, bekommen aber Angst weil es zu gruselig ist. Die Indianer kennen kein Gefühl der Sünde, halten den naturtranszendenten Glauben für puren Aberglauben und missionieren am Ende den christlichen Missionar.

Bestelladresse:

Worms Verlag
Abt. Onlineshop
Kultur- und Veranstaltungs GmbH,
Von Steuben Str.5, 67549 Worms
Berthold Röth Tel. 06241-2000-314
e-mail: berthold.roeth@kvg-worms.de

Lesung RUNLANDSAGA am 13.Mai in Worms

März 15, 2011

Vor langer Zeit tobte ein Krieg zwischen den Urkräften des Kosmos – den Mächten des Chaos und der Ordnung. Die Götter selbst führten Krieg und zerstörten das Gleichgewicht der Alten Welt. Die Herren der Ordnung siegten über die Herren des Chaos und verbannten sie in den ewigen Abgrund. Aus dem Körper des größten Streiters für die Mächte des Chaos entstand ein neues Volk: die Menschen. Es wurde ihnen geweissagt, dass sie eines fernen Tages der Schlüssel zur Wiederkehr der verbannten Götter sein würden. So wurden die Menschen zu einer Bedrohung für die Herren der Ordnung, die eine Rückkehr der Mächte des Chaos um jeden Preis verhindern wollen. Nur einige unter den Serephin, den Feuerschlangen, dachten anders. Um die Ausrottung der Menschen zu verhindern, beschlossen diese Rebellen, zu den heimlichen Beschützern ihrer Schöpfung zu werden. Sie verbargen die neue Heimat der Menschen, die Welt von Runland, vor neugierigen Augen und umgaben sie mit einer magischen Barriere, aufrecht erhalten durch die vier Drachen der vier Elemente. Jahrtausende sind vergangen….

Dies ist der Hintergrund der bislang vierteiligen Fantasy-Romanreihe der „Runlandsaga“ im „Otherworld“ Verlag der Verlagsgruppe Ueberreuter. Der Autor Robin Gates befasst sich seit langem mit den Mythologien der unterschiedlichsten Völker und findet dort Inspirationen für seine Arbeit im Fantasygenre. Neben den Romanen veröffentlicht er Artikel zu Mythologie, Anthropologie und Naturreligionen. In seinen Lesungen verwandelt er sich vom Autor in einen Geschichtenerzähler, denn die persönliche Verbindung zwischen einem Erzähler und seinem Publikum ist in seinen Augen die direkteste und intimste Art der Literatur. Im Heylsschlösschen liest er aus dem letzten Band der Saga „Die Schicksalsfestung“ sowie eine Kurzgeschichte. Im Frühjahr 2012 erscheint bei Ueberreuter der erste Band einer weiteren Fantasy-Roman-Reihe.

Die Lesung findet statt am Freitag, den 13.Mai um 19.30 Uhr im Heylsschlösschen (Schlossplatz 1 / Nordportal Dom). Veranstalter ist das Nibelungenmuseum Worms, der Eintritt beträgt 8 EUR.

Lesung Gruselgeschichten in Worms am 2.April

März 1, 2011

„Grauen und das Unbekannte oder Seltsame sind stets eng miteinander verknüpft, so dass es schwer fällt, der Zerschlagung von Naturgesetzen oder kosmische Fremdartigkeit oder „das Außenseitige“ überzeugend zu schildern, ohne das Gefühl der Furcht hervorzuheben“ schrieb der bekannte Horror-Autor H. P. Lovecraft. Nach seinem Vorbild verfassten junge deutsche Autoren unheimliche Kurzgeschichten, die aktuell im Kunstmagazin „Blaue Laterne“ als Sonderausgabe veröffentlicht wurden. Jede Ausgabe der „Blauen Laterne“ hat einen thematischen und stilistischen Schwerpunkt, der Fotografie, Malerei und Illustration über Poesie und Belletristik bis hin zum Comic umfassen kann. Am Samstag, den 2.April um 19 Uhr lesen auf Einladung des Nibelungenmuseums im Heylsschlösschen (Schlossplatz / Nordportal Dom) in Worms die Autoren Dominik Irtenkauf, Dirk Hack, Christian Schönwetter und Sebastian Gräff ihre unheimlichen Kurzgeschichten. Der Eintritt beträgt 6 Euro, wobei im Eintrittspreis das Magazin „Blaue Laterne“ mit den Gruselgeschichten (im Handel für 5 Euro erhältlich) mit enthalten ist.