Archive for April 2010

Minnesangkonzert „Nibelungenlied“

April 28, 2010

Minnesang-Konzert: Nibelungenlied von Knud Seckel

Das Nibelungenlied entstand vermutlich um 1200 im donauländisch-österreichischen Gebiet als Dichtung für ein höfisches Publikum. Der erste Teil beinhaltet die Aventiuren 1 –19 (Strophe 1 – 1142): der Burgunderhof in Worms, die Brautwerbung Siegfrieds, die Brautfahrt von Gunther nach Island, die Doppelhochzeit von Gunther/Brunhild und Siegfried/Kriemhild, der Zwist und den Tod Siegfrieds durch Hagen und Versenkung des Hortes der Nibelungen im Rhein. Der zweite Teil umfasst die Âventiuren 20 – 39 (Strophen 1143 – 2379). Kriemhild schliesst eine zweite Ehe mit Etzel, dem Hunnenkönig, und zieht nach Ungarn. Sie lädt ihre Brüder an den Hunnenhof ein und nimmt blutige Rache an ihren Brüdern und Verwandten für Siegfrieds Tod. Da der Vortrag des gesamten Nibelungenliedes den Rahmen eines Konzertes sprengen würde (ca. 20 Stunden), endet der Vortrag nach Versenkung des Nibelungenhortes im Rhein. Der Minnesänger Knud Seckel tritt in historischem höfischen Gewand auf und singt wie vor 800 Jahren die Geschichte der Nibelungen, begleitet von Harfe, Symphonia (Drehleier) und Langhalslaute.

Die Veranstaltung des Nibelungenmuseum Worms findet am Mittwoch, 12.Mai um 20 Uhr im Heylsschlösschen (Schlossplatz / Nordportal Dom) in Worms statt. Eintritt: 12 Euro.

Buchpräsentation am 12.Mai

April 28, 2010

Die Nibelungen – eine sehr originale Geschichte

Buchpräsentation am 12.5. um 18 Uhr im Heylsschlösschen (Schlossplatz/Nordportal Dom) in Worms, Eintritt frei

Was erzählten der Nibelung-Kodex und das später entstandene Nibelungenlied für eine Geschichte? Laut Neidhard von Steinach eine Geschichte ohne Verfallsdatum “über Macht, Freundschaft, Vertrauen, Verrat, Verschwörungen und bodenlose Dummheit.” Um die Liebe im heutigen Sinne geht es nach seiner Aussage hier nur vordergründig; vielmehr erscheint es als zeitloses Epos, das schonungslos ironisch mit dem heldenhaften Versagen europäischer Herrscher abrechnet. Wer diese Mären von Rittern und König(Inn)en für altmodisch und verstaubt hält, wird bei der Lektüre von ‘Nibelungen – Eine sehr originale Geschichte’ feststellen, daß die Motive für den schicksalhaften Untergang ganzer Großreiche an Aktualität und Banalität nichts eingebüßt haben.

Mit diesem Buch präsentieren die Herausgeber ihren Lesern die sehr originale Überlieferung der Geschichte aus der Zeit um 1200 AD, mit ihr die mittelalterlichen Illustrationen zum Werk, die Ralf Nievelstein liebevoll und mit großem Aufwand restauriert hat. In ihrem ausführlichen Interview mit Neidhard von Steinach, das die beiden Hobbyforscher im Klostergarten von Lorsch (Hessen) geführt haben, erfährt der Leser die Sage, wie sie als stille Post innerhalb der Familie von Steinach über die Jahrhunderte von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Daraus ergab sich die einzigartige Möglichkeit, dem Leser die Geschichte von den Nibelungen in unserer Sprache und im Kontext unserer Zeit zu seinem vollsten Verständnis zu präsentieren.
Mit Hilfe der Fragen und Einwürfe der Herausgeber und der redaktionellen Aufbereitung liegt dem Leser eine kurzweilige und unterhaltsame Fassung der Sage vor, auf der das Nibelungenlied beruht. Das hoffen jedenfalls die Herausgeber, die das Buch vorstellen werden. Ihre Fragen und Einwürfe im Verlauf ihres Gespräches mit Neidhard beleuchten ein wenig die Hintergründe, vor dem die die historischen Nibelungen die Blaupause für die Tragödie des heute bekannten Nibelungenliedes lieferten.

248 S., 40 Abb., geb., Worms Verlag 2010, ISBN 978-3-936118-72-8, 24,80 EUR

DIE INTERNETSEITE ZUM BUCH: http://www.nievelheim.de/iframe.html

Im Anschluss findet um 20 Uhr im Heylsschlösschen ein Minnesang-Konzert zum Nibelungen-Epos statt, für das ein Eintritt von 12 Euro erhoben wird.

Hexentagung

April 27, 2010

Bei vielen Menschen wächst die Sehnsucht nach einer Rückkehr zur Einheit mit der Natur. Die gesellschaftliche Beziehung zwischen Mann und Frau wird in unserer Zeit neu verhandelt, wobei die seit 5000 Jahren geltende Vorrangstellung des Mannes (das Patriarchat) zunehmend in Frage gestellt wird. In Religion, Kunst und Wissenschaft sind „Frauenthemen“ in den letzten 50 Jahren vom Rand zunehmend in den Mittelpunkt gewandert, wie etwa die Diskussionen um ein ursprüngliches Matriarchat (matrizentrische Gesellschaft u.ä.) zeigen. Vor allem aber macht sich unterschwellig ein immer stärkeres Unbehagen an und in den monotheistischen (d.h. patriarchalen) Religionsformen bemerkbar. Die „Göttin“ wird wieder zum Thema. In der Geistesgeschichte des Westens war das „weibliche“ Prinzip in den letzten 2500 Jahren zweifellos immer weiter zurückgedrängt worden, geradezu als Ursprung des „Bösen“ und Irrationalen verteufelt – mit fatalen Konsequenzen, die von der gesellschaftlichen Unterdrückung der Frauen bis zur Naturzerstörung reichen. Die Geschichte des Abendlandes lässt sich als gigantischer Verdrängungsprozess beschreiben, an dessen Ende die Dämonisierung der Göttin als Hexe oder ihre Reduktion auf eine bloß dienende Funktion steht (wie wir dies am Beispiel des katholischen Marienkultes sehen können).

Die Tagung „Hexen – Mythos und Gegenwart“ des Nibelungenmuseums  beschäftigt sich mit diesen Fragen einer Religion des Weiblichen anhand des Bildes der „Hexe“, dessen Begrifflichkeit sich seit Beginn der Frauenbewegung („wir Hexen erobern uns die Macht zurück“) vom ursprünglich negativen sich ins positive gewandelt hat. Der Eröffnungsvortrag zur Gestalt der Lilith und der Abschlussvortrag zu Hekate, der Todes- und Hexengöttin, zeigt die weiblichen Göttinnenaspekte in einem neuen Licht. Andere Vorträge der Tagung beschäftigen sich mit der Verfolgung der Hexe im Mittelalter und der frühen Neuzeit sowie dem Wiederaufleben der Hexenreligion in der Gegenwart.

Fr., 7.5. 20 Uhr: Vera Zingsem: Lilith – Adams erste Frau

Sa., 8.5. 10 Uhr: Petra Riha: Magie im Mittelalter

       11 Uhr: Dr. Walter Rummel: Frühneuzeitliche Vorstellungen von Hexerei

       15 Uhr: Birgit Neger: Moderne Hexen und Wicca in Österreich

        16 Uhr: Dr. Kathrin Fischer: Das Wiccatum in Deutschland

        18 Uhr: Dr. Thomas Lautwein: Hekate – die dunkle Göttin der Hexen 

Für alle Vorträge besteht noch Teilnahmemöglichkeit. Reservierung unter 06241-202120. Veranstaltungsort ist das Heylsschlösschen (Schlossplatz / Nordportal Dom) in Worms.

Hekate – die dunkle Göttin der Hexen

April 26, 2010

Vortrag von Dr. Thomas Lautwein

Die Göttin Hekate gehört zu den „dunklen“ Göttinnen, die die Grenze zwischen Unterwelt und Oberwelt bewachte, den Kontakt zu Geistern, Gespenstern und Toten erlauben konnte. Entgegen der heute verbreiteten Auffassung war sie ursprünglich keine Mond-, sondern eine Erd- und Sonnengöttin.

Hekate wurde einerseits mit Schadenszauber und Goetie in Verbindung gebracht (Medea und Kirke sind ihre Töchter) und war andererseits auch eine Liebesgöttin der neuplatonischen Philosophen, die sich von ihr tiefere Einsichten erhofften. Obwohl Hekate im christlichen Mittelalter dämonisiert und ihr Bild stark ins negative verzerrt wurde, ist das Andenken an ihre herausragende Bedeutung nie völlig erloschen. In der Gegenwart scheint sich eine Korrektur ihrer Interpretation anzubahnen.

Veranstalter ist Nibelungenmuseum Worms im Rahmen der Tagung „Hexen – Mythos und Gegenwart“. Bei Einzelbesuch dieses Vortrages 5 Euro Eintritt

Sa., 8.5. um 18 Uhr , Heylsschlösschen (Schlossplatz / Nordportal Dom)

Moderne Hexen und Wicca

April 20, 2010

Der Wunsch nach spirituellem Erleben mag einer der tiefsten Sehnsüchte der modernen Gesellschaft sein. In diesem Zusammenhang hat sich auch der Begriff der Hexe im europäischen Kontext massiv gewandelt und das Phänomen der Modernen Hexen ist längst nicht mehr ein Randgruppenphänomen. Die neuheidnische Religion Wicca, die sogenannte „Hexenreligion“, wie sie im deutschsprachigen Raum gelebt und verstanden wird, steht im Mittelpunkt zweier Vorträge. Das moderne Hexentum spiegelt die umfassende Bandbreite des heidnisches Esoterikspektrums wieder: Historische und religiöse Hintergründe öffnen den Blick auf Glauben, Feste und Kultpraxen sowie auf die Reaktionen im sozialen Umfeld und der Gesellschaft. Der Einblick in die Lebenswelt Wicca soll einem vertieften Verständnis für alternative religiöse Glaubensrichtungen dienen.

Birgit Neger berichtet über die Aktualität von Wicca in Österreich, Dr. Kathrin Fischer über die in Deutschland.

Die Vorträge finden statt am Samstag, den 8.5. um 15 Uhr im Heylsschlösschen (Schlossplatz / Nordportal Dom). Veranstalter ist das Nibelungenmuseum im Rahmen der Tagung „Hexen – Mythos und Gegenwart“. Bei Einzelbesuch beider Vorträge 10 Euro bzw. einzeln 5 Euro.

Mittelalterliche Magie und Hexenverfolgung

April 16, 2010

Kaum ein Zeitalter war so von der Magie beeinflusst wie das Mittelalter, und es gab keinen Lebensbereich, der nicht mit ihr in Berührung kam. Das Eingebundensein in ein starres Gesellschaftssystem, Krankheit und Armut ließen die Menschen entweder in die Religion flüchten oder sich dem Aberglauben zuwenden. Der Vortrag von Petra Riha behandelt die historischen Grundlagen, bietet eine kurzweilige Einführung in volksmagische Praktiken und stellt die okkulten Wissenschaften Astrologie und Alchemie vor, die aus dem Mittelalter heraus in die Neuzeit führen.

Direkt im Anschluss spricht Dr. Walter Rummel über „Frühneuzeitliche Vorstellungen von Hexerei und ihre Bedeutung für die Verfolgung“. Das Thema „Hexenverfolgungen“ löst so vielfältige und spektakuläre Assoziationen aus wie kaum ein anderer geschichtlicher Gegenstand. Obwohl wir heute wissen, dass es „Hexerei“ im Sinne von Hexenflug und Teufelspakt nicht gab, existieren diesbezüglich noch immer esoterische und mystische Spekulationen. Das war nicht anders in der frühen Neuzeit, mit dem Unterschied, dass der damalige Glaube an die Realität eines Hexenwesens dazu benutzt wurde, Menschen die Schuld für Unglück und Misserfolg zu geben und sie auf den Scheiterhaufen zu bringen. Der Vortrag – nicht identisch mit dem Anfang des Jahres beim Alterstumsverein gehaltenen, sondern diesen ergänzend – möchte die verschiedenen Schichten damaliger Fantasien mit den jeweiligen realen Bedeutungen kontrastieren und damit die Wirkung des Hexenglaubens für den Ablauf von Hexenverfolgungen aufzeigen.

Beide Vorträge finden hintereinander, beginnend um 10 Uhr, im Heylsschlösschen (Schlossplatz / Nordportal Dom) am Samstag den 8.Mai, statt. Veranstalter ist das Nibelungenmuseum im Rahmen der Tagung „Hexen – Mythos und Gegenwart“. Die beiden Vorträge sind im Tagungspreis enthalten, bei Einzelbesuch fallen pro Vortrag 5 Euro Kosten an.

1.Quartal 2010

April 14, 2010

Gute Nachricht für Worms-Verlag, kein Umsatzrückgang im 1.Quartal sondern sattes Plus gegenüber Vorjahr. Der Quartalsbestseller – erwartungsgemäß – unser „Heimatjahrbuch Worms 2010“, ebenso Umsatzbringer die DVD „Worms in den 20er und 50er Jahren“ und nun sind wir gespannt und hoffnungsvoll auf das jüngst erschienene Buch „Die Nibelungen – eine sehr originale Geschichte“ – tolles Buch mit vielen Farbbildern

Lilith – Adams erste Frau

April 12, 2010

Am Anfang, vor Eva, war Lilith, Adams erste Frau. geheimnisvoll, verführerisch. Ein Wesen mit Flügeln, von feurig-provokativem Temperament. Eine Göttin? Eine Dämonin? Eine Frau, die sich nichts gefallen ließ? Schon gar nicht von Adam, diesem Erdenkloß, der ihr nicht folgen konnte? Was sagen die Quellen über sie? Lilith – ein Engel des Lichts? Eine weibliche Christusfigur? Eine erste Hexe und Schamanin? Warum haben gerade auch jüdisch-christliche Männerphantasien nicht von ihr lassen lassen?

Vera Zingsem sieht die Lilith komplex. Vor allem sieht sie ihre spirituelle Autonomie, und man kann ihr nur Recht geben in ihrem Widerstand gegen eine (jüngst so propagierte) Lilith, die allein dazu dient, Mutteridealen nachzukommen, die mit männlichen Forderungen verträglich sind. Ein wichtiges Stück Kultur-, Religions- und Seelengeschichte.

Vortrag im Heylsschlösschen (Schlossplatz, Nordportal Dom) am 7.Mai, 20 Uhr.

Eintritt: 8 Euro. Veranstalter Nibelungenmuseum Worms im Rahmen der Tagung „Hexen – Mythos und Gegenwart“

wunderhoeren

April 1, 2010

Tage alter Musik und Literatur in Worms – April 2011

In Fortsetzung des Stauferjahrs und seines Wormser Programmschwerpunkts „Musik und Literatur der Stauferzeit“ plant die Stadt Worms derzeit für den April 2011 erstmals Tage alter Musik und Literatur. In den romanischen und gotischen Spielorten der Nibelungenstadt wie dem Dom St. Peter, dem Andreasstift, der Paulskirche, der Liebfrauenkirche, der Martinskirche, der Bergkirche Hochheim, der Magnuskirche, dem Roten Haus u.a. sollen Musik und Literatur vom Frühmittelalter bis zur Renaissance präsentiert werden.

Die historisch überlieferte Kunst wird dabei auch in Bearbeitungen der Gegenwart von neuer Musik bis Jazz zu hören sein. Nicht nur die historischen Orte passen zu diesem Konzept, sondern auch die städtischen Kulturprofile vom Nibelungenlied über den Stauferdom und das jüdische Worms der Raschizeit bis zu Luther.

Im Herbst 2010 wird bereits das Programm für das ERSTE JAHR der Tage alter Musik und Literatur in Worms vorliegen.